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Dieses Thema hat 17 Antworten
und wurde 200 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker national
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Joe Walker Offline




Beiträge: 738

29.10.2014 11:30
#16 RE: Perrak (1970) Zitat · antworten

Zitat von Joachim Kramp im Beitrag #2
Hinzufügen sollte man noch ... die vortrefflich passende Musik von Rolf Kühn

Jetzt ist es offiziell - im November wird der Soundtrack zu "PERRAK" zusammen mit dem Score zu dem ebenfalls von Alfred Vohrer inszenierten "DAS GELBE HAUS AM PINNASBERG" erstmals veröffentlicht: http://www.allscore.de/search/perrak



Gruß
Joe Walker

Ray Offline



Beiträge: 984

12.07.2018 23:00
#17 RE: Perrak (1970) Zitat · antworten

Perrak (BRD 1970)

Regie: Alfred Vohrer

Darsteller: Horst Tappert, Werner Peters, Hubert Suschka, Judy Winter, Erika Pluhar, Wolf Roth, Jochen Busse, Berno von Cramm, Carl Lange, Arthur Brauss, Walter Richter, Narziss Sokatscheff u.a.



Auf einer Müllkippe wird die Leiche eines Transvestiten gefunden. Kommissar Perrak vom Sittendezernat übernimmt den Fall und begibt sich alsbald ins Rotlicht- und Gangstermilieu...

Das Erscheinungsjahr 1970 sowie der Name des Regisseurs lassen es bereits vermuten und tatsächlich ist Alfred Vohrer ein derber Kiez-Krimi gelungen, der sich vor der Konkurrenz keineswegs verstecken muss. Denn anders als etwa bei Rolands "Zinksärge für die Goldjungen" gelingt es ihm, neben den obligatorischen Blicken ins Rotlicht- und Ganovenmilieu einen passablen Kriminalfilm inklusive Whodunit zu erzählen. Dazu darf er sich eines starken Casts sicher sein. Vorneweg agiert Horst Tappert in der Titelrolle so engagiert wie in seinen beiden Auftritten als Wallace-Inspektor und nicht so bemüht "tough" wie noch in "Sieben Tage Frist", wo seine zur Schau gestellte Attitüde eher peinlich berührte denn beeindruckte. Hier zeigt er sich zupackend, aber auch angenehm humorvoll, nicht nur im Zusammenspiel mit seinem Sohn, für das ein paar nette Running Gags ins Skript geschrieben wurden. Diesen Perrak hätte man gerne noch öfter auf der Kinoleinwand gesehen, Potential für eine kurze und knackige Kino-Reihe wäre mit Sicherheit vorhanden gewesen. Auf Seiten der Ganoven brillieren Hubert Suschka und Werner Peters. Suschka, im TV-Krimi eine feste Größe, in den fürs Lichtspieltheater produzierten Kriminalfilmen hingegen ungleich weniger präsent, läuft 90 Minuten mit einer "IDGAF-Einstellung" sowie dem gleichen Gesichtsausdruck durch die Szenerie und pöbelt, ballert, kloppt und beleidigt, dass es eine Freude ist. Peters steht ihm als schmieriger Unterweltsunternehmer schauspielerisch in nichts nach. Aber nicht nur die Männer, sondern auch die Damen wissen zu überzeugen. Judy Winter als "Puffmutter" "Trompeten-Emma" zeigt ihr facettenreiches Spiel und Erika Pluhar mimt die geheimnisvolle Schönheit. In kleineren Rollen sieht man zudem bekannte Gesichetr wie Walter Richter, Arthur Brauss, Carl Lange oder Narziss Sokatscheff.

Nachdem die geniale Titelmusik von Rolf Kühn im Vorspann ertönt ist, ist man fast ein wenig beleidigt, dass sie einem im weiteren Verlauf so lange vorenthalten wird, aber wenn sie einsetzt, erhöht sie den Spaß-Faktor nochmal erheblich. Allgemein hat der Film definitiv Kult-Potential und sorgt in der richtigen Stimmung für mehr oder weniger unterhaltsame Minuten, auch wenn Vohrer es mitunter in Sachen Zotigkeit - freilich intendiert - ein bisschen übertreibt. Einige Härten sind auch drin, aber im Gesamtzusammenhang ergibt sich doch das Bild leicht konsumierbarer Unterhaltung. Die Auflösung überrascht, wenngleich man bei dem Niveau des Film entsprechend herabgesetzter Aufmerksamkeit in der zweiten Hälfte bisweilen Probleme hat, dem Handlungsverlauf zu folgen und zu behalten, wer im Einzelnen jetzt eigentlich wen erpresst hat.

Die zweite Kriminalfilm-Arbeit von Alfred Vohrer für Roxy Film nach "Sieben Tage Frist" versammelt auch hinter der Kamera eine Vielzahl arrivierter Kräfte. Für die Kamera zeichnet sich Ernst W. Kalinke verantwortlich, den Schnitt übernimmt Jutta Hering, beide mit reichlich Wallace-Erfahrung ausgesttatet.

Die in der Reihe "Deutsche Krimiklassiker" verlegte DVD von Dynasty/Fernsehjuwelen/Intergroove offeriert den Film insgesamt in guter Qualität. On top gibt es ein schönes Wendecover mit Retro-Motiv sowie eine kurze mit der Titelmusik unterlegte Bildergalerie.


Kultiger 1970er-Jahre Kiez-Krimi mit einem gut aufgelegten Horst Tappert. Vorerst 4 von 5 Punkten.

Giacco Offline



Beiträge: 1.580

13.07.2018 18:38
#18 RE: Perrak (1970) Zitat · antworten

Die Film-Echo-Kritik kam zu folgendem Fazit:

"Regisseur Alfred Vohrer zieht alle Register, um den packenden Kriminalfall so fesselnd wie möglich zu gestalten. Sein Blick hinter die Kulissen des Amüsierbetriebs eines Welthafens läßt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Die Sphäre der großen und kleinen Gauner, der Skrupellosen und Verbrecher, der Gejagten und Jäger funkelt in vielerlei Details. Bis das Spiel auf Leben und Tod aus ist. Ein Krimi, in dem Sex und Spannung gut gemixt sind."

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