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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 556 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker national
Georg Offline




Beiträge: 3.214

07.01.2016 16:25
Bankraub in der Rue Latour (1961) Zitat · Antworten

BANKRAUB IN DER RUE LATOUR
BRD 1961

Mit Curd Jürgens, Ingeborg Schöner, Peer Schmidt, Fritz Rémond, Charles Régnier, Klaus Kinski, Carl Lange, Bum Krüger, Ursula Herking, Erika von Thellmann, Otto Stern, Christiane Nielsen, Herbert Weissbach, Helmut Alimonta, Almut Berg, Tania Corvin

Drehbuch: Werner Bergold & Franz Geiger
Musik: Charly Niessen
Kamera: Paul Grupp
Regie: Curd Jürgens

Gentleman Cliff McHardy ist pleite. Er beschließt, sich fortan als Gauner sein Geld zu verdienen. Mit zwei "Professionellen" namens Alex und Manchette beschließt er, einen Bank auszurauben. Als russische Popen verkleidet, will man ein Pariser Geldinstitut um das Ersparte ihrer Kunden erleichtern. Doch der Versuch läuft schief. Durch einen Zufall kommt Cliff auf die Idee, den Raub als Filmdreh zu tarnen. Die drei Gangster gründen daraufhin die fiktive "Cinéfix"-Filmproduktion und kommen auf dem Filmball gar an das Drehbuch eines exzentrischen intellektuellen Autors heran. Alles wird genau geplant, bis die Gentlemen endlich zuschlagen ...

Curd Jürgens' letzte Regiearbeit ist eine nicht uncharmante Krimikomödie um drei Gentlemenganoven, die sich sofort der Sympathie des Publikums sicher sein können. Galant und stets freundlich agieren die drei bei den Vorbereitungen für ihrem großen Coup. Zwar ist manches zugegebenermaßen bemüht lustig, manche Pointen sitzen aber perfekt und der Film hält Spannung bis zum Ende, die 90 Minuten vergehen wie im Flug.

Dazu trägt auch die wirklich geniale Besetzung bei. Ein Publikumsliebling gibt hier dem anderen die Klinke in die Hand: Charles Régnier spielt einen Gauner, Klaus Kinski einen verrückten Drehbuchautor (eine absolute Paraderolle für ihn! Der Spiegel: "Keine Verwandlungsaufgaben wurden hingegen Klaus Kinski aufgebürdet: Als wirrer Drehbuchdichter spielt er sich selbst."), Carl Lange spielt mal keinen Offizier. Überaus charmant und "süß" agiert die hübsche Ingeborg Schöner mit einem Running Gag. Bum Krüger, Herbert Weissbach, Ursula Herking, Otto Stern und Erika von Thellmann sind außerdem immer gern gesehene Darsteller in Nebenrollen.

Das Lexikon des Internationalen Films meinte: "Mit Seitenhieben auf Politik und Filmindustrie gespickte kleine Komödie, die in einer langen Rückblende erzählt wird und brauchbare Kriminalunterhaltung liefert." Kritischer sah dies das Hamburger Abendblatt, das meinte, Regisseur Jürgens konnte sich nicht entscheiden, ob er einen Krimi oder eine Klamotte drehen wollte. Das Wort 'Klamotte' ist jedoch m. E. eindeutig zu negativ behaftet, als dass es für diese unterhaltsame Produktion verwendet werden könnte. Bankraub in der Rue Latour ist eine unterhaltsame, kurzweilige Krimikomödie, die nicht allzu hohe Ansprüche stellt, aber perfekt für einen entspannten Nachmittag oder Filmabend passt.

Ray Offline



Beiträge: 1.833

07.01.2016 20:00
#2 RE: Bankraub in der Rue Latour (1961) Zitat · Antworten

Vielen Dank für die Rezension! Seitdem ich vor einiger Zeit auf einer Filmjuwelen-DVD den Trailer zu diesem Film sah, steht er auf meiner Wunschliste. Leider gab es bis dato wenig über diesen Film zu lesen. Die Besetzung ist wirklich großartig. Charles Regnier als Gauner ist äußerst vielversprechend, zumal er das in "Das Testament des Dr. Mabuse" schon grandios gemacht hat.

Weiß jemand, wie es um eine VÖ steht? Die Filmjuwelen-DVD ist ja schon lange angekündigt, aber irgendwie gibt es nichts Neues. Gibt es rechtliche Probleme? Ist ein anderes Label (z.B. Pidax) dran?

Ray Offline



Beiträge: 1.833

29.11.2016 22:43
#3 RE: Bankraub in der Rue Latour (1961) Zitat · Antworten

Zitat von Fräulein Janine im Beitrag seltene 60er-Jahre-Krimis online
Ebenfalls empfehlenswert ist: 'Bankraub in der Rue Latour' mit Curd Jürgens, Klaus Kinski, Ingeborg Schöner, Peer Schmidt (auch bei "Heimatfilme" und Youtube zu sehen)

Auf den Film habe ich schon lange gewartet, leider ist ja aus der Filmjuwelen-VÖ nichts geworden. Umso mehr habe ich mich über den Hinweis gefreut, dass der Fim nun bei YouTube zu sehen ist.

Alles in allem ein amüsantes Gaunerstück, das es sich in erster Linie wegen der Darsteller anzusehen lohnt. Vor allem Kinski als ambitionierter Drehbuchautor und Möchtegern-Regisseur ist köstlich.

Die Bildqualität ist gut, zwischendrin gibt es Werbeunterbrechungen, die man aber nach wenigen Sekunden wegklicken kann. Dazu gab es ein paar Werbeeinblendungen während des Films, auch diese lassen sich jedoch leicht entfernen. Die Gelegenheit, sich diesen lang ersehnten Fim einmal anzusehen, darf also ruhig genutzt werden!

P.S.: Die (Film-)Geschichte hat ja im Übrigen gelehrt, dass man mit dem Vorwand, einen Film zu drehen, noch ganz andere Dinge bewerkstelligen kann ("Argo").

Giacco Offline



Beiträge: 2.235

01.01.2021 12:32
#4 RE: Bankraub in der Rue Latour (1961) Zitat · Antworten

BANKRAUB IN DER RUE LATOUR
BRD (1961) - R: Curd Jürgens - DE: 21.7.1961 - FSK 16 - V: Europa
Prod.: IPA - Produktions- Und Werbe GmbH, Frankfurt (Helmut Stoldt)
Musik: Charly Niessen - Das Titellied singt Inge Brandenburg
Darsteller: Curd Jürgens, Ingeborg Schöner, Peer Schmidt, Fritz Rémond, Christiane Nielsen, Charles Regnier, Klaus Kinski, Carl Lange, Ursula Herking, Bum Krüger, Erika von Thellmann, Otto Stern, Herbert Weissbach



Als ihm seine Freundin Gloria wegen seiner ständigen Geldknappheit den Laufpass gibt, beschließt Lebemann Cliff, seine Finanzen mit Tätigkeiten außerhalb der Legalität aufzubessern. Gemeinsam mit den beiden Kleinganoven Manchette und Alex plant er, ein Ding zu drehen. Ein Bankraub soll es sein, den man unter dem Deckmantel von Filmaufnahmen ganz unauffällig und völlig gefahrlos durchführen könnte. Also gründet das Trio eine Filmgesellschaft, besorgt sich ein Drehbuch und trifft die nötigen Vorbereitungen. Doch als es dann endlich soweit ist, kommt ihnen eine Konkurrenzbande in die Quere, die Wind von der Sache bekommen hat.

Amüsante Gaunerkomödie, der allerdings ein bißchen mehr Pep gut getan hätte. Außer ein paar charmant präsentierten Gags gibt es überwiegend harmlose Witzeleien. Dennoch wird vergnügliche, mit einem Augenzwinkern servierte Unterhaltung geboten. Dafür sorgen die gelungene Inszenierung und ein spielfreudiges Darsteller-Ensemble. Curd Jürgens schlüpft als Gentleman-Gangster u.a. auch in diverse Verkleidungen, vermeidet dabei aber die üblichen Ausrutscher in billigen Klamauk. Zudem lässt er das Publikum zwischendurch immer mal an seinen Gedanken teilhaben. Peer Schmidt und Fritz Rémond als seine "Komplizen" stellen einmal mehr ihr komödiantisches Talent unter Beweis, das wohldosiert zum Einsatz kommt. Für ein paar Schmunzler sorgt auch Carl Lange in einer für ihn ungewohnten Rolle als überkandidelter Regisseur mit künstlerischen Ambitionen. Köstlich ist die Darbietung von Klaus Kinski, der offensichtlich Spaß daran hatte, mal ins komische Fach zu wechseln. Er spielt einen exzentrisch-wirren Drehbuchautor, der angeblich materielle Güter verachtet, aber ohne einen festigen Vorschuss zu kassieren, zu keinem Vertragsabschluss bereit ist.
Befragt, wie denn Curd Jürgens als Regisseur sei, lobten die Kollegen bei der Premiere im Frankfurter Turm-Palast seine Arbeit. Er sei überaus diszipliniert, kollegial, ruhig und sicher gewesen. Ingeborg Schöner erklärte sogar: "Curd Jürgens war mein bisher bester Regisseur." Die Dreharbeiten, die im Frühjahr 1961 stattfanden, dauerten nur 18 Tage. Wie beim Fernsehen wurde gleichzeitig mit drei Kameras gefilmt.

"In seiner dritten Film-Regie schlägt Curd Jürgens heitere Töne an. Sie bekommen ihm gut. Sein "Bankraub", dessen Realisierung an der Liebe scheitert, hat das Klassenziel erreicht. Jürgens gibt sich unterkühlt - sowohl als Regisseur als auch in der Hauptrolle. Nonchalant wickelt er das "Film-im-Film"-Geschehen ab, nicht ohne bekannte Schwächen der Film-Society mit Nadelstichen zu bedenken: seien es die Finanznöte oder merkwürdige Beziehungen. Der Regisseur und die Autoren (Franz Geiger/Werner Bergold) nehmen wenig Rücksicht auf die Zunft. Sie zeigen indessen nur das, was ohnehin zum Rüstzeug der öffentlichen Meinung gehört. Bei der Schilderung der Ganoven und der Einbruchsplanung, orientiert sich Jürgens an Gentleman-Verbrechern angelsächsischer Schule.
Als Assistenten für das drollige Unternehmen stehen Jürgens zwei sattelfeste Mimen zur Seite: Fritz Rémond und Peer Schmidt. Auch die weiteren Rollen sind so besetzt, dass keine Panne passieren kann. Ingeborg Schöner als gute Fee zeigt sich gelöst. Christiane Nielsen schlängelt ihren Schau-Sex durch die Szene."
(Film-Echo)

Film-Echo-Note: 5,7 (41 Meldungen)

Der Mönch mit der Peitsche Offline



Beiträge: 476

01.01.2021 21:06
#5 RE: Bankraub in der Rue Latour (1961) Zitat · Antworten

Peer Schmidt und Bum Krüger...zwei tolle Charakterdarsteller in dieser amüsanten Gaunerkomödie!!!.

Lustig ist, dass auch hier mal Klaus Kinski mitspielt, obwohl Komödien eigentlich so gar nicht in sein filmisches und darstellerisches Beuteschema passen!!!.

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