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 Film- und Fernsehklassiker international
Giacco Offline



Beiträge: 1.969

27.09.2020 13:44
Die Spur führt ins Nichts (1960) Zitat · Antworten

DIE SPUR FÜHRT INS NICHTS - (THE CRIMINAL / THE CONCRETE JUNGLE)
GB (1960) - R: Joseph Losey - DE: 17.3.1961 - FSK 18 - V: Rank
Darsteller: Stanley Baker, Sam Wanamaker, Margit Saad, Patrick Magee, Jill Bennett, Rupert Davies, Gregoire Aslan, Kenneth Warren, Robert Adams, John van Eyssen



Gangster Johnny Bannion ist ein harter Bursche und lässt sich auch während seiner Zeit im Knast nicht unterkriegen. Er wird von den Mithäftlingen respektiert und kann es sich sogar leisten, dem sadistischen Aufseher die Stirn zu bieten. Als der Tag seiner Entlassung kommt, wird er bereits von seinem Kumpel, dem Unterweltler Mike Carter erwartet. Der hat nicht nur eine Willkommensparty für ihn arrangiert, sondern legt auch schon den Plan für einen neuen Coup vor. Ein Überfall auf eine Pferderennbahn soll für einen üppigen Geldregen sorgen. Die Sache klappt und Bannion vergräbt die Beute, um zunächst Gras über die Sache wachsen zu lassen. Doch die Polizei erhält einen Tip und so landet er wieder im Gefängnis. Die Bandenmitglieder, die ohne ihn nicht an das versteckte Geld kommen, müssen sich nun etwas einfallen lassen.

Der Film ist beides: Gangstermelodram und Gefängnisthriller. Er bietet Stanley Baker einmal mehr die Möglichkeit, einen harten und brutalen Gangster alter Schule darzustellen, der trotz seiner Kaltschnäuzigkeit die Sympathie des Publikums gewinnt. Der amerikanische Regisseur Joseph Losey hatte sich damals noch nicht im europäischen Exil etabliert und drehte überwiegend Genre-Filme. Stanley Baker, der mehrfach mit Losey zusammen arbeitete, unterstützte ihn und sorgte dafür, dass ihm die Produktion freie Hand ließ und er auch Änderungen am Buch vornehmen konnte. Die Dreharbeiten fanden im Winter 1959/60 in und um London statt.
Der Film punktet mit einer guten Schwarzweiß-Fotografie, sorgfältig gezeichneten Figuren und besitzt einige eindringliche Momente, zu denen auch das pessimistische Ende gehört. Stanley Bakers schauspielerische Leistung ist wie immer bravourös, aber auch die weiteren Darsteller können überzeugen. Sam Wanamaker gibt der Figur des Mike Carter einen leicht homosexuellen Touch, während Patrick Magee den Aufseher Barrows als sadistischen Psychopathen anlegt. Rupert Davies ist als Gefängniswärter Edwards zu sehen und ahnte damals sicher nicht, dass er schon bald als "Chief Inspektor Maigret" zum Fernsehstar aufsteigen würde. Jill Bennet spielt Johnnys rachsüchtige Ex-Freundin und Margit Saad ist als Suzanne seine aktuelle Flamme. Dass man sich bis zum Ende nicht sicher sein kann, auf welcher Seite sie wirklich steht, macht ihre Rolle besonders interessant.

"Diesem Film zufolge herrschen in den englischen Zuchthäusern eigenartige Bräuche. Die Bandengesetze der Unterwelt gelten auch hier. Wer sich bei dem jeweiligen Boss unbeliebt gemacht hat, wird mit genüsslicher Duldung des Oberaufsehers erbarmungslos zusammen geschlagen. Wer dagegen bei der "Regierungspartei" ist, der kann sich das Leben recht angenehm machen. Die Welt hinter Gittern wurde mit überlegtem Kamera-Einsatz und sorgsamer Kleinarbeit bei der Zeichnung der vielen Zuchthäusler-Typen gestaltet. In der Welt außerhalb der Gefängnismauern ist der Film nicht mehr als grobschlächtige Action-Unterhaltung. Man lenkt das Interesse auf einen großen Coup gegen die Kassen einer Rennbahn und bleibt die Aufklärung schuldig, wie denn nun eigentlich die halbe Million in den Koffer des bulligen Gangsters Stanley Baker gelangt ist. So etwas verstößt im Grunde gegen die guten Krimi-Sitten. Margit Saad hat in der Rolle eines leichten Mädchens für den Schuss Sex zu sorgen." (Film-Echo 1961)

"Ein aus dem Zuchthaus entlassener Gangster kommt nach einem neuen Raubüberfall wieder hinter Gitter, wird aber von den Bandenmitgliedern der versteckten Beute wegen befreit. Harter Gangsterfilm, der den Berufsverbrecher heroisiert und die Verbrecherwelt als eine Gesellschaft mit eigenen Gesetzen schildert, wobei allerdings nur die Gefängnisszenen überzeugen können." (Filmdienst)

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