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Dieses Thema hat 7 Antworten
und wurde 420 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker national
Mark Paxton Offline




Beiträge: 341

23.03.2017 17:40
Hinter diesen Mauern (Krimi von 1966 mit Fritz Wepper, Max Eckard) Zitat · antworten

Pidax hat diesen Krimi als einen der "besten deutschen Kriminalfilme" angekündigt:

http://www.pidax-film.de/Film-Klassiker/...uern::1126.html

Der Inhalt liest sich interessant und die Besetzung auch, da sind auch einige Wallace- und Durbridge-Darsteller mit dabei.
Es spielen Fritz Wepper, Max Eckard, Karl John, Ilse Steppat, Hermann Lenschau, Erwin Linder, Barbara Schneider, Fritz Haneke, Peter Schütte, Konrad Mayerhoff, Karl-Heinz Gerdesmann, Robert Meyn, Gerdamaria Jürgens, Til Erwig, Joachim Rake, Otto Kuhlmann.

Gedreht wurde laut Text ausschließlich in England.

Kennt den Film schon irgendjemand?

brutus Offline




Beiträge: 12.818

23.03.2017 22:43
#2 RE: Hinter diesen Mauern (Krimi von 1966 mit Fritz Wepper, Max Eckard) Zitat · antworten

Es gibt erstaunlich wenig Informationen, aber nach dem, was Pidax so schreibt, folgt der Film einigermaßen dem der Verfilmung zu Grunde liegenden Buch, welches schon einmal verfilmt wurde, 1959 unter dem gleiche Titel, mit Van Johnson und Vera Miles in den Hauptrollen

Mark Paxton Offline




Beiträge: 341

01.07.2017 20:07
#3 RE: Hinter diesen Mauern (Krimi von 1966 mit Fritz Wepper, Max Eckard) Zitat · antworten

Hinter diesen Mauern
Krimi, BRD 1966 (schwarz/ weiß)
Regie: Karlheinz Bieber

Mit Fritz Wepper, Max Eckard, Barbara Schneider, Karl John, Ilse Steppat, Hermann Lenschau, Erwin Linder, Peter Schütte, Konrad Mayerhoff, Karl Heinz Gerdesmann, Robert Meyn

Diese Krimiperle ist gerade bei der Pidax auf DVD erschienen. Hatte zuvor noch nie etwas von diesem Film gehört, aber schon die Besetzung mit Fritz Wepper und Max Eckard in den Titelrollen, machte mich bei der DVD-Ankündigung neugierig.
Was soll ich sagen? Ich bin so begeistert, dass ich seit langer Zeit wieder einmal ein paar Worte zu einem Film verlieren muss. „Hinter diesen Mauern“ ist ein handfester Krimi, der von der ersten bis zur letzten Minute nicht enttäuscht. Fritz Wepper versucht darin einen Jahre zurück liegenden Mord aufzuklären, den sein Vater begangen haben soll. Er glaubt an dessen Unschuld und kann mit Hilfe eines Journalisten, gespielt von Max Eckard, den Fall klären.
Gedreht wurde der Krimi ausschließlich in England und vermittelt damit das Flair eines klassischen Schwarz-Weiß-Kriminalfilms, in dem man bis zum Schluss gespannt ist, wer der eigentliche Täter ist. Für mich ein Whodunit der Extraklasse mit vielen stimmigen Schauplätzen, interessanter Kameraführung und häufigem Schauplatzwechsel. Sehr gute Untermalungsmusik von Raimund Rosenberger. Für mich unverständlich, warum der Film bisher so unbekannt war.
Wallace-Fans kommen zu dem voll auf ihre Rechnung, denn mit Karl John, Hermann Lenschau, Ilse Steppat und Gerdamaria Jürgens sind ja auch einige Wallace-Stars mit dabei. In Nebenrollen sind auch bekannte Genregesichter wie Erwin Linder, Fritz Haneke oder Helmut Oeser zu sehen, die wir aus anderen Krimiserien kennen.
5/5 Punkte, „Hinter diesen Mauern“ hebt sich von so manchem Krimieinerlei wirklich ab!

Gubanov Online




Beiträge: 14.862

02.07.2017 00:07
#4 RE: Hinter diesen Mauern (Krimi von 1966 mit Fritz Wepper, Max Eckard) Zitat · antworten

Zitat von Mark Paxton im Beitrag #3
denn mit ... und Gerdamaria Jürgens sind ja auch einige Wallace-Stars mit dabei.

Ich bin ja ein ausgesprochener Gerda-Maria-Jürgens-Fan und freue mich jedes Mal, wenn sie mit rauem Mundwerk, gutgemeinten Hinweisen und / oder verzehrfertigen Salamibroten vor der Kamera auftaucht. Aber ein Wallace-Star ist sie nicht. Oder ist mir da ein erwähnenswerter Auftritt entgangen?

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.404

02.07.2017 13:23
#5 RE: Hinter diesen Mauern (Krimi von 1966 mit Fritz Wepper, Max Eckard) Zitat · antworten

Ich bin wirklich überrascht, dass es hier eine aktuelle Besprechung gibt, nachdem ich das Fernsehspiel gestern Nachmittag selbst gesehen habe.



BEWERTET: "Hinter diesen Mauern" (Deutschland 1966)
mit: Fritz Wepper, Barbara Schneider, Max Eckard, Hermann Lenschau, Ilse Steppat, Erwin Linder, Konrad Mayerhoff, Karin Kernke, Karl-Heinz Gerdesmann, Robert Meyn, Alfons Höckmann, Peter Schütte, Gerdamaria Jürgens, Helmut Oeser, Joachim Rake, Til Erwig u.a. | Drehbuch: Jürgen Gütt nach dem Roman von Archibald Joseph Cronin | Regie: Karlheinz Bieber

Paul Burgess erfährt nach fünfzehn Jahren, dass sein totgeglaubter Vater eine lebenslange Haftstrafe wegen Frauenmordes verbüßt. Gegen den Willen seiner Mutter macht er sich zum Schauplatz der Tat auf, um Recherchen anzustellen. Er befragt den Belastungszeugen Prusty, der einen Kiosk im Erdgeschoss des Mordhauses betreibt. In der örtlichen Bibliothek lernt er die junge Lena Anderson kennen, die ihm bei seinen Nachforschungen hilft. Bei den Behördenvertretern kommt Pauls Interesse für den alten Fall nicht gut an und man legt ihm Steine in den Weg....

"Hierzulande ist die Gerechtigkeit ein soziales Problem."

Die Straßenfeger von Francis Durbridge waren bereits etablierte Formate und Herbert Reinecker scharrte schon mit den Füßen, als das ZDF mit "Hinter diesen Mauern" ein Fernsehspiel ins Rennen schickte, das ebenfalls das Zeug zum Zwei- bzw. Dreiteiler gehabt hätte. Die Geschichte eines Studenten, der zu seiner Überraschung erfährt, dass der tote Vater noch lebt und einen Messermord an einer Blumenverkäuferin begangen haben soll, nimmt den Zuschauer sofort für sie ein. Die Suche nach der Wahrheit und der Wunsch nach Gerechtigkeit - verkörpert von einem sympathischen intelligenten Mann - wird so auch in "Der Tod läuft hinterher" (1967) erzählt werden. Die Widerstände, welche die Hauptfigur überwinden muss, reichen bis in die höchsten Gesellschaftskreise und deuten auf ein Komplott hin, das ein Bauernopfer benötigte, um bedeutende Namen aus der Affäre heraushalten zu können. Die Machtlosigkeit des Einzelnen, ein verkrustetes Rechtssystem, die Verflechtung von Politik und Justiz und die Angst vor Repressalien, die auch in einem demokratischen Staat viele Bürger zum Schweigen anhält, lassen einem Verzweifelten wenig Spielraum. So sind es wieder einmal die Ehrlich- und Aufrichtigkeit von Unbeteiligten und die Schutzmacht der Presse, welche die Wahrheitsfindung vorantreiben. Freilich handelt auch die Zeitung nicht völlig uneigennützig: das Kräftemessen mit den oft ungeliebten Politvertretern, die Schärfung des eigenen Profils, der Ruhm des Aufdeckers und die Notwendigkeit einer hohen Auflage treiben den Journalisten an und befeuern seinen Arbeitseifer. Das Berufsethos konkurriert mit der eigenen Eitelkeit und der Knüller ist oftmals wichtiger als das Schicksal des Menschen hinter den Schlagzeilen.



Fritz Wepper schultert die Hauptrolle mit überzeugender Leichtigkeit und tritt als Interessenvertreter seines ihm bisher unbekannten Vaters auf, ohne dass dieser es ihm danken würde. Karl John zeigt einen verbitterten, hasserfüllten Mann ohne Zukunftsperspektive, der alle jenseits der Gefängnismauern als Privilegierte betrachtet. Wenig Unterstützung erfährt Wepper auch von Ilse Steppat, deren schroffe Zurückhaltung er bald zurücklässt, um auf sich selbst gestellt nach der für ihn wichtigen Vergangenheit zu suchen. Barbara Schneider und Max Eckard avancieren nach und nach zu einer Ersatzfamilie, in der er positive Impulse erhält und die ihm den Rücken stärkt. Das Wiedersehen mit Max Eckard ist überaus angenehm, erinnert seine Rolle doch an den engagierten "Tim Frazer", den er zweimal gespielt hat. Seine süffisante Schadenfreude, die Zielstrebigkeit seiner Unternehmungen und die väterliche Kameradschaftlichkeit im Umgang mit dem jungen Mann bereichern die letzte halbe Stunde ungemein. Der Realismus der Darstellung, der zu einem großen Teil das Verdienst der englischen Schauplätze ist, verzichtet auch auf eine falsche Romantik, die sich leicht in die Szenen mit Lena oder Pauls Vater einschleichen hätte können. Erwin Linder als leicht erregbares Parlamentsmitglied und Karl-Heinz Gerdesmann als arroganter Befehlsempfänger verkörpern die Gesetzbarkeit, zu der verständlicherweise kein großes Vertrauen herrscht. Umso mehr treibt Paul die Befragung von Zeitzeugen voran, die den wirklichen Täter kennen und aus verschiedenen Gründen eine falsche Aussage gemacht haben. Karin Kernke zeigt dabei ihr Repertoire als Frau mit Geheimnis, deren beste Zeit hinter ihr liegt, weil sie von Enttäuschungen geprägt ist. Die Andeutungen und wissenden Blicke beherrscht sie noch wie in "Die Bande des Schreckens" und auch hier streut sie Zweifel und sät Misstrauen.

Stimmiges Krimipuzzle mit einem natürlich und stringent aufspielenden Fritz Wepper, der sich nicht nur die Sympathien des Publikums sichert. Spannend bis zum Schluss, fasziniert das Fernsehspiel mit klassischen Zutaten und authentischen Schauplätzen. 5 von 5 Punkten

Havi17 Offline




Beiträge: 2.955

02.07.2017 15:11
#6 RE: Hinter diesen Mauern (Krimi von 1966 mit Fritz Wepper, Max Eckard) Zitat · antworten

Karlheinz Bieber führte auch Regie beim Tatort Saarbrücken an einem Montag.

Gruss
Havi17

Mark Paxton Offline




Beiträge: 341

02.07.2017 18:38
#7 RE: Hinter diesen Mauern (Krimi von 1966 mit Fritz Wepper, Max Eckard) Zitat · antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #4
Zitat von Mark Paxton im Beitrag #3
denn mit ... und Gerdamaria Jürgens sind ja auch einige Wallace-Stars mit dabei.

Ich bin ja ein ausgesprochener Gerda-Maria-Jürgens-Fan und freue mich jedes Mal, wenn sie mit rauem Mundwerk, gutgemeinten Hinweisen und / oder verzehrfertigen Salamibroten vor der Kamera auftaucht. Aber ein Wallace-Star ist sie nicht. Oder ist mir da ein erwähnenswerter Auftritt entgangen?
Also, mir war so, als hätte ich sie bei meiner letzten Sichtung des FÄLSCHERS erkannt. Ich habe mich noch gewundert, dass sie in keiner Besetzungsliste genannt wird.

Georg Offline




Beiträge: 2.779

14.07.2017 11:34
#8 RE: Hinter diesen Mauern (Krimi von 1966 mit Fritz Wepper, Max Eckard) Zitat · antworten
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