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 Film- und Fernsehklassiker national
Giacco Offline



Beiträge: 2.297

04.06.2022 14:17
Liebe kann wie Gift sein (1958) Zitat · Antworten

LIEBE KANN WIE GIFT SEIN
BRD (1958) - R: Veit Harlan - DE: 23.7.1958 - FSK 18 - V: Prisma
Prod.: Arca-Film, Berlin (Gero Wecker)
Darsteller: Sabina Sesselmann, Joachim Fuchsberger, Helmut Schmid, Renate Ewert, Willy Birgel, Werner Peters, Alice Treff, Friedrich Joloff, Reinhard Kolldehoff, Marina Petrowa, Paul Klinger, Kurt Henckels



Magdalena Köhler ist ein Mädchen aus gutem Hause. Schon früh verlor sie ihre Mutter und kehrt nun nach strengen Internatsjahren zurück zu ihrem Vater. Sie ist naiv und gutgläubig und eine ältliche Erzieherin überwacht ihren Lebenswandel. Eher zufällig erregt sie während einer Ausstellung die Aufmerksamkeit des Aktmalers Robert Ferber, der mit seinem Galeristen wettet, dass Magdalena ihm Modell stehen wird. Schon bald landet das unerfahrene Mädchen im Bett des Malers und glaubt seinen Liebesschwüren. Doch nachdem er eine Aktzeichnung von ihr angefertigt hat, serviert er sie ab und reicht sie an einen Bekannten weiter, der die verzweifelte Magdalena mittels Alkohol gefügig macht. Als das Aktporträt öffentlich ausgestellt wird, kommt es zum Skandal und Magdalena wird von ihrem Vater verstoßen. Sie rutscht ab in die Prostitution und greift zu Betäubungsmitteln. Kann ihr Jugendfreund, der Medizinstudent Stefan, sie aus diesem Sumpf befreien?

Dieses Sitten-Melodram spiegelt nicht nur in seiner Machart, sondern auch in seiner moralisch fragwürdigen Gesinnung den Zeitgeist der 1950er Jahre wider. Neben dem nicht unumstrittenen Regisseur Veit Harlan dürfte aber auch die FSK mitverantwortlich dafür sein. Sie besaß damals großen Einfluss und sah es als wichtige Aufgabe an, das sittliche Empfinden des Volkes zu schützen. Einen Film mit dieser Thematik ins Kino zu bringen, war daher ohne Zugeständnisse an die FSK (in der ja auch die Kirche vertreten war) gar nicht möglich. Nicht ohne Grund warb der Verleih mit dem Slogan "Ein moralischer Film über die Unmoral". Außerdem sorgt in diesem Fall schon das Drehbuch für klare Verhältnisse, denn auf der einen Seite gibt es die negative Heldin Magdalena, gespielt von Sabina Sesselmann. Für sie kann es am Ende keinen Ausweg geben, denn ein sündiger Lebenswandel führt zwangsläufig ins Verderben. Zum anderen hat man aber mit Renate Ewert ein Gegenbeispiel zur Hand: ein anständiges Mädchen, sympathisch und unkompliziert, das sich ohne Verlobungsring nicht einmal küssen lässt. Zur Belohnung läuten für sie am Ende die Hochzeitsglocken. Die Botschaft an das Publikum ist somit überdeutlich erkennbar. Verstärkt wird sie durch einen überflüssigen Kommentar aus dem Off, der Magdalena nicht als Opfer sieht, sondern ihr die alleinige Schuld an ihrer Situation gibt.
Gedreht wurde im Frühjahr 1958 in Berlin.Die junge Sabina Sesselmann, die damals noch zum Nachwuchs gehörte, war gleichzeitig in einer weiteren Arca-Produktion zu sehen, in der es ebenfalls um Prostitution ging. "Madeleine Tel. 136211" kam rund vier Wochen früher in die Kinos. Darin spielte sie allerdings die Rolle der positiven Heldin.. Ansonsten kommt "Liebe kann wie Gift" sein mit einer Besetzung daher, die sich sehen lassen kann, denn selbst für die Nebenrollen wurden bekannte Schauspieler verpflichtet. So bietet der Film obendrein ein Wiedersehen mit einigen Wallace-Darstellern. Die Musik stammt von Erwin Halletz, der zugleich ein erfolgreicher Schlagerkomponist war. Das Titelthema "Magdalena", eindringlich dargeboten von den "Montecarlos", wurde damals als Vinyl Single veröffentlicht.

"Die fromm und weltfremd erzogene Tochter eines Berliner Industriellen fällt einem gewissenlosen Verführer in die Hand und sinkt dank Alkohol und Morphium schließlich zur Dirne herab. Eine geschmacklose und indiskutable Geschichte ..." (Filmdienst)

Film-Echo-Note: 3,5 (29 Meldungen)
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