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Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 142 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker international
Giacco Offline



Beiträge: 1.617

01.06.2018 15:16
Der Mörder (1963) Zitat · antworten

DER MÖRDER - (Le Meurtrier) F/D/I 1963

Regie: Claude Autant-Lara - Deutsche Erstaufführung: 13.2.1963 - FSK 16 - Verleih: Schorcht
Deutscher Produzent: Corona, München (Alexander Grüter)
Darsteller: Gert Fröbe, Maurice Ronet, Robert Hossein, Marina Vlady, Yvonne Furneaux, Harry Meyen



Ein Mann kommt einem perfekten Verbrechen auf die Spur und will die Tat nachahmen. Doch seine Ehefrau, deren Tod er plante, begeht kurz vorher Selbstmord, was aber nicht eindeutig geklärt werden kann. So gerät der verhinderte Mörder nicht nur ins Visier der Polizei, sondern auch des Mannes, der sein Vorbild war und zu dem er Kontakt aufgenommen hatte. Denn dessen Fall wird jetzt neu aufgerollt. Am Ende steht eine weitere Gewalttat: Ein Mord, den die Polizei hätte verhindern können.

Der Film, der zunächst mit dem Titel "Der Schatten der Laura S." angekündigt wurde, entstand nach dem Roman "Der Stümper" von Patricia Highsmith. Regisseur Claude Autant-Lara, bekannt durch Erfolgsfilme wie "Mit den Waffen einer Frau", "Das Spiel war sein Fluch" oder "Der Graf von Monte Christo", meinte: Ich habe noch nie einen Thriller gedreht und ich werde auch keinen mehr inszenieren. Doch diesen hier mache ich gerne, weil er sich kritisch mit der Polizei auseinandersetzt. Einen Film zu machen, in dem der Kommissar ein Held ist - das würde mir nie im Traum einfallen."

Aus der Film-Echo-Kritik:
"Den französischen Regisseur reizte nicht nur der Thrill einer psychologisch vertieften Kriminalgeschichte, er wollte sich zugleich auch mit gewissen Polizeimethoden auseinandersetzen. Seine Kritik trifft aber nicht das System, sondern zeigt nur einen kolportierenden Einzelfall. Abgesehen davon bleibt immer noch ein äußerst interessanter, sehr sachlich gemachter, raffinierter und spannender Kriminal-Thriller, dessen Story nur gegen Ende etwas an Überzeugungskraft verliert. Gert Fröbe stellt den Mörder als psychologisch verklemmtes Ekel dar. Eine glänzende Charakterstudie, die freilich gelegentlich etwas überzeichnet scheint. Den Gegenspieler gibt Maurice Ronet, ein sehr sympathisch-disziplinierter Schauspieler. In seinem Umfeld Yvonne Furneaux als Ehefrau, Harry Meyen als Freund und Kollege sowie Marina Vlady als Geliebte. Großartig auch Robert Hossein, der den Kommissar mit zynischer Selbstverständlichkeit als skrupellosen Widerling zeichnet. Die wachsende Vorliebe des Publikums für effektvolle Kriminalfilme, die solide Arbeit des Regisseurs und die attraktive Besetzung dürften dem "Mörder" zu einem guten Erfolg verhelfen".

Zur Premiere im Münchener Mathäser-Palast waren Gert Fröbe, Maurice Ronet und Yvonne Furneaux anwesend. Während der Film in den Großstädten gut bis zufriedenstellen lief (Note: 3,2), waren die geschäftlichen Ergebnisse in den Klein- und Mittelstädten eher schlecht (Note: 5,7). Das führte zu der Gesamtnote 5,0 bei 31 Meldungen.
Somit zeigte sich einmal mehr, dass es Krimis abseits der Wallace- und Mabuse-Serien damals beim deutschen Kinopublikum schwer hatten.

Giacco Offline



Beiträge: 1.617

02.06.2018 12:09
#2 RE: Der Mörder (1963) Zitat · antworten

Kleiner Nachtrag: In Frankreich hatte "Der Mörder" 946.050 Besucher.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.546

02.06.2018 13:05
#3 RE: Der Mörder (1963) Zitat · antworten

Michael Strauven polarisiert, für Anekdoten ist er jedoch immer gut, auch wenn die Einschätzung von Gert Fröbes Rollen nicht immer mit der Meinung des breiten Publikums konform geht:

"Der Mörder" im gleichnamigen Film ist Gert Fröbe. Er lässt die "Schwarte knacken", wie er sagen würde. Die Heftigkeit, mit der er in diesem Film den nicht ganz zurechnungsfähigen Täter spielt, das kann man nur absurd finden oder ganz groß. Die Franzosen tendieren zu Letzterem. Dieser Mann schreckt vor nichts zurück, man ist beeindruckt, auch schon beim Dreh. Der Co-Star (im Film der Polizeikommissar) und spätere Regisseur von Fröbe, Robert Hossein, berichtet: "Er hatte eine sehr reiche Persönlichkeit, er konnte sich in alles sofort hineinfühlen, er verwandelte sich vor meinen Augen in die Rolle." Und Fröbe habe trotz seiner eher mäßigen Französischkenntnisse mit seinem Temperament alle fast überrannt.

aus: "Jedermanns Lieblingsschurke - Gert Fröbe. Eine Biographie" (Rotbuch Verlag Berlin 2012, Seite 119/120)

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