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Dieses Thema hat 7 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker international
Gubanov Offline




Beiträge: 15.450

09.08.2018 22:50
Aktenkoffer und Agenten: Internationale Spionagefilme Zitat · antworten

Aktenkoffer und Agenten: Internationale Spionagefilme

Eng mit dem klassischen Krimi verwandt ist das Spionagegenre, bei dem die normalerweise an Verbrechen beteiligten Privatparteien gegen staatliche bzw. politische Interessen und Protagonisten des Geheimdienstes ausgetauscht werden. Sonst ändert sich meist wenig: Der Ermittler stolpert reihenweise über Leichen, während er hinter einem wichtigen Macguffin oder Geheimnis her ist. Der Schurke bedroht derweil nicht nur die Bewohner eines einsamen Herrenhauses, sondern im besten Fall die ganze Welt – die Globalisierung macht eben auch vor Schurken nicht halt ...

Hier im Forum haben wir einen recht umfangreichen James-Bond-Bereich und auch schon manches über mehr oder weniger billige Eurospy-Produktionen geschrieben, die im Fahrwasser der 007-Filme entstanden sind. Darüber hinaus wurden vor allem in Großbritannien und den USA in den 1960ern und 1970ern auch andere (hochwertige) Agentenkrimis gedreht, in denen es oft um Themen des Kalten Krieges geht. Hier im Thread könnt ihr eure Eindrücke zu diesen Produktionen einstellen und diskutieren.



Bisher besprochen wurden (Liste wird nachträglich ergänzt):

  • Funeral in Berlin (Finale in Berlin, 1966, Guy Hamilton) [1]
  • Ipcress File, The (Ipcress – streng geheim, 1964/65, Sidney J. Furie) [1]

Gubanov Offline




Beiträge: 15.450

09.08.2018 23:00
#2 RE: Aktenkoffer und Agenten: Internationale Spionagefilme Zitat · antworten



Ipcress – streng geheim (The Ipcress File)

Spionagekrimi, GB 1964/65. Regie: Sidney J. Furie. Drehbuch: W.H. Canaway, James Doran (Romanvorlage, 1962: Len Deighton). Mit: Michael Caine (Harry Palmer), Nigel Green (Major Dalby), Guy Doleman (Colonel H.L. Ross), Sue Lloyd (Jean Courtney), Gordon Jackson (Jock Carswell), Aubrey Richards (Dr. Radcliffe), Frank Gatliff (Bluejay), Thomas Baptiste (Barney), Oliver MacGreevy (Housemartin), Freda Bamford (Alice) u.a. Uraufführung (GB): 18. März 1965. Uraufführung (BRD): 2. Juli 1965. Eine Produktion von The Rank Organisation.

Zitat von Ipcress – streng geheim
Britische Wissenschaftler werden von ausländischen Mittelsmännern entführt und einer Gehirnwäsche unterzogen, die sie ihre Forschung vergessen lässt. Der Geheimdienst zieht einen fähigen jungen Agenten namens Harry Palmer aus seiner bisherigen Stellung ab und setzt ihn unter Major Dalby auf den Fall an. Palmer spürt nicht nur den verloren gegangenen Dr. Radcliffe wieder auf, sondern auch ein Tonband mit der Aufschrift Ipcress. Was hat diese Abkürzung zu bedeuten? Ein Meisterverbrecher, der unter dem Decknamen „Bluejay“ firmiert, scheint alle Fäden des Geheimnisses in der Hand zu halten. Und er hat es auf Palmer abgesehen ...


Um weiter am internationalen Markt und vor allem im Vergleich mit Hollywood’schen Promiproduktionen mithalten zu können, verlegte sich das britische Kino in den 1960er Jahren zunehmend auf ambitionierte Großfilme, die um einige Nummern spektakulärer ausfielen als vergleichbare A lister des vorangehenden Jahrzehnts. Dafür bot sich nicht zuletzt das Spionage-Genre an, das mit dem mittlerweile sicheren Abstand zum Zweiten Weltkrieg sowie mit aufregenden Geschichten des Kalten Krieges „vor der Haustür“ zunehmend an Popularität gewann und spätestens seit 1962 für Erfolge garantierte, als Agent 007 James Bond zum ersten Mal im Auftrag ihrer Majestät unterwegs war. Mit bemerkenswertem Aufwand ging man daher auch die Umsetzung des Len-Deighton-Romans „The Ipcress File“ an, der im Startjahr der Bond-Reihe die Inselbewohner im Sturm ergriffen hatte. Für den Film nannte man den namenlosen Agent des Romans Harry Palmer und gab ihm mit Michael Caine ein unverkrampftes Gesicht, das ganz anders ausfiel als das des etwas öligen Gigolo Bond. Palmer ist kein Schwiegermuttertyp, sondern lässt immer wieder subversive Bemerkungen fallen, die sein trocken sarkastisches Wesen unterstreichen. Zwar ebenso wie Bond (dem Wunschdenken nach) ein Frauentyp, sucht Palmer mangels privater Beziehung seine Ersatzbefriedigung in seiner Leidenschaft fürs Kochen; in seiner Küche ist er der Chef, während er sonst – sowohl vor seinen Vorgesetzten als auch seinen Gegnern – den sympathischen Prügelknaben mit Tendenz zum desillusionierten Anti-Helden gibt.

„Ipcress – streng geheim“ startet mit einer herrlich mysteriösen Entführungsszene am Bahnhof, die viel verspricht. Versprechungen, die letztlich nur teilweise eingehalten werden. Zwar präsentiert der Film Harry Palmers Alleingänge in griffigen, perfekt choreografierten und oft sehr atmosphärischen Szenen (in der Bibliothek des wissenschaftlichen Museums, am Musikpavillon im Park, in einer Tiefgarage oder alten Fabrikhalle); gleichwohl macht er inhaltlich selbst für sein Genre stellenweise einen weit hergeholten bzw. übermäßig simplen Eindruck. So wird der für die Entführung verantwortliche „Bluejay“ binnen Minuten überführt und in London aufgespürt und auch das reizvolle Rätsel um den Begriff Ipcress wird eher halbherzig und im Vorbeigehen gelöst. Dafür verwendet der Film einen übergroßen Anteil seiner stattlichen Spielzeit darauf, seine hohen Produktionswerte zu demonstrieren oder in Bezug auf alle anderen Charaktere als Palmer möglichst geheimnisvoll und doppeldeutig zu tun. Das stärkt einerseits die Identifikation mit Michael Caine, doch andererseits kappt es auch bitter benötigte Zeit von der finalen Zuspitzung im „albanischen Folterkerker“ ab und macht die Überraschung, wer mit „Bluejay“ im Bunde ist, einigermaßen willkürlich.

Gewissen inhaltlichen Schwächen und Längen zum Trotz macht „Ipcress – streng geheim“ dennoch großen Spaß, weil die Professionalität und der bis heute moderne Look des Films eine kaum zu ignorierende Rolle spielen. Der junge Regisseur Sidney J. Furie und sein erfahrener Kameramann Otto Heller versuchen mit ungewohnten Kameraeinstellungen unter voller Ausnutzung des Scope-Bildformats, sich offensiv von den altgewohnten Kinotraditionen abzugrenzen und durch geschickte Zerr- und Lichteffekte der gedeckten Herbst-Winter-Farbpalette unvorhergesehene Momente zu entlocken. Klassisch ließ man es dagegen bei der Besetzung angehen und wagte keine Experimente. Nigel Green, Guy Doleman und Frank Gatliff zeigen ihre undurchsichtigen, teilweise angsteinflößenden Qualitäten; in Kleinrollen überzeugen Gordon Jackson als Palmers Kumpel, Thomas Baptiste als pfeiferauchender Ami-Agent und Aubrey Richards als Physiker, dem man übel mitspielt. Sue Lloyds wenig interessanten und kaum präsenten Love Interest hätte es allerdings nicht gebraucht; ihr gelegentliches Auftauchen ist den üblichen Genrekonventionen geschuldet.

Etwas arg spekulativer Stoff im eleganten Gewand. Man freut sich mit Michael Caine über Fortschritte und durchleidet Rückschläge – sein Harry Palmer ist ein zwangloser James-Bond-Gegenentwurf mit dunkler Vergangenheit und Durchsetzungsvermögen. Sonst werden von „Ipcress“, dem ein fantastischer Ruf vorauseilt, hauptsächlich optische Meriten hängenbleiben. 3,5 von 5 Punkten.

Ray Offline



Beiträge: 1.031

10.08.2018 19:55
#3 RE: Aktenkoffer und Agenten: Internationale Spionagefilme Zitat · antworten

Schöne Idee, einen derartigen Thread zu eröffnen, da gibt es sicher reichlich Material. Habe "Ipcress - streng geheim" anlässlich der Arte-Ausstrahlung auch gesehen und bin für mich zu einem ähnlichen Resümee gekommen wie du, hätte aber insgesamt einen halben Punkt mehr gegeben. Atmosphärisch und kameratechnisch war das schon stark. Wäre schön, wenn die anderen Harry Palmer-Filme demnächst auch mal wieder ausgestrahlt werden würden.

Giacco Offline



Beiträge: 1.607

11.08.2018 16:36
#4 RE: Aktenkoffer und Agenten: Internationale Spionagefilme Zitat · antworten

"Ipcress" war einer von drei britischen Wettbewerbsfilmen beim Festival in Cannes 1965.
Der bekannte Filmkritiker/Filmhistoriker Edmund Luft schrieb damals:

"Nach einem Roman von Len Deighton hat Sidney J. Furie diesen spannenden Spionage-Knüller nach besten Rezepten englischer Krimi-Zubereitung inszeniert. Neben trockenen witzigen Dialogen und effektvollen szenischen Wendungen vermerkt man mit Vergnügen einige besondere optische Einfälle, etwa die Unschärfe des Bildes, sobald die Hauptfigur die Hornbrille absetzt oder die auf das Opfer einstürzenden farbigen Wände im Gruselzentrum der Gehirnwaschmaschine. Michael Caine spielt den Helden wider Willen kühl, glatt und mitunter fast unbeteiligt, so dass ein interessanter Kontrast zur Aktion besteht. Sue Lloyd ist ihm eine freundlich-liebreiche Spionage-Partnerin, die anderen Mitwirkenden, vor allem Nigel Green und Guy Doleman, geben vorzügliche britische Geheimdienst-Originale. - Ein Krimi mit besten Geschäftschancen."

Spanien: 1.019.595 Besucher
Frankreich: 941.633 Besucher
Italien: Platz 55 der 100 erfolgreichsten Filme der Saison
Film-Echo-Note: 3,9 (37 Meldungen) / Unter Einbeziehung der guten bis sehr guten Startnoten: 3,7 (42)

Gubanov Offline




Beiträge: 15.450

14.08.2018 18:45
#5 RE: Aktenkoffer und Agenten: Internationale Spionagefilme Zitat · antworten

@Ray: Ich hatte auch zwischen 3,5 und 4 Punkten geschwankt, aber die Abstriche beim Inhalt als wichtigstem Punkt auf meiner Checkliste gaben dann letztlich doch den Ausschlag zur niedrigeren Wertung. Und letztlich habe ich auch gut daran getan: Der Harry-Palmer-Nachfolger "Finale in Berlin" hat mir nämlich nochmal wesentlich besser gefallen.

@Giacco: Danke für die interessanten Einblicke und Zahlen. Vielleicht hast du die auch zu "Finale in Berlin"?



Finale in Berlin (Funeral in Berlin)

Spionagekrimi, GB 1966. Regie: Guy Hamilton. Drehbuch: Evan Jones (Romanvorlage, 1964: Len Deighton). Mit: Michael Caine (Harry Palmer), Paul Hubschmid (Johnny Vulkan), Oskar Homolka (Colonel Stok), Eva Renzi (Samantha Steel), Guy Doleman (Ross), Hugh Burden (Hallam), Heinz Schubert (Aaron Levine), Wolfgang Völz (Werner), Thomas Holtzmann (Reinhardt), Günter Meissner (Kreutzman) u.a. Uraufführung (GB): 23. Februar 1967. Uraufführung (BRD): 17. März 1967. Eine Produktion von Lowndes Productions für Paramount British Pictures.

Zitat von Finale in Berlin
Als Vermittler wird Harry Palmer nach Berlin geschickt. Der ranghohe russische Oberst Stok, der als Strippenzieher des Mauerbaus gilt, will nun selbst in den Westen überlaufen, steht aber unter staatlicher Aufsicht, weshalb sich das Unterfangen als einigermaßen schwierig herausstellt. Bei seinen Versuchen, erst einmal abzuklopfen, wie ernst der bekennende Kommunist seinen Umsiedlungswunsch wirklich nimmt, wird Palmer von der reizenden Samantha Steel abgelenkt, die sich ebenfalls als Agentin entpuppt. Welche Gefahr droht Palmer und wie wird es ihm gelingen, Stok in den Westen zu bringen? Er bedient sich der Ratschläge seines alten Kumpanen Johnny Vulkan und des professionellen Fluchthelfers Kreutzman und erlebt dabei so manche Überraschung ...


Obwohl „Ipcress – streng geheim“ als großer Erfolg galt, trennte sich Produzent Harry Saltzman vom angeblich schwierigen Regisseur Sidney J. Furie und griff auf den „Goldfinger“-erfahrenen Guy Hamilton zurück. Fans finden oft „Ipcress“ besser gelungen (weil düsterer und künstlerisch anspruchsvoller) als „Finale“, doch wer beide Filme auf eine stringente und spannende Handlung hin abklopft, wird in „Finale in Berlin“ eine handfestere Ausbeute vorfinden. Hamilton verschwenkt die Action schnell vom britischen Unkrautgarten des Colonel Ross zum sauber geharkten, minentellergespickten Todesstreifen der Berliner Mauer und siedelt vor dieser Kulisse ein raffiniert eingefädeltes Agentenspiel an, bei dem man sich über Motive der Hauptfiguren und die das Publikum in der aktuellen oder nächsten Szene erwartenden Knalleffekte nie sicher sein kann. Wie viele doppelte Böden haben die Aussagen des gehässigen Oberst Stok? Ist Samantha Steel wirklich so unschuldig wie ihre immens starke Indizienbelastung vermuten lässt? Welche Tricks hat Kreutzman in den Fluchtplan eingearbeitet? Oder sind es etwa andere Interessenten, die hier ein Ass aus dem Ärmel ziehen wollen? Und immer schwingen die Gewalt eines damals zeitaktuellen diktatorischen Regimes sowie Andeutungen auf die düstere deutsche Vergangenheit im Hintergrund mit – da kommt einiges an Beklommenheit herüber ...

Michael Caine hat die Rolle des Harry Palmer mittlerweile völlig verinnerlicht. Er wirkt als widerspenstiger, aber williger Mitarbeiter des Geheimdienstes so kaltschnäuzig und keck, dass man ihm mittlerweile die Bewältigung schwierigster Zwickmühlen zutraut. Auch bildet er mit Eva Renzi ein ausgesprochen attraktives Paar, obwohl die gebürtige Berlinerin nur ein Last-Minute-Ersatz für die krankheitsbedingt ausgefallene Anjanette Comer war. Die Rollenverteilung zwischen dem Helden und seiner „Kontrahentin“ ist diesmal merklich ausgewogener als in „Ipcress“, wobei auch Renzi letztlich nur in der zweiten Reihe operiert und die Aufmerksamkeit nach wie vor hauptsächlich auf den männlichen Drahtziehern der Berlin-Verwicklungen ruht. Für diese verpflichtete man ebenfalls hauptsächlich deutschsprachige Schauspieler, unter ihnen z.B. Günter Meisner als verschlagener Menschenschmuggler Kreutzman, Thomas Holtzmann als aufgeregter Polizist, der sich an Harry Palmers zurückliegende Berliner Schwarzmarktgeschäfte erinnert, und Paul Hubschmid als Johnny Vulkan, eine zweischneidige Figur von zentraler Bedeutung.

Ebenso wie man mit dieser Besetzung die Authentizität zu betonen versuchte, spricht auch aus den Außenaufnahmen in Berlin großer Aufwand. Die Mauer wird mehrfach im Original gezeigt; zudem gibt es eine nachgestellte Fluchtszene an einem gedoubelten Abschnitt. In einer Szene überquert Michael Caine den echten Checkpoint Charlie – ein Moment, der dem Zuschauer (mit dem Wissen, dass Caine eine Filmcrew im Rücken hatte) Schauer den Rücken herunterlaufen lässt. Schmückend und attraktiv werden die städtebauerischen Errungenschaften des Westens ins Licht gerückt, wobei vor allem die Verlockungen des Konsums ständig im Fokus sind (Mercedessterne, wohin das Auge blickt, einschließlich des drehbaren Modells auf dem Dach des im Jahr zuvor eingeweihten Europa-Centers). Im filmischen Osten dominieren dagegen Ruinen und Brachflächen das Bild; nicht zuletzt in diesem Kontrast wird ganz klar, dass Spionagethemen auch bei den Alliierten im Kalten Krieg nicht nur unterhaltsame Mode, sondern auch ein gutes Stück Indoktrination waren.

Logischer und atemloser, aber vielleicht inszenatorisch etwas glattgebügelt wird dem Zuschauer eine veritable Schauergeschichte aus der geteilten Stadt nahegebracht. Welcher andere Schauplatz würde sich besser für ein Agentendrama mit Nervenkitzel anbieten als West-Berlin, die berüchtigte „Insel im roten Meer“? Schauspielerisch stark und mit vielen kleinen Seitensträngen, um auch Kenner gespannt bei der Stange zu halten. 4,5 von 5 Punkten.

Giacco Offline



Beiträge: 1.607

15.08.2018 13:20
#6 RE: Aktenkoffer und Agenten: Internationale Spionagefilme Zitat · antworten

Ein Auszug aus der Film-Echo-Kritik:

"Guy Hamilton inszenierte die Geschichte des sachlichen Helden perfekt bis ins Detail. Er vermeidet in der ersten Hälfte, in der nicht allzuviel geschieht, Längen und in der zweiten Hälfte, dem Kapitel der Verwicklungen und Leichen, auch den Hauch von Peinlichkeit. Berlin, die geteilte Stadt, liefert eine pittoreske Staffage. Die Mauer ist zwar handlungsnotwendiges Requisit, aber gerade bei der Einbeziehung dieser traurigen Attraktion wahrt Hamilton taktvoll Distanz.
Neben Michael Caine, dem brillanten ehrbaren Engländer, sehen wir Oscar Homolka komödiantisch als russischen Oberst, der augenzwinkernd den Westen blufft. Thomas Holtzmann prägnant als Kripochef, den "Wilden Reiter" Herbert Fux rasiert als Mauergauner und -last not least - Eva Renzi und Paul Hubschmid, ein Paar, das dem Film zumindest in Deutschland zu einer zusätzlichen Publicity verhilft."


Es kursieren übrigens unterschiedliche Gerüchte zum Thema, ob Anjanette Comer wirklich krankheitsbedingt ausfiel. Das Film-Echo meldete im Mai 1966: "Eva Renzi wurde überraschend von Harry Saltzman für die Hauptrolle von "Finale in Berlin" verpflichtet. Die ursprüngliche Hauptdarstellerin Anjanette Comer wurde aus ihrem Vertrag entlassen."
Fakt ist, dass Paul Hubschmid dem Produzenten Eva Renzi vorgestellt hatte und dass Saltzman von ihr sehr beeindruckt war. Er bot ihr auch die Rolle der "Helga Brandt" im Bond-Film "Man lebt nur zweimal" an, die sie aber ablehnte.

"Finale in Berlin"
Spanien: 1.092.241 Besucher
Frankreich: 688.063 Besucher
Italien: Platz 85 der 100 erfolgreichsten Filme der Saison.
Film-Echo-Note: 4,3 (18) - Note in den Großstädten: 3,6 / in den Klein u.Mittelstädten: 5,7

Count Villain Offline



Beiträge: 3.920

15.08.2018 16:16
#7 RE: Aktenkoffer und Agenten: Internationale Spionagefilme Zitat · antworten

Zitat von Giacco im Beitrag #6
Fakt ist, dass Paul Hubschmid dem Produzenten Eva Renzi vorgestellt hatte und dass Saltzman von ihr sehr beeindruckt war. Er bot ihr auch die Rolle der "Helga Brandt" im Bond-Film "Man lebt nur zweimal" an, die sie aber ablehnte.


Zum Glück für unsere Miss Krimi muss man da wohl sagen.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.450

16.08.2018 19:52
#8 RE: Aktenkoffer und Agenten: Internationale Spionagefilme Zitat · antworten

Danke für die spannenden Hintergründe. Die Info mit Anjanette Comer hatte ich von TCM. Die sind für gewöhnlich ziemlich vertrauenswürdig und gut recherchiert.

Zitat von Giacco im Beitrag #6
Es kursieren übrigens unterschiedliche Gerüchte zum Thema, ob Anjanette Comer wirklich krankheitsbedingt ausfiel. [...] Fakt ist, dass Paul Hubschmid dem Produzenten Eva Renzi vorgestellt hatte und dass Saltzman von ihr sehr beeindruckt war.

Das eine widerspricht auch in keinster Weise dem anderen. Schließlich muss Renzi ja auch irgendwie ihren Job als Ersatzbesetzung aus einem vermutlich großen Darstellerpool heraus bekommen haben. Im Gegensatz zu den diversen Rollen für "Einheimische" hätte die weibliche Hauptrolle ja nicht einmal unbedingt an eine Deutsche gehen müssen.

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