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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 208 mal aufgerufen
 Edgar-Wallace-Forum
Blacky81 Offline



Beiträge: 65

07.12.2025 12:53
Qualitätsranking der deutsch - österreichischen Filmproduzenten Zitat · Antworten

Mich würde mal interessieren wie ihr die bekannten deutsch-österreichischen Filmproduzenten der 60er/70er hinsichtlich der Qualität ihrer Filmproduktionen ranken würdet, wenn ihr in Oberklasse, Mittelklasse und Untere Klasse unterscheiden würdet.

Ich würde nach meinem Empfinden folgendermaßen ranken:

Oberklasse: Horst Wendlandt, Artur Brauner, Heinz Willeg, Luggi Waldleitner

Mittelklasse: Wolf C. Hartwig, Gero Wecker, Franz Seitz, Karl Spiehs, Ilse Kubaschewski, Hans Pflüger

Untere Klasse: Erwin C. Dietrich, Rudolf Zehetgruber, Theo Maria Werner

Georg Online




Beiträge: 3.327

07.12.2025 19:13
#2 RE: Qualitätsranking der deutsch - österreichischen Filmproduzenten Zitat · Antworten

Ich denke, dass man das so pauschal nicht sagen kann.

Nehmen wir zum Beispiel mal Karl Spiehs, der immer ein Gespür für das hatte, was das Publikum (nicht die Kritiker) sehen wollte - daher auch seine Biographie mit dem Titel "Die Supernase".
Sicherlich, Spiehs hat Zoten und Sexkomödien produziert, aber auch viele Filme von hoher Qualität: seine Maigret-Verfilmung mit Heinz Rühmann zum Beispiel sehe ich qualitativ viel hochwertiger als Rialtos "Gorilla", bei dem jede Entscheidung etwas im Vergleich zum Original zu ändern, m. E. falsch war.
Viele erfolgreiche und beim Publikum extrem beliebte Komödien stammen aus dem Hause Lisa-Film, wie beispielsweise "Wer zuletzt lacht, lacht am besten" (Regie: Harald Reinl) und "Hochwürden drückt ein Auge zu" (beide mit Uschi Glas & Roy Black). Darüber hinaus hat Spiehs auch hochwertige Literaturverfilmungen wie "Reigen" oder "Keiner stirbt für sich allein" (mit Hildegard Knef unter Vohrers Regie) produziert und später viele Kassenschlager wie "Supernasen", "Zärtliche Chaoten" usw., die handwerklich alle besser waren, als etwa Brauners Jess-Franco-Beiträge, selbst so Zoten wie "Sunshine Reggae auf Ibizia" waren handwerklich (nicht inhaltlich) solide.
Brauner wiederum hat viele große Filme produziert, aber auch viel Schrott, mit dem er seine großen "Filme gegen das Vergessen" gegenfinanzierte. Neben den Jess-Franco-Filmen waren da auch noch so Filmchen wie "Jungfrauenreport" oder "Hochzeitsnachtreport", die aus dem Hause cCc stammen. Aber wie gesagt, verständlich, wenn man im Hinterkopf hat, wofür (Filme gegen das Vergessen) er sie produzierte.
Spiehs wiederum produzierte ab den 90ern einen Quotenhit nach dem anderen: "Ein Schloss am Wörthersee" (in über 40 Länder exportiert, darunter China), "Tierärztin Christine" (mit Uschi Glas, meistgesehener Fernsehfilm des Jahres), "Klinik unter Palmen" und zum Schluss "Das Traumhotel", alle mit beliebten Schauspielern. Demgegenüber hatte Rialto in den 90ern und 00er-Jahren wenig zu bieten: Die TV-Wallaces (vor allem die 2. Staffel) waren sehr mittelmäßig.
Was ich damit sagen will: Ich denke, man kann nicht generell sagen, wer in welche Klasse gehört.
Bei Wendlandt sehe ich tatsächlich am meisten hochwertige Produktionen: neben Wallace und May z. B. auch die letzten drei Erhardt-Filme, die Otto- und Loriot-Filme, daher würde ich ihn ganz oben einreihen. Waldleitner hatte sicherlich auch viele qualitätsvolle Produktionen wie die Simmels, "Sternsteinhof", tat sich aber auch in den 80ern mit Karl Spiehs zusammen, um gemeinsam Filme mit Gottschalk und/oder Krüger wie "Seitenstechen", "Zärtliche Chaoten" oder "Mama mia" zu produzieren.

Havi17 Offline




Beiträge: 3.901

07.12.2025 19:58
#3 RE: Qualitätsranking der deutsch - österreichischen Filmproduzenten Zitat · Antworten

In der Tat, "Ein Schloß am Wörthersee" war ein Riesenerfolg, für mich erkennbar daran, dass die Serie in den Privaten lief, doch "nicht zu fassen" danach bei den ÖRs.

Wendtland von dem ich einige Porträts kenne, hatte einfach Gespür für den Menschen, für die Zuschauer. Worauf es wirklich ankommt.
Ja, da stimme ich Dir zu Georg!

Gruss
Havi17

Fabi88 Offline



Beiträge: 4.116

08.12.2025 10:14
#4 RE: Qualitätsranking der deutsch - österreichischen Filmproduzenten Zitat · Antworten

Ein solches Ranking halte auch ich weder für zielführend, noch möglich. Was will man bewerten? Die Kernkompetenz "aus möglichst wenig Geld viel Gewinn machen"? Dann schneidet ein Wolf C. Hartwig wohl plötzlich ganz gut ab und Wendlandt mit teuren Flops wie "Wartezimmer zum Jenseits" gar nicht mehr so gut.
Artur Brauner hat ab den späten 60ern auch rein von der Qualität der Produktionen ganz sicher keine Oberklasse mehr geliefert - siehe "Akasava" und Co.
Da müsste man also schon die Produzenten in den einzelnen Jahrzehnten, wenn nicht sogar Jahren vergleichen. Stichwort Karl Spiehs: "Gern hab ich die Frauen gekillt" und "Wie tötet man eine Dame?" haben sehr hohe Production Values (sehen teuer aus, machen eigentlich viel richtig), gefallen mir aber überhaupt nicht. Da wäre mein Fazit, gut produziert, aber schwaches Buch und Regie. Wie ordnet man das ein?
Es gibt da einfach zu viele Faktoren. Für mich persönlich wäre Originalität und das Prägen eigener Reihen und frischer Filmideen ebenfalls wichtig. Da würde Brauner Krimi- und Western-technisch komplett rausfallen, weil selbst Mabuse im Grunde (in Sachen Planung) nur Trends (Rialtos Wallace-Reihe, später Bond) hinterherlief und ich es nicht besonders hochklassig finde, angesichts der Winnetou-Erfolge dann einfach die Orient- und Azteken-Romane von May zu verfilmen. Andererseits würde Brauner wiederum mit mutigen, kleineren (jedoch wenig publikumswirksamen) Projekten glänzen, die außergewöhnlich früh den Holocaust und die NS-Zeit thematisierten.
Viel hängt auch einfach von den Partnern ab. Die Constantin schoss bei Wallace und Winnetou ja sehr lange viel Geld dazu, da konnte die Rialto ganz anders arbeiten als komplett eigenständig arbeitende Produzenten, die Projekte teils noch ohne Verleihzusage begannen und entsprechend knapp kalkulieren mussten.
Letztendlich kann ein eigentlich gut produzierter Film am Ende auch noch qualitativ "scheitern", weil der passende Regisseur kurzfristig nicht verfügbar war und der Ersatz nicht das herausholen konnte, was eigentlich drin war. Das im Einzelfall auch noch zu beurteilen ist dann völlig unmöglich.

Havi17 Offline




Beiträge: 3.901

08.12.2025 19:24
#5 RE: Qualitätsranking der deutsch - österreichischen Filmproduzenten Zitat · Antworten

Ich finde Deine Einschätzungen sehr interessant. Vielleicht läßt es sich in einer Tabelle besser darstellen. Die Produzenten in den Spalten. In den Zeilen zu den Produzemten jeweils die erwähnten Besonderheiten. Jede Zeile ein Bestimmte mit Texterläuterung.
Ich könnte mir sehr gut vostellen, dass mit eurer aller Erfahrung in kurzen bündigen Sätzen eine tolle Matrix erstellt werden könnte.

So etwas ließe sich leicht mit Google Sheeds erstellen, z.B. eine Excel-Tabelle
https://support.google.com/docs/answer/6...rce=chatgpt.com

Dort kann jeder einfach Eintragungen machen. Die Bedienung ist intuitiv einfach, einfacher als bei einem alten Office, vom Neuen ganz zu schweigen.
Ich nutze das in einem Vorstand z.B. zur Jahresplanung, Einfach Klasse!

Gruss
Havi17

Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt, erst dann wird die Welt endlich wissen, was Frieden heißt (Jimi Hendrix)
Die Rüstungsindustrie ist eine der größten Gefährdungen der Menschheit. Albert Einstein
Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen. Albert Einstein

Blacky81 Offline



Beiträge: 65

12.12.2025 20:11
#6 RE: Qualitätsranking der deutsch - österreichischen Filmproduzenten Zitat · Antworten

Was ich eigentlich meinte ist, die finanzielle Qualität hinsichtlich der Auswahl der Regisseure, Schauspieler etc. Die Qualität der Ausstattung der Filme usw. Das sind die Kriterien die ich bei meinem Ranking. In dieser Hinsicht hat Horst Wendlandt eigentlich immer hochwertiges geboten. Das Artur Brauner speziell Anfang der 70er einige Filme mit sichtbar niedrigem Budget produziert hat ist klar, aber im Allgemeinen waren seine Produktionen aber hochwertiger als die von Karl Spiehs (von Außnahmen mal abgesehen).

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