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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 172 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker national
Ray Offline



Beiträge: 984

11.07.2018 19:33
Das Millionending (1966, TV) Zitat · antworten

Das Millionending (BRD 1966)

Regie: Helmuth Ashley

Darsteller: Helmut Wildt, Horst Bollmann, Willi Rose, Gerhard Haltig, Ewald Wenck, Walo Lüönd, Walter Jokisch, Friedrich Georg Beckhaus, Horst Keitel, Hans Jürgen Janza u.a.



Auf den Spuren des erfolgreichen und star-gespickten TV-Mehrteilers "Die Gentlemen bitten zur Kasse" bewegt sich dieser Ende 1966 im ZDF ausgestrahlte und anno 1951 spielende Zweiteiler um eine Gruppe von Ganoven, die es auf im Tresorraum der Reichsbahnverwaltung in Ostberlin lagerndes Geld aus Westdeutschland abgesehen haben, das die Ostberliner Reichsbahnverwaltung in den westlichen Sektoren der Stadt eingenommen hat.

Helmuth Ashley, Musik von Martin Böttcher, Drehbuch vom Autoren-Ehepaar Maria Matray und Answald Krüger ("Hotel Royal", "Sonderdezernat K1") - nicht die schlechtesten Vorzeichen für einen Kriminalfilm. Gerade derartige Heist-Movies leben freilich entscheidend von der Besetzung, weil es ihnen gelingen muss, dass der Zuschauer mit den Dieben fiebert. Diesbezüglich muss man konstatieren, dass der Cast sich zwar in der Breite durchaus sehen lassen kann, an seiner Spitze aber 1-2 "Schwergewichte" fehlen. Helmut Wildt hat in "Schwarzer Kies" unter der Regie Helmut Käutners bewiesen, dass er einen Film als Hauptdarsteller tragen kann und macht auch hier eine gute Figur. Horst Bollmann als ehemals angehender Jurist und Willi Rose machen hingegen nicht die beste Figur und ein Walter Jokisch ist eben kein Siegfried Lowitz. Berlin-Fans kommen auf ihre Kosten, wird doch mit (Archiv-)Bildern der Bundeshauptstadt nicht gegeizt. Der Score Martin Böttchers ist auf gewohnt gutem Niveau und lässt seinen typischen Sound erkennen, wird aber gerade im ersten Teil zu wenig eingesetzt. Buch und Regie sind nicht frei von Längen. Alles in allem solide Krimi-Unerhaltung, die aber nicht unbedingt zu weiteren Sichtungen in näherer Zukunft einlädt.

Das Bild der Pidax-DVD ist gut.


Die zur Kasse bittenden Gentlemen erweisen sich als in jeder Hinsicht zu hohe Hürde, vor allem der Cast kann nur in der Breite überzeugen, lässt an seiner Spitze aber Akteure vermissen, die einen Mehrteiler tragen können. 3 von 5 Punkten.

Georg Offline




Beiträge: 2.907

12.07.2018 08:41
#2 RE: Das Millionending (1966, TV) Zitat · antworten

Gerade die vorzüglichen Bollmann, Rose und Jokisch sind für mich ein Grund, diesen Mehrteiler zu sehen. Ich fand den Film übrigens beim ersten Mal Sichten vor 15 Jahren auch weniger spannend, als bei der Neusichtung vor zwei Jahren.

Jan Offline




Beiträge: 1.315

12.07.2018 22:32
#3 RE: Das Millionending (1966, TV) Zitat · antworten

Ich war angesichts der Besetzung zunächst auch skeptisch, dann aber letztlich doch sehr angetan. Sicher, die großen Leinwandhelden findet man hier nicht. Das hat sich für mich aber nicht negativ ausgewirkt. Gerade Horst Bollmann ist so drollig und knuffig, Helmut Wildt so smart und hart, dass diese Mischung sehr überzeugen kann. Helmut Wildt gehört für mich ohnehin zu den unterschätzten Darstellern. Aus der echten Heldenrolle ist er vielleicht auch aufgrund seiner kräftigen und weniger jugendlich-sportlichen Erscheinung etwas herausgefallen. Als Gangsterboss allerdings ist er hier durchaus in der Lage, den Mehrteiler zu tragen.

Der Vergleich zu den "Gentleman" ist für das "Millionending" auch deswegen schwer, weil das Gespann um Horst Tappert und Günther Neutze schon alleine wegen des sagenumwobenen echten Raubüberfalls einen gewissen Kultcharakter genießt, der bis heute ungebrochen anhält. Tappert war zeitlebens nicht nur Derrick, sondern auch der Posträuber. Die Vorlage zum "Millionending" ist da schon eine Nummer kleiner, kann keine um die Welt gejagten echten Gauner vorweisen und ist daher aus dem Bewusstsein völlig verschwunden. Inszenatorisch indes kann ich dem "Millionending" im Vergleich durchaus ein höheres Spannungspotential zubilligen, währenddessen die "Gentleman" in ihrem beinahe dokumentarischen Charakter zwar auch ungemein reizvoll sind, jedoch auch nüchterner und in den Charakteren weniger ausgefeilt daherkommen.

Insofern ist das "Millionending" kein Abklatsch der "Gentleman", sondern eine durchaus eigenständige Bereicherung auf dem Sektor der deutschen Heist-Movies. Ich werde da alsbald sicher wieder einen Blick riskieren.

Zitat von Ray im Beitrag #1
Berlin-Fans kommen auf ihre Kosten, wird doch mit (Archiv-)Bildern der Bundeshauptstadt nicht gegeizt.

Das ist ganz bestimmt auch ein besonderer Punkt, denn "Das Millionending" gehört zu den ausgewiesenen Berlin-Filmen. Wie kommst Du aber auf die Archivbilder? Eher fand ich, dass Helmuth Ashley allzu leichtfertig im Jahr 1966 gefilmt und nicht sonderlich viel wert darauf gelegt hat, den aktuellen Zeitgeist in Ausstattung und Bild zu eleminieren. Ich meine sogar, bei einigen Szenen zwischen den beiden Kriminalkommissaren die Mauer im Hintergrund gesehen zu haben.

Gruß
Jan

Ray Offline



Beiträge: 984

14.07.2018 20:47
#4 RE: Das Millionending (1966, TV) Zitat · antworten

Zitat von Jan im Beitrag #3
Zitat von Ray im Beitrag #1
Berlin-Fans kommen auf ihre Kosten, wird doch mit (Archiv-)Bildern der Bundeshauptstadt nicht gegeizt.

Das ist ganz bestimmt auch ein besonderer Punkt, denn "Das Millionending" gehört zu den ausgewiesenen Berlin-Filmen. Wie kommst Du aber auf die Archivbilder? Eher fand ich, dass Helmuth Ashley allzu leichtfertig im Jahr 1966 gefilmt und nicht sonderlich viel wert darauf gelegt hat, den aktuellen Zeitgeist in Ausstattung und Bild zu eleminieren. Ich meine sogar, bei einigen Szenen zwischen den beiden Kriminalkommissaren die Mauer im Hintergrund gesehen zu haben.


Mit (Archiv-)bildern wollte ich nur jene von der Miltärparade einschließen, ansonsten hatte ich denselben Eindruck wie du.

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