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 Film- und Fernsehklassiker international
Giacco Offline



Beiträge: 1.969

23.09.2020 12:39
Sie nannten ihn Rocca (1961) Zitat · Antworten

SIE NANNTEN IHN ROCCA - (UN NOMMÈ LA ROCCA)
Frankreich/Italien (1961) - R: Jean Becker - DE: 19.10.1962 - FSK 18 - V: NFA (Neue Film Allianz)
Darsteller: Jean Paul Belmondo, Pierre Vaneck, Christine Kaufmann, Beatrice Altariba, Mario David, Michel Constantin, Claude Jaeger, Charles Moulin



Roberto La Rocca hat sich von seiner kriminellen Vergangenheit verabschiedet und in die Einsamkeit der französischen Campagne zurückgezogen. Als er erfährt, dass sein Freund Xavier wegen eines Mordes inhaftiert wurde, den er nicht begangen hat, macht er sich auf den Weg nach Marseille, um Xaviers Ex-Partner Villanova einen Besuch abzustatten. Er ahnt, dass der seinem Freund den Mord untergeschoben hat. Es kommt zur Konfrontation und er erschießt ihn in Notwehr. Er lässt die Leiche verschwinden und übernimmt Villanovas Bar samt illegalem Spielclub. Als ein Schlägertrupp Schutzgelder erpressen will, greift er erneut zur Waffe. Dafür wird er zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Im Knast trifft er auf Xavier. Weil ihnen eine vorzeitige Entlassung in Aussicht gestellt wird, beteiligen sich die beiden an der gefährlichen Minenräumung am Strand. Dabei verliert Xavier einen Arm. Wieder in Freiheit planen die beiden Freunde, gemeinsam mit Xaviers Schwester Genevieve, in die sich Roberto verliebt hat, zusammenzubleiben. Doch es kommt anders.

Ein Film über eine Männerfreundschaft, die am Ende zerbricht. Insgesamt leider nicht ganz stimmig, denn die Inszenierung wirkt oft etwas ziellos und unentschlossen. Spannung entsteht nur bei der Minenräum-Aktion. Dass der Film letztendlich doch noch funktioniert, ist vor allem den Darstellern zu verdanken. Belmondo ist als La Rocca lässig und lakonisch. Statt zu reden handelt er lieber. Dagegen ist Xavier, gespielt von Pierre Vaneck, eher passiv und lässt die Dinge geschehen. Seinen Arm verliert er, weil er Roberto einen Freundschaftsdienst erweisen will. Inmitten der rauhen Männerwelt kann Christine Kaufmann mit ihrer kindlich-unschuldigen Ausstrahlung nicht viel ausrichten, denn die Rolle der Genevieve bleibt nur eine blasse Randfigur. Beatrice Altariba spielt das Barmädchen Maud und Michel Constantin ist der Anführer des Schlägertrupps, mit dem Roberto kurzen Prozess macht.
Der Film basiert auf einem Roman von José Giovanni, der später selbst als Regisseur arbeitete. 1972 drehte er unter dem Titel "Der Mann aus Marseille" ein Remake, erneut mit Belmondo als Hauptdarsteller.

Jean Becker reizte das Gangster-Milieu. Teilweise legt er seinen Thriller knallhart an, dann entschied er sich wieder für elegische Töne. Für sich allein gesehen stimmen beide Stilarten handwerklich großartig, doch bei diesem Stoff hinterlässt ihre Verquickung ein unbehagliches Gefühl. Poesie um einen Unterweltler mit dem Aussehen eines Jean-Paul Belmondos, der lediglich schneller schießt als die anderen und auch vor Mord und Zuchthaus nicht zurückschreckt, um die Unschuld seines Freundes zu beweisen, ist bedenklich. Daran ändert auch die kaum ausgesprochene Zuneigung zur Schwester des von der Gangster-Konkurrenz in die Hände der Polizei Gespielten. Die Schauplätze des fesselnden Spiels wechseln häufig. Von Spielclub, Bar, Gefängnis zum Minenfeld, wo sich die beiden Freunde ihren Strafnachlass verdienen. Die teilweise atembeklemmenden Spannungseffekte sind gut verteilt. Großen Anteil daran haben die Kamera und die sparsam und effektvoll dosierte Musik. Die Gaunervisagen der Mitwirkenden würden einem Verbrecheralbum alle Ehre machen. Zwischen diesen rauhen Gesellen wirkt Landsmännin Christine Kaufmann doppelt unschuldig und schutzbedürftig." (Film Echo)

Film-Echo-Note: 4,7 (15 Meldungen)
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