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  • Bewertet: "Der Alte"Datum16.03.2019 10:26
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Spannend: Diese abweichenden Beurteilungen würden mich ja direkt wieder zu einer Rückkehr zum "Alten" verleiten. Aber es bringt nichts, noch ein Eisen ins Feuer zu legen. Erstmal muss "Derrick" zu Ende begutachtet werden. Stellt sich mir nur noch eine Frage: Ist "Liebe hat ihren Preis" nun eigentlich von Ashley oder von Grädler?

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Zitat von Ray im Beitrag #9
    Auch "Die Gruft mit dem Rätselschloss" hatte ich besser in Erinnerung als sie sich mir bei der heutigen Sichtung dargestellt hat.

    Das war auch der Effekt bei mir. Ähnlich wie bei "Das Rätsel der roten Orchidee" handelt es sich bei der "Gruft" um einen jener Schwarzweiß-Filme, die ich als Kind nicht als VHS-Aufzeichnung besaß. Nach der Veröffentlichung der DVDs waren es dann vor allem diese Filme, die mich faszinierten und die ich als "Außenseiter" schätzte. Vielleicht etwas zu sehr. Jedenfalls stellten sich beide Sichtungen im Rahmen der chronologischen WdW-Aktion als gewisse Enttäuschungen heraus. Ähnlich, aber anders ging es mir mit dem "Fälscher", der mir auch lange fehlte und der zu Weihnachten 2004 sogar der erste Wallace-Film überhaupt war, den ich von DVD sah, der aber nie so 100 prozentig bei mir zündete.

    Unterm Strich würde ich jetzt schon den "schwarzen Abt" als Gottliebs stärksten Wallace-Film bezeichnen, gefolgt von "Gruft" und dann von "Schlange". Alle drei sind aber keine Meisterwerke. Interesant wären die Resultate gewesen, wenn die drei Filme von anderen Regisseuren umgesetzt worden wären, ob von vertrauten Wallace-Namen oder serienfremdem Personal.

    Was ich außerdem noch anmerken wollte: die drei Szenen mit dem Mühlwerk als Todesfalle (bei Connor, George und beinahe bei Kathleen Kent) finde ich enorm stark. Vielleicht eines der am besten ausgedachten "Mordwerkzeuge" der Serie!

  • Thema von Gubanov im Forum Edgar-Wallace-Forum



    Edgar Wallace: Der Hexer

    Hier ist er nun endlich: der wahrscheinlich namhafteste Edgar-Wallace-Film. Die Rialto-Film ließ sich mit einer Verfilmung von „Der Hexer“ erstaunlich lang Zeit, sodass selbst das ZDF mit seiner 1963er-TV-Fassung der eigentlichen Wallace-Hausmarke zuvorkam. Dass „Der Hexer“ erst in der zweiten Hälfte der German Wallace Wave sein Unwesen treibt, führt zu zweierlei Konsequenzen: Einerseits handelt es sich um ein merkliches Aushängeschild mit deutlichem Mehraufwand gegenüber den doch recht routinierten Vorgängerfilmen, andererseits zeichnet er in seinen Erzählstrukturen und Plotmechanismen bereits den Weg in die Farb-Ära vor.

    Was meint ihr: Wird der Film seinem herausragenden Ruf gerecht oder hätte es für Vohrer & Co. hier noch Luft nach oben gegeben?

    Links:

    Platzierung im Edgar-Wallace-Filmgrandprix 2014: Platz 11 von 36 (79,54 %)

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema



    Hafenpolizei (Folgen 9 bis 12)

    Regie: John Olden. Drehbuch: Erich Engels, Gustav Kampendonk, Günter Dönges. In den Hauptrollen: Jochen A. Blume, Herbert A.E. Böhme, Josef Dahmen, Til Kiwe, Horst Michael Neutze und Günther Böse. Gaststars (Folge 9): Harry Engel, Wulf-Rüdiger Reutermann, Henning Venske, Karlheinz Jörger, Peter Benthack u.a. Gaststars (Folge 10): Joachim Richert, Peter Striebeck, Willy Maertens, Charlotte Kramm, Friedrich Schütter u.a. Gaststars (Folge 11): Gunther Malzacher, Anita Höfer, Will van Deeg, Peter Mönch, Doris Kunstmann u.a. Gaststars (Folge 12): Bruno Vahl-Berg, Wolf Martienzen, Manfred Greve, Else Reval, Angelika Thieme u.a. Erstsendungen: 2., 9., 16. und 23. Dezember 1963. Eine Produktion der Studio Hamburg Atelierbetriebsgesellschaft für das Norddeutsche Werbefernsehen.

    #09: Die Ölspur — Schon mehrere Schiffer auf der Elbe beklagen den Diebstahl von Dieselkraftstoff. Zunächst wittert die Hafenpolizei unprofessionelle Geldmacher hinter den Verbrechen, aber der Kopf der Spritdiebbande, ein jugendlicher Nichtstuer namens Harry Steinkamp, ist für seine Pläne sogar bereit, über Leichen zu gehen ... | Die Ausgangssituation mit den „ausgesaugten“ Ausflugskähnen gestaltet sich einigermaßen lapidar, wächst sich aber nach und nach zu einer veritablen Hommage an die Halbstarkenfilme der 1950er Jahre aus. Harry Engel spielt den rücksichtslosen Jungverbrecher mit rebellischer Note, der im Laufe der Episodenhandlung zwei Menschen ermordet, mit kühler Gelassenheit, die sich leider auch auf den Zuschauer überträgt. Skrupel plagen die Hauptfigur schon gar nicht, aber auch ihre Rücksichtslosigkeit macht sich nur unterschwellig bemerkbar, zumal die Morde scheinbar „nebenher“ geschehen. Insgesamt wirkt die unspektakulär besetzte Episode überfrachtet und dennoch langwierig sowie stellenweise unlogisch und technisch unsauber (schwache Inszenierung der Morde, schlechter Schnitt beim Autounfall im Finale) und gehört damit zu den bislang schwächsten.

    #10: Der Blindgänger — Während zwei jugendliche Handtaschendiebe auf der Flucht vor der Polizei zur unbewohnten Elbinsel Schweinesand übersetzen, transportiert die Wasserschutzpolizei eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg zur kontrollierten Sprengung ans gleiche Ziel. Zwischen den Räubern entbrennt Streit darüber, ob sie an diesem gefährlichen Ort ausharren oder sich zu erkennen geben sollen ... | Was auf den ersten Blick wie ein willkürliches Sammelsurium an aufregenden Alltagsgeschichten aus dem Hamburg der Nachkriegszeit wirkt, verbindet sich vor der malerischen Kulisse der kleinen Elbinsel zu einem nervenaufreibenden Duell zwischen dem abgebrühten Dieter Reimann (Joachim Richert) und seinem wehleidigen Komplizen (der gegen seinen Typ und dennoch überzeugend besetzte Peter Striebeck). Indem die Bombe immer wieder groß ins Bild gerückt und der Respekt der Wasserschutzpolizei vor dem Blindgänger betont wird, baut sich eine sehr präsente Anspannung auf. Welcher der beiden Taugenichtse wird sich durchsetzen? Gehen die beiden oder einer von ihnen bei der waghalsigen Aktion drauf? Für dezente humoristische Akzente sorgen außerdem Willy Maertens als bestohlener Direktor Piper und Friedrich Schütter als regelrecht choreografisch agierender Sprengmeister.

    #11: Der Strandkorbdieb — Ausgerechnet am Strand der Urlaubsinsel Neuwerk treibt ein dreister Taschendieb sein Unwesen, der seine Beute direkt in den Strandkörben der Besucher macht. Als er bei einem Unfall im Watt in Lebensgefahr gerät, greift die Wasserschutzpolizei den Dieb auf, ohne zu wissen, welcher dicke Fisch da angebissen hat ... | Der Titel verrät hier schon, dass wir es mit einem seichteren Exemplar der Gattung „Hafenpolizei“-Folge zu tun bekommen. Dies hat den netten Nebeneffekt, einen urlaubenden Kriminaler Koldehoff mitsamt Tochter und Schwiegersohn in spe zu sehen. Als junges Strandfräulein tritt kurz Doris Kunstmann in Erscheinung, bevor sich der Plot stärker auf den Dieb und seine Frau (dargestellt von Malzacher und Höfer) konzentriert. Da nicht die Diebstähle im eigentlichen Mittelpunkt stehen, sondern die Flucht des unerkannten Diebes Hauke vor den Behörden, entwickelt sich „Der Strandkorbdieb“ im Folgenden eher in Richtung eines kleinformatigen Dramas, was in der Schlussszene einen Höhepunkt erreicht. Herr und Frau Hauke haben sich nichts mehr zu sagen; ihr Verständnis von Leben und Aufrichtigkeit ist zu verschieden, um noch einmal zusammenzukommen ...

    #12: Licht im Wasser — Bei nächtlichen Kontrollfahrten entdeckt die Wasserschutzpolizei in einem Hamburger Fleet an einer bestimmten Stelle immer wieder Licht unter Wasser. Da ahnen die Beamten noch nicht, dass es sich um die Beleuchtung für einen geschickt geplanten Diebeszug handelt. Zwei Taucher und ihr Auftraggeber wollen das Lager eines Hehlers ausnehmen, der gestohlene Diamanten in seinem Safe aufbewahrt ... | In den Fleet-Szenen bemerkt man, wie stark sich Hamburgs Innenstadtgesicht in den letzten fünfzig Jahren verändert hat. Auch der Rest der Handlung weckt nostalgische Erinnerungen, denn der Plot ist dem ein reichliches Jahr zuvor gedrehten „Gasthaus an der Themse“ (heiße Juwelen und Safeknacker im Froschmann-Taucheranzug) nicht unähnlich. Angereichert wird das interessante Thema leider mit zu viel volkstümlichem Vorabendhumor, der von Bruno Vahl-Berg und Else Reval als skurrilem älterem Ehepaar geschultert wird, das teilweise hinter dem Diebeszug, teilweise auf Seiten der Polizei steht. Die schlussendliche Überführung überzeugt dann wieder; man hätte sich nur zwischenzeitlich eine stärkere Konzentration aufs Wesentliche gewünscht.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema



    Edgar Wallace: Die Gruft mit dem Rätselschloss

    Kriminalfilm, BRD 1964. Regie: Franz Josef Gottlieb. Drehbuch: Robert A. Stemmle, Franz Josef Gottlieb (Romanvorlage „Angel Esquire“, 1908: Edgar Wallace). Mit: Harald Leipnitz (Jimmy Flynn), Judith Dornys (Kathleen Kent), Rudolf Forster (Mr. Real), Ernst Fritz Fürbringer (Connor), Werner Peters (Spedding), Harry Meyen (Inspektor Angel), Siegfried Schürenberg (Sir John), Eddi Arent (Ferry Westlake), Vera Tschechowa (Feder-Lissy), Ilse Steppat (Margaret), Klaus Kinski (George), Harry Wüstenhagen (Goyle), Kurd Pieritz (Cyril), Kurt Waitzmann (Mr. Simpson), Arthur Binder (Bat Sand) u.a. Uraufführung: 30. April 1964. Eine Produktion der Rialto-Film Preben Philipsen Berlin im Constantin-Filmverleih München.

    Zitat von Die Gruft mit dem Rätselschloss
    Den Glücksspielbetrüger Real, dessen Bande an gezinkten Roulettetischen ein unermessliches Vermögen anhäufte und dabei ganze Existenzen vernichtete, packt im Alter die Reue. Eines seiner Opfer beging Selbstmord; nun soll dessen Tochter Kathleen Kent das ergaunerte Geld erben, das in einer mit mehreren Todesfallen gesicherten Gruft weggesperrt ist. Gegen diesen Vorstoß erheben Reals alte Weggefährten Widerspruch: Sie wollen die Beute für sich selbst beanspruchen – allen voran der gewiefte Connor. Er lässt Kathleen entführen, um ihr eine Beteiligung abzupressen. Doch Connor hat die Rechnung ohne den gut informierten Mittelsmann Jimmy Flint und ohne einen Mörder mit Zielfernrohr gemacht, der die Rädelsführer des Komplotts nacheinander erschießt ...


    „Leben Sie gern? Dann machen Sie keine Dummheiten!“

    Ein englisches Sprichwort besagt, dass alte Sünden lange Schatten werfen. In diesem Sinne beziehen sich alle Verbrechen der unterschiedlichen Interessengruppen sowie der Kampf zwischen den ehemaligen Partnern und mittlerweile verfeindeten Banden auf Reals zurückliegende Betrugsmasche am Spieltisch. Ohne etwas von diesen Verwerfungen zu ahnen, schlittert Kathleen Kent in das geldgierige Wirrwarr hinein. Franz Josef Gottlieb und Robert Adolf Stemmle entwarfen auf Edgar Wallace’ Vorlage ein etwas ungelenkes Drehbuch, das sich ganz auf das Hin und Her der Gauner konzentriert und dabei andere zentrale Elemente – die titelgebende Gruft, das old dark house-Element, die semi-interessante Mordserie oder die auslösende Figur des alterswunderlichen Verbrechers mit möglichen Rückblenden zu seinen Taten – allzu stiefmütterlich behandelt. Aus diesen Gründen bleibt einiges Potenzial auf der Strecke und man muss feststellen, dass „Die Gruft mit dem Rätselschloss“ nicht ganz an Gottliebs immerhin sehr atmosphärischen „schwarzen Abt“ anknüpfen kann, aber immer noch besser unterhält als sein „Fluch der gelben Schlange“.

    Für einen Wallace-Krimi des Jahres 1964 wirkt der Film, weil er schauspielerlastiger und weniger actionbetont aufgebaut ist, etwas altbacken und fühlt sich gegenüber vorhergehenden Produktionen mit geschmeidigerem Gesamteindruck wie ein gewisser Rückschritt oder zumindest etwas weniger aufwendig an. Zu diesem Eindruck trägt auch die Besetzung der Hauptrollen bei, die mit Harald Leipnitz und Judith Dornys ähnlich wie in „Das Rätsel der roten Orchidee“ zum ersten Mal seit Längerem wieder mit Namen aus der zweiten Reihe besetzt sind. Leipnitz durchbrach mit seinem Auftritt nicht nur die lange Vorherrschaft von Fuchsberger und Drache auf Position 1 in den Wallace-Film-Darstellerlistungen, sondern auch deren aufrichtige Vorbildlichkeit durch eine Antiheldenanlage, die ihn kantiger und undurchschaubarer wirken lässt. Eine solche Darstellung liegt Leipnitz recht nahe, sodass es sich hierbei um seinen überzeugendsten Wallace-Auftritt handelt. Dennoch kann er das Fehlen eines verlässlichen Hauptermittlers nicht kaschieren, sodass dem Film eine treibende Gegenkraft im Spiel der Gangster fehlt und man sich lange Zeit fragt, warum diese Kathleen Kent oder sogar dem schwächlichen Real nicht viel ärger zusetzen. In dessen Rolle trägt ein in vorgestrigen Schauspielkonventionen verhafteter Rudolf Forster all jenen Pathos bei, den man Lil Dagover als „seltsamer Gräfin“ so oft nachsagt. Szenen wie die seines Ablebens oder das brutale Verhör von Feder-Lissy erscheinen teilweise unfreiwillig komisch; in den meisten anderen Momenten legt er einen kuriosen Sing-Sang an den Tag.

    Zu dramatischen Höchstformen mit jeweils regelrecht tragischen Schicksalen laufen Werner Peters als Anwalt unterm Pantoffel seines Klienten sowie Ernst Fritz Fürbringer als Gangsterboss Connor auf. Hatte Fürbringer in seinen früheren Wallace-Auftritten als Yard-Chef mit akuter Profillosigkeit zu kämpfen, so zeigt er sich als verschlagener Entführer derart teuflisch, dass man das Funkeln seiner Augen durch die blickdichte Sonnenbrille hindurch zu erkennen meint. Connor findet ein Ende, das seiner Position im Film angemessen ist und bei dem Gottliebs Inszenierung und Angsts Kamera ein gesunder Sadismus nicht abzusprechen ist. Sir Archibalds Nachfolger auf dem Chefsessel der Polizei, Siegfried Schürenberg, sowie Eddi Arent als paragrafenreitende, egoistische Mischung aus Gouvernante und Beschützer für Kathleen Kent fahren ihre Parts dagegen mit typisch überkandideltem Gottlieb-Humor gegen die Wand, stehlen mit Kalauern wertvolle Filmminuten und verhunzen unheimliche Elemente wie das Auffinden von Feder-Lissys Leiche in der Gruft mit dem Rätselschloss. Auch gegen der mittlerweile zum pflichtschuldigen No-Brainer verkommene Gastauftritt von Klaus Kinski muss Beschwerde eingereicht werden – so oder so ähnlich hat man ihn mittlerweile schon ein paar mal zu häufig gesehen, als dass er mit seinen stummen Drohgebärden noch jemanden hinterm Ofen hervorlocken würde.

    Als kreativer Einfall bleibt der Bogen in Erinnerung, den der Regisseur zwischen Anfang und Ende spannt, indem er die „Gruft“ mit einer Film-im-Film-Szene mit Schießerei aufblenden und dann schließlich mit einer Schießerei in der Mühle ausklingen lässt. Beide haben jeweils den Kugeltod des Verbrechers und die Rettung der bedrohten Schönheit zur Folge. Auch für einige selbstreferentielle Gags zur Kinolandschaft anno 1964 sowie zu Edgar-Wallace-Krimis war man sich im Kontext des ersten Mordes im Kino nicht zu fein. Davon abgesehen merkte die Rialto-Film allerdings offenbar, dass sie sich mit Gottliebs Inszenierungen in eine handwerkliche Sackgasse begeben hatte, sodass der gebürtige Österreicher keinen weiteren Beitrag zur Reihe mehr leisten durfte und man der etwas zu stottern beginnenden Wallace-Maschinerie im Folgenden mit der Adaption des bekannten „Hexer“-Klassikers frische Antriebskräfte verlieh.

    In einem unspektakulären, etwas altmodischen Wallace-Krimi fallen Unebenheiten in Dramaturgie, Besetzung und Tempo eher ins Gewicht als in einem vollgepackten Blockbuster-Spektakel. Man kann es der „Gruft“ zugutehalten, sich auf leisere Töne zu besinnen, aber manche von ihnen sorgen – vor allem aufgrund der nicht immer starken Darstellerführung sowie vertaner Chancen im atmosphärischen Bereich – für Missklänge.

  • CCC Mabuse Blu-rays kommen 2020Datum11.03.2019 20:44
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Ich bin selbst nicht bei FB.

  • CCC Mabuse Blu-rays kommen 2020Datum11.03.2019 17:11
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    In "Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" wird Nick Prado im Keller des Metropol-Theaters von Max mit einem Rasiermesser malträtiert. Hier gibt es mindestens eine Einstellung, die auf der deutschen DVD fehlt, die aber auf der US-Billig-DVD enthalten ist. Siehe hier (erstes Bild zu "The Invisible Dr. Mabuse") oder hier als Hotlink direkt zum Bild.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Es stand leider zu befürchten. Echt schade, dass diese Gelegenheit nicht genutzt wurde, um den Film zeitgemäß zu restaurieren.

  • CCC Mabuse Blu-rays kommen 2020Datum10.03.2019 22:48
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Interessant wäre die Frage, ob die gekürzte Szene aus "Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" auf den Blurays in voller Länge enthalten sein wird.

  • Grand PrixDatum10.03.2019 22:38
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Zitat von Count Villain im Beitrag #828
    Und noch gespannter bin ich heute auf die drei verbliebenen Songs. Wobei meine größten Erwartungen da bei Armenien liegen.

    Meine nicht. Und damit habe ich Recht behalten. Armenien hat den schlechtesten Song des heutigen Trios. Mit Ausnahme des Rundum-sorglos-Pakets Iveta Mukuchyan war Armenien jedes einzelne Jahr seit einschließlich 2011 extrem schwachbrüstig. Die goldenen Zeiten von "Qele qele", "Jan jan" und "Apricot Stone" sind halt endgültig vorbei.

    Ich räume das Feld also einmal von hinten auf und widme mich erstmal nur den heute bekanntgegebenen Titeln: Armenien schickt mit Srbuks "Walking out" Frauenpower-Song Nummer 8354, der eher aggressiv als einladend wirkt. Dazu wurde die unangenehme Attitüde und Optik von Kaukasus-Horror Nina Sublatti übernommen und mit einer ähnlich nervigen Hookline unterlegt. Geht gar nicht!

    Israels Heimspiel-Beitrag heißt naheliegenderweise "Home" und wird von Kobi Marimi gesungen. Sehr klassische, dramatische Ballade, mit der sich der Gastgeber nicht blamieren wird - egal, ob damit Punkte gesammelt werden können oder (eher) nicht. Um vom etwas abgedroschenen Text abzulenken, hätte ein (gern möglichst hoher) Hebräisch-Anteil geholfen. Okay.

    Malta schlägt wie mehrere andere Länder auch in die "Fuego"-Kerbe und vermischt es mit bunter, unbeschwerter Teenie-Note. Plastik-Pop mit geringem Haltbarkeitsdatum, aber cool genug für den einmaligen Auftritt. Mittelfeld.

    Top-10-Ware ist da heute eigentlich nicht mehr dabeigewesen. Zu den insgesamt gelungeneren Acts, die zwischenzeitlich bekanntgegeben wurden, schreibe ich später noch etwas.

  • Grand PrixDatum10.03.2019 09:43
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Es fehlen nur noch drei Lieder fürs diesjährige Line-up und dank der letzten Vorentscheide und vieler hochwertiger interner Nominierungen hat sich das Teilnehmerfeld doch noch nach Kräften verbessert. Hier nur ganz kurz meine aktuelle Top-10:

    12 Pkt.: Tamta - Replay
    10 Pkt.: Mahmood - Soldi
    08 Pkt.: Chingiz - Truth
    07 Pkt.: Luca Hänni - She Got Me
    06 Pkt.: Hatari - Hatrið mun sigra
    05 Pkt.: Duncan Laurence - Arcade
    04 Pkt.: John Lundvik - Too Late for Love
    03 Pkt.: Sergey Lazarev - Scream
    02 Pkt.: Serhat - Say Na Na Na
    01 Pkt.: KEiiNO - Spirit in the Sky

  • Grand PrixDatum07.03.2019 04:36
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Da gehen wir diesmal ziemlich auseinander. Warum nicht ein gutes Rezept nochmal probieren? Wir haben ja auch nicht schon beim zweiten Wallace-Film entnervt aufgegeben. Außerdem füllt Zypern mit seiner Strategie eine wichtige Lücke für Songs, die einfach Spaß machen. Seit vorgestern habe ich "Replay" quasi in Dauerschleife und somit bereits häufiger als alle anderen diesjährigen Lieder (außer Sanremo) gehört und finde es mittlerweile sogar noch eingängiger als "Fuego". In Bezug auf den ESC-Erfolg wird es zwar schwierig, Elenis übergroße Fußstapfen zu füllen, aber für mich persönlich ist "Replay" ein ganz klarer Top-3-Kandidat. Richtig solider Pop.

    Mit Katerine Duskas "Better Love" kann ich dagegen nicht so viel anfangen. Die erste Strophe gefällt mir zwar, aber der Chorus ist ziemlich faul (der Vergleich mit Australien 2018 stimmt) und ihre Stimme irritiert mich. Das ist so eine Art "Love Love Peace Peace"-Ballade, die kein Leben außerhalb des ESC haben könnte und entsprechend relativ langweilig auf mich wirkt. Zur Ehrenrettung: Immerhin ist es ein hochwertiges Gesamtpaket.

  • Grand PrixDatum05.03.2019 22:55
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Zyperns Tamta hat nun ihren Song "Replay" veröffentlicht. Er ist zwar sehr offensichtlich an "Fuego" angelehnt und nicht ganz so stark wie Eleni Foureiras Lied, aber reiht sich immer noch leicht in die bessere Hälfte dieses Jahrgangs ein. Catchy, tanzbar, keine Anbiederung an Juryvorlieben. Was Zypern im Vergleich zu anderen Kleinststaaten auf die Beine stellt, ist wirklich nicht zu verachten.

    PS: https://instaud.io/3nGh

  • Sammelthread "Film Noir"Datum05.03.2019 19:30
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Interessant - diesen Film hatte ich bislang überhaupt noch nicht auf dem Schirm. Die Besetzung liest sich sehr lohnenswert.

    Ich habe mir jetzt mal neben der altgedienten "Film Noir Encyclopedia" von Silver, Ward, Ursini und Porfirio noch ein weiteres Buch zu Noirs bestellt, das aktuell hier günstig erhältlich ist und ebenfalls den Eindruck eines Standardwerks macht: "A Comprehensive Encyclopedia of Film Noir" von John Grant. Ich werde berichten, wenn ich das Buch in Händen halte und etwas darin stöbern konnte.

    Vorerst auch von mir ein weiterer Bericht zu einem eher unbekannten Noir:



    Einer weiß zuviel (Woman on the Run)

    Thriller, USA 1950. Regie: Norman Foster. Drehbuch: Alan Campbell, Norman Foster (Story: Sylvia Tate). Mit: Ann Sheridan (Eleanor Johnson), Dennis O’Keefe (Danny Legget), Robert Keith (Inspector Ferris), Ross Elliott (Frank Johnson), Frank Jenks (Detective Shaw), Steven Geray (Dr. Hohler), John Qualen (Maibus), J. Farrell MacDonald (Seefahrer), Victor Sen Yung (Sam), Reiko Sato (Suzie) u.a. Uraufführung (USA): 12. Oktober 1950. Uraufführung (BRD): 31. Juli 1951. Eine Produktion von Fidelity Pictures für Universal Pictures.

    Zitat von Einer weiß zuviel
    Beim Gassigehen mit seinem Hund wird Frank Johnson Zeuge eines Verbrechermordes und erkennt im Licht einer Straßenlaterne den Schützen. Weil dieser auch scharf auf ihn schießt, verschwindet Johnson nach einer kurzen Befragung durch die Polizei lieber spurlos von der Bildfläche. Seine von ihm entfremdete Frau Eleanor macht sich gemeinsam mit dem neugierigen Reporter Legget auf die Suche nach Frank und stellt dabei fest, dass sie ihn doch immer noch liebt. Umso mehr fürchtet sie um sein Leben, als der Mörder plötzlich herausfindet, wo er Frank aufstöbern und endgültig beseitigen kann – auf einem Jahrmarkt im Schatten einer Achterbahn ...


    Einen Blick auf das, was besser verborgen geblieben wäre, erhascht nicht nur Unglücksvogel Frank Johnson, der wider Willen zum Mordzeugen wird, sondern auch der Zuschauer dieses Film Noir, als er nach Franks Verschwinden ungeschminkte Auskunft über die zerrüttete Ehe der Johnsons erhält. Frank, ein Künstler, der Konflikten immer nur aus dem Weg geht, und seine Frau Eleanor, die ihre Gleichgültigkeit hinter aufgesetzt raubeinigen Kommentaren verbirgt, bilden wirklich ein „reizendes“ und einigermaßen unwahrscheinliches Paar. Aber mit ihren eigenwilligen Aktionen nach dem Verschwinden ihres Gatten sowie ihrer Abneigung gegen den routinierten Polizeiinspektor erwärmt Eleanor dann doch bald das Publikum für sich, sodass sie und nicht der untergetauchte Mordzeuge fortan der Star dieses Krimis ist. Genaugenommen machen damit sowohl der deutsche Titel, der sich auf Frank bezieht, als auch der englische falsche Vorspiegelungen, denn Eleanor ist eher auf der Jagd als auf der Flucht. Zu Ann Sheridan würde etwas anderes auch gar nicht passen: In „Einer weiß zuviel“ geht sie schließlich im Stil einer selbstbestimmten Privatdetektivin dem Geheimnis um den Mord, den ihr Mann mit ansah, auf den Grund.

    Zitat von Sean Axmaker: „Woman on the Run“ at Turner Classic Movies, Quelle
    Ann Sheridan was nicknamed “The Oomph Girl” (a name that she detested) by studio publicists to promote her as a Hollywood bombshell but she’s better known by classic movie fans as a talented dramatic actress [...] with a knack for both comedy and hardboiled toughness. This role showcases all three elements, with Sheridan dishing out sardonic cracks with deadpan snap and then softening as she discovers new dimensions of her estranged husband on her odyssey. It’s refreshing to see in a film noir, a genre known for predatory relationships, one-sided love affairs and sexual obsession, a story about a rediscovery of affection that has been ground to indifference and resentment over time.




    In Dennis O’Keefe findet Ann Sheridan einen gelungenen Sparringspartner für ihre Ermittlungen, denn O’Keefe erweist sich als Reporter Legget als ebenso hartnäckig und wortgewandt wie Eleanor Johnson. In einigen Szenen übertreibt die Regie anfangs vielleicht die humoristischen Momente zwischen Sheridan und O’Keefe, aber der turning point zur Mitte der Geschichte wird letztlich durch das leichtherzige Verhältnis der beiden Figuren zueinander umso effektiver und überraschender. Von da an nimmt „Einer weiß zuviel“ deutlich an Spannung und auch an Düsternis zu und gerade das Finale, das sich in der Dunkelheit unter den Bohlen eines nächtlichen Vergnügungspiers abspielt, lässt dem Publikum einige Schauer über den Rücken laufen. Norman Foster, der sich sonst mit inszenatorischen Kniffen eher bedeckt hält, zeigt in diesen Szenen ein regelrecht metaphorisches Verständnis dafür, dass man es beim Film Noir immer mit den unterschätzten Schattenseiten des kalifornischen entertainment business zu tun bekommt.

    Die dem Finale vorangehende lange Suche nach Frank Johnson führt Sheridan und O’Keefe durch abwechslungsreiche Lokalitäten und zahlreiche, teilweise sehr pittoreske Außenaufnahmen eines zeitgenössischen San Francisco. Interessant für Krimifreunde dürfte zudem der Auftritt des in der Stadt gebürtigen Victor Sen Yung sein, der in elf Charlie-Chan-Filmen den „Sohn Nummer zwei“ des bekannten Buch- und Leinwanddetektivs verkörperte. Hier in „Einer weiß zuviel“ stellt er einen Barbesitzer dar, der das Leben seiner Tochter ahnungsloserweise an den Hauptverbrecher verliert – wenn auch eine Neben-, so doch schon eine etwas tiefergehende Rolle, die den Film ebenso wie die differenziertere Zeichnung der Geschlechter zu einem der gesellschaftlich progressiveren Noirs macht. Unter dem reinen Krimi-Aspekt kann Fosters B picture hingegen nur eine solide Mittelfeldposition einfahren.

    Mann beobachtet Mord und verschwindet, Frau sucht ihn und stößt dabei auf den Mörder. Mit Gespür für lustige und gruselige Momente erzählt „Einer weiß zuviel“ einen Standard-Krimi aus der Sichtweise einer emanzipierten, etwas abgehalfterten Ann Sheridan, der man zwar das Duell mit dem Killer, nicht aber unbedingt das Wiederaufkeimen einer zarten Romanze zutraut. 4 von 5 Punkten.

  • Bewertet: "Zimmer 13" (1963/4, 15)Datum05.03.2019 19:20
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Bisher hat sich noch kein wirklicher Liebhaber des Films zu Wort gemeldet. Die Sache mit den zwei Plotsträngen scheint fast allen sauer aufzustoßen. So weit, zu sagen, dass es sich um den schwächsten Reinl-Film handelt, würde ich aber nicht. Bisher unterbietet für meine Begriffe der "Fälscher" schonmal in vielerlei Hinsicht das "Zimmer" - ob nun in Bezug auf Tempo, wallace-typische Merkmale, Passgenauigkeit der Hauptdarsteller oder das Interesse, das ich für die jeweils recht ungewöhnliche Lovestory aufzubringen bereit bin.

  • Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #416
    Schade, denn das Cover ist wirklich stimmig (im Gegensatz zu dem der "Pagode", das nun gerade keinen Schwarzweiß-Look gebraucht hätte, der bei diesem Film eher falsche Erwartungen weckt).

    Filmjuwelen hat der "Pagode" nachträglich ein Cover-Update verpasst und die Schwarzweißbilder wieder eingefärbt. So sieht das gleich noch stimmiger aus, ohne den typischen Krimi-Look der FJ-Reihe zu sehr abzuändern.

  • Eure DVDsDatum04.03.2019 17:30
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Der letzte DVD-Zugang ist zwar schon fast wieder einen Monat her, aber ein Update hier im Thema tut 'mal wieder Not. Diesmal ist tatsächlich mehr Fernsehen als Kino dabei:

    FILM

    • Rittmeister Wronski (Filmpalast: Kinohits von gestern)
      (BRD 1954, mit Willy Birgel, Elisabeth Flickenschildt, Antje Weisgerber u.a.; e-m-s new media)
    • Die Gewalt bin ich (Il cinico, l'infame, il violento) (Limited Edition)
      (IT 1977, mit Maurizio Merli, John Saxon, Renzo Palmer u.a.; FilmArt HE)
    • Die Kröte (La banda del gobbo) (Limited Edition)
      (IT 1978, mit Tomas Milian, Pino Colizzi, Isa Danieli u.a.; FilmArt HE)
    TV
    • Hafenpolizei (Pidax Serien-Klassiker)
      (BRD 1963-66, mit Jochen A. Blume, Herbert A.E. Böhme, Josef Dahmen u.a.; Pidax-Film)
    • Polizeifunk ruft (Pidax Serien-Klassiker)
      (BRD 1966-70, mit Karl-Heinz Hess, Josef Dahmen, Günter Lüdke u.a.; Pidax-Film)
    • Hamburg Transit (Pidax Serien-Klassiker)
      (BRD 1970-74, mit Karl-Heinz Hess, Eckart Dux, Werner Bruhns u.a.; Pidax-Film)
    • Mord in der Toskana (Delitti privati) (Die komplette Serie)
      (IT / BRD 1993, mit Edwige Fenech, Ray Lovelock, Gudrun Landgrebe u.a.; cmv Laservision)
    • Mord in bester Gesellschaft (Sammelbox Folge I-V)
      (AT / BRD 2007-10, mit Fritz Wepper, Sophie Wepper, Sonja Kirchberger u.a.; MCP Sound & Media)
      enthält: Mord in bester Gesellschaft; Der Tote im Elchwald; Die Nächte des Herrn Senator; Der süße Duft des Bösen; Das eitle Gesicht des Todes

  • Grand PrixDatum04.03.2019 17:13
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Serbien zum Gähnen, Georgien zum Fremdschämen.

  • TV_Termine März 2019Datum04.03.2019 17:11
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema

    Die sind zwar beide auf DVD erhältlich (Gilda sogar auf Blu-ray), aber für Leute, die unverbindlich einen Blick riskieren wollen, sicher eine Aufnahme wert. "Gilda" steht mir persönlich noch bevor; "Lady von Shanghai" habe ich als einen der besten Noirs in Erinnerung, die ich kenne. Unbedingte Einschalt-Empfehlung!

  • Bewertet: "Zimmer 13" (1963/4, 15)Datum03.03.2019 22:15
    Foren-Beitrag von Gubanov im Thema



    Edgar Wallace: Zimmer 13 (L’attaque du fourgon postal)

    Kriminalfilm, BRD / FR 1963/64. Regie: Harald Reinl. Drehbuch: Quentin Philips (d.i. Will Tremper) (Romanvorlage „Room Thirteen“, 1924: Edgar Wallace). Mit: Joachim Fuchsberger (Johnny Gray), Karin Dor (Denise Marney), Walter Rilla (Sir Robert Marney), Richard Häußler (Joe Legge), Hans Clarin (Mr. Igle), Kai Fischer (Pia Pasani), Eddi Arent (Dr. Higgins), Siegfried Schürenberg (Sir John), Erik Radolf (Ambrose), Benno Hoffmann (Blackstone-Edward), Bruno W. Pantel (Sergeant Horse), Kurd Pieritz (Inspektor Terrence), Arthur Binder (Slim), Elfi Estell (Wanda), Eberhard Junkersdorf (Double des Rasiermessermörders) u.a. Uraufführung (BRD): 20 Februar 1964. Uraufführung (FR): 13. Januar 1965. Eine Produktion der Rialto-Film Preben Philipsen Berlin und der SNC Societé Nouvelle de Cinématographie Paris im Constantin-Filmverleih München.

    Zitat von Zimmer 13
    Der polizeibekannte Highlow Club ist Unterschlupf der Bande um Unterweltkönig Joe Legge, der zusammen mit seinen Kumpanen den größten Postzugraub der britischen Geschichte plant. Um die Beute aus dem Raub verstecken zu können, benötigt er die Hilfe des Unterhausabgeordneten Sir Robert Marney, den Legge wegen eines Geheimnisses aus der Vergangenheit in der Hand hat. Gerade als Marneys Tochter Denise mit dem Privatdetektiv Johnny Gray im Highlow Club zu Abend speist, kommt es zu einem brutalen Rasiermessermord an einer Tänzerin – und die Tat bleibt nicht die einzige in Legges und Marneys Umfeld ...


    „Sie haben eine sehr hübsche Tochter. Sie wollen doch sicher, dass diese Tochter hübsch bleibt ...“

    Während zumeist ganz klar die Verbrechen eines einzigen Hauptschurken bzw. seiner Hintermänner im Fokus eines Edgar-Wallace-Krimis stehen, versucht „Zimmer 13“, zwei weitgehend voneinander isolierte Krimi-Handlungsstränge miteinander zu kombinieren: Auf der einen Seite soll die Mordserie an Frauen durch einen unbekannten Schlitzer für Gruselspannung sorgen; andererseits fügt Joe Legges generalstabsmäßig aufgezogener Geldraub der Reihe zum ersten Mal seit Längerem wieder die Anmutung eines zeitgenössischen Gangster-Krimis hinzu. In Wallace’ Originalroman kommt keiner der beiden Plots vor; die Mordserie trägt in erster Linie den Erwartungen des Publikums an einen Wallace-Reißer Rechnung und die Attacke auf den Postzug wurde brühwarm ins Drehbuch geschrieben, um aus dem aufsehenerregenden Coup von Bruce Reynolds aus dem August 1963 Profit zu schlagen. Letztlich hängen beide Handlungen in der Luft, weil jede von ihnen volle Aufmerksamkeit benötigt hätte, um wirklich abgerundet zu wirken. Der Geschichte um den Serienkiller fehlt Kontinuität, mit der eine ernstliche Bedrohung hätte aufgebaut werden können. Nur hin und wieder fährt das Messer auf ein Opfer herunter; zwischenzeitlich ereignet sich so viel anderes, dass man den Ripper bis zur nächsten Tat schon wieder vergessen hat, zumal ihm ein einprägsamer Look oder Name abgeht. Gleichzeitig nehmen die Vorbereitungen des Raubüberfalls großen Raum ein, während sein Nachklapp enttäuschend kurz gehalten ist: Wo spätere Verfilmungen des great train robbery der Flucht und Vertuschung ebenso große Bedeutung beimessen wie der Planung, wird Legges Bande praktisch schon verhaftet, bevor sie die Beute verstecken kann.

    Wofür man „Zimmer 13“ fraglos loben muss, ist die gedämpfte Grundstimmung, die Elemente von Wahnsinn, dunklen Familiengeheimnissen und erpresserischen Umtrieben vermengt und vor klassischer Kulisse effektvoll zum Tragen bringt. Der Film gehört damit zu den ernsthaftesten Vertretern der Reihe und erzählt im Grunde eine ernstlich tragische Geschichte. Vier Jahre, nachdem man zuletzt im Herkunftsland des Produzenten Preben Philipsen gedreht hatte, kehrte man außerdem endlich nach Dänemark zurück, um dort stimmungsvolle Außenaufnahmen anzufertigen, wie man sie schon seit Längerem nicht mehr in einem Wallace-Film zu sehen bekommen hatte. Schloss Vallø zählt zu den beeindruckendsten ländlichen Schauplätzen der Serie und der Highlow Club befindet sich sicher nicht aus Zufall an exakt der gleichen Straßenkreuzung, an der schon 1959 ein Nachtwächter von einem Schergen des maskierten Frosches die Kehle durchgeschnitten bekam. Gastautor Will Tremper und Regisseur Harald Reinl ließen die unterkühlte Filmstimmung und den Fingerzeig auf die ernsthaftere Serienfrühphase in eine Lösung münden, welche beim Zuschauer für ernstliches Unbehagen sorgt und den stellenweise etwas oberflächlichen Streifen mit einem emotionalen Tiefschlag beendet. Für besondere Pluspunkte sorgen dabei sowohl das geschickte Spiel mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, aufgrund derer das Publikum diesmal selbst besonders augenfällige Verdachtsmomente übersehen dürfte, als auch die darstellerische Qualität des Mörders.

    Gerade bei den Darstellern erwies sich Reinl diesmal als treffsicher. Er kombinierte zum ersten Mal seit „Die Bande des Schreckens“ wieder Joachim Fuchsberger und Karin Dor in einem echten Edgar-Wallace-Krimi, wobei das knisternde Duo einander von Anfang an beherzt die Bälle zuspielt und sich in beider Akteure Spiel im Vergleich zu ihren etwas naiven Auftritten in der „Bande“ mittlerweile eine größere Ambivalenz herausgeprägt hat. Fuchsberger, der am Morgen beherzt mit einer Blondine schmust und am Abend mit Dor im Strip-Club sitzt, hat mit seinem Schwiegersohn-Image der frühen Filme ebenso wenig gemein wie Karin Dor mit ihrem früheren unschuldigen Sekretärinnen-Aufteten. Eine Weiterentwicklung – wenn auch nicht unbedingt in positive Richtung – macht sich ebenfalls bei Siegfried Schürenberg bemerkbar, der hier nach einer Pause wieder als Sir John auftritt und inzwischen eher durch Präpotenz und Dummheit als durch würdevolle Chef-Qualitäten auszeichnet. Ähnlich hielt Reinl auch Arent nicht recht in Zaum, sodass dieser wild kalauert und damit dem Wirkeffekt des Finales nicht unwesentlich Abbruch tut. Sehr gut besetzt in ihren Altherrenrollen sind Walter Rilla, Richard Häußler und Erik Radolf, die als Trio das Geheimnis um die verstorbene Lady Marney hüten wie einen Gral. Im Highlow Club geht es dagegen profaner zu, sodass die dort auftretenden Hans Clarin und Kai Fischer weniger attraktive Rollen zugeteilt bekamen.

    Verglichen mit dem hohen Niveau der Serie gerade in den Vorgängerproduktionen bleiben rahmende Faktoren wie Kamera und Musik hinter ihren Möglichkeiten zurück. Zwar fängt Ernst W. Kalinke die nordischen Locations attraktiv ein, kommt mit Ausnahme weniger Extrem-Zooms auf Dor den Darstellern aber nie wirklich nah, sodass das Breitbildformat nicht so gut ausgenutzt wird wie bei Karl Löb oder Richard Angst. Man betrachtet das Geschehen durch seine Linse distanzierter, zumal es etwas weniger kreativ und Ausleuchtung und Wahl der Blickwinkel konservativer wirken. Peter Thomas’ musikalische Untermalung bleibt ebenso verhalten und wirkt stellenweise ähnlich gehetzt wie die Erzählführung des Films. Alle diese Faktoren sorgen dafür, dass „Zimmer 13“ für gewöhnlich trotz seiner interessanten Struktur und des starken Twists nicht zu den Klassikern der Reihe gezählt wird und auch unterm Strich keine vergleichbare Nostalgie-Wirkung entfaltet wie etwa „Das Gasthaus an der Themse“, „Der Zinker“ oder „Das indische Tuch“.

    Erneut schlägt der Fluch zu, dass Zugaben des Drehbuchautors nicht unbedingt zur Verbesserung der Qualität der Geschichte beitragen: In „Zimmer 13“ versuchte Will Tremper zu viel auf einmal; sein ambitioniertes Script wirkt trotz routinierter Umsetzung durch Harald Reinl in seiner Zuspitzung eher flach und die guten darstellerischen Leistungen in den Hauptrollen ändern wenig an einigen dramaturgisch ungeschickten Momenten, z.B. dem Auftaktmord, der überschnellen Verhaftung der Geldräuber oder dem finalen Blutbad im Hause Marney.

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