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 Film- und Fernsehklassiker national
Giacco Offline



Beiträge: 1.959

08.09.2020 14:46
Mein Onkel - der Gangster (1963) Zitat · Antworten

MEIN ONKEL - DER GANGSTER - (LES TONTONS FLINGUEURS)
F/D/I (1963) - R: Georges Lautner - DE: 4.10.1963 - FSK 16 - V: Schorcht
Deutscher Produzent: Corona-Film, München (Alexander Grüter) - Prädikat: wertvoll
Darsteller: Lino Ventura, Bernard Blier, Sabine Sinjen, Horst Frank, Charles Regnier, Jean Lefebvre, Claude Rich, Venantino Venantini, Robert Dalban, Henri Cogan, Francis Blanche



Fernand Naudin lebt als ehrbarer Landmaschinenhändler in der französischen Provinz. Dass er mal ein berüchtigter Ganove war, ahnt hier niemand. Doch dann holt ihn die Vergangenheit wieder ein. Er muss einem ehemaligen Freund und Gangsterkollegen auf dem Sterbebett versprechen, dessen Geschäfte weiterzuführen und sich um seine Tochter Patricia zu kümmern, die in teuren Pensionaten aufgewachsen ist und keinen blassen Schimmer hat, woher der Reichtum ihres Vaters stammt. Doch das Vermächtnis des Verblichenen, das aus einem Bordell, Spielhöllen und einer illegalen Schnapsbrennerei besteht, weckt Begehrlichkeiten bei anderen Unterweltlern, gegen die sich Fernand nun zur Wehr setzen muss. Fast noch mehr Nerven kostet ihn die putzmuntere und äußerst eigenwillige Patricia, die für einigen Wirbel sorgt.

Mit "Mein Onkel-der Gangster" schuf Georges Lautner, der damals schon als Fachmann für Krimi-Komödien galt, einen Klassiker des französischen Kinos, der nach mehrmaligen TV-Ausstrahlungen 2009 seine Wiederaufführung in einer restaurierten Fassung erlebte. Bereits 1963 strömten in Frankreich mehr als 3 Mio. Zuschauer in die Kinos und hatten ihren Spaß am intelligenten Humor und den witzigen Wortspielen dieser Gangster-Parodie. Manches davon scheint bei der deutschen Übersetzung verloren gegangen zu sein, denn beim hiesigen Kinopublikum wurden unterdurchschnittliche Zahlen verzeichnet.
Lino Ventura erhielt erstmals die Möglichkeit, auch mal sein komödiantisches Talent zu zeigen, wobei er wohltuend zurückhaltend bleibt. Ursprünglich sollte Jean Gabin den Fernand spielen, doch man sah sich nicht in der Lage, all seine Forderungen und Sonderwünsche zu erfüllen. Ohnehin war die Produktionsfirma Gaumont anfangs nicht so recht vom Erfolg des Films überzeugt und schloss sich zur Begrenzung der finanziellen Risiken mit deutschen und italienischen Partnern zusammen. Dadurch ging die Rolle der Patricia an die deutsche Jungschauspielerin Sabine Sinjen, die bereits 1961 in der erfolgreichen französisch-deutschen Co-Produktion "Kaiserliche Hoheit" mitwirkte und als Titelheldin der deutschen Edelschnulze "Die Försterchristel" fast 1.Mio Kinobesucher in Frankreich begeisterte. Auch Horst Frank war beim französischen Publikum längst kein Unbekannter mehr. Hier will er sich als Theo eine Schnapsbrennerei unter den Nagel reißen und versteht dabei keinen Spaß. Unter all den Killern, die Fernand nach dem Leben trachten, ist er der einzig ernst zu nehmende. Zu Fernands Gegenspielern gehört auch Charles Regnier, der auf den Spitznamen Tomate hört. Als leicht vertrottelte Volfoni-Brüder, die für das Glücksspiel zuständig sind, geben Bernard Blier und Jean Lefebvre ein Gangster-Duo ab, das mehr für Amüsement als für Angst und Schrecken sorgt. Claude Rich ist der Sohn eines Finanzpolitikers, in den sich Patricia verliebt und den sie heiraten will, was Fernand jedoch um jeden Preis verhindern möchte. Der Score stammt von dem bekannten französischen Filmkomponisten Michel Magne. Ins Ohr geht vor allem ein modischer Tamouré, den er für eine Party-Sequenz beisteuerte.

"In den Fachgesprächen der Unterwelt bei den jeweiligen Ganoven-Versammlungen liegt viel Amüsement, nur leider wirken sie auf den Filmbesucher kaum erheiternd. Georges Lautner hat die Ironie, die auf jeder Drehbuchseite steckt, nicht zum Tragen gebracht. Erst der Auftritt des "Präsidenten" inmitten eines wüsten Feuergefechts und die Trauungszeremonie finden der erforderlichen Widerhall im Parkett. - Lino Ventura, attachiert von erprobten Gangster-Darstellern aus Frankreich und Deutschland, spielt den Onkel in bewährter Bulligkeit."(Film-Echo)

"Das ist mal eine echte Krimikomödie: umwerfend, heiter, hart, verspielt und mit einem Sack voller Gags und dem in immer wieder neuen Varianten durchgespielten grotesken Spiel der Gegensätze. Das ist aufregend, denn soviel lachen kann man kaum. Und dazu eine Bomenbesetzung. Herrlich!" (Aachener Nachrichten)

Film-Echo-Note: 5,2 (31 Meldungen) / Erstnote: 4,9
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