Das klingt wirklich gut! Vor allem schön, dass scheinbar sogar die Kinosynchro von 1947 aufgetaucht ist! c.n.-tonfilm hatte in irgend einem Thread mal etwas zu der Synchro geschrieben, zu der es ansonsten nirgendwo im Internet Infos zu geben scheint. Ich bin gespannt, welche Schauspieler zu hören sind und wie der Erhaltungszustand der Tonspur ist. Er kann ja eigentlich nur von einer Kinokopie stammen, TV-Ausstrahlungen und Ähnliches gab es meines Wissens ja auch nie?
Das sind wirklich tolle Nachrichten! Ich hatte bislang nur die ursprüngliche Pidax-Ankündigung auf dem Schirm, in welcher die deutsche Synchro noch als "verschollen" ausgewiesen wurde und folglich eine reine OmU-VÖ angekündigt war. Vielleicht kann ja Dr. Georg P. etwas zu den Umständen schreiben, wie die Synchro nun doch noch aufgetaucht ist? Klingt spannend.
Zitat von Fabi88 im Beitrag #2Er kann ja eigentlich nur von einer Kinokopie stammen, TV-Ausstrahlungen und Ähnliches gab es meines Wissens ja auch nie?
Laut SPIO-Datenbank wurde der Film am 5. März 1953 in der ARD gezeigt, in der Hörzu sind für den Tag aber andere Sendungen abgedruckt. Vielleicht kennt jemand noch andere Quellen. Wäre toll, wenn sich das aufklären ließe.
Abgesehen von den bekannten „Macken“ häufen sich da in letzter Zeit die Authoring-Fehler. Anscheinend sind Nachpressungen billiger als eine gescheite Qualitätskontrolle.
„Der Würger“ mit Lugosi (in der Erstsynchro) landete wenigstens noch bei Anolis…
Zitat von Lord Peter im Beitrag #7Abgesehen von den bekannten „Macken“ häufen sich da in letzter Zeit die Authoring-Fehler.
Und was sind die "bekannten Macken"? Ich persönlich hatte bisher kaum Grund zur Klage. Abgesehen von Gerüchten/Vermutungen darüber, dass das Label bzgl. deutscher Tonspuren tlw. eher auf Privatsammler zurückgreift als auf offizielle Quellen, aber da weiß ich nichts Genaues.
Zitat von Daniel86 im Beitrag #8Und was sind die "bekannten Macken"?
Teilweise Nutzung deutscher/geschnittener Master ohne O-Ton; fehlerhafte Tonspuren (asynchron angelegt, bei ungekürzten/längeren Bildfassungen oft unsauber geschnitten, Lautstärkeschwankungen, schlechter Sound - eben wegen Nutzung von Privatmaterial, obwohl es besser erhaltenes Material gäbe); zumindest teilweise Ignorieren von Beschwerden (mein Favorit: die OmU-VÖ "The Pale Horse", wo in der letzten Minute der Ton bis zum Schluß komplett aussetzt)
Zu den "Simon Templar"-Spielfilmen und der "Geisterkomödie" lieferte ich die Tonspuren; es gab kein Belegexemplar, noch nicht mal ein ordinäres Danke.
Und was mich wirklich extrem geärgert hat: "Danger Man" und "Der Baron". Bei ersterem verfüge ich über eine deutsche Folge, die auf den bisherigen VÖ fehlte und die ich am Tag der Ankündigung direkt anbot. Die Antwort (mehrere Monate VOR dem Erscheinungstermin): "Sorry, zu spät, die DVDs sind längst fertig." Von wegen, man wollte nur nicht (über die Menü-Programmierung hinaus) nochmal ans Authoring ran. Und wenn die DVDs am Tage der Ankündigung schon fertig sind, hat man definitiv vorher nicht recherchiert, denn die Problematik der Fehlfolge war bekannt. Eine simple Gogle-Suche hätte direkt ins Synchronforum geführt. Und dann "Der Baron": Von mir im Pidax-Forum angeboten (vollständige Mittschnitte von 7 Folgen + Kinofilm), abgebügelt worden mit "Kommt definitiv nicht bei uns." Aber als dann die Folgen alle in der Tube standen (allerdings in deutlich schlechterer Qualität und mit abgeschnittenem Anfang) kam die Serie dann doch bei Pidax, mit exakt diesen Tonspuren.
Man mag mir deshalb nachsehen, daß ich diesem Label eher skeptisch gegenüberstehe und nur aus Mangel an Alternativen bei denen kaufe.
Nun liegt der Film vor, ich konnte ihn neulich sichten. Interessant, hier ein filmisches Wallace-Erlebnis zu haben, dass stilistisch zwar weit von der Rialto-Reihe entfernt, dafür aber deutlich näher an der Welt und Atmosphäre der Romane ist. Nicht nur in inhaltlicher Hinsicht (die wesentlichen Punkte der Geschichte wurden übernommen), sondern auch zeitlich, da der Roman 1932 erschien und die Verfilmung 1940 entstand. Natürlich merkt man auch hier, dass Wallace das "Tuch" zuerst als Theaterstück geschrieben hat; aber trotzdem wurde es nicht einfach statisch abgefilmt, sondern Musik und Kamera kamen sinnvoll zum Einsatz, so dass das Ergebnis etwas "filmischer" wirkt. In einem anderen Forum wurde vermutet, dass Vohrer und/oder seine Drehbuchautoren diese Verfilmung gekannt haben könnten, da der junge Lord auch hier leidenschaftlicher Klavierspieler ist und sich durch eine Aufzeichnung (in diesem Fall auf einer Schallplatte) ein Alibi für seine Morde verschafft. Was die Optik angeht, so ist Felix Aylmer als Dr. Amersham natürlich ein ganz anderer Typ als Richard Häussler (durch die Kombination von Glatze und Monokel erinnert er an manche Preußen-Karikaturen); Hele Haye ist zwar eine weniger Ehrfurcht gebietende Erscheinung als Elisabeth Flickenschildt, tritt aber ähnlich gebieterisch auf. George Merritt ist ein ganz anderer Ermittler-Typ als man es von Rialto her gewohnt ist; aber wie in einem anderen Thread erwähnt, trifft das auch im Roman auf Tanner zu, wenn man ihn mit anderen Wallace-Inspektoren vergleicht. Ronald Shiner als Totty erinnert leider unangenehm an Arents nervigste Auftritte bzw. an manche Arent-Kopien aus dem Epigonen-Bereich. Neben der Sache mit den Klavierspiel war eine weitere interessante Abweichung, dass der Mörder hier nicht Schritt für Schritt im Dialog überführt, sondern von Tanner auf frischer Tat ertappt wird, worauf dann das Gespräch der beiden folgt (so wirkt es weniger theaterhaft). Das Ende kam danach allerdings SEHR plötzlich. Ein kleiner Bezug zu Rialto ist übrigens dadurch vorhanden, dass in der (wenige Jahre nach dem Krieg in Hamburg entstandenen) Synchronfassung George Merritt von Rudolf Fenner gesprochen wird. Übrigens: Auch wenn in der Handlung und im Dialog nichts darauf hindeutet, dass sich das Land zum Zeitpunkt der Dreharbeiten im Krieg befand, kann man doch einen kleinen optischen Hinweis entdecken, da in einer Szene ein "Victory"-Aufkleber an einer Telefonzelle klebt.