Klaus J. Behrend, Dietmar Bär, Katja Flint, Heinrich Schafmeister, Leonard Lansink. Deren Kaderschmiede war Leo & Charlotte. Meine Mutter die den Blick auf besondere Darsteller hatte sagte damals - Die werden Karriere machen und so war es auch. Es folgten "Ärzte (Sportarzt Conny Knipper mit Dietmar Bär, Leonard Lansink), Tatort, Wilsberg
In "Rote Erde" drehten Klaus J. Behrend und der leider verstorbene Ralf Richter zusammen.
Für mich sind Dietmar Bär, Klaus J. Behrend und Jörg Hartmann auch fernab vom Tatort, in Reportagen Dokus die besten männlichen Charakterdarsteller. Keine kindischen Selbstdarsteller wie Wachtveilt, Nemec, Folkerts. Behrend ist ein Mensch der durch die Oberflächlichkeit der meisten Tatort-Selbstdarsteller heraussticht. Tiefe und eben nicht nur flach.
Behrend ist wie Bär und Richter ein Mensch aus dem Volk, keine Kunstfigur. Nachfolgend etwas zu seiner Person.
Die Zerstörung der Balance: Das Team Ballauf/Schenk lebte von der geteilten, geerdeten Kumpel-Mentalität. Schenk (Dietmar Bär) liefert die emotionale, oft gemütliche Breite. Ballauf lieferte die melancholische, aber zugängliche Tiefe. Das ergab zusammen das funktionierende System.
Die Radikalisierung statt Ergänzung: Wenn Seifried jetzt mit einer völlig anderen, extremen Schauspiel-Philosophie (klinische, abgründige Tiefe) dazustößt, dockt das nicht an Schenks Spielweise an. Es stößt sie ab.
Das Ergebnis für Statt einer harmonischen 100-Prozent-Ermittler-Einheit hast du ein dysfunktionales Konstrukt. Seifrieds akademisch-sezierende Art lässt Schenks traditionelles Spiel im schlimmsten Fall flach oder deplatziert wirken. Die über Jahre aufgebaute, vertraute Chemie ist damit effektiv auf Null gesetzt.
Der WDR riskiert hier bewusst den Bruch mit dem Zuschauer, um das System radikal zu verjüngen – opfert dafür aber genau die geerdete Tiefe, die bei Behrendt geschätzt ist.
Doch da Tiefe heutzutage sich in flach verwandelt hat, wird das die Meisten nicht stören. Also weiter billig bergab