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Dieses Thema hat 21 Antworten
und wurde 1.537 mal aufgerufen
 Francis Durbridge
Seiten 1 | 2
schwarzseher Offline



Beiträge: 331

25.03.2016 11:48
#16 RE: "Die Spur mit dem Lippenstift" (The Passenger) auf DVD! Zitat · antworten

Der Trailer lässt ja einiges erwarten und eine Vorfreude macht sich breit ( dann noch die Insp. Wexford Serie dazu ..) da hat Pidax wieder einige gute Griffe getan.

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.259

16.05.2016 18:58
#17 RE: "Die Spur mit dem Lippenstift" (The Passenger) auf DVD! Zitat · antworten

Letztens zum ersten mal gesehen und muss sagen hat mir sehr gut gefallen - langsam wie die Älteren deutschen Durbrige Filme mit
unerwarteten Drehungen und falschen Fährten allerdings statt in stielvollem SW in diesem typischen 70er Jahre look mit Musik untermalt
die manchem Giallo gut gestanden hätte - liebe die Abspann Melodie

Was man nicht erwarten sollte ist Action - dann wird man auch nicht enttäuscht
Die DVD ist gelungen, dass Bild wirkt sauberer als bei Die Puppe - käme bei mir vor Das Messer oder wie ein Blitz in einem Ranking -
schade das nie eine deutsche Fassung des Stoffs gedreht wurde - wobei dann hätten wir wohl diese nur auf englisch

Happiness IS the road ! (Marillion)

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.397

12.06.2016 14:36
#18 RE: "Die Spur mit dem Lippenstift" (The Passenger) auf DVD! Zitat · antworten



BEWERTET: "Die Spur mit dem Lippenstift" - Teil 1 (Großbritannien 1971)
mit: Peter Barkworth, Joanna Dunham, David Knight, Melissa Stribling, James Kerry, Michael McStay, Arthur Pentelow, Paul Grist, Beth Morris u.a. | Drehbuch: Francis Durbridge | Regie: Michael Ferguson

Als der Geschäftsmann David Walker seine Frau Evelyn mit ihrem Liebhaber in flagranti erwischt, entschließt er sich, seinen Onkel in Cumberland zu besuchen. Auf der Fahrt dorthin nimmt er eine Anhalterin mit, die seinen Wagen jedoch verlässt, während er bei einer Tankstelle Benzin holt. Kurze Zeit später wird Inspektor Denson in Walkers Büro vorstellig und unterrichtet ihn über den gewaltsamen Tod der jungen Frau. Mehrere Indizien sprechen gegen den Spielwarenfabrikanten, der nach wie vor leugnet, Judy Clayton jemals zuvor gesehen zu haben....

Das scheinbar wohlgeordnete Leben eines Mannes droht nach und nach Risse zu bekommen und ist ernsthaft vom Einsturz bedroht: Dieses Szenario finden wir häufig bei Francis Durbridge, der seine Helden durchs Feuer gehen lässt, um sie geläutert (und um einige Erfahrungen reicher) in ein neues Leben zu führen. David Walker ist so ein Mann. Die Sympathie des Zuschauers gewinnt er in wenigen Augenblicken, als er zuerst von seiner Frau und dann von der Anhalterin hintergangen wird. Während die erste sich schon vor längerer Zeit heimlich von ihm abgewendet hat, lässt ihn die zweite ohne Erklärung am Straßenrand stehen, um ihm dann (gewollt oder ungewollt) Schwierigkeiten zu bereiten. Der geschäftliche Erfolg und die damit einhergehende Freiheit werden durch die private Schlinge, die sich um seinen Hals zieht, zunichte gemacht. Die Isolation des Helden durch enge Bekannte und Freunde, sowie die Schädigung des guten Rufes durch Ermittlungen, ist ein beliebtes Sujet bei Spannungsmeister Durbridge.

"The Passenger" verfügt über eine gediegene Atmosphäre, in der die Kriminalpolizei saubere Arbeit leistet, ohne auf Effekte zu setzen. Der Ermittler ist ein Durchschnittsbürger, der seine Ruhe nach Feierabend liebt, keine Schrullen pflegt und auf kollegiale Zusammenarbeit baut. Die Suche nach der Wahrheit ist für ihn eine Verpflichtung, der er aus Überzeugung nachkommt. Die gesammelten Informationen wertet er ruhig und besonnen aus, ohne Personen vorzuverurteilen. Die Zweifel an der Schuld des Hauptverdächtigen geben dem Zuschauer die Hoffnung, dass es für diesen ein gutes Ende nehmen wird. Dieses unsichtbare Schutzschild wird in "The Passenger" aber unerwartet aufgehoben und sorgt im Cliffhanger am Ende von Teil 1 für Irritation und ungläubiges Staunen. Nun muss sich das Publikum mehr als zuvor an Inspektor Denson halten, um aus dem Wirrwarr an falschen Spuren und Lügen herauszufinden.

Der mysteriöse Gegenstand und das Vertauschen von Identitäten sind wichtige Zutaten in den Mehrteilern von Durbridge und werden auch hier gepflegt: der Farbton eines Lippenstifts, ein immer wiederkehrender Schlüsselanhänger, Fotos, Telegramme, heimliche Beziehungen und finanzielle Abhängigkeiten. Das Opfer ist von Geheimnissen umrankt, die es nach und nach preisgeben muss, um Licht in den Fall zu bringen. Leider wurde versäumt, das Auffinden der Leiche zu zeigen, was der familiären Atmosphäre abrupt eine ernste Note verliehen hätte. Der Mord wird dadurch einer wichtigen Komponente beraubt, was bei einem actionarmen Kriminalfilm nicht unwesentlich ist. Richtig unheimlich wird es erst gegen Ende des ersten Teils, als Evelyn Walker am späten Abend nach Hause kommt und das Zigarettenetui ihres Mannes findet. Die vielen sonnigen Außendrehs wirken heiter und lassen die Bedrohung nicht gleich offensichtlich werden.

Fazit nach Teil 1: Das Ambiente erinnert an die englischen Fassungen von "Melissa" und "Die Puppe", wobei die Handlungsträger fast unauffällig ins Geschehen eingeführt werden. Leider flacht die Dynamik von David Walker gegen Ende ab, um dem bedächtigen Inspektor mehr Raum zu geben. Mysteriöse Frauen setzen Akzente und erweisen sich als wichtige Schlüsselträger.

Georg Offline




Beiträge: 2.773

14.06.2016 22:56
#19 RE: "Die Spur mit dem Lippenstift" (The Passenger) auf DVD! Zitat · antworten

Wer die DVD noch nicht hat - hier wird eine verlost!

http://www.entertainment-base.de/2016/06...em-lippenstift/

Die Beantwortung der Frage dürfte nicht so schwer fallen. Dr. Google weiß alles ...

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.397

19.06.2016 15:11
#20 RE: "Die Spur mit dem Lippenstift" (The Passenger) auf DVD! Zitat · antworten



BEWERTET: "Die Spur mit dem Lippenstift - Teil 2" (Großbritannien 1971)
mit: Peter Barkworth, Joanna Dunham, Arthur Pentelow, Melissa Stribling, Paul Grist, James Kerry, Michael McStay, Jane Blackburn, Derek Bond, Christine Shaw, Anthony Gylby Garner, Mona Bruce u.a. | Drehbuch: Francis Durbridge | Regie: Michael Ferguson

Inspektor Martin Denson ist nach wie vor davon überzeugt, dass David Walker das Opfer eines Komplotts geworden ist und er nicht für den Tod von Judy Clayton verantwortlich ist. Evelyn Walker verhält sich zunehmend verdächtig und ihre Bekanntschaft mit Roy Norton gibt der Polizei Rätsel auf. Als sich herausstellt, dass Judy Clayton viel Geld mit Pferdewetten gewonnen hat, führt die Spur zum Besitzer der siegreichen Pferde, Colonel Reams. Dort sieht Inspektor Denson Ruth Jensen wieder, eine Freundin seiner Frau Sue. Sie weiß mehr als sie zunächst sagt und möchte mit Denson unter vier Augen sprechen....

Der überraschende Verlust des Sympathieträgers ist für den Zuschauer ein Schock und lässt ihn sich mit Martin Denson verbünden, der mehr und mehr Anteil am Geschehen erhält. Seine korrekte Art, sein bedächtiges Vorgehen und die Hartnäckigkeit, wie er spontanen Geistesblitzen nachgeht machen ihn für das Publikum greifbarer als in Teil 1, wo er als Vertreter der Polizei unliebsame Zusammenhänge konstruieren und Verdächtigungen aussprechen musste. Nach und nach widmet sich das Drehbuch auch seiner privaten Situation, mit der er unzufrieden ist, da die Trennung von seiner Frau nur angeblich im beiderseitigen Einvernehmen erfolgt ist. Ruth Jensen wird als neue Figur eingeführt, von deren klarer Beobachtungsgabe und pragmatischen Art man sich einiges verspricht. Das Gestüt von Colonel Reams als neuer Schauplatz steht für englische Tradition und die Freiheit des Landlebens, das Unabhängigkeit verkörpert.

Die Handlung nimmt an Fahrt auf und lenkt den Blick auf Hintermänner, die mehr im Sinn haben als ein simples Eifersuchtsmotiv, das zu Beginn als ausschlaggebend für den Mord erachtet wurde. Mehrere Spuren werden gelegt, Verbindungen zu Personen aufgebaut, aber alles bleibt vorerst in der Schwebe und sobald sich die Hoffnungen auf Klarheit durch die Aussage einer Figur regt, wird dieser Zweig wieder abgebrochen und der Zuseher verliert erneut den Faden. Immer wieder kehrt die Anklage zu David Walker zurück und nimmt sein Handeln als Beweis für seine Schuld. Je nachdringlicher dies geschieht, umso mehr vermutet das Publikum ein weiteres, noch im Dunkeln liegendes Motiv für die Tat. Zeitgleich nimmt Martin Denson immer häufiger den Rat seiner Frau in Anspruch und obwohl er von ihr Informationen für seine Ermittlungen braucht, spürt man, dass er die Gelegenheit nutzt, um den privaten Kontakt mit ihr behutsam wiederherzustellen. Die Aussicht auf eine gelungene Zusammenarbeit verleiht dem zweiten Teil Stringenz und hält ihn lebendig.

Weitere Todesfälle sorgen für Verblüffung und Betroffenheit beim Publikum, dem die Frische des englischen Landlebens um die Nase weht, während es dem sympathischen Ermittler an den Fersen haftet, um das Knäuel des "Fall Clayton" zu entwirren. Neue Verdachtsmomente sorgen für ein Ansteigen der Spannung und zeigen die lauernde Bedrohung aus dem Hinterhalt auf.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.397

26.06.2016 14:08
#21 RE: "Die Spur mit dem Lippenstift" (The Passenger) auf DVD! Zitat · antworten



BEWERTET: "Die Spur mit dem Lippenstift - Teil 3" (Großbritannien 1971)
mit: Peter Barkworth, Joanna Dunham, Arthur Pentelow, Melissa Stribling, Paul Grist, James Kerry, Michael McStay, Derek Bond, Christine Shaw, Mona Bruce, Ric Felgate, Paul Hastings, Alan Chuntz, Terry Walsh u.a. | Drehbuch: Francis Durbridge | Regie: Michael Ferguson

Nachdem ein weiterer Mord geschehen ist, entschließt sich Inspektor Denson, dem Täter eine Falle zu stellen und legt einen Köder aus, der ihn selbst in große Gefahr bringt. Sein Kollege Sergeant Kennedy sorgt sich um ihn und wendet sich an Sue, um sie um ihre Unterstützung zu bitten. Als er ihr einen Brief von Martin zeigt, eilt sie zu seiner Wohnung, wo gerade ein tödlicher Angriff auf den Inspektor verübt werden soll....

Im dritten Teil avanciert Inspektor Martin Denson zum aktiven Helden, der zwei Erfolge miteinander verknüpfen möchte: die Überführung des Täters und die Versöhnung mit seiner Frau Sue. Es scheint fast so, als ob zweites ihn dazu verleiten würde, ersteres aggressiver und risikoreicher in Angriff zu nehmen als es sonst seine Art ist. Dies bestätigt sich in den Bedenken seines Kollegen Harry, der von Alleingängen abrät und mit seiner Vermutung bald richtig liegt. Die Hilfe, die Sue ihrem Mann zuteil werden lässt, ist jedoch nicht psychologisch-unterstützender Art, sondern von tatkräftigem, spontanem Mut, der die Anspannung löst und die Beziehung der beiden wie ein erlösendes Gewitter reinigt. Von nun an verfolgt der Inspektor sein Ziel mit der Unterstützung von Sue, die dort ein paar Hinweise gibt und da ein paar Fährten legt, um den Täter in die Enge und somit zum Handeln zu treiben. Die Ermittler tragen Indizien zusammen, holen sich Bestätigungen bei Zeugen und wirken zuversichtlich, was auch das Publikum beflügelt.

Im privaten Kreis des Inspektors werden einige Fragen geklärt, wobei Feinheiten offen bleiben und die Nennung des Täters beim Zuschauer nicht automatisch für eine Zerstreuung aller Zweifel sorgt. Das rasante Finale, das bereits rund zwanzig Minuten vor Ende eingeleitet wird, bietet alles an Action auf, was eine hartnäckige Verfolgungsjagd ausmacht. Die Skrupellosigkeit des Täters soll die Erklärung dafür liefern, warum er und kein anderer der Mörder ist. Dies gelingt aber nur zum Teil. Der wirkliche Grund für das Anstoßen dieser Gewaltserie, das ausschlaggebende Moment für die Erwürgung von Judy Clayton, erfährt keine überzeugende Erläuterung. Die romantische Erwartungshaltung des Zusehers erfährt hingegen einen Abschluss, der ungewöhnlich friedlich und versöhnlich ist und sich mit dem melancholischen "Dark Theme" von "The Pretty Things" bestens verbindet. Der traurige Unterton, der sich wie ein roter Faden durch den Mehrteiler zieht, erfährt seine Bestätigung in der Tatsache, dass nur zwei Personen gestärkt aus dem Fall hervorgehen. Alle anderen sind - wie bei "Hamlet" - tot oder übler Machenschaften überführt.

Ländlicher Durbridge mit charismatischem Ermittler und einer 180-Grad-Wendung, die für überraschende Entwicklungen und zunehmende Spannung sorgt. Die schönen Schauplätze unterstreichen die englische Atmosphäre, die viel zum Gelingen beiträgt. 4 von 5 Punkten

schwarzseher Offline



Beiträge: 331

02.10.2016 15:40
#22 RE: "Die Spur mit dem Lippenstift" (The Passenger) auf DVD! Zitat · antworten

Das der ( zu Unrecht) Beschuldigte auf der Strecke bleibt ......hätte ich nicht gedacht .Mein Täter ( aus der Erfahrung von "tausenden " gesehenen und gelesenen Krimis ) war auch falsch
Also ein gelungender Deiteiler.

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