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Dieses Thema hat 16 Antworten
und wurde 489 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker international
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Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 228

01.12.2019 21:26
#16 RE: "Bulldog Drummond" auf den Spuren des Verbrechens (1937-39) Zitat · Antworten

Der verborgene Schatz (1939)

Wieder steht der Held mit seiner Freundin kurz vor der Hochzeit, die er auf einem Landsitz durchführen will, der dem alten Familienerbe der Drummonds zugehört. Hier war er mal als kleiner Bub, und seit zwanzig Jahren hatte er keinen Fuß mehr hierhergesetzt. So weit abgelegen, kann doch nichts mehr schiefgehen, oder ? Als er mit Braut, Butler Tenny und der Anstandstante Blanche sowie seinem alten Scotland-Yard-Gönner Colonel Nielsen und Kumpel Algy angereist ist, lassen die seltsamen Geschehnisse nicht lange auf sich warten. Ein verschrobener alter Kauz von einem Professor begibt sich ausgerechnet am Vorabend der Hochzeit auf Drummonds Anwesen. Er fabuliert von einem Schatz herum, der irgedwo in den unterirdischen Gängen liegen soll, und hat auch schon ein Tagebuch parat, das die Beschreibung liefern soll, allerdings ist es in einer verschlüsselten Form abgefasst. Auf Phyllis Drängen weist Captain Drummond alle Aktivitäten von sich, da er doch kurz davor steht, seinen größten Schatz zu heben, wie er sich charmant ausdrückt. Doch es kommt, wie es kommen muss: Der alte Knabe, Professor Downie, findet ein gewaltsames vorzeitiges Ende. Unverhofft finden sich die Beteiligten in den Fall verstrickt, denn einer der Bediensteten, ein gewisser Seaton, ist der Wolf im Schafspelz und spielt ein falsches Spiel. Er macht sich ebenfalls auf die Schatzsuche, schleicht im Haus umher, bricht ein und liefert sich gelegentlich eine kleine Schießerei, was einen der anwesenden Bobbies das Leben kostet. Drummond und die anderen tappen immer noch im dunklen, es gibt ein ziemliches Her und Hin, doch irgendwann kommen sie dem Täter auf die Schliche. Der hat nun nicht nur den Zugang zum Schatzversteck gefunden, sondern auch noch die mehr als geduldige Braut in seine Gewalt gebracht. So kommt es schließlich "unter Tage" zum Showdown, wobei es jede Menge mittelalterliche Fallen und reißende Wasser sowie einen zu allem entschlossenen Gegner zu überwinden gilt...
Doch auch jetzt trägt das Gute den Sieg davon, doch ob die Hochzeit noch im letzten Moment klappt ? Ist ja erst Teil 7.

An und für sich ist die Idee vom alten Familiengut mit dem Schatz in den Katakomben ja ein feiner und so typisch englischer Einfall, der auf das Holmes-Abenteuer des Musgrave-Rituals zurückzuführen sein soll. Kann sein oder nicht, leider ist in dieser Folge die Spannung der vorherigen Folgen mehr dem gehäuft auftretenden Klamauk gewichen. Algys ständiges Versehen, das einer Ming-Vase ihre Unversehrtheit kostet, ist doch etwas brachialer Humor, und die Tante Blanche ist manchmal mit ihrer Giftigkeit dem Helden gegenüber etwas nervig. Auch der zerstreute Professor Downie, der mitten im August in Winterkleidung anreist und sich über die Hitze beschwert und nichtsahnend auf einem Sofa sitzt, das gerade abtransportiert wird, dürfte sogar für Großbritannien, dem Paradies der Exzentriker, eine Spur zu dusselig sein. Leider dümpelt die Handlung am Anfang etwas lahm dahin, auch eine sehr lange Traumsequenz von Captain Drummond, wo er schon sein Schicksal seiner wieder mal verschobenen Hochzeit vorausahnt, ist nur teilweise originell. Der Schurke Seaton, in Wirklichkeit ein ehemaliger Assistent des Professors, spielt seine Doppelidentität aber überzeugend. Doch das Ende in der Unterwelt (die immer gut ausgeleuchtet ist) ist auch recht melodramatisch. Hat hier der "Schwarze Abt" von Edgar Wallace Pate gestanden ? Jedenfalls zieht der Bösewicht Seaton seine Geisel Phyllis Clavering genauso unbarmherzig hinter sich her wie weiland der verrückte Lord Chelford die arme Leslie, geht es doch auch hier um einen verborgenen Schatz aus der frühen Geschichte Englands, als die Männer noch Anzüge aus Blech trugen. Die Verfolger sind ihnen immer auf den Fersen, sie werden vom Bösewicht in eine teuflische Falle gelockt, in der auch schon Indiana Jones gesteckt hat. Da gibt es nun einen ewig scheinenden Kampf zwischen ihm und Phyllis um die entsprechenden Hebel, der in seiner Theatralik an die Tage des Stummfilms erinnert.
Das alles kommt schon sehr gestellt daher, aber es ist ja auch nur ein Unterhaltungsabenteuer ohne Anspruch auf allzu große Sinnhaftigkeit.
Wenngleich mir die Geschichte etwas weniger gefallen hat, ist es natürlich trotz allem eine passable Story für den verdienten Feierabend.

Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 228

04.12.2019 19:42
#17 RE: "Bulldog Drummond" auf den Spuren des Verbrechens (1937-39) Zitat · Antworten

Hochzeit Knall auf Fall (1939)

Mitten in London ertönt eine Explosion, und ein Mann verschwindet mit einer Beute von 10.000 Pfund aus einer Bank. Er versteckt sich vorläufig in einer Wohnung, wo er von einem Kumpan erwartet wird. Der Bankräuber heißt Armides, sein etwas unterwürfiger Kumpel hört auf den Namen Garvey. Die Wohnung ist allerdings nicht ihre eigene, sondern wurde von einem gewissen Mr. Drummond angemietet, der hier in einigen Tagen mit seiner frisch angetrauten Braut einziehen will. Während Colonel Nielson von Scotland Yard einen „undurchdringlichen“ Ring von Polizisten um das Viertel ziehen lässt, tarnt sich Armides als übergeschnappter Maler und entgeht den Polizeikontrollen. Die Beute hat er noch schnell im Radio in Drummonds Wohnung versteckt.
Natürlich ist Bulldog Drummonds Interesse am Bankraub groß, doch er will ja in drei Tagen in Frankreich heiraten. Diesmal stellt ihm Phyllis Clavering ein Ultimatum: entweder mit dem Ringtausch mit dem schmissigen Captain wird es was, oder sie ehelicht einen plötzlich aufgetauchten Verehrer, der nur im Hintergrund agiert. Trotz aller Liebe zu seiner Angebeteten, die er schon mal an ihren geplanten Heiratsort samt ihrer Tante Blanche vorausgeschickt hat, kann Mr. Drummond nicht die Finger von unerwünschter Schnüffelei lassen. Bald liegt die erste Leiche in seiner Wohnung, die der verbrecherische Armides bei der geplanten Sicherstellung seiner Beute zurückgelassen hat. Doch da Phyllis das unbewusst wertvolle Radio mit nach Frankreich genommen hat, müssen ihr die Beteiligten der gegensätzlichen Parteien nachfolgen, wobei die englische Polizei dem sorglosen Helden Drummond einen üblen Streich spielt und ihn in einem französischen Gefängnis landen lässt, wo er auf den unglückseligen Garvey trifft.
Bald treffen auch die anderen ein, doch natürlich plant Drummond längst seinen Ausbruch. Doch er hat die Rechnung ohne Monsieur Dupres, langbärtiger Bürgermeister und Polizeichef in einer Person, gemacht. Eine schöne Frau alleine vor dem Traualtar stehenzulassen, ist für einen richtigen Franzosen natürlich das schlimmste aller Verbrechen, deswegen müssen der Captain und seine langmütige Dauerfreundin endlich unter die Haube gebracht werden, koste es, was es wolle. Doch der der rücksichtslose Bankräuber Armides will immer noch seine Beute zurück und greift zu äußerst explosiven Mitteln, die die Trauzeremonie nicht unbedingt vereinfachen… Wird es für die beiden verhinderten Liebenden nun endlich ein Happyend geben ? Man darf das Beste annehmen.

Der letzte Beitrag der Drummond-Serie der Dreißiger setzt wieder stark auf humoristische Elemente. Die Komik reicht hier von subtileren Sticheleien zwischen Drummond und Colonel Nielson bzw. dessem Kollegen Inspektor Tredennis hin zu recht brachialen Einlagen; der unglückliche Algy Longworth bekommt hier eimerweise Farbe überbekleckert, die der scheinbar an Bleivergiftung leidende Ganove in der der Verkleidung eines Malers über ihn ausleert. (Der Arbeitsschutz damals kann einen wirklich schaudern lassen.) Und zur Vermählung der beiden immer noch liebenden Herzen „Bulldog“ und Phyllis krachen die Bomben an allen Ecken und Enden, unterbrochen von allerlei Faustkämpfen des mutigen Helden mit dem heimtückischen Übeltäter. Ist schon sehr dick aufgetragen, die ganze Geschichte, aber gut, zum Ernstnehmen war sie sowieso nicht gedacht.
Neben der Tante Blanche tritt auch wieder Butler Tenny auf, wie üblich bedachtsam und ein wenig über den Dingen stehend. Außerdem gibt es noch einen riesigen französischen Flic, der bei der Wirtin der beiden englischen Damen immer mal „zu Besuch“ kommt. Tja, diese Franzosen…
Im Prinzip ist die Story diesmal recht dünn und lebt zum Teil eher von der Frage, ob und wie es die beiden Liebenden nun endlich mit ihrer Verehelichung mal schaffen, denn irgendwann muss ja auch mal der running gag der verhinderten Hochzeit ausgedient haben. Natürlich wird der romantisch veranlagte Zuschauer da nicht enttäuscht. Doch in der Gesamtreihe gibt es sicherlich spannendere Folgen.


Damit endet die achtteilige Reihe um Captain Drummond. Eigentlich ist er ja kein Detektiv im herkömmlichen Sinne, sondern eher ein typischer englischer Lebemann mit Spaß an einem bewegten Geschehen, der mit seinem ständigen Hineinstürzen in das nächste Abenteuer und dem damit verbundenen Verschieben einer festen Bindung zu einer selbstbewussten Frau fast ein wenig kindisch wirkt. Deswegen ist der kriminalistische Aspekt der Fälle nicht sehr hoch (aber durchaus vorhanden), doch für die guten Einfälle ist im Prinzip Butler Tenny verantwortlich. Während die Darsteller von Drummond, Phyllis und Nielson zwischendurch wechselten, blieb der Part des typisch britischen Butler an dem Schauspieler E.E. Clive hängen, der seinen ungestümen Herren ein ums andere Mal aus verzwickten Situationen retten muss und sich mehr wie ein Vater denn ein Angestellter zu ihm verhält. Tatsächlich ist sein Beitrag eine große Bereicherung der Serie. Auch der Schauspieler Reginald Denny blieb seiner Rolle des tollpatschigen Kriegskameraden Algy Longworth die ganzen Folgen treu. Natürlich soll der Superheld Drummond im Vergleich zu ihm noch strahlender dastehen, eine weitere Funktion könnte sein, dass der immer wieder auch mal was von seinem guten Herzen zeigen kann, wenn er Algy seine ständigen Unfälle verzeiht, doch schließlich ist der mitunter nervenstrapazierende Freund auch ein durchaus treuer und schätzenswerter Gefährte.
So bleibt eine naive Mischung aus Abenteuer, Action und Komik übrig, mal mehr, mal weniger gut arrangiert, doch stets mit genug unterhaltender Abwechslung.

Persönlich würde ich die Folgen in ihrer Originalität in folgender Reihenfolge einordnen:

1. Abenteuer in Afrika
2. Der explosive Koffer
3. Der künstliche Diamant
4. Das Geheimnis der Strahlenkanone
5. Die Rache der schwarzen Witwe
6. Der verborgene Schatz
7. Hochzeit Knall auf Fall
8. Mord im Nebel

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