AUSBRUCH DER 28 - (THE MACKENZIE BREAK) GB/Irland (1970) - R: Lamont Johnson - DE: 12.11.1970 - FSK 12 - V: United Artists Darsteller: Brian Keith, Helmut Griem, Ian Hendry, Patrick O´Connell, Horst Janson, Caroline Mortimer, Alexander Allerson, Gregg Palmer, Jack Watson, Tom Kempinski
1943: Im schottischen Kriegsgefangenenlager "Camp MacKenzie" befinden sich überwiegend deutsche Marine- und Luftwaffenoffiziere. Ihr Anführer ist der gerissene U-Boot-Kommandant Schlüter, der wie die meisten Männer, ein überzeugter Nazi ist. Er steht heimlich in Kontakt mit Berlin und sorgt immer wieder dafür, dass es zu Unruhen und Reibereien kommt, um davon abzulenken, dass man einen unterirdischen Fluchttunnel baut. Da Major Perry wegen der aufsässigen Gefangenen mit der Lageraufsicht überfordert zu sein scheint, übernimmt der erfahrene Captain Connor, ein aus Irland stammender Offizier, das Kommando. Er und Schlüter geraten ständig aneinander und Connor kammt bald dahinter, dass man einen Ausbruch plant, der wohl schon kurz bevorsteht. Doch Schlüters Plan ist so perfekt, dass Connor, als es soweit ist, das Verschwinden von 28 Männern erst zu spät bemerkt. Er setzt alle Hebel in Bewegung, um die Flucht zu vereiteln.
Actionreiches Spannungskino. Lamont Johnsons Inszenierung ist ebenso sorgfältig wie kraftvoll. Die Musik zu der packenden und wendungsreichen Stiry stammt von Riz Ortolani. Ein großartiges Darsteller-Ensemble, aus dem Helmut Griem und Brian Keith herausragen, unterstreicht den positiven Gesamteindruck. Im Gegensatz zu anderen Filmen, die in Internierungslagern spielen, sind hier die Deutschen die Gefangenen. Unüblich ist außerdem, dass man dem Zuschauer keine konstruierte Moral aufzwingt. So gibt es bei den verschiedenen Charakteren auch kein klares Schwarzweiß-Schema. Für Lamont Johnson war der Zweite Weltkrieg nur das Milieu und die Kulisse. Ihm ging es um die Gegenüberstellung von zwei starken Persönlichkeiten sowie um den Mut und die Entschlossenheit, mit denen Menschen handeln können, die sich in einer ausweglosen Situation befinden.
"Das Ringen der beiden Offiziere ist spannend gemacht und durchaus fesselnd. Dabei spielen selbstverständlich auch die Nebenfiguren eine Rolle. die Gegebenheiten hinter Stacheldraht, die Ohnmacht der Gefangenen, aber auch das Denken und Fühlen derjenigen, die auf der anderen Seite dafür zu sorgen haben, dass der geplante Ausbruch der deutschen Soldaten gelingt und doch misslingt. Uns scheinen heute solche Vorgänge bereits so fern, dass dieser Film mehr als Abenteuer- oder Actionfilm eingestuft werden könnte. Helmut Griem spielt mit beachtlicher Intensität den deutschen Kommandanten." (Film-Echo)
"Ein einfallsreiches, intelligentes Drehbuch, eine knisternde Regie von Lamont Johnson und starke, dreidimensionale Darstellungen von Helmut Griem und Brian Keith verwandeln den Film in ein hochinteressantes persönliches Duell, das seine Spannung bis zum letzten Bild beibehält." (Variety)
Film-Echo-Note: 4,1 (22 Meldungen) / Erstnote: 3,8 Spanien: 371.939 Besucher Paris: In den ersten 2 Wochen 10.583 Besucher
In den USA stieg der Film in der 5.Woche (Nov.1970) bis in die Top Five der "50 Top-Grossing Films" auf.(Quelle: Variety)