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Dieses Thema hat 7 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker international
Giacco Offline



Beiträge: 2.322

13.09.2022 12:28
Ein Schuss im Dunkeln (1964) Zitat · Antworten

EIN SCHUSS IM DUNKELN - (A SHOT IN THE DARK)
USA (1964) - R: Blake Edwards - DE: 4.3.1965 - FSK 16 - V: United Artists
Darsteller: Peter Sellers, Elke Sommer, Herbert Lom, George Sanders, Tracy Reed, Graham Stark, Burt Kwouk, David Lodge, Douglas Wilmer



In der Villa des wohlhabenden Monsieur Ballon wurde der Chauffeur erschossen aufgefunden. Der Fall scheint klar, denn man fand das Zimmermädchen Maria Gambrella neben der Leiche mit der Tatwaffe in der Hand. Doch Inspektor Clouseau hält die hübsche junge Frau für unschuldig und sorgt dafür, dass sie aus der Haft entlassen wird. Dann geschehen weitere Morde und jedesmal befindet sich Maria Gambrella am Tatort.

Dies ist der zweite Film aus der Pink-Panther-Reihe des Regisseurs Blake Edwards. Er basiert auf einem Bühnenstück, das jedoch zu einem Inspektor-Clouseau-Stoff umgearbeitet wurde. Im erfolgreichen Vorgänger "Der rosarote Panther" war der tollpatschige Inspektor Teil eines Ensembles. Diesmal steht er als Hauptfigur im Mittelpunkt. Klar, dass ihm wieder ein Missgeschick nach dem anderen passiert. Auch wenn er kein Fettnäpfchen auslässt und um ihn herum alles im Chaos versinkt, ist er dabei doch immer von sich selbst überzeugt. Peter Sellers ist natürlich genau der richtige Mann für diese Rolle. Er gibt dem Affen ordentlich Zucker und sorgt sogar mit altbekannten Gags aus angestaubten Stummfilmklamotten für Lacher. Nur Herbert Lom als sein Vorgesetzter Captain Dreyfus, den die Unfähigkeit des Inspektors in den Wahnsinn treibt, und Elke Sommer als Maria Gambrella können sich neben Sellers einigermaßen behaupten. Die anderen Darsteller sind mehr oder weniger Randfiguren.
Leider vermisst man den Charme und die Eleganz des ersten Teils. Auch der Kriminalfall ist trotz der sich häufenden Leichen nur Beiwerk. Am Ende, wenn sich alle Verdächtigen im Salon der Villa versammeln, stellt man als Zuschauer fest, dass man einige von ihnen gar nicht zuordnen kann. Selbst die Auflösung, wer nun wen warum getötet hat, geht im heillosen Durcheinander unter. Wen das nicht stört, weil er einfach Spaß an Filmen dieser Art hat, wird sich sicher amüsieren. Peter Sellers wurde hier nicht wie im Vorgänger von Harald Juhnke, sondern von Georg Thomalla synchronisiert. Wallace-Darsteller Siegfried Schürenberg lieh seine Stimme George Sanders, der den Monsieur Ballon spielt.

"Ein Titelvorspann, der allein schon als hochgradiges Vergnügen bezeichnet werden darf, bringt Stimmung ins Parkett. Der Schuß im Dunkeln ist gleichzeitig der Startschuß für ein Rennen, bei dem Peter Sellers kein Hindernis ungeschoren lässt. Als Inspektor Clouseau mimt er den Tölpel vom Dienst, dessen Mordaufklärung mit einer Kette von Pannen und Leichen begleitet wird. Der Star absolviert ein komplettes Slapstick-Programm und die Qualität des Films erweist sich in der Selbstverständlichkeit, mit der Peter Sellers über alle Hürden stolpert. In der ganz auf den tollpatschigen Inspektor konzentrierten Geschichte bleibt schauspielerisch nur wenig Raum für die Partner. (Film-Echo)

Film-Echo-Note: 4,2 (17 Meldungen)
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Savini Offline



Beiträge: 681

13.09.2022 14:22
#2 RE: Ein Schuss im Dunkeln (1964) Zitat · Antworten

Zitat von Giacco im Beitrag #1
Im erfolgreichen Vorgänger "Der rosarote Panther" war der tollpatschige Inspektor Teil eines Ensembles. Diesmal steht er als Hauptfigur im Mittelpunkt. Klar, dass ihm wieder ein Missgeschick nach dem anderen passiert. Auch wenn er kein Fettnäpfchen auslässt und um ihn herum alles im Chaos versinkt, ist er dabei doch immer von sich selbst überzeugt.

Sieht man den "Panther" von 1963 mit der Erwartung späterer Teile, ist man sicher enttäuscht, da der Inspektor hier im Grunde nur eine Nebenrolle spielt, so dass es sich um keinen echten "Clouseau-Film" handelt. Nicht umsonst meine ein Rezensent mal, dass alle weiteren Teile auf diesem basierten, u. a. weil er hier Nebenfiguren wiie den Chef am Rande des Nervenzusammenbruchs, dessen linkischen Assistenten und den chinesischen Diener einführt. Daneben ist Clouseau hier nun Junggeselle.
Zitat von Giacco im Beitrag #1
Leider vermisst man den Charme und die Eleganz des ersten Teils.

Für mich ist dieser Film das ideale Bindeglied zwischen der Eleganz des ersten Films und der stärkeren Komik der drei folgenden, wobei hier der Klamuk-Faktor noch geringer ausfällt. Daneben gibt es mitunter auch Spannung und sogar einen kurzen Hitchcock-Moment, auf den der bereits erwähnte Rezensent hier verweist (ich hatte zuvor bereits einen ähnlichen Eindruck):http://www.westend-leipzig.de/cgi-bin/fi...&listId=8533802
Diesen Film lernte ich als letzten der Reihe kennen (zumindest, wenn man nur die Filme zählt, in denen Peter Sellers zu sehen ist); aus meiner Sicht ist er der beste.
Zitat von Giacco im Beitrag #1
Auch der Kriminalfall ist trotz der sich häufenden Leichen nur Beiwerk. Am Ende, wenn sich alle Verdächtigen im Salon der Villa versammeln, stellt man als Zuschauer fest, dass man einige von ihnen gar nicht zuordnen kann. Selbst die Auflösung, wer nun wen warum getötet hat, geht im heillosen Durcheinander unter. Wen das nicht stört, weil er einfach Spaß an Filmen dieser Art hat, wird sich sicher amüsieren.

Ich persönlich habe mich (ab der zweiten Sichtung) amüsiert, weil geschickt mit dem Erwartungen des Zuschauers gespielt wird: Natürlich erwartet man den einen großen Hintermann und Haupttäter, erst recht, als jemand mit schwarzen Handschuhen in Erscheinung tritt. Dass es ihn hier nicht gibt sondern im Grunde jeder der Verdächtigen teilweise schuldig ist, ist eine interessante Abwechslung (und ähnlich aus dem "schwarzen Abt" bekannt).
Zitat von Giacco im Beitrag #1
Peter Sellers wurde hier nicht wie im Vorgänger von Harald Juhnke, sondern von Georg Thomalla synchronisiert. Wallace-Darsteller Siegfried Schürenberg lieh seine Stimme George Sanders, der den Monsieur Ballon spielt.

Juhnke war nicht schlecht, aber Thomalla ist für mich der beste Sellers-Sprecher, gerade in dieser Rolle. Schürenberg war Sanders häufigste deutsche Stimme, er passte einfach ideal zu Sanders, zumal beide auch noch optisch ein ähnlicher Typ waren.

Giacco Offline



Beiträge: 2.322

13.09.2022 17:26
#3 RE: Ein Schuss im Dunkeln (1964) Zitat · Antworten

Danke für die Anmerkungen. Ich bin nun absolut kein Clouseau-Experte und rein zufällig auf den Film gestoßen, weil er neulich im Nachtprogramm des HR ausgestrahlt wurde. Da ich bislang nur den "rosaroten Panther" von 1963 kannte, war die Sichtung - wie Du selbst schon sagst - dann doch etwas enttäuschend.
Während "Ein Schuss im Dunkeln" in den USA mit beachtlichem Erfolg lief, kam er 1965 beim deutschen Kinopublikum nicht besonders gut an.

Savini Offline



Beiträge: 681

13.09.2022 19:56
#4 RE: Ein Schuss im Dunkeln (1964) Zitat · Antworten

Zitat von Giacco im Beitrag #3
Während "Ein Schuss im Dunkeln" in den USA mit beachtlichem Erfolg lief, kam er 1965 beim deutschen Kinopublikum nicht besonders gut an.

Erstaunlich, wo hier doch das damalige "Fräuleinwunder" die weibliche Hauptrolle spielt! Zu ihrem italienischen Rollennamen hätte allerdings die ursprünglich vorgesehene Sophia Loren etwas besser gepasst.
Mal sehen, wie dein Urteil ausfällt, falls dir irgendwann die späteren Filme unterkommen sollten. Nur zur Warnung: Manches hat Blake Edwards recycelt ...

Ray Offline



Beiträge: 1.879

13.09.2022 22:26
#5 RE: Ein Schuss im Dunkeln (1964) Zitat · Antworten

Zitat von Giacco im Beitrag #1
Leider vermisst man den Charme und die Eleganz des ersten Teils.


Das war auch tendenziell unser Resümee im Podcast zum rosaroten Panther, in dessen Rahmen wir am Ende auch über die Fortsetzungen und insbesondere auch "Ein Schuss im Dunkeln" gesprochen haben (ab 01:14:00). Ich hatte die ersten beiden Teile sogar direkt hintereinander geschaut, da fällt es besonders auf. Die Besetzung ist einfach in der Breite nicht so stark, die Schauplätze und Sets sind weniger attraktiv. Man kann wie schon angeklungen ist letztlich sagen, dass "Ein Schuss im Dunkeln" der zweite Film der "Pink Panther"- und der erste Beitrag der "Inspector Clouseau"-Reihe ist, weil der Film ein anderes Konzept verfolgt. Interessant ist dann im weiteren Verlauf, dass die beiden Elemente, die dem Grunde nach - und wie man hier im Film exemplarisch sehen kann - nicht zwingend zusammengehören, nämlich der rosarote Panther und Inspector Clouseau, doch als "eines" angesehen und fast schon synonym verwandt wurden. So war später in den Originaltitel vom "Pink Panther" die Rede, obwohl er gar nicht vorkam oder der Sohn Inspector Clouseuas wurde publikumswirksam zum "Sohn des rosaroten Panthers" erklärt.

Fabi88 Offline



Beiträge: 3.840

20.10.2022 16:42
#6 RE: Ein Schuss im Dunkeln (1964) Zitat · Antworten

So gehen die Meinungen wohl auseinander. Für mich ist "Der rosarote Panther" der schwächste Teil der Reihe, weil er zwar Eleganz versprüht, Henry Mancini phantastische Musik unterbringt und mit Niven, Wagner und Co sehr viele Gesichter auftauchen, die ich prinzipiell sehr mag. Aber Sellers ist eben nicht da, wo sein Clouseau hingehört - im Zentrum! Letztendlich ist der ganze Film etwas träge inszeniert, Edwards übte hier quasi noch.
Für mich sind "Ein Schuss im Dunkeln" und "Der rosarote Panther kehrt zurück" (dort übrigens mit Christopher Plummer anstatt Niven als Sir Charles Litton und Catherine Schell als seine Frau) die Highlights der Reihe - mit Dreyfus und Cato fehlen zwei der wichtigsten Clouseau-Nebenfiguren ja auch noch im Erstling komplett. Wer aber natürlich mit Situationskomik und Slapstick-Komödien nicht so recht warm wird, ist bei Clouseau an der falschen Adresse und schaut auch den 63er-"Pink Panther" mit anderen Augen.
@Ray: So ganz stimmt diese behauptete "Trennung" vom rosaroten Panther und Clouseau ja auch nicht. Natürlich wurde der "Pink Panther" als Zeichentrickfigur für den Vorspann des ersten Films erfunden, allerdings taucht auch hier (als einzige weitere Figur) auch schon Inspektor Clouseau auf. Das deutet schon sehr darauf hin, dass zumindest die Entscheidungsträger nach Sichtung der ersten Fassung merkten, dass nicht David Niven, sondern Peter Sellers der Star des Films ist und den Vorspann entsprechend gestalten ließen. In der Animationsserie, die später folgte, taucht Clouseau ja auch regelmäßig auf. Dass man also für "Ein Schuss im Dunkeln" komplett auf die Figur des "Pink Panther" in Titel und Vorspann verzichtet (auch wenn durchaus einige pinke Gegenstände auftauchen), ist andersherum fast schon mutig und würde heute sicher nicht mehr so entschieden werden. Auch dass Henry Mancini komplett neue Musik komponierte (die nicht einmal qualitativ abfällt), ist beeindruckend.
Aber: Schon im dritten Teil ("Inspektor Clouseau" ist weder von Edwards inszeniert, noch mit Sellers besetzt und wird somit - nicht nur von mir - nicht zur Reihe gezählt), besagtem "Der rosarote Panther kehrt zurück" gibt es nicht nur die Rückkehr von Charles Litton, sondern es ist auch einmal mehr der "rosarote Panther", der entwendet wird. Dort gehört also Alles wieder zwingend zusammen.
Bei den weiteren Teilen kann man darüber streiten, aber hier gibt es ja sogar den seltenen Fall, dass der deutsche Verleih passendere Titel fand. So haben Teil 4 und 5 im Original "Pink Panther"-Titel, wurden in Deutschland aber als "Inspektor Clouseau"-Filme vermarktet. Nach diesen beiden Filmen ging ja im wahrsten Sinne des Wortes die "Leichenfledderei" los. Dass hier der "Pink Panther" für die Titel bemüht wird, ist längst nicht das schlimmste:
In "Der rosarote Panther wird gejagt" geht es immerhin ja (zumindest am Rande) tatsächlich wieder um die Suche nach dem gleichnamigen Diamanten, ebenso wie in "Der Fluch des rosaroten Panthers".
Was hier eher grausam ist, ist die die Verwurstung von Outtakes des verstorbenenen Peters Sellers und die Besetzungen seiner Nachfolger. Ted Wass war mit so großen Fußstapfen schlicht überfordert (das Drehbuch hilft ihm auch wenig) und Roberto Benigni bietet hier (einmal mehr) eine der hassenswertesten Darbietungen der Filmgeschichte.
Bei "Der Fluch des rosaroten Panthers" lohnt es übrigens aber durchaus einmal die Abschlussszene zu schauen. Wie Roger Moore hier den Clouseau gibt, ist amüsant - gerade wenn man ihn noch als 1983 voll aktiven Bond wahrnimmt.

Savini Offline



Beiträge: 681

20.10.2022 18:16
#7 RE: Ein Schuss im Dunkeln (1964) Zitat · Antworten

Zitat von Fabi88 im Beitrag #6
Bei den weiteren Teilen kann man darüber streiten, aber hier gibt es ja sogar den seltenen Fall, dass der deutsche Verleih passendere Titel fand. So haben Teil 4 und 5 im Original "Pink Panther"-Titel, wurden in Deutschland aber als "Inspektor Clouseau"-Filme vermarktet.

Sicher sind die Originaltitel nicht gerade sinnvoll; aber die deutschen passen auch nicht so recht: Beim vierten wird im Film selbst nie von "Interpol" gesprochen, außerdem bedeint er wieder die populäre Legende, es handele sich dabei um eine eigene Polizeibehörde, die Ermittlungen durchführe. Und der Titel des fünften Films ist so schauderhaft dämlich, dass ich ihn im Gespräch so gut wie nie zu zitieren wage.

Fabi88 Offline



Beiträge: 3.840

21.10.2022 09:53
#8 RE: Ein Schuss im Dunkeln (1964) Zitat · Antworten

Zitat von Savini im Beitrag #7
Zitat von Fabi88 im Beitrag #6
Bei den weiteren Teilen kann man darüber streiten, aber hier gibt es ja sogar den seltenen Fall, dass der deutsche Verleih passendere Titel fand. So haben Teil 4 und 5 im Original "Pink Panther"-Titel, wurden in Deutschland aber als "Inspektor Clouseau"-Filme vermarktet.

Sicher sind die Originaltitel nicht gerade sinnvoll; aber die deutschen passen auch nicht so recht: Beim vierten wird im Film selbst nie von "Interpol" gesprochen, außerdem bedeint er wieder die populäre Legende, es handele sich dabei um eine eigene Polizeibehörde, die Ermittlungen durchführe. Und der Titel des fünften Films ist so schauderhaft dämlich, dass ich ihn im Gespräch so gut wie nie zu zitieren wage.

Da stimme ich dann auch wiederum zu.
Da war ich zu sehr fokussiert auf den Punkt, dass der deutsche Verleih aus inhaltlichen Gründen freiwillig auf den "rosaroten Panther" im Titel verzichtet.

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