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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 315 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker national
Georg Offline




Beiträge: 3.217

19.06.2016 11:12
Der Chef wünscht keine Zeugen (Thriller, BRD 1964) Zitat · Antworten

Der Chef wünscht keine Zeugen
Science-Fiction-Thriller, BRD 1964

Mit Maria Perschy, Robert Cunningham, Uwe Friedrichsen, Rolf von Nauckhoff, Gustavo Rojo, Rolf Wanka, Armin Dahlen, Stefan Schnabel, Hans Elwenspoek

Buch: Peter Berneis
Kamera: Heinz Schnackertz
Musik: Hermann Thieme
Produktion: Hans Albin
Regie: Hans Albin & Peter Berneis

Aus Zeitmangel zitiere ich für den Inhalt Wikipedia: "Flug Nr. 112 mit dem US-amerikanischen Senator Farnsworth an Bord stürzt im mexikanischen Dschungel ab. Nach der Bruchlandung erhält der Pilot von einem ominösen Vorgesetzten folgende Anweisung: „Keine Überlebenden!“ Alle am Leben verbliebenen Fluggäste werden daraufhin ermordet, und auch der Diplomat bleibt letztlich nur indirekt verschont. Er soll, wie viele andere Entscheidungsträger auf der Erde, fortan lediglich als Marionette dienen, dessen Körper anderweitig genutzt wird."

Hans Albin und Peter Berneis drehten mit diesem Film einen der ganz wenigen Ausflüge in das Science-Fiction-Thriller-Genre, die das deutsche Kino in den 50ern und 60ern gemacht hat. Offensichtlich inspiriert an Don Siegels "Die Dämonischen" liefern sie ein Werk ab, dass das Lexikon des Internationalen Films als "Albtraumkino nach Wallace-Rezepten, das auf die Atomangst der Zuschauer spekuliert" bezeichnet.
Immerhin bietet "Der Chef wünscht keine Zeugen" eine nicht uninteressante Story, die sich von anderen deutschen Filmen des Jahrzehnts abhebt. Die Besetzung, großteils damals wohl eher noch unbekannt, ist aus heutiger Sicht sehr interessant: Maria Perschy agiert perfekt als Sekretärin in der Hauptrolle, der sehr junge und erst kürzlich verstorbene Uwe Friedrichsen (von Erik Schumann synchronisiert!!!) spielt einen unerschrockenen Journalisten. Die weiteren Rollen kennt man eher aus dem Fernsehen als aus dem Kino der 60er. Rolf von Nauckhoff, Rolf Wanka oder Stefan Schnabel werden beispielsweise den meisten wohl aus "Kommissar Freytag" bekannt sein, Armin Dahlen als Hauptfigur in "Alarm in den Bergen".
Für einen guten Soundtrack sorgt wie immer Hermann Thieme.
Mein Fazit: ein nicht uninteressanter Ausflug in ein Gebiet, in das sich deutschsprachige Filmemacher sonst nicht vorwagten. Natürlich ein Kolportagefilm, aber ein Experiment, das man mal gesehen haben kann.

Giacco Offline



Beiträge: 2.254

19.06.2016 16:20
#2 RE: Der Chef wünscht keine Zeugen (Thriller, BRD 1964) Zitat · Antworten

Auch zu diesem Film eine zeitgenössische Kritik:

"Endlich haben wir auch einen deutschen Beitrag zur Filmplauderei über den atomaren Weltuntergang. Wir brauchen dazu keinen Generalstäbler von John Frankenheimer und keinen körpersaftigen Psychopathen von Stanley Kubrick - uns reicht ein Verwandter aus der Horrorkrimi-Serie, der die Prominenz reihenweise ermordet und zu willfährigem Sklavenleben erweckt, der die Großmächte beherrscht und - welch konsequenter Abgesang dieser aufgebauschten Einfalt - eine Atombombe zündet. Der gähnende Krater im Schlußbild ist von treffender Symbolik.
Zwei Regisseure, deren einer auch am Drehbuch mitarbeitete, zeichnen für diesen hoffärtigen Thriller verantwortlich. Das Durcheinander von Weltherrscher-Wahn und realem Apell an das Gewissen der Menschheit, von Mephisto-Anleihen und Groschenroman fordert ebenso zum Ärger heraus wie das Spiel der Darsteller, die an den Tiefschlag-Texten scheitern."


Der Film wurde vom Schorcht-Verleih am 24.4.1964 heimlich, still und leise in die Kinos gebracht. Die Film-Echo-Note 4,7 bei nur mageren 11 Meldungen belegt, dass er kein großes Publikum gefunden hat. Durch den Schorcht-Konkurs Anfang 1965 verschwand er dann auch von den Spielplänen.

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