Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Forum Edgar Wallace ,...



Sie können sich hier anmelden
Dieses Board hat 1.446 Mitglieder
171.383 Beiträge & 6.476 Themen
Beiträge der letzten Tage
Foren Suche
Suchoptionen
  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Ein bisschen unheimlich ist es schon mit unseren Übereinstimmungen, aber ich muss auch sagen, dass ich von der "Gräfin" diesmal hellauf begeistert war. So gut hat sie mir noch nie gefallen und ohne zuviel vorwegzunehmen, spielt sie auch für meine Begriffe in der absoluten Top-Liga der bisherigen Filme mit. Deinen genannten Pluspunkten kann ich mich vorbehaltlos anschließen.

  • Rückblick 2018Datum05.01.2019 13:20
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Zitat von Ray im Beitrag #10
    "Bumerang" würde mich ebenfalls interessieren."Der Mann, der sich verkaufte" ist auch hervorragend besetzt und wäre sicher eine Veröffentlichung wert.

    @Percy Lister, @Giacco und @Georg hatten vor einiger Zeit eine ganze Reihe solcher Krimidramen / Thriller aus dieser Zeit besprochen, die ich sehr gern auf DVD sehen würde. Spontan fallen mir ein:

    - ... und nichts als die Wahrheit (1958, evtl. als Double-Feature mit "Der Fall Deruga", 1938)
    - Der Mann, der sich verkaufte (1959)
    - Menschen im Netz (1959)
    - Brücke des Schicksals (1960)
    - Bumerang (1960)
    - Die Frau am dunklen Fenster (1960)
    - Der Schleier fiel ... (1960)
    - Treibjagd auf ein Leben (1961)

    Und sonst erkundige ich mich auch gern nochmal nach der Serie "Die Krimistunde" (1982-88). Vielleicht hat sich ja da seit der Rechte-Absage 2015 etwas getan.
    Zitat von brutus im Beitrag #11
    und natürlich Die Verschollen Fälle von Francis Durbridge (hier noch einmal ein ganz besonderer Dank an Georg)

    Dem möchte ich mich hier nochmal anschließen. An Bücher habe ich gar nicht gedacht, weil ich auch 2018 mal wieder nicht zum Lesen gekommen bin, aber das war ganz klar die Veröffentlichung des Jahres im Bereich Unterhaltungsliteratur.

  • TV-Termine im Januar 2019Datum05.01.2019 13:16
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Es sind auf jeden Fall sehr markante Folgen, aber "Der Tod fährt 1. Klasse" und "Der Moormörder" müssten eigentlich schon mit dabei sein, da hast du Recht. Ich würde dafür aber nicht "Schrei vor dem Fenster" rauswerfen, sondern eher "Mykonos" oder "Ein Playboy segnet das Zeitliche". Dennoch für Interessierte sicher kein unterdurchschnittlicher Einstieg (bzw. Auffrischung).

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Die Besprechung ist von 2008 und mit den "Derrick"-Sichtungen habe ich erst 2011 begonnen ("Erst" 2011? Um Himmels willen, ist das schon wieder eine Ewigkeit her!). Tatsächlich war ich bei meinen Sichtungen von "Derrick" und "Der Alte" von Anfang an perplex über ihre beiden Hauptdarsteller, denn während ich Tappert früher unnahbar und flapsig fand, mochte ich Lowitz von seinen Wallace-Rollen her sehr. Mit ihren Fernsehermittler-Rollen drehte sich das dann genau auf den Kopf. Auf einmal mutierte Tappert zum ausgewogenen Sympathieträger und Lowitz zum störrischen Ekelpaket (auch wenn diese Einschätzungen zu Derrick und v.a. Köster, wie ich immer wieder lese, nicht zu verallgemeinern sind, aber ich empfinde es so).

    Ich nehme mir seit mindestens zwei Jahren in regelmäßigen Abständen vor, "Die Gentlemen bitten zur Kasse" neu zu sichten und diesbezüglich die neuen Eindrücke zu den Schauspielern mit einfließen zu lassen. Gerade das Duell zwischen Lowitz als Inspektor und Tappert als cleverstem aller Postzugräuber wird sicher ein Schmankerl für mich werden - aber auch das prominente Mitwirken von Günther Neutze, mit dem mich dank diverser TV-Krimis mittlerweile eine solide Hassliebe verbindet. In den "Gentlemen" ist er immerhin noch nicht so abgewrackt wie in späteren Rollen ...

    Zur Kinofassung kann ich nichts sagen, aber im Februar 2018 erschien auch eine Hörspielfassung der "Gentlemen" auf CD, in der abermals Horst Tappert die Hauptrolle übernahm. Ich dachte daher zunächst, dass es sich um eine Neuauflage des O-Ton-Hörspiels aus der Fernsehproduktion handelt, doch es ist eine eigenständige Inszenierung von 1968, die kurioserweise nur 50 Minuten läuft. "Gentlemen condensed", sozusagen.

  • Rückblick 2018Datum03.01.2019 14:40
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Ich bin euch auch noch den Rückblick auf mein Film- und Fernsehjahr 2018 schuldig und möchte das nun schleunigst nachholen. Wie immer bestand das Programm hauptsächlich aus Klassikern – meist Krimis, gelegentlich andere Genres, mit Neuentdeckungen und wiederholenden Sichtungen in einem Verhältnis von ungefähr 60:40.

    Folgende Produktionen haben mir besonders gut gefallen und könnten auch Tipps für andere Forenmitglieder sein:

    Wiederentdeckungen

    Der Klassiker unter den deutschen Krimiserien, von Jürgen Roland mit unvergleichlichem Gespür für die Atmosphäre der späten 50er und frühen 60er Jahre in Szene gesetzt. Dieses Jahr lag die stärkste Folge der Reihe in meinem Player, deren Ablauf bis in die unmittelbare Nachkriegszeit zurückreicht und die Kommissare auf eine Fahrt quer durch Deutschland schickt. – Anspieltipp: Das Haus an der Stör
    Herbert Reineckers „Kommissar“-Frühfolgen sind wie eine abwechslungsreiche Pralinenschachtel, wobei nicht jede Sorte zu überzeugen weiß, aber auch immer wieder interessante Würzungen auftauchen. Die Morde im Modelbusiness, im Reisezug und an einem Münchner Gymnasium erweisen sich auch bei erneutem Sehen wieder als besonders lohnenswert. – Anspieltipps: Keiner hörte den Schuss / Der Tod fährt 1. Klasse / Auf dem Stundenplan: Mord
    Hier begann für viele von uns die Krimi-Leidenschaft. Und die Wallace-Filme überzeugen noch heute – vor allem die Produktionen der ersten Jahre, die oft von Experimentierfreue, Romantreue und zuvor unbeschrittenen Wegen geprägt sind. – Anspieltipps: Der Frosch mit der Maske / Der Rächer / Die toten Augen von London
    Den Mehrteileren von Herbert Reinecker merkt man noch heute ihren Event-Charakter an; sie wirken mitreißend und skizzieren faszinierende Probleme für die Hauptfiguren, die sich plötzlich von Unmengen Gangstern umzingelt finden. Am sehenswertesten ist der erste Mehrteiler mit Joachim Fuchsberger in der Hauptrolle und auch sonst einem wahren Traumcast. – Anspieltipp: Der Tod läuft hinterher
    Fast die gesamte erste Jahreshälfte stand bei mir 2018 im Zeichen verschiedenster Francis-Durbridge-Krimis, von denen die deutschen Verfilmungen des NWDR und WDR am besten gelungen sind. Zu ihrer Zeit wahre Straßenfeger mit komplexen Mordgespinsten, tragen sie auch heute noch ihre exorbitanten Laufzeiten mit 6 kurzen bzw. 3 langen Episoden ohne Weiteres. Nostalgie-Alarm! – Anspieltipps: Der Andere / Melissa / Wie ein Blitz
    Besondere Erinnerungen an meine frühe Sammlerzeit weckt „Alibi“, ein wunderbarer Nachkriegskrimi im Presse- und Justizmilieu mit O.E. Hasse und Hardy Krüger. Reinster Zucker für alle Freunde des klassischen Krimis. – Link

    Neusichtungen
    Kurzweilige, harmlose Familienserie für Unterhaltung zwischendurch, besonders für Freunde von Karin Baal. Für eine End-60er-TV-Serie wiesen die Ausstrahlungen des NDR auch brillante Bildqualität auf. – Anspieltipp: Geplatztes Glück
    Deutscher Fernsehkrimi trifft Heist-Movie mit sympathischen Versager-Charakteren, die ihr Budget aufbessern müssen. Charmant und durchaus spannend, zudem mit beliebten Schauspielern jener Tage besetzt. – Link
    Und nochmal geht es gegen die Bank: „Das Millionending“ kombiniert einen weniger spektakulären, aber kleinteiligeren Bankraub-Plan mit authentischen Berlin-Aufnahmen und Archivmaterial. Saubere Sache von „Derrick“-Regisseur Helmuth Ashley. – Link
    Überlanger, aber von Anfang bis Ende spannender Thriller um eine Vereinigung ehemaliger NS-Verbrecher im Nachkriegsdeutschland. Nicht nur geschichtliche Abgründe, auch Actionmomente werden gekonnt ausgekostet und auf internationalem Niveau inszeniert. – Link
    Nur teilweise für seine zeit- und gesellschaftskritischen Aspekte und hauptsächlich wegen der brillanten schauspielerischen Leistung des 50er-Jahre-Dramentitans Martin Held sehenswert. – Link
    Zur Abwechslung darf es auch die ganz leichte Muse sein: Unter den heiter-alberen Komödianten der 60er- und 70er-Jahre sichert sich Louis de Funès einen unbestrittenen Spitzenplatz, egal in welche cholerische Rolle er jeweils schlüpft. Als Tunnelgräber in Richtung des nächsten Geldschranks und als auf einer Pinie gefangener Sonntagsfahrer gefiel er mir 2018 am besten. – Anspieltipps: Balduin, der Geldschrankknacker / Balduin, der Sonntagsfahrer
    So verschiedenartig wie Nachkriegskrimis, aber noch eine Spur eleganter und klassischer fallen meist die bis 1945 inszenierten Kriminalfilme aus. Ihrer ist oft nicht leicht habhaft zu werden, aber ein Blick lohnt sich bei entsprechender Chance eigentlich immer. „Kriminalkommissar Eyck“ ist sogar auf Kauf-DVD erschienen. – Anspieltipps: Kriminalkommissar Eyck / Die Nacht der Zwölf / Oberwachtmeister Schwenke
    Hochangespannter Dramenkrimi mit zeithistorischem Einschlag. An Bord der todgeweihten Jacht „Orplid“ entfaltet sich eine morbide Stimmung, die so nur in Produktionen zu finden ist, welche kurz nach dem Krieg entstanden. Und dennoch stolpert man über eine veritable Reihe bekannter Gesichter. – Link
    Für die Fortgeschrittenen, für die es etwas mehr Angstspannung, pessimistischer Realismus oder auch Blutvergießen sein darf, empfehlen sich italienische Krimis. Neben den immer wieder gern gesehenen Klassikern des Genres sichtete ich 2018 vor allem Produktionen aus der Anfangs- und Endzeit dieser vielfältigen und faszinierenden Filmgattung, die ggf. auch bei Hammer-, Slasher- oder Mafia-Motiven wildern geht. – Anspieltipps: The Girl Who Knew too Much / Spuren auf dem Mond / Midnight Killer / Aquarius / Das Grauen kam aus dem Nebel
    Gesellschaftsdrama und Gerichtsfilm zugleich, ist „Der gläserne Turm“ ein beispielloser Leckerbissen für Freunde des deutschen 50er-Jahre-Films, denen hochwertige Eleganz und Ästhetik wichtig sind. Ebenfalls hervorragend besetzt (Hasse / van Eyck / Palmer / Horney) und für mich die Entdeckung des zurückliegenden Jahres. – Link

  • Rückblick 2018Datum03.01.2019 01:20
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    "Vier gegen die Bank" hat mir auch gut gefallen, ich bräuchte ihn aber nicht unbedingt auf DVD, denn besser als die TV-Ausstrahlung dürfte er da auch nicht aussehen. Und dann ist er als TV-Produktion von 1976 natürlich auch einfach nicht so optisch opulent wie etwa "Der gläserne Turm", den man eigentlich wirklich dringend nochmal ohne Senderlogo sehen müsste. "An einem Freitag um halb zwölf" möchte ich als DVD-Wunsch für 2019 aber ebenso nochmal (wie gefühlt jedes Jahr) unterstreichen - gern auch in Form einer mehrsprachigen Italo-, Frankreich- oder Brit-VÖ. Andere Wünsche umfassen vor allem Titel im Giallo-, Poliziottesco- und dem sträflich vernachlässigten Vor-45er-Bereich. Sonst gern auch noch Verschiedenes von Herbert Reinecker, z.B. "Menschen im Netz", "Bumerang" oder "Kennwort Reiher".

  • Frohes neues JahrDatum02.01.2019 14:08
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Vielen Dank, @Havi17, und auch von mir der Wunsch für ein gesundes neues Jahr in die große Runde!

    2019 wird gerade auch für Wallace-Fans wieder einige spannende Jubiläen mit sich bringen ...

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Ich habe Kabel-Eins-Aufnahmen mehrerer (überwiegend SW-)Filme sowie ein paar Kauf-VHS von Kinowelt. Alles von vor der Restaurierung der Originalfassungen. Kann sie aber leider nicht mehr so einfach abspielen oder digitalisieren. Einige VHS-Kassetten sind auch nicht im Detail beschriftet, sodass ich nicht genau sagen kann, welche Filme ich noch darauf habe (kann außerdem sein, dass ich um 2004/05 noch einige mit anderen Sendungen überspielt habe, nachdem dann die Wallace-DVDs herausgekommen waren).

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Auf mehrfachen Tipp der Foristen kam dieses Weihnachten „Hasch mich, ich bin der Mörder!“ auf den Gabentisch und sogleich auch zur Begutachtung in den Player. Wir haben Tränen gelacht.



    Hasch mich, ich bin der Mörder! (Jo)

    Komödie, FR 1971. Regie: Jean Girault. Drehbuch: Claude Magnier, Jacques Vilfrid, Jean Girault (Vorlage: Alec Coppel, Myra Coppel). Mit: Louis de Funès (Antoine Brisebard), Claude Gensac (Sylvie Brisebard), Bernard Blier (Inspecteur Ducros), Guy Tréjan (Anwalt Adrien Colas), Michel Galabru (Tonelotti), Ferdy Mayne (Mr. Grunder), Yvonne Clech (Cécile Grunder), Florence Blot (Madame Cramusel), Micheline Luccioni (Françoise), Christiane Muller (Haushälterin Mathilde) u.a. Uraufführung (FR): 1. September 1971. Uraufführung (BRD): 3. März 1972. Eine Produktion von Trianon Productions für MGM Metro-Goldwyn-Mayer.

    Zitat von Hasch mich, ich bin der Mörder!
    Was zunächst wie die harmlosen Vorbereitungen zum neuesten Theaterstück des bekannten Autors Antoine Brisebard wirkt, hat einen bitteren Hintergrund: Brisebard versucht tatsächlich, den perfekten Mord zu begehen, denn er wird vom ruchlosen Erpresser „Jo“ in die Mangel genommen. Eines Nachts fallen Schüsse und der Mann, den Brisebard für Jo hält, sinkt tot zusammen. Wie soll der Schriftsteller nun die Leiche loswerden? Ihm kommt die Idee, sie im Fundament seines gerade erworbenen Gartenpavillons zu versenken, aber der Beton, der 200 Jahre halten sollte, erweist sich als sehr brüchig. Auch sonst wird Brisebard vom Pech verfolgt: Inspecteur Ducros ist ihm augenblicklich auf der Schliche, Jos lebloser Körper erweist sich als echter Klotz am Bein und schließlich nicht ‘mal als Jo selbst ...


    „Für einen Profi ist es ein Kinderspiel, eine Leiche verschwinden zu lassen.“

    Man darf von einem Louis-de-Funès-Film vielleicht nicht erwarten, die allerkomplexeste Kriminalhandlung zu erzählen. Sein Antoine Brisebard – Theaterschriftsteller und hauptsächlich auf Komödien spezialisiert – überblickt die Situation mit dem Erpresser Jo schließlich selbst nicht so genau. Stattdessen entwickelt sich „Hasch mich, ich bin der Mörder!“ als außerordentlich vorzeigbare und amüsante Variation von „Immer Ärger mit Harry“ – als rabenschwarze Komödie über die Schwierigkeiten, den perfekten Mord zu begehen, wenn es mit der Entsorgung der einmal angefallenen Leiche nicht so recht klappen will ...

    Brisebard, der einerseits selbst von Jo in die Mangel genommen wird und andererseits vorgibt, diesen Stoff als neues Bühnenstück verwenden zu wollen, gibt de Funès jede erdenkliche Gelegenheit, seinen typischen Humor auszuspielen – von messerscharfen Wortgefechten mit dem Inspecteur, seiner Ehefrau oder der nervigen Maklerin, die sein Haus weiterverkaufen will, bis hin zu agilem Mienenspiel sowie wilden Gesten und vollem Körpereinsatz. Dem Film entstammt auch der berühmte „Nein! Doch! Oh!“-Wortwechsel, den de Funès und Bernard Blier bzw. ihre deutschen Stimmpendants Gerd Martienzen und Martin Hirthe mit perfektem Gespür fürs richtige Timing umsetzen. Überhaupt lebt der Film nicht zu geringen Teilen von der hervorragenden, zur aufgekratzten Stimmung des Streifens passenden, prominent besetzten Synchronfassung. Aber auch sonst laden Brisebards Ideen immer wieder zum Lachen ein: ob es nun darum geht, die Leiche im Fundament des Pavillons, innerhalb einer Statue der geliebten Großmutter oder durch das Fenster einer Schiffskabine zu entsorgen.

    So harmonisch wie selten sonst geht es dabei in der Ehe der Brisebards zu. Sehr effektiv wechselt der Film die Spur, als Antoine (nachdem er in der ersten Filmhälfte zunehmend verzweifelter Einzelkämpfer war) schließlich seine Frau in sein Verbrechen einweiht. Diese reagiert begeistert auf seinen „Liebesbeweis“ und hilft von da ab tatkräftig mit, den Unfallmord zu verschleiern – zum Beispiel, indem sie beginnt, den steifen Leichnam auseinanderzusägen. Für Claude Gensac, die langjährige Filmpartnerin von Louis de Funès, bietet diese Rolle mehr als die üblichen Blödeleien und Streitszenen und sie wird entsprechend enthusiastisch von ihr dargestellt. Obwohl die Chemie zwischen Gensac und de Funès blendend funktioniert und Louis’ Frau Jeanne die Darstellerin stets bestärkte, äußerte sich Gensac im Jahr 2000 kritisch über ihr Mitwirken an diesen Filmen, die auch Jahrzehnte nach de Funès’ Tod noch immer ihr Image bestimmten.

    Geniale Einfälle wie der unter Flamenco-Tänzen zerbröselnde Pavillon-Unterboden, die andauernde Skepsis des knallharten Ermittlers oder die Missverständnisse mit der Haushälterin, die alles nur für gespielt hält, sorgen für dauerhaft gute Unterhaltung. Keine Minute Langeweile schleicht sich in „Hasch mich, ich bin der Mörder!“ ein und am Ende zeigt sich nach kurz angedeutetem Happy End für Schwerenöter Brisebard die Vergeblichkeit aller seiner Bemühungen noch einmal in kurzer, prägnanter Schärfe auf. Louis hatte in seinen Krimis eben einfach kein Glück – wenn er wie hier auf der dunklen Seite stand, war am Ende die Polizei überlegen; spielte er dagegen selbst einen Polizisten, triumphierte am Ende der geniale Fantomas ...

    Spritzige Kriminalkomödie, die diverse Konventionen des Genres auf den Arm nimmt und für die Zwecke eines typischen Louis-Lustspiels entfremdet. Der düstere Erpresser, sein armes Opfer und dessen missglückte Mord- und Nachbereitungspläne laden zu einem herzlichen Vergnügen ein, das für Freunde von Krimiklassikern besonders empfehlenswert ist. 5 von 5 Punkten.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Solche Beschwerden liest man bei gut konstruierten Lösungen, die den Hauptverdächtigen als Täter aus dem Hut ziehen, gerade nicht, z.B. bei "Das fehlende Glied in der Kette". Aber was Täterkonstruktionen angeht, sind Edgar Wallace und Agatha Christie doch zwei sehr unterschiedliche Paar Schuhe.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Zitat von Count Villain im Beitrag #9
    Ist das nicht etwas zu sehr aus der Warte eines "Wissenden" gedacht?

    Ich hatte ja vorher betont, dass ich es auch für "Unwissende" sehr offensichtlich finde, dass Peter Clifton nicht der Täter ist. Jeder, der mit den Grundstrukturen eines Whodunit vertraut ist, weiß, dass derjenige, auf den der größte Verdacht fällt, so gut wie nie als Täter entlarvt wird. Deshalb wäre es gut gewesen, das Mitleid mit Peter und gern auch mit Jane als Opfer eines kriminellen Ränkespiels stärker zu betonen und gleichzeitig den richtigen "Gerissenen" und dessen Taten stärker in den Mittelpunkt zu rücken.
    Zitat von Count Villain im Beitrag #9
    Den Fälscher sehe ich da in der Tat als einen Startpunkt. Weg von den Experimenten der Frühphase, hin zu dem Wallace-Krimi. Und das geschieht natürlich mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

    Stimmt, hier wirkt vieles schon deutlich routinierter und selbstverständlicher als in früheren Filmen und insgesamt weniger experimentell, sondern sehr konservativ. Wahrscheinlich ist das nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass Reinl hier der erste Regisseur war, der einen dritten Wallace-Krimi drehen durfte. Auch später war es ja die mangelnde Abwechslung auf dem Regiestuhl, die die Reihe in eine Art Leerlauf gebracht hat.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Zitat von Georg im Beitrag #120
    Ein Denkmal wird erschossen (1988), Behäbiger Herbert-Reinecker-Krimi mit Peter Pasetti

    Sicher sehr interessant, selbst wenn behäbig. Wäre das nicht auch ein DVD-Kandidat?

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Leider muss ich diesmal den Spielverderber geben:



    Edgar Wallace: Der Fälscher von London

    Kriminalfilm, BRD 1961. Regie: Harald Reinl. Drehbuch: Johannes Kai (Romanvorlage „The Forger“, 1927: Edgar Wallace). Mit: Karin Dor (Jane Leith-Clifton), Hellmut Lange (Peter Clifton), Siegfried Lowitz (Oberinspektor Burke), Viktor de Kowa (Dr. Donald Wells), Mady Rahl (Marjorie Wells), Walter Rilla (John Leith), Robert Graf (Basil Hale), Sigrid von Richthofen (Mrs. Unterson), Ulrich Beiger (Inspektor Rouper), Joseph Offenbach (Henry Blonberg), Otto Collin (Anwalt Radloff), Eddi Arent (Stone / Organist Miller), Annelies Schmiedel (Dienerin Anna), Horst Breitkreuz (Wärter), Günter Lüdke (Sergeant Wislow) u.a. Uraufführung: 15. August 1961. Eine Produktion der Rialto-Film Preben Philipsen Hamburg im Constantin-Filmverleih München.

    Zitat von Der Fälscher von London
    Was zunächst nur eine Zweckheirat zwischen der armen, aber sehr repräsentablen Jane Leith und dem reichen, etwas fragwürdigen Peter Clifton ist, entwickelt sich zu einer Leidenspartnerschaft, als Clifton unter Verdacht gerät, für eine große Anzahl gefälschter Banknoten und einen Mord im Park des Anwesens Longford Manor verantwortlich zu sein. Jane schützt Peter, obwohl in beiden frisch gebackenen Eheleuten die schreckliche Vermutung aufkeimt, dass Peter ein Mann mit gespaltener Persönlichkeit und somit tatsächlich ein Fälscher und Mörder sein könnte. Der Familienarzt Dr. Wells bestätigt diese Vermutungen, doch wieviel Gewicht haben die Aussagen eines Mannes, der selbst ein Handlanger des „Gerissenen“, des genialen Geldfälschers, ist? Oberinspektor Burke jedenfalls kommen Zweifel daran, ob der auf dem Silbertablett präsentierte Peter wirklich ein Verbrecher ist ...


    „Außerordentliche Begabungen findet man oft bei Schizophrenen.“

    Edgar Wallace hatte einen Hang zum Verquicken von Krimi- mit Romanzenstoffen und stellte die holde Schönheit nicht nur mutigen Helden, sondern auch durchtriebenen Gesellen zur Seite. So wird Beryl Stedman im „Zinker“ mit Frank Sutton verkuppelt, Marney Kane in „Zimmer 13“ mit Jeffrey Legge und Jane Leith im „Banknotenfälscher“ eben mit Peter Clifton. Auf den Buchseiten war die Gefahr, dass Wallace seine Protagonistin geradewegs ins Seelenunheil laufen ließ, also durchaus gegeben; filmische Adaptionen hingegen stellten sich oft als deutlich seichter heraus. So auch Harald Reinls dritter Wallace-Film, in dem es eigentlich keine Zweifel an Peters Unschuld geben kann – so offensichtlich und zahlreich, wie die Indizien gegen ihn eines nach dem anderen entweder ans fahle Tages- oder flackernde Kerzenlicht gezerrt werden. Das hinderte weder Johannes Kai an einer liebesfilmlastigen Adaption des Stoffes noch Harald Reinl an einer entsprechenden Inszenierung – beide Aspekte lassen Krimigeschehnisse hinter die vordergründige Lovestory zurücktreten bzw. verschieben sie auf einen sehr späten Zeitpunkt im Film, sodass der Zuschauer hier über eine halbe Stunde auf den ersten Mord warten muss, ohne dass zuvor eine ähnlich interessante Bedrohungslage aufgebaut wird wie etwa in „Die seltsame Gräfin“. Stattdessen geht es um gefälschtes Geld, das zudem durch einen Qualitätsabfall in der Arbeit des „Gerissenen“ mittlerweile erschreckend leicht zu erkennen sein soll – spektakulär kann man das nicht gerade nennen. Es erforderte folglich Reinls unbestreitbares Talent, Atmosphäre zu schüren, um von der eher unbefriedigenden Handlung und der durch das Indiz mit der Kupferstichplatte recht offensichtlichen Täterkonstruktion abzulenken – zum Beispiel durch ein surreal dunkel ausgeleuchtetes Polizeibüro, ein von einem wildgewordenen Barock-Liebhaber ausgestattetes alptraumhaftes Plüschschloss oder die sehr faszinierende Idee eines Spiegelzimmers zur Kommunikation von Handlangern und Befehlsempfängern mit dem großen Verbrecherboss.

    Unzweifelhaft begründet sich die Romanzenseligkeit des „Fälschers“ rund um die zwischenfallsreiche Hochzeit, die stocksteifen Flitterwochen, den bösen Widersacher Basil Hale, die Ehezwistigkeiten im Hause Wells und das Erstarken der Liebe zwischen Jane und Peter in einer Situation von Gefahr und Zweifel mit dem Wunsch des Regisseurs, seine Ehefrau Karin Dor zu einer Bilderbuchrolle als begehrter, aber tugendhafter und integrer Partie zu verhelfen, die diese dann auch überzeugend, aber gleichzeitig etwas unterkühlt meisterte. Hellmut Lange hingegen wurde gerade aufgrund seiner Unbekanntheit engagiert und erweist sich nicht nur drehbuchbedingt, sondern auch in Charisma und Sympathiefaktor als eindeutiger Rückschritt gegenüber den bisherigen leading men der Serie – und das, obwohl alle Aspekte des „Fälschers“ ja gerade darauf hinauslaufen, Mitleid mit Peter Clifton zu erwecken. Dieser versagt demnach nicht nur als maskulines Schutzschild, sondern auch in seiner Funktion als naiver, charakterschwacher, hilfsbedürftiger Sündenbock und bleibt damit in einer neutralen Schwebe, die beim Zuschauer wenig Nägelkauen über sein Schicksal und das seiner Braut aufkommen lässt.

    „Der Fälscher von London“ ist vielmehr ein Film der Kleindarsteller und verborgenen ikonischen Momente. Zwar wurden die Bösen hier (egal, ob sie verdeckt oder offen agieren) klischeehaft überzeichnet, aber dies lässt den Zuschauer immerhin ein bisschen Position für Jane und Peter beziehen, wenn die Hauptdarsteller diese Identifikation schon nicht selbst schaffen. Als Karikaturen glatter, bestechlicher, schamlos verlogener Halbweltler geben vor allem Viktor de Kowa, Ulrich Beiger und Joseph Offenbach exzellente Vorstellungen. Auch das melodramatische Mutter-Sohn-Gespann bestehend aus Sigrid von Richthofen und Robert Graf entpuppt sich als wichtiger Bestandteil, weil es den etwas drögen ersten Teil des Films mit einer Portion bitter benötigter Zwistigkeiten sowie familiärer Geheimnisse aufhübscht. Der Tod von Basil Hale und Peters mögliche Inkriminierung wurden sehr stimmungsvoll umgesetzt und lassen – ebenso wie Mrs. Untersons Tod – nicht die übliche Scheu der Reihe vor dem Zeigen von Kunstblut erkennen. Neben Peter Clifton als einzige Figuren auf der Schwelle zwischen Gut und Böse stehen Marjorie Wells und John Leith, deren Darsteller Mady Rahl und Walter Rilla entsprechend viel Verdacht auf sich ziehen. Das Finale versucht sich dann an einem mehrfachen Boden, indem es zunächst so aussieht, als wolle Oberinspektor Burke Dr. Wells als Haupttäter verhaften, verlagert sich schließlich aber in eine sehr ansehnliche nächtliche Fabrikhalle, um dort die tatsächliche Demaskierung durchzuführen. Die Fäden werden am Ende sehr rasch zusammengeführt und man hätte sich gewünscht, der gesamte Film wiese jenes Tempo und jene treibende Neugier auf, die er ab der Ermordung Radlows an den Tag legt.

    Leider verlieren die ausgesucht schönen Außenaufnahmen sowie auch die betont gruseligen Studiosets einen nicht unwesentlichen Teil ihrer Wirkkraft durch die Musik von Martin Böttcher. Per se steht Böttchers typischer Stil der Easy Listening-Musik den Zielen der Edgar-Wallace-Filme diametral entgegen, weil er eben gerade der nonchalanten Entspannung dient, wohingegen ein Krimi Anspannung zu erzeugen versucht. Folglich hätten nicht nur harrschere Töne, sondern insgesamt auch eine weniger gemütvolle Aufarbeitung des Stoffes, bei der die Tätigkeiten sowie die Schäden, die der „Gerissene“ mit seinen Fälschungen und spektakulären Verbrechen anrichtet, viel stärker im Fokus stehen, für mehr Nervenkitzel gesorgt.

    Ungeschickte Adaption einer schwierigen Vorlage mit einer nicht idealen Besetzung der kritischen Hauptrolle. Ein Darsteller vom Format eines Hanns Lothar wäre als Peter Clifton überzeugender gewesen als der ruppige Hellmut Lange, dem der verunsicherte, teilweise linkische Part des Prügelknaben nicht gut zu Gesicht steht. Auch wurden zu viele Chancen zum Erzeugen der in der Wallace-Reihe so beliebten Angst- und Gruselelemente vergeben; hier hätten Drehbuch und Regie den Plot gänzlich anders anpacken müssen. Nur Reinls trotz aller Romantik sehr hochwertige Regieführung sowie die überzeugenden Schurken bewahren den „Fälscher“ davor, zum bisher schwächsten Wallace-Film zu geraten.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Der Film wurde am 23. März 1961 von der FSK ab 16 Jahren (nicht feiertagsfrei) freigegeben. Berüchtigerweise war "Zimmer 13" der erste Wallace-Film mit einer 18er-Freigabe.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema



    Brust oder Keule (L’aile ou la cuisse)

    Komödie, FR 1976. Regie: Claude Zidi. Drehbuch: Claude Zidi, Michel Fabre. Mit: Louis de Funès (Charles Duchemin), Coluche (Gérard Duchemin), Ann Zacharias (Marguerite, die Vertretung), Julien Guiomar (Jacques Tricatel), Daniel Langlet (Lambert, Tricatels Mitarbeiter), Claude Gensac (Marguerite, die Sekretärin), Raymond Bussières (Henri, der Chauffeur), Philippe Bouvard (Fernsehmoderator), Yves Afonso (falscher Klempner), Dalio (d.i. Marcel Dalio) (Schneider) u.a. Uraufführung (FR): 27. Oktober 1976. Uraufführung (BRD): 10. Dezember 1976. Eine Produktion von Les Films Christian Fechner für AMLF.

    Zitat von Brust oder Keule
    Als gefürchtetster aller Restaurantkritiker Frankreichs bringt Charles Duchemin den nach ihm benannten Gastronomieführer heraus – ein Standardwerk für Gourmets und Touristen gleichermaßen. Da alle Lokale vor seinen Beurteilungen zittern, muss er seine stichprobenartigen Besuche hinter geschickten Maskeraden tarnen. Sein Sohn Gérard ist ihm leider keine große Hilfe, denn obwohl Duchemin-senior sich bald aus dem Geschäft zurückziehen will, zieht es den Filius eher zum Zirkus als zur Haute Cuisine. Dass Blut dicker als Wein ist, stellt sich erst heraus, als die Duchemins sich verbünden müssen, um den größenwahnsinnigen Plan des panschenden Systemgastronoms Tricatel zu stürzen, welcher Frankreichs beste Restaurants aufzukaufen droht ...


    „Wenn Sie vorhaben, innerhalb weniger Wochen an einem Magengeschwür zu sterben, dann besuchen Sie das Restaurant Zum gefüllten Truthahn.“

    Zu Frankreich gehören viele Klischees, aber das der gehobenen Gastronomie zählt sicher zu den bekanntesten. Umso schöner, dass sich Louis de Funès dieser Nische einmal mit aller Dreistigkeit annahm und sich zwischen ihm als Feinschmecker vor dem Herrn und dem ähnlich eitlen, auf harten Konkurrenzkampf getrimmten Junkfood-König Tricatel (Julien Guiomar) ein (koch-)messerscharfes Duell entspinnt. Mit trockenem Witz führt ein Sprecher in das von Louis als Kritikerkönig verlegte Restaurantführer-Imperium ein, bevor man dem Meister selbst dann bei der „unauffälligen“ Überprüfung eines noblen Lokals über die Schulter schauen darf. Die Prämisse verspricht also enorm viel, hält dann aber leider nicht den gesamten Film über durch, der sich zunehmend in Albernheiten und Seitenplots verliert und nur mehr wenig auf den typischen Arbeitsalltag des Restaurantkritikers abhebt. Immerhin kulminiert die Handlung am Schluss in einem Aufeinandertreffen zwischen Duchemin und Tricatel in einer Fernsehtalkshow, in der sich die beiden Kontrahenten – angetrieben von jeweils äußerst kompromittierenden Erkenntnissen für die Gegenseite – in Feuereifer und Vergeltungsdrang in nichts nachstehen. Guiomar kann neben de Funès als zweiter großer Besetzungsglücksfall für diesen Film gewertet werden.

    Als Film, der in den fortgeschrittenen Jahren von de Funès’ Karriere entstand, präsentiert „Brust oder Keule“ den Komiker über weite Strecken allerdings in einer etwas zurückgenommeneren, weniger echauffierten Version, die von einer sehr präsenten zweiten Hauptrolle ein Stückweit entlastet wird. Während sich de Funès mit Co-Darsteller (Michel) Coluche den Überlieferungen zufolge ausnehmend gut verstand, wirkt die Vater-Sohn-Paarung auf den Zuschauer hingegen sehr befremdlich. Nicht nur die junge Sekretärin hegt Zweifel daran, ob der dickliche, schwarze Lockenkopf mit den Flausen im Kopf wirklich Louis’ missratener Sprössling sein kann – und auch Coluches platter Slapstick mag nicht so recht mit dem unseres Lieblingsfranzosen zusammenpassen. Die gesamte Sideline der Handlung um Duchemin-juniors Zirkusambitionen wirkt deplatziert und unpassend für diejenigen, die typischen Louis-de-Funès-Humor oder eine komplett aufs Feinschmeckermilieu abgestimmte Geschichte erwarten. Auch die sehr verhaltenen Flirtversuche von Gérard mit der eher blassen Marguerite (Ann Zacharias) lassen nicht nur dem clownesken Sohn, sondern stellenweise auch dem Zuschauer die Schamesröte ins Gesicht steigen.

    Versöhnend kann man die Musik von Vladimir Cosma anführen, die klassische Tafelmusik und französisches Tingeltangel gekonnt miteinander vermischt. Auch der Produktionsaufwand, der mit dem hohen Budget von über 20 Millionen Francs einherging, ist unverkennbar und macht sich vor allem in den Szenen in der Tricatel-Fabrik bemerkbar, wo futuristisch-fantastische Maschinen künstliches Essen aus unappetitlicher Mehlmasse und Gummi zusammenpressen. Diese fast schon dystopischen Momente, die an mit Chemielaboren gekreuzte Großküchen des 21. Jahrhunderts denken lassen, haben – da Charles Duchemin und sein Sohn hier als Einbrecher in die Zentrale eines scheinbar übermächtigen Gegners agieren – fast schon etwas Olsenbandenhaftes an sich, zumal die typisch poppige Siebzigerjahreausstattung unverkennbare Ausrufezeichen setzt.

    Louis als gepiesackten Feinschmecker zu sehen, beansprucht die Lachmuskeln des Publikums in angemessener Weise. Zwischendurch versiegen die guten Witze aber im Gegensatz zu besseren Filmen des Komikers aufgrund verschiedener Themenverfehlungen und einer eher unpassenden Besetzung der so wichtigen Vater-Sohn-Kombo. Im Vergleich zu de Funès’ stärkeren Klassikern sind deshalb nur 3 von 5 Punkten drin.

  • Walter WilzDatum28.12.2018 02:00
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Die Information wurde (ohne Quellenangabe) am 21. Oktober 2010 hinzugefügt. Das Wallace-Lexikon erschien am 7. April 2004.

    Ich bin ebenfalls gespannt auf Wilz' Auftritt in "Bitte recht freundlich, es wird geschossen". Von den vielen eher obskuren Filmen, durch die er im Laufe der Sechzigerjahre tingelte, ist das noch eine der vielversprechenderen. Man merkt halt, dass Wilz entweder unbedeutende Rollen in guten Produktionen oder gute Rollen in unbedeutenden Produktionen hatte, aber nie einen richtigen Jackpot.

  • Durbridge HörspieleDatum27.12.2018 19:57
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Der Audio-Verlag veröffentlicht seine sechs Paul-Temple-Titel am 22. März 2019 nochmal in einer kompakten Box mit 6 MP3-CDs. Im Gegensatz zu früheren Sammelboxen des Audio-Verlags ist damit auch der "Fall Conrad" wieder dabei - des Weiteren "Vandyke", "Jonathan", "Madison", "Spencer" und "Margo". Die Laufzeit beträgt stolze 29 Stunden und 13 Minuten.

    Auf der Website des Audio-Verlags wird für die VÖ ein anderes Cover angezeigt ("Director's Cut") als bei Amazon ("Original-Radiofassungen"), aber die Laufzeit ist bei beiden gleich.

    https://www.der-audio-verlag.de/hoerbuec...-3-7424-0953-9/

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Zitat von Count Villain im Beitrag #16
    Aber das hat mich zu der Erkenntnis gebracht, dass - zumindest in der Anfangsphase der Reihe - die Hinzufügungen der Drehbuchautoren mich meist mehr stören oder verwirren als die Logikdehnungen, die Wallace selbst eingebaut hat.

    Das ist doch eigentlich gerade für Romanfreunde eine schöne Erkenntnis, die zeigt, dass die Original-Wallace-Krimis besser sind als ihr Ruf. Und der wirklich positive Nebeneffekt der WdW-Reihe ist, dass man sich neben den Filmen auch wieder 'mal etwas genauer mit den Büchern, Hörbüchern oder anderen Adaptionen befasst - so habe ich zum Beispiel zu "Frosch", "Bande" und "Bogenschütze" zwischenzeitlich die Airplay-Hörbücher und zu "Kreis" und "Narzissen" die Europa-Hörspiele gehört und bin in vielen Fällen auch gerade von den Originalstoffen wieder sehr überzeugt. "Narzissen" fällt da als eine etwas komisch konstruierte Erzählung im Vergleich ein bisschen aus dem Rahmen; das erklärt vielleicht auch die größeren Freiheiten bei dieser Verfilmung im Vergleich zu anderen Frühfilmen der Reihe - wie auch immer man sie im Detail bewerten mag.

  • Das Millionending (1966, TV)Datum26.12.2018 21:00
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema



    Das Millionending (Teil 2)

    Teil 2 des TV-Kriminalmehrteilers, BRD 1966. Regie: Helmuth Ashley. Drehbuch: Maria Matray, Answald Krüger (Vorlage: Henry Kolarz). Mit: Helmut Wildt (Brehmer), Horst Bollmann (Possel), Willi Rose (Rosenow), Ewald Wenck (Stramka), Axel Scholtz (Fahrer Willi), Herbert Ballmann (Wollendorf), Friedrich Georg Beckhaus (Voss), Walter Jokisch (Kriminalrat Köppke), Frank Straass (Oberinspektor Gregoleit), Paul Esser (Kriminaloberrat Schadewitz) u.a. Erstsendung: 31. Dezember 1966. Eine Produktion der Televersal Hamburg fürs Zweite Deutsche Fernsehen.

    Zitat von Das Millionending (Teil 2)
    Brehmer ist mit seinen Komplizen Possel und Rosenow bis in den Tresorraum der EVK-Bank vorgedrungen. Weil Safeknacker Possel nicht durch das Loch in der Decke passt, muss Brehmer selbst den Geldschrank aufschweißen. Der Coup gelingt dennoch und die Bande freut sich über eine Sore von 1,2 Millionen Westmark, die die Ganoven nach einem zuvor vereinbarten Schlüssel untereinander aufteilen. Durch die von Brehmer hinterlassenen charakteristischen Spuren kann die Polizei den Neureichen jedoch bald auf die Schliche kommen. Einige fassen sie schnell, Brehmer und Possel gelingt das Passieren der Grenze nach Westberlin. Rosenow muss sich derweil mit einem lästigen Erpresser herumschlagen, der von seiner Involvierung in den EVK-Raub Wind bekommen hat. Können die Kriminalräte Köppke und Schadewitz trotz hoher Barrieren zwischen Ost und West den Fall trotzdem zu einem befriedigenden Ende bringen?


    Anders als andere Bankraub-Mehrteiler gliedert sich „Das Millionending“ nicht strikt in gleich lange Teile für Vorbereitung, Durchführung und Flucht, sondern verwebt die einzelnen Bestandteile auf geschickte Weise miteinander. Dadurch dass zu Beginn des zweiten Teils der eigentliche Bruch in den EVK-Safe gezeigt wird, ist der Wiedereinstieg in die zweite Hälfte des Falles gleich eine hochspannende Angelegenheit ohne lange Vorlauf- und Aufwärmzeiten. Obwohl die Handlung dazu angetan ist, gleiten die Szenen wegen der hohen Anspannung nicht ins Alberne ab, obwohl Possel wegen seiner Leibesfülle nicht selbst den Tresor knacken und seine klugen Ratschläge nur kopfüber im Deckendurchbruch steckend geben kann. Horst Bollmann verkörpert die Rolle mit sympathischer Selbstzufriedenheit und einer Portion Snobismus, denn Possels gebildetes Auftreten und seine Vorliebe für lateinische Sprichwörter hebt ihn von den bodenständigen anderen Figuren ab. Auch Wildt steigert im Vergleich zum ersten Teil sein Profil und präsentiert sich als Mann der Tat, der in schwierigen Momenten Nerven bewahrt und durchaus in der Lage ist, ein Machtwort zu sprechen. Sein Heinz Brehmer reicht zwar sicher nicht an den Kultstatus eines Tappert’schen Michael Donegan heran, ist für die sachliche Herangehensweise von „Das Millionending“ aber letztlich doch der richtige Mann.



    Obwohl „Das Millionending“ von einer Hamburger Produktionsfirma verantwortet wurde, entstanden sowohl die Studio- als auch die Außenaufnahmen in Berlin, was dem Mehrteiler eine sehr authentische Wirkung verleiht. Die Drehs am Kurfürstendamm, in der U-Bahn und in abgelegeneren Gebieten nahe der Zonengrenze wie zum Beispiel am Preußischen Landtag in der Niederkirchnerstraße sowie die selbstverständlich scheinende Einbindung von Archivmaterial lassen den Zuschauer keinen Moment daran zweifeln, hier eine Geschichte zu sehen, die sich im Jahr 1951 tatsächlich in der Spreemetropole zugetragen hat. Besonderes Augenmerk liegt auch auf dem Springen zwischen dieser und jener Seite der Sektorengrenze, die weniger der gut vernetzten Unterwelt als vielmehr den Kriminalern die Arbeit erschwert. „Da kannst du nach Peking oder New York telefonieren“, meint Kriminalrat Köppke resigniert, „aber hier in Berlin vom Wittenberg- zum Alexanderplatz geht’s nicht.“. Auch auf dem strengen Dienstweg legen dringliche Informationen zwischen den Behörden die wenigen Kilometer nur im Schneckentempo zurück. Gut für die Kripo und schlecht für Brehmers Bande ist es deshalb, dass Köppke und Schadewitz eine persönliche Freundschaft verbindet und sie so Rat halten, um die Ganoven in routinierte Fallen zu locken. Walter Jokisch und Paul Esser geben sich in diesen hartnäckigen Rollen keine Blöße, werden aber auch nicht über Gebühr gefordert.

    Tatsächlich hätte das Zurstreckebringen der Gangster noch etwas spektakulärer ausfallen können. Am meisten hat noch Rosenow zu leiden, der schon nach seiner Anzahlung in Saus und Braus lebt und damit nicht etwa als erstes die Polizei, sondern einen lästigen Erpresser anzieht wie das Licht die Motte. In wenigen düsteren Szenen begleitet Ashley, der emotionale Schauspielerführer, Willi Rosen auf einer Achterbahnfahrt der Gefühle vom Einkaufsrausch bis zur bitteren Ernüchterung. Bei den anderen Akteuren hält er sich eher zurück; sie werden bei stümperhaften Fluchtversuchen oder der Übergabe eines falschen Passes geschnappt und der Abspann verkündet schließlich nur noch lapidar, wer sich mit seiner Rolle im „Millionending“ letztlich wie viele Jahre Gefängnis verdiente. Um den Bogen zur Einführung zu schließen, wäre hier ein Erzählerkommentar nicht schlecht gewesen, währenddessen noch einmal die Berliner Motive hätten gezeigt werden können. Dies ist aber ein verhältnismäßig kleiner Schnitzer in einem im Großen und Ganzen vielleicht nicht gerade nervenaufreibenden, aber doch sehr ansehnlichen Gaunerstück, das in seinen guten Momenten echtes Heist-Format besitzt.

    Mühsam ernährt sich der Bankräuber – was manche Krimis zu einem großen Abenteuerspiel verklären, zeigt „Das Millionending“ als gut geplantes, aber von Zwischenfällen empfindlich behindertes Großunterfangen. Kaum ein Bandenmitglied bleibt von Anfang bis Ende dabei; die Gefahr einer Verhaftung lauert stets im Hintergrund. Ashley gelang hier ein solider Krimi, der seine Laufzeit sehenswert zu füllen versteht und mit einer nicht unbedingt prominenten, aber passenden und durch fehlende Sonnyboys auch authentisch berlinerischen Besetzung punktet. 4 von 5 Punkten.

  • Das Millionending (1966, TV)Datum25.12.2018 21:00
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema



    Das Millionending (Teil 1)

    Teil 1 des TV-Kriminalmehrteilers, BRD 1966. Regie: Helmuth Ashley. Drehbuch: Maria Matray, Answald Krüger (Vorlage: Henry Kolarz). Mit: Helmut Wildt (Brehmer), Gerhard Hartig (Kolschewski), Horst Niendorf (Steinbach), Walo Lüönd (Gellert), Ewald Wenck (Stramka), Peter Schiff (Klett), Horst Bollmann (Possel), Willi Rosen (Rosenow), Walter Jokisch (Kriminalrat Köppke), Paul Esser (Kriminaloberrat Schadewitz) u.a. Erstsendung: 30. Dezember 1966. Eine Produktion der Televersal Hamburg fürs Zweite Deutsche Fernsehen.

    Zitat von Das Millionending (Teil 1)
    Fahrgeldeinnahmen aus dem Westen lagern im Tresorraum der Ostberliner EVK-Bank. Eine gemischte Gaunertruppe aus den Ost- und Westteilen der Stadt plant im Jahr 1951, sich dieser Gelder mithilfe eines minutiös durchgeführten Raubes zu bemächtigen. Weil der Bohrer, mit der die Verbrecher von einem Schuppen in den Tresorraum vordringen wollen, zu laut ist, fliegt das Vorhaben zunächst auf, sodass sich die Köpfe der Bande – Brehmer, Kolschewski und Steinbach – nach einem Übergangsjob umschauen müssen. Diesen finden sie dank Tippgeber Gellert bei einem Bruch in einer Schlachterei, doch diese scheinbar kleine Nummer wird sowohl dem gierigen Steinbach als auch dem misstrauischen Gellert zum Verhängnis ...


    Dass „Das Millionending“ zum ersten Mal zwischen Weihnachten und Silvester 1966 ausgestrahlt wurde, erkennt man an dem kleinen Fingerzeig, dass Bandenmitglied Oskar Klett in Berlin eine Niederlassung des VEB Thüringische Glaswaren und Christbaumschmuck betreibt. Im Übrigen schildert „Das Millionending“ den Bankeinbruch auf die nüchternste vorstellbare Weise und verleiht weder seinen Schurken noch seinen Polizeibeamten skurrile oder ausgefallene Merkmale. Man schien sich dieses Umstands bewusst zu sein und entschied sich deshalb dafür, alle für den Einstieg wichtigen Hauptfiguren zu Beginn von Teil 1 mit kurzen Off-Sprecherkommentaren vorzustellen, was gleichzeitig die dokumentarische Machart, die vom unaufgeregten Mehrteiler ausgeht, untermauert. Wer aufgrund der Vorlage von Henry Kolarz einen Krimi von ähnlicher Schubkraft wie „Die Gentlemen bitten zur Kasse“ erwartet, der wird ob Helmuth Ashleys Gemächlichkeit vielleicht etwas enttäuscht sein; andererseits kommen durch die Kleinteiligkeit der Erzählführung das Gaunerflair und die Schwierigkeit, das heiß ersehnte Ziel nur über Umwege zu erreichen, gut zur Geltung. Den Verbrechern fällt es teilweise schwer, die Geduld zu bewahren, die zum zielstrebigen und ausdauernden Arbeiten erforderlich ist, was zu Streitigkeiten und Verdächtigungen führt. Besonders Ewald Wenck als alter Stiesel mit prima Berliner Dialekt, Peter Schiff als halbherzig Beteiligter, Walo Lüönd als skeptischer Zeitgenosse, der nur das selbst Gesehene glaubt, und Willi Rose als ungeduldiger Säufer tun sich diesbezüglich hervor.



    Doch nicht nur Egoisten und Amateure in den eigenen Reihen erschweren den Dieben die Arbeit – auch vor dummen Zufällen und der Schläue der Polizei müssen sie sich in Acht nehmen. „Das Millionending“ setzt diesbezüglich die volle Bandbreite an Genremitteln ein, um seinen Ersatz-Gentlemen das Leben schwer zu machen – ob aufmerksame Nachtwächter, fußballspielende Kinder oder erfahrene, gut zwischen Ost und West kooperierende Kriminalräte mit beeindruckendem Polizeipparat in der Hinterhand. Als Gegner haben Helmut Wildt, Gerhard Hartig und Horst Niendorf diesem Aufgebot eine Spur zu wenig entgegenzusetzen. Sie bleiben einigermaßen blass und man hätte sich markantere Mimen in diesen tragenden Rollen gewünscht; vielleicht mit Ausnahme Niendorfs, der als vornehmer Ganove, welcher lieber Wache schiebt als sich die Hände beim Buddeln schmutzig zu machen, eine gute Figur macht, aber „unwürdig“ aus dem Kreis der Bankräuber ausscheidet. Er stolpert über seine Gier und bezahlt mit angekohlten Geldscheinen, anstatt sie wie instruiert vollständig zu verbrennen. Seine Verhaftung auf einem Postamt ist zwar ein denkwürdiger Moment im Film, aber auch eine Antiklimax, denn durch sie wird eine erneute Änderung in der Zusammensetzung von Brehmers unsteter Bande nötig.

    Fast mehr Prominenz als vor der Kamera findet sich dahinter; neben Wallace-Regisseur Ashley, der seinen Stammkameramann Franz Xaver Lederle mitbringt und mit dessen Hilfe sehr atmosphärische, dynamische Bilder auch außerhalb von Studiobauten einfängt, dürfte wohl die Personalie Martin Böttcher am meisten Aufmerksamkeit erregen. Ein wenig enttäuschend ist es daher, dass es sich bei Böttchers Score nur um die wiederverwendete Titelmusik aus „Das Ungeheuer von London-City“ handelt. Immerhin wirkt sie in einem ernsthaften, weniger klamaukigen Umfeld als im Zbonek-Film besser aufgehoben, sodass man beschwingt mit den Füßen wippt, nachdem der Durchbruch zum Tresorraum als Cliffhanger am Ende des ersten Teils endlich doch geglückt zu sein scheint. Man darf gespannt sein, welche Schwierigkeiten wohl noch auf Brehmer und Co. warten werden ...

Inhalte des Mitglieds Gubanov
Beiträge: 15725
Geschlecht: männlich
Seite 6 von 50 « Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 50 Seite »
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen