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Dieses Thema hat 14 Antworten
und wurde 588 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker international
Giacco Offline



Beiträge: 1.640

28.08.2018 14:26
Heisse Katzen (1967) Zitat · antworten

HEISSE KATZEN - (DEADLIER THAN THE MALE)
Großbritannien 1967 - Regie: Ralph Thomas - FSK: 18 - Verleih: Rank
Deutscher Kino-Start: 10.3.1967
Darsteller: Richard Johnson, Elke Sommer, Sylva Koscina, Nigel Green, Suzanna Leigh, Steve Carlson



Der skrupellose Ölmagnat Carl Petersen scheffelt Millionen. Er hat sich sein eigenes Imperium geschaffen und handelt nach der Devise:"Wenn mir irgendwo ein Mann im Wege steht, muss dieser Mann beseitigt werden." Seine beiden attraktiven Killer-Ladies Irma und Penelope sind geübt darin, lästige Wirtschaftsbosse oder Aktionäre so raffiniert aus dem Weg zu räumen, dass es nach einem Unfall oder Selbstmord aussieht. Doch dann kommt der smarte und mit allen Wassern gewaschene Versicherungs-Detektiv Hugh Drummond den zwei tödlichen Schönen auf die Schliche.



Der Film ist eine Bond-Kopie, aber keine schlechte. Es gibt sogar Gemeinsamkeiten: Gedreht wurde in den Pinewood-Studios und der Hauptdarsteller Richard Johnson, der beim Casting für den ersten 007-Film als heißer Kandidat gehandelt wurde, hat in der deutschen Fassung dieselbe Synchronstimme wie Sean Connery. In der Rolle als Hugh Drummond macht Johnson eine passable Figur und da dieser "Träger des Schwarzen Gürtels" ist, kommt er auch als Action-Held zum Einsatz. Sein Gegenspieler ist Nigel Green, der als Gentleman-Bösewicht eine überzeugende Performance abliefert. Als Leibwächter steht ein glatzköpfiger Schwertkämpfer in seinen Diensten. Es sind aber vor allem Elke Sommer und Sylva Koscina, die der Produktion das besondere Etwas verleihen. Verführerisch und sexy, aber eiskalt und abgebrüht stellen sie fast jedes Bond-Girl in den Schatten. Auch der Titelsong, gesungen von den "Walker Brothers", passt sich dem klassischen Bond-Stil an. Ansonsten sorgen die bunte Sixties-Optik, sommerliche Mittelmeer-Locations und jede Menge cooler Sprüche für angenehme Unterhaltung. Schade nur, dass Elke Sommer hier synchronisiert wird. Jeder, der ihre Stimme kennt (die in der Originalfassung zu hören ist), wird das bedauern.

Aus der Film-Echo-Kritik:

"Man würde dem Film nicht gerecht werden, wenn man eine Wiedergabe seines Inhalts versuchte. Denn man brächte wahrscheinlich doch nicht zum Ausdruck, wie geschickt hier immer wieder die Brutalität durch ironische Schlenker gemildert wird und wie zielbewusst man den Betrachter in eine Position bringt, von der aus er - ohne deswegen in seiner gespannten Anteilnahme beeinträchtigt zu werden - die Leichen gar nicht mehr als Realität zur Kenntnis nimmt. Der Film hat über weite Strecken hinweg ein rasantes Tempo und Regisseur und Kameramann ließen sich keine Gelegenheit entgehen, den weiblichen Reizen des Films auch landschaftliche hinzuzufügen. Überdies standen für Ausstattung und Kostüme genug Mittel zur Verfügung, um dem Publikum den Hauch der weiten, gefährlichen Welt auf eine recht verlockende Art zu vermitteln.
Dem Verbrecher gibt Nigel Green einiges Format. Richard Johnson spielt in stets amüsierter Haltung den Mann, der unverwundbar über das Böse triumphiert. Elke Sommer und Sylva Koscina, wirksam kontrastiert und effektvoll an- wie ausgezogen, bringen den Tod in vielfacher Gestalt. Elke Sommer wird ihrer Aufgabe, das Mordgeschäft mit kühler Intelligenz zu betreiben, durchaus gerecht, die Koscina trifft in dem sehr sorgsam synchronisierten Film den dümmlich-animalischen Unterton ihrer Rolle. "Heisse Katzen" rechtfertigt das Versprechen, innerhalb eines strapazierten Genres etwas Besonderes zu bieten."


Film-Echo-Note: 3,0 (48 Meldungen) / Großstadtnote: 2,5
Spanien: 1.644.335 Besucher / Frankreich: 803.669 Besucher

Ray Offline



Beiträge: 1.099

29.08.2018 22:49
#2 RE: Heisse Katzen (1967) Zitat · antworten

Danke für das Vorstellen des mir bis dato unbekannten Films. Hört sich interessant an. Noch dazu perfektes Timing, denn der Streifen ist just bei Koch Media auf DVD/Blu-Ray erschienen.

Prisma Offline




Beiträge: 7.543

02.09.2018 20:35
#3 RE: Heisse Katzen (1967) Zitat · antworten

Elke Sommer und Sylva Koscina machen "Heiße Katzen" ja schon irgendwie zu einem Klassiker. Was die Attraktivität der beiden angeht, kann man sich eigentlich kaum entscheiden, wer die Nase vorne hat. Leztlich sind es die vollkommen unterschiedlichen Anlegungen der Charaktere, die in der kurzweiligen Geschichte für eine besondere Situationskomik sorgen. Der Film macht einfach enormen Spaß!

eastmancolor Offline



Beiträge: 2.382

03.09.2018 07:48
#4 RE: Heisse Katzen (1967) Zitat · antworten

Zitat von Ray im Beitrag #2
Danke für das Vorstellen des mir bis dato unbekannten Films. Hört sich interessant an. Noch dazu perfektes Timing, denn der Streifen ist just bei Koch Media auf DVD/Blu-Ray erschienen.



Kaufen! Einer der besten Eurospy Filme der 60er Jahre.

patrick Offline




Beiträge: 2.954

03.09.2018 07:53
#5 RE: Heisse Katzen (1967) Zitat · antworten

Hab ihn gerade geordert. Der Film scheint eine tolle 60er Atmosphäre mit coolem Soundtrack zu haben. Sylva Koscina fand ich ohnehin immer toll.

Prisma Offline




Beiträge: 7.543

03.09.2018 09:16
#6 RE: Heisse Katzen (1967) Zitat · antworten

Zitat von patrick im Beitrag #5
Sylva Koscina fand ich ohnehin immer toll.

Dann ist das genau der richtige Film. Womöglich eine von Sylva Koscinas schönsten Rollen. Macht wirklich Spaß!

Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 81

04.09.2018 18:34
#7 RE: Heisse Katzen (1967) Zitat · antworten

Heiße Katzen ist wirklich DER Edeltrash-Film der Sechziger. Der lief damals sogar in den DDR-Kinos, und ich war restlos begeistert. Der Bondverschnitt-Darsteller Richard Johnson sieht aus wie Sean Connery (hat sogar seine Synchronstimme), und die beiden Killer-Damen sind allererste Klasse. Elke Sommer als eiskalte Luxusblondine und Silvia Koscina als leicht nymphomane und kleptomanische Helferin sind ein Gespann, das auch noch beim x-ten Mal Gucken Spaß macht. Obwohl ich kein sonderlicher Tarantino-Fan bin, kann ich seine Aussage verstehen, das es einer seiner Lieblingsfilme sei.
Hat natürlich nie den Aufwand einer Bond-Produktion, aber setzt wirklich eigene Akzente. Nicht zuletzt ist die Filmmusik einfach genial.
Also einfach mal Hirn ausschalten, DVD einlegen und Freude haben an einem turbulenten knallbunten Filmbonbon mit Superhelden, Klischeebösewichten (und -innen), Action und riesigen ferngesteuerten Schachfiguren.

Ray Offline



Beiträge: 1.099

04.09.2018 21:45
#8 RE: Heisse Katzen (1967) Zitat · antworten

Zitat von eastmancolor im Beitrag #4
Zitat von Ray im Beitrag #2
Danke für das Vorstellen des mir bis dato unbekannten Films. Hört sich interessant an. Noch dazu perfektes Timing, denn der Streifen ist just bei Koch Media auf DVD/Blu-Ray erschienen.



Kaufen! Einer der besten Eurospy Filme der 60er Jahre.


Bereits geschehen und auch gleich gesichtet...


Heiße Katzen (Deadlier Than The Male (GB 1967)

Regie: Ralph Thomas

Darsteller: Richard Johnson, Nigel Green, Elke Sommer, Sylva Koscina, Suzanna Leigh, Steve Carlson, Laurence Naismith u.a.



Der Versicherungsagent Hugh "Bulldog" Drummond wird auf ein Verbrechersyndikat angesetzt, das nach der ökonomischen Weltherrschaft strebt...

Kamen Eurospy-Produktionen sonst eher aus Italien, Frankreich, Deutschland oder Spanien, handelt es sich bei "Heiße Katzen" hingegen um eine Produktion aus dem Land des großen gemeinsamen Vorbilds James Bond. Hugh Drummond ist zwar "nur" Versicherungsagent, sein Auftrag hat indes ein für seine Berufsgruppe ungewöhnlich hohes Ausmaß und könnte genauso gut auch von einem Agenten aus dem Geheimdienst Ihrer Majestät bewältigt werden. Sein Chef, gespielt von Laurence Naismith, dem ein oder anderen vielleicht als Richter Fulton aus der Serie "Die 2" bekannt, ist ebenfalls an M angelehnt. Seine Sekretärin ist allerdings so attraktiv, dass es ihr anders als Kollegin Moneypenny gelingt, mit dem gut aussehenden Agenten im Bett zu landen. Drummond ist darüber hinaus im Nahkampf ebenfalls bestens ausgebildet. Eine nette Aufbrechung ist die Figur von Drummonds Neffen, die eine Art Sidekick darstellt. Elke Sommer und Sylva Koscina spielen zwei Killerinnen, die auf kreative Art und Weise (explosive Zigarren, wohl aus "Feuerball" entlehnte Harpunen) dem Vorhaben des Syndikats entgegenstehende Männer töten. Meiner Meinung nach hätte man aus den Figuren noch ein wenig mehr herausholen können, als Sommer und Koscina dies tun. Krimi-Freunde dürfen ein wenig miträtseln, wer der Mann im Hintergrund ist, wenn des Rätsels Lösung für geübte Betrachter auch nicht allzu schwierig ist. Anders als viele andere Eurospy-Filme verzichtet der Film weitgehend auf den Versuch, die spektakuläre Action aus den Bond-Filmen zu kopieren und verlegt sich mehr auf Ausstattung und schicke Sets. Das Finale mit den fernsteuerbaren Schachfiguren ist besonders hervorzuheben. Ansonsten gefällt vor allem die selbstironische Herangehensweise, die deutsche Synchronisation hat bisweilen schnodderdeutsche Ansätze. Richard Johnson wird dabei von Connery-Sprecher Gert Günther Hoffmann gesprochen.

Alles in allem ist "Heiße Katzen" eine unterhaltsame Angelegenheit, mir persönlich gefallen "Der Mann mit den tausend Masken", "Schüsse im 3/4-Takt" oder "Geheimnisse in goldenen Nylons" allerdings (noch) besser. Aufgrund des großen Erfolges folgte 1969 die Fortsetzung "Some Girls Do", in der neben Johnson u.a. Daliah Lavi, Robert Morley und Joanna Lumley zu sehen waren. Ist der Film in Deutschland erschienen und vielleicht jemandem hier bekannt?

Großes Lob verdient die Blu-Ray von Nameless, die via Koch Media veröffentlicht wurde. Das Bild ist wirklich gut, dazu gibt es ungewöhnlich viele Extras: Ausgiebige Bildergalerien (über 30 Minuten), Kinotrailer, zwei Set-Berichte, dazu Interviews mit Johnson, Sommer, Green, Koscina u.a. Sehr zu empfehlen.


Unterhaltsamer Eurospy, der vor allem durch seinen präsenten Hauptdarsteller und die humoristische Auflockerung zu punkten weiß. 4 von 5 Punkten.

Havi17 Offline




Beiträge: 3.050

05.09.2018 13:19
#9 RE: Heisse Katzen (1967) Zitat · antworten

Ah jetzt ja, Ralph Thomas, klar. Wenn der Film so gut wie die "Doktor-Filme" ist, dann
kann ich die Rezensionen verstehen

Gruss
Havi17

eastmancolor Offline



Beiträge: 2.382

06.09.2018 08:44
#10 RE: Heisse Katzen (1967) Zitat · antworten

Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #7
Heiße Katzen ist wirklich DER Edeltrash-Film der Sechziger. Der lief damals sogar in den DDR-Kinos, und ich war restlos begeistert. Der Bondverschnitt-Darsteller Richard Johnson sieht aus wie Sean Connery (hat sogar seine Synchronstimme), und die beiden Killer-Damen sind allererste Klasse. Elke Sommer als eiskalte Luxusblondine und Silvia Koscina als leicht nymphomane und kleptomanische Helferin sind ein Gespann, das auch noch beim x-ten Mal Gucken Spaß macht. Obwohl ich kein sonderlicher Tarantino-Fan bin, kann ich seine Aussage verstehen, das es einer seiner Lieblingsfilme sei.
Hat natürlich nie den Aufwand einer Bond-Produktion, aber setzt wirklich eigene Akzente. Nicht zuletzt ist die Filmmusik einfach genial.
Also einfach mal Hirn ausschalten, DVD einlegen und Freude haben an einem turbulenten knallbunten Filmbonbon mit Superhelden, Klischeebösewichten (und -innen), Action und riesigen ferngesteuerten Schachfiguren.



Deine Meinung trifft es auf den Punkt aber warum schiebst Du den Film trotzdem in die "Müll" Ecke?
Schnitt, Kamera, Drehbuch, Musik, Darsteller sind alle top und der Humor sitzt absolut zielsicher. In keinem Moment kann man diesen Film als schlecht gemacht bezeichnen, bzw. in keinem Moment ist die Bezeichnung "Trash" gerechtfertigt.
Wenn positiv gemeint, dann heißt Trash, so schlecht das er schon wieder Spaß macht und bei Heisse Katzen trifft das sicherlich ganz und gar nicht zu,
weil der wirklich perfekt und vom Feinsten ist, in seiner Gattung.

patrick Offline




Beiträge: 2.954

07.09.2018 08:45
#11 RE: Heisse Katzen (1967) Zitat · antworten

Zitat von Ray im Beitrag #8


Alles in allem ist "Heiße Katzen" eine unterhaltsame Angelegenheit, mir persönlich gefallen "Der Mann mit den tausend Masken", "Schüsse im 3/4-Takt" oder "Geheimnisse in goldenen Nylons" allerdings (noch) besser. Aufgrund des großen Erfolges folgte 1969 die Fortsetzung "Some Girls Do", in der neben Johnson u.a. Daliah Lavi, Robert Morley und Joanna Lumley zu sehen waren. Ist der Film in Deutschland erschienen und vielleicht jemandem hier bekannt?




Habe aus UK eine DVD bestellt, wo beide Filme oben sind, um lausige 5,98 €. Wird aber erfahrungsgemäß ein Weilchen dauern, bis sie bei mir eintrudelt. Ich denke aber, dass da keine deutsche Tonspur oben ist.

Ray Offline



Beiträge: 1.099

07.09.2018 22:02
#12 RE: Heisse Katzen (1967) Zitat · antworten

Da hast du sicher kein schlechtes Geschäft gemacht, da übt man sich doch gerne ein wenig in Geduld. Dann berichte bei Gelegenheit mal, vor allem wie dir der zweite Film gefallen hat.

patrick Offline




Beiträge: 2.954

16.09.2018 19:55
#13 RE: Heisse Katzen (1967) Zitat · antworten

Zitat von Giacco im Beitrag #1
Schade nur, dass Elke Sommer hier synchronisiert wird. Jeder, der ihre Stimme kennt (die in der Originalfassung zu hören ist), wird das bedauern.




Dafür spricht sie in der Originalversion selbst. Zumindest klingt's wie ihre Stimme und der deutsche Akzent ist hörbar.

patrick Offline




Beiträge: 2.954

16.09.2018 19:56
#14 RE: Heisse Katzen (1967) Zitat · antworten

....uups, sorry, das hast du ja in Klammer geschrieben.

patrick Offline




Beiträge: 2.954

27.09.2018 19:21
#15 RE: Heisse Katzen (1967) Zitat · antworten

Deadlier Than the Male (Heisse Katzen, 1967)



Regie: Ralph Thomas

Produktion: Betty E.Box, GB 1967

Mit: Richard Johnson, Nigel Green, Elke Sommer, Sylva Koscina, Suzanna Leigh, Steve Carlson, Virginia North, Justine Lord, Leonard Rossiter, Laurence Naismith

Handlung:

Die beiden von der Natur sehr begünstigten Ladies Irma und Penelope gehen einer wahrlich todsicheren Erwerbstätigkeit nach. Sie killen massenweise Wirtschaftsbosse, Aktionäre und Ölmagnate, die ihrem Auftraggeber im Wege stehen, und verhelfen diesem auf seinem Weg zum Super-Reichtum. Allerdings hat das skrupellose Syndikat die Rechnung ohne den gewieften und wehrhaften Versicherungsmann Hugh Drummond gemacht, der sich alsbald an dessen Fersen heftet...

Anmerkungen:


Eurospy-Filme der 60er-Jahre sind gewiss mit Vorsicht zu genießen, hinken doch die allermeisten von ihnen eher schwerfällig dem übergroßen Vorbild James Bond nach, dessen Fußstapfen sie in der Regel nicht ansatzweise auszufüllen vermögen. Auch diesem Streifen ist zweifellos anzusehen, dass er sich in Punkto Budget und Qualität nicht auf dem Niveau des Vaters aller Superspione bewegt. Dennoch hebt der britische Beitrag sich angenehm und sehr erfrischend vom inflationierenden Einheitsbrei der en masse produzierten Dutzendware seiner Zeit ab, der nur in den allerwenigsten Fällen etwas wirklich nachhaltiges zu schaffen vermochte. Die Qualitäten des nicht sonderlich berühmten Richard Johnson (1927-2015) erschöpfen sich nicht bloß in seiner "zufälligen" optischen Änlichkeit mit dem legendären Sean Connery, denn er macht in den Kampf-und Actionszenen eine unglaublich gute Figur und versteht es auch, die Aufmerksamkeit sämtlicher Vertreterinnen der holden Weiblichkeit, die seine Wege kreuzen, sofort auf sich zu ziehen. Passende geistreiche und humorvolle Bonmots schüttelt er genau wie Bond souverän aus dem Ärmel. Auch als Duo mit seinem hormongesteuerten und etwas tölpelhaften Neffen Steve vermag er auf angenehme Weise zu unterhalten.

Die beiden Killer-Ladies Elke Sommer und Sylva Koscina stehen einander als Blickfang mit herausragendem Sex-Appeal in wirklich nichts nach. Als massenmordende schwarze Witwen, deren Hintergrund wohl eine Kombination aus Sadismus und Männerhass beherbergen dürfte, agieren sie genauso kaltblütig wie sarkastisch und geben sich zahlreichen Sticheleien hin. Elke Sommer scheint in der Originalversion ihre eigene Stimme zum Besten zu geben. Zumindest ist ein deutscher Akzent hörbar.

Bei den Gadgets dürften Bond-Enthusiasten ihre helle Freude haben, kommen einem doch Dinge wie die schießenden Zigarren gewiss bekannt vor. Fast müsste man davon ausgehen, dass besagtes "Spielzeug" die 007-Produzenten als geistige Väter hatte, wäre der Film nicht bereits im Februar 1967 erschienen, wogegen das vermeintliche Vorbild "Man lebt nur zweimal" erst im Juni desselben Jahres das Licht der Kinoleinwand erblickte. Durchaus denkbar, dass es sich sogar umgekehrt verhielt und Broccoli und Saltzman hier abgekupfert haben.

Ein großer Pluspunkt dieser bunten Sixties-Perle sind auch die mediterranen Schauplätze und die flotte, schwungvolle und phantasievolle Handlung. Da der Streifen sich selber nicht so ganz ernst nimmt, darf er wohl als sehr gelungene Bond-Persiflage verstanden werden. Last but not Least müssen natürlich auch die schmissigen 60er-Jahre-Klänge der Walker Brothers lobende Erwähnung finden, welche das Filmvergnügen weiter abrunden.

Als bulliger und schnaubender Handlanger des Superbösewichts fungiert übrigens Milton Reid (1917-1987), der dem Klischee "viel Muckis, wenig Hirn" alle Ehre macht. Einige werden ihn vielleicht aus dem Hammer-Film "Captain Clegg" und aus dem Bond-Streifen "Der Spion der mich liebte" kennen. Auch in "Dr.No" hatte er eine, wenn auch verschwindend kleine, Rolle.

Fazit:

Kurzweiliger, farbenprächtiger und sehr "Sixty-ischer" Eurospy, der auf praktisch allen Ebenen eine auffallend gute Figur macht und damit beweist, dass mit etwas Geschick auch in der zweiten Reihe respektable Filmchen möglich waren, die nicht völlig vom Bond-Schatten abgedunkelt wurden. Vermutlich hat hier die britische Herkunft einiges zum Positiven bewirkt. 4 von 5 Punkten.

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