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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 253 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker national
Matze K. Offline



Beiträge: 1.060

22.05.2016 17:28
Tote reden nicht (1-2) Zitat · Antworten

Wir haben uns entsprechend einigen vielversprechenden Tipps die Straßenfeger-Box 44 zugelegt. Und ich muss sagen -> definitiv kein Fehlkauf. Gut den zweiten Mehrteiler müssen wir uns noch anschaun, aber Tote reden nicht hat uns restlos überzeigt. Es gibt kaum Spuren von Propagande alle "der Feind sitzt im Westen". Bis auf "Raborti" (russisch für Arbeiten), kommt auch kein zonischer Begriff vor. Im ersten Teil wird man etwas mit Infos bombardiert - aber hat man diese Phase überwunden ist Spannung und Täter raten angesagt. Der 2-Teiler kann sich m. E. sehr gut mit den Durbrigde Krimis messen und würde in meiner Wertung den ein oder anderen auch locker überholen.



Von der Handlung lass ich mal alles weg. Es ist auch der erste Film für mich in dem im Abspann einer der Hauptdarsteller mit einem Kreuz gekennzeichnet ist. Also hat man lange an der finalen Version gebastelt oder der Tod kam plötzlich. Klar die Schauspieler kennt kaum einer - ich kannte keinen - was aber bei einer DFF-Verfilmung ja auch bei den meisten von uns so ist. Wobei Werner Toelcke sogar eine eigene Internetseite hat: http://www.wernertoelcke.de/. Der zweite Mehrteiler auf der Box "Botschafter Morden nicht" ist auch mit ihm. Also bin ich voller Vorfreude.

Mein Ergebnis, wenn man es in Punkte fassen will: Ein spannender Mehrteiler, der 4,5 von 5 Punkten verdient hat.

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Cora Ann Milton Offline



Beiträge: 5.110

22.05.2016 18:03
#2 RE: Tote reden nicht (1-2) Zitat · Antworten

Ein sehr spannender Zweiteiler über den Contergan-Skandal - auch wenn hier vom Schlafmittel Dorsan die Rede ist. Vor der Kamera agieren einige der renommiertesten Darsteller der damaligen DDR wie zum Beispiel Horst Schulze und Annekathrin Bürger. Bei den Kriminalfilmen aus der Feder von Werner Toelcke werden meist Wirtschaftsverbrechen oder die Aktivitäten von Alt-Nazis thematisiert. Ein Vergleich mit Francis Durbridge hinkt da doch sehr. Gemeinsam ist den Filmen nur das Kriminalgenre. Werner Toelckes Filme waren in der damaligen DDR sehr populär, was in besonderem Maße an der kess-sympathischen Art liegt, mit der Werner Toelcke seinen Kriminalassistent (später Privatdetektiv) Weber porträtiert. Leider wurden sie in späteren Jahren nicht mehr wiederholt, da Toelcke 1984 in die BRD übersiedelte.

Was den Autor und Hauptdarsteller Werner Toelcke angeht, so hatte ich das Vergnügen, von ihm auf meine E-Mail über seine Webseite eine überaus freundliche Antwort auf meine Anfrage bezüglich seines Kollegen Gerd Biewer, der mit ihm in "Tote reden nicht" mitwirkte und den ich sehr schätze, erhalten zu haben.

Der erwähnte Todesfall betraf den Hauptdarsteller Johannes Arpe, der so unerwartet verstarb, dass man einige der bereits mit ihm abgedrehten Szenen später anders in den Film einfügte, um die von ihm verkörperte Figur des Kriminalkommissar Graumann quasi am Leben zu erhalten. Seine Ermittlungstätigkeit übernahm später Hans-Joachim Hanisch als Kommissar Schopenhauer. Eine Figur, der ich übrigens alles andere als sympathisch gegenüberstehe.

Die DVD-Box enthält ein sehr interessantes Interview mit Herrn Toelcke, in dem unter anderem auch der unerwartete Todesfall von Johannes Arpe zur Sprache kommt. Mir gefallen auch seine weiteren Arbeiten wie zum Beispiel "Er ging allein" (1967) und "Rückkehr als Toter" (1974) sehr gut.

Hier der Trailer zur "Straßenfeger-Edition":

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