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  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Während wir noch auf die letzten Abstimmungen in der Auswahlrunde warten, kann ich bestätigen, dass wir uns auch dieses Jahr den Grandprix wieder mit einem DVD-Gewinnspiel versüßen werden. Ein herzliches Dankeschön geht dafür an @Georg und das Label Pidax-Film.

    Pidax hat sich zwar auch auf dem Gebiet der Edgar-Wallace-Epigonen lobenswert mit verschiedensten Veröffentlichungen hervorgetan, die aber mittlerweile vielleicht schon recht zahlreich in den Regalen der hiesigen Mitspieler stehen. Deshalb wollen wir diesmal eine ganz frisch vorangekündigte DVD ausloben, die der Gewinner des Tippspiels zum Erscheinungstermin erhalten wird: die Edgar-Wallace-BBC-Verfilmung „Der Fall der verängstigten Lady“, der der Roman „Das indische Tuch“ zugrunde liegt.



    Wie wird das Gewinnspiel ablaufen?

    Die DVD wird erhalten, wer die Top-10 des Edgar-Wallace-Epigonen-Grandprix 2017 am genauesten vor Bekanntgabe des Ergebnisses errät. Es gehören also Filmkenntnis, die richtige Einschätzung der Mitspieler und eine kleine Portion Glück dazu, die Abenteuer von Lord Lebanon auf Schloss Marks Priory zu ergattern.

    Wie kann ich teilnehmen?

    Teilnahmeberechtigt sind alle Mitspieler am Epigonen-Grandprix (außer mir, versteht sich). Ich werde zur Abgabe der entsprechenden Tipps, die aus einer vollständigen Top-10-Prognose mit zugewiesenen Platzierungen bestehen, eine Eingabemöglichkeit in jedes der drei wöchentlichen Wertungsformulare, die den Teilnehmern per PM zugehen, einbauen. In welcher der drei kommenden Wochen ihr eure Tipps abgebt, ist egal. Es zählt immer die neueste Version, falls ihr mehrfach mittippt.

    Wir wünschen euch viel Glück und hoffen, mit der Filmauswahl euren Geschmack getroffen zu haben.

  • Wer erschoss Boro? (1986, TV)DatumGestern 12:00
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Ich bin begeistert! Eine sehr spannende Ankündigung, die sofort auf die Wunschliste wandert.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Die einzige authentische neuere Wallace-Verfilmung, noch dazu bisher eine absolute Seltenheit - große Empfehlung meinerseits und ein Dankeschön an Georg.

  • "Derrick" oder: das andere KonzeptDatum16.08.2017 23:00
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Aus dem Schatten ins Licht, sozusagen ...



    Derrick: Anruf aus Wien

    Episode 244 der TV-Kriminalserie, BRD 1995. Regie: Dietrich Haugk. Drehbuch: Herbert Reinecker. Mit: Horst Tappert, Fritz Wepper sowie: Peter Fricke (Bach), Jutta Kammann (Ulrike), Veronika Fitz (Charlotte), Sybille Widauer (Babette), Klaus Höhne (Kriminaldirektor), Jaron Löwenberg (Büttner), Tobias Mähler, Michael Kamp u.a. Erstsendung: 3. Februar 1995, ZDF.

    Zitat von Derrick: Anruf aus Wien
    Wie ein Schlag trifft den Bankier Bach die Nachricht, dass seine Tochter Babette entführt worden ist. Gemeinsam mit der geschiedenen Frau und Mutter von Babette beschließt er, die Anweisungen der Entführer genau zu befolgen. Ohne Polizeiinvolvierung stellt Bach für einen Mittelsmann eine Million Mark in kleinen Scheinen zur Abholung im eigenen Hause bereit, doch bei der Lösegeldübergabe kommt es zu einem Zwischenfall, bei dem Bach den Boten erschießt. Jetzt steht die Polizei doch noch auf der Matte, aber Derrick hat einen genialen Plan, um Babette zu retten: Er will den Entführern vorgaukeln, dass der Mittelsmann noch lebe und mit der Million nach Wien getürmt sei. Dafür benötigt er die Hilfe von dessen Ehefrau ...


    In wohlbemessenen Abständen streut Herbert Reinecker immer wieder reine Spannungsfolgen bei „Derrick“ ein. Manche überschreiten den selbstverkündeten Grenzgraben zum Action-Genre schon ein wenig zu deutlich (z.B. „An einem Montagmorgen“), doch „Anruf aus Wien“ wahrt in jeder Beziehung eine ausgeglichene Haltung. Mit der Entführung von Babette Bach wird ein sehr starker Antrieb der kommenden Ereignisse geschaffen, vergleichbar mit „Lange Nacht für Derrick“ oder „Caprese in der Stadt“. Peter Fricke als leidender, nervöser Vater und Jutta Kammann als gefasste, latent biestige Mutter bei ihrer gemeinsamen Sorge um die entführte Tochter zu beobachten, lässt die ersten 25 Minuten wie im Fluge vergehen. Mit der gescheiterten Lösegeldübergabe und dem Auf-den-Plan-Treten von Stephan und Harry wandelt sich der Schwerpunkt, nicht aber der rasante Stil der Folge, indem den Entführern mithilfe der erstaunlich kooperativen Frau des Toten eine Scharade vorgespielt wird. Haugk versteht es, beide Hälften äußerst ansprechend zu inszenieren und mit einem Mord in Zeitlupe zu verbinden – ebenso wie er auch schon bei seiner „Derrick“-Premiere „Waldweg“ für ikonische Momente sorgte.

    Dass keine Szene gestreckt und keine Sekunde überflüssig erscheint, ist sowohl der totalen Abwesenheit von Philosophie-Einlagen als auch der absolut vorbildlichen Konzentration auf die gewagte, aber handwerklich sauber ausgeführte Polizeiarbeit zu verdanken. Derrick steht für einen bedachten, aber wenn nötig die Regeln überschreitenden Ermittlungsstil, was einerseits volles Engagement seiner Kollegen (schöne Auftritte für Klein und Berger), andererseits Muffensausen bei seinem Vorgesetzten (diesmal in der Rolle: ein herrlich aufgebrachter Klaus Höhne) nach sich zieht.

    Vermutet man zunächst, tragischer als die Eltern werde in dieser Folge schon niemand leiden, so überrascht Veronika Fitz in der zweiten Hälfte von „Anruf aus Wien“ mit einer eindringlichen Performance als frische Witwe, von deren Verhalten der Erfolg der Ermittlungen abhängt. Dass die Arme unter einem Schock leidet und das für die Entführer inszenierte Spiel nutzt, um selbst der bitteren Realität in eine Traumwelt zu entfliehen, macht die Sache zwar leichter, führt Stephan Derrick aber auch vor Augen, dass er in dieser Geschichte Menschen wie Schachfiguren benutzen muss und sein Job dadurch nicht so ehrenwert ausfällt wie als Musterknabe in manch anderer Folge. Ein sehr interessantes Spannungsfeld, das nur kurz angerissen wird, während sich auf der Hauptbühne die Überwältigung der Verbrecher und der Reuegang des bewaffneten Bankiers abspielen.

    Manchmal hilft es, sich über ausgelutschte Ideenwiederholungen wie in der letzten Folge zu beschweren – hier geriet Reinecker ganz im Gegenteil die fesselnde Schilderung einer völlig unverbrauchten, sicher nicht 1:1 realistischen, aber immens spannenden Idee. Aus Entführung wird Mord – aber die Opfer beider Verbrechen sind nicht die gleiche Person. Auf bestem Serien-Niveau von Dietrich Haugk inszeniert und vor allem von Fricke und Fitz getragen, sind 5 von 5 Punkten in diesem Fall wohlverdient!

  • "Derrick" oder: das andere KonzeptDatum16.08.2017 11:35
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema



    Derrick: Katze ohne Ohren

    Episode 243 der TV-Kriminalserie, BRD 1995. Regie: Horst Tappert. Drehbuch: Herbert Reinecker. Mit: Horst Tappert, Fritz Wepper sowie: Karlheinz Hackl (Dr. Kostiz), Svenja Pages (Karina Wienand), Peter Kremer (Manfred Mauser), Robinson Reichel (Andreas Klausen), Enzi Fuchs (Frau Klausen), Karin Anselm (Frau Wienand), Gerhard Schmitt-Thiel (Jakobsen), Günter Clemens u.a. Erstsendung: 6. Januar 1995, ZDF.

    Zitat von Derrick: Katze ohne Ohren
    Die Weltschmerz-Appelle, die der Wissenschaftler Dr. Kostiz in einem Fernsehinterview verbreitet, rütteln Karina Wienand auf, dem schrecklichen Treiben ihres Freundes nicht länger tatenlos zuzusehen. Dieser verkauft Heroin und hat neuerdings sogar das offizielle Unterwelt-Monopol für den Rauschgifthandel an Münchner Schulen bekommen. Karina verlässt den Dealer, der noch in der gleichen Nacht erschossen wird. Hatte sie selbst den Finger am Abzug? Oder stecken Dr. Kostiz oder der süchtige Andreas Klausen in der Sache mit drin? Derrick ermittelt ...


    Der Folge „Katze ohne Ohren“ geht ein großer Ruf voraus – einerseits weil Horst Tappert wieder einmal selbst im Regiestuhl saß (und diese Folge offenbar besonders schätzte), andererseits aufgrund der angeblich ungewöhnlichen Thematik. Umso erstaunter war ich, als ich eben keine ungewöhnliche Thematik, sondern nur die drölfzigste dröge Drogenfolge serviert bekam, die sich in den jahrzehntelang eingefahrenen Mustern solcher Reinecker-Ausflüge bewegt und damit weder über besondere Spannung noch über wirkliche Tragik verfügt. Sicher: Tappert gab sich alle Mühe, dem Stoff mit einigen für die Serie nicht alltäglichen Kniffen so etwas wie Nachhall zu verleihen, doch diese Nachdenklichkeit wirkt nachträglich aufgeklebt, spiegelt sich nicht in dem sehr platten Drehbuch wieder, das Ringelmann so ähnlich schon unzählige Male zuvor vorgelegt bekommen und (ich vermute: zunehmend augenrollend) durchgewunken hatte.

    Die meisten Folgen der letzten Jahrgänge zeichnen sich zwar durch eine moralische Absicht des Autors, aber durch eine im Vergleich mit den früheren Jahren und gerade auch den „Kommissar“-Folgen nicht mehr ganz so penetrante Zeigefinger-Rhetorik aus. „Katze ohne Ohren“ wirft dieses Prinzip des Maßhaltens total über Bord und ergeht sich in wahren Schwällen mahnender Sonntagsreden von der Apokalypse, die nicht vor der Tür, sondern schon längst im Zimmer steht, oder dem Zug, der ungebremst in Richtung Unheil fährt. So ähnlich regnen die theatralischen Worte von Anfang bis Ende aus Karlheinz Hackls Mund (man verzeihe mir, dass ich die Szenen jetzt nicht nochmal nachschaue) und man wünscht sich, Tappert möge doch bitte möglichst schnell zur nächsten Szene überwechseln. Was aufrüttelnd und appellierend wirken soll, nervt einfach nur, weil es sich um auf lächerliche Weise aneinandergereihte Allgemeinplätze handelt, zwischen die ’mal kurz ein paar Reizworte wie UV-Strahlung und Ozonloch geworfen werden, welche aber letztlich jeder Substanz oder ernsthaften wissenschaftlichen Fundierung entbehren. Dennoch hält sich fälschlicherwise das Gerücht, in „Katze ohne Ohren“ würden ökologische Themen angesprochen.

    Dass ich Karlheinz Hackls Darstellung für hoffnungslos überzogen halte (mithin ein perfekter Kandidat für die Zweitauflage der „Derrick“-Schauspieler-Flopliste), dürfte schon deutlich durchgeklungen sein. Auch sonst lebt die Folge leider nicht von besonders glaubwürdigen Darstellungen – mit einer Ausnahme: Enzi Fuchs spielt als Mutter des drogensüchtigen Andreas sehr engagiert, was den Plan, die Tränendrüsen des Zuschauers zu strapazieren, wenigstens während der Rückblenden zur Tat kurz aufgehen lässt. Leider steht sie allein auf weiter Flur, denn während Svenja Pages eine durchaus liebenswürdige Person sein mag, zeigt sie sich mit ihrer zentralen Rolle diesmal arg überfordert, spricht wie ein Roboter und kann den Zick-Zack-Kurs bzw. die innere Zerrissenheit ihrer Rolle nicht fassbar machen. Und Worte über Robinson Reichel, ein Dauer-Entfant-terrible der Serie, dürften sich sowieso erübrigen.

    Insgesamt bleibt ein sehr schwacher Eindruck zurück. Es kommt selten bei „Derrick“ vor, dass schon die Vorgeschichte zum Mord langweilt, doch hier ist selbst das schon der Fall. Tappert rettete immerhin den Mittelteil ein klein wenig – zumindest steht zu vermuten, dass dies sein Verdienst war –, indem er die polizeiliche Ermittlungsarbeit etwas mehr als sonst in den Vordergrund rückte und vor allem Fritz Wepper wieder einmal einen größeren Auftritt als harter Hund während eines Verhörs zugestand. Harry nimmt die Gelegenheit dankend an, bellt aber – wie sollte es anders sein? – mit jahrelang geübter Zuverlässigkeit den falschen Baum an.

    Selten klaffen Klassikerstatus und wirkliche Episodenqualität so sehr auseinander wie bei diesem dauerphilosophischen Drogen-Elaborat. Vielleicht die schlechteste Tappert-Regie-Folge – vor allem wegen des lästigen Weltverbesserer-Drehbuchs und der unterdurchschnittlichen Darstellerleistungen. 2 von 5 Punkten.

  • "Derrick" oder: das andere KonzeptDatum15.08.2017 21:45
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema



    Derrick: Abendessen mit Bruno

    Episode 242 der TV-Kriminalserie, BRD 1994. Regie: Alfred Weidenmann. Drehbuch: Herbert Reinecker. Mit: Horst Tappert, Fritz Wepper sowie: Sebastian Koch (Martin Sasse), Philipp Moog (Bruno), Wolf Roth (Mandy), Ernst Jacobi (Sasse senior), Sona MacDonald (Ingrid Sasse), Marion Kracht (Sophie Lauer), Elert Bode (Professor), Thomas Schücke (Jürgen Simon) u.a. Erstsendung: 9. Dezember 1994, ZDF.

    Zitat von Derrick: Abendessen mit Bruno
    Obwohl sie ihn zunächst als lästige Verpflichtung betrachten, finden die geschäftstüchtigen Sasses für ihren geistig zurückgebliebenen Sohn und Bruder Bruno plötzlich nutzbringende Verwendung, als sie eine Leiche im Wohnzimmer liegen haben. Statt des Brötchenverdieners und eigentlichen Mörders Martin soll Bruno der Polizei als Sündenbock untergeschoben werden – schließlich kann dieser ohnehin nicht strafrechtlich verurteilt werden! Und jeder andere Polizist wäre den Sasses auch prompt auf den Leim gegangen. Nur Derrick, unterstützt von einer befreundeten Psychologin, hegt Zweifel an dem von vier Augenzeugen dargelegten Tathergang ...


    Parallelen von „Abendessen mit Bruno“ zu „Anschlag auf Bruno“ sind offensichtlich und werden bei jeder sich bietenden Gelegenheit von „Derrick“-Fans gern betont. Die Konzentration auf den Namen Bruno lässt auf dem zweiten Auge ein wenig erblinden, denn eine weitere Titelgemeinsamkeit, die diese Folge betrifft, kam bisher noch nirgends zur Sprache: Da Reinecker bekannterweise seine Drehbücher am Vormittag – also vor dem Mittagessen – schrieb, muss er dabei manches Mal Appetit verspürt haben, wie neben „Abendessen mit Bruno“ auch Kreationen wie „Kaffee mit Beate“, „Unstillbarer Hunger“, „Caprese in der Stadt“, „Die Festmenüs des Herrn Borgelt“, „Teestunde mit einer Mörderin?“ und „Frühstückt Babette mit einem Mörder?“ belegen.

    Auf einem vergleichbaren heimwerk-psychologischen Niveau bewegen sich auch die Analysen, die der namenlose Irrenarzt und die Derrick mit verdächtiger Intimität zur Seite gestellte Polizei-Seelenklempnerin Sophie Lauer anstellen. Gerade die „Neue“ im Ermittlerteam (ab hier fünf sporadische Auftritte für Marion Kracht in dieser Rolle bis „Anna Latowski“) amüsiert mit ihrer Fähigkeit, eine Ferndiagnose über den titelgebenden Bruno binnen Sekunden und ohne mit dem Patienten zu sprechen sozusagen über die Türschwelle zu fällen. Dies ist programmatisch, weil die Polizei sich in diesem Fall auf die faule Haut legt und nichts davon hält, ernsthafte Ermittlungen anzustellen. Derrick, anstatt die Firma der Sasses aufzusuchen – schließlich war der Tote ein Angestellter –, lehnt sich zurück und wartet einfach auf ein Geständnis des Täters.

    So verliert sich ein Fall, der eigentlich sehr vielversprechend beginnt, nach dem Mord in bleierner Schwere, die vor allem aus der Vorhersehbarkeit der Ereignisse (etwas, das bis zur Tat geschickt umgangen wurde) und der 08/15-Inszenierung von Alfred Weidenmann resultiert. Nicht gerade zuträglich ist auch die Besetzung von Bruno mit Dauer-Student Philipp Moog, dessen erster Auftritt als zurückgebliebener Bruder von jedem „Derrick“-Kenner wohl erstmal mit einem überraschten Lachen quittiert worden sein dürfte (kein atmosphärisch guter Einstand für eine tragische Rolle). Man nimmt Moog die Bruno’schen Eigenheiten, die mit dessen totaler emotionaler Isolation einhergehen, nicht in gleichem Maße ab wie seinerzeit Dieter Schidor, dem das Porträt eines Kranken sehr gut gelang.

    Umso wichtiger ist es, dass Sebastian Koch als sein Filmbruder alle Register zieht. Als Fiesling vom Dienst intrigiert er gemeinsam mit Wolf Roth, was das Zeug hält und sorgt gemeinsam mit dem ambitionierten, aber für eine Erpressung nicht ausreichend abgebrühten Thomas Schücke für die unübersehbaren Höhepunkte der Folge. In Anbetracht seiner Charakterzeichnung, aus jeder schwierigen Situation das für ihn Beste zu machen, schnell, geschickt und gewissenlos zu reagieren und dabei keine Rücksicht auf andere Beteiligte zu nehmen, wirkt das Ende, das Reinecker dann kurz vor knapp aus dem Hut zaubert, unglaubwürdig und konstruiert. Schade – die Folge hätte bis zur 30-, 35-Minuten-Marke Potenzial zu so viel mehr gehabt!

    Reinecker-Krimis sind voll von Familienmitgliedern, die selbstlos die Schuld der Verwandten auf sich nehmen, um diese zu entlasten. Wenn aber ein Zurückgebliebener und somit Schutzbedürftiger zur exakt gleichen Vorgehensweise angehalten wird, ist diese dem sonst ausdauernden Propagator von Familienzusammenhalt plötzlich gar nicht mehr recht. Er garniert dieses nach „Mitternachtsbus“ und „Anschlag auf Bruno“ erneut vorgetragene Statement mit einem glitschig-erfindungsreichen Täter, der sich mit etwas Glück und guten Anwälten über die Notwehr-Schiene vor einer Verurteilung nach dem Abspann retten können dürfte. 3 von 5 Punkten für eine nett zurechtgelegte, in der zweiten Hälfte aber leider ziemlich verunglückte Story.

  • Der deutsche Kriminalfilm vor 1945Datum15.08.2017 19:50
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema




    Reisebekanntschaft

    Kriminalkomödie, D 1943. Regie: E.W. Emo. Drehbuch: Curt Wesse, Fritz Gottwald (Vorlage: Fritz Gottwald). Mit: Hans Moser (Fridolin Specht), Elfriede Datzig (Elli Werner), Wolf Albach-Retty (Walter Falke), Lizzi Holzschuh (Fräulein Schenz), Richard Eybner (Herr Gillberg), Lotte Lang (Dame mit Hund), Josef Menschik (Fred), Annie Rosar (Frau Niederleitner), Fritz Imhoff (Gentleman), Alfred Neugebauer (Polizeibeamter) u.a. Uraufführung: 7. Oktober 1943. Eine Produktion der Wien-Film GmbH.

    Zitat von Reisebekanntschaft
    Fridolin Specht fällt aus allen Wolken, als er erfährt, dass er in der Lotterie 10’000 Mark gewonnen hat. Leider ist die Freude von kurzer Dauer, denn der Beauftragten der Lottogesellschaft, Elli Werner, wird der Koffer mit dem Geld auf der Bahnfahrt in die entlegene Steiermark entwendet. Da trifft es sich gut, dass Fridolin Specht von Beruf Privatdetektiv ist. Eiskalt folgert er: Nur die drei Personen, die mit Fräulein Werner im Abteil saßen, kommen als Täter in Frage. Nachdem er einen Vertreter und eine Dame mit Hund überprüft hat, verdichten sich die Verdachtsmomente gegen Fräulein Werners nette Reisebekanntschaft, einen großen, schlanken Mann im karierten Anzug. Specht ahnt nicht, dass es sich dabei um seinen eigenen Chef handelt ...


    Die Mitwirkung von Hans Moser lässt es vermuten und bestätigt es bei der Sichtung schon in der ersten Minute: Bei „Reisebekanntschaft“ bekommt man es mit einem ausgewachsenen volksnahen Austria-Schwank zu tun, dem Moser-Hausregisseur E.W. Emo lediglich deshalb einige harmlose Krimianleihen angedeihen ließ, um die im Stil einer Verwechslungskomödie aufgezäumte Handlung von den anderen 21 Kollaborationen abzugrenzen. Der gestohlene Koffer – trotz beachtlichen Inhalts alles andere als ein Kapitalverbrechen – bildet den Auftakt zu einer Reihe skurriler Ermittlungen, in denen der kopflose Fridolin Specht jeden Verdächtigen angeht, als habe er es mit einem Schwerverbrecher zu tun. Hans Moser in bester Spiellaune also ... wer jedoch nach einem ernsthaften Krimi sucht, wird in diesem Fall eher nicht fündig werden.

    Dabei gibt es durchaus einige überzeugende Elemente: Zunächst einmal berührt die altmodische Vertrauensseligkeit, mit der Lottogewinne im Kreise loser Bekannter bedenkenlos herumerzählt oder in bar in der Gegend herumgetragen werden. Die Weise, auf die Specht sich sein unvorstellbares Glück zu materialisieren versucht, verrät die Herkunft der Produktion („10’000 Mark, das sind ja 20’000 Palatschinken!“) ebenso wie die Zugfahrten in Holz- und Polsterklasse durch Bergpanoramen und Eisenbahntunnel. Schließlich ist es auch die hindernisreiche Romanze zwischen Elfriede Datzig und Wolf Albach-Retty, die den Zuschauer trotz des immer lauter und fahriger werdenden Hauptdarstellers und des vorhersehbaren Ausgangs der Geschichte bei der Stange hält.

    Wie ein Großteil der Filme, die zwischen dem Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich und dem Ende des Zweiten Weltkriegs in der Donaumetropole entstanden, handelt es sich bei „Reisebekanntschaft“ übrigens um eine Produktion der Wien-Film, die 1938 aus der Tobis-Sascha-Film hervorging. Dass das überbordende Lokalkolorit der Kriminalkomödie und ihr nicht nur heiterer, sondern geradezu euphorischer Grundtenor, nicht ganz zufällig waren, liegt insofern nah, als ...

    Zitat von Wien-Film bei Wikipedia.org, Quelle
    [d]as von Berlin auferlegte Programm der [Wien-]Filmproduktion war, Filme zu drehen, die im Boden der „Ostmark“ wurzelten und ablenkend wirken sollten – nach dem Motto „Kraft durch Freude“.


    Mit wenig Krimi, dafür aber viel Komik, einer Prise Romantik und viel steirischem und Wiener „Charme“ erweist sich „Reisebekanntschaft“ als ein typisches Beispiel für ablenkendes Unterhaltungskino der frühen 1940er Jahre, das damals seinen Zweck erfüllte, das sich der heutige Zuschauer aber durchaus eine Spur gemäßigter wünschen würde. 3 von 5 Punkten für Mosers Privatdetektiv Specht, der sich zurecht von seinem Vorgesetzten sagen lassen muss: „Wissen Sie, Herr Specht, manchmal habe ich das Gefühl, als ob es bei Ihnen hier oben nicht mehr ganz stimmt.“

  • "Derrick" oder: das andere KonzeptDatum14.08.2017 17:45
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    DERRICK Collector’s Box 17 (Folgen 241 bis 255, 1994-96)

    • #241: Nachtgebete (Theodor Grädler)
    • #242: Abendessen mit Bruno (Alfred Weidenmann)
    • #243: Katze ohne Ohren (Horst Tappert)
    • #244: Anruf aus Wien (Dietrich Haugk)
    • #245: Ein Mord, zweiter Teil
    • #246: Teestunde mit einer Mörderin?
    • #247: Ein Mord und lauter nette Leute
    • #248: Kostloffs Thema
    • #249: Derricks toter Freund
    • #250: Eines Mannes Herz
    • #251: Dein Bruder, der Mörder
    • #252: Die Ungerührtheit der Mörder
    • #253: Herr Widanje träumt schlecht
    • #254: Mitternachtssolo
    • #255: Die zweite Kugel




    Derrick: Nachtgebete

    Episode 241 der TV-Kriminalserie, BRD 1994. Regie: Theodor Grädler. Drehbuch: Herbert Reinecker. Mit: Horst Tappert, Fritz Wepper sowie: Gerd Anthoff (Dr. Roth), Doris Schade (Frau Roth), Hanno Pöschl (Sacko), Robert Wolfgang Jarczyk (Kottbus), Sissy Höfferer (Anita Kersky), Monika Baumgartner (Ulrike Berger), Jaschka Lämmert (Marianne Berger), Christiane Rossbach u.a. Erstsendung: 11. November 1994, ZDF.

    Zitat von Derrick: Nachtgebete
    Kurz bevor die Nachtlokalkellnerin und Prostituierte Ulrike Berger ermordet worden ist, hat sie eine eidesstattliche Erklärung abgegeben: Der Ägyptologe Dr. Roth soll der Vater ihrer Tochter Marianne sein. Obwohl Roth genau weiß, dass die 17-jährige Marianne nicht sein Kind ist, widerspricht er nicht, denn er sieht, dass die Teenagerin harten Angriffen ausgesetzt ist. Die Arbeitgeber und mutmaßlichen Mörder ihrer Mutter wollen sie jedenfalls aus der „Dienstwohnung“ heraushaben. Zugleich macht sich Dr. Roth mit seiner Beschützerhaltung Todfeinde, denn Marianne ist in Wahrheit die Tochter des Bordellkönigs Sacko ...


    Hin und wieder wird „Nachtgebete“ als ein Totalausfall oder als eine höhepunktlose, langweilige Folge beschrieben. Während es sicher wahr ist, dass mit Fall #241 nicht der beste und spannendste „Derrick“ der ZDF-Geschichte gedreht wurde, wäre solch ein Urteil doch etwas harsch. Insbesondere aus darstellerischer Sicht lassen Doris Schade und Gert Anthoff als skurriles Mutter-Sohn-Gespann nichts anbrennen. Zusammengenommen mit Horst Tapperts diesmal wieder an zahlreichen Stellen überlegen-süffisantem Auftreten entstehen deshalb einige effektive humorvolle und sympathische Momente, die für einen soliden Wohlfühlfaktor sorgen, wenn es sich schon bei der Mordsache Berger nicht um die Neuerfindung des Rades handelt. Reinecker schildert den Mord an der Halbweltdame so routiniert, dass er sich gar nicht mehr bemüht, ein valides Motiv oder den Hauch eines Täterrätsels einzustreuen. Eine allgemeine Bösartigkeit der Betreiber des Nachtclubs darf eben einfach vorausgesetzt werden und wird von Hanno Pöschl und insbesondere von Robert Jarczyk auch standesgemäß erfüllt.

    Weil von Anfang an klar ist, wer Ulrike Berger tötete, wird die folgenschwere Frage „Vaterschaft ja oder nein“ ganz deutlich in den Mittelpunkt gerückt. Fühlt man sich zunächst an die in den 1990er Jahren aufgekommenen Nachmittagstalkshows erinnert, in denen ähnliche Themen in farbenfrohsten Variationen ausdiskutiert wurden, so entwickeln sich – auch dank der unverbrauchten Jungschauspielerin Jaschka Lämmert – zwischen Marianne und ihrem angeblichen Vater später regelrecht anrührende Momente. Das ist umso kurioser, als beide um die erschwindelte Situation wissen, und zeigt ebenso wie Derricks Mahnung, dass die Menschen heute oft nur mehr an sich selbst denken, dass es dem Autor weniger um einen ernstlichen Krimi als vielmehr um eine Kontrastierung von Menschlich- und Unmenschlichkeit geht. Das passt dann auch zum Finale, in dem zwar ein großer Showdown antizipiert wird, aber letztlich leider die wesentliche Überrumpelung der Täter off-screen, fernab jeder Kamera stattfindet.

    Dass sich Gert Anthoffs Figur als Ägyptologe verdingt, fügt der Handlung eigentlich nichts hinzu, gibt ihm und Tappert aber die Gelegenheit, eine Szene vor einer schönen Museumskulisse zu absolvieren, die ebenso wie der geordnete Haushalt der Roths einen gelungenen Kontrapunkt zu den dauernden Exkursionen ins blau-weiße Nachtleben (wo diesmal Frauen für 1500 bis 2000 Mark pro Nacht an den Höchstbietenden versteigert werden) setzt. Klar kommt in der Haltung, die nichts Besseres kennende Ulrike Berger werde die gelehrte platonische Urlaubsbekanntschaft mit Doktortitel nachhaltig anhimmeln, wieder ein bisschen Reinecker-Snobismus der alten Schule durch – doch das ist ja eigentlich genau das, was die Bücher des Dauerschreibers so verschroben liebenswert macht.

    Horst Tappert löste den im Nachspann genannten Theodor Grädler krankheitsbedingt kurzzeitig auf dem Regiestuhl ab – Brüche merkt man den „Nachtgebeten“ aber keine an. Es handelt sich um eine Folge, die die Mordspannung zwar auf ein Minimum einschrumpft, aber von gut aufgelegten Schauspielern und effektiven Schattenrissen der Prototypen von Gut und Böse profitiert. 3,5 von 5 Punkten.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Rom im Sommer 2017 (Teil I)

    Den ersten Teil der Drehortberichte möchte ich Dario Argentos Erstling „Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe“ widmen. Der Film ist nicht nur ein unglaublich gelungener Thriller, sondern auch eine wahre Ode an das Rom der späten 1960er Jahre. Im Gegensatz zu späteren Filmen, für die Argento immer wieder nach Turin auswich, wurden für die „Handschuhe“ tatsächlich (fast?) alle Außenaufnahmen in Rom gedreht (als einzige Location noch unbekannt dürfte das abgelegene Künstlerhaus von Mario Adorf sein).

    Der Film öffnet damit, wie der unbekannte Killer eines seiner Opfer, gespielt von Annamaria Spogli, unbemerkt verfolgt und fotografiert. Diese Szenen entstanden im Süden von Rom, in der E.U.R.-Stadt, die Mussolini ab 1938 für die geplante Weltausstellung 1942 errichten ließ, welche dann aufgrund des Krieges nicht stattfand. Das E.U.R.-Quartier beeindruckt durch monumentale Bauten, breite Straßen und weitläufige Plätze und beherbergt heute zahlreiche Wohnungen, Ministerien und Museen. Die Einstellungen für den Film wurden an der Piazzale dell’Agricoltura und an der Einmündung der Viale Beethoven in die Viale della Civiltà del Lavoro (man beachte den Springbrunnen) gedreht.



    Sam Dalmas befindet sich in Rom, weil er gerade als Auftragsarbeit ein Buch über Zoologie schreibt. Er bekommt den Scheck für seine Arbeit im Museo Civico di Zoologia ausgestellt, das sich direkt neben dem Zoo, der heute als Bioparco firmiert, befindet. Später im Film sind auch tatsächlich einige Szenen im Bioparco gedreht worden, von denen hier stellvertretend ein Vergleich vom Tigerfelsen gezeigt werden kann:



    Als eine besonders gut wiederzuerkennende Ecke erweist sich die Via Donatello nördlich der Innenstadt (am besten vom U-Bahnhof Flaminio mit der Straßenbahnlinie 2 anreisen). Dort befindet sich nicht nur die charakteristische Mauer, die Sam Dalmas auf seinem Abendspaziergang in der Nähe der Galerie Ranieri passiert, bei welcher es sich leider übrigens um ein Studioset handelte. Auch die Wohnung der Ranieris befindet sich dort. Somit kann die Einstellung, in der der Käfig des Vogels mit dem silbergrauen Gefieder direkt vor der Ranieri-Wohnung zu sehen ist, als Filmtrick entlarvt werden: In Wahrheit befindet sich der Schauplatz gar nicht direkt neben dem Zoo!



    Kaum ist der arme Sam in die Geschehnisse verwickelt worden, wird auch prompt ein Anschlag mit einem Beil auf ihn verübt. Diese Szene entstand zwischen Palatin und Aventin in der Via Santa Melania, wo man vor allem die Tore, die zu den Grundstücken führen, leicht identifizieren kann:



    Das vierte Opfer des schwarz behandschuhten Mörders lebt in einem villenähnlichen Gebäude, das sich am Largo di Villa Paganini befindet. Nicht-Italienischsprechern sei verraten, dass das Wort „Villa“ auch für einen Stadtpark stehen kann (der berühmteste dürfte „Villa Borghese“ sein). Der im Film ebenfalls zu sehende vor dem Mordhaus liegende Park sieht bei Tageslicht nicht mehr so gefährlich aus wie im Argento-Streifen und wurde außerdem mit einem schicken Zaun eingefriedet, um Killer draußen (oder drinnen?) zu halten.



    Auch Sam und Giulia schweben weiterhin in Gefahr. Eines Abends werden sie plötzlich von einem Mordbuben in gelber Jacke verfolgt, nachdem der Polizist, der sie eigentlich observieren sollte, von einem Unbekannten überfahren wurde. Für diese Verfolgungsszenen nutzte Argento die stimmungsvollen Gassen und Plätze des Stadtviertels Trastevere, das heute den Touristen als Geheimtipp für lauschige Nächte und urige Lokale empfohlen wird. Wie reizend! Konkret zu sehen sind die Via della Madonna dell’Orto, die Via Anicia, die Via dell’Arco de’Tolomei und die Piazza in Piscinula.




    Die Verfolgungsjagd endet, nachdem Sam Giulia in einem sicheren Versteck zurückgelassen hat, am anderen Ende der Innenstadt (typische Filmlogik), nämlich in der Nähe der berühmten Via Veneto. Die Nebenstraße Salita di San Nicola da Tolentino zeichnet sich durch ihre schnurgerade Führung in hügeligem Terrain aus, in der Via Barberini (nahe dem gleichnamigen U-Bahnhof) hat das TWA-Reisebüro einem Café Platz gemacht. Das Hotel, in dem der (beinah) todbringende Gelbjacken-Boxer untertaucht, ist hingegen heute immer noch ein solches und befindet sich tatsächlich in der Via Vittorio Veneto, gegenüber der Einmündung der Via Leonida Bissolati. Es trägt den noblen Namen „Hotel Majestic“ und sollte nicht mit dem gleichnamigen Maigret-Schauplatz verwechselt werden.



    Das Finale von „Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe“ spielt in der Galerie Ranieri und somit wieder im Studio. Vor dem großen Showdown findet Sam aber einen überraschenden Weg über Hintertüren und -treppen in die Galerie. Dieser führt ihn über die Via Pietra da Cortona und die Via del Ghirlandaio. In letzterer erkennt man die Mauerecke noch sehr gut, doch die Tür, durch die der Killer, Giulia und schließlich auch Sam verschwinden, gibt es nicht mehr. Als kuriose Besonderheit darf auch gelten, dass diese Tür zum Innenhof einer Polizeistation und nicht zum Schlupfwinkel des Handschuhkillers führte. Das ist wohl Argentos zynischem Sinn für Humor zuzuschreiben.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Es sind zwar Edgar-Wallace-Filme, aber keine, die in unserem Kreis offiziell zur Edgar-Wallace-Reihe gezählt werden. Deshalb nehmen sie nie an den Edgar-Wallace-Grands-Prix teil. Damit sie irgendwo bewertet werden können, waren sie pragmatischerweise eben immer in den Epigonen-Grands-Prix dabei.

    Und rein logisch betrachtet sind sie hier ja auch nicht ganz verkehrt aufgehoben. Unter "Edgar-Wallace-Epigonen" sind schließlich keine Stilverwandten der Wallace-Bücher, sondern Stilverwandte der Rialto-Filme zu verstehen. Und in diese Sparte können durchaus auch die Afrika-Wallace-Filme fallen, denn sie versuchen, mit ihren deutschen Produktionsbeteiligungen und Besetzungen durchaus auf der Wallace-Welle mitzuschwimmen und wären ohne die Rialto-Serie wohl nicht in dieser Form entstanden.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Ich denke schon. Als Sechzigerjahrefilm dürfte "Deborah" dir ohnehin eher gefallen als die späteren Giallo-Vertreter. Du solltest dir aber keinen super-spannenden Gruselfilm erwarten.

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    Der schöne Körper der Deborah (Il dolce corpo di Deborah)

    Drama, IT / FR 1967/68. Regie: Romolo Guerrieri. Drehbuch: Ernesto Gastaldi (Story: Ernesto Gastaldi, Luciano Martino). Mit: Carroll Baker (Deborah), Jean Sorel (Marcel), Evelyn Stewart (d.i. Ida Galli) (Suzanne Boileau), George Hilton (Robert Simack), Luigi Pistilli (Philip), Michel Bardinet (Kommissar), Valentino Macchi (Garagenbetreiber), Mirella Pamphili (Telefonistin), Domenico Ravenna (Arzt), Giuseppe Ravenna (Maitre d’Hotel) u.a. Uraufführung (IT): 20. März 1968. Uraufführung (BRD): 12. Juli 1968.

    Zitat von Der schöne Körper der Deborah
    Ihre Hochzeitsreise in die Schweiz wird jäh unterbrochen, als Marcel und Deborah von einem alten Bekannten auf den Tod von Marcels ehemaliger Freundin Suzanne hingewiesen werden. Suzanne beging Selbstmord, wofür Marcel angeblich moralisch verantwortlich sein soll. Als sie Suzannes Schicksal auf den Grund gehen wollen, werden Marcel und Deborah von einem anonymen Anrufer mit dem Tod bedroht – eine Gefahr, die sie auch mit einer Weiterreise nach Frankreich nicht abschütteln können. Dort lernen sie den Maler Robert kennen und erleben die Überraschung ihres Lebens ...


    Man braucht kein Genie zu sein, um zu kombinieren, dass ein Film, der 1967 gedreht wurde, kein Giallo im engeren Sinn der – damals noch in der Zukunft liegenden – Dario-Argento-Schule sein kann. Dennoch wirft „Der schöne Körper der Deborah“ einige Zutaten in den Mix, derer sich das spätere Genre auch bedienen würde (zwei Privatleute, die in einen Kriminalfall verwickelt werden und ihn ohne Hilfe der Polizei lösen müssen, jede Menge Bettszenen und eine durchaus typische Besetzung dürften die Pfunde sein, die den Film auch für Mainstream-Giallo-Freunde interessant machen). Im Gegensatz zu Filmen von Argento und Co., die sehr auf körperliche Gewalt setzen, spielt sich „Deborah“ über die allerweitesten Strecken auf rein psychologischer Ebene ab, was bei manchem Zuschauer einen etwas tempoarmen Eindruck hinterlassen mag, da Romolo Guerrieri für die Entwicklung einzelner Handlungsabschnitte und Verdachtsmomente zugunsten einer optisch attraktiven Fotografie manchmal mehr als die unbedingt benötigte Zeit ins Land ziehen lässt.

    Der von mehrfachen Wendungen geprägte Höhepunkt des Films erinnert an die klassischen Hammer-Thriller nach der Manier von „Ein Toter spielt Klavier“, mit dem sich „Der schöne Körper der Deborah“ sogar den Handlungsort teilt. Das immer wieder erfolgende Überwerfen von Urteilen und Vermutungen wirkt, obwohl es seine Hauptaufgabe erfüllt, den Zuschauer, der derartige Vorgänge lang vorherahnt, wenigstens in Details etwas in die Irre zu führen, ein wenig konstruiert – nicht alle Überraschungen erscheinen logisch oder bieten einen echten Mehrwert für die Story. Man hinterfragt dieses fulminante Ende aber nicht so sehr, weil man sich nach dem dialoglastigen Hauptteil über einen Aufschwung in Sachen Action freut.



    Als großes Plus – sowohl in darstellerischer als auch in optischer Hinsicht – kann Carroll Baker bezeichnet werden. Für die amerikanische Schauspielerin war „Der schöne Körper der Deborah“ der zweite italienische Film nach „L’harem“ aus dem gleichen Jahr. Baker macht nicht nur dem Filmtitel alle Ehre, sondern schwankt ausnehmend gekonnt zwischen bedrohter Blondine und hinterlistiger Gattentäuscherin, während ich mich bei Jean Sorel des Gefühls nicht erwehren kann, dass er sich in den Szenen, in denen Verdachtsmomente gegen ihn genährt werden sollen, besonders niedlich bemüht, zwielichtig dreinzublicken. Auf seiner Seite also kein Exempel schauspielerischer Brillanz, aber für die Belange des Films, der das zentrale Duo mit interessanten Auftritten von Ida Galli und George Hilton ergänzt und dazu einen erstaunlich jung aussehenden Luigi Pistilli einstreut, reicht es.

    Der Hauptteil ist eine einzige fotogene Freude mit seinen Aufnahmen von Genf, Nizza und der Landvilla in Südfrankreich. Das bewirkt, dass das Endergebnis über eine sehr hochwertige Bildsprache verfügt und Ansprüche, die in dieser Beziehung an spätere, ausgefeiltere Gialli gestellt werden, auch hier durchaus erfüllt werden. Das für das Verbrechen genutzte Musikstück erfüllt dagegen „nur“ seinen Zweck, bleibt aber nicht wie manch andere Filmmelodie im Ohr hängen – gerade vom Namen Nora Orlandi hätte ich in diesem Fall mehr erwartet.

    Für ein Meisterwerk des italienischen Kinos ist „Der schöne Körper der Deborah“ in jeder Hinsicht zu harmlos, sein an klassischen Thrillern und Dramen, ja sogar Romanzen orientierter Aufbau, der sich auf attraktive Kameraarbeit und eine gut aufgelegte Carroll Baker stützen kann, macht den Film jedoch sehenswert. Man sollte sich einerseits von einigen Längen das Vergnügen nicht nehmen lassen, diese Längen aber andererseits über die aufregenden, wenngleich nicht wirklich schlüssigen Finalminuten auch nicht vergessen. Knappe 4 von 5 Punkten.



    Die DVD von Edition Tonfilm: Zahlreiche Cover- und Verpackungsvarianten aus dem Hause E.T. kursieren von dieser Auswertung, die sich jedoch alle die gleichen DVD-Inhalte teilen. Leider ist Edition Tonfilm auch mit dieser VÖ kein großer Steinwurf gelungen; das Bild sieht verblasst aus und lässt, wenn überhaupt, nur eine oberflächliche Restauration erkennen. Auf dem Computerbildschirm machen sich Treppcheneffekte bemerkbar. Aufgrund des originalen Bildformats und der Wahl zwischen deutschem und italienischem Ton mit Untertiteln dennoch in Ordnung, wenn auch sicher nicht zu den hohen Sammlerpreisen, die üblicherweise dafür verlangt werden. Wer Blu-ray-Combos mag, sollte lieber zur X-Rated-Neuveröffentlichung greifen, deren neuer Transfer deutlich stimmiger und wärmer aussieht und aus der auch die Bilder zu diesem Bericht entnommen wurden. Die DVD von Edition Tonfilm bietet im Bonusbereich Trailer, Galerie, italienische Spänne und Rollenrisse; das X-Rated-Pendant ist mit ähnlich schmalen Extras versehen.

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    Zitat von Percy Lister im Beitrag #1
    PS: Es ist ungewöhnlich, dass ich als quasi noch grüner Giallo-Neuling hier einen Thread eröffnen kann. Ich war erstaunt, dass es zu diesem Film noch kein eigenes Thema gab.

    So feucht hinter den Ohren bist du ja nun gerade nicht mehr im Giallo-Bereich nach deinen zahlreichen Besprechungen in diesem Jahr, die ich immer gern lese, weil sie neue Blickwinkel auf die Filme, hinter denen sich mehr als nur Gewalt und Nacktheit verbirgt, offenbaren. Wenn ich diesen Review lese, bin ich tatsächlich überrascht, dass sich zu einem so klassischen Giallo hier noch nicht geäußert wurde. Aber das sollte Ansporn sein, dies bald nachzuholen.
    Zitat von Percy Lister im Beitrag #1
    George Hilton (geb. 1934 in Montevideo / Uruguay) entpuppt sich immer mehr als einer meiner liebsten Giallo-Schauspieler.

    Das hätte ich vorher gar nicht so vermutet, weil er doch oft den verwegenen Hallodri spielt. Aber da Hilton ja in nicht gerade wenigen Genreperlen zu sehen ist, von denen dir auch noch einige ausstehen, dürfen wir uns wohl auf weiteres Lesefutter hier im Giallo-Forum freuen.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Das habe ich auch wohlwollend bemerkt. Die Parallelen zum "Gasthaus an der Themse" sind schon recht deutlich.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Einige der Gialli stehen nicht nur aufgrund von inszenatorischen Ähnlichkeiten mit den Spät-Wallaces auf der Liste, sondern eben auch durch eine Zugehörigkeit zu gewissen Filmreihen. Das betrifft, wie du schon erwähnt hattest, "Vier Fliegen auf grauem Samt", die über die Tiertrilogie mit "Handschuhen" und "neunschwänziger Katze" verwandt sind. Aber auch "Der Tod trägt schwarzes Leder" und "Orgie des Todes", die die Fortsetzungen der "Schulmädchen in Angst"-Trilogie sind, welche Massimo Dallamano mit "Das Geheimnis der grünen Stecknadel" startete. Außerdem war zunächst auch vorgesehen, "Blutspur im Park" als Rialto-Wallace zu vermarkten. Enge Bande also, wohingegen Filme wie "Blutige Seide", "Sieben Tote in den Augen der Katze" oder "Die rote Dame tötet sieben Mal" eher aufgrund ihrer wallace-ähnlichen Atmosphäre nominiert worden sein dürften.

    Man darf nicht vergessen, dass die Phase der intenationalen Koproduktionen ab 1969 bei den Edgar- und Bryan-Edgar-Wallace-Filmen insgesamt sieben Filme umfasste (Gesicht / Stecknadel / Halbmond / Handschuhe / Katze / Todesrächer / Grab) und damit ungefähr gleich viele wie die rein deutschen Farbfilme (Buckliger / Hand / Peitsche / Hund / Banne / Gorilla / Glasauge / Themse). Von einer "kleinen Nische" oder einer geringeren Stilverwandtschaft kann daher für mein Dafürhalten nicht die Rede sein.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Meine Wertungen in der Auswahlrunde stehen. Bei der Angabe, wie gut man die einzelnen Filme kennt, fiel mir auf, wie groß doch noch die Lücken sind bzw. wie lange es schon her ist, dass ich manche Filme gesehen habe. Mal sehen, wie sich das bei anderen verteilt.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema



    Liebe Teilnehmer,

    heute starten wir in den Edgar-Wallace-Epigonen-Grandprix 2017. Ich bedanke mich für eure Teilnahmebereitschaft und bin schon sehr gespannt, welche Ergebnisse wir in dieser Ausgabe erzielen werden. Zunächst einmal möchte ich festhalten, dass wir 18 Mitspieler sind (Billyboy03 / brutus / Count Villain / Giacco / Gubanov / HorstFrank / Jan / Josh / Lord Low / Marmstorfer / Matze K. / patrick / Percy Lister / Peter / Prisma / Ray / Selwyn / Wallacefreund).

    Wir erinnern uns: Alle Bryan-Edgar-Wallace-, Louis-Weinert-Wilton- und Dr.-Mabuse-Filme sind bereits vorqualifiziert. Das sind:

    1. 7. Opfer, Das (1964, Franz Josef Gottlieb)
    2. 1000 Augen des Dr. Mabuse, Die (1960, Fritz Lang)
    3. Geheimnis der chinesischen Nelke, Das (1964, Rudolf Zehetgruber)
    4. Geheimnis der schwarzen Handschuhe, Das (1970, Dario Argento)
    5. Geheimnis der schwarzen Koffer, Das (1962, Werner Klingler)
    6. Geheimnis der schwarzen Witwe, Das (1963, Franz Josef Gottlieb)
    7. Geheimnis des gelben Grabes, Das (1972, Armando Crispino)
    8. Henker von London, Der (1963, Edwin Zbonek)
    9. Im Stahlnetz des Dr. Mabuse (1961, Harald Reinl)
    10. neunschwänzige Katze, Die (1971, Dario Argento)
    11. Phantom von Soho, Das (1964, Franz Josef Gottlieb)
    12. Scotland Yard jagt Dr. Mabuse (1963, Paul May)
    13. Teppich des Grauens, Der (1962, Harald Reinl)
    14. Testament des Dr. Mabuse, Das (1962, Werner Klingler)
    15. Todesrächer von Soho, Der (1972, Jess Franco)
    16. Todesstrahlen des Dr. Mabuse (1964, Hugo Fregonese)
    17. Ungeheuer von London-City, Das (1964, Edwin Zbonek)
    18. unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse, Die (1962, Harald Reinl)
    19. weiße Spinne, Die (1963, Harald Reinl)
    20. Würger von Schloss Blackmoor, Der (1963, Harald Reinl)
    Darüber hinaus habe ich von 10 der 18 Mitspieler Nominierungen für Filme erhalten, die im Epigonen-Grandprix bewertet werden sollen. Insgesamt wurden 66 Filme nominiert:
    1. 4 Schlüssel (1966, Jürgen Roland)
    2. 7 Masken des Judoka, Die (1967, Maurice Labro)
    3. 13 Sklavinnen des Dr. Fu Man Chu (1966, Don Sharp)
    4. Agatha, lass das Morden sein! (1960, Dietrich Haugk)
    5. Alibi zerbricht, Ein (1963, Alfred Vohrer)
    6. Am Tag, als der Regen kam (1959, Gerd Oswald)
    7. Blonde Fracht für Sansibar (1964, Robert Lynn)
    8. Blonde Köder für den Mörder (1969, Harald Philipp)
    9. Blutige Seide (1964, Mario Bava)
    10. Blutspur im Park / Das Messer (1971, Duccio Tessari)
    11. Diamantenhölle am Mekong, Die (1964, Gianfranco Parolini)
    12. Eheinstitut Aurora (1962, Wolfgang Schleif)
    13. Endstation rote Laterne (1960, Rudolf Jugert)
    14. Er kann's nicht lassen (1962, Axel von Ambesser)
    15. Fluch des schwarzen Rubin, Der (1965, Manfred R. Köhler)
    16. Folterkammer des Dr. Fu Man Chu, Die (1969, Jess Franco)
    17. Frühstück mit dem Tod (1964, Franz Antel)
    18. Geheimnis der drei Dschunken, Das (1965, Ernst Hofbauer)
    19. Geheimis der gelben Mönche, Das (1966, Manfred R. Köhler)
    20. Geheimnis im blauen Schloss (1965, George Pollock)
    21. Hotel der toten Gäste (1965, Eberhard Itzenplitz)
    22. Ich spreng' euch alle in die Luft (1968, Rudolf Zehetgruber)
    23. Ich, Dr. Fu Man Chu (1965, Don Sharp)
    24. Kai Rabe gegen die Vatikankiller (1998, Thomas Jahn)
    25. Mädchen von Hongkong, Das (1973, Jürgen Roland)
    26. Maigret und sein größter Fall (1966, Alfred Weidenmann)
    27. Mord in Rio (1963, Horst Hächler)
    28. Mörder mit dem Seidenschal, Der (1966, Adrian Hoven)
    29. Mörderspiel (1961, Helmuth Ashley)
    30. Nacht der rollenden Köpfe, Die (1973, Maurizio Pradeaux)
    31. Nebelmörder (1964, Eugen York)
    32. Neues vom Wixxer (2007, Cyrill Boss / Philipp Stennert)
    33. Nur tote Zeugen schweigen (1962, Eugenio Martín)
    34. Nylonschlinge, Die (1963, Rudolf Zehetgruber)
    35. Orgie des Todes (1978, Alberto Negrin)
    36. Pagode zum fünften Schrecken, Die (1967, Jeremy Summers)
    37. Perrak (1970, Alfred Vohrer)
    38. Piccadilly null Uhr zwölf (1963, Rudolf Zehetgruber)
    39. Rache des Dr. Fu Man Chu, Die (1967, Jeremy Summers)
    40. Rasthaus der grausamen Puppen, Das (1967, Rolf Olsen)
    41. Rätsel der grünen Spinne, Das (1960, Franz Marischka)
    42. Rätsel der roten Quaste, Das (1963, Hubert Frank)
    43. rote Dame tötet sieben Mal, Die (1972, Emilio P. Miraglia)
    44. Sanders und das Schiff des Todes (1965, Robert Lynn)
    45. Sarg aus Hongkong, Ein (1964, Manfred R. Köhler)
    46. Schreie in der Nacht (1969, Antonio Margheriti)
    47. Schüsse im 3/4-Takt (1965, Alfred Weidenmann)
    48. schwarze Kobra, Die (1963, Rudolf Zehetgruber)
    49. schwarze Panther von Ratana, Der (1963, Jürgen Roland)
    50. schwarze Schaf, Das (1960, Helmuth Ashley)
    51. Sherlock Holmes und das Halsband des Todes (1962, Terence Fisher)
    52. Sieben Tage Frist (1969, Alfred Vohrer)
    53. Sieben Tote in den Augen der Katze (1973, Antonio Margheriti)
    54. Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mr. X (1964, Ernst Hofbauer)
    55. Tod trägt schwarzes Leder, Der (1974, Massimo Dallamano)
    56. Todeskuss des Dr. Fu Man Chu, Der (1968, Jess Franco)
    57. Todestrommeln am großen Fluss (1963, Lawrence Huntington)
    58. Totenschiff, Das (1959, Georg Tressler)
    59. Toter sucht seinen Mörder, Ein (1962, Freddie Francis)
    60. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit (1961, Harald Philipp)
    61. Verfluchtes Amsterdam (1988, Dick Maas)
    62. Vier Fliegen auf grauem Samt (1971, Dario Argento)
    63. Wartezimmer zum Jenseits (1964, Alfred Vohrer)
    64. Wirtshaus von Dartmoor, Das (1964, Rudolf Zehetgruber)
    65. Wixxer, Der (2004, Tobi Baumann)
    66. Würger vom Tower, Der (1966, Hans Mehringer)
    Wie geht es jetzt weiter?

    Ich schicke allen Mitspielern per PM einen Link zu einem Wertungsformular, in dem ihr bitte bis einschließlich Samstag, 19. August, zu jedem Film zwei Dinge angebt: erstens wie gut ihr ihn kennt und zweitens für wie stilverwandt ihr ihn haltet. Beide Wertungen werden im Anschluss miteinander verrechnet, sodass die bekanntesten und epigonen-geeignetsten Filme ab nächstem Wochenende in den detaillierten Wertungsrunden dabei sein werden. Ich rechne mit ca. 40 bis 50 Filmen insgesamt, also ungefähr 20 bis 30 Qualifizierungen aus der Liste der nominierten Filme. Die genaue Anzahl und die Höhe der Zugangsschwelle wird von euren Wertungen abhängen.

    Nachdem ihr das Formular komplett ausgefüllt und abgesendet habt, bestätigt ihr eure Wertung bitte mit einer kurzen Meldung hier im Thread. So gehen wir sicher, dass wir schnell reagieren können, falls eine Wertung doch ’mal in den Untiefen des WWW verschwinden sollte.

    Ich wünsche euch viel Spaß beim Abstimmen und hoffe auch auf angeregte Diskussionen, falls ihr hier die Nominierungen kommentieren wollt!

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Na bitte, es kommen auf den letzten Metern doch noch ein paar Abstimmwillige dazu.

    Mit nunmehr 66 nominierten Filmen dürften auch tatsächlich die aller-, allermeisten wesentlichen Filmtitel genannt sein.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Keine schöne Nachricht zum Wochenende, aber überraschend andererseits auch nicht. Ich habe auch den Hörplanet-Newsletter abonniert und dachte mir beim Lesen einiger Updates schon früher: So wie da gejammert wird, müsste die Produktion eigentlich schon längst gestoppt worden sein. Nun ist es also tatsächlich so gekommen, was natürlich sehr bedauerlich ist. Die Hörplanet-Wallace-Serie war wirklich hochkarätig und ich hoffe, dass Mr. Wooler mit einem ähnlichen Konzept vielleicht bei einem anderen Label unterkommen kann, sodass es vielleicht zu einer (inoffiziellen) Fortsetzung kommt.

    Leider findet sich in dem langen Beitrag, der im Newsletter zum Ende der HP-Hörspiele verlinkt wurde, kein einziges Wort zu Edgar Wallace. Wird "Der Rächer" noch kommen? Wohl eher nicht, denn im Shop, wie noch in Beitrag #247 geschrieben, wird die Folge nicht mehr gelistet.

  • Thema von Gubanov im Forum Giallo Forum

    Giallo-Drehorte

    Wir haben hier im Forum schon eine ganze Menge Arbeit in das Aufspüren und Dokumentieren von Krimidrehorten gesteckt. Insbesondere in Berlin, Hamburg und London ist die Community diesbezüglich aktiv. Vom geografischen Standpunkt aus ist es also kein wirkliches Wunder, dass die Gialli – seien sie nun Bestandteile der Edgar- oder Bryan-Edgar-Wallace-Filmreihen oder eigenständige Produktionen – bisher diesbezüglich ziemlich unterrepräsentiert waren, obwohl sie einen wichtigen Teil des Wallace-Kosmos bilden. Der einzige Vergleich zu den italienischen Koproduktionen, der in der Bildergalerie des Forums zu finden ist, betrifft „Das Geheimnis der grünen Stecknadel“, für das die Szenen vor der Wohnung der Rossenis in der Londoner Straße Evelyn Gardens gedreht wurden.





    In diesem Thread möchte ich zunächst einige Vergleichsbilder teilen, die ich Ende Juli / Anfang August in Rom aufgenommen habe. Darüber hinaus bin ich natürlich auch gespannt auf die Bilder oder Hinweise anderer Drehortsucher.


    Zur Einführung sei noch ergänzt: Dass bei einigen Filmen des Genres, insbesondere bei den frühen Argentos, so viele Schauplätze bekannt sind, ist nicht auf mich selbst zurückzuführen, sondern Verdienst der Website Davinotti.com, wo eifrige Drehortsucher so ziemlich jede einzelne Filmszene bereits ihrem Entstehungsort zugeordnet haben. Auch ich habe mich für meine ersten Italo-Schauplatztouren auf die Davinotti-Hinweise gestützt und möchte die tolle Arbeit der Verantwortlichen ausdrücklich loben! Wie schon im Thema Eure Filmbücher (13) geschrieben, ist zu den Argento-Filmen vom Davinotti-Gründer Mauro d’Avino mit „Dario Argento, si gira!“ bereits ein sehr empfehlenswertes Buch erschienen, in dem viele der folgenden Drehorte ebenfalls abgedruckt sind.

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