Ich habe vor ein paar Wochen begonnen, die alten Bryan Edgar Wallace-Romane chronologisch zu lesen. Aktuell lese ich MIT MORD BEGANN ES, nach dem angeblich der Film DAS 7. OPFER entstanden sein soll. Allerdings hat der Film bis auf ein paar Namen nichts mit dem Roman gemeinsam. Noch krasser finde ich GEORGE UND JOJO (The white carpet), nach dem ja DER HENKER VON LONDON stammen soll. Hier gibt's mit dem Film eigentlich gar keine Gemeinsamkeiten - und der "weiße Teppich" kommt im Film ja auch überhaupt nicht vor.
Gestört hat mich jedoch schon immer die allgemeine Aussage (wie auch bei Wikipedia zu lesen ist), seine Romane "handelten jedoch vor allem von Agenten und fiktiven Weltbeherrschungsplänen". Anscheinend haben diese sog. "Experten" nur die ersten beide Bücher gelesen. Denn spätestens ab dem dritten Roman DER MANN, DER NICHT SCHWIMMEN WOLLTE hat sich Bryan davon entfernt. GEORGE UND JOJO und auch MIT MORD BEGANN ES sind klassische Krimis, die durchaus auch aus der Feder seines Vaters stammen könnten. ICh bin ja gespant, wie dann die letzten beiden Romane sind, da ich mich wirklich nicht mehr an Inhalte erinnern kann.
Vielleicht kannst du diese Angaben ja entsprechend korrigieren, also bspw. die allgemeine Aussage bzgl. seiner Romane bei Wikipedia, aber auch konkret, wenn ein Film z. B. nur auf Figuren von ihm basiert usw. Das hätte sicher einen bleibenden Mehrwert, wenn da bisher so viel falsch kursiert.
Ja, das ist eine gute Idee. Allerdings möchte ich damit noch warten, bis ich auch die verbliebenen Bücher von ihm gelesen habe. Es sind ja jetzt nur noch zwei...welche allerdings sowieso nicht "verfilmt" wurden.
Zitat von Edgar007 im Beitrag #16Gestört hat mich jedoch schon immer die allgemeine Aussage (wie auch bei Wikipedia zu lesen ist), seine Romane "handelten jedoch vor allem von Agenten und fiktiven Weltbeherrschungsplänen". Anscheinend haben diese sog. "Experten" nur die ersten beide Bücher gelesen. Denn spätestens ab dem dritten Roman DER MANN, DER NICHT SCHWIMMEN WOLLTE hat sich Bryan davon entfernt. GEORGE UND JOJO und auch MIT MORD BEGANN ES sind klassische Krimis, die durchaus auch aus der Feder seines Vaters stammen könnten.
Danke für diesen sehr guten Hinweis! Auch ich habe das nie hinterfragt und in meinen Beiträgen (wenn es um die Filme ging) teilweise wiederholt.
Ich habe inzwischen alle auf deutsch übersetzten Romane von Bryan Edgar Wallace chronologisch gelesen. Diese wurden in den 60er Jahren alle vom Goldmann-Verlag aufgelegt. Erneut muss ich die allgemeine Aussage (wie auch in Wikipedia) kritisieren, dass seine Bücher „vor allem von Agenten und Weltbeherrschungsplänen“ handelten. Das mag für die ersten beiden Bücher noch zutreffen, aber für die anderen 5 nicht (mehr).
DER TOD PACKT SEINEN KOFFER (Death packs a Suitcase) von 1961 hat mit dem Film DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN KOFFER überhaut nichts zu tun. Den Roman kann man tatsächlich als Agentenkrimi einstufen, der näher an Ian Flemings Bond-Romanen angelehnt ist als an den Krimis seines Vaters. Die Hauptfigur heißt im übrigen Bill Tern, uns allen bekannt als Agent aus dem B.E. Wallace/Mabuse-Film SCOTLAND YARD JAGT DR. MABUSE.
DIE WELT STEHT AUF DEM SPIEL (The Device) von 1962 kann man durchaus als Vorlage zum Film SCOTLAND YARD JAGT DR. MABUSE gelten lassen. Die Handlung und viele Personen (u.a. eben Bill Tern) findet man sowohl im Roman wie auch in der relativ romangetreuen Verfilmung.
DER MANN, DER NICHT SCHWIMMEN WOLLTE (The Man who would not swim) von 1963 hat im Gegensatz mit der ersten beiden Werken nichts mit Weltbeherrschungsplänen zu tun. Im Nachhinein betrachtet bildet er einen schönen Übergang zu den folgenden, klassischen Krimis.
GEORGE UND JOJO (The white Carpet) von 1963 ist ein klassischer Krimi, der durchaus auch aus der Feder des Vaters stammen könnte. Eins der für mich besten Bücher von B.E. Wallace. Übrigen hat die Verfilmung DER HENKER VON LONDON, dessen Vorlage ja angeblich dieser Roman bildete, überhaupt nichts, rein gar nichts, damit zu tun. Weder Personen noch Handlung(sstränge) wurden im Film verwendet.
MIT MORD BEGANN ES (Muder is not enough) von 1964 ist ebenfalls ein klassischer Krimi, der auch sehr stark an die Romane seines Vaters angelehnt ist. Obwohl einige Namen in der angeblichen „Verfilmung“ DAS 7. OPFER auftauchen, hat der Film nicht wirklich etwas mit dem Buch gemein.
MORD IM SCHLAFWAGEN (Murder on the Night Ferry) von 1965 ist ein etwas seltsamer Krimi, den ich nicht recht einordnen kann. Für mich auch der schwächste Roman von Bryan Edgar. Sehr verwirrend und irgendwie ohne wirklichen Sinn.
DUELL MIT DEM TEUFEL (Murder in Touraine) von 1966 spielt in Frankreich (der späteren Heimat des Autors) und bildet einen hervorragenden Abschluß der kleinen Romanreihe. Irgendwie hat mich das Buch an James Bond und an den Roman DER SPION DER MICH LIEBTE erinnert. Es ist eine durchgehend spannende Geschichte, die zwar gegen Ende etwas altbacken (ich weiß jetzt nicht genau wie ich mich ausdrücken soll) wird. Aber die Story hat mich vom Anfang bis zum Ende gefesselt und hat auch ein etwas überraschendes Ende.
Die zwei Bücher, welche mir (auch schon früher) am besten gefallen sind GEORGE UND JOJO und DUELL MIT DEM TEUFEL. Wer mal einen Roman vom Junior versuchen möchte, dem lege ich diese beiden ans Herz. So, und nun geht’s (nach einem Abstecher zu James Hardley Case / DIE KATZE IM SACK) weiter mit der Tochter des Meisters: Penelope Wallace. Leider gibt’s von ihr nur vier ins Deutsche übersetze Bücher.
Vielen Dank für deine Einschätzungen der Bücher. Es wäre schön, wenn du das bei den Büchern von Penelope Wallace auch mal machen würdest. Da wollte ich mir auch schon immer mal welche besorgen. Viel Spaß beim Schmökern!
Die Penelope-Bücher habe ich in sehr guter Erinnerung. Ich bin mal gespannt, was ich jetzt nach so vielen Jahren davon halte. Ich werde es hier dann posten. Übrigens, mit DIE KATZE IM SACK bin ich bald fertig und ich finde den Roman wirklich gut - vor allem sehr temporeich.