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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 126 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker international
Giacco Offline



Beiträge: 1.988

17.01.2020 13:52
Eddie krault nur kesse Katzen (1962) Zitat · Antworten

EDDIE KRAULT NUR KESSE KATZEN (LES FEMMES D`ABORD)
Frankreich (1962) - R: Raoul André - DE: 10.5.1963 - FSK 16 - V: Pallas
Darsteller: Eddie Constantine, Christiane Minazzoli, Robert Manuel, Jacques Harden, Claudine Coster, Bernadette Lafont, Henri Lambert, Mitsouko, Dario Moreno



FBI-Agent Bobby soll in Paris herausfinden, ob der angesehene Geschäftsmann Griffin in Rauschgiftschmuggel verwickelt ist. Auf einer Party bei Griffin lernt er dessen attraktive Teilhaberin Juliette kennen, deren Mann kürzlich bei einem Unfall ums Leben kam. An diesem Abend erfährt Juliette von Griffins ehemaliger Sekretärin Genevieve, dass es kein Unfall, sondern Mord war, da er hinter Griffins kriminelle Machenschaften gekommen war. Genevieve wird kurz darauf von den Gangstern zum Schweigen gebracht. Vorher konnte sie Juliette noch mitteilen, dass sie Beweise gegen Griffin bei einer Freundin in Lyon deponiert hat. Da nun auch Juliette von den Gangstern verfolgt und bedroht wird, bittet sie Bobby, den sie für einen Privatdetektiv hält, sie nach Lyon zu begleiten. Doch Griffins Leute heften sich an ihre Fersen.

Ein weiterer Eddie-Constantine-Film nach altbewährtem Rezept. Schöne Frauen und böse Buben halten unseren Helden ständig auf Trab, wobei die Story selbst eher unwichtig ist. Allerdings wird das Vergnügen durch eine Fülle von Nebenfiguren und einige grotesk-alberne Gags ein wenig getrübt. Das Finale, das in einem Landgasthof stattfindet, bietet auch diesmal wieder eine turbulente Massenschlägerei, bei der es drunter und drüber geht. Christiane Minazzoli ist die verfolgte blonde Unschuld, Jacques Harden spielt den nach außen ehrbaren Rauschgift-Boss und Robert Manuel mischt als ehrgeiziger Inspektor von der Interpol mit. Regisseur Raoul André inszenierte insgesamt 4 Eddie-Filme.

"Der stabgereimte Titel ist bei einem Eddie-Constantine-Film zwar Gewohnheitsrecht, man kann aber auch etwas übertreiben. Hier spielt der narbige Action-Star einen Geheimagenten vom Rauschgiftdezernat des FBI. Er ist nach Paris geschickt worden und dort beginnen die reichlich abenteuerlichen Ereignisse, die Eddie alle zu meistern hat. Er kämpft mit Köpfchen, Colt und Fäusten, um den schmutzigen Tricks seiner Gangster-Boys zu begegnen. Soweit läuft alles wie bei Eddie oft schon gehabt. Nur sind diesmal die Finten noch mehr überzogen, so dass viele Passagen zu einer reinen Farce werden."

Film-Echo-Note: 3,0 (26 Meldungen) / Erstnote: 2,9
Frankreich: 1.349.100 Besucher

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.401

17.01.2020 15:49
#2 RE: Eddie krault nur kesse Katzen (1962) Zitat · Antworten

Hab den Film schon ewig nicht mehr gesehen. Leider gibt'S ihn ja nicht auf DVD oder BD. Genau so wie die beiden Nick Carter-Filme

Havi17 Offline




Beiträge: 3.300

17.01.2020 17:16
#3 RE: Eddie krault nur kesse Katzen (1962) Zitat · Antworten

Eddie Constantine hat in seiner Karriere (1936 bis 1993) in ca. 133 Filmen mitgespielt.
Mir sind davon 40 Filme, davon 15 in digitaler Vorlage bekannt.

Nachfolgend eine Rezension zu "Im Banne des blonden Satans" 1953 worin auch einiges interessantes
aus seinem Leben und auch zur Filmgeschichte von Agenten und "Prügelfilmen" zu lesen ist.


DVD Im Banne des blonden Satans : Mit Eddie Constantine, Dominique Wilms, Howard Vernon, Darío Moreno, Maurice Ronet,
Nicolas Vogel, Philippe Hersent, Jess Hahn, Gaston Modot, Monique Aïssata, Jack Ary, Paul Azaïs, Anne Bunning, Antony Cartier,
Christine Chesnay. Buch : Bernard Borderie nach einem Roman von Peter Cheyney. Musik : Guy Lafarge. Regie : Bernard Borderie

Schon der Eingangsscore vermittelt den Eindruck, welchen der Film am Ende beim Zuschauer hinterläßt. Man hört zunächst eine
Einleitung in das Geschehen, während die Kamera über das eingedunkelte Casablanca schwenkt. Es geschieht ein Mord, der Mörder
ist nicht zu erkennen. Weitere Morde in einer leicht verruchten Bar werden folgen. Ein Chanson ertönt und alle Blicke
schweifen hinüber zu Carlotta de la Rue. Die Faszination dieser femininen Erscheinung erfasst auch Lemmy Caution und dieser
begibt sich mit dem Zuschauer in den Bann des blonden Satans.

Die Atmosphäre ist düster und zugleich lebendig durch die Person Lemmy Caution's. Die Kulissen in ihrem Schattenspiel werden
von der Kamera hervorragend transportiert und eindrucksvoll von der Regie umgesetzt.
Überraschende Wendungen und Teilauflösungen führen wiederum zu neuen Verwicklungen und entblößen dem Zuschauer nach und nach
die Ziele und Machenschaften der Hintermänner. Der Score von Guy Lafarge begleitet jede besondere Situation, kündet
im vorhinein das nachfolgende Geschehen an und potensiert den Gesamteindruck des Films, der von Beginn an anhaltende
Dramatik, eine kontinuierliche Spannung und charmante galante feminine Cliffhanger bietet. Das Spiel der Darsteller
bis hin zu den Nebendarstellern ist einziartig. Eine entscheidende Szene mit dem jungen Maurice Ronet wird dem Zuschauer
unvergessen bleiben. "Im Banne des blonden Satans" ist ein klassischer Gangsterfilm mit starken Anleihen an "Casablanca" und
"Tote schlafen fest". Dennoch etabliert dieser seinen eigenen Stil. Zunächst die Person des Ermittlers. Wenn man diesen mit
Bogart vergleicht, wirkt Caution nicht so unnahbar und distanziert. Im Gegenteil. Er hat Charme, Schwächen für das
feminine Geschlecht, ist extrovertiert und benutzt lieber seine Fäuste als seinen Colt. Der Film selbst vereinigt erstmals
Komponenten eines Gangster und Agentenfilms (Dick Barton) und integriert zusätzlich Stilemente des Action und Abenteuerfilms.
Dieser Film sollte zugleich UNVOREINGENOMMEN der EINSTIEG in die Filme des Typs Lemmy Caution sein, unbeeinflußt von Erfahrungen
mit Eddie Constantines teils überkommerzionalisierten späteren Filmen bis gegen Ende 1960.

Eddie Constantine repräsentiert einen ungeheuren Charme und er hat Stil, was seinen Rollen eine enorme Überzeugungskraft
verleiht. Was die als Plot umgesetzte Geschichte betrifft, so gefällt mir die Darstellung des klassischen Geheimagenten in den
beiden ersten Caution Filmen besser, als in einem der späteren Bond Actionfilme. Hier sind die parallelen zu "Sam Spade" und
"Philip Marlowe" wesentlich näher und mir sympathischer. "Im Banne des blonden Satans" ist ein TOP3 Krimi. Absolut Sehenswert.
Er gehört für mich in das Regal gleich neben "Tote schlafen fest".


Nach Egypt by three (April 1953) ist dies der zweite Spielfilm mit Eddie Constantine und zugleich der Auftakt einer Reihe mit
Romanverfilmungen von Peter Cheyney, der zwei Jahre zuvor verstarb und die Erfolge seiner Figur nicht mehr erleben konnte.
Der Film firmierte unter dem Titel "La môme vert de gris", am 27.5.1953 in Frankreich und als "Zwischenlandung in Marokko"
am 30.7.1954 in der BRD. "Im Banne des blonden Satans" als auch "Serenade für zwei Pistolen" sind zugleich auch die Mitbegründer
des Film noir in Frankreich. Die Romane und deren hervorragende Verfilmung im Malteser Falken von Dashiell Hammett sind ohne Zweifel
mit eine Inspiration gewesen. Doch das eben nicht als klassische Gangsterfilm, im Gegenteil : Fäuste statt Pistolen und einen
klassischen Helden, der zudem den Frauen und einem guten Schluck nicht abgeneigt ist.

Die Romanfigur des Lemmy Caution war der erste Geheimagent des Kinos. Hierzu ein Zitat von J. Kramp : "Zum Start 1963 war Dr.No zwar
ein kleiner Flop an der Kinokase aber wegweisend für die Zukunft. Damals waren die Agentenfilme mit Eddie Constantine das Kinogeschäft.
Eddie wurde dann im wahrsten Sinne des Wortes von Bond abgelöst. Zitat-Ende.
Weitere Zitate aus dem Netz "Eddie Constantine wurde in der Rolle des vor allem für Frauen unwiderstehlichen Detektivs zur Kultfigur
der 60er Jahre und geriet damit zum Action-Star jener Jahre". "Er war der fast karikaturenhaft wirkende Lemmy Caution, FBI-Agent und populäre
Leinwand-Figur, eine Art James-Bond-Vorgänger mit allerdings sehr viel weniger Aufwand. Im Arm stets schöne Frauen. Mit einem Kinnhaken
erledigte er massenweise Gangster. Sein Lieblingsgetränk war Whisky–im Film. Allein in den 50er Jahren erschien er in 18 Spielfilmen
auf der Leinwand. Der erste Streifen hieß "Im Banne des blonden Satans". "Niemand schmust und prügelt so wie Eddie Constantine". Zitat-Ende

Daß die Bond Filme anders konzeptioniert und budgetiert waren als die frühen "Low Cost"-Lemmy Caution Filme, sollte vom geneigten
Betrachter berücksichtigt werden. Bei "Lemmy" bediente man sich eben den klassischen preiswerten dramaturgischen Möglichkeiten.

Lemmy Caution überlebte als Romanfigur 36 Jahre das Kino, 1953 mit "Im Banne des blonden Satans" und zuletzt 1989
in "Le Retour de Lemmy Caution / Lemmy Come Back", ein Rekord. Die Romanfigur des Lemmy Caution entstand bereits 1936
in "This Man is Dangerous", Ian Fleming erfand die Figur seines Geheimagenten James Bond erst 1952.

Die Figur des Lemmy Caution ging seinen eigenen Weg. Man sorgte bewußt schon dafür, daß der Zuschauer seinen Helden nicht
bitter ernst nimmt und dieser seine Aufgaben mit einem Augenzwinkern als Gentleman, Pokerface und Womanizer löst. Dies hat man
später bei den Bond Filmen übernommen. Man kann die Figur des James Bond jedoch nicht mit Lemmy Caution alias Eddie Constantine vergleichen.
"Lemmy" wurde zeitlebens von Eddie Constantine gespielt, Bond von den verschiedensten Charakteren, die bis auf Craig eines mit
Lemmy gemein hatten, den Gentleman. Lemmys Grundcharaktere finden sich auch später in den "Matt Helm"-Verfilmungen mit Dean Martin wieder.


Als Novum führte man in den späteren Eddie Constantine Verfilmungen die Stimme aus dem Off ein. Eine wunderbare Methode den
Zuschauer kurz aus der Handlung zu reißen und gleichzeitig dort zu integrieren. Dies hatte beim Kinopublikum einen großen Erfolg.
Dazu eine Geschichte wie diese Idee vermutlich entstand, ein gekürztes Zitat aus einem Forum :
- Wer, wie ich, in den 60er Jahren aufwuchs und in München lebte, wusste, was an langen Sonntagnachmittagen zu tun war. Man ging ins Kino.
Gemeinsam mit vielen anderen Halbwüchsigen verbrachte ich Jahre meines Lebens in kleinen und großen, plüschigen und kargen, schönen und
hässlichen Kinosälen. Und in allen Filmen, die wir uns anschauten, spielte Eddie Constantine mit.
Lange bevor ein Film wie die Rocky Horror Picture Show das Publikum zum kollektiven Reiswerfen und Strapsetragen animierte, schaffte es
Eddie Constantine, den Kinosaal zum Tollhaus zu machen. Es war nämlich so, dass wir, die Halbstarken, mit Eddie "sprachen". Im Film.
Und das sah dann so aus: Schlug Eddie einen Bösewicht zusammen (was in späteren Filmen etwa 40 Mal der Fall war), johlte das ganze Kino
und applaudierte!! Viele brüllten während des Films "Gib's ihm Eddie!" oder "Achtung, Eddie!".
Irgendwie muss sich das bei den Produzenten herumgesprochen haben. Denn eines Tages geschah das, was keiner von uns erwartet hatte.
Es war wieder einer dieser Sonntagnachmittage und das Kino war bis auf den letzten Platz gefüllt. Alles Eddie-Fans, ganz klar.
Man brüllte und johlte sich wieder durch den Film und Eddie hieb und drosch auf alles ein, was ihm in die Quere kam. Und dann kam es
zur Szene, die mir noch heute eine Gänsehaut über den Rücken jagt. Eddie stand irgendwo alleine herum und von hinten nahte ein Bösewicht.
Der finstre Geselle kam immer näher und Eddie schwebte in großer Gefahr. Das ganze Kino brüllte: "Eddie!!! Hinten!!! Pass auf!!!" Und
dann drehte sich Eddie in letzter Sekunde um, drosch dem Bösewicht seine Faust mitten ins Gesicht, drehte sich zur Kamera, schaute
direkt in die Kamera, hob lässig die rechte Hand nach oben, wie es Staatsmänner bei Paraden tun, blickte uns alle an und sagte: "Danke Jungs."

Im Kino wurde es mucksmäuschenstill. Keiner hatte damit gerechnet, dass Eddie jemals zu uns und mit uns sprechen würde.
Anschließend aber brach ein so ohrenbetäubendes Jubelgeschrei los, dass man vom Rest des Films nichts mehr mitbekam. War aber auch egal.
Zitat-Ende.
Dieses Stilelement wurde z.B. später auch in einer Szene des "Der grüne Bogenschütze" von Jürgen Roland übernommen.

Eddie Constantine prägte in seinen späteren Filmen, lange bevor Terence Hill und Bud Spencer dies neu etablierten, die zur Gerechtigkeit
führenden Prügel-Einlagen. Er wurde zumeist synchronisiert. Nachfolgend chronologisch seine Synchronstimmen : Friedrich Schoenfelder,
Hans Nielsen, Arno Assmann, Frank Glaubrecht, Heinz Engelmann, Walter Niklaus, Wolfgang Hess, Harald Juhnke, Arnold Marquis, Heinz Petruo,
Erik Schumann, Jochen Striebeck, Gerd Holtenau.

Sein Privatleben war ähnlich turbulent wie das von Humphrey Bogart. Was Eddie Constantines Stärke als Charakterdarsteller betrifft, so
betrachtet man diese fast grundsätzlich falsch. Langläufig bescheinigt man ihm dies erst ab dem Ende der 60er Jahre und bewertet ihn bis
dahin als prügelnden Whiskey trinkenden Raufbold a la Hill/Spencer. Tatsache jedoch ist, daß er sich mit dem Start seiner Popularität,
mit der Figur des Lemmy Caution, als Charakterdarsteller bereits etablierte. Bestimmte Stilelemente wurden jedoch schon ca. 3 Jahre später
beginnend derart kommerziell ausgebaut, daß insbesondere den späteren Einsteigern in diese Figur aleinig nur diese Image in Erinnerung geblieben
ist, zusätzlich bedingt durch die Menge dieser Filme. Nachteilig hierbei ist, daß Lemmy die Bösen zunehmend mehr mit den Fäusten zur
Strecke bringt, wohingegen Bogart und Bond dies fast ausschließlich mit ihrem Colt tun und folgedessen das Ganze entgegen der Gangster und
Bondfilme ins Lachhafte gar Lächerliche driftet. Das frappierende hierbei ist, daß mit Lemmy Caution "der Prügel" an sich erfunden wurde.

Eddie Constantine hat sich als Person diesem Trend nicht entgegengestellt. Es bleibt zu vermuten, daß er dies aufgrund seines starken
Charakters und aufgrund seines weichen Kerns nicht tat. Er wird dem geneigten Publikum immer als charmanter, distinguierter, Charakterdarsteller
und Sänger, sowie als Lemmy in Erinnerung bleiben.

Gruss
Havi17

Giacco Offline



Beiträge: 1.988

17.01.2020 19:00
#4 RE: Eddie krault nur kesse Katzen (1962) Zitat · Antworten

Sieh mal an - ein echter Eddie-Fan! Danke für die interessanten Ausführungen.
Da war ja damals noch richtig was los in den Kinos.

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