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  • Foren-Beitrag von Joe Walker im Thema

    @ eastmancolor: Nachdem ich nun auch endlich die DVD besitze und den Film auch schon Jahre nicht gesehen hatte, mal eine kurze Wiedersehensreview:

    "Die letzten Drei der Albatros" ist fast mit der letzte Abenteuerstreifen aus der Schmiede Rapid-Film und nach „Der Fluch des schwarzen Rubin“ und dem behelfsweise übernommenen „Das Geheimnis der drei Dschunken“ bereits der dritte Film dieser Art, den Wolf C. Hartwig in 1965 produzierte. Hartwig hatte die kassenträchtige Verbindung aus Gangstergeschichte, Sex & Crime und viel Südsee- und Fernwehzinober 1961 mit „Heißer Hafen Hongkong“ erfolgreich lanciert und seitdem fast ununterbrochen derlei Filmisches gekurbelt. Nach diesem Rezept entstand auch „Die letzten Drei der Albatros“, wobei die Geschichte ausnahmsweise mal nicht kontemporär ausfällt sondern in Kriegszeiten anno WWII spielt. Wie immer wird die farbenprächtige Kulisse in opulentem Scope in Szene gesetzt und die blumenkranzbehängten Schönheiten laufen dutzendweise durchs Bild – leider ist die Gangsterstory diesmal etwas lahm. Das mag auch daran liegen, das nach mittlerweile fast 15 Filmen der immergleichen Machart innerhalb von 4 Jahren, ein gewisser Ermüdungseffekt beim Zuschauer nicht zu leugnen ist – es spricht zur Sache, dass der vorliegende Film nur noch eine Spielzeit von knappen 75 Minuten aufweist.

    Einen gewissen Anteil daran trägt auch die Auswahl der Schauspieler, da man mittlerweile weiß, dass Horst Frank im Zweifelsfall immer den Oberschurken mimt und daher ein gehörig Maß des sowieso dünnen Who-dun-it gleich von vornherein obsolet ist. Hauptdarsteller Joachim Hansen als diensteifriger Leutnant ist im Genre ebenfalls nicht unbekannt, spielte er doch bereits 1962 in „Zwischen Shanghai und St. Pauli“ eine ähnlich angelegte Rolle – negativ wirkt sich auf seine in „Albatros“ sowieso hölzerne Darstellung aus, das er mit einer Synchronstimme gestraft ist, die so gar nicht zu ihm passt. Auch ein alter Bekannter im Genre ist der Franzose Jacques Bezard, der später noch bei den „Kommissar X“-Filmen mitmachte und wieder mal den tumben Bandenbüttel gibt. Neu im Team sind Horst Niendorf, der sonst eher als Synchronsprecher aktiv war und seine Rolle als Maschinist relativ emotionslos rüberbringt, und Harald Juhnke, der sich als aus Berlin stammender Matrose sprücheklopfend durch den Film kalauert. Gisella Arden, ebenfalls schon bei „Zwischen Shanghai und St. Pauli“ dabei, hat in ihrer Rolle der entführten und schutzbedürftigen Schönheit nicht viel zu tun. Einzig der bereits erwähnte Horst Frank hebt den Film schauspielerisch mal wieder über den Durchschnitt und überzeugt ohne große Anstrengungen.

    Auf dem Regiestuhl sitzt diesmal Wolfgang Becker, der die Darsteller souverän durch die simple Story und manchmal allzu sinnentleerten Dialoge lotst, allerdings etwas den inszenatorischen Witz vermissen lässt, den er beispielsweise bei seinem Erstling „Peter Voss – Der Millionendieb“ (1958) gezeigt hatte. Sei’s drum – dass Becker mit den Jahren dann wieder zu alter Klasse zurückfand, zeigt sich nicht zuletzt in den drei Reinecker-ZDF-Dreiteilern („Der Tod läuft hinterher“, „Babeck“, „11 Uhr 20“) oder seinen Arbeiten für die Krimiserie „Der Kommissar“ (u.a. inszenierte er 1968 den Pilot „Toter Herr im Regen“ und war der meistbeschäftigte Regisseur der Reihe). Als Kameramann steht ihm Rolf Kästel zur Seite, der künftig fast alle Arbeiten Beckers fotografierte und wie immer solide Kost abliefert. Den Schnitt besorgt Hartwigs Stammcutter Herbert Taschner, als Regieassistent fungiert Eberhard Schröder.

    Die Musik stammt von Francesco de Masi, dessen Titelstück thematisch an Riz Ortolanis Hauptmelodie aus „Old Shatterhand“ erinnert und ansonsten ohne große Höhen und Tiefen die Handlung passend untermalt – inklusive einigem Volkstanzgedöns und den typischen 'Kling-Klong'-Akkorden, die jedem europäischen Komponisten zum Thema Asien einfallen. Ungenannt bleibt die Verwendung eines Actionthemas von Willy Mattes, das dieser für „Weiße Fracht für Hongkong“ (1964) komponiert hatte und hier bei der finalen Plattmache der Schurkenbutze in Endlosschleife erklingt.

    Abschließend kann man sagen, das „Die letzten Drei der Albatros“ wahrlich keine Meisterleistung ist und eher einem knappen Sieg nach Punkten gleichkommt. Als Zeitkolorit eine Schau und für die Komplettisten sowieso unverzichtbar, dokumentiert er den Abgesang des deutschen Abenteuerfilmgenres, mit dem uns Produzent Wolf C. Hartwig viele vergnügliche Stunden des Wegträumens in fremde Gefilde bescherte und teilweise prächtig unterhielt.

    Gruß
    Joe Walker

  • Heinz DracheDatum03.12.2011 19:24
    Foren-Beitrag von Joe Walker im Thema

    Zitat von Cora Ann Milton
    Also spielt Heinz Drache in diesem Film eine negative Figur?

    Ich würde die Rolle als eine Mischung seiner Darstellungen aus "Bei Anruf: Mord" und "Der Hund von Blackwood Castle" bezeichnen - zwar zunächst verhalten symphatisch, dann wird jedoch immer mehr klar, dass seine Figur der eigentliche Negativposten des Filmes ist ... und somit - den Genrekonventionen geschuldet - das Filmende auch nicht überleben darf.

    Drache spielt seinen Part gewohnt gut und ist ein großer Gewinn für den Film; ausnahmsweise lehnt er sogar eine ihm angebotene Zigarette ab.

    Der Film als solcher reißt zwar keine Bäume aus und ist bei weitem keine James-Bond-Konkurrenz (als solche er wohl intendiert war), allerdings hat er dank Alfred Weidenmann - man erinnere sich an den formidablen "Maigret und sein größter Fall" - viel Atmosphäre (Schauplatz: Wien mit Hotel Sacher, Prater und allem was dazu gehört), einen netten Soundtrack von Charly Niessen (Arrangement: Gert Wilden) und natürlich - typisch für die Spiehs-Intercontinental-Produktionen dieser Zeit - Starpower vor dem Herrn.

    Die Titelsequenz alleine ist schon ein kleines Kabinettstücken:

    http://www.youtube.com/watch?v=XMYT3SRmHcg

    ... und für die Heinz-Drache-Fans sei noch das hier empfohlen:



    Gruß
    Joe Walker

  • Heinz DracheDatum03.12.2011 18:26
    Foren-Beitrag von Joe Walker im Thema

    Zitat von Cora Ann Milton
    Wird er da erschossen?

    Nein, er versucht am Schluss mit einem Hubschrauber vor seinen Verfolgern zu fliehen ... und diesen Hubschrauber holt dann 'Winnetou' Pierre Brice mit einem Sonntagsschuss vom Himmel.

    Gruß
    Joe Walker

  • Heinz DracheDatum03.12.2011 17:08
    Foren-Beitrag von Joe Walker im Thema

    Zitat von Peter Ross
    Ist Heinz Drache eigentlich in einem Film einmal dem "Filmtod" gestorben?

    Ich kenne nur "Schüsse im Dreivierteltakt", wo Heinz Drache den Filmtod stirbt.

    Gruß
    Joe Walker

  • Foren-Beitrag von Joe Walker im Thema

    Ich teile vollends deine Einschätzung, lediglich eine Korrektur:

    Zitat von Georg
    Die Hauptrolle ist mit Robert Lucas, der von Harald Leipnitz synchronisiert wurde (und der für diese Rolle ebenso gepasst hätte) ganz gut besetzt

    Leipnitz hätte ich mir auch gut in der Rolle vorstellen können, aber die Synchro für Maurice Ronet sprach in diesem Fall Günther Ungeheuer.

    Gruß
    Joe Walker

  • Heinz Erhardt auf DVDDatum11.07.2011 16:23
    Foren-Beitrag von Joe Walker im Thema

    Zitat von 3pwood
    @Daniel86: Oh, sorry. Habe den Titel falsch makiert. Den gibt es nicht auf DVD. Weiß jemand wer hier der heutige Rechteinhaber ist?

    Da dass eine Allianz-/Terra-Produktion ist (ähnlich der Cotton- und St. Pauli-Filme) würde ich am Ehesten auf Kinowelt bzw. Beta-Film tippen. Allerdings sind die originalen Produktionsfirmen irgendwann in den 80ern liquidiert worden, sodass die Rechte auch im Nirwana verschwunden sein könnten; so etwas soll ja auch schon mal vorgekommen sein .

    Gruß
    Joe Walker

  • Cameo AuftritteDatum25.06.2011 16:05
    Foren-Beitrag von Joe Walker im Thema

    Herbert Kerz ist der 'Grauhaarige', der andere, korpulentere Wärter wird gespielt von Günther Notthoff; dieser ist bei Wallace auch als Polizist während der großen Schlägerei gegen die Mädchenhändlerbande in "Der Mann mit dem Glasauge" zu sehen.

    Gruß
    Joe Walker

  • Jerry Cotton 2011Datum11.06.2011 21:05
    Foren-Beitrag von Joe Walker im Thema

    Wobei jeder Autor aus den vorhandenen Informationen wohl stets seine eigene Auslegung und Deutung zieht - so ist das nun mal. Wirkliche 'Stars' (so wie ich und warscheinlich auch viele andere landläufig den Begriff 'Star' definieren) waren sie aus meiner Sicht zu dieser Zeit beide nicht.

    Allerdings erwähnte ich schon, dass absolute Zufriedenstellung ALLER Leser nie erreichbar ist: schreibt man nur Fakten, heißt es "Boah, ist das dröge", schreibt man nur persönliche Einschätzungen heißt es "Was bildet der sich ein - das ist gar nicht meine Meinung die der da schreibt" - macht man einen Mix aus Beidem finden's alle Murks; c'est la vie! Das Buch soll anscheinend sowohl Fans als auch Neueinsteiger ansprechen ... und dafür ist es aus meiner Sicht ein gelungenes Potpourri aus Bekanntem und Unbekanntem.

    Ein bisschen Ironie zum Abschluss darf noch sein:
    Ich persönlich wusste vieles aus dem Buch auch schon vorher, habe dementsprechend die betreffenden Kapitel bzw. Textstellen geschwärzt bzw. entfernt, damit ich das nie wieder lesen muss was ich schon weiß. Ich werde die Autoren des annoncierten Wallace-Bildbandes demnächst darüber informieren, welche Plakate und AFs ich schon kenne - damit die nicht unnötig Platz verschwenden und mir ein ähnlicher Fauxpas erspart bleibt!

    Gruß
    Joe Walker

  • Jerry Cotton 2011Datum11.06.2011 19:39
    Foren-Beitrag von Joe Walker im Thema

    Was 'Tiefe' und 'Breite' eines Artikels angeht, wird wohl zwischen Wünschen und Anforderungen, die jeder einzelne Leser an einen Beitrag/Aufsatz stellt, nie ein 100%iger Gleichklang bestehen. Das ist immer ein Kompromiss - irgendwen wird es geben, für den "ja schon genau wieder nichts drin steht, was man nicht schon weiss". Das Buch offeriert (davon gehe ich auch durch die Aussagen Joachims einfach mal aus) das, was bis heute bekannt bzw. verifiziert ist.

    Noch ein Wort zu Nader/Barker: es ist wohl ein Unterschied zwischen "einem größeren Publikum bekannt" und "Star" im Sinne des Wortes - Barker wurde später ein Star durch die Karl-May-Filme und hatte zum Zeitpunkt von "Klar Schiff zum Gefecht" auf jeden Fall den 'kleineren' Namen als George Nader, der 1955 ja 'nur' Golden Globe-Gewinner war. Beiden ist gemein, dass sie ihren Karrierehöhepunkt nicht Hollywood, sondern in Europa erreichten.

    Gruß
    Joe Walker

  • Bewertet: Joachim Kramp Jerry CottonDatum09.06.2011 08:58
    Foren-Beitrag von Joe Walker im Thema

    In der Tat ein schöner Artikel zu einem lesenswerten Buch: "Der Mörderklub von Saarbrüklyn".

    Gruß
    Joe Walker

  • Foren-Beitrag von Joe Walker im Thema

    Könnte jemand von den "Kriminalmuseum"-Spezialisten mal nennen, welche Episoden der Reihe in Berlin spielen (komplett oder auch auszugsweise)? Besten Dank.

    Gruß
    Joe Walker

  • Foren-Beitrag von Joe Walker im Thema

    Zitat von Grabert
    Horst Frank (warum wurde er synchronisiert?; kennt jemand den Grund?; ich emfand das sehr störend)

    Ich tippe mal auf Zweitmangel seitens Frank. Der hat schließlich für die produzierende Rapid (und auch für andere Firmen) derart viel gefilmt in der Zeit, dass es sein Terminkalender warscheinlich nicht zuließ, sich für Synchroaufgaben in München einzufinden. Der Sprecher, der für ihn übernahm, ist übrigens Helmo Kindermann, der für Frank auch bei "Die Diamantenhölle am Mekong" aus dem gleichen Jahr einsprang.

    Gruß
    Joe Walker

  • eBay - Kennt ihr schon das?Datum27.05.2011 09:35
    Foren-Beitrag von Joe Walker im Thema

    Zitat von Edgar007
    Film ist Film und Foto ist Foto. Warum sollen nicht von einem schwarz-weiss-Film Farbfotos gemacht worden sein? Gibt's doch von den Wallace-Filme (z.B. FROSCH) auch.

    Richtig, allerdings sehen die gezeigten One-Sheets mit diesen pastell-bonbonfarbenen Tönen eher nachcoloriert aus (aber die Aussagekraft solcher Ebay-Bilder ist jetzt auch nicht unbedingt das Nonplusultra).

    Gruß
    Joe Walker

  • Das Syndikat (1972)Datum24.05.2011 20:36
    Foren-Beitrag von Joe Walker im Thema

    Tolle Nachricht. Dieser Kracher - mit einem stimmungsvollen und genreprägenden Soundtrack von Stelvio Cipriani - ist nur zu empfehlen ... und die Ankündigung von Colosseo / Alive liest sich wirklich gut.

    Gruß
    Joe Walker

  • Foren-Beitrag von Joe Walker im Thema

    Kann dir nur Recht geben: eine Pflichtanschaffung, die sich auch Krimimusikfreunde ins Regal stellen sollten. Thomas - dessen liebster Soundtrack dies nach eigenem Bekunden ist - musiziert hier wirklich auf Weltniveau (http://www.youtube.com/watch?v=J0oi0tvxZi0). Noch dazu beinhaltet die CD alles an Musik, was zu dem Film je existierte und ist außerdem noch unverschämt günstig. Klare Kaumfempfehlung auch von mir!!!

    Gruß
    Joe Walker

  • Jerry Cotton 2011Datum21.05.2011 08:55
    Foren-Beitrag von Joe Walker im Thema

    Danke Joachim für die Richtigstellung - diese Erläuterungen dürften die Hintergründe so einer Bucherstellung klarer gemacht haben.

    Ich für meinen Teil habe aus dem Buch viel Neues erfahren (speziell aus Joachims Beitrag zu den Cotton-Filmen sowie dem Interview mit Franz X. Lederle), bin daher mit diesem Werk zufrieden und froh, dass es nach langer Konzeptionierung doch noch erschienen ist. Danke an die Herausgeber!

    Gruß
    Joe Walker

  • Foren-Beitrag von Joe Walker im Thema

    Zitat von eastmancolor
    Kinowelt scheint mittlerweile etwas aufgeschlossener zu sein, was ihre Rechte betrifft.

    Anscheinend - "Perrak", "Die letzten Drei der Albatros", "Wilde Wasser", "Waldrausch", "Kali Yug", "Arzt ohne Gewissen - Privatklinik Prof. Lund" und "Hotel der toten Gäste" hätte ich alle bei Kirch/Kinowelt/Beta whatever vermutet. Vielleicht plündern die jetzt im Zuge der Übernahme durch Canal+ ihren Backkatalog, um wenigstens die Lizenzgebühren für solche unrentablen Nischenprodukte abgreifen zu können. Na mal sehen, wie sich Pidax bei den genannten Releases anstellt.

    Gruß
    Joe Walker

  • Foren-Beitrag von Joe Walker im Thema

    Dito!

    gruß
    Joe Walker

  • Foren-Beitrag von Joe Walker im Thema

    @ Gubanov: vielen Dank für den Hinweis. Das Cover trifft zwar nicht meinen Geschmack und das originale, wunderschön gezeichnete Kinoplakat wäre mir natürlich auch lieber gewesen, aber sowas machen ja heute kaum Labels mehr. Entscheidend ist sowieso der Inhalt - und der scheint ja zu stimmen. Freue mich schon sehr auf den Release dieser Vohrer-Perle!

    Gruß
    Joe Walker

  • Foren-Beitrag von Joe Walker im Thema

    Mittlerweile nimmt sich auch die Presse dieses Themas an: http://www.tagesspiegel.de/medien/simula...en/4177092.html

    Gruß
    Joe Walker

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