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  • Eure DVDsDatumGestern 20:02
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema



    1482: Am Abend auf der Heide
    (D 1940/41, mit Magda Schneider, Heinz Engelmann, Else von Möllendorff u.a.; Icestorm / Filmjuwelen)

  • Neuer DurbridgeDatumGestern 19:57
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Schön, wieder von dir zu lesen, @Georg!

    Ich kenne das Interview nicht, aber dass es Pläne für eine Durbridge-TV-Serie gibt, hört sich seeehr interessant an. Ich hoffe, das Vorhaben materialisiert sich über (lieber) kurz oder (zur Not) lang. Eine modernes britisches period drama im Stil der Hörspiele könnte ich mir sehr gut vorstellen.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Argh, ich hab's natürlich prompt verpasst. Hört sich aber so an, als müsste ich es nachholen. Morgen um 22:20 Uhr kommt glücklicherweise eine Wiederholung.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Die ausgesprochen positiven bisherigen Meinungen wundern mich. Ich habe „Der schwarze Leib der Tarantel“ nun in Gänze gesehen, nachdem ich eine erste Sichtung vor einigen Wochen nach ca. 20 Minuten abgebrochen hatte. So wirklich warmgeworden bin ich mit dem Film aber auch im zweiten Anlauf nicht – es brauchte einige Zwischenpausen, um durchzukommen ...



    Der schwarze Leib der Tarantel (La tarantola dal ventre nero)

    Kriminalfilm, IT / FR 1971. Regie: Paolo Cavara. Drehbuch: Lucile Laks (Story: Marcello Danon). Mit: Giancarlo Giannini (Inspektor Tellini), Stefania Sandrelli (Anna Tellini), Barbara Bouchet (Maria Zani), Silvano Tranquilli (Paolo Zani), Giancarlo Prete (Mario), Claudine Auger (Laura, Besitzerin der Schönheitsfarm), Ezio Marano (Masseur), Rossella Falk (Franca Valentino), Annabella Incontrera (Mirta Ricci), Barbara Bach (Jenny) u.a. Uraufführung (IT): 12. August 1971. Uraufführung (BRD): 7. Mai 1972.

    Zitat von Der schwarze Leib der Tarantel
    Ein schwarz vermummter Killer schleicht sich ins Haus der Zanis und ermordet die Hausherrin Maria, die wegen eines Streits mit ihrem Mann die Nacht allein verbringt. Der Verdacht von Inspektor Tellini fällt auf den Gatten, doch auch nach dessen Tod setzt sich die Mordserie fort. Alle Opfer werden zunächst mit einer Akkupunkturnadel bewegungsunfähig gemacht, um dann bei vollem Bewusstsein aufgeschlitzt zu werden. Tellini ist angewidert und beschließt, seinen Job aufzugeben – da weiß er aber noch nicht, dass seine Frau ebenfalls auf der Liste des Mörders steht ...


    Morde in Gialli haben nicht selten eine sexuelle Komponente. Nur in wenigen Fällen wird dies so explizit ausgekostet wie in „Der schwarze Leib der Tarantel“, der nicht nur die passende (weibliche) Opferschar und den entsprechenden Motivhintergrund für derlei Assoziationen liefert, sondern sich auch mit ausgiebigem Ergötzen den phallischen Waffen des (männlichen) Täters widmet. Der schwarzgewandete und gummibehandschuhte Mörder sticht rituell mehrfach auf die nackten Frauen ein und obwohl das Vorgehen nicht übermäßig blutig in Szene gesetzt ist, zählt es doch zu den abgekochteren Mordmethoden, die im italienischen Kino Anwendung fanden. Es erstaunt umso mehr, dass echte Spannung trotzdem nie wirklich aufkommt – weder kurz vor noch während der Taten und schon gar nicht in den Pausen zwischen zwei Morden, die der giallo-unerfahrene Schockfilmer Paolo Cavara nur mit Mühe und über Gebühr in die Länge gezogenen Szenen füllen kann.

    Dass sich hinter der Einstiegsszene mehr verbirgt als das bloße Spiel mit der Nacktheit der leading lady Barbara Bouchet, kann der Zuschauer zum Zeitpunkt, zu dem er die überlange Einstellung verfolgt, noch nicht ahnen, denn während er im Entkleiden seiner Darstellerinnen Eiltempo an den Tag legt, tut sich Cavara mit dem Legen von Spuren schwer. Die völlige Abwesenheit von Hinweisen und Verdächtigen (erst im letzten Drittel werden diese eingeführt) macht diesen Film regelrecht zu einem Anti-Krimi, einem Film, der seiner Hauptfigur und somit auch dem Zuschauer keine kriminalistischen Herausforderungen stellt und der stattdessen darauf setzt, sich von Mord zu Mord zu hangeln. Immerhin trifft es machmal recht unvorhergesehene Personen – dass Bouchets und Silvano Tranquillis Figuren derart früh das Zeitliche segnen würden, hätte wohl kein Zuschauer auf dem Plan gehabt.



    Wo es keine Verdächtigen gibt, liegt die erzählerische Last des Films einzig auf den Schultern des ermittelnden Inspektors, auch wenn ihm Cavara wenig zu ermitteln gibt. So muss sich Inspektor Tellini oft in unnötig erscheinende Privatszenen flüchten, in denen entweder sein eher belangloses Eheleben oder seine Zweifel an seiner beruflichen Eignung thematisiert werden. Auf diese Weise entspricht „Der schwarze Leib der Tarantel“ dann doch wieder den Giallo-Richtlinien, die, wenn es schon keine polizeiunabhängige Hauptfigur gibt, wenigstens einen schwachen, überforderten Beamten vorschreiben. Giancarlo Giannini gelingt das Kunststück, diese typische Antiheldenfigur letztlich doch sympathisch erscheinen zu lassen, weil er nicht nur Verzweiflung und Belastung zum Ausdruck bringt, sondern immerhin auch die grundlegende Ambition, die Erfüllung der schwierigen Mördersuche zumindest in Angriff zu nehmen.

    Neben Giannini bestimmen die unzähligen weiblichen Darstellerinnen das Bild des Films, wobei es nicht immer leicht fällt, zwischen den sich teilweise ähnelnden Damen zu unterscheiden. Barbara Bouchet sticht deutlich heraus, hat aber auch die kürzeste Lebenserwartung. Immerhin rollenmäßig kommt es zu einem großen Kontrast zwischen den sich typlich ähnelnden Stefania Sandrelli und Claudine Auger, denn während die erste häusliche Behaglichkeit propagiert, tritt die zweite als Abziehbild einer verbrecherischen Kampflesbe auf, die sich nur mit gebrochenen Männergestalten umgibt (ein blinder Masseur und ein schwuler Kellner). Die großartige Rossella Falk wirkt in ihrer offenbar nur der Überbrückung des Mittelteils dienenden Rolle etwas verschenkt; man hätte ihr mehr Tiefe zugestehen sollen, anstatt die Screentime in exzessive Verfolgungsjagden zu investieren.

    Woher die Vergleiche kommen, die „Der schwarze Leib der Tarantel“ in einem Atemzug mit „Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe“ erwähnen, erschließt sich mir nicht. Ähnlich wie @Georg in diesem Thread äußert sich allerdings auch der Sohn des Regisseurs in einem auf der DVD enthaltenen Interview. „Der schwarze Leib der Tarantel“ spielt sicher nicht in derselben Liga und erscheint mir im unmittelbaren Vergleich ziemlich dröge, wozu nicht zuletzt seine gedeckte Farbgebung beiträgt, die wie ein Schleier über dem Film liegt und ihn seiner Lebendigkeit beraubt. Dabei fand Cavara durchaus einige stimmige Hintergründe (das Bürohochhaus, der Park, das Schwimmbad im Schönheitsinstitut) und konnte sich außerdem auf eine verträumte, wenn auch wenig variantenreiche Morricone-Musikuntermalung verlassen.

    Die markante, aber offenkundig bemüht voyeuristische, stellenweise unappetitliche Mordserie ist das auffälligste Merkmal der „schwarzbeleibten Tarantel“, die sich ganz auf die Abwechslung zwischen den Mordszenen und dem nachdenklichen Hauptdarsteller Giannini konzentriert und darüber hinaus wenig Interesse an typischen Krimistrukturen zeigt. Erst kurz vor Schluss bekommt der Zuschauer die Möglichkeit, an einem Täterrätsel zu partizipieren – eigentlich genügt diese kurze Zeit auch, da Motiv und Finale ohnehin nicht besonders überraschend ablaufen. Noch 3 von 5 Punkten.



    Die DVD von CMV Laservision: CMVs Auswertung der „schwarzen Tarantel“ kann in mehrfacher Hinsicht als ungewöhnlich bezeichnet werden. Einerseits ist es als löblich zu bezeichnen, dass ein Kleinlabel einen Giallo zum Kaufhauspreis in verschiedenen Versionen separat auf DVD oder Blu-ray anbietet, andererseits entspricht die VÖ jedoch nicht den hohen Qualitätsstandards, die man im Giallo-Bereich mittlerweile erwartet. Das Bild ist lediglich als durchschnittlich zu bezeichnen und wirkt oft zu blass oder verschmutzt. Vor allem Blu-ray-Käufer hatten sich enttäuscht über die kaum merkliche Verbesserung im Vergleich zu älteren DVDs geäußert. Deutscher und italienischer Ton sind an Bord, die zum O-Ton ablaufenden Untertitel halten sich jedoch an die Synchro und nicht ans Original, wodurch man der deutschen Kalauervertonung auch in der italienischen Fassung nicht entkommt. Als dritte Tonspur wird ein Audiokommentar von Thorsten Hanisch und Andrea Sczuka angeboten, der ziemlich katastrophal ausfällt – Schwafelei und fehlende Vorbereitung, dauerhaftes Ignorieren der aktuellen Szenenhandlungen und eine schlechte Aufnahmequalität mindern jedes Vergnügen an den vereinzelt interessanten, oft aber zu filmografischen Ausführungen. Zwei Interviews mit den Söhnen von Regisseur und Produzent sowie zwei Filmtrailer kitten den Gesamteindruck.

  • Grand PrixDatum24.04.2017 20:56
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Ich habe gestern und heute auch mal wieder an einer ESC-Liste gearbeitet. Und zwar ging es mir darum, mal nachzuschauen, welche die erfolgreichsten Länder der ESC-Geschichte bis 2016 sind. Mir genügte da nicht die übliche Aussage, dass Irland halt am häufigsten gewonnen hat. Ich habe erstmal alle Platzierungen aller Beiträge (es gab seit 1956 insgesamt 1449 davon) in eine Tabelle eingetragen und dann ein bisschen mit Excel-Formeln herumgespielt.

    Herausgekommen ist die unten abgebildete Auflistung, geordnet vom erfolgreichsten zum erfolglosesten ESC-Land.

    Die zweite Zahl in der Klammer beschreibt den durchschnittlichen Erfolg nach Platzierungen, wenn man ihn sich als Leiter vorstellt: In jedem Jahr kletterte sie ein glücklicher Sieger bis ganz oben, also 100 % hoch, während der Letztplatzierte ganz unten bei 0 % blieb. Bei 11 Teilnehmern wie im Jahr 1959 ergeben sich z.B. 80 % für einen Drittplatzierten, bei 22 Teilnehmern wie 1989 wäre ein dritter Platz sogar 90 % wert. Über alle teilgenommenen Jahre ergeben sich dann die entsprechenden Durchschnittswerte (der beste mit 82 % bei der Ukraine, außerdem z.B. 72 % bei Großbritannien, 56 % bei Deutschland oder der schlechteste mit 13 % bei Tschechien und Andorra).

    Darüber hinaus gehören zum Erfolg aber auch prestigeträchtige Einzelwerte, nämlich die Anzahl der Siege und die langjährige Teilnahme, die ich dementsprechend in einen gewichteten Wert integriert habe. Dabei handelt es sich um die erste Zahl, nach der die Liste auch sortiert ist. Hier kommen gewissermaßen 1 Prozentpunkt für jeden Sieg und 0,2 Prozentpunkte für jede Teilnahme hinzu.

    01. United Kingdom (88/72)
    02. Ukraine (87/82)
    03. Azerbaijan (84/81)
    04. France (82/65)
    05. Sweden (80/63)
    06. Ireland (79/62)
    07. Russia (79/74)
    08. Armenia (77/75)
    09. Italy (74/64)
    10. Serbia (72/70)
    11. Germany (71/56)
    12. Spain (68/54)
    13. Denmark (66/54)
    14. Israel (66/55)
    15. Luxembourg (65/53)
    16. Greece (65/57)
    17. Netherlands (62/46)
    18. Switzerland (61/47)
    19. Bosnia & Herzegovina (61/57)
    20. Georgia (60/59)
    21. Malta (59/53)
    22. Norway (59/45)
    23. Romania (59/55)
    24. Monaco (58/52)
    25. Croatia (57/53)
    26. Turkey (54/46)
    27. Moldova (53/51)
    28. Belgium (53/40)
    29. Estonia (52/47)
    30. Iceland (52/46)
    31. Austria (51/39)
    32. Cyprus (50/44)
    33. Yugoslavia (49/43)
    34. Albania (48/46)
    35. Hungary (48/45)
    36. Poland (47/43)
    37. Latvia (47/42)
    38. Finland (46/35)
    39. Portugal (42/33)
    40. Lithuania (42/38)
    41. Slovenia (40/36)
    42. Macedonia (39/36)
    43. Bulgaria (38/36)
    44. Belarus (36/33)
    45. Montenegro (31/29)
    46. Slovakia (20/19)
    47. San Marino (19/18)
    48. Andorra (15/13)
    49. Czech Republic (14/13)

    Wer sich bei Großbritannien nur an die Beiträge der letzten 10 bis 15 Jahre erinnert, wird sich über den Spitzenplatz für die Insel wundern. Man darf aber nicht vergessen, dass das Land mit fünf Siegen in der Hall-of-Fame der Eurovision weit oben steht und außerdem den Rekord für die meisten zweiten Plätze hält. Zudem profitiert Großbritannien von der Sprachenregel der früheren Jahre und davon, dass es bisher nur zwei der 61 ESCs ausgelassen hat. Nur Deutschland hat zu allen 61 Veranstaltungen einen Vertreter entsandt, war aber im Durchschnitt nicht erfolgreich genug, sodass es knapp die Top-10 verfehlt hat, die sich relativ ausgewogen zwischen Langzeit-Top-Playern wie Frankreich, Schweden, Irland und Italien und "neuen" ESC-Superkräften wie Ukraine, Aserbaidschan, Russland, Armenien und Serbien aufteilt.

    Die ewigen Pechvögel Finnland und Portugal finden sich trotz jahrzehntelanger Teilnahme im hinteren Drittel der Liste, wo die Kleinstaaten und ewigen Semi-Hüter San Marino und Andorra sowie die offenkundig ESC-nonkonforme Tschechei die letzten Plätze belegen.

    Insgesamt haben nicht nur die abgebildeten 49, sondern 52 Länder am ESC teilgenommen, wenn man "Westdeutschland" und das wiedervereinigte Deutschland nach 1990 als ein Land betrachtet. Zwei ESC-Teilnehmerländer wurden inzwischen aufgelöst (Jugoslawien und Serbien-Montenegro). Die drei Länder, die nicht in der Liste berücksichtigt sind (Australien, Marokko und Serbien-Montenegro) haben zu selten teilgenommen, um vernünftige Datenwerte zu generieren (3x, 1x, 2x).

    Mal sehen, ob es Verschiebungen in der Liste nach den Ergebnissen von 2017 gibt.

  • Das Fräulein von Scuderi (1955)Datum24.04.2017 14:30



    Das Fräulein von Scuderi (Die Schätze des Teufels / Der Unheimliche von Paris)

    Historienkrimi, DDR / SE 1955. Regie: Eugen York. Drehbuch: Joachim Barckhausen, Alexander Graf Stenbock-Fermor (Buchvorlage, 1819: E.T.A. Hoffmann). Mit: Henny Porten (Fräulein von Scuderi), Willy A. Kleinau (Goldschmied Cardillac), Anne Vernon (Madelon), Roland Alexandre (Olivier), Angelika Hauff (Comtesse St. Croix), Richard Häußler (Graf Miossens), Mathieu Ahlersmeyer (Louis XIV.), Alexander Engel (Gerichtspräsident la Regnie), Dorothea Wieck (Frau von Maintenon), Gerd Frickhöffer (Marquis de la Fare) u.a. Uraufführung (DDR): 29. Juli 1955. Uraufführung (BRD): 24. November 1955. Eine Produktion des DEFA Studios für Spielfilme Potsdam und der A.B. Pandora-Film Stockholm im Progress-Filmverleih Berlin.

    Zitat von Das Fräulein von Scuderi
    Bis zum Hofe des Sonnenkönig Ludwigs des XIV. dringen die Nachrichten von den Morden und Schmuckdiebstählen, die ein vermummter Unbekannter regelmäßig im nächtlichen Paris verübt. Gestohlen werden stets die Arbeiten des besten Goldschmieds der Stadt, des Meisters Cardillac. Während der machtgierige Gerichtspräsident la Regnie die Situation zum Ausbau der Polizeikontrolle über den Adel auszunutzen gedenkt, stolpert der Goldschmiedgeselle Olivier aus Zufall über die Lösung der Verbrechensserie. Doch er ist wegen seiner großen Liebe zum Schweigen verurteilt und gerät obendrein noch selbst unter dringenden Tatverdacht. Nun kann nur noch das hochangesehene Fräulein von Scuderi helfen!


    Ein schwarzgewandeter Kapuzenträger ist der Geheimnisträger der ersten Hälfte von „Das Fräulein von Scuderi“, einer ambitionierten Literaturverfilmung, die wie auch Spielbank-Affäre / Parkplatz zur großen Sehnsucht (1957) als ostdeutsch-schwedische Koproduktion zwischen der DEFA und der Stockholmer Pandora-Film entstand. In das Frankreich des späten 17. Jahrhunderts passt die Schauergestalt mit Kutte, Geheimgang und Lust auf kostbare Schmuckstücke hervorragend und wirkt in den verwinkelten Gassen der alten Stadt angebrachter als als Schurke (halb-)moderner Wallace-Krimis. Zuschauer, die die Hoffmann’sche Vorlage nicht kennen, sollten jedoch kein anderthalbstündiges Ratespiel um die Identität des Mörders und Juwelendiebs erwarten, denn die Enthüllung seiner Identität, die im Übrigen nicht schwer zu enttarnen ist, findet bereits recht zeitig statt. Es schließt sich eine dramatische zweite Hälfte an, in der ein Unschuldiger fälschlich der Verbrechen bezichtigt wird, sodass seine Liebste, der König und das titelgebende Fräulein von Scuderi den schrecklichen Verdacht widerlegen müssen. Der Vorlage ist ihr Alter dabei durchaus anzumerken – wer aber mit historischen Kriminalfällen etwas anfangen kann, sollte aufgrund der wertigen Machart des Films auf jeden Fall einen Blick riskieren.



    Der Filmtrailer wirbt mit der internationalen Besetzung des Streifens, in dem das Liebhaberpärchen sehr überzeugend von den französischen Schauspielern Roland Alexandre und Anne Vernon verkörpert wird. Es gelang Regie, Kostüm und Maske gut, die beiden jungen Leute auf halbem Wege zwischen historisierendem Barockauftreten und für die Zuschauer greifbarerer Aktualität anzusiedeln, ohne sie gegenüber den historisch korrekter anmutenden Nebenrollen zu sehr aus dem Rahmen fallen zu lassen. So fiebert man unwillkürlich mit Olivier und Madelon mit – mehr jedenfalls als mit der sehr zurückhaltend spielenden Henny Porten, die sich in altmodischer Zurückhaltung und dem dezenten Zurschaustellen von Güte und Milde in einer Zeit der Künstelei und Übertreibungen übt. Dementsprechend gibt es am Hof des Sonnenkönigs für andere Akteure mehr als genug Möglichkeiten, eitel und intrigant aufzuspielen. In dieser Hinsicht bleiben vor allem die Kabinettstückchen in Erinnerung, die Richard Häußler (als Adliger mit langen Haaren), Angelika Hauff (als Vamp der damaligen Zeit) und Alexander Engel (als selbstgefälliger Polizeioberer) liefern. Überaus interessant und stellenweise zum Schmunzeln auch die liebenswürdige Interpretation des Königs durch Mathieu Ahlersmeyer, der sonst leider so gut wie nie in Spielfilmen auftrat.

    Aufwendige Lockenperücken, ausladende Reifkleider und edle Tanzsäle markieren im Louvre das Gegenstück zu der düsteren Wohnung und Arbeitsstube des Goldschmieds Cardillac, der seine Kunden im flackernden Kerzenschein empfängt und im Obergeschoss seine demente Mutter versteckt. Schein und Sein stehen also in „Das Fräulein von Scuderi“ so nahe beieinander, wie man es von einer Romantiknovellenverfilmung getrost erwarten darf – das Fingerspitzengefühl und nicht zuletzt das offenkundig beträchtliche Budget, das in die Koproduktion geflossen ist, empfehlen die Adaption, für die man sich aber ruhig einen „barockeren“, weniger sachlichen Regisseur als Eugen York hätte verpflichten dürfen.

    Was sich als Schauerkrimi ankündigt, entwickelt sich zum Polizeiirrtum, der im letzten Moment verhindert werden muss. Hoffmanns Novelle bietet zwar nicht unbedingt kriminalistischen Feinsinn, wie man ihn von moderneren Autoren her kennt, wartet dafür aber mit ungewohntem Zeitkolorit auf, das „Das Fräulein von Scuderi“ zu einem etwas gestelzten, aber hochwertigen und insgesamt doch sehenswerten Kostümfilm macht. 3,5 von 5 Punkten.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema



    Bryan Edgar Wallace: Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe
    (The Bird with the Crystal Plumage / L’uccello dalle piume di cristallo)



    Kriminalfilm, IT / BRD 1969/70. Regie und Drehbuch: Dario Argento (frei nach Bryan Edgar Wallace, Vorlage „The Screaming Mimi“, 1949: Fredric Brown). Mit: Tony Musante (Sam Dalmas), Suzy Kendall (Giulia Movita), Enrico Maria Salerno (Kommissar Morosini), Eva Renzi (Monica Ranieri), Umberto Raho (Alberto Ranieri), Raf Valenti (d.i. Renato Romano) (Professor Carlo Dover), Giuseppe Castellano (Monti), Mario Adorf (Berto Consalvi), Werner Peters (Antiquitätenhändler), Gildo di Marco (Zuhälter Garullo) u.a. Uraufführung (IT): 27. Februar 1970. Uraufführung (BRD): 24. Juni 1970. Eine Produktion der Seda Spettacoli Rom und der CCC-Filmkunst Berlin im Constantin-Filmverleih München.

    Zitat von Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe
    Am Vorabend seiner Abreise aus Rom schlendert der amerikanische Autor Sam Dalmas durch die Straßen der Tiberstadt. Aus Zufall beobachtet er durch ein hell erleuchtetes Schaufenster den Kampf zwischen einer Frau und einem maskierten Mann in einer Kunstgalerie. Er will der Frau zu Hilfe eilen, wird aber zwischen zwei Scheiben des Schaufensters gefangen und muss mit ansehen, wie der Unbekannte flüchtet, nachdem er der Frau, der Galeriebesitzerin Monica Ranieri, eine Stichwunde beigebracht hat. Die Polizei zieht Dalmas als wichtigem Augenzeugen daraufhin die Papiere ein, denn sie vermutet, dass der Anschlag auf Monica Ranieri zu einer Mordserie an jungen Frauen gehört, die die Polizei von Rom seit einigen Wochen vor Rätsel stellt. Da Dalmas nun ebenfalls ins Visier des Killers geraten ist, muss er möglichst rasch herausfinden, wer hinter den Verbrechen steht …


    Wenige Krimiklassiker genießen weltweit einen solchen Ikonenstatus wie die italienischen Gialli, jene unverfroren direkten und doch künstlerisch verbrämten Gewaltkrimis, die zahllose Filmstudios im Stiefelland zwischen den späten 1960er und frühen 1980er Jahren produzierten. Wie bei speziellen Genreausformungen üblich entstanden Gialli nicht am Reißbrett, sondern entwickelten sich organisch aus vielen Einflussquellen – traditionellen italienischen und internationalen Krimis, der deutschen Edgar-Wallace-Welle und Psychothrillern nach Hitchcock-Manier – heraus. Während man die grundlegenden Merkmale dieser Filmgruppe bis zu den frühen Mario-Bava-Streifen „The Girl Who Knew too Much“ (1963) und „Blutige Seide“ (1964) zurückverfolgen kann, erhielt der bis dato unsystematische Giallo-Output mit Dario Argentos „Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe“ (gedreht 1969, veröffentlicht Anfang 1970) Fokus, Publikumswirksamkeit und neue künstlerische Meriten. Heute gilt Argento, der dem Genre mit Nachfolgewerken wie „Die neunschwänzige Katze“ (1970/71), „Vier Fliegen auf grauem Samt“ (1971) und „Rosso – Die Farbe des Todes“ (1975) die Treue hielt, als Giallo-Übervater, dessen Wirken eine schier unüberschaubare Zahl an Nachahmern provozierte.

    Tatsächlich muss „Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe“ dem Zuschauer basses Erstaunen über die handwerkliche Begabung Argentos entlocken, der schon in seinem ersten Film ein sehr feinsinniges Gespür für das Zusammenwirken von Licht und Kamerawinkeln, von Musik und Toneffekten, von gutem Krimi und überraschenden Schauermomenten unter Beweis stellte. Im Vergleich mit anderen Früh-Gialli spielen die „Handschuhe“ auf einem ungleich höheren Niveau, das den Status dieses Films als Prototyp des Genres auch und gerade bei wiederholtem Sehen in jeder einzelnen, vorsichtig ausgewogenen und hochwertig komponierten Szene rechtfertigt. Argento hangelt sich nicht nur von Mord zu Mord, obwohl seine Todes- und Anschlagssequenzen verdienterweise zu besonderen Markenzeichen wurden, sondern füllt die Zwischenzeit mit inhaltlicher Substanz und atmosphärischer Güte. Zahlreiche beliebte Versatzstücke aus Klassikern, die sich daraufhin auch zu speziellen Merkmalen von Gialli entwickelten, – die Serienmörderhandlung, der unschuldig verdächtigte Privatmann, der als Amateurdetektiv gegen die Polizei antritt, der desillusionierte Beamte, der seiner Aufgabe nicht recht gewachsen zu sein scheint, der Anschlag des Mörders auf die Freundin der Hauptfigur – finden sich in diesem Film in exzellenter Abstimmung aufeinander wieder.

    Artur Brauners Entschluss, den Film in Deutschland als Bryan-Edgar-Wallace-Krimi zu vermarkten, ist eine unverkennbare Folge der Inklusion einer deutsch-italienischen Koproduktion („Das Gesicht im Dunkeln“) in die Edgar-Wallace-Serie der Rialto. Im Gegensatz zum „Gesicht“ schafften es die „Handschuhe“ umgehend, der etablierten Marke ein überzeugendes modernes Gesicht zu verleihen, das zu einem baldigen Nachschub ähnlich gelagerter Titel bei CCC und Rialto führte. Dass letztere, als sie dann „Das Geheimnis der grünen Stecknadel“ und „Das Rätsel des silbernen Halbmonds“ mitrealisierte, erstmals von Brauner abschaute und nicht umgekehrt, belegt die wegweisende Natur der Argento-Thriller, die unter dem Banner „BEW“ auch deshalb problemlos funktionieren, weil die früheren Bryan-Edgar-Wallace-Filme genauso wenig mit den Büchern des gleichnamigen Autors zu tun hatten.

    In der Rückschau fällt es schwer, sich für einen der im Film zu sehenden Schauspieler eine Alternativbesetzung vorzustellen. Das gesamte Zusammenspiel des Cast überzeugt durch eine harmonische Ensembleleistung, wobei Tony Musante und Suzy Kendall als romantisches, aber in seiner Idylle bedrohtes Ermittlerpärchen überaus sympathische Akzente setzen. Ähnliches gilt für Enrico Maria Salerno, der diverse Pluspunkte beim Zuschauer sammelt, obwohl seine Polizistenrolle eigentlich in Antagonistenform angelegt ist. Weitere besonders interessante Auftritte legen Eva Renzi als verletzliche Galeristin, Werner Peters als tuntiger Antiquitätenhändler und Gildo di Marco als stotternder Zuhälter ab. Mario Adorfs Gastauftritt ist als Konzession an die deutschen Produktionspartner zu verstehen und fügt dem Film eher eine zusätzliche Schicht Kuriosität als einen veritablen künstlerischen Verdienst hinzu.

    In der Tat kann dem „Geheimnis der schwarzen Handschuhe“ aber eben gerade eine einzigartige Vielschichtigkeit attestiert werden, die den Film weit über einige Wegwerf-Gialli erhebt. Argento schuf einen Film mit tausend Facetten, der in seiner Dichte den großen Werken Hitchcocks nahekommt. Die fundamental überraschende Auflösung, die mit gesellschaftlichen Vorurteilen und Trugschlüssen spielt, wird darüber hinaus ihr Schärfchen zum Erfolg des Films ebenso beigetragen haben wie die Spannung, die Argento am Ende heraufbeschwört, als er seinen Protagonisten auf Umwegen dorthin zurückkehren lässt, wo die Alptraumreise für ihn begann.

    Ein Klassiker wie aus dem Bilderbuch. Die Vorbildfunktion, die „Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe“ auf eine ganze Stilrichtung von Filmen über mehr als zehn Jahre hinweg ausübte, ist sowohl handwerklich als auch inhaltlich lückenlos gerechtfertigt. Ein bärenstarkes Regiedebüt des Ausnahmetalents Dario Argento mit spannungsgeschwängerter Wohlfühlatmosphäre und einer Besetzung ohne Fehl und Tadel. 5 von 5 Punkten.

  • Meine Frau Susanne (1963, TV)Datum23.04.2017 13:38
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Zitat von Mark Paxton im Beitrag #27
    Du schreibst, dass ZDF hätte die Serie produziert. Im Bonusinterview auf der DVD erwähnt Heidelinde Weis, dass das ursprünglich für das "Adenauer Fernsehen" produziert wurde, also schon ein paar Jahre zuvor, ich schätze 1960.

    Damit hast du natürlich Recht. Wenn die Serie 1960 / Anfang 1961 gedreht und die Gründung des ZDF erst im Juni 1961 beschlossen wurde, ist es formal falsch, zu schreiben, das ZDF habe "Meine Frau Susanne" produzieren lassen. Aber letztlich ist das ZDF ja nur der gerichtlich erzwungene, politisch korrekter installierte Nachfolger des Adenauer-Fernsehens und der Status von "Meine Frau Susanne" als "erste Serie des ZDF" verlockt zu solchen Vereinfachungen. Ausführende Produktionsfirma war ohnehin die TV-Union der Brauner-Brüder, dazu hier ein vielleicht nicht uninteressanter Spiegel-Artikel, der gleich mit einer anfänglichen Spitze gegen Biederstaedt und Weiss aufwartet.

  • Eure DVDsDatum22.04.2017 20:10
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema



    1481: Knife of Ice (Il coltello di ghiaccio)
    (IT / ES 1972, mit Carroll Baker, Alan Scott, Ida Galli u.a.; Wham! USA [US-Import])

  • Grand PrixDatum22.04.2017 13:28
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Immer, aber insbesondere bei solchen Steilvorlagen.

  • Grand PrixDatum22.04.2017 13:23
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    @TV-1967: Ja, unbedingt sofort einstellen und verbieten. Was dir nicht gefällt, muss natürlich dringend weg. Sieht ja auch jeder so wie du:

    http://www.eurovision.de/news/ESC-2016-e...schauer200.html
    http://meedia.de/2016/12/30/winnetou-bri...-2016-das-quiz/

  • Mitglied kontaktieren??!Datum22.04.2017 13:13
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Grüß dich Nika,

    PMs sind forenintern, sollten also auch unabhängig von der E-Mailadresse funktionieren. Über die im Forum hinterlegte E-Mail-Adresse werden höchstens noch zusätzlich Benachrichtigungen über eingegangene PMs verschickt - je nach den vorgenommenen Einstellungen im Benutzerprofil. In der Tat war Georg jetzt aber erstaunlich lange offline (schon seit Mitte Februar), sodass es wohl ein Glücksspiel ist, ihn per PM erreichen zu wollen. Aber vielleicht liest Georg ja diesen Thread.

  • Die Männer vom K3 (1988-2003, TV)Datum19.04.2017 22:06
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Heute ist hier offenbar Tag der Serienankündigungen. Auch diese Krimireihe bekommt jetzt ihre wohlverdiente Heimkinoauswertung. Studio Hamburg bringt die erste Staffel (Folgen 1-8, 1988-89) auf 4 DVDs am 28. April.


    Zitat von Die Männer vom K3 - Die komplette erste Staffel
    Die Männer vom K3, das sind die Kriminalhauptmeister Karl Feldmann und Ecki Schöller sowie die beiden Polizeiobermeister Tommi Beyer und Pepe Kirchhoff. Ihr Einsatzort ist Hamburg, wo sie es mit Raub, Vergewaltigung oder auch Mord zu tun haben.

    Sie werden gerufen, als ein Geschäftsmann in seinem Auto erschossen wird. Der Tote ist kein Unbekannter - erst kurz zuvor war er mit seinem Sportwagen an einem tödlichen Unfall beteiligt gewesen. Feldmann und Schöller glaubten zu der Zeit, dass jemand bei dem Unfall nachgeholfen hatte, mussten die Ermittlungen jedoch einstellen. Jetzt geraten die Brüder des Unternehmers ins Visier der Polizei. Auch als Gino mit seinem Restaurant auf St. Pauli zwischen die Fronten zweier Banden gerät, die Schutzgeld erpressen, ist das K3 zur Stelle. Ein weiterer Fall führt die Kommissare aufs Land, wo in einer ausgebrannten Scheune eine Tote gefunden wurde. War es Brandstiftung?

    Ob dunkle Geschäfte, organisierte Kriminalität oder Mord aus Leidenschaft - die Männer vom K3 haben dem Verbrechen im Norden den Kampf angesagt.


    Ankündigung bei Studio Hamburg Enterprises / DVD bei Bücher.de

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Der Film hat seinerzeit zwar keine besonders guten Kritiken bekommen, aber einen so unbekannten britischen 60s-Christie-Kinofilm wiederzuentdecken, dürfte den DVD-Kauf auf jeden Fall wert sein.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Es wäre wirklich eine Sensation gewesen, wenn Pidax noch die alten deutschen Sendebänder irgendwo gefunden und somit auch die bislang verlorenen Folgen aufgetan hätte. Mit Neusynchros der sechs existenten Fälle kann ich persönlich nichts anfangen, da mir der englische Ton bei Sherlock Holmes sowieso lieber ist. Die Neuauswertungen werden auch wegen des Preises nur für die Leute interessant sein, die O-Ton nicht mögen oder auf deutsche Sprache angewiesen sind - gleiches Spiel wie bei der "Agatha Christie Hour".

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Dann eben 6 von 11.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    @DanielL: Tolle Auswertungen, die du da präsentierst. Den zweiten Vorfilm vom AKW Kahl fand ich sogar ganz gut gemacht, den ersten hätte man sich freilich schenken können.

    Zu den Ratefüchsen von gestern (Sherlocks nenne ich euch mal nicht):

    Peter (1): 5 von 6
    Patrick: 6 von 10
    Peter (2): 5 von 11

  • Das Haus der tödlichen Sünden (1972)Datum18.04.2017 16:23
    Thema von Gubanov im Forum Giallo Forum

    Kennt jemand diesen Giallo von Silvio Amadio, der unter verschiedenen Titeln wie "Das Haus der tödlichen Sünden", "Alla ricerca del piacere", "Amuck!" oder "Maniac Mansion" firmiert? Hier im Forum wurde er, wenn ich mich nicht täusche, noch nirgends auseinandergepflückt. Die Besetzung liest sich äußert vielversprechend - u.a. sind Farley Granger, Barbara Bouchet, Rosalba Neri und Umberto Raho mit an Bord. Die Beschreibungen hingegen lassen auf ein eher sleaziges Vergnügen schließen, das sich gut in Amadios übrige Filmografie (u.a. "Liebe, Sex und Ärgernisse", "Leidenschaften einer Minderjährigen" und "Sonne, Sand und heiße Schenkel") eingliedert.

    Der Film erscheint Ende des Monats bei Camera Obscura und ist in England (deutlich preisgünstiger) schon vom Label 88 Films erhältlich, das ebenfalls ein ganz beachtliches italienisches Genreprogramm auf DVD bzw. Blu-ray anbietet.

  • Meine Frau Susanne (1963, TV)Datum17.04.2017 20:20
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Wir waren selbst erstaunt, wie wenig sich verändert hat und dass offenbar alle Treppenhausszenen nicht etwa im Studio, sondern wirklich vor Ort gedreht wurden. Selbst bei den Wohnungsinnenaufnahmen haben wir Zweifel bekommen, weil der Blick durch die Fenster nach draußen erstaunlich real aussieht. Dabei prangt im Abspann stets der Hinweis auf Drehs in den CCC-Studios ...

    Zum Abschluss unserer „Susanne“-Tour hier noch zwei Schauplätze aus der Folge „Die Sprechstundenhilfe“: In dieser Episode vermutet Martin, dass Susanne eine Affäre hat, obwohl sie doch nur heimlich mit einem Aushilfsjob etwas Geld verdienen will, um ihm einen Wunsch zu erfüllen. In Begleitung ihres angeblichen Liebhabers erwischt Martin seine Frau auf dem Fehrbelliner Platz vor dem ehemaligen Stadtteilrathaus Wilmersdorf, das seit Ende 2014 zugunsten des Rathauses Charlottenburg aufgegeben wurde. Deutschlands meistbeworbene Singlebörse weiß offenbar um die amouröse Geschichte des Ortes und ist dort mit entsprechend augenfälliger Werbung vertreten ...



    Auch hier stimmen die Wegzusammenhänge wieder nicht, da Susanne „ihren“ Patienten nur ein kurzes Stück nach Hause begleitet, sich die Zahnarztpraxis laut Folgenangaben aber in der Lindenthaler Allee in Zehlendorf befindet. Wer jedoch dieser Behauptung aufsitzt, wird lange nach dem in der Folge gezeigten Praxiseingang suchen, der in Wahrheit nur wenige Meter von der Gothaallee entfernt in einem frisch sanierten Hofkomplex in der Meiningenallee zu finden ist. Die Drehortschummelei mutet seltsam an, da alle anderen namentlich erwähnten Locations real sind. Zudem würde eine Beschäftigung in Zehlendorf Susanne einen 14 Kilometer langen Arbeitsweg bescheren (schwer zu schaffen, wenn das Essen für Martin rechtzeitig auf dem Tisch stehen soll), wohingegen es von den Koldeweys zur richtigen Adresse nur ein zweiminütiger Fußweg ist.

  • Meine Frau Susanne (1963, TV)Datum16.04.2017 22:00
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Kommen wir nun zu zwei Drehorten, die nur in jeweils einer Folge zu sehen waren:

    Am Ende der Episode „Der Führerschein“ legt Susanne ihre praktische Fahrprüfung ab. Obwohl sie mit Prüfer auf dem Rücksitz einen Stapel Spankörbe in Grund und Boden fährt, besteht sie dank guten Zuredens den Test. Diese Schlussszene bietet gleichermaßen eine Gelegenheit zur Versöhung zwischen Martin und Susanne, die zuvor aus Vorurteilen und Starrsinn heraus in der Causa Fahrerlaubnis getrennte Wege gegangen waren. Sie wurde auf dem Haselhorster Damm in Höhe der Weihnachtskirche gedreht. Das Ensemble aus den 1930er Jahren wirkte auch in den 1960ern noch aktuell. Umso mehr wird den Serienfreund überraschen, dass die Kirche sich in der ursprünglichen Form der Drehzeit nicht erhalten hat: 1963 umgebaut, findet man den offenen Bogengang, der im Hintergrund zu sehen ist, heute nicht mehr. Die Straßenstruktur mit dem begrünten Mittelstreifen mit Promenade (das botanisch inkorrekte „Unter den Linden“ des kleinen Mannes) blieb hingegen bestehen. Wer den Drehort finden will, fährt bis zur Bushaltestelle Lüdenscheider Weg, sollte aber nicht erwarten, heute noch in einem wie damals dort wartenden Doppeldecker befördert zu werden.



    Gleich zu Beginn von „Das Ehe-ABC“ kehren Martin und Susanne aus den Flitterwochen in Italien zurück. Ihr Weg nach Hause führt sie über die Stadtautobahn mit ihrer Unterführung am Rathenauplatz. Aufgrund seiner Nähe zum Dreieck Funkturm heute bis zur Unkenntlichkeit mit Hinweistafeln verhangen, war der Blick auf den Tunnelmund der Autobahn 1960 noch frei. Warum das so war, zeigt der Blick in die Geschichtsbücher: Der Abschnitt war zum Drehzeitpunkt dem öffentlichen Verkehr noch gar nicht übergeben worden – das geschah erst ein Jahr später. Dementsprechend bleibt für Ortskundige die Frage, was Martin und Susanne überhaupt auf der Stadtautobahn zu suchen hatten, wenn sie von Italien kommend doch am wahrscheinlichsten über München, die A9 und die Avus gen Heimat zurückfuhren ...

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