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Dieses Thema hat 19 Antworten
und wurde 1.195 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker international
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Giacco Offline



Beiträge: 1.904

21.11.2018 11:31
#16 RE: Aktenkoffer und Agenten: Internationale Spionagefilme Zitat · Antworten

Zitat von Georg im Beitrag #15
Hatte ihn tatsächlich im Archiv als alte Aufnahme (mit deutschem Vorspann) und eben gesehen.

Dein Archiv ist bestimmt eine richtige Fundgrube.

Giacco Offline



Beiträge: 1.904

26.11.2018 14:44
#17 RE: Aktenkoffer und Agenten: Internationale Spionagefilme Zitat · Antworten

... und Scotland Yard schweigt (The Man Outside)

Großbritannien 1967 - Regie: Samuel Gallu - Deutsche Erstauff.: 25.8.1967 - FSK 16 - V: Constantin
Darsteller: Van Heflin, Paul Maxwell, Heidelinde Weis, Pinkas Braun, Peter Vaughn, Charles Gray, Ronnie Barker, Linda Marlowe



Machek, einer der wichtigsten Männer des sowjetischen Geheimdienstes, hat sich in den Westen abgesetzt und hält sich in London versteckt. Dem ehemaligen CIA-Agenten Bill McLean, der nach 20 Dienstjahren entlassen wurde, gelingt es, seinen Aufenthaltsort ausfindig zu machen. Auf eigene Faust versucht er, Machek vor dem Zugriff des russischen Chefagenten Volkov und dessen Leuten zu schützen. Doch dann gerät er selbst, zusammen mit einer Frau, die ihm etwas bedeutet, in die Hände der Gegner. Deren Angebot lautet: Die Frau gegen Machek.

Der handwerklich sauber und im klassischen Stil inszenierte Film hat zwar eine spannungsreiche Story zu bieten, dürfte aber 1967 die Erwartungen des überwiegend jungen Publikums nicht erfüllt oder das Interesse erst gar nicht geweckt haben. Schließlich liefen ähnliche Filme auch schon damals oft genug im Fernsehen. Mit Heidelinde Weis und Pinkas Braun sind hier zwei populäre deutsche Darsteller dabei. Allerdings haben sich beide nicht selbst synchronisiert. Während Pinkas Braun als Überläufer Machek eine interessante Figur verkörpert, bietet die Rolle von Heidelinde Weis - die hier erstmals in einer internationalen Produktion mitwirkt - der Schauspielerin kaum Chancen, sich sonderlich zu profilieren. In den USA und Großbritannien kam der Film erst 1968 in die Kinos.

"Der Film steht ganz in der Tradition bester englisch-amerikanischer Kriminalfilmschule. Van Heflin ist die ideale Besetzung der Titelrolle. Das ist nicht der Typ des cleveren Karate-Burschen und Supercasanovas. Heflin gibt dem alternden Agenten die glaubhafte Härte des Geheimdienst-Routiniers und lässt zugleich die Enttäuschung und Müdigkeit eines gedemütigten Angestellten durchscheinen. Er hüllt diesen Bill McLean, den er darzustellen hat, in einen Schleier der Melancholie. Neben ihm, hinreißend jung, Heidelinde Weis. Ringsum gut geführte Darsteller. Prägnant: Pinkas Braun als von seinen Landsleuten gejagter Russe." (Film-Echo)
Film-Echo-Note: 5,0 (13 Meldungen). Unter Einbeziehung der 5 Start-Meldungen: 4,7 (18)

"Niveauvoller Agentenfilm, der dank unaufdringlicher Regie und guten Schauspielern spannende Unterhaltung bietet." (filmdienst)

"Im Kugelhagel west-östlicher Geheimdienst-Salven" (Filmplakat)

Synchronsprecher:
Van Heflin ........ Arnold Marquis
Heidelinde Weis ... Ursula Herwig
Pinkas Braun ...... Gerd Martienzen

Giacco Offline



Beiträge: 1.904

17.12.2018 14:02
#18 RE: Aktenkoffer und Agenten: Internationale Spionagefilme Zitat · Antworten

Die Haut des anderen (Avec La Peau Des Autres)

Eine Produktion der Montfort (Paris), Fida (Rom) in Zusammenarbeit mit Arca (Berlin).
Frankreich/Italien (1966) - R: Jacques Deray - DE: 14.10.1966 - FSK 16 - Verleih: Team
Darsteller: Lino Ventura, Jean Bouise, Wolfgang Preiss, Marilu Tolo, Adrian Hoven, Jean Servais, Charles Regnier, Reinhard Kolldehoff, Albert Rueprecht, Raoul Retzer



Der französische Geheimagent Andral wird nach Wien geschickt, denn man vermutet, dass sein dort untergetauchter Berufskollege Margeri die Gegenseite mit Informationen beliefert. Für Andral ist es mehr als ein Routineauftrag, da Mageri ein guter Freund von ihm ist. Brisant ist die Angelegenheit auch deshalb, weil Margeri im Besitz eines Mikrofilms ist, hinter dem auch ein gewisser Chalieff her ist, der für den Osten arbeitet.



Jacques Deray, der später so erfolgreiche Filme wie "Borsalino" oder "Killer stellen sich nicht vor" drehte, inszenierte diese unterkühlte, typisch französische Spionagestory trocken und schnörkellos. Die Handlung spielt in Wien und es gibt jede Menge von der Stadt zu sehen, wobei auf die üblichen Postkartenansichten eher verzichtet wurde. Lino Ventura ist genau der richtige Typ für die Rolle des abgebrühten, überwiegend emotionslosen Helden. Von den deutschen Darstellern sind lediglich Wolfgang Preiss und Adrian Hoven in größeren Rollen zu sehen: Preiss als Oberschurke Chalieff und Hoven als Gastronom mit gewissen Kontakten, der Andral bei seiner Mission unterstützt, was ihm allerdings nicht gut bekommt. Marilu Tolo als Anna, die Margeri nahesteht, wird von Chalieff entführt und als Druckmittel benutzt.

"Weitgehend spannendes Spionage-Abenteuer, das in seiner nüchternen, atmosphärisch dichten Gestaltung größtenteils die Klischees der Gattung zu vermeiden versteht. Bedenklich in seiner Sympathie für den menschenverachtenden, skrupellos mordenden Helden" (Filmdienst)

"Die wohl ursprüngliche Absicht dieses knallharten Reißers, das eiskalte Spionagegeschäft einfach und sachlich darzustellen, kam zwar streckenweise zum Durchbruch; jedoch konnte Regisseur Jacques Deray die Schwarz-Weiss-Zeichnung seiner beiden Hauptfiguren letztlich nicht verhindern." (Film-Echo)

Es liegt keine Film-Echo-Note vor, da weniger als 10 Meldungen eingingen.
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DanielL Offline




Beiträge: 3.841

03.05.2020 18:55
#19 RE: Aktenkoffer und Agenten: Internationale Spionagefilme Zitat · Antworten

IPCRESS - STRENG GEHEIM (1965)

Mit The Ipcress File initiierte Bond-Producer Harry Saltzman nach vier erfolgreichen James-Bond-Verfilmungen auch den idealen Gegenentwurf zu den illustren 007-Abenteuern. Grundlage war der gleichnamige Roman von Len Deighton, der bereits ein kommerzieller Erfolg war. Saltzman engagierte Regisseur Sidney J. Furie und bediente sich darüber hinaus dreifach bei der bewährten 007-Crew: Cutter Peter Hunt, Komponist John Barry und Produktionsdesigner Ken Adam, der hier Abstand nimmt von prachtvollen Luxussuiten und futuristischen Schurken-Tempeln. Harry Palmer, ein Agent mit nicht ganz astreiner Vergangenheit, gehört der Londoner Arbeiterklasse an und wohnt in einem durchschnittlichen Apartment. Sein Büro ist schnörkellos und die Schlupfwinkel seiner Gegenspieler sind ungeschönte Fabrikanlagen. Furie und sein Kameramann Otto Heller fangen überhaupt ein griesgrämig-mattes britisches Königreich ein, dessen Agenten nicht nur der Lebensgefahr, sondern auch der Bürokratie und den Konflikten unterschiedlicher Behörden ausgesetzt sind. Die Kameraperspektiven kommen einem nicht selten so vor, als hätte der Secret Service selbst Regie geführt: Extreme Untersichten wechseln sich mit Vogelperspektiven durch den Lampenschirm ab, oder es wird durch die ein Spalt breit geöffnete Tür fotografiert. John Barry gelang es, sein Agentenfilmrepertoire mit einem hierzu perfekt passenden Soundtrack noch einmal völlig neu zu erfinden.

Michael Caine spielt Harry Palmer mit einer faszierenden Mischung aus Gleichgültigkeit und subversiver Ironie. Es wird kolpotiert, es sei der erste Film, in dem ein männlicher Held den ganzen Film lang eine Hornbrille trägt. Für Caine jedenfalls bedeutete die Rolle den Durchbruch. Großen Spaß macht auch Nigel Green als Major Dalby, der hinter seiner betonten Strenge kaum eine gewisse Begeisterung für den un­or­tho­doxen Palmer verstecken kann. Die Story um die Entführung eines Wissenschaftlers und dessen Manipulation durch hypnotische Gehirnwäsche ist letztlich absolut konventionell, die Atmosphäre bleibt dagegen stets besonders. Der Film verzichtet nahezu vollständig auf Actionszenen und zieht seine Spannung vollständig aus dem desillusionierten Pflichtspiel aus Verrat, Täuschung und Verschwörung. Naturgemäß geht es so mit weniger Tempo zu, als kaltschnäuziger Agentenfilm gilt für den ersten von drei Harry-Palmer-Kinofilmen mit Michael Caine allerdings zu Recht das Prädikat "Genre-Meilenstein". 4,5/5.

Gruß,
Daniel

Ray Offline



Beiträge: 1.492

09.05.2020 17:25
#20 RE: Aktenkoffer und Agenten: Internationale Spionagefilme Zitat · Antworten

Ich habe den Film vor ein paar Wochen auch nochmal gesehen und er hat mir noch etwas besser gefallen als bei der Arte-Ausstrahlung damals. Ich finde auch, dass der britische Humor sehr schön durchscheint, z.B. in der Szene mit Palmer und seinem Vorgesetzten im Supermarkt. Die Inszenierung ist ebenfalls sehr hochwertig. "Ipcress" ist übrigens Anfang des Jahres bei Koch auf Blu-Ray erschienen. Obwohl wegen Mediabook-Veröffentlichung nicht günstig, kann das Set wirklich empfohlen werden. Die Bildqualität ist top, dazu gibt es mehrere Stunden an Extras, u.a. Interviews mit Caine und Ken Adam und eine aktuelle Doku von Caine in Spielfilmlänge über die 1960er und wie er sie erlebt hat. Zum Start gab es die Edition bei jpc für unter 20€, aktuell ist sie etwas teurer.

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