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  • Mord ist ihr HobbyDatumHeute 01:30
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema



    Mord ist ihr Hobby: Die blutrote Nelke (A Little Night Work)

    Episode 90 der TV-Kriminalserie, USA 1988. Regie: Walter Grauman. Drehbuch: Peter S. Fischer. Mit: Angela Lansbury als Jessica Fletcher sowie John Dye, Jamie Farr, Leann Hunley, Conrad Janis, Rick Jason, Keith Michell, Joe Santos u.a. Erstsendung (USA): 30. Oktober 1988. Erstsendung (BRD): 5. Januar 1993.

    Zitat von Mord ist ihr Hobby: Die rote Nelke
    Bei einem Empfang im New Yorker Dorsett Arms Hotel lernt Jessica nicht nur ihren potenziellen neuen Verleger Theo Wexler, sondern auch dessen Berufskollegen Axel Weingard kennen, dessen Frau sich mit einem sündhaft wertvollen Collier schmückt. Am Ende der Nacht ist die Frau betrunken, das Schmuckstück gestohlen und der Gatte tot. Für Jessica gibt es also genug zu untersuchen ... zumal der berüchtigte Versicherungsbetrüger Dennis Stanton in etwa zur Tatzeit über ihren Balkon aus dem Zimmer der Weingards flüchtete! Lässt sich Jessica vom Charme des Fassadenkletterers einwickeln?


    Auch wenn „Die blutrote Nelke“ aus der Feder von Peter S. Fischer stammt, erzählt die Folge doch nicht die einfallsreichste Handlung. Jessica auf einer eleganten Party im Business-Milieu zu sehen, ist keine besonders neue Erfindung, sodass Regisseur Walter Grauman darauf verfiel, die Gespräche zwischen den Beteiligten knapp zu halten und die Hauptdarstellerin lieber beim Walzertanz mit dem Nummer-eins-Verdächtigen zu zeigen. Leider bleiben dadurch die meisten Gastcharaktere und Verdächtigen einigermaßen blass – lediglich der zwielichtige Dennis Stanton (Keith Michell) setzt einen prägnanten und einprägsamen Akzent. Bei Universal bzw. beim Sender CBS schien man ihn ebenfalls zu mögen, denn in den Buchstützen-Episoden der Ausstrahlungsjahre 1989-91 nahm er den Part in Folge mehrfach wieder auf und stand damit dann jeweils im Mittelpunkt der Episoden.

    Jessicas Hotelzimmerbalkon wird durch Stantons Kletterkünste zum Durchgangsort degradiert; der Charme des Tunichtguts zeigt jedoch eindeutig (kurzfristige) Wirkung auf die alleinstehende Autorin. Diese ermittelt dennoch vorbehaltsfrei und mit einer gesunden Mischung aus Logik und weiblichem Instinkt, sodass sie die Irrwege der Polizei (z.B. was die Verhaftung des harmlos verrückten Hotelkellners angeht) schnell korrigieren kann. Leider zählt auch Joe Santos als Lieutenant Alfano nicht zu den stärkeren Cops an Jessicas Seite.

    Für das elegante Dorsett Arms Hotel in New York stand das Biltmore Hotel in Los Angeles als Drehort zur Verfügung. Die festliche Stimmung sowie die Gewissheit, dass das Collier von Mrs. Weingard nicht mehr lang am Hals seiner Besitzerin verbleiben wird, sorgen vor allem in der ersten Hälfte der Folge für Abwechslungsreichtum, der vom pfiffigen Auftritt der Versicherungsdetektivin Shannon McBride (Leann Hunley) unterstützt wird. Auch setzt Grauman Rückblenden auf sehr natürliche Weise ein. Dennoch läuft die Story für Fischer-Verhältnisse vor allem in ihren späteren Abschnitten nicht immer ganz flüssig ab und wird von Michells Omnipräsenz sowie einer eher willkürlichen Auflösung nicht unbedingt gestärkt.

    Dass Jessica Fletcher sich blind auf elegantem Hotelparkett zurechtfindet, ist keine Überraschung. So gerät „Die blutrote Nelke“ trotz Edel-Umgebung ein wenig zu höhepunktslos, zumal sich die Folge zu großen Teilen auf die Einführung eines neuen wiederkehrenden Charakters fokussiert. Umso bemerkenswerter ist das simple, aber effektive Jonglieren mit den Zeitebenen der Geschichte. Noch 3,5 von 5 Punkten.

  • Mord ist ihr HobbyDatumGestern 16:30
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Staffel 5 (Teil 1)



    Mord ist ihr Hobby: Geheimagenten unter sich (J.B. ... as in Jailbird)

    Episode 89 der TV-Kriminalserie, USA 1988. Regie: Anthony Shaw. Drehbuch: Robert E. Swanson. Mit: Angela Lansbury als Jessica Fletcher sowie Maureen Arthur, Sam Behrens, Michael Callan, Len Cariou, Maxwell Caulfield, John Rhys Davies, Leslie Easterbrook, Michael Horton, Ron O’Neal, Debbie Zipp u.a. Erstsendung (USA): 23. Oktober 1988. Erstsendung (BRD): 4. Mai 1992.

    Zitat von Mord ist ihr Hobby: Geheimagenten unter sich
    Auf dem Weg vom Flughafen verwickelt ihr alter Freund Michael Hagarty Jessica Fletcher in eine Gangstergeschichte aus der Agentenwelt: Um ein Haar hätte Hagarty einen bulgarischen Kontaktmann erschossen, wenn ihm nicht ein Attentäter zuvorgekommen wäre. Der Schütze, der schon andere Spione auf dem Gewissen hat, wird „Cobra“ genannt, doch niemand kennt seine Identität. Um Jessica als Augenzeugin der Tat zu schützen, lässt Hargarty sie verhaften. Auf dem Revier sieht sich die Autorin wiederholten Befragungen ausgesetzt, und nicht einmal ihr Neffe Grady will sie mehr wiedererkennen ...


    Nicht ganz aus Zufall, sondern aufgrund ihrer langjährigen Freundschaft mit dem britischen Agenten Michael Hagarty schliddert Jessica in einen Fall hinein, in dem ihr ständig Hindernisse in den Weg gelegt werden. Sie weiß über lange Strecken der Folge nicht, dass ihr unfreiwilliger Gefängnisaufenthalt nur eine Ablenkung ist, um sie in Sicherheit zu bringen (zumal sich dieser Plan am Ende als nicht ganz wasserdicht herausstellt ...), und stirbt deshalb im übertragenen Sinn tausend Tode. Man konfisziert ihre Handtasche, sperrt sie zusammen mit einer Prostituierten ein, beschuldigt sie des Mordes und unterzieht sie ermüdenden Verhören, in denen man ihre Identität anzweifelt. Robert E. Swanson gelangen diese Sticheleien gegen die sonst unangefochtene Serienheldin sehr amüsant – man kann die Ausweglosigkeit der Situation, die mit einigen geschickten Cliffhangern untermauert wird, förmlich mit den Fingern greifen.

    Da Jessica zwangsläufig zumindest in ihrem Aktionsradius eingeschränkt ist, kommt Hagarty und ihrem Neffen Grady ein größerer Teil der Ermittlungen zu, was Len Cariou und Michael Horton verantwortungsvoll und mit großem Eifer nutzen. Gerade Grady merkt man die Begeisterung, in einem Fall von internationaler Tragweite ermitteln zu dürfen, deutlich an – sein kindlicher Patriotismus geht sogar so weit, seine Tante im Gefängnis bloßzustellen und sich vor seiner Verlobten am Telefon in eine peinliche Situation zu manövrieren. Hagarty dagegen wirkt wie der Kenner im Hintergrund, der in Wahrheit alle Fäden zieht, obwohl er mit Lancaster (John Rhys Davies) einen noch ranghöheren Spion im Rücken stehen hat.

    Die anfängliche Situation mit dem Bulgaren verwirrt den uneingeweihten Zuschauer, wenngleich die Bilder der Eröffnungsszene (vor allem wie sich Hagarty im halbdunklen Hausflur an die Tür des Mordopfers in spe anschleicht) sehr stimmungsvoll wirken. Auch gibt es Probleme mit der Auflösung, da die Täteridentität für ein so elaborates Agentenrätsel etwas willkürlich und auf 45-Minuten-Format getrimmt wirkt. Immerhin hält die Art und Weise der Bezahlung des Bulgaren eine kleine Überraschung bereit, durch deren Aufdeckung sich Jessica erneut als eine besondere Expertin ihres Faches ausweist. Natürlich wird sie am Ende auch gebührend entlastet und unter Entschuldigungen aus dem Polizeirevier entlassen – dem nächsten Fall steht also nichts im Wege ...

    Wildes Spionagemärchen, dessen starker Punkt die von Anfang an stringente Involvierung Jessicas mit einem Seitenplot im Polizeigefängnis ist. Was Angela Lansbury dabei half, ihre Szenen aufs Studioset zu beschränken und nicht vom allerersten Staffeldrehtag an anwesend sein zu müssen, schlägt sich beim Zuschauer in amüsanten und echte Bedrängnis vermittelnden Szenen nieder. 4 von 5 Punkten.

  • Mord ist ihr HobbyDatumGestern 16:28
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Hier eine interessante Video-Dokumentation zu "Mord ist ihr Hobby" mit Interview-Ausschnitten mit Angela Lansbury, Robert F. O'Neill und William Link.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Interessante Einschätzung. Mir hat "Wanninger" von Anfang an zugesagt, gerade weil man sich über Beppo Brem in der Hauptrolle so herrlich beömmeln kann. Die Folgen entbehren jedweder Realistik und sind wahrliche "bayerische Abenteuergeschichten", die in zumeist überspitzter, teilweise hoffnungslos romantisierter Form erzählt werden - es werden jedenfalls kaum blau-weiße Klischees ausgelassen. Vom inhaltlichen Standpunkt mag das manchmal sehr belanglos sein, aber eine "Mordsgaudi" ist Wanninger irgendwie dennoch. Besonders stimmig ist meist auch das Zusammenspiel des Ermittlerteams mit Maxl Graf, Wolf Ackva und Fritz Strassner.

    Was die "unsterblichen Methoden" angeht: Die Folgen, die ich von dieser Serie gesehen habe, konnten den alten "seltsamen" Folgen () nicht das Wasser reichen. Wenn du schon mit der Ursprungsserie zauderst, solltest du auf die Nachfolger vielleicht eher verzichten. Als Grund für die Einstellung der Veröffentlichungen vermute ich zu geringe Absatzzahlen aufgrund der Preispolitik von EuroVideo (vgl. auch "Der Nachtkurier meldet").

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema



    Der Kommissar: Auf dem Stundenplan: Mord

    Zitat von Der Kommissar: Auf dem Stundenplan: Mord
    Nach einer merkwürdigen Unterrichtsstunde, die der Berufsschullehrer Dr. Dommel nur zitternd abhalten konnte, findet sich in dessen Vorbereitungszimmer die Leiche der Schülerin Inge Maaß. Das Mädchen ist erwürgt worden. Sowohl Lehrer- als auch Schülerschaft scheinen sich einig zu sein, dass nur Dr. Dommel als Täter in Frage kommt – schließlich pflegte der unsichere, von seiner Klasse geschasste Lehrer eine private Beziehung zu seiner Schülerin. Vor allem Inges Ex-Freund Palacha macht keinen Hehl aus seiner Verachtung für Dr. Dommel. Wird der Streit zwischen Schüler und Lehrer eskalieren, bevor der Kommissar den wahren Schuldigen ermittelt?


    Bekanntheit hatten die Räumlichkeiten, in denen Dr. Dommel seinen Deutschunterricht abhält, bereits eher im Jahr 1969 erlangt, als sie den Hauptschauplatz des dritten „Lümmel von der ersten Bank“-Films „Pepe, der Paukerschreck“ bildeten. Gänzlich anders als in der beschwingten Lausejungen-Komödie stellt sich jedoch die Stimmung dieser „Kommissar“-Folge. Reineckers Pädagogenfiguren teilen zwar üblicherweise mit denen der Franz-Seitz-Filmreihe die Eigenschaft, für ihren Beruf gänzlich ungeeignet zu sein; im Gegensatz zu Pepe Nietnagels Abenteuern setzen sich die Schüler jedoch nicht mit harmlosen Streichen, sondern mit einem Rachefeldzug in Form belastender Aussagen in einem Mordfall gegen die tägliche Schultortur zur Wehr. Dabei haben Palacha und seine Mitschülerin Heike Stein zumindest den Vorteil gegenüber den Lümmeln, die Berufsschule aus freien Stücken zu besuchen – auch wenn sie es in brillanten Darstellerleistungen von Vadim Glowna und Eva Kinsky wie eine immense Bürde aussehen lassen. Die Schüler des Jahres 1969 geben sich nicht eigenständig, sondern eigensinnig und verhärten mit ihrem Protest gegen Dommel die Fronten auf erbitterte Weise. Glowna redet sich mehrere Male in eine wütende Rage, während Kinsky den kalten Fisch mit den verschlagenen Augen verkörpert.

    Unter der Last ihrer Anklage klappt ein widerstandsloser Thomas Holtzmann immer bedrohlicher zusammen. Der Pädagoge entwickelt sich schon in der Szene vor dem Vorspann zum mitleiderregenden Hauptverdächtigen, der so hilflos wie ein kleines Kind erscheint, während sowohl Schüler, Kollegen als auch Polizisten großspurig über ihn urteilen. Dabei ist Dr. Dommel selbst keine integre Figur – was wir über ihn erfahren, ist je nach Befragtem sehr unterschiedlich gefärbt und reicht von Hingabe zum Beruf über Versagen auf sozialer Ebene bis zu pädophilen Tendenzen. Mit Holtzmann wählte Ringelmann einen Schauspieler, der alle Facetten vom unschuldig Verfolgten bis zum übermannten Gefühlsmörder überzeugend darzustellen in der Lage war. Dadurch erhält sich „Auf dem Stundenplan: Mord“ bis zum Ende eine willkommene Zweideutigkeit, die einen Ausgang in beide Richtungen – Dommel oder Palacha als Lügner? – ermöglicht. Auch weitere Figuren werden eifrig in den möglichen Täterdunstkreis mit einbezogen, sodass „Auf dem Stundenplan: Mord“ darüber hinaus auch noch als erstklassiger Whodunit-Krimi überzeugt, der mindestens beim ersten Sehen mit seiner geschickten Konstruktion überzeugt.

    Der Fan, der zu wiederholten Sichtungen neigt, wird hingegen seine Freude an Theodor Grädlers bodenständiger Inszenierung haben. Ohne Kinkerlitzchen fühlt sich die Folge in das typische Schulklima früherer Jahre ein und vertieft dieses mit authentischen Szenen außerhalb des Klassenzimmers (Flure, Fahrradkeller, Wohnung des Pedells etc.). Gerade im Fahrradkeller gelingen auch mehrere unheimliche Momente im (Halb-)Dunkel, die der Folge bei all ihrer reineckeresken Auslegung doch auch eine klassische Gruselstimmung verleihen. Apropos Reinecker: Die Fantasie des Autors erwies sich bei den frühen „Kommissar“-Folgen ähnlich wie bei den ersten „Derricks“ als besonders flexibel, sodass man es hier mit einem weit überdurchschnittlich konzipierten Plot zu tun bekommt. Auffällig dabei ist vor allem, dass Reinecker nicht wie später so oft der Versuchung erlag, eine belanglose Nebenrolle zum Täter zu machen, was der Auflösung in Kombination mit der beeindruckenden letzten Szene mit Glowna im Heizungskeller eine besonders markante Note verleiht.

    Nicht unerwähnt bleiben soll schließlich auch Renate Grosser, deren Auftritt vor selbstgerechter Hochnäsigkeit geradezu trieft. Als sittenstrenge Schwester des unbeliebten Lehrers dürfte sie für dessen katastrophales Image mindestens mitverantwortlich sein („Diese Lehrer mag man, jene nicht. Zweifellos gehört der Kollege Dommel zu jenen, die man nicht mag“). Solche urigen, aber geschmackvoll abgestimmten Nebenrollen bereichern das „Kommissar“-Universum ungemein und sorgen für zusätzlichen Sprengstoff abseits der hauptsächlichen Kriegsschauplätze.

    Das Kommissar-Team und sein Autor wirken nach 13 Folgen noch herrlich unverbraucht und liefern eine Ausnahmefolge in einem bei Reinecker dauerhaft beliebten Milieu ab. Schauspielerisch erstklassig (Glowna, Holtzmann, Grosser, Kinsky, Quest) und inszenatorisch stark, gehört „Auf dem Stundenplan: Mord“ zu den überzeugendsten Folgen der Serie.

    (5 von 5 Schnapsgläsern)


    Der überzeugendste Ermittler: Inspektor Robert Heines schießt sich schnell auf die einfachste Lösung ein
    ||||| ||||| ||||| ||||| ||||| Kommissar Herbert Keller (Erik Ode)
    ||||| ||||| ||||| ||||| ||||| Inspektor Walter Grabert (Günther Schramm)
    ||||| ||||| ||||| ||||| ||||| Inspektor Robert Heines (Reinhard Glemnitz)
    ||||| ||||| ||||| ||||| ||||| Kriminalhauptmeister Harry Klein (Fritz Wepper)
    ||||| ||||| ||||| ||||| ||||| Kriminalhauptmeister Erwin Klein (Elmar Wepper)

    Besprechung 85: Episode 13 der TV-Kriminalserie, BRD 1969. Regie: Theodor Grädler. Drehbuch: Herbert Reinecker. Auf der Seite des Gesetzes: Erik Ode, Günther Schramm, Reinhard Glemnitz, Fritz Wepper, Emely Reuer, Helma Seitz. Unter Verdacht: Thomas Holtzmann, Vadim Glowna, Renate Grosser, Eva Kinsky, Hans Quest, Herwig Walter, Liselotte Quilling, Sigfrit Steiner u.a. Erstsendung: 28. November 1969.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Ich auch noch nicht - bin noch nicht 'mal zum "schwarzen Abt" gekommen. Hatte mir letztes Jahr stattdessen einige Titel aus der weiter oben erwähnten "Edgar Wallace löst den Fall"-Reihe vorgeknöpft, die mir erstaunlich gut gefallen haben. Die Saphir-Tonart-Produktionen stehen mir noch bevor und das "Rätselschloss" würde mich schon am meisten reizen. Danke für die ausführliche Kritik!

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Zitat von Lord Peter im Beitrag #604
    Offenbar war man eher darum bemüht, "Marksteine" auszuwählen, als qualitativ hochwertige Folgen. Auftakt und Ausklang, Abschied einer Hauptfigur nebst Einführung des Nachfolgers sowie ein paar "Problemfolgen mit Botschaft".

    Diese Auswahl ist in der Tat bedauerlich, weil sie zeigt, dass der Sender die Serie von der inhaltlichen Warte aus schon lange nicht mehr ernst nimmt. Sie sollte dann aber andererseits auch nicht unbedingt als repräsentativ angesehen werden, wie du schon richtig vermutest. Von den von dir genannten Folgen steht mir "Toter Herr im Regen" in meinem "Kommissar"-Countdown noch aus (Erstsichtung 2008 führte zum Urteil 4 Punkte), die übrigen habe ich wie folgt bewertet:
    • Der Papierblumenmörder (1,5 von 5 Punkten)
    • Grau-roter Morgen (2 von 5 Punkten)
    • Spur von kleinen Füßen (3 von 5 Punkten)
    • Traumbilder (3 von 5 Punkten)
    • Der Tod des Apothekers (4 von 5 Punkten)
    • Tod im Transit (4,5 von 5 Punkten)
    Eine Serien-Gesamt-Top-10 kann ich augenblicklich noch nicht vorlegen, werde dies aber tun, sobald ich mit meiner Besprechungsreihe fertig bin, was nicht mehr lang dauern sollte. Bisher würde ich dir als große Serien-Highlights "Der Moormörder", "Traum eines Wahnsinnigen", "Der Geigenspieler" und "Mit den Augen eines Mörders" empfehlen.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Danke, @Markus, die Website ist ein guter Tipp für Suchet-Bingewatcher oder ONE-Zuschauer. Als ich vor knapp zwei Jahren die Mehrzahl der Folgen wiedergesehen habe, hat es mir auch immer Vergnügen bereitet, anschließend in dem Blog zu stöbern. Dazu noch Suchets "Poirot and Me" und die Ex-IMDb-Foren bei Moviechat.org - man kann sich dann richtig in die Materie vertiefen.

    Dass ONE in Kürze mit der Ausstrahlung der kompakteren Frühfolgen (immer zwei am Stück) beginnt, ist auch schön. Das hiesige Publikum wird aller Voraussicht nach zum ersten Mal die zeitigen Folgen in restaurierter Bildqualität sehen können. Auch in dieser Ära verbergen sich diverse Highlights, wenn auch die Kost deutlich leichtherziger ausfällt als später.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Zitat von Percy Lister im Beitrag #602
    ... Melancholie, die kurz davor steht, sich zu einer lähmenden Trauer auszuwachsen ...

    Kurz davor stehen? "Lähmend" ist eigentlich genau das richtige Wort für die Folge. Dank Schröder passiert ja nichts außer Gekeife und Gezeter.

    Ich habe gerade "Auf dem Stundenplan: Mord" gesehen und konnte da erneut feststellen, wie begabtere Jungdarsteller unter der Führung eines versierteren Regisseurs wesentlich gelungenere Akzente setzen, auf die deine Beschreibung vom Infragestellen der Autoritäten und vom imaginären Kampf einer Jugend- gegen eine Erwachsenenwelt ebenso passt.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Ich kann dir insofern nur zustimmen, @Lord Peter, als ich auch schnell das Interesse am „Kommissar“ verloren hätte, wenn alle Folgen so aussähen wie „Der Papierblumenmörder“ oder „Grauroter Morgen“. Gott sei Dank ist das für die Mehrzahl der Episoden nicht der Fall. Dass aber auch solche Leidensdramen mit überbordenden Schreckschrauben à la Schröder oder Palmer ihre Fans haben, zeigt eine am gleichen Tag wie mein Review im „Kommissar“-Forum erschienene Besprechung, die die Folge als „genial“, „perfekt“ und „herausragend“ bezeichnet. So kann man dem „Papierblumenmörder“ wenigstens nicht absprechen, dass er polarisiert und – in welche Richtung auch immer – Emotionen weckt.

    Ich bin jedenfalls froh, die Folge hinter mich gebracht zu haben, und mache mit einer erbaulicheren (wenngleich ebenfalls keinem uneingeschränkten Glanzlicht) weiter:



    Der Kommissar: Das Ungeheuer

    Zitat von Der Kommissar: Das Ungeheuer
    In einem Waldstück tötet ein Mann eine junge Frau. Er wird, beinahe in flagranti, von einem Pärchen ertappt, das ihn bis in eine nahe Einfamilienhaussieldung verfolgen kann, ohne ihn jedoch genau zu erkennen. Nun stehen die männlichen Einwohner einer ruhigen Vorortstraße – vom Lehrer über den Nachtkellner bis zum geistig Verwirrten – plötzlich alle unter Mordverdacht. Dies fördert sowohl Eifersüchteleien als auch offene Feinschaften zu Tage und führt der Kripo und den Anwohnern vor Augen, dass sie sich auf oberflächliche Eindrücke nicht verlassen können. Wer ist das Ungeheuer, welches das Mädchen auf dem Gewissen hat?


    Dietrich Haugk erlaubt sich einen kleinen Scherz, als er in der ersten Einstellung der Episode die Kamera zu unheilvoller Musik auf die aus einer Autotür baumelnden Beine eines Mädchens schwenken lässt, von denen man automatisch annimmt, dass sie zu einer Leiche gehören (passen würde das zum Stil der frühen „Kommissar“-Folgen jedenfalls bestens). Tatsächlich entpuppt sich Claudia Golling jedoch als sehr lebendig, wenngleich ihre prominente Nennung unter den Gastdarstellern direkt hinter Volker Lechtenbrink für ihren wenig substanziellen Part als Freundin des Hauptzeugen in dieser von unzähligen Gaststars bevölkerten Episode ein wenig übertrieben wirkt. Das Pärchen Lechtenbrink / Golling sorgt für einen flotten Einstieg in die Episode, indem es ebenso unvorhergesehen wie der Zuschauer in den Strudel der Ereignisse hineingerissen wird. Es entwickelt sich aber in keiner Weise weiter, sobald der Fokus auf die Bewohner der Feldsiedlung (Drehort: Landrichter- und Grenzstraße am Fasangarten nahe der südlichen Stadtgrenze) verschoben wird.

    Die ländlich-harmlose Umgebung entpuppt sich als Trugbild, denn hinter den Türen der kleinbürgerlichen Häuschen spielt sich ein Drama nach dem anderen ab. In ihrer episodenhaften Darstellung kaputter Typen und dysfunktionaler Beziehungen ähnelt „Das Ungeheuer“ der in einem Mietshaus angesiedelten Episode „Ein rätselhafter Mord“, denn die einzelnen Paare bzw. Familien haben wenig miteinander zu tun, außer sich gegenseitig der Täterschaft zu bezichtigen oder der Polizei aufdringliche Fingerzeige zu geben, wer denn schuldig sein könnte (in dieser Beziehung tun sich besonders Klaus Höhne und Camilla Spira negativ hervor). Wie die Geier äugen sie von vorm Maschendrahtzaun auf die Vorgärten derer, über die sich die (unvollständige) Mordkommission gerade her macht. Das Gerede und die wilden Spekulationen darüber, wer „das Ungeheuer“ sein könnte, beschäftigen die sonst wenig Abwechslung gewöhnten Landeier.

    Reinecker verwurstete bei den Verdächtigen mehrere seiner typischen Rollenkonstellationen: Der von der eigenen Frau malträtierte Weichei-Pädagoge, der proletenhafte Kellner und sein vorbestrafter Bruder, der geistig Behinderte, der zum Sündenbock gemacht werden soll, und die Mutter bzw. Schwester, die für unschuldig verdächtige Tunichtgute wie Löwinnen kämpfen, gehören zu seinem Standardrepertoire, werden aber – da Reinecker und Haugk sich hauptsächlich auf die kleinen Dramen der Figuren und weniger auf die indizienbasierte Aufklärung des Mordfalles konzentrieren – sehr überzeugend gezeichnet. Auf Darstellerseite gibt es folglich hauptsächlich Lorbeeren zu ernten, wobei sich vor allem Paul Edwin Roth, Inge Langen, Hannelore Elsner, Camilla Spira, Rainer Basedow und Manfred Spies plastisch hervortun, während Signe Seidel und Klaus Höhne ihre Figuren allzu einseitig verkniffen anlegen, um realistisch zu wirken, und Jochen Blume einfach kaum Gelegenheit erhält, sich zu profilieren. Eine interessante Person „am Rande der Ereignisse“ stellt Erne Seder dar, deren kleinlautes Auftreten in Anbetracht der übereifrigen Wortführerschaft ihres Filmehemanns wenig verwundert.

    Während die Szenen in der zweiten Hälfte der Folge sich meist eher schleppend gestalten, sticht sowohl optisch als auch inhaltlich die nächtliche Begegnung von Inge Langen und Hannelore Elsner vor dem Gasthaus hervor. Die beiden Frauen, die beide nicht dem angepassten Muttchen-Ideal einer Vorstadtsiedlung entsprechen und deshalb Zweifel und Anschuldigungen seitens ihrer konservativen Nachbarn ernten, versuchen einerseits, Verständnis für die Situation der jeweils anderen zu zeigen, und dennoch einander ganz subtil und ohne böses Blut die Tat in die Schuhe zu schieben. Im fahlen Schein der Straßenlampen und Wirtshausfenster gibt es sogar eine Einstellung, in der Manfred Ensinger eine körperliche Anziehungskraft zwischen den beiden Frauen suggeriert, die Elsner mit einem stummen, kaum zu sehenden Kopfschütteln aufbricht. Ein intensiver Moment, der ungleich stärker ausfällt als die laute Lamentiererei im Inneren des verrauchten Lokals.

    Dass man an einem von Reineckers 08/15-Mädchenmorden trotz riesiger Verdächtigenschar und schöner Schauplätze bald das Interesse verliert, liegt an einem etwas zu offensichtlichen Täter sowie an polizeilichen Befragungen, bei denen – wie die Hörzu anlässlich der Erstsendung schrieb – der Kommissar „immer wieder [...] nur Gezänk und Klatsch [hört]“. Immerhin werden diese schwatzhaften Szenen von einem starken Ensemble getragen und Haugk lüftet zwischenzeitlich ordentlich durch. Unterm Strich reicht es, auch dank des temporeichen Auftakts, für eine Platzierung im oberen Mittelfeld.

    (3,5 von 5 Schnapsgläsern)


    Der überzeugendste Ermittler: Kommissar Herbert Keller mag keine Zeugen, die ihm unablässig mögliche Mörder präsentieren
    ||||| ||||| ||||| ||||| ||||| Kommissar Herbert Keller (Erik Ode)
    ||||| ||||| ||||| ||||| ||||| Inspektor Walter Grabert (Günther Schramm)
    ||||| ||||| ||||| ||||| ||||| Inspektor Robert Heines (Reinhard Glemnitz)
    ||||| ||||| ||||| ||||| ||||| Kriminalhauptmeister Harry Klein (Fritz Wepper)
    ||||| ||||| ||||| ||||| ||||| Kriminalhauptmeister Erwin Klein (Elmar Wepper)

    Besprechung 84: Episode 14 der TV-Kriminalserie, BRD 1969. Regie: Dietrich Haugk. Drehbuch: Herbert Reinecker. Auf der Seite des Gesetzes: Erik Ode, Günther Schramm, Reinhard Glemnitz, Emely Reuer. Unter Verdacht: Volker Lechtenbrink, Claudia Golling, Signe Seidel, Paul Edwin Roth, Inge Langen, Hannelore Elsner, Camilla Spira, Klaus Höhne u.a. Erstsendung: 19. Dezember 1969.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Zitat von Ray im Beitrag #54
    ... liegen in der Finke-Box drei Episoden im falschen Bildformat, nämlich 16:9 vor.

    Danke für die "Warnung". Also doch lieber TV-Aufzeichnungen. Welche Folgen sind denn betroffen?

  • Vier gegen die Bank (1976, TV)Datum16.06.2018 20:42
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Eine Einzel-DVD abseits dieser megalomanischen Petersen-Gesamtbox wäre auf jeden Fall angebracht. Ich hatte ebenfalls die neuliche WDR-Ausstrahlung mitgenommen, würde aber vielleicht auch nochmal zu einer DVD-Auswertung greifen. Aber wie da die Chancen stehen? Die wären wohl im Zuge des Remakes von 2016 noch am größten gewesen ...

  • Eure DVDsDatum16.06.2018 15:36
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    FILM

    • Das Privatleben des Sherlock Holmes (The Private Life of Sherlock Holmes) (2-Disc Special Edition)
      (GB / USA 1970, mit Robert Stephens, Christopher Lee, Colin Blakely u.a.; Koch Media / MGM)
    • Das Verfahren ist eingestellt: Vergessen Sie's! (L'istruttoria è chiusa: dimentichi)
      (IT / FR 1971, mit Franco Nero, Riccardo Cucciolla, Georges Wilson u.a.; Koch Media)
    • Das Phantom der Oper (Il fantasma dell'opera)
      (IT 1998, mit Julian Sands, Asia Argento, Andrea di Stefano u.a.; Sunfilm)
    • Do You Like Hitchcock? (Ti piace Hitchcock?)
      (IT / ES 2005, mit Elio Germano, Chiara Conti, Elisabetta Rocchetti u.a.; Constantin HE)

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Ein sehr interessanter Fund, @Ruessel! Auch wenn die Presse kaum mehr dazu kommen wird, ihren eigentlichen Zweck zu erfüllen, so versprühen derartige Originalstücke in der eigenen Sammlung doch noch ein ganz anderes Level an Authentizität als irgendwelche massenhaft hergestellten Merchandise-Produkte. Sie führt auch ganz schön vor Augen, dass das Filmen 'mal ein richtiges Handwerk war, bevor die entsprechenden Computerprogramme auf den Markt kamen.

  • Vier gegen die Bank (1976, TV)Datum14.06.2018 15:00
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema



    Vier gegen die Bank

    TV-Kriminalkomödie, BRD 1976. Regie: Wolfgang Petersen. Drehbuch: Wolfgang Menge, Wolfgang Petersen (Romanvorlage „Gentlemen in roten Zahlen“, 1972: Ralph Maloney). Mit: Walter Kohut (Hartmut Wredel), Harald Leipnitz (Peter Pagodi), Herbert Bötticher (Benedict Hoffmann), Günther Neutze (Gustav Blümel), Otto Sander (Bankfilialleiter Eberhard Winter), Hans Schulze (BKA-Hauptkommissar Röse), Uwe Dallmeier (Kommissar Ludendorf), Karl-Heinz von Hassel (Gangster Manfred), Karin Eickelbaum (Angelika Hoffmann), Ingrid van Bergen (Uschi Blümel) u.a. Erstsendung: 7. Dezember 1976. Eine Produktion der Bavaria-Atelier GmbH München für den Westdeutschen Rundfunk Köln.

    Zitat von Vier gegen die Bank
    Die wirtschaftliche Rezession trifft auch die großen Fische: Stararchitekt Hartmut Wredel, Modezar Benedict Hoffmann, Schauspieler Peter Pagodi und Produzent Gustav Blümel können ihren aufwendigen Lebensstil kaum mehr finanzieren und sind Tag und Nacht damit beschäftigt, diesen Makel akribisch vor ihrer Umwelt zu verbergen. In ihrer Geldnot tun sie sich zusammen und verfolgen einen verrückten Plan: Als unbeleckte Amateure wollen sie eine Sparkassenfiliale ausrauben. Dank genauer Planung und zielsicherer Ausführung bringen sie sich tatsächlich in den Besitz von 360’000 D-Mark. Obwohl das eigentlich einen schönen Anteil für jeden in der Viererbande macht, sind die Sorgen damit noch nicht ausgestanden ...


    Als Film- und Fernsehzuschauer ist man immer wieder gern mit von der Partie, wenn alte Bekannte einen Kreuzzug gegen gesichtslose, nur auf eigenen Profit bedachte Banken und Kreditinstitute führen. Nicht selten fungiert dabei sogar ein verletztes Gerechtigkeitsempfinden als „Entschuldigung“ für das Vorgehen von Bankräubern oder Tresorknackern, denen womöglich im Vorfeld von gegelten Finanzlaffen übel mitgespielt wurde. Wolfgang Petersens „Vier gegen die Bank“ geht die Überfall-Thematik von einer weniger morallastigen und dafür deutlich pragmatischeren Seite an, bei der die betroffenen Filialen harmlose Kreissparkassen mit völlig naiven Mitarbeitern und die Gauner abgehalfterte Society-Größen vergangener Tage sind. Geklaut wird das Geld einfach, weil es leicht zu haben ist, und weil die Bande der Vier beschließt, es selbst am besten gebrauchen zu können. Ernsthafte Einwände gibt es nicht, schnell einigt man sich auf einen Plan und darauf, stolz auf das zu Vollbringende sein zu können.

    Petersen inszenierte den TV-Film ausgesprochen sachlich; es sind kleine Spitzen, die den Zusatz „Kriminalkomödie“ rechtfertigen, weil sie zeigen, wie selbstgerecht unsere Antihelden als Repräsentanten eines abgeflauten Wirtschaftswunders agieren, auf das sie ewig Anspruch zu haben meinen. Villa am See, Ferrari und Golfclub-Mitgliedschaft gehören eben zum guten Ton und müssen gegebenenfalls auf unorthodoxe Weise finanziert werden. Dass man ihnen ihren Eigensinn nicht übelnimmt, liegt an den Besetzungen, die mit wahrhaft schlafwandlerischer Passgenauigkeit vorgenommen wurden: Walter Kohut spielt den selbstsicheren, oft überheblichen Initiator, Harald Leipnitz den schauspielerischen Leichtfuß und Herbert Bötticher den affektierten Modeschöpfer mit kriminellem außerehelichen Sohn. Den Vogel jedoch schießt Günther Neutze ab, der sich in diesem TV-Film selbst zu parodieren scheint. Schon in der ersten Szene sieht man ihn symptomatisch verknautscht-knarzig unmittelbar nach dem Aufwachen aus einem offenkundig rauschbedingten Schlaf durch seine unaufgeräumte Villa schlurfen und auch später kippt er sich so manchen Rachenputzer hinter die Binde. Im Laufe des Films gibt er immer wieder herrlich direkte Beleidigungen von sich, ohne sein griesgrämiges Gesicht dabei abzulegen; diebische Freude scheint ihm lediglich sein in ihm schlummerndes Grundausbilder-Gen zu bereiten, das erwacht, als er seine drei Komplizen im Kommisston auf den Banküberfall und den Umgang mit den Nato-Gewehren vorbereitet.



    Die Eigenheit des Filmgenres, als Publikum stets mit den Bankräubern und ihren ausgeklügelten Planungen zu sympathisieren, erweist sich in Anbetracht dieses quartetto infernale als eine regelrecht skurrile Angelegenheit. Ist es sonst die filmische Regel, dass selbst die durch dramatischste Verwicklungen zustande gekommenen Verbrechen gelöst und ihre unglücklichen Urheber zur Rechenschaft gezogen werden, so gönnt Petersen seinen „Vier“ sogar den ultimativen Triumph am Ende des Films. Dies rechtfertigt sich vor allem durch zwei Faktoren: Einerseits diskreditiert der als zunehmend polizeikritisch bekannte Drehbuchautor Wolfgang Menge sowohl die Arbeit der BKA-Beamten als auch das völlig ahnungslose Auftreten des Sparkassenleiters (brillant: Otto Sander) in einem Maße, das den vier „Gentlemen“ klar die autoritative Oberhand überlässt. Andererseits taucht mit der echten Gangsterbande um den stummfilmhaft zigarreschmauchenden Manfred eine Gruppe von Gegenspielern für die Protagonisten auf, die diese in harmlos-positivem Licht erscheinen lässt. Die überzeichneten Gangster-Gestalten bewegen sich nah an der Grenze zur Parodie, werden aber nicht überstrapaziert – auch wenn durch ihr Auftauchen der Ausgang der Geschichte leider recht eindeutig vorweggenommen wird.

    Obwohl die Produktion in München und Umgebung gedreht wurde und unter anderem Schauplätze aus „Der Kommissar“ und „Derrick“ verwendet, wirkt sie nicht urbayerisch, was dem Mitwirken zahlreicher Beteiligter aus den nördlicheren Regionen (Petersen selbst, Neutze, Sander, Dallmeier) zuzuschreiben ist. Auf diese Weise entstand ein nicht uninteressantes und ziemlich unvergleichliches Gebräu, das von Klaus Doldingers zeitgemäßer Musikuntermalung sowie einem generell für eine so zugespitzte Produktion erstaunlich hohem Maß an Realismus einprägsam unterstützt wird.

    Zum zehnten Geburtstag der zur Kasse bittenden Gentlemen drehte Wolfgang Petersen seine Version eines mit Esprit durchgeführten Laienüberfalls. Durch die diesmal deutlich überschaubarere Anzahl an Komplizen war es möglich, den einzelnen beteiligten Herren jeweils viel Aufmerksamkeit zu schenken, wovon die Rollen profitieren, die Kohut, Leipnitz, Bötticher und Neutze mit großer Spielfreude zum Besten geben. Auch wenn der Stoff durch seinen komödiantischen Anteil recht konstruiert wirkt, so hat man es hier zweifelsfrei mit einem ziemlichen Glanzpunkt des serienunabhängigen 70er-Jahre-TV-Krimis zu tun. 4,5 von 5 Punkten.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema



    Der Kommissar: Der Papierblumenmörder

    Zitat von Der Kommissar: Der Papierblumenmörder
    „Bitte, schieß doch“ sind die letzten Worte von Sibylle Hohner, bevor ihr eine Kugel mitten ins Herz gejagt wird. Das Mädchen wohnte in einem Fürsorgeheim, in dem Kommissar Keller die Bekanntschaft ihrer guten Freundin Bonnie macht. Bonnie macht sich sehr für die Bestrafung des Verantwortlichen stark und verrät dem Ermittler den Namen von Sibylles Verehrer – des angesehenen Geschäftsmannes Dr. Winkelmann. Ist der Saubermann, der unter allen Umständen versucht, sich von den Fürsorgemädchen zu distanzieren, wirklich der Täter? Die Lösung des Falles führt die Beteiligten tiefer und tiefer ins Hippie-Milieu ...


    Wer in erster Linie den Zeitgeist der Jahrzehntwende 1969/70 spüren und dabei in abgespacete Schwabinger Kneipen, ein latent dauerbekifftes Hippie-Milieu und mittlerweile gentrifizierte Schrottplätze abtauchen möchte, ist mit „Der Papierblumenmörder“ gut bedient, denn Zbynek Brynych setzt alle diese Elemente mit ausladender Geste in Szene. Wem der Sinn jedoch eher nach einem guten Krimi steht, der wird in der Hexenjagd der aufdringlichen Bonnie gegen den nicht weniger abstoßenden Dr. Winkelmann kein Meisterwerk der Rätsel- und Kombinationskunst finden. Während es andere Brynych-Arbeiten schaffen, diese Diskrepanz aus Inhalt und Inszenierung zu kaschieren, klafft sie bei „Der Papierblumenmörder“ weit auseinander – auch und gerade weil die exaltierte Christiane Schröder jede Filmminute, in der sie zu sehen ist (und das ist der überwiegende Anteil), doppelt so lang erscheinen lässt. In ihrer Rolle konzentrierte Herbert Reinecker die Abrechnung des „jungen“ Zeitgefühls mit dem Establishment, wobei jedoch keine der betroffenen Seiten gut davonkommt. Einerseits hinterlässt Herbert Tiede als Dr. Winkelmann einen selten schmierig-gierigen Eindruck, der klar von moralischer Verkommenheit und dem verzweifelten Kampf um einen guten Ruf bei gleichzeitigem Nachgeben seiner primitivsten Gelüste geprägt ist. Andererseits zieht Christiane Schröder ihn so erbarmungslos durch den Kakao wie sie gleichzeitig die Nerven des Zuschauers mit ihrer kindischen Intonation, geltungssüchtigen Penetranz und abgebrühten Verächtlichkeit strapaziert. Die Luft des Neuen, Aufrührerischen verkommt hier zu einer Anti-Stimmung, die genau das Gegenteil von dem erzielt, was sie vermutlich beabsichtigte.

    Bonnie wird meist auf Schritt und Tritt von einer Psychologin verfolgt (ein Schelm, wer Böses denkt), der Gisela Fischer ein glaubwürdig verhärmtes Gesicht verleiht. Außer dass dieser Kniff die Szenen noch wortreicher und sperriger macht, bewirkt er dramaturgisch gesehen eigentlich nicht viel; doch man muss lobend anerkennen, mit welch stoischer Gleichmut Fischer in der Dauergegenwart von Schröder ihre Zeilen aufsagen konnte. Das abseitige Gastdarsteller-Quartett wird schließlich noch von einem stumm durch die Kulissen wandelnden Thomas Fritsch komplettiert, dessen unfreiwillig komische Rolle „Teekanne“ deutlich vor Augen führt, welche Schäden unbedachter Drogenkonsum nach sich ziehen kann ... Unterm Strich sorgen diese wenig einladenden Charaktere weder für einen leichten Zugang zum Stoff noch für kurzweilige Unterhaltung, wie man sie in den anderen „Kommissar“-Brynychs vorfindet, sodass „Der Papierblumenmörder“ als ein vergleichsweise deutliches Ärgernis mit überdeutlicher Moralkeule heraussticht.

    Überhaupt macht sich die charakteristische Handschrift des Böhmen vergleichsweise wenig bemerkbar. Der in „Kommissar“-Signet, Pre-Titelsequenz und separate Titeleinblendung getrennte Episodenauftakt spricht zwar für Zbynek Brynych im Regiestuhl; der Rest der schleppenden und nicht übermäßig einfallsreich erzählten Episode hätte jedoch auch von Wolfgang Staudte oder Theodor Grädler an einem ihrer schlechteren Tage stammen können. So sieht man, dass selbst der unkonventionelle Popstar unter den „Kommissar“-Regisseuren nicht durchweg auf hochkreativem Niveau ablieferte. Dazu gehört auch, dass der ausgewählte Peter-Thomas-Score die Jahre eher schlecht überstanden hat und heute höchstens noch als lärmende Untermalung der Hippie-Atmosphäre taugt.

    Dadurch dass sich Keller, Grabert, Heines und Klein von Anfang an auf Bonnie als eine Art Kronzeugin einschießen, gestalten sich leider die meisten Szenen mit den Ermittlern ebenfalls recht lästig. Berufsbedingt eigentlich erforderliche Erwägungen bezüglich der Glaubwürdigkeit ihrer Zeugin fechten die Polizisten nicht dabei nicht an. Den Vogel schießt Kommissar Keller ab, als er Bonnie einlädt, kurzzeitig bei sich zu Hause zu wohnen. Reineckers frühserielles Bemühen, das Privatleben der Kellers unter allen Umständen immer wieder in die Folgen zu integrieren, wirkt ein ums andere Mal eher hinderlich, wie sich z.B. auch in „Eine Kugel für den Kommissar“ zeigt. So bleibt „Der Papierblumenmörder“ ein in jeder Hinsicht schwacher „Kommissar“, der Brynychs Stärken ignoriert und deshalb unangenehm dröge daherkommt.

    Wie so oft in ihren TV-Auftritten reißt Christiane Schröder in einer Art One Woman Show alle Szenen rücksichtslos an sich und erhält zu allem Überfluss von Zbynek Brynych freie Hand, ihre Nervigkeit in vollem Ausmaß auszuspielen. „Der Papierblumenmörder“ ist ein entsprechend strapaziöses und fragwürdiges „Vergnügen“, bei dem trotz eines gewissen Kult-Faktors einfach Langeweile und Zeitschinderei die Oberhand gewinnen.

    (1,5 von 5 Schnapsgläsern)


    Der überzeugendste Ermittler: Kriminalhauptmeister Harry Klein, der sich nicht traut, das Mädchenheim ohne seinen „Vater“ aufzusuchen
    ||||| ||||| ||||| ||||| ||||| Kommissar Herbert Keller (Erik Ode)
    ||||| ||||| ||||| ||||| ||||| Inspektor Walter Grabert (Günther Schramm)
    ||||| ||||| ||||| ||||| ||||| Inspektor Robert Heines (Reinhard Glemnitz)
    ||||| ||||| ||||| ||||| ||||| Kriminalhauptmeister Harry Klein (Fritz Wepper)
    ||||| ||||| ||||| ||||| ||||| Kriminalhauptmeister Erwin Klein (Elmar Wepper)

    Besprechung 83: Episode 15 der TV-Kriminalserie, BRD 1970. Regie: Zbynek Brynych. Drehbuch: Herbert Reinecker. Auf der Seite des Gesetzes: Erik Ode, Günther Schramm, Reinhard Glemnitz, Fritz Wepper, Helma Seitz, Rosemarie Fendel. Unter Verdacht: Christiane Schröder, Gisela Fischer, Thomas Fritsch, Hilde Weissner, Herbert Tiede, Kurt Horwitz, Eva Mattes, Christina Kuon u.a. Erstsendung: 16. Januar 1970.

  • Aquarius – Theater des Todes (1987)Datum10.06.2018 14:45
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema



    Aquarius – Theater des Todes (Stage Fright)

    Thriller, IT 1987. Regie: Michele Soavi. Drehbuch: Lew Cooper (d.i. George Eastman (d.i. Luigi Montefiori)). Mit: Barbara Cupisti (Alicia), David Brandon (Peter), Mary Sellers (Laurel), Loredana Parrella (Corinne), Martin Philips (Mark), Giovanni Lombardo Radice (Brett), Jo Anne Smith (Sybil), Robert Gligorov (Danny), Piero Vida (Ferrari), Clain Parker (Irving Wallace) u.a. Uraufführung (IT): 21. August 1987. Uraufführung (BRD): Mai 1988.

    Zitat von Aquarius – Theater des Todes
    Ein Arzt ist ein Arzt, sagen sich die Schauspielerin Alicia und ihre Freundin Betty und lassen Alicias verstauchten Knöchel kurzerhand in einer psychiatrischen Klinik untersuchen. Dummerweise merken weder die beiden Frauen noch die Pfleger, dass der geisteskranke Mörder Irving Wallace diese Gelegenheit zur Flucht nutzt und sich in Bettys Auto versteckt. Weiterhin unbemerkt verschafft sich der brutale Killer, nachdem er Betty getötet hat, Zugang zu dem Theater, in dem Alicia und ihre Kollegen ein Musical proben. Doch anstatt Bühnengeschichte zu schreiben, wird das Ensemble, das in das Theater eingeschlossen und von der Außenwelt abgeschnitten ist, von Irving Wallace nach und nach aus schierer Mordlust dezimiert ...


    Bevor Michele Soavi für „Aquarius“ zum ersten Mal selbst auf dem Regiestuhl Platz nahm, konnte er bereits bei den großen Namen des Genres Erfahrung sammeln – so etwa als Regieassistent bei Dario Argento („Tenebre“ und „Phenomena“) oder als Darsteller bei Lamberto Bava (in einer markanten Nebenrolle in „Das Haus mit dem dunklen Keller“). Die Lust beider Vorbilder am zeitgemäß genüsslichen Erschrecken und Schockieren des Publikums eignete sich Soavi selbst an und stellte in seinem Erstlingswerk gleich eine besondere Kunstfertigkeit unter Beweis, als es darum ging, unumwunden „zur Sache“ zu kommen. „Aquarius“ ist eine von Anfang an sehr atmosphärische und in stetig zunehmendem Maße auch blutige Angelegenheit, die sowohl die ausweglose Situation der Theaterleute als auch die Unmenschlichkeit des Killers mit kunstvollem Sadismus in Szene setzt. Soavi ging so deutlich zu Werke, dass viele Filmwissenschaftler seinen Schocker sogar eher dem Slasher- als dem Giallo-Bereich zuordnen:

    Zitat von Mikel J. Koven: La Dolce Morte, Scarecrow Press, Lanham / Toronto / Oxford 2006, S. 162ff
    Typical of the giallo, the events [...] take place over several nights, perhaps as much as a week in narrative time. The action of slasher films, on the other hand, tends to get compressed into a single night or a couple of nights at best. Extending the action across several days enables an investigation to occur, as opposed to how a slasher film is structured, where the only goal seems to be survival until the sun comes up. This is perhaps the main difference between the giallo and the slasher: while the former focuses on the investigation, the latter focuses on survival. [...] Soavi chose to make a slasher movie, rather than a straightfoward giallo.


    Die von Koven festgelegten Unterscheidungsmerkmale sprechen eine eindeutige Sprache: „Aquarius“ spielt sich gewissermaßen in Echtzeit in einer einzigen fatalen Nacht ab, in der es innerhalb des eng abgesteckten Raumes zu keinen nennenswerten Ermittlungen kommt (die Polizei überwacht zwar das Theater – aber nur von außen, sodass die beiden Polizisten völlig ahnungslos sind, was drinnen vor sich geht) und in der die Eingeschlossenen um ihr blankes Überleben kämpfen. Dabei spielt Soavi in mehreren Szenen mit typischen Giallo-Merkmalen, um Brücken zu klassischen Filmen zu schlagen. Am deutlichsten fallen die Parallelen zu „Torso“ aus – nicht nur weil Sergio Martino 1974 ein ähnlich gewaltvolles Schauermärchen schuf, sondern weil gerade die späten Nachtszenen mit Barbara Cupisti teilweise 1:1-Zitate einiger Ausschnitte mit Suzy Kendall enthalten.



    Die Spannung in „Aquarius“ rührt eindeutig nicht aus der Täterfrage her, denn dass der entflohene Geisteskranke für die Taten verantwortlich zeichnet, steht von Anfang an außer Frage. Dennoch macht sich Soavi den Spaß, das recht profane Gesicht des Irren hinter einer Theatermaske zu verbergen, um der Geschichte eine gemeine Doppelbödigkeit zu verleihen: Die Hauptfigur des ursprünglich beabsichtigten Musicals trägt eine überdimensionierte Eulenmaske, die der Mörder schnell zu seinem schauerhaften Markenzeichen umfunktioniert und damit den letzten Rest Menschlichkeit ablegt. Recht zu Beginn der Mordserie, als noch ernsthaft geprobt wird, gibt es sogar eine Szene, in der statt des Schauspielers unbemerkt der Killer die Bühne betritt und vom Regisseur Anweisungen erhält, seine Schauspielpartnerin zu töten. Nur zu gern führt Wallace dieses Missverständnis zu einem sehr eindeutigen Ende ...

    Obwohl die Figuren des Films eigentlich nur zum effektvollen Sterben gemacht sind, gestalten sie sich doch recht schillernd. Kein Theaterklischee – vom flamboyanten Homo über die karrieregeile Zweitbesetzung und den despotischen Intendanten bis zur sympathischen, finanziell klammen Hauptdarstellerin – wird ausgelassen, sodass man sich in der todgeweihten Gruppe schnell zurechtfindet und die einzelnen Morde in unterschiedlich starkem Ausmaß bedauert. Dazu passt, dass die Taten in verschiedenen Härtegraden gezeigt werden und von vergleichsweise standardmäßigen Methoden (Erschießen, Sturz aus großer Höhe, Verbrennen) bis zu grafischeren Varianten (Spitzhacke, Bohrmaschine, Kettensäge, Beil) reichen. Soavi schreckt dabei auch nicht zurück, genüsslich draufhalten, wenn Körper durchbohrt oder durchtrennt werden, und verschiedenfarbiges Kunstblut zum Einsatz kommen zu lassen, sodass man den Film zartbesaiteten Gemütern nicht empfehlen kann. Ein „Wir raten ab“ sollte Eingeweihte aber erahnen lassen, dass es mit „Aquarius“ ein besonders Schmankerl zu entdecken gibt, zumal die Effekte nie billig wirken und überdurchschnittliche Fantasie verraten.

    Das gilt auch für den Cameo-Auftritt, den sich Soavi in „Aquarius“ erlaubt: Als herrlich blauäugiger Polizist sitzt er bei strömendem Regen und Gewitter vor dem Theater im gemütlichen Polizeiwagen und spaßt mit seinem Kollegen unter anderem darüber, ob er nicht aussehe wie James Dean. Einsprengsel wie diese, die kuriose Idee mit der Behandlung des Knöchels in der Irrenanstalt oder die skurrile Schlussszene zeigen, dass die Herangehensweise an diesen Film trotz seiner Gewalttätigkeit und düsteren Wirkung nicht zuletzt von einer spielerischen Haltung geprägt war. Auch der Höhepunkt des Films spiegelt das wieder, als der Killer sich selbst auf der Bühne inmitten seiner entstellten Opfer mitsamt voller Scheinwerferbeleuchtung, kunstvollen Federregens und schwarzer Miezekatze in Szene setzt – ein geradezu poetischer Moment inmitten eines wilden, temporeichen Gemetzels.

    In jeder Hinsicht lieferte Michele Soavi mit „Aquarius – Theater des Todes“ einen Farben- und Gefühlsrausch ab. Der unglaublich spannende Slasher bietet ein Höchstmaß an Unterhaltsam- und Schonungslosigkeit und trifft damit genau die Mischung, die man sich von italienischem Alptraumkino erwartet. Inhaltlich ist das zwar alles sehr simpel, aber umso mehr Fokus konnte Soavi auf eine technisch erstklassige Umsetzung legen. 5 von 5 Punkten.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Zitat von Siegfried Lowitz im Beitrag #9
    Ich würde dann nach den Sommerferien auch gerne die „Dünner Mann“ Filme bewerten die in diesen Forum komischerweise kaum erwähnt werde obwohl sie auf den Niveau der „Agatha-Christie – Filme“ sind.

    Bewertet: Die Dünner-Mann-Filme von 1934 bis 1947

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Du hast dann ja offenbar auch ein ganzes Arsenal dieser Filme vorliegen, Mr. Lowitz. Auf kurze (oder längere?) Kommentare zu den einzelnen Streifen wäre ich durchaus gespannt.

  • Eure DVDsDatum10.06.2018 09:23
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Ich finde es sehr beruhigend, dass deine Listen, @Marmstorfer, noch ein Stück länger ausfallen als meine. "Abwärts" sollte ich mir auch endlich 'mal holen. Taugt die DVD etwas?

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