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  • Edgar Wallace AusstrahlungenDatum01.08.2018 21:57
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Hier die Termine für die nächsten Wochen:

    09.08., 20:15 Uhr: Zimmer 13
    09.08., 21:50 Uhr: Im Banne des Unheimlichen
    09.08., 23:25 Uhr: Zimmer 13 (Wdh.)
    11.08., 00:00 Uhr: Im Banne des Unheimlichen (Wdh.)

    16.08., 20:15 Uhr: Das Gesicht im Dunkeln
    16.08., 21:40 Uhr: Die Gruft mit dem Rätselschloss
    16.08., 23:10 Uhr: Das Gesicht im Dunkeln (Wdh.)
    [keine Wdh. "Die Gruft mit dem Rätselschloss"?]

    23.08., 20:15 Uhr: Der Hund von Blackwood Castle
    23.08., 21:45 Uhr: Die Tote aus der Themse
    23.08., 23:15 Uhr: Der Hund von Blackwood Castle (Wdh.)
    [keine Wdh. "Die Tote aus der Themse"?]

    Über alternative ORF-Fassungen ist mir nichts bekannt. Kann jemand Genaueres berichten?

  • Der grüne Bogenschütze (1923)Datum31.07.2018 18:52
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Super informativer Bericht, vielen Dank dafür. Den "Bogenschützen" kenne ich zugegeben nicht von zwischen den Buchdeckeln her, sondern nur aus verschiedenen Hörbuchfassungen, weil mich die Länge der ungekürzten Ausgabe immer abgeschreckt hat und ich bekanntermaßen kein besonderer Freund dieses Geistermörders mit den Robin-Hood-Strumpfhosen bin. Eventuell lag es aber an den für die Hörbuchfassungen nötigen Kürzungen (aber immerhin hat die Airplay-Ausgabe 4 CDs) oder den zugrundeliegenden "falschen" Übersetzungen, dass mir der Roman nie wirklich besonders gefallen hat und sich ein längerer Blick in die Weltbild-Ausgabe doch lohnen würde. Was du da bzgl. der Versionsunterschiede beschreibst, setzt ja teilweise wirklich dem Bogenschützen die Krone auf.

  • Das Grauen kam aus dem Nebel (1970)Datum30.07.2018 20:15
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Hier nun auch die beiden anderen Scerbanenco-Ankündigungen für März bzw. Oktober 2019:


    Zitat von Giorgio Scerbanenco: Der lombardische Kurier
    Der lombardische Kurier: Grausamer Mord an einer jungen Lehrerin. In seinem neuen Fall sieht sich Duca Lamberti mit einem besonders brutalen Überfall halbwüchsiger Schüler auf ihre Lehrerin konfrontiert. Die junge Frau stirbt an den Folgen ihrer Misshandlung. Als Lamberti der Verdacht kommt, dass hinter dem Mord das kaltblütige Kalkül eines Erwachsenen stecken könnte, greift er zu einem ungewöhnlichen Mittel - und bringt sich fast um Kopf und Kragen.

    Zitat von Giorgio Scerbanenco: Ein pflichtbewusster Mörder
    Ein pflichtbewusster Mörder: Ein behütetes Mädchen verschwindet im Mailänder Untergrund. Vor fünf Monaten verschwand die junge, etwas zurückgebliebene Donatella Berzaghi auf unerklärliche Weise aus der väterlichen Wohnung. Duca Lamberti, der gebeten wird, dem Fall nachzugehen, ist ratlos. Wie kann ein Mädchen von so auffallender Schönheit am hellichten Tag aus einer verschlossenen Wohnung entführt werden, ohne Aufsehen zu erregen? Als Donatella schließlich tot aufgefunden wird, führen Lambertis Ermittlungen direkt in das Mailänder Rotlichtmilieu.

  • Pater Brown - HörspieleDatum29.07.2018 23:20
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Gerade im Vergleich mit den genannten Figuren bleiben mir bei Pater Brown einfach kaum Persönlichkeitsmerkmale abseits seines Berufs im Kopf. Die anderen sind gewissermaßen "schillerndere" Figuren auf die eine oder andere Weise. Hinzu kommen die oft aufs Simpelste reduzierten Fälle, wo in Bezug auf inhaltliche Komplikationen Christie und Co. einfach mehr Gedankenfutter bereitstellten als Chesterton. Aber wahrscheinlich sollte man nicht 1:1 vergleichen, sondern die Geschichten einfach für das nehmen, was sie sind. Irgendwann bin ich sicher auch mal wieder in einer Pater-Brown-Phase.

  • Pater Brown - HörspieleDatum29.07.2018 20:20
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Zitat von Count Villain im Beitrag #9
    Interessant wäre, mit welchen anderen Detektiven du vergleichst.

    Sicher nicht mit Miss Marple, die ja nicht gerade als meine Lieblingsdetektivin bekannt ist. Aber ich sehe z.B. in Pater Brown keinen so faszinierenden Charakter, der zahlreiche verschiedenartige Geschichten tragen kann, wie z.B. in Sherlock Holmes, Hercule Poirot, Lord Peter Wimsey, J.G. Reeder oder Jules Maigret.
    Zitat von Count Villain im Beitrag #9
    Wobei Pater Brown darüber hinaus nicht nur ein Mann, sondern ein Kirchenmann ist.

    Ja, und das ist auch so ziemlich der einzige Unterschied. Für mich wird das schnell unspannend, aber das kann vielleicht auch damit zu tun haben, dass ich nicht viel mit der Kirche am Hut habe und ein paar salbungsvolle Worte und ein Talar in meinen Augen nicht die interessantesten Gimmicks sind. Ich schätze, wie @schwarzseher auch, die Rühmann-Filme, in denen der Hauptdarsteller der Rolle den unverkennbaren Stempel seiner eigenen Persönlichkeit bzw. seiner auch für andere Filme typischen Rolleninterpretationen aufprägt, aber ohne Rühmann bleibt der Brown-Figur wirklich nicht viel Substanz erhalten.
    Zitat von Count Villain im Beitrag #9
    Aber neugierig wäre ich schon, was wären für dich denn hinausgehende Charakterzüge?

    Ich glaube nicht, dass es meine Aufgabe ist, aus einem eher lauen einen super faszinierenden Detektiv zu skripten. Das ist dir in deinen Hörspieladaptionen vielleicht sogar schon gelungen. Kann ich nicht beurteilen. Alles was ich sage, ist, dass mich Pater Brown für gewöhnlich nicht so anhebt wie andere Ermittler und ich deshalb auf diesem Feld bei Neukäufen zurückhaltender bin.

  • Der deutsche Kriminalfilm vor 1945Datum29.07.2018 14:00
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema



    Kongo-Express

    Abenteuerfilm, D 1939. Regie: Eduard von Borsody. Drehbuch: Ernst von Salomon, Eduard von Borsody (Vorlage: Johanna Sibelius). Mit: Marianne Hoppe (Renate Brinkmann), Willy Birgel (Viktor Hartmann), René Deltgen (Gaston Thibault), Hermann Speelmans (Chagrin), Max Gülstorff (Dr. MacPhearson), Lotte Spira (Schwester Mary), Malte Jäger (Pierre Dufour), Heinz Engelmann (Raoul Burell), Hans Adalbert Schlettow (André), Hans Hermann Schaufuß (Herr Mollison) u.a. Uraufführung: 15. Dezember 1939. Eine Produktion der Ufa-Filmkunst GmbH.

    Zitat von Kongo-Express
    Liebe macht blind: Ihrem Freund Gaston fährt Renate Brinkmann bis in den Kongo nach. Auf der Eisenbahnfahrt durch Afrika lernt sie den charmanten Verwalter Viktor Hartmann kennen, doch zunächst weist sie dessen Annäherungsversuche Gastons wegen zurück. Als sie diesen wiedersieht – betrunken und verbittert –, wirkt Viktor plötzlich doch wie die attraktivere Wahl. Renate und ihr neuer Geliebter halten ihre Zuneigung geheim. Auf einem Fest kommt die Wahrheit heraus und Gaston wird von rasender Eifersucht ergriffen. Aber er kommt bald in eine Situation, in der er mit Viktor zusammenhalten muss, um Renates Leben zu retten ...


    Mit gehörigen Spitzen gegen das hamburgische Großbürgertum mit seinen seltsamen Schrullen und seinen erstickenden Familienhierarchien begründet „Kongo-Express“ das gewagte, wenn auch unüberlegte Abenteuer der jungen Renate Brinkmann, die ohne Planungen und Bedenken – nur mit der Naivität einer hoffnungslos Verliebten – per Schiff und Bahn ihrem Geliebten, einem üblen Hallodri und Trinker, nach Afrika hinterherreist. Der schwarze Kontinent wird ganz im NS-Duktus als großer Spielplatz für Wagemutige und Macher-Typen dargestellt, denn natürlich sind Länderverwaltungen, Eisenbahnen und Arztwesen fest in europäischer Hand.

    Zitat von Viktor Hartmann in „Kongo-Express“
    „Hier zeigt es sich, ob einer ein Kerl ist. Hier findet man keinen, der einem die Wege ebnet. Hier gibt es keine Beziehungen, keine Sicherheiten, kein Versorgtsein. Hier gibt es nur eins: arbeiten und vorwärtskommen oder zugrunde gehen.“


    In diesen Zeilen – so abgedroschen sie klingen mögen – schwingt ein prophetischer Unterton mit, der die weitere Filmentwicklung vorzeichnet und den Unterschied zwischen dem aalglatt-charmanten Viktor Hartmann in Gestalt von Willy Birgel und dem rüpelhaften Franzosen Gaston Thibault (René Deltgen) unterstreicht. Hartmann wird als „guter Deutscher“ in einigen schmonzettigen und nur leidlich amüsanten Szenen der jungen Abenteurerin geradezu aufgedrängt; es zeigen sich klare Untertöne der Produktionszeit, die das Dschungelabenteuer nicht ganz so entspannt wirken lassen wie etwa in „Kautschuk“. Auch als der Film danach in schwül-sommerlicher Gartenfestlaune versinkt, wirkt er von echtem Spannungskino weit entfernt – das zur damaligen Zeit oft verfolgte Experiment, es allen Zuschauern (romanzensüchtigen Frauen ebenso wie beinharten Kerlen und hausbackenen Komikern) gleichzeitig recht machen zu wollen, geht hier deutlich nach hinten los, weil zu verschiedene Genres bedient werden sollen. Der Fokus bleibt letztlich auf der Romanze; das atemberaubende Finale kann die vorangegangenen Minuten nicht im Alleingang herausreißen. Es verwundert deshalb nicht, wenn in der Deltgen-Biografie „Eine Schauspielerkarriere“ im Kapitel zu „Kongo-Express“ vor allem auf den Kontrast zwischen den beiden Liebhabern eingegangen wird:

    Zitat von Michael Wenk. Ein Kerl zum Pferdestehlen: Der Schauspieler René Deltgen in Film & Fernsehen. In: René Deltgen: Eine Schauspielerkarriere. Luxemburg: CNA, 2002. S. 75
    Birgel, der im Film von der Statur her stets größer wirkt als Deltgen, hat die Gesichtszüge eines Aristokraten. Das Timbre seiner Stimme ist weich, selten spricht er laut, vergreift sich nie im Ton. Sein Aktionsfeld ist der Salon. Er agiert souverän, vor allem im Umgang mit Frauen, und ist kein Mann, der sich erst zu beweisen hat. [...] Seine Ruhe strahlt Vertrauen und Zuverlässigkeit aus. Deltgen hingegen verkörpert durchweg den Typ des Parvenüs. Gemessen am Fach des Liebhabers erscheint er relativ klein gewachsen. Den gesellschaftlichen Status, den Birgel in der jeweiligen Filmhandlung kraft Physiognomie und Herkunft bereits innehat, muss sich Deltgen innerhalb seiner Rollen stets erst erkämpfen. Solche Kämpfe machen hart, misstrauisch, aggressiv. [...] Die Idealbesetzung für Männer, die das Leben gelehrt hat, zuzupacken und ohne Scheu zuzugreifen, wenn sie etwas haben wollen.


    Die junge Marianne Hoppe gibt der Dreiecksgeschichte eine unkonventionelle Note, weil ihre Darstellung feine Zwischentöne zwischen typischer Romanzenseligkeit und anpackendem Sturkopfnaturell findet und diese teilweise erstaunlich unprätentiös verpackt. Auch ein noch etwas steifer, aber bereits in seinem unverkennbaren Agieren eingeschliffener Heinz Engelmann bereichert die afrikanische Szenerie als guter und verlässlicher Kumpeltyp, während Lotte Spira und Max Gülstorff als britisches Arzt- und Schwesternduo sowie Hermann Speelmans als Taschendieb kräftig in die Mottenkiste greifen. Den größten Reiz des Films stellt freilich der Umstand dar, dass es Abenteuerspezialist Eduard von Borsody gelang, unter wesentlich widrigeren Umständen als im Vorbildfilm „Kautschuk“ ein authentisches Afrikabild zu zeichnen. Im Gegensatz zum ein Jahr vorher fertiggestellten Film gab es keine Aufnahmen an Originalschauplätzen; stattdessen stellte man Palmen und Buschdörfer am Südrand der Lüneburger Heide auf. Dem fertigen Film merkt man das nicht an – mit Ausnahme einer etwas verkramt wirkenden Dschungelstraße flirrt eine glaubwürdige Hitze über „Kongo-Express“, die geschickt mit dem verschneiten Hamburg kontrastiert wird. Empfehlenswert ist „Kongo-Express“ dennoch hauptsächlich für hartgesottene Deltgen-Fans.

    Eine Messerspitze tödliches Drama in einem Meer von Flirtereien und Eifersucht. Die Dreiecksgeschichte zwischen Birgel, Hoppe und Deltgen ist zwar ansprechend besetzt, aber bleibt letztlich hinter ihren Möglichkeiten zurück, weil Eduard von Borsody sie eher als buntes Liebesspektakel als als wirklich engagiertes Krimidrama anpackt. Aufgrund eines intensiven Finales rettet sich „Kongo-Express“ auf 3 von 5 Punkten, die in zwischenzeitlichen überlangen Gartenparty-Szenen schon unerreichbar schienen.

    PS: Einen ungeheuer spannenden Artikel über die damaligen Dreharbeiten an der Allertalbahn mit diversen zeitgenössischen Materialien und Vergleichen mit dem heutigen Zustand der (mittlerweile aufgegebenen) Bahnstrecke findet man im Blog „Vergessene Orte“ von Christian Adam.

  • Pater Brown - HörspieleDatum29.07.2018 11:12
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Was Pater-Brown-Hörspiele angeht, kann ich bisher nur mit Erfahrungen zur Maritim-Serie aufwarten, deren Folgen 1-18 ich mir vor einiger Zeit in Weltbild-Sammelboxen zugelegt hatte. Während ich die ersten sechs Folgen als sehr gelungen betrachte, nahm die Qualität in den darauffolgenden Boxen dann doch schon recht deutlich ab; die Folgen waren kaum mehr voneinander zu unterscheiden, das Flair und die Gastsprecher variierten höchstens noch minimal. Ich habe die Serie dann aufgegeben. Gegen Brandt kann ich nichts sagen - er ist mir zumindest nicht als unpassend in Erinnerung geblieben.

    Pastiches interessieren mich bei Pater Brown eher weniger, weil ich da das Gefühl habe, dass G.K. Chesterton seine Figur im Grunde schon selbst überstrapaziert hat. Das Konzept des Paters nutzt sich doch ziemlich zügig ab; im Vergleich mit anderen Detektiven fehlen mir die über die bloße "Attraktion", dass sich ein Geistlicher für so profane Dinge wie Kriminalfälle interessiert, hinausgehenden Charakterzüge, die aus Pater Brown mehr als einen betulichen alten Mann machen.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Ich freue mich über deine lobenden Worte zum Film. Auch für mich war "Midnight Ripper" eine lohnende Entdeckung.

    Zitat von Percy Lister im Beitrag #5
    Die Zutaten für einen gelungenen Giallo kennt Lamberto Bava aus dem filmischen Werk seines Vaters.

    Doch kurioserweise scheinen mir die Filme des Sohnes deutlich konventioneller zu sein als die des Vaters, der kaum einen wirklich waschechten Giallo gedreht hat, wenn man sich nach der engeren Begriffsdefinition richtet. Lamberto Bava hingegen bringt hier alles zusammen, was einen "typischen Giallo" ausmacht (außer vielleicht Tier und Farbe im Titel ). Es ist erstaunlich, wie wenig der Film sich nach den späten Achtzigerjahren anfühlt - man könnte ihn ohne größeren Bruch zusammen mit den Klassikern von Argento oder Martino sehen. Deinem Fazit kann ich mich folglich nur anschließen. "Midnight Ripper" ist ein Geheimtipp für alle Giallo-Freunde - und sollte gerade nach "Das Haus mit dem dunklen Keller" eigentlich Pflichtprogramm sein.

  • "Derrick" oder: das andere KonzeptDatum28.07.2018 00:02
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Bei Box 2 widerspreche ich @Jan insofern, als ich sie für merklich schwächer als die erste halte. Das liegt daran, dass mir einige der angeblichen Top-Folgen nicht zugesagt haben, sodass da eigentlich außer "Das Superding" nicht viel langfristig bei mir hängen geblieben ist. "Portofino" ist sicher noch zu nennen, aber ich habe nicht mehr die geringste Erinnerung daran. Im Gegensatz dazu gibt es in Box 2 einige Folgen, die ich beim zweiten Sehen höchstens mit der Kneifzange anpacken würde, v.a. "Kalkutta", "Pecko" und "Yellow He".

    In der Vorschau auf Box 3 kann aus meiner Warte schonmal angekündigt werden, dass sich der eher geringe Anteil der Wow-Folgen nicht wirklich steigern wird, bevor Box 4 dann nochmal richtig durch die Decke geht. Andererseits kann ich mich bei Box 3 (außer "Mord im TEE 91") nicht mehr an so üble Totalausfälle erinnern.

  • Sammelthread "Film Noir"Datum27.07.2018 23:57
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Danke für den Tipp. Konnte noch kurzfristig programmieren und werde später antesten, bevor ich ggf. bei der DVD zugreife.

  • Eure DVDsDatum27.07.2018 10:46
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    FILM

    • Maigret und der Fall Picpus (Picpus) (Pidax Film-Klassiker)
      (FR 1943, mit Albert Préjean, Juliette Faber, Jean Tissier u.a.; Pidax-Film)
    • The Bird with the Crystal Plumage (L'uccello dalle piume di cristallo) (Arrow Video)
      (IT / BRD 1969, mit Tony Musante, Suzy Kendall, Enrico Maria Salerno u.a.; Arrow Films [GB-Import])

  • Das Antlitz des Todes (1971)Datum27.07.2018 10:42
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    @Georg: Du hast sicher recht, dass der Film keinen durchgängig vorbildlichen Spannungsbogen hält. Die Enthüllung, wer da welche bösen Pläne schmiedet, hätte aber in meinen Augen keineswegs weiter nach hinten verlagert werden dürfen, weil man sich schon im vorliegenden Zustand fragt, wann endlich einmal etwas ordentlich Kriminelles passiert, das die ewigen Liebesszenen und vagen Andeutungen durchbricht. Das noch weiter hinauszuzögern, hätte dem Film nicht gut getan. Abgesehen davon muss die Spannung ja nicht immer aus der Wer-Frage resultieren; da fand ich die Umkehr in der Herangehensweise ab der Szene, in der klar wird, dass der Ehemann und der Liebhaber kollaborieren, eigentlich ziemlich gelungen.

  • Das Antlitz des Todes (1971)Datum22.07.2018 15:00
    Thema von Gubanov im Forum Giallo Forum



    Das Antlitz des Todes (El ojo del huracán / La volpe dalla coda di velluto)

    Drama, ES / IT 1970/71. Regie: José María Forqué. Drehbuch: Rafael Azcona, José María Forqué. Mit: Analía Gadé (Ruth), Jean Sorel (Paul), Rosanna Yanni (Danielle), Tony Kendall (Miguel), Maurizio Bonuglia (Roland), Julio Peña (Polizeiinspektor), Mario Morales (Drogist), José Félix Montoya (Diener), Pilar Gómez Ferrer (Dienerin) u.a. Uraufführung (IT): 23. April 1971. Uraufführung (ES): 13. Mai 1971.

    Zitat von Das Antlitz des Todes
    Um mit ihrem neuen Freund Paul einen schönen Urlaub im Sommerhaus an der See verbringen zu können, lässt die reiche Ruth ihren Ehemann Miguel im Regen stehen. Die Tage mit Paul gestalten sich für Ruth wie ein Paradies auf Erden – bis plötzlich merkwürdige Dinge geschehen. Die Bremsen ihres Autos versagen auf der Klippenstraße und in ihrer Tauchausrüstung fehlt der Sauerstoff. Ruth vermutet, es könne sich um Zufälle handeln, bis sie eine schreckliche Entdeckung macht: Paul und Miguel planen gemeinsam, sie umzubringen! Wie wird Ruth reagieren und wird der Plan der beiden hinterlistigen Männer gelingen?


    Nicht selten machen sich Gialli ein sonnendurchflutetes Urlaubsflair zunutze, das meist auch abgelegene Häuser und eng umgrenzte Personengruppen einschließt, von denen (wenig erholsame) Gefahren für den Protagonisten ausgehen. In „Das Antlitz des Todes“ fühlt man sich im Besonderen wie in einer Neuauflage des sommerwarmen Dreiecks-Thrillers „Der schöne Körper der Deborah“, in dem es der Hauptfigur zunächst auf „unauffällige“, später auf eindeutige Weise an den Kragen gehen soll. Ähnlich wie in „Deborah“ mündet die Konstellation in ein äußerst wendungsreiches, aber keineswegs blutiges Finale. Folglich ist „Das Antlitz des Todes“ kein Giallo für Zuschauer, die Tempo, Action oder Gewalt von einem italienischen Krimi im Stil von Dario Argento oder Sergio Martino erwarten. Nicht einmal die Sex-Komponente wird besonders deutlich bedient. Man wundert sich vielmehr, dass dieser Film bereits 1971 entstand, als die Italiener eigentlich schon ganz andere filmische Töne anschlugen – da es sich jedoch um eine Koproduktion mit Schwerpunkt auf den spanischen Beteiligten handelt, ist diese ungewöhnliche, eher in die späten Sechziger passende Schwerpunktsetzung zumindest erklärlich.

    Der spanische Regisseur José María Forqué nimmt sich (mehr als) ausreichend Zeit, um die Liebeleien zwischen Ruth (Analía Gadé) und Paul (Jean Sorel) ins Bild zu rücken und anschließend latente Zweifel an der Aufrichtigkeit der Motive des Liebhabers aufzubauen, bevor er die Katze aus dem Sack lässt. Das Flair des Augenblicks – liebesvergessen schön oder erschreckend bedrohlich – steht in seiner Arbeit also ungleich mehr im Mittelpunkt als die konsequente Fortentwicklung des Plots. Dadurch gelingen ihm einige von bloßen Nützlichkeitserwägungen losgelöste Szenen, die den cineastischen Genießer ansprechen, zumal Forqué auf hohem, kunstvollem Niveau arbeitet. Es kommen aber eben auch Szenen vor, die die Geduld des Zuschauers beanspruchen und bei genauerer Betrachtung einen Film mit insgesamt recht überschaubarer Handlung nicht auf 100 Minuten Laufzeit hätten ausdehnen müssen. Einige Umschweife verzeiht man Forqué nicht zuletzt, weil die manchmal regelrecht poetischen Aufnahmen perfekt mit der träumerischen Relax-Musik von Piero Picconi zusammenpassen. Auch muss man in Bezug auf die Gesamtwirkung sagen, dass „Das Antlitz des Todes“ im Gegensatz zu „Der schöne Körper der Deborah“ am Ende ausgeglichener wirkt und nicht auf den letzten Metern überhetzt und überspannt wirkt, sondern alle Fragen und Gefahren zu einem befriedigenden und einigermaßen logischen Abschluss bringt.



    Für mit italienischen Hauptdarstellerinnen vertraute Augen ist Analía Gadé in der zentralen Rolle der Ruth eine positive Überraschung. Gadé wechselt zwar zu Filmbeginn ihre Partner aus wenig nachvollziehbaren Gründen, wirkt aber dennoch unschuldig und seriös (eben alles eine Frage des Vergleichs, wenn man neben Jean Sorel besetzt wird); sie findet auch eine ansprechende Balance zwischen verschreckter Schönheit und der Eigeninitiative, die man sich von einer Protagonistin erwartet. Ebenso wie die ihrer Peiniger hält ihre Rolle einige interessante Überraschungen bereit – so etwa ihr ungewöhnliches Verhalten, als sie erfährt, dass ihr Liebhaber und ihr Ehemann sie töten wollen. In diesen Rollen spulen Jean Sorel und Tony Kendall ein angemessen sinistres Programm ab, das sich in der ersten Filmhälfte nur sehr zaghaft zeigt, bevor Sorel – im wahrsten Sinne des Wortes – die „Maske ablegt“ und hinter der charmanten eine ziemlich grausame Fassade sichtbar wird. Als Paul quält er nicht nur Ruth, sondern auch den Schwan, den er ihr in einem Anflug romantischer Vorspiegelungen gefangen hat. Das elegante Tier, das auch in den Vor- und Abspännen in jugendstilhaft verspielten Zeichnungen zu sehen ist, wird zum Sinnbild der Hilflosigkeit vor den maliziösen Einflüssen, die sich immer weiter (bis hin zu offener Demütigung in eher unangenehmen Szenen mit Rosanna Yanni) auswachsen.

    Etwas kreativer hätte sich dieser Giallo bei der Art (und Anzahl?) der Anschläge auf Ruth zeigen können, die ein wenig wie beliebig aus der Standard-Mottenkiste der altmodischen Filmattacken gezogen wirken. Ein Auto mit manipulierten Bremsen, eine unvertrauenswürdiges Tauchergeschirr und die Umsetzung des letztlichen Plans mit Ruths Pistole – das alles erweckt sehr konservative Assoziationen, die den Eindruck verstärken, dass das clevere Morden hier eigentlich gar nicht im Mittelpunkt steht, sondern nur Anlass bieten soll, die Emotionen der Beteiligten in Großaufnahmen zu meißeln. Zwar fühlt man sich bei der Durchführung des zentralen Mordplans kurz an Agatha Christies „Das Böse unter der Sonne“ erinnert (auch das Inselflair ähnelt dem der 1982er-Verfilmung in erstaunlichem Maße), doch insgesamt hat man es hier eher mit einem geschickt aufgemachten Drama als mit einem ernsthaften Krimithriller zu tun. Wer mit dieser Erwartung an den Film geht, wird ein sehr ansprechendes Werk finden, das ohne Scheukappen auch einmal Blicke links und rechts des Weges wirft.

    Liebe macht blind und damit unempfänglich für böse Absichten eines scheinbar geneigten Gegenübers. In diesem ausdrucksstarken Drama entwickelt sich ein langsamer, aber nicht uninteressanter Mordfall, der von Jean Sorel und Analía Gadé überzeugend getragen wird. 3,5 von 5 Punkten.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Danke für die interessante Reihe.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Oh ja, neue Besprechungen sind sehr gern gesehen und gelesen (gern weiterhin mit Krimi-Augenmerk neben der Afrika-Schiene ).

  • Grand PrixDatum16.07.2018 20:45
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Nachdem es hier im Thread in dieser Saison - und nicht einmal nur meinetwegen - erstaunlich ruhig war, haben @Percy Lister und ich uns entschlossen, nochmal ein gemeinsames Ranking in Rückschau auf den ESC 2018 zu erstellen. Zu diesem Zweck haben wir beide alle Beiträge unabhängig voneinander mit 0 bis 12 Punkten bewertet und dann zusammengerechnet.



    Das sind unsere Ergebnisse. Wer nochmal reinhören will - wir haben die Top-3 verlinkt:

    Platz 01 (24 Pkt.): Ungarn (AWS: Viszlát nyár)
    Platz 02 (22 Pkt.): Spanien (Amaia & Alfred: Tu canción)
    Platz 03 (20 Pkt.): Estland (Elina Nechayeva: La forza)
    Platz 04 (19 Pkt.): Dänemark (Rasmussen: Higher Ground)
    Platz 05 (18 Pkt.): Weißrussland (Alekseev: Forever)
    Platz 06 (18 Pkt.): Italien (Ermal Meta & Fabrizio Moro: Non mi avete fatto niente)
    Platz 07 (18 Pkt.): Montenegro (Vanja Radovanovic: Inje)
    Platz 08 (18 Pkt.): Finnland (Saara Aalto: Monsters)
    Platz 09 (16 Pkt.): Ukraine (Melovin: Under the Ladder)
    Platz 10 (16 Pkt.): Österreich (Cesár Sampson: Nobody but You)

    Platz 11 (15 Pkt.): Zypern (Eleni Foueira: Fuego)
    Platz 12 (14 Pkt.): Georgien (Iriao: For You)
    Platz 13 (14 Pkt.): Lettland (Laura Rizzotto: Funny Girl)
    Platz 14 (13 Pkt.): Tschechien (Mikolas Josef: Lie to Me)
    Platz 15 (12 Pkt.): Deutschland (Michael Schulte: You Let Me Walk Alone)
    Platz 16 (12 Pkt.): Irland (Ryan O'Shaughnessy: Together)
    Platz 17 (11 Pkt.): Slowenien (Lea Sirk: Hvala, ne!)
    Platz 18 (11 Pkt.): Aserbaidschan (Aisel: X My Heart)
    Platz 19 (10 Pkt.): Belgien (Sennek: A Matter of Time)
    Platz 20 (10 Pkt.): Großbritannien (SuRie: Storm)

    Platz 21 (10 Pkt.): Litauen (Ieva Zasimauskaite: When We're Old)
    Platz 22 (10 Pkt.): Israel (Netta: Toy)
    Platz 23 (09 Pkt.): Frankreich (Madame Monsieur: Mercy)
    Platz 24 (09 Pkt.): Malta (Christabelle: Taboo)
    Platz 25 (09 Pkt.): Schweiz (Zibbz: Stones)
    Platz 26 (09 Pkt.): Schweden (Benjamin Ingrosso: Dance You off)
    Platz 27 (09 Pkt.): Norwegen (Alexander Rybak: That's How You Write a Song)
    Platz 28 (08 Pkt.): Bulgarien (Equinox: Bones)
    Platz 29 (08 Pkt.): Armenien (Savek Khanagyan: Qami)
    Platz 30 (07 Pkt.): Griechenland (Yianna Terzi: Oniro mou)

    Platz 31 (06 Pkt.): Rumänien (The Humans: Goodbye)
    Platz 32 (06 Pkt.): Russland (Julia Samoylova: I Won't Break)
    Platz 33 (05 Pkt.): Moldau (DoReDos: My Lucky Day)
    Platz 34 (05 Pkt.): Portugal (Cláudia Pascoal: O jardim)
    Platz 35 (04 Pkt.): Island (Ari Ólafsson: Our Choice)
    Platz 36 (04 Pkt.): Albanien (Eugent Bushpepa: Mall)
    Platz 37 (04 Pkt.): Kroatien (Franka: Crazy)
    Platz 38 (03 Pkt.): Serbien (Sanja Ilic & Balkanika: Nova deca)
    Platz 39 (02 Pkt.): Australien (Jessica Mauboy: We Got Love)
    Platz 40 (02 Pkt.): Polen (Gromee & Lukas Meijer: Light Me up)

    Platz 41 (01 Pkt.): Mazedonien (Eye Cue: Lost and Found)
    Platz 42 (01 Pkt.): Niederlande (Waylon: Outlaw in 'Em)
    Platz 43 (00 Pkt.): San Marino (Jessika & Jefiner Brening: Who We Are)

  • Kronzeuge gesucht (1956)Datum15.07.2018 21:30
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema



    Kronzeuge gesucht (Eyewitness)

    Kriminalfilm, GB 1956. Regie: Muriel Box. Drehbuch: Janet Green (Vorlage: Janet Green). Mit: Donald Sinden (Wade), Muriel Pavlow (Lucy Church), Michael Craig (Jay Church), Belinda Lee (Schwester Penny Gladstone), Nigel Stock (Barney), Ada Reeve (Mrs. Hudson), Avice Landone (Nachtschwester), David Knight (Mike), Allan Cuthbertson (Inspektor), Susan Beaumont (Schwester auf Probe) u.a. Uraufführung (GB): 14. August 1956. Eine Produktion der J. Arthur Rank Film.

    Zitat von Kronzeuge gesucht
    Weil sie sich mit ihrem Mann gestritten hat, besucht Lucy Church die Nachtvorstellung im örtlichen Kino. Dort wird sie Zeugin eines Raubüberfalls, bei dem zwei Safeknacker den Geschäftsführer des Kinos zunächst überfallen und schließlich erschießen. In heller Aufregung flüchtet Lucy vom Tatort und rennt geradewegs vor einen Bus. Sie wird in ein Krankenhaus eingeliefert und ist selbst dort vor den Einbrechern, die wissen, dass sie sie gesehen hat, nicht sicher. Der abgebrühtere von ihnen, ein Mann namens Wade, will sie noch in der gleichen Nacht umbringen, um die einzige Belastungszeugin auszuschalten. Dabei geht jedoch so manches schief ...


    Britische Krimis aus den 1950er Jahren lassen die Dinge gern ein wenig kleiner und überschaubarer ablaufen. So zeigt auch „Kronzeuge gesucht“ keine Superverbrecher mit Anspruch auf den perfekten Coup, sondern ein sehr menschliches Duo mit einem finsteren „Chef“, dem alles, was er anpackt, missglückt, sowie einem von Skrupeln übermannten Amateur-Safeknacker mit Hörgerät, der gern wieder seiner ganz normalen Schlossertätigkeit nachgehen würde (am liebsten im fernen Neuseeland). Donald Sinden und Nigel Stock verkörpern dieses ungleiche Gespann auf eine sehr nachvollziehbare Weise: der eine als kühler Strippenzieher und Planer, dem der andere wie ein treues Hündchen hinterherläuft. Erst als es zu einem ernsthaften Streit zwischen den beiden Männern ob ihrer ausufernden Vertuschungsversuche kommt, verlaufen ihre Wege in unterschiedliche Richtungen.

    Auch sonst ist „Kronzeuge gesucht“ geprägt von einer für einen Krimi ungewöhnlichen Alltäglichkeit. Streit über finanzielle Sorgen, nächtliche Schlaflosigkeit, despektierlicher Umgang mit alten Leuten und verhinderte Liebe sind Motive, die neben dem eigentlichen Krimiplot angerissen werden. Dabei verweilt der Film von Muriel Box aber nie zu lang auf diesen Kleinigkeiten, sondern behält angesichts seines engen 80-Minuten-Regimes stets das eigentliche Erzählziel im Blick. Dies besteht hauptsächlich in der Gefährdung der ins Spital eingelieferten Augenzeugin, die eine belastende Aussage machen könnte, wenn sie wieder zu Bewusstsein kommt. Warum die beiden Diebe sich deshalb in so prekäre Situationen begeben, die die Chance, gefasst zu werden, deutlich steigern, sollte man lieber nicht hinterfragen, denn weder kennt die verletzte Lucy Church die Schurken (könnte also nur eine vage Beschreibung liefern), noch hat sie den eigentlichen Mord gesehen, der erst begangen wurde, als sie schon von Barney durchs Treppenhaus verfolgt wurde. Auch anderweitig fallen kleinere Logiklücken auf, die aber zugunsten des Spannungsbogens vernachlässigbar erscheinen. Dass Muriel Pavlow der von Donald Sinden ausgehenden Gefahr aufgrund teilweise wirklich dummer Zufälle aber immer wieder von der Schippe springt, ärgert den Zuschauer, der mit dem zielstrebigen Gangster mitfiebert, jedoch zusehends.

    Im Gegensatz zu Muriel Pavlow, die von der ersten bis zur letzten Minute mit Inbrunst die goody two-shoes mimt, zeichnet Belinda Lee auf der Seite des weiblichen Cast ein interessanteres Bild, das allerdings auch in den etwas prüden Rollenanforderungen der damaligen Zeit steckenbleibt. Dies wird auch durch die deutsche Synchronfassung unterstrichen, die bereits im Entstehungsjahr des Films angefertigt wurde und in der sie statt auf Penny auf den Namen Marieluise (!) hört. Immerhin aber gesteht man Lees Rolle zu, sich in ihrem Dienst als Krankenschwester auch einmal außerhalb der Paragrafen der Krankenhausordnung zu bewegen. Dass sie dadurch manche brenzlige Situation erst ermöglicht, nimmt man als Zuschauer billigend in Kauf, weil dies das närrische Spiel von Ada Reeve als aufdringlicher Patientin im Großmutteralter initiiert, die sowohl Lee als auch Sinden offenbar merklich auf den Wecker geht. Man merkt an ihrer Rolle, dass es britischen Produktionen oft besser gelang, einen spannenden Krimi organisch mit Komikeinlagen zu verbinden, ohne dass diese als peinlich wahrgenommen werden.

    Aus der Perspektive der Gangster, deren Identität man von Anfang an kennt, erzählter Krimi mit hohem Nervenkitzelpotenzial. Die Szenen im Krankenhaus lassen den Zuschauer mitfiebern und erwecken ungeahnte Verbrüderungserscheinungen mit dem von Donald Sinden gespielten Raubmörder. 4 von 5 Punkten.

  • Wallace-Tour in BerlinDatum12.07.2018 12:45
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Zitat von Lord Low im Beitrag #280
    Ab Mittwoch bin ich wieder in Berlin und kann vielleicht wieder etwas neues entdecken.

    Was ist denn dabei herausgekommen? Hast du etwas gefunden, das du mit uns teilen kannst?

  • Diese Drombuschs (1983-94, TV)Datum10.07.2018 10:00

    Diese Drombuschs

    Zwischen 1983 und 1994 zeigte die ZDF-Serie „Diese Drombuschs“ einem Millionenpublikum die Turbulenzen eines aufregenden Familienlebens auf. Die titelgebenden Drombuschs wohnen in Darmstadt und betreiben ein Antiquitätengeschäft, über dem sich ihre Wohnung befindet. Vater Siegfried („Sigi“, Hans-Peter Korff) und Mutter Vera (Witta Pohl) leben unter einem Dach mit den erwachsenen Kindern Christoph („Chris“, Mick Werup) und Marion (Sabine Kaack) sowie dem Schuljungen Thomas („Thomi“, Eike Hagen Schweikhardt). Zu ihnen stößt ihre Großmutter Margarethe (Grete Wurm).

    Wie es in einer Familie eben so ist, sind nicht immer alle einer Meinung, sodass häufig Konflikte untereinander oder mit Außenstehenden entbrennen, die für Streit sorgen. Am Ende des Tages finden die Drombuschs jedoch meist eine Lösung, mit der alle – wenn auch manchmal mit knirschenden Zähnen – leben können.

    Die Serie umfasst sechs Staffeln mit insgesamt 39 Folgen:

    01 – 25.12.1983: Alle Jahre wieder
    02 – 27.12.1983: Der Appell
    03 – 29.12.1983: Die Machtprobe
    04 – 01.01.1984: Spiel mit dem Feuer
    05 – 08.01.1984: Das Konzert
    06 – 15.01.1984: Entscheidungen

    07 – 11.11.1985: Das kalkulierbare Risiko
    08 – 12.11.1985: Das Loch im System
    09 – 17.11.1985: Flucht nach vorn
    10 – 19.11.1985: Das provozierte Verhängnis
    11 – 22.11.1985: Die manipulierte Chance
    12 – 24.11.1985: Liebe ist Unvernunft

    13 – 14.09.1987: In der Mitte des Lebens
    14 – 15.09.1987: Die Zeit danach
    15 – 20.09.1987: Die Herausforderung
    16 – 22.09.1987: Prüfung für zwei
    17 – 27.09.1987: Die Gretchenfrage
    18 – 29.09.1987: Das Zerwürfnis
    19 – 04.10.1987: Der Prozess
    20 – 11.10.1987: Wiener Liebe
    21 – 18.10.1987: Das zweite Leben

    22 – 01.01.1990: Abschied im Zorn
    23 – 02.01.1990: Späte Einsicht
    24 – 07.01.1990: Das Vermächtnis
    25 – 09.01.1990: Der falsche Weg
    26 – 14.01.1990: Der Verlierer
    27 – 15.01.1990: Die Heimkehr

    28 – 01.01.1992: Verlorene Zärtlichkeit
    29 – 05.01.1992: Der Makel
    30 – 06.01.1992: Um keinen Preis
    31 – 08.01.1992: Liebe ist auch ein Recht
    32 – 12.01.1992: Die treibende Kraft
    33 – 13.01.1992: Der Weg zurück

    34 – 01.01.1994: Notsignale
    35 – 03.01.1994: Im Abseits
    36 – 09.01.1994: Geschenktes Leben
    37 – 10.01.1994: Die Stärke der Schwachen
    38 – 12.01.1994: Der Zerfall
    39 – 16.01.1994: Der Aufbruch

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema



    Das Verfahren ist eingestellt: Vergessen Sie’s!
    (L’istruttoria è chiusa: dimentichi / Tante sbarre)


    Gefängnisdrama, IT / FR 1971. Regie: Damiano Damiani. Drehbuch: Arduino Maiuri, Massimo de Rita, Damiano Damiani (Romanvorlage „Tante sbarre“, 1970: Leros Pittoni). Mit: Franco Nero (Vanzi), Riccardo Cucciolla (Pesenti), Georges Wilson (Campoloni), John Steiner (Biro), Ferruccio de Ceresa (Gefängnisdirektor), Antonio Casale (Ventura), Daniele Dublino (Wachtmeister), Piero Nuti (Doktor), Luigi Zerbinati (Zagarella), Claudio Nicastro (Salvatore Rosa) u.a. Uraufführung (IT): 27. Oktober 1971. Uraufführung (BRD): 15. Juni 1977.

    Zitat von Das Verfahren ist eingestellt: Vergessen Sie’s!
    Wegen eines angeblichen Unfalls mit Fahrerflucht kommt der Architekt Vanzi in Untersuchungshaft. Ebenso schwer wie der Entzug seiner Freiheit wiegt für den kultivierten Vanzi, dass er sich im Gefängnis mit unflätigen Zellengenossen und mafiösen Strukturen arrangieren muss. Mit verschiedenen Bestechungen gelingt es ihm scheinbar, aus dem Ärgsten herauszukommen, doch sein neuer Zellenmitbewohner Pesenti wird ihm noch einiges Kopfzerbrechen bereiten: Pesenti ist davon überzeugt, verfolgt und beobachtet zu werden, weil er ein wichtiger Zeuge in einem brisanten Fall sei, der kaltgestellt werden solle. In einer fatalen Nacht erfährt Vanzi die Wahrheit über Pesenti, was ihn zu einer schweren Entscheidung zwingt ...


    So baulich marode sich das Gefängnis in „Das Verfahren ist eingestellt“ zeigt, so verkommen sollen auch die Strukturen des italienischen Justiz- und Strafvollzugssystems erscheinen. Dem Betrachter von Damiano Damianis Film steigt einerseits förmlich der zwischen den rauen Betonwänden festsitzende Schweißgeruch in die Nase; andererseits begleitet ihn auch das Gefühl von Bestechlichkeit, Unterwanderung und einer je nach Situation schwankenden Ohn- und Allmacht der Vollstreckungsorgane. Dass man mit Vanzi, der im Kittchen auf seine wohlerzogene Andersartigkeit reduziert und von Insassen wie Wärtern nur mehr „Architekt“ gerufen wird, einen offenbar unbescholtenen Bürger bei seinem unvorhergesehenen Alptraum-Trip begleitet, hat dabei vielfältige Auswirkungen auf die Wahrnehmung der teilweise ungeheuerlichen Vorgänge: Man verbrüdert sich mit Vanzi sowohl gegen korrupte Beamte und Mafiosi als auch gegen abstoßende Häftlinge, bekommt aber zugleich vor Augen geführt, dass sich Vanzi seines Sonderstatus, den er sich mit dem großzügigen Einsatz seines Bankkontos sowie einem opportunistischen Verhalten gegenüber den Leitwölfen im Knast sichert, durchaus bewusst ist. Wenn die Macht, die ein offensichtlich madiges System hier exerziert, so immanent und bedrohlich ist, wirft man gemeinsam mit Vanzi nur zu leicht Prinzipien über Bord, um in der nächsten Szene dann zu sehen, welche ungewollten Konsequenzen sich daraus ergeben. Damiani führt dem Zuschauer vor Augen, dass man als Gefängnis-Grünschnabel tunlichst die Folgen des eigenen Handelns im Blick haben sollte ... weil es immer wieder gilt, Integrität gegen Selbstschutz abzuwägen. Dabei kann man eigentlich nur verlieren – entweder das eigene Gesicht und die Freiheit oder die wenigen verbleibenden Verbündeten.

    Gerade weil „Das Verfahren ist eingestellt“ eine derartige Abwärtsspirale durchläuft, verfolgt man Franco Neros Odyssee mit stetig wachsender Aufmerksamkeit. Wird zunächst vor allem auf den anfänglichen Lagerkoller des frisch Eingesperrten sowie auf körperliche Unzulänglichkeiten und Gefahren eingegangen, zeigt sich später ein immer feiner gesponnenes Intrigengeflecht, das den Protagonisten zunächst verzweifeln und dann aufgeben lässt. Sein bourgeoiser Hintergrund ist identifikationsstifend und anklagend zugleich: „Die Botschaft war, dass Feigheit ein Bestandteil der Kultur des italienischen Bürgertums ist“, sinniert Regieassistent Enrique Bergier und beschreibt damit vor allem den markanten Schluss, mit dem Damiani der Hauptfigur und dem Zuschauer gleichermaßen einen üblen Dämpfer mitgibt. Franco Nero wandelt sich entsprechend vom ungerecht behandelten Sympathieträger zum selbst unrecht handelnden Günstling – eine Herausforderung, die der Mime mit spielerischer Intensität und einer gehörigen Portion Wut im Bauch glaubhaft meistert.



    Einen besonderen Antrieb bekommt das Geschehen durch die gewaltvollen Momente, die immer wieder den Gefängnisalltag durchbrechen. John Steiner stellt einen übellaunigen Mörder dar, der schon zweimal zu lebenslänglicher Haft verurteilt wurde und nun nichts mehr zu verlieren hat, selbst wenn er seinen Zellenkumpanen nachts die Schlagadern durchschneidet. Verschiedene harmlose oder geheimnisvolle Häftlinge werden übel misshandelt, weil sie Vanzi in zu pikante Details einweihen oder eine Bedrohung für das verfilzte Gefängnisregime aus inkompetenten Aufsehern und dem Mittelsmann und Knastkönig Salvatore Rosa (exzellent: Claudio Nicastro) darstellen. Wenn ein missliebiger Häftling eine Abreibung bekommen soll, wird er kurzerhand in die Dunkelzelle verlegt, bei lauter Musikbeschallung zusammengeschlagen, in die Irrenabteilung abgeschoben oder aber die Wärter lassen nachts „zufällig“ die Tür zur Zelle für unangenehmen Besuch offen. Beeindruckend auch die Szene im Innenhof, als es wegen einer Lappalie zu einer Gefängnisrevolte kommt, während der die Insassen den Chefaufseher mit „Duce“-Schreichören beleidigen, was einen Einsatz der Wasserwerfer sowie einige drakonische Gruppenbestrafungen zur Folge hat. Fast schon idyllisch wirkt dagegen die scheinbare Sicherheit der Dreimannzelle, in die Vanzi etwa zur Hälfte des Films verlegt wird. Er teilt sie sich mit einem spleenigen Homosexuellen (Luigi Zerbinati) und dem paranoiden Pesenti, in dessen Rolle Riccardo Cucciolla Zweifel, Misstrauen und Angst zum Ausdruck bringt. Aus Vanzi und Pesenti werden nach anfänglichen Schwierigkeiten Verbündete – eine Allianz, die aber zeitlich begrenzt ist und auf Vanzi im Nachhinein kein gutes Licht wirft.

    Mit Ausnahme der letzten Minuten verlässt „Das Verfahren ist eingestellt“ die Haftanstalt nicht; so entsteht eine regelrecht klaustrophobische Stimmung, die von der dezenten Musik von Ennio Morricone unterstrichen wird. Eindrucksvoll ist die Bildgestaltung, die aus dem tristen Schauplatz das maximal Mögliche herausholt und dennoch nicht gewollt kunstvoll, sondern schmutzig-realistisch wirkt. Dazu trägt bei, dass zwar die Zellen im Studio nachgebaut wurden, die Einstellungen auf den Fluren jedoch in einem echten Gefängnis entstanden, das zum Entstehungszeitpunkt bereits leergezogen und aufgegeben worden war. Bedingt durch die Monotonie des Schauplatzes bewegt sich der Film im überwiegend grau-braunen Farbspektrum, was ideal zu seiner zermürbenden Stimmung passt. Sobald Vanzi das Gefängnis hinter sich gelassen hat, rückt ihn die Kamera dagegen offensiv vor Insignien des gedankenlosen Konsums (Werbeplakate, Autos, Sportboote), die einen Gegenpol zum rigiden Gefängnisregime bilden und Vanzi seine bitteren Erfahrungen schnell vergessen lassen werden. Um mit ihm zu sprechen: „Hier bin ich genau wie die [anderen Gefangenen], aber ich werde anders sein, wenn ich draußen bin.“

    Das Gefängnisdrama nutzt schockierende ebenso wie anrührende Momente, um eine kritische, aber womöglich ebenso realistische Geschichte vom Zweikampf zwischen Moralismus und Utilitarismus zu erzählen. Für Franco Neros Architekten Vanzi ebenso wie für den Zuschauer wird der Gefängnisaufenthalt zur maliziösen Achterbahnfahrt, deren bitteres Happy End die Frage aufwirft, mit welchen schmutzigen Deals man sein Gewissen belasten darf. Starke 4,5 von 5 Punkten.

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