JACK CLIFTON JAGT WOSTOK III - (Coplan, Agent Secret FX18 / Uccidete Agente Segreto 777) (AT: FX18 - IM AGENTENNETZ - VHS) Frankreich/Spanien/Italien (1964) - R: Maurice Cloche - DE: 8.1.1965 - FSK 16 - V: Pallas Darsteller: Ken Clark, Jany Clair, Daniel Ceccaldi, Margit Kocsis, Cristina Gajoni, Claude Cerval, Jacques Dacqmine, Amedee Domenech, Guy Delorme, Beni Deus, Henri Guègan, Astrid Caron
Ein Giftpfeil-Mord in Rom ruft den Spezial-Agenten Jack Clifton auf den Plan. Es stellt sich heraus, dass eine Bande, die innerhalb der Baleraren mit eine Yacht namens "Mindoubia" unterwegs ist, die westliche Verteidigung im Mittelmeer ausspioniert. Die Ergebnisse werden per Geheimsender an den sowjetischen Satelliten Wostok übermittelt. Mit der schlagkräftigen Unterstützung von zwei Kollegen macht sich Jack Clifton daran, die Gangster auszuschalten. Die Yacht wird geentert und in die Luft gesprengt. Der Boss kann entkommen und versucht, mit einem Privatflugzeug zu flüchten. Jack Clifton gelingt es jedoch, sich an die bereits startende Maschine zu klammern.
Abgesehen von dem anfänglichen Mord, einer Elektroschock-Folterung mit Todesfolge und der anschließenden, äußerst kaltschnäuzigen Entsorgung der Leiche, plätschert die erste Hälfte des Films so dahin. Auch Jack Clifton tritt nach seinem Einsatzbefehl und einer Prügelei zunächst nur sporadisch in Erscheinung, bis er dann endlich zeigen darf, was er kann. Das temporeiche Finale entschädigt ein wenig für die vorherigen Längen. Aus heutiger Sicht wirkt der Film etwas unbedarft und Maurice Cloches Inszenierung bietet auch keine besonderen Überraschungen. Für Ken Clark war es nach "FBI ruft Istanbul" bereits der zweite Leinwandauftritt als Geheimagent, dem noch weitere folgen sollten. Synchronisiert wurde er hier von Rainer Brandt. Seinen Chef spielt Jacques Dacqmine. Daniel Ceccaldi bleibt als Gangsterboss etwas blass. Cristina Gajoni, die zu seiner Bande gehört, präsentiert sich zur Abwechslung mal mit schwarzer Perücke, vielleicht deshalb, weil mit Margit Kocsis bereits eine Blondine dabei war. Cliftons Kollegin Patricia, die aus Tarnungsgründen als seine vermeintliche Ehefrau auftritt, wird von Jany Clair dargestellt.
Dieser frühe Eurospy-Vertreter, der bereits 1964 entstand, wurde vom Pallas-Verleih zunächst mit dem Titel "G-Man Jack Clifton: FBI Auftrag 512" angekündigt, denn damals wurde gerade der erste Jerry-Cotton-Film vorbereitet, was für viele Schlagzeilen sorgte. Diesen Hype wollte man offensichtlich nutzen. Zum Glück schwenkte man am am Ende auf einen 007-orientierten Titel um, was sich dann auch als richtige Entscheidung herausstellte, denn man wurde mit überraschend guten Einspielergebnissen belohnt. Der Name "Jack Clifton" war eine deutsche Erfindung, denn im Original heißt der Agent "Coplan", nach einer französichen Romanreihe, In Italien wurde er in diesem Fall als "Agent 777" vermarktet. Der Pallas-Verleih schickte anschließend noch zwei weitere Jack-Clifton-Filme ins Rennen, die ebenfalls erfolgreich waren.
"Knallige Spionage-Geschichte nach Comic-Strip-Mustern, die mit einem lässigen Helden und vordergründig gewalttätigen Szenen auf Nervenkitzel aus ist." (Filmdienst)
"Eine intelligente Mischung zwischen James Bond und Eddie Constantine." (Süddtsch.Zeitung)
Der Verleih veröffentlichte im Film-Echo die Einspielergenisse der ersten 4 Tage in 4 Kinos: München, Sonnen - 16.657,90 DM Karlsruhe, Luxor - 15.616 DM Wiesbaden, Apollo - 11.729 DM Hannover, Goethehaus - 16.400 DM
Dass Rainer Brandt hier Ken Clark spricht, ist mir damals gar nicht aufgefallen - wahrscheinlich war ich da schon eingeschlafen. Der Pallas-Verleih entschied sich nach dem finanziellen Erfolg die beiden Dick Malloy-Filme "Vollmacht für Jack Clifton" und "Operation Bloody Mary" ebenfalls als Jack Clifton-Filme zu vermarkten. Das führte wiederum zu der Obskurität, dass Jack Clifton im eigentlichen dritten Teil dieser Reihe "Im Netz der goldenen Spinne" aufgrund des Verleihs beim Gloria-Filmverleih dann plötzlich auch bei uns doch Dick Maloy hieß.