JONS UND ERDME - (LA DONNA DELL`ALTRO) BRD/Italien (!959) - R: Victor Vicas - DE: 4.9.1959 - FSK 16 - V: DFH (Deutsche Film Hansa) Prod.: Kurt Ulrich-Film, Berlin / Nembo-Film, Rom - Prädikat: wertvoll Darsteller: Giulietta Masina, Carl Raddatz, Richard Basehart, Karin Baal, Gert Fröbe, Werner Peters, Dietmar Schönherr, Berta Drews, Agnes Fink, Siegfried Wischnewski, Helga Münster, Hilde Körber, Elke Aberle
Knecht Jons und Schankmädchen Erdme bauen sich in einer tristen Moorlandschaft eine Existenz auf und kommen im Lauf der Zeit zu bescheidenem Wohlstand, müssen aber auch Rückschläge durch Unwetter und Überschwemmungen verkraften. Ihre Tochter Katrike wird schwanger von einem Mann, der es auf ihre Mitgift abgesehen hat. Durch Jons Trinkerei gerät die Ehe in eine Krise und Erdme bändelt mit dem benachbarten Schmied Wittkuhn an. Jons verprügelt sie und sie verlässt ihn. Doch Wittkuhn hat kein Interesse an einer Ehe und Erdme kehrt zu Jons zurück.
Kurt Ulrich wollte die Niederungen des seichten Unterhaltungsfilms hinter sich lassen und stattdessen Publikum und Kritiker mit künstlerisch anspruchsvollen Produktionen überzeugen. Er hatte den italienischen Leinwandstar Giuliette Masina gleich für drei Filme unter Vertrag genommen und war den Amerikanern zuvor gekommen, die ebenfalls Interesse an der Schauspielerin zeigten. Bei der Auswahl der Stoffe lehnte die Masina den von Ulrich favorisierten Roman "Das kunstseidene Mädchen" zunächst ab und entschied sich für "Jons & Erdme", eine Novelle des ostpreußischen Schriftstellers Hermann Sudermann. Bei der Suche nach geeigneten Schauplätzen für die in Litauen spielende Handlung fand man eher zufällig in der Nähe von Warschau die passenden Locations. So kam es, dass der Film als erste westdeutsche Produktion die Erlaubnis zu Außenaufnahmen in der Volksrepublik Polen erhielt. Die Dreharbeiten begannen Anfang April 1959. Die Atelierszenen entstanden in den Berliner Studios der UFA. Kurt Ulrich hatte zunächst Bernhard Wicki für die Rolle des Jons vorgesehen, doch der bereitete gerade seinen Film "Die Brücke" vor und sagte ab. Ersetzt wurde er durch Carl Raddatz. Weil der Amerikaner Richard Basehart bereits in zwei Erfolgsfilmen gemeinsam mit der Masina vor der Kamera gestanden hatte ("La Strada", "Il Bidone"), gab man ihm den Part des Schmieds Wittkuhn. Als Tochter Katrike ist Karin Baal zu sehen. Der Film hatte in den deutschen Kinos nicht den erhofften Erfolg, landete in Italien aber immerhin unter den 100 erfolgreichsten Filmen der Saison 1960/61 (Platz 89).
"Ein Film von Weltformat mit einer Elite international berühmter Darsteller." (Verleihankündigung)
"Die filmische Bearbeitung der zugrunde liegenden epischen Novelle geriet zur ansehnlichen Mischung aus Dichtung und wirkungsvollem Kintopp." (Filmdienst)
" Der erste (in Coproduktion mit Italien gedrehte) deutsche Masina-Film präsentiert sich in technischer Perfektion. Das Milieu konnte nicht realistischer getroffen werden, als es hier geschieht. Nahtlos sind die Außenaufnahmen aus Polen mit den Atelierszenen zusammengefügt. Die Darsteller nahmen kaum zu ermessende körperliche Strapazen auf sich, um das SChicksal dieser "Ausgestoßenen" nachzuleben. Jede Einstellung trägt das Signum echter Atmosphäre. Es sei aber nicht verschwiegen, dass es kein glücklicher Einfall von Giuliette Masina war, für diesen Stoff zu plädieren. Bei aller Hochachtung vor ihrer Schauspielkunst kann sie den Grad ihrer eigenen Kultur schwer in Einklang bringen mit der simplen Urwüchsigkeit einer Sudermannschen Erdme. Wesentlich dankbarer und richtig besetzt ist die Rolle des Jons. Carl Raddatz spielt ihn mit Bravour. Regisseur Victor Vicas schrieb zusammen mit R.A.Stemmle das Drehbuch und es gelang ihm eine Inszenierung von sehr hohem Niveau. Wesentlich dazu beigetragen hat der schwedische Kameramann Göran Strindberg. Nicht zu vergessen auch Rudolf Zehetbauer, dessen präzise Bauten den Film von jedem Kulissenzauber freihalten." (Film-Echo)
Und alle Jahre oder besser gesagt Monate wieder ein Dankeschön für die unermüdliche Vorstellung vergessener Filmraritäten. Es sind immer wieder einige dabei, die ich über teils steinige Wege und oft unter suboptimalen technischen Voraussetzungen sehen konnte, aber es tauchen auch immer wieder Produktionen auf, von denen ich dem Empfinden nach noch nie gehört habe, wie beispielsweise von der letzten Vorstellung des Victor-Vicas-Films "Jons und Erdme". Aber genau das hält die Suche in Zeiten von x-fachen Neuauflagen derselben Filme am Leben, und ich bin natürlich wie immer gespannt, wie es hier weitergeht.
Bin manchmal selbst erstaunt, dass es noch so viele Filme gibt, die noch nicht digitalisiert wurden, wobei einige früher immerhin im TV ausgestrahlt wurden. Von vielen ist zumindest noch eine Kinokopie vorhanden, so dass noch Hoffnung besteht.
DAS NACHTLOKAL ZUM SILBERMOND BRD (1959) - R: Wolfgang Glück - DE: 4.6.1959 - FSK 18 - V: Union Prod.: Rex-Film, Berlin (in Zusammenarbeit mit Schönbrunn-Film, Wien) Darsteller: Marina Petrowa, Pero Alexander, Jürg Holl, Marisa Mell, Rolf Olsen, Gerti Gordon, Aina Capell, Loni von Friedl, Renate Rom, Raoul Retzer, Guido Wieland
> Mond über´m Bosporus - ein rotes Licht am Fluss - einsam steht dort ein Haus - wer geht dort ein und aus? < So besingt eine schmetternde Stimme (Angele Durand) die schummrige Kaschemme. Die Antwort auf ihre Frage: ältere, reiche Herren - junge, hilflose Damen - Verbrecher und die Polizei. Eine Gruppe Möchtegern-Tänzerinnen fällt in die Hände der zwielichtigen Magali und ihrem lüsternen Gehilfen Yussuf. Sie werden auf die Bühne gezwungen, zuerst leicht, dann immer weniger bekleidet. Doch die Polizei eilt bereits zur Hilfe. Marisa Mell, anfangs dezent im Hintergrund, schält sich bald als großer Hingucker dieses schmierig-eleganten, vor Frauenpower strotzenden Exploitation-Feuerwerks heraus. (Florian Widegger, filmarchiv.at)
Gedreht wurde ab Ende März 1959 in den Wien-Film-Ateliers am Rosenhügel. Mädchenhandel war, wie man weiß, in den 1950er Jahren ein gern aufgegriffenes Thema. Außerdem geht es hier zusätzlich um gestohlene Brillanten, die von Gangsterhand umgeschliffen werden. Deshalb befindet sich unter den Gästen des Lokals auch ein Mann, der im Auftrag eines Juwelen-Syndikats heimlich ermittelt. Das Ganze wird mit Tanznummern und ein paar Schlagern auf die erforderliche Länge gebracht und von bewährten Darstellern solide dargeboten. Als Chefin des Etablissements zeigt sich Marina Petrowa eiskalt und durchtrieben. Jürg Holl ist als dämonischer Yussuf ihr Komplize und Geliebter, hat aber auch Augen für die Reize anderer Frauen. Dazu gesellt sich Rolf Olsen als orientalischer Kommissar. Unter den schutzlosen Mädchen kann sich Marisa Mell mühelos in den Vordergrund spielen. Zum einen, weil es so im Drehbuch steht, zum anderen, weil sie durch ihr Auftreten und ihre besondere Ausstrahlung aus der Gruppe herausragt.
"Junge Frauen lassen sich als Tänzerinnen für ein orientalisches Nachtlokal engagieren und stellen fest, dass man dort auch anderes von ihnen erwartet als Kunst. Das Ganze ist ein Vorwand für "frivole" Shownummern. (Filmdienst)
IN DER HÖLLE IST NOCH PLATZ BRD (1961) - R: Ernst von Theumer - DE: 28.7.1961 - FSK 18 - V: Nora Prod.: Ernst von Theumer (München) in Zusammenarbeit mit TEF, Istanbul Darsteller: Barbara Valentin, Hermann Nehlsen, Paul Glawion, Maria Vincent, Fikret Hakan, Sadri Alisik, Kadir Savun
Ismail, der Boss einer türkischen Rauschgiftbande, steht im Verdacht, seinen Großabnehmer zu hintergehen. Deshalb wird der US-Amerikaner Dexter nach Istanbul geschickt, um ihn zu überführen und notfalls zu beseitigen. Seine blonde Kollegin Janet soll ihm dabei als Lockvogel dienen. Mit ihren Reizen kann sie Ismail auf Anhieb beeindrucken. Als aber auch sein engster Mitarbeiter, der Bar- und Bordellbesitzer Hassan, Gefallen an Janet findet, wird Ismail eifersüchtig und lässt Hassans Etablissements demolieren. Es kommt zum Bandenkrieg.
Es handelt sich hierbei um Ernst von Theumers Regie-Debüt. Bereits 1959 hatte er den Film "Inshalla - Razzia am Bosporus" produziert, der ebenfalls an Originalschauplätzen in der Türkei entstand. Und da ihm für sein neues Projekt nur ein begrenztes Budget zur Verfügung stand, zog es ihn aus Kostengründen erneut dorthin. Unter dem Arbeitstitel "Rendezvous mit dem Tod" wurden die Dreharbeiten im April 1961 beendet. Da von Theumer den Film ohne Verleihzusage hergestellt hatte, verhandelte er nun mit verschiedenen Firmen und hatte insofern Glück, dass der aus der "NF"-Pleite hervorgegangene Nora-Verleih dringend aktuelle Produktionen brauchte und den Film in sein Programm aufnahm. Bereits Ende Juli kam er in die Kinos. Sicher nicht ohne HIntergedanken hatte Ernst von Theumer als Hauptdarstellerin Barbara Valentin ausgewählt, die damals als Busenstar und Skandalnudel ständig für Schlagzeilen sorgte und somit der breiten Öffentlichkeit wohlbekannt war. Anerkennung als Schauspielerin fand sie erst Jahre später unter Fassbinder. Abgesehen von Hermann Nehlsen, Paul Glawion und der Französin Maria Vincent, besteht der Rest der Besetzung aus türkischen Darstellern.
"Die weibliche Zugnummer heißt Barbara Valentin. Die Striptess der deutschen Starlets macht ihrem zweifelhaften Ruf alle Ehre. Sie ist zudem undelikat und unvorteilhaft fotografiert." (Film-Echo)
"Eine brutal, aber herkömmlich aufbereitete Story, deren Figuren die Darsteller ebenso wenig Glaubwürdigkeit verleihen, wie das original-türkische Milieu dem Ganzen Atmosphäre zu geben vermochte." (Paimanns Filmlisten)
IN DER HÖLLE IST NOCH PLATZ BRD (1961) - R: Ernst von Theumer - DE: 28.7.1961 - FSK 18 - V: Nora Prod.: Ernst von Theumer (München) in Zusammenarbeit mit TEF, Istanbul Darsteller: Barbara Valentin, Hermann Nehlsen, Paul Glawion, Maria Vincent, Fikret Hakan, Sadri Alisik, Kadir Savun
Ismail, der Boss einer türkischen Rauschgiftbande, steht im Verdacht, seinen Großabnehmer zu hintergehen. Deshalb wird der US-Amerikaner Dexter nach Istanbul geschickt, um ihn zu überführen und notfalls zu beseitigen. Seine blonde Kollegin Janet soll ihm dabei als Lockvogel dienen. Mit ihren Reizen kann sie Ismail auf Anhieb beeindrucken. Als aber auch sein engster Mitarbeiter, der Bar- und Bordellbesitzer Hassan, Gefallen an Janet findet, wird Ismail eifersüchtig und lässt Hassans Etablissements demolieren. Es kommt zum Bandenkrieg.
Es handelt sich hierbei um Ernst von Theumers Regie-Debüt. Bereits 1959 hatte er den Film "Inshalla - Razzia am Bosporus" produziert, der ebenfalls an Originalschauplätzen in der Türkei entstand. Und da ihm für sein neues Projekt nur ein begrenztes Budget zur Verfügung stand, zog es ihn aus Kostengründen erneut dorthin. Unter dem Arbeitstitel "Rendezvous mit dem Tod" wurden die Dreharbeiten im April 1961 beendet. Da von Theumer den Film ohne Verleihzusage hergestellt hatte, verhandelte er nun mit verschiedenen Firmen und hatte insofern Glück, dass der aus der "NF"-Pleite hervorgegangene Nora-Verleih dringend aktuelle Produktionen brauchte und den Film in sein Programm aufnahm. Bereits Ende Juli kam er in die Kinos. Sicher nicht ohne HIntergedanken hatte Ernst von Theumer als Hauptdarstellerin Barbara Valentin ausgewählt, die damals als Busenstar und Skandalnudel ständig für Schlagzeilen sorgte und somit der breiten Öffentlichkeit wohlbekannt war. Anerkennung als Schauspielerin fand sie erst Jahre später unter Fassbinder. Abgesehen von Hermann Nehlsen, Paul Glawion und der Französin Maria Vincent, besteht der Rest der Besetzung aus türkischen Darstellern.
"Die weibliche Zugnummer heißt Barbara Valentin. Die Striptess der deutschen Starlets macht ihrem zweifelhaften Ruf alle Ehre. Sie ist zudem undelikat und unvorteilhaft fotografiert." (Film-Echo)
"Eine brutal, aber herkömmlich aufbereitete Story, deren Figuren die Darsteller ebenso wenig Glaubwürdigkeit verleihen, wie das original-türkische Milieu dem Ganzen Atmosphäre zu geben vermochte." (Paimanns Filmlisten)
HEXEN MORDEN UM MITTERNACHT - (LA NOTTE DEI FIORI) Italien (1970/72) - R: Gian Vittorio Baldi - Keine deutsche Kinoauswertung Darsteller: Macha Meril, Jürgen Drews, Dominique Sanda, Hiram Keller, Micaela Pignatello, Giorgio Maulini
Angekündight in der Staffel 1970/71 des INTER-Verleihs mit folgender Inhaltsangabe:
Ein Toter im Gewächshaus einer Villa ist ein Indiz für den Mörder, der nur einer der vier Villenbewohner sein kann. Bei einem Todes-Orakel, das den Schuldigen ausfindig machen soll, finden zwei Bewohner den Tod. Horror, Sex und Verbrechen vermischen sich in beklemmender Spannung. Produktion: Dieter Geissler, München & I-Film dell Orso, Rom Kinostart: Februar 1971
Anfang November 1970 berichtete das Film-Echo in der Rubrik "Besuch bei Dreharbeiten":
Ein neuer Film, der zur Zeit in Rom mit dem deutschen Jungproduzenten Dieter Geissler entsteht, wurde inspiriert durch den vorjährigen Mord an der US.Schauspielerin Sharon Tate. Ein Film, der allein wegen seiner internationalen Besetzung Beachtung verdient. Der 28jährige Münchener Schauspieler und Regisseur Dieter Geissler ist wohl der einzige unter den deutschen Filmemachern, dem es gelungen ist, in Italien mit Erfolg Fuß zu fassen....
In Italien kam der Film 1972 durch die Zensur, aber wohl erst 1979 in die Kinos. In Frankreich war der Kinostart 1972, allerdings nur in einigen Landesprovinzen. Ebenfalls 1972 wurde er beim Filmfestival in Chicago gezeigt.
Zitate aus italienischen Kritiken: "visuelle Schönheit, großartige Fotografie", "...ein Film an der Grenze des Experimentellen", "lotet die logische Konsequenz eines hemmungslosen Hedonismus aus .."
In den Datenbanken wird der Film als italienisch-französische Coproduktion geführt: Maxi-Film (Italien) & Victoria-Film (Frankreich) Von Dieter Geissler und I-Film dell Orso ist keine Rede mehr.
Der Film wurde beim 33. Festival in Venedig uraufgeführt, fand aber keinen Verleih. Er wurde von der Zensur mit der in Italien ungewöhnlichen Auflage von 18+ freigegeben. Derzeitige greifbare Schwarzkopien laufen 6 Minuten kürzer als das Kameranegativ. Der Film ist insofern interessant, als dass er das Hexen/Krimi Thema vor "Suspiria" aufgreift und gewisse Ähnlichkeiten in der Struktur und im Soundtrack hat. Jürgen Drews "Freundin" im Film war Macha Meril, die Wahrsagerin aus "Deep Red" und die damalige Ehefrau des Regisseurs Baldi. Danke für die Info über die Beteiligung Geisslers, das war mir neu.
Danke für die zusätzlichen Informationen. Keine Ahnung, ob Geissler am Endprodukt überhaupt noch beteiligt war, irgendwas muss da bei den Dreharbeiten vorgefallen sein. In Frankreich hatte die Kinofassung (La nuit des fleurs) eine Dauer von 93 Minuten.
Das mit der Zeit kommt hin, wenn man noch einen franz. Verleihvorspann hat. Das Kameranegativ hatte eine Laufzeit von etwas unter 1:32. Die geschnittenen Szenen sind eine Orgie die wohl Hardcore ist und am Schluss eine echte Geburtszene mit allem Drum und Dran (incl. Placenta). Das war wohl auch der Grund warum der Geissler da nicht so toll drauf reagiert hat. Im übrigen wird die "Hexe" im Film von Michaela Pignatelli gespielt, die im echten Leben auch als Hexe und Medium unterwegs war. Bestes "Cinema Verité" also. Ich kann noch mal ein wenig weiter nachforschen, ich hab da Kontakt zu einem Italiener der einen kennt der einen gesehen hat, der Film scheint ja eine gute Story herzugeben.... Die derzeit kursierende Version ist damals bei der Nacht- und Nebel - Kopierlagerräumung vom Gründer von "something weird" mitgenommen worden und wird die Version sein, die auf dem(n) US-Festival(s) gelaufen ist.
"Witch-Giallo-Krimi" klingt eigentlich nicht uninteressant. So bizarr wie der Film selbst, scheint auch die Entstehungsgeschichte und das Drumherum zu sein. Der Regisseur Gian Vittorio Baldi war mir bislang völlig unbekannt und sein künstlerisches Schaffen kann man wohl als ziemlich eigenwillig bezeichnen.
Ich denke das kommt dann in den Themenband "The German Side of Argento". Ich kannte den Film (über die Suspiria-connection) aber mir war nicht bewusst, dass es einen dt. Produzenten (und sogar einen dt. Print!!!) gibt. Damit ist das Teil ja für Krimi! qualifiziert!!! Danke schön noch einmal dafür!
X+YY FORMEL DES BÖSEN (alternativ X+YY Nackt sind seine Opfer) Deutschland 1969/70 (EA 10.01.1970) - R: Teja Piegler und Pave Jocic Darsteller: Kai Fischer, HIlde Brand, Albert Hehn, Ljubisa Samardzic, Mica Orlovic
Inhalt: Um der anschließend einsetzenden Handlung einen glaubwürdigen und seriösen Anstrich zu geben, beginnt der Film mit einem Wissenschaftler, der unter dem Mikroskop ein zappeliges „Würmchen“, ein Chromosom, beobachtet, um anschließend in die Materie einzuführen und über die Triebdeformation eines Menschen zu informieren. Unter dieser Chromosommissbildung XYY leidet der Playboy Red Mitchell, der von einer Barbesitzerin seines Alters ausgehalten wird. Nachts streift er, von innerer Unruhe getrieben, durch die Straßen der Stadt. Als ihn ein Mädchen versehentlich anstößt, wird in ihm der fürchterliche Trieb ausgelöst, zu töten. Die Unglückliche wird von ihm in dem Toilettenraum des Nachtclubs erdrosselt.
Fortan ist Mitchell auf der Pirsch: nach noch mehr (und bevorzugt: blonde) Mädchen, an denen er seine krankhaften Triebe, den Wunsch zu töten, ausleben kann. Vorzugsweise sind es junge, hübsche Girls mit Modelmaßen, die zu seinen Opfern werden, nachdem er sie mit seinem Röntgenblick in seiner Phantasie nackt gesehen hat und dann ganz real auszieht, um sie bevorzugt an oder im Wasser zu ermorden. Bald aber hinterlässt er Spuren, und ein listiger Kommissar, der von dessen chromosombedingter Triebhaftigkeit ahnt, kommt Mitchell auf die Spur. Schließlich wird der Triebtäter gefasst und kommt in Sicherungsverwahrung.
Dieser lt. den Kritiken wohl sehr sleazige dt. Krimi ist komplett verschollen. Er wurde mit geringen Kopien verliehen und gelangte wohl auch nicht in das Ausland.
Interessant ist die thematische, zeitliche und räumliche Nähe zu Dario Argento's BEW-Giallo "Die Neunschwänzige Katze".