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Dieses Thema hat 41 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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Marmstorfer Offline




Beiträge: 7.391

22.12.2017 12:11
#16 RE: Babylon Berlin: Die Gereon-Rath-Krimis von Volker Kutscher Zitat · antworten

Hätte man an Fürmanns Stelle doch lieber Schweiger verpflichtet.

Lord Low Offline




Beiträge: 634

22.12.2017 12:12
#17 RE: Babylon Berlin: Die Gereon-Rath-Krimis von Volker Kutscher Zitat · antworten

Zitat von Marmstorfer im Beitrag #16
Hätte man an Fürmanns Stelle doch lieber Schweiger verpflichtet.


Die anderen Castings beweisen, dass es genügend Schauspieler im deutschsprachigen Raum gibt, um auf solche Namen verzichten zu können.

Lord Low Offline




Beiträge: 634

22.12.2017 12:28
#18 RE: Babylon Berlin: Die Gereon-Rath-Krimis von Volker Kutscher Zitat · antworten

Die beste Folge ist meiner Meinung nach übrigens die 4. Episode der 2. Staffel.

Peter Offline




Beiträge: 2.818

22.12.2017 12:44
#19 RE: Babylon Berlin: Die Gereon-Rath-Krimis von Volker Kutscher Zitat · antworten

Auf die Sichtung der Serie "Babylon Berlin" warte ich, bis ich eine komplette DVD- oder Blu-ray-Box in Händen halten kann. Vorerst beschränke ich mich mit allergrößtem Vergnügen auf die Hörbücher.
Die ersten fünf Teile des Zyklus sind geschafft. Teil 6 "Lunapark" sowie das zeitlich vorgelagerte Spin-off "Moabit" liegen schon für mich bereit und folgen als Hörgenuss im Januar.

Hier meine Kurzfeedbacks zum Stand der Dinge:


Der nasse Fisch
Berlin, 1929: Im abklingenden Rausch der ‚Goldenen 20er‘ herrscht in der brodelnden Stadt politisch wie sozial eine perfekte Noir-Stimmung. Der aus Köln eingewanderte junge Kommissar Gereon Rath wird in seinem ersten Fall mit Exilrussen konfrontiert, die auf dem Weg zum Heimatputsch wenig zimperlich auch vor Folterungen und Morden nicht zurückschrecken. Rath, der allzu gern auf eigene Faust handelt und sich ständig mit Vorgesetzten anlegt, erkennt, dass sich auch alteingesessene Kriminelle sich an einem schmutzigen Bandenkrieg beteiligen. Bald zeigt sich, dass die Motive für Morde und organisierte Verbrechen aller Art sehr einfach gelagert sein könnten: Jagd auf Waffen. Und Gier – nach Gold…..
Der wunderbare Schauspieler Sylvester Groth liest den ersten Teil einer Großstadt-Sinfonie, deren düstere Klänge aus den Verbindungen von konventionellen und politischen Kriminellen resultieren und für die Zukunft nichts Gutes verheißen. Ein harter Krimi und das Porträt einer Stadt, die auch heute wieder ein wenig auf dem Pfad zu alter Vergnügungssucht zu wandeln scheint….

Der stumme Tod
Berlin, 1930: Der Siegeszug des Tonfilms versetzt die Branche in Aufruhr. In den Konkurrenzkämpfen unter den Produktionsfirmen, zwischen Konservativen und erfolgshungrigen Erneuerern, im Ringen um Stars und Stories, wird auch vor übler Sabotage nicht zurückgeschreckt. Der tödliche Unfall einer prominenten Darstellerin, die von einem Scheinwerfer auf ihrer markierten Stelle getroffen wird, ist jedoch schnell als raffiniert ausgetüftelte Mordfalle enttarnt. Und während Gereon Rath nach dem Auffinden einer zweiten toten Schauspielerin der lästigen Presse noch das Unwort ‚Serientäter‘ austreiben will, wird eine weitere Leiche gefunden. Erneut in einem Kino. Und auch dieser Schauspielerin sind vor ihrem Tod noch die Stimmbänder herausgeschnitten worden……
DER Krimi für alle begeisterten Filmhistoriker. Der Wandel von Zeit und Kunst, die Überlebenskämpfe hinter der allmächtigen UFA. Und ein abgründiger Whydunit….. Die vergleichsweise etwas schwächlichere Krimihandlung wird durch die umso interessanteren Hintergründe mehr als ausgeglichen.
Sprecher Reiner Schöne fügt sich nahtlos in den Hardboiled-Stil der bewährten Erzählweise ein.

Goldstein
Berlin, 1931: Ein erfolgreicher New Yorker Auftragskiller hat bei seinem Berlin-Besuch nicht nur touristische Aktivitäten im Sinn. Ein Auftrag für Gereon Rath, der in den eigenen Reihen genug zu tun hätte, um den Schupo zu enttarnen, der flüchtige Diebe lieber ermordet statt sie festzunehmen – und eine junge Obdachlose zu einer denkwürdigen Flucht durch die ganze Stadt zwingt. Stattdessen kommt noch der Berliner Unterweltboss Marlow ins Spiel, der in der komplexen Gesamtlage seine eigene Strategie verfolgt……
Herrlich, wie sich hier gleich zwei Spannungsbögen zusammenfügen. Sehr gefällig nicht nur der Typenmix Berliner Originale; auch der titelgebende coole Killer, dessen überhebliches Charisma ins Bröckeln gerät, als er feststellen muss, dass es sich im Berliner Dschungel auch nicht leichter agieren lässt als an der heimatlichen Ostküste.
Als Sprecher übernimmt endgültig David Nathan. Und macht es glänzend.

Die Akte Vaterland
Berlin, 1932: Kommissar Rath kommt bei seiner Jagd auf einen Auftragsmörder nur schleppend voran, als die Stadt von einem weiteren rätselhaften Mordfall heimgesucht wird: Ein Mann fährt ins Szene-Viertel am Potsdamer Platz und stirbt im Lastenaufzug des Gasthauses „Vaterland“. Die Gerichtsmediziner ermitteln als Todesursache… Ertrinken! …. Als sich dann noch die Spuren verdichten, dass ein Serienmörder am Werk sein dürfte, folgt der Kommissar seiner einzigen Spur. Die Fäden laufen in Ostpreußen zusammen…..
Das Bild dieser Zeit als Mischung aus Döblin und Wallace. Kutscher setzt aber nicht auf Trivialeffekte, am Spannungsbogen wird viel Entwicklungsarbeit geleistet. Kein Wunder, dass die halbseriöse masurische Schnapsbrennerei nur die Oberfläche viel tiefer liegender tödlicher Verstrickungen der Vergangenheit darstellt. Geschickt eingeflochten wird die bereits zur Weimarer Zeit komplex entwickelte Geschichte Ostpreußens, die als Folge des herannahenden Krieges bekanntermaßen noch zum tragischen Ende des preußischen Außenpostens und damit einer ganzen deutschen Region führte.

Märzgefallene
Berlin, 1933: Der Reichstag brennt, die Republik stirbt. Der Fund eines obdachlosen Kriegsversehrten würde in den Ereignissen untergehen, wenn diese Person nicht in Verbindung zu einem spektakulären 'Tatsachen'-Roman stehen würde, der für Begeisterung bei den neuen Machthabern sorgt: In 'Märzgefallene' erzählt ein Zeuge, dass beim Rückzug 1917 nicht nur gegenständlich verbrannte Erde für den Feind hinterlassen wurde. Aus Habgier soll ein jüdischer Offizier auch Kameraden und französische Kinder ermordet haben. Dann wurde französisches Vermögen versteckt, das den deutschen Soldaten nach dem Krieg als großzügige Dolchstoß-Wiedergutmachung dienen sollte. Während noch alle Nicht-Nazis in den aufkommenden Propagandazeiten am Wahrheitsgehalt der Antisemitenliteratur zweifeln, wird Gereon Rath klar, dass ein Mörder umgeht, der nicht irgendwelche armen Teufel, sondern alle damaligen Zeugen der 'Operation Alberich' beseitigen will. Vorzugsweise mit der dreieckigen Klinge eines Grabendolchs....
Hochspannend. Die geradlinigste Krimihandlung aller Folgen, in Zeiten der Furcht und des Mißtrauens, gemischt mit neurotischer Begeisterung über eine Revolution von ganz unten, - also vor dem schauerlichen Hintergrund der frisch installierten Verbrecher-Diktatur.

Peter Offline




Beiträge: 2.818

25.02.2018 20:22
#20 RE: Babylon Berlin: Die Gereon-Rath-Krimis von Volker Kutscher Zitat · antworten

Nachdem ich den Gereon-Roman-Zyklus bis auf den aktuellen Stand gehört habe, fühle ich mich auch für die Verfilmung gewappnet und freue mich schon sehr darauf. Hier als Ergänzung noch meine persönlichen Eindrücke zu Roman Nummer Sechs...:

Lunapark
Berlin, 1934: Die NS-Diktatur verfestigt sich. Nach internen Kämpfen wird der angebliche Röhm-Putsch vorbereitet. Mit der politischen Gleichschaltung beginnt die Ausschaltung aller Gegner. Noch aber flackert mörderischer Widerstand: Eine Reihe von SA-Leuten wird brutalst erschlagen aufgefunden.
Die Diktatoren nutzen die Mordserie an Mitgliedern der in Ungnade gefallenen Organisation zur unverblümt mörderischen Jagd auf Kommunisten und Juden. Zur Verquickung von Täter-Ermittlung und propagandistischer Ausschlachtung schalten sich sogar Parteigrößen wie Reinhard Heydrich ein. Doch in Wahrheit scheint die Nazi-Ermittler nichts weniger zu interessieren, als dass die Spuren immer wieder in den Lunapark führen. Einen früheren Rummelplatz, heruntergekommenes Symbol der verblichenen 'goldenen' 20er Jahre. Ein Nebenschauplatz, verglichen mit den Riesen-Pläne der Partei.
Gereon Rath kämpft derweil dagegen an, als Kriminalkommissar nur noch Anhängsel der Gestapo zu sein. Vor allem sein inzwischen vom Nazi-Virus befallener und nach Aufstiegs-Chancen heischender Ex-Kollege Gräf sorgt für Konflikte. Als würde es nicht genügen, mit Ermittlungen und privaten Sorgen alle Hände voll zu tun zu haben, mündet seine unausgesprochene Abhängigkeit von einem Unterweltboss in eine handfeste Erpressung: Rath wird mit allen Mitteln gezwungen, den gesuchten Mörder nicht einfach zu stellen. Sondern zu ermorden.....
Das bislang reifste Buch Volker Kutschers ist der vorläufige Höhepunkt des Gereon-Rath-Zyklus. Das Eintauchen in eine schillernd-abgründige Atmosphäre, gemeinsam mit den inzwischen tief ausgeleuchteten Hauptfiguren, verliert auch im sechsten Band nie seinen Reiz. Im Gegenteil. Die Nazis werden passenderweise dargestellt als explosive Mischung aus ideologischen Schwerverbrechern, aktiven Ex-Gangstern, die in den NS-Schlägertruppen ihr erpresserisches Tun legalisiert haben, kühlen Karrieristen und ignoranten Mitläufern. Ein widerliches Gebräu als undurchdringliche Staatsmacht des ‚neuen Deutschland‘, gegen die auch eine erhebliche Menge von unorganisierten Widerständlern, die aus politischen, menschlichen und materiellen Gründen verfolgt werden, niemals ankommen können.
Der hochspannende Krimi speist sich nicht nur aus den üblichen Krimimotiven wie Habgier und Rache, sondern präsentiert Berlin als eine im Kern verzweifelte, dem moralischen Verfall erlegene und dem politischen Abgrund entgegenmarschierende Metropole. Alle Handlungen sind von Zwängen und Abrechnungen in einer Gewaltdiktatur bestimmt. Weit über die Krimihandlung hinaus erspürt Autor Kutscher, wie die von Propaganda vergiftete, denunziatorische Atmosphäre gefährlich tief bis in die eigenen vier Wände sickert....
.... So gut wir den Fortgang der Weltgeschichte kennen, so gespannt sind wir auf die Fortsetzung dieser Geschichte.....

Ray Offline



Beiträge: 1.098

20.03.2018 22:31
#21 RE: Babylon Berlin: Die Gereon-Rath-Krimis von Volker Kutscher Zitat · antworten

Inspiriert von diesem Thread habe ich mir den ersten Gereon Rath-Krimi "Der nasse Fisch" in Buchform zugelegt, obwohl ich um solch dicke Wälzer normalerweise einen großen Bogen mache. Aber der zeitgeschichtliche Hintergrund der Romane hat mich angesprochen. Schon in der Schule haben mich Werke aus der Endphase der Weimarer Republik am meisten begeistern können. Innerhalb von etwa zweieinhalb Wochen habe ich nun diesen zirka 540 Seiten starken Roman gelesen und bin immerhin so angetan, dass ich mir auch den zweiten Roman in Kürze besorgen werde.

Wie schon oben erwähnt wurde, ist die Story von "Der nasse Fisch" recht komplex. Zunächst folgt man Gereon Rath nach seiner mehr oder weniger zwangsweisen Versetzung von Köln nach Berlin während seiner Eingewöhnung in der für ihn neuen Stadt und dem ihm ebenfalls fremden Sittendezernat. Die Ermittlungen und Razzien in der "Porno-Industrie" sorgen für manchen Schmunzler (Stichwort: "Porno-Kaiser"). Parallel geschieht der erste Mordfall, mit dem Rath zwar offiziell nichts zu tun hat. Durch Zufall kommt er jedoch an Informationen, die den eigentlichen Ermittlern noch unbekannt sind, was er zum Anlass nimmt, auf eigene Faust zu ermitteln, um seinem Ziel, der baldigen Versetzung zum Morddezernat, näher zu kommen. Hier gerät er zwischen politische Interessengruppen aus allen Richtungen, im letzten Drittel nimmt die Anzahl an Toten und das Tempo deutlich zu. Aufgrund der verschiedenen Handlungsstränge, die zum Ende hin weitgehend zusammengeführt werden, erscheint es angezeigt, bei der Lektüre "am Ball" zu bleiben und keine allzu großen Pausen einzulegen. Wenn man dies tut, wird man zum Ende hin mit einer meinem Empfinden nach durchaus großen Überraschung belohnt.

Ein spezieller Reiz der Reihe ist es natürlich, jene wechselhaften Jahre im Gewand von Kriminalstorys aus einer neuen Perspektive nachverfolgen zu können. Der erste Roman spielt 1929, im Zentrum stehen hier kommunistische Unruhen, aber auch der rechte Flügel scheint in der Gesellschaft schon Fuß gefasst zu haben. Diese Entwicklungen wollen mit Spannung weiter verfolgt werden. Dass der zweite Roman im Schauspiel-Milieu spielt, klingt natürlich besonders vielversprechend.

An der Serie "Babylon Berlin" habe ich natürlich auch Interesse, würde aber ebenfalls gerne vorher die einschlägigen Romane gelesen haben. Mal gucken, ob ich dies bis zur Ausstrahlung in der ARD schaffe.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.570

21.03.2018 06:30
#22 RE: Babylon Berlin: Die Gereon-Rath-Krimis von Volker Kutscher Zitat · antworten

Ich möchte an der Stelle kurz darauf hinweisen, dass das Hörbuch des sechsten Gereon-Rath-Falls, "Lunapark", momentan bei verschiedenen Händlern für einen Schnäppchenpreis von 7,99 Euro verkauft wird. Ich konnte es z.B. in der hiesigen Jokers-Filiale ergattern. Es handelt sich um 10 CDs mit einer Laufzeit von elfeinhalb Stunden. Die CDs haben eigentlich eine UVP von 29,95 Euro.

schwarzseher Offline



Beiträge: 397

22.03.2018 18:26
#23 RE: Babylon Berlin: Die Gereon-Rath-Krimis von Volker Kutscher Zitat · antworten

Nach den begeisterten Kommentaren habe ich mich dann mal was "schlau"gemacht (kannte bisher nichts von V.Kutscher )Gerade mit historischen Hintergrund aus dieser brisanten Zeit ist es wohl nicht einfach vom Thema Krimi nicht abzugleiten in Wiederstandskämpfer /Täter/Opfer usw. (man könnte fast sagen "das übliche")Also die Arbeit eines "einfachen"( nicht unpolitischen) Polizisten der seine Arbeit machen will.
Habe ua. ein "Interview" gefunden das ein Reporter (TAZ)mit Gereon Rath führt ( natürlich in Person von V. Kutscher)das hat mich irgendwie überzeugt in die Serie einzusteigen.
(natürlich ist das jetzt nur ein erster Eindruck und die GR Experten können mich gerne berichtigen ......(was meine Erwartungshaltung betifft )

Ray Offline



Beiträge: 1.098

03.05.2018 21:14
#24 RE: Babylon Berlin: Die Gereon-Rath-Krimis von Volker Kutscher Zitat · antworten

Nunmehr habe ich auch den zweiten Rath-Wälzer "Der stumme Tod" durchgelesen.

Meine Vorfreude war ob des Inhalts, der deutschen Filmindustrie während des Umbruchs von Stumm- zu Tonfilm und der hiesigen Besprechungen besonders hoch. Alles in allem wurden meine Erwartungen erfüllt.

Nach dem Tod einer Filmikone während stattfindender Dreharbeiten, bei dem zunächst unklar ist, ob es sich um einen tragischen Unfall oder einen perfiden Mord handelt, wird Gereon Rath aufgrund einer Verbindung aus dem ersten Roman auf einen Parallelfall einer vermissten und aufstrebenden Schauspielerin gestoßen. Dieser hat im engeren Sinne erstmal nichts mit dem anderen Vorfall zu tun, sondern markiert wie sich herausstellen wird den Auftakt einer Mordserie. Jedoch spielt er sich eben im gleichen Milieu ab, weswegen der Leser interessiert verfolgt, inwieweit doch eine darüber hinaus gehende Verbindung zwischen beiden Fällen besteht. Wie schon geschrieben wurde, ist der Whodunit nicht allzu schwer zu knacken, dennoch erhält sich der Roman eben wegen der Unklarheit über eine etwaige Verbindung zum Parallelfall eine gewisse Spannung. Davon abgesehen genießt es der Filmfreund, in die Atmosphäre dieser für den Film so spannenden Zeit einzutauchen. Natürlich nimmt auch das Privatleben von Rath wieder Raum ein. Er kommt auf den Hund, tut auf Vermittlung seines Vaters einem gewissen Konrad Adenauer einen Gefallen, wird von einem alten Freund aus Kölner Zeiten besucht, der Rath im Finale eine echte Hilfe ist und auch im Hinblick auf die Beziehung zu Charly gibt es neue Entwicklungen.

Ich jedenfalls bin jetzt so drin im Rath-Universum, dass ich mir heute den dritten Roman "Goldstein" besorgt habe, über den ich dann hoffentlich in 3-4 Wochen berichten kann.

Ray Offline



Beiträge: 1.098

25.06.2018 19:07
#25 RE: Babylon Berlin: Die Gereon-Rath-Krimis von Volker Kutscher Zitat · antworten

Etwas länger hat es doch gedauert, aber inzwischen ist auch Rath-Roman-Nr. 3 "Goldstein" durchgelesen.

In der Struktur wieder eher vergleichbar mit dem Erstling, zeigt sich "Goldstein" inhaltlich recht komplex. Da ist einerseits der Tod eines jungen Kaufhausdiebes, für den offenkundig ein Polizist verantwortlich ist. Dies hat aber nur die Komplizin des Toten gesehen und die hat nur wenig Interesse daran, zur Aufklärung beizutragen. Andererseits müssen Mitglieder der verfeindeten Ringvereine Berolina und Nordpiraten ins Gras beißen. Dazwischen ist Abraham Goldstein, ein jüdischer Gangster aus den USA, der einen Abstecher nach Berlin macht und von Gereon Rath überwacht werden soll. Das gelingt mehr schlecht als recht und Goldstein wird schnell verdächtigt, für den Tod an einem SA-Mann sowie an den toten Ringvereinsmitgliedern verantwortlich zu sein. Letzten Endes - man ahnt es früh - hängen die Fälle alle irgendwie zusammen.

Ansonsten steht die Beziehung zwischen Rath und Charly mal wieder vor manch einer Bewährungsprobe. Eine Reise nach Köln gerät zum Fiasko, den vorbereiteten Heiratsantrag verschiebt Rath ein ums andere Mal. Charly wird von ihrem Professor für ein Forschungsprojekt in Frankreich angeworben, wodurch Rath und sie über Monate getrennt sein werden.

Die wieder etwas unübersichtliche Struktur in Sachen Personen und Handlungspfade sowie die wesentlich längere Lesedauer haben manchmal dazu geführt, dass es schwer fiel, bis in die letzte Ecke hinein den Überblick zu wahren. Den (Haupt-)täter habe ich im goldrichtigen letzten Moment vor seienr Entlarvung erraten, das ist durchaus zu schaffen. Generell lebt auch dieser Roman wieder vom Zeitdokumentarischen, den feinen Zwischentönen, die den überlegenen Leser aufhorchen lassen. Unter den Studenten der Juristischen Fakultät dominiert rechtes Gedankengut, "Braunhemden" treten offensiv pöbelnd und gewalttätig gegenüber Juden auf. Tiefgreifende Ereignisse werfen ihre Schatten voraus und der Leser ist gespannt, wie sich die kommenden Jahre auf Gereon Rath und sein berufliches sowie privates Umfeld auswirken werden. Insgesamt bewegt sich die Reihe weiter auf einem guten Niveau.


Gibt es bei den anderen Rath-Lesern und -Hörern auch Fortschritte zu vermelden?

Ray Offline



Beiträge: 1.098

01.07.2018 19:40
#26 RE: Babylon Berlin: Die Gereon-Rath-Krimis von Volker Kutscher Zitat · antworten

Inzwischen stehen die Sendetermine der ersten Staffel von "Babylon Berlin" in der ARD fest.

Den Auftakt mit drei Folgen gibt es am 30. September auf dem Sendeplatz des Dauerbrenners "Tatort". Danach geht es ab 04. Oktober erst mit Folgen im Dreierpack, dann mit Doppelfolgen weiter. Auch hier geht es jeweils um 20:15 los.

Jan Online




Beiträge: 1.336

01.07.2018 22:27
#27 RE: Babylon Berlin: Die Gereon-Rath-Krimis von Volker Kutscher Zitat · antworten

Zitat von Ray im Beitrag #26
Inzwischen stehen die Sendetermine der ersten Staffel von "Babylon Berlin" in der ARD fest.

Den Auftakt mit drei Folgen gibt es am 30. September auf dem Sendeplatz des Dauerbrenners "Tatort". Danach geht es ab 04. Oktober erst mit Folgen im Dreierpack, dann mit Doppelfolgen weiter. Auch hier geht es jeweils um 20:15 los.


Darauf bin ich schon mehr als gespannt. Da kann ich ja seit Jahren auch einmal wieder am Sonntagabend ARD schauen...

Gruß
Jan

Gubanov Offline




Beiträge: 15.570

01.07.2018 22:54
#28 RE: Babylon Berlin: Die Gereon-Rath-Krimis von Volker Kutscher Zitat · antworten

Aber welch eine kuriose Programmentscheidung. Da produziert man die teuerste Serie Deutschlands und (ver-)sendet dann je drei Folgen am Stück?

Marmstorfer Offline




Beiträge: 7.391

01.07.2018 23:09
#29 RE: Babylon Berlin: Die Gereon-Rath-Krimis von Volker Kutscher Zitat · antworten

Das entspricht aber durchaus den Sehgewohnheiten der Zuschauer - Stichwort Binge Watching. Bei der neuen „Weißensee“-Staffel ist die ARD kürzlich noch extremer vorgegangen - und hat alle sechs Folgen an drei aufeinanderfolgenden Abenden weggesendet. Ich finde die Entscheidung der Verantwortlichen gut. Es wäre Blödsinn, die 16 Folgen auf 16 Wochen zu strecken. So weit ich weiß, soll die komplette Serie auch bereits zum Free-TV Start in der ARD-Mediathek abrufbar sein.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.570

01.07.2018 23:15
#30 RE: Babylon Berlin: Die Gereon-Rath-Krimis von Volker Kutscher Zitat · antworten

Eine 16-Wochen-Streckung kann niemand wollen. Wochentaktungen sind generell Quatsch für kontinuierlich erzählte Serien. Und das auch, wenn man 135 statt 45 Minuten am Stück sendet. Warum also nicht ein richtiges Event à la Fußball-WM / Dschungel-Camp mit täglicher Programmierung versuchen?

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