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Cora Ann Milton Offline



Beiträge: 5.110

17.10.2015 14:30
Hermann Lenschau Zitat · Antworten

Hermann Lenschau

(*20.11.1911 Hamburg †14.08.1977 Hamburg)





„Wenn ich nicht wüßte, wer Sie sind und mir jemand erzählen würde, dieser Mensch ist im öffentlichen Dienst, ich glaube, ich würde am Staat verzweifeln!“
(Zollrat zu Zolloberinspektor Kressin in “Kressin und der Laster nach Lüttich”)


Lange bevor Hermann Lenschau mir in seinem einzigen Auftritt in einem Edgar-Wallace-Film als dubioser Rechtsanwalt Lionel Douglas in “Die blaue Hand” (1967) begegnete, war er mir vertraut als Vorgesetzter des Kölner Zollfahnders Kressin, dessen Eskapaden er mit Argwohn und Besorgnis und nur sehr selten mit Wohlwollen zur Kenntnis nahm, da Kressin offenbar in der Wahnvorstellung befangen schien, sich für James Bond zu halten. Die Wortgefechte zwischen dem korrekten Chef und seinem jegliche Autorität ablehnenden Untergebenen waren für mich eigentlich das Schönste an diesen “Tatorten”.

Der gebürtige Hamburger stand in den Kammerspielen seiner Heimatstadt ebenso auf der Bühne wie im schweizerischen Basel. Neben Theater, Film und Fernsehen war Hermann Lenschau auch als Hörspiel- und Synchronsprecher (unter anderem für Richard Carlsen in dem Horrorklassiker “Der Schrecken vom Amazonas”) tätig.

Im Fernsehen trat Hermann Lenschau in zahlreichen Klassiker-Adaptionen auf, unter anderem als Mr. Webb in Thornton Wilders “Unsere kleine Stadt” (1961), als Basil Hallward in Oscar Wildes “Das Bildnis des Dorian Gray” (1961), als Hector Hushabye in George Bernard Shaws “Haus Herzenstod” (1964), als Soemes in Friedrich Hebbels "Herodes und Mariamne" (1964) sowie als Dietrich von Bern in Friedrich Hebbels “Die Nibelungen” (1966)

Das Genre des Kriminalfilms bot Hermann Lenschau zahlreiche attraktive Aufgaben.
Ein Glanzstück ist seine Gestaltung des scheinbar liebenswert spleenigen Polizeiarztes Dr. Lomond, hinter dessen Maske sich kein Geringerer als Henry Arthur Milton persönlich verbirgt, in Rainer Erlers ebenso amüsanter wie spannender Fernsehadaption von “Der Hexer” (1963). In “Die selige Edwina Black” (1964), einem exzellenten psychologischen Kammerspiel, verkörpert er einen Lehrer, der des Mordes an seiner vermögenden Gattin verdächtigt wird. In "Kein Freibrief für Mord”(1966) muss ein Gericht entscheiden, ob der von ihm gespielte Angestellte Lewis B. Foster einen Mord begangen hat oder ob er in Notwehr handelte.

Neben diesen Hauptrollen war Hermann Lenschau sehr häufig in markanten Nebenrollen zu sehen, zum Beispiel als der mysteriöse Mr. van Dakar in dem Durbridge-Mehrteiler “Tim Frazer - Der Fall Salinger” (1964), der ebenso feige wie blasierte Opernsänger Luigi Serato in “Sechs Stunden Angst” (1964), Georg Foster, der Filialleiter einer Bank, in dessen Tresor versehentlich ein kleiner Junge eingesperrt wird in der fesselnden Arthur-Hailey-Verfilmung “Zeitsperre” (1965) sowie der zwielichtiger Barbesitzer Erich Steiner in “Flucht ohne Ausweg” (1967) Die Filmographie von Hermann Lenschau verzeichnet Gastauftritte in Kriminalserien wie “Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger” (1966 und 1970), “Der Kommissar” (1969 und 1972) und “Privatdetektiv Frank Kross” (1972)

In der Episode “Das Nummernschild” aus der Fernsehserie “Das Kriminalmuseum” (1965) hatte er als Kriminaloberrat Dr. Jung als Vorgesetzter der ermittelnden Kommissare bereits die Funktion inne, die er als Zollrat in den Kressin-“Tatorten” sowie als Kriminalrat in vier Episoden von “Derrick” später wiederholen sollte.

Hermann Lenschau verstarb am 14. August 1977 an den Folgen eines Asthmaanfalls.


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