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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 429 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker national
Ray Offline



Beiträge: 1.279

11.07.2018 19:33
Das Millionending (1966, TV) Zitat · Antworten

Das Millionending (BRD 1966)

Regie: Helmuth Ashley

Darsteller: Helmut Wildt, Horst Bollmann, Willi Rose, Gerhard Haltig, Ewald Wenck, Walo Lüönd, Walter Jokisch, Friedrich Georg Beckhaus, Horst Keitel, Hans Jürgen Janza u.a.



Auf den Spuren des erfolgreichen und star-gespickten TV-Mehrteilers "Die Gentlemen bitten zur Kasse" bewegt sich dieser Ende 1966 im ZDF ausgestrahlte und anno 1951 spielende Zweiteiler um eine Gruppe von Ganoven, die es auf im Tresorraum der Reichsbahnverwaltung in Ostberlin lagerndes Geld aus Westdeutschland abgesehen haben, das die Ostberliner Reichsbahnverwaltung in den westlichen Sektoren der Stadt eingenommen hat.

Helmuth Ashley, Musik von Martin Böttcher, Drehbuch vom Autoren-Ehepaar Maria Matray und Answald Krüger ("Hotel Royal", "Sonderdezernat K1") - nicht die schlechtesten Vorzeichen für einen Kriminalfilm. Gerade derartige Heist-Movies leben freilich entscheidend von der Besetzung, weil es ihnen gelingen muss, dass der Zuschauer mit den Dieben fiebert. Diesbezüglich muss man konstatieren, dass der Cast sich zwar in der Breite durchaus sehen lassen kann, an seiner Spitze aber 1-2 "Schwergewichte" fehlen. Helmut Wildt hat in "Schwarzer Kies" unter der Regie Helmut Käutners bewiesen, dass er einen Film als Hauptdarsteller tragen kann und macht auch hier eine gute Figur. Horst Bollmann als ehemals angehender Jurist und Willi Rose machen hingegen nicht die beste Figur und ein Walter Jokisch ist eben kein Siegfried Lowitz. Berlin-Fans kommen auf ihre Kosten, wird doch mit (Archiv-)Bildern der Bundeshauptstadt nicht gegeizt. Der Score Martin Böttchers ist auf gewohnt gutem Niveau und lässt seinen typischen Sound erkennen, wird aber gerade im ersten Teil zu wenig eingesetzt. Buch und Regie sind nicht frei von Längen. Alles in allem solide Krimi-Unerhaltung, die aber nicht unbedingt zu weiteren Sichtungen in näherer Zukunft einlädt.

Das Bild der Pidax-DVD ist gut.


Die zur Kasse bittenden Gentlemen erweisen sich als in jeder Hinsicht zu hohe Hürde, vor allem der Cast kann nur in der Breite überzeugen, lässt an seiner Spitze aber Akteure vermissen, die einen Mehrteiler tragen können. 3 von 5 Punkten.

Georg Offline




Beiträge: 3.040

12.07.2018 08:41
#2 RE: Das Millionending (1966, TV) Zitat · Antworten

Gerade die vorzüglichen Bollmann, Rose und Jokisch sind für mich ein Grund, diesen Mehrteiler zu sehen. Ich fand den Film übrigens beim ersten Mal Sichten vor 15 Jahren auch weniger spannend, als bei der Neusichtung vor zwei Jahren.

Jan Offline




Beiträge: 1.422

12.07.2018 22:32
#3 RE: Das Millionending (1966, TV) Zitat · Antworten

Ich war angesichts der Besetzung zunächst auch skeptisch, dann aber letztlich doch sehr angetan. Sicher, die großen Leinwandhelden findet man hier nicht. Das hat sich für mich aber nicht negativ ausgewirkt. Gerade Horst Bollmann ist so drollig und knuffig, Helmut Wildt so smart und hart, dass diese Mischung sehr überzeugen kann. Helmut Wildt gehört für mich ohnehin zu den unterschätzten Darstellern. Aus der echten Heldenrolle ist er vielleicht auch aufgrund seiner kräftigen und weniger jugendlich-sportlichen Erscheinung etwas herausgefallen. Als Gangsterboss allerdings ist er hier durchaus in der Lage, den Mehrteiler zu tragen.

Der Vergleich zu den "Gentleman" ist für das "Millionending" auch deswegen schwer, weil das Gespann um Horst Tappert und Günther Neutze schon alleine wegen des sagenumwobenen echten Raubüberfalls einen gewissen Kultcharakter genießt, der bis heute ungebrochen anhält. Tappert war zeitlebens nicht nur Derrick, sondern auch der Posträuber. Die Vorlage zum "Millionending" ist da schon eine Nummer kleiner, kann keine um die Welt gejagten echten Gauner vorweisen und ist daher aus dem Bewusstsein völlig verschwunden. Inszenatorisch indes kann ich dem "Millionending" im Vergleich durchaus ein höheres Spannungspotential zubilligen, währenddessen die "Gentleman" in ihrem beinahe dokumentarischen Charakter zwar auch ungemein reizvoll sind, jedoch auch nüchterner und in den Charakteren weniger ausgefeilt daherkommen.

Insofern ist das "Millionending" kein Abklatsch der "Gentleman", sondern eine durchaus eigenständige Bereicherung auf dem Sektor der deutschen Heist-Movies. Ich werde da alsbald sicher wieder einen Blick riskieren.

Zitat von Ray im Beitrag #1
Berlin-Fans kommen auf ihre Kosten, wird doch mit (Archiv-)Bildern der Bundeshauptstadt nicht gegeizt.

Das ist ganz bestimmt auch ein besonderer Punkt, denn "Das Millionending" gehört zu den ausgewiesenen Berlin-Filmen. Wie kommst Du aber auf die Archivbilder? Eher fand ich, dass Helmuth Ashley allzu leichtfertig im Jahr 1966 gefilmt und nicht sonderlich viel wert darauf gelegt hat, den aktuellen Zeitgeist in Ausstattung und Bild zu eleminieren. Ich meine sogar, bei einigen Szenen zwischen den beiden Kriminalkommissaren die Mauer im Hintergrund gesehen zu haben.

Gruß
Jan

Ray Offline



Beiträge: 1.279

14.07.2018 20:47
#4 RE: Das Millionending (1966, TV) Zitat · Antworten

Zitat von Jan im Beitrag #3
Wie kommst Du aber auf die Archivbilder? Eher fand ich, dass Helmuth Ashley allzu leichtfertig im Jahr 1966 gefilmt und nicht sonderlich viel wert darauf gelegt hat, den aktuellen Zeitgeist in Ausstattung und Bild zu eleminieren.

Mit (Archiv-)bildern wollte ich nur jene von der Miltärparade einschließen, ansonsten hatte ich denselben Eindruck wie du.

Gubanov Offline




Beiträge: 16.065

25.12.2018 21:00
#5 RE: Das Millionending (1966, TV) Zitat · Antworten



Das Millionending (Teil 1)

Teil 1 des TV-Kriminalmehrteilers, BRD 1966. Regie: Helmuth Ashley. Drehbuch: Maria Matray, Answald Krüger (Vorlage: Henry Kolarz). Mit: Helmut Wildt (Brehmer), Gerhard Hartig (Kolschewski), Horst Niendorf (Steinbach), Walo Lüönd (Gellert), Ewald Wenck (Stramka), Peter Schiff (Klett), Horst Bollmann (Possel), Willi Rosen (Rosenow), Walter Jokisch (Kriminalrat Köppke), Paul Esser (Kriminaloberrat Schadewitz) u.a. Erstsendung: 30. Dezember 1966. Eine Produktion der Televersal Hamburg fürs Zweite Deutsche Fernsehen.

Zitat von Das Millionending (Teil 1)
Fahrgeldeinnahmen aus dem Westen lagern im Tresorraum der Ostberliner EVK-Bank. Eine gemischte Gaunertruppe aus den Ost- und Westteilen der Stadt plant im Jahr 1951, sich dieser Gelder mithilfe eines minutiös durchgeführten Raubes zu bemächtigen. Weil der Bohrer, mit der die Verbrecher von einem Schuppen in den Tresorraum vordringen wollen, zu laut ist, fliegt das Vorhaben zunächst auf, sodass sich die Köpfe der Bande – Brehmer, Kolschewski und Steinbach – nach einem Übergangsjob umschauen müssen. Diesen finden sie dank Tippgeber Gellert bei einem Bruch in einer Schlachterei, doch diese scheinbar kleine Nummer wird sowohl dem gierigen Steinbach als auch dem misstrauischen Gellert zum Verhängnis ...


Dass „Das Millionending“ zum ersten Mal zwischen Weihnachten und Silvester 1966 ausgestrahlt wurde, erkennt man an dem kleinen Fingerzeig, dass Bandenmitglied Oskar Klett in Berlin eine Niederlassung des VEB Thüringische Glaswaren und Christbaumschmuck betreibt. Im Übrigen schildert „Das Millionending“ den Bankeinbruch auf die nüchternste vorstellbare Weise und verleiht weder seinen Schurken noch seinen Polizeibeamten skurrile oder ausgefallene Merkmale. Man schien sich dieses Umstands bewusst zu sein und entschied sich deshalb dafür, alle für den Einstieg wichtigen Hauptfiguren zu Beginn von Teil 1 mit kurzen Off-Sprecherkommentaren vorzustellen, was gleichzeitig die dokumentarische Machart, die vom unaufgeregten Mehrteiler ausgeht, untermauert. Wer aufgrund der Vorlage von Henry Kolarz einen Krimi von ähnlicher Schubkraft wie „Die Gentlemen bitten zur Kasse“ erwartet, der wird ob Helmuth Ashleys Gemächlichkeit vielleicht etwas enttäuscht sein; andererseits kommen durch die Kleinteiligkeit der Erzählführung das Gaunerflair und die Schwierigkeit, das heiß ersehnte Ziel nur über Umwege zu erreichen, gut zur Geltung. Den Verbrechern fällt es teilweise schwer, die Geduld zu bewahren, die zum zielstrebigen und ausdauernden Arbeiten erforderlich ist, was zu Streitigkeiten und Verdächtigungen führt. Besonders Ewald Wenck als alter Stiesel mit prima Berliner Dialekt, Peter Schiff als halbherzig Beteiligter, Walo Lüönd als skeptischer Zeitgenosse, der nur das selbst Gesehene glaubt, und Willi Rose als ungeduldiger Säufer tun sich diesbezüglich hervor.



Doch nicht nur Egoisten und Amateure in den eigenen Reihen erschweren den Dieben die Arbeit – auch vor dummen Zufällen und der Schläue der Polizei müssen sie sich in Acht nehmen. „Das Millionending“ setzt diesbezüglich die volle Bandbreite an Genremitteln ein, um seinen Ersatz-Gentlemen das Leben schwer zu machen – ob aufmerksame Nachtwächter, fußballspielende Kinder oder erfahrene, gut zwischen Ost und West kooperierende Kriminalräte mit beeindruckendem Polizeipparat in der Hinterhand. Als Gegner haben Helmut Wildt, Gerhard Hartig und Horst Niendorf diesem Aufgebot eine Spur zu wenig entgegenzusetzen. Sie bleiben einigermaßen blass und man hätte sich markantere Mimen in diesen tragenden Rollen gewünscht; vielleicht mit Ausnahme Niendorfs, der als vornehmer Ganove, welcher lieber Wache schiebt als sich die Hände beim Buddeln schmutzig zu machen, eine gute Figur macht, aber „unwürdig“ aus dem Kreis der Bankräuber ausscheidet. Er stolpert über seine Gier und bezahlt mit angekohlten Geldscheinen, anstatt sie wie instruiert vollständig zu verbrennen. Seine Verhaftung auf einem Postamt ist zwar ein denkwürdiger Moment im Film, aber auch eine Antiklimax, denn durch sie wird eine erneute Änderung in der Zusammensetzung von Brehmers unsteter Bande nötig.

Fast mehr Prominenz als vor der Kamera findet sich dahinter; neben Wallace-Regisseur Ashley, der seinen Stammkameramann Franz Xaver Lederle mitbringt und mit dessen Hilfe sehr atmosphärische, dynamische Bilder auch außerhalb von Studiobauten einfängt, dürfte wohl die Personalie Martin Böttcher am meisten Aufmerksamkeit erregen. Ein wenig enttäuschend ist es daher, dass es sich bei Böttchers Score nur um die wiederverwendete Titelmusik aus „Das Ungeheuer von London-City“ handelt. Immerhin wirkt sie in einem ernsthaften, weniger klamaukigen Umfeld als im Zbonek-Film besser aufgehoben, sodass man beschwingt mit den Füßen wippt, nachdem der Durchbruch zum Tresorraum als Cliffhanger am Ende des ersten Teils endlich doch geglückt zu sein scheint. Man darf gespannt sein, welche Schwierigkeiten wohl noch auf Brehmer und Co. warten werden ...

Gubanov Offline




Beiträge: 16.065

26.12.2018 21:00
#6 RE: Das Millionending (1966, TV) Zitat · Antworten



Das Millionending (Teil 2)

Teil 2 des TV-Kriminalmehrteilers, BRD 1966. Regie: Helmuth Ashley. Drehbuch: Maria Matray, Answald Krüger (Vorlage: Henry Kolarz). Mit: Helmut Wildt (Brehmer), Horst Bollmann (Possel), Willi Rose (Rosenow), Ewald Wenck (Stramka), Axel Scholtz (Fahrer Willi), Herbert Ballmann (Wollendorf), Friedrich Georg Beckhaus (Voss), Walter Jokisch (Kriminalrat Köppke), Frank Straass (Oberinspektor Gregoleit), Paul Esser (Kriminaloberrat Schadewitz) u.a. Erstsendung: 31. Dezember 1966. Eine Produktion der Televersal Hamburg fürs Zweite Deutsche Fernsehen.

Zitat von Das Millionending (Teil 2)
Brehmer ist mit seinen Komplizen Possel und Rosenow bis in den Tresorraum der EVK-Bank vorgedrungen. Weil Safeknacker Possel nicht durch das Loch in der Decke passt, muss Brehmer selbst den Geldschrank aufschweißen. Der Coup gelingt dennoch und die Bande freut sich über eine Sore von 1,2 Millionen Westmark, die die Ganoven nach einem zuvor vereinbarten Schlüssel untereinander aufteilen. Durch die von Brehmer hinterlassenen charakteristischen Spuren kann die Polizei den Neureichen jedoch bald auf die Schliche kommen. Einige fassen sie schnell, Brehmer und Possel gelingt das Passieren der Grenze nach Westberlin. Rosenow muss sich derweil mit einem lästigen Erpresser herumschlagen, der von seiner Involvierung in den EVK-Raub Wind bekommen hat. Können die Kriminalräte Köppke und Schadewitz trotz hoher Barrieren zwischen Ost und West den Fall trotzdem zu einem befriedigenden Ende bringen?


Anders als andere Bankraub-Mehrteiler gliedert sich „Das Millionending“ nicht strikt in gleich lange Teile für Vorbereitung, Durchführung und Flucht, sondern verwebt die einzelnen Bestandteile auf geschickte Weise miteinander. Dadurch dass zu Beginn des zweiten Teils der eigentliche Bruch in den EVK-Safe gezeigt wird, ist der Wiedereinstieg in die zweite Hälfte des Falles gleich eine hochspannende Angelegenheit ohne lange Vorlauf- und Aufwärmzeiten. Obwohl die Handlung dazu angetan ist, gleiten die Szenen wegen der hohen Anspannung nicht ins Alberne ab, obwohl Possel wegen seiner Leibesfülle nicht selbst den Tresor knacken und seine klugen Ratschläge nur kopfüber im Deckendurchbruch steckend geben kann. Horst Bollmann verkörpert die Rolle mit sympathischer Selbstzufriedenheit und einer Portion Snobismus, denn Possels gebildetes Auftreten und seine Vorliebe für lateinische Sprichwörter hebt ihn von den bodenständigen anderen Figuren ab. Auch Wildt steigert im Vergleich zum ersten Teil sein Profil und präsentiert sich als Mann der Tat, der in schwierigen Momenten Nerven bewahrt und durchaus in der Lage ist, ein Machtwort zu sprechen. Sein Heinz Brehmer reicht zwar sicher nicht an den Kultstatus eines Tappert’schen Michael Donegan heran, ist für die sachliche Herangehensweise von „Das Millionending“ aber letztlich doch der richtige Mann.



Obwohl „Das Millionending“ von einer Hamburger Produktionsfirma verantwortet wurde, entstanden sowohl die Studio- als auch die Außenaufnahmen in Berlin, was dem Mehrteiler eine sehr authentische Wirkung verleiht. Die Drehs am Kurfürstendamm, in der U-Bahn und in abgelegeneren Gebieten nahe der Zonengrenze wie zum Beispiel am Preußischen Landtag in der Niederkirchnerstraße sowie die selbstverständlich scheinende Einbindung von Archivmaterial lassen den Zuschauer keinen Moment daran zweifeln, hier eine Geschichte zu sehen, die sich im Jahr 1951 tatsächlich in der Spreemetropole zugetragen hat. Besonderes Augenmerk liegt auch auf dem Springen zwischen dieser und jener Seite der Sektorengrenze, die weniger der gut vernetzten Unterwelt als vielmehr den Kriminalern die Arbeit erschwert. „Da kannst du nach Peking oder New York telefonieren“, meint Kriminalrat Köppke resigniert, „aber hier in Berlin vom Wittenberg- zum Alexanderplatz geht’s nicht.“. Auch auf dem strengen Dienstweg legen dringliche Informationen zwischen den Behörden die wenigen Kilometer nur im Schneckentempo zurück. Gut für die Kripo und schlecht für Brehmers Bande ist es deshalb, dass Köppke und Schadewitz eine persönliche Freundschaft verbindet und sie so Rat halten, um die Ganoven in routinierte Fallen zu locken. Walter Jokisch und Paul Esser geben sich in diesen hartnäckigen Rollen keine Blöße, werden aber auch nicht über Gebühr gefordert.

Tatsächlich hätte das Zurstreckebringen der Gangster noch etwas spektakulärer ausfallen können. Am meisten hat noch Rosenow zu leiden, der schon nach seiner Anzahlung in Saus und Braus lebt und damit nicht etwa als erstes die Polizei, sondern einen lästigen Erpresser anzieht wie das Licht die Motte. In wenigen düsteren Szenen begleitet Ashley, der emotionale Schauspielerführer, Willi Rosen auf einer Achterbahnfahrt der Gefühle vom Einkaufsrausch bis zur bitteren Ernüchterung. Bei den anderen Akteuren hält er sich eher zurück; sie werden bei stümperhaften Fluchtversuchen oder der Übergabe eines falschen Passes geschnappt und der Abspann verkündet schließlich nur noch lapidar, wer sich mit seiner Rolle im „Millionending“ letztlich wie viele Jahre Gefängnis verdiente. Um den Bogen zur Einführung zu schließen, wäre hier ein Erzählerkommentar nicht schlecht gewesen, währenddessen noch einmal die Berliner Motive hätten gezeigt werden können. Dies ist aber ein verhältnismäßig kleiner Schnitzer in einem im Großen und Ganzen vielleicht nicht gerade nervenaufreibenden, aber doch sehr ansehnlichen Gaunerstück, das in seinen guten Momenten echtes Heist-Format besitzt.

Mühsam ernährt sich der Bankräuber – was manche Krimis zu einem großen Abenteuerspiel verklären, zeigt „Das Millionending“ als gut geplantes, aber von Zwischenfällen empfindlich behindertes Großunterfangen. Kaum ein Bandenmitglied bleibt von Anfang bis Ende dabei; die Gefahr einer Verhaftung lauert stets im Hintergrund. Ashley gelang hier ein solider Krimi, der seine Laufzeit sehenswert zu füllen versteht und mit einer nicht unbedingt prominenten, aber passenden und durch fehlende Sonnyboys auch authentisch berlinerischen Besetzung punktet. 4 von 5 Punkten.

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