Sicher richtig, und so sehe ich das ja auch. Aber hier waren es ja zum Beispiel auch "nur" 22 Punkte. Ok, ist eigentlich auch ne Menge Holz. Aber träumen ist ja erlaubt.
Die Edgar-Wallace-Oskars 2015 Beste Nebendarstellerin (gut) (Die Laudationen)
Als Top-3-Kandidaten verbleiben im Rennen:
■ Agnes Windeck (Mrs. Mulford) / Der Zinker ■ Margot Trooger (Cora Ann Milton) / Der Hexer ■ Agnes Windeck (Lady Agathy Beverton) / Der Hund von Blackwood Castle
Das sagen die Werter zu den drei Bestplatzierten der Kategorie „Beste Nebendarstellerin (gut)“:
Agnes Windeck (Mrs. Mulford) / Der Zinker
Eine schrullige alte Dame, die den Zinker überführt – Agnes Windecks Mrs. Mulford hat ein glasklares Image. Es rührt von ihrer Exzentrik, ihrem Sympathiefaktor und ihrer Qualität als Charakterdarstellerin her und sorgt für die stärksten Szenen im „Zinker“. Doch Nancy Mulford ist noch facettenreicher: Sie bietet humorvolle Momente ebenso wie Ballast aus der Vergangenheit, gehorcht nur ihren eigenen Gesetzen und überspielt Unangenehmes geflissentlich. Keine kann Beethoven besser dirigieren – ihr Paul kann mit Recht stolz auf sie sein.
Margot Trooger (Cora Ann Milton) / Der Hexer
Als damenhafteste aller Nebendarstellerinnen genießt Cora Ann Milton ihre Position im Mittelpunkt des Geschehens und spielt ihre Gegner wie Schachfiguren taktisch klug aus. Margot Trooger beherrscht jede Szene, in der sie auftritt, mit eiskalter Gelassenheit und doch als Verfechterin des Rechts am Rande der Legalität. Sie selbst macht sich nie die Finger schmutzig, ist als starke Frau an der Seite des Hexers allen anderen aber so offensichtlich überlegen, dass man sich kaum eine andere Aktrice in dieser Schlüsselrolle vorstellen kann.
Agnes Windeck (Lady Agathy Beverton) / Der Hund von Blackwood Castle
Agnes Windeck schließt man auch in dieser Rolle sofort ins Herz; als schrullige Oma mit liebenswert pragmatischer Haltung ist sie die gute Seele des Gasthauses Old Inn und erscheint dem Zuschauer dabei auf eine positive Weise naiv. Windeck würzt die Rolle dennoch mit feiner Ironie – so, wie Agnes Windeck es schafft, könnte Lady Agathy eigentlich nur von einer waschechten Britin verkörpert werden ...
Der Oskar, den Gubanov an Mr. Gubanov verleihen darf, ist jener, welcher mir beinahe am meisten am Herzen liegt. Unzweifelhaft eine meiner Lieblingsrollen der gesamten 60er, nicht nur bei Wallace. Die Freude verdoppelt sich, weil das "Gasthaus" endlich den ersehnten ersten Erfolg hatte, und zwar in einer für Wallace-Filme besonders wichtigen und umkämpften Kategorie. Schließlich war eines der großen Erfolgsrezepte der Serie stets die Verpflichtung großartiger Schauspieler für die Nebenrollen (bei den "Bösen" sind Hauen und Stechen sogar noch intensiver, quasi echt böse ). Und dass zwei echte Wallace-Klassiker unter den Darstellern mit auf dem Podium stehen (welches es ja bei den US-Oscars noch nicht erfunden wurde ), gefällt mir auch ganz besonders.
Gubanov
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30.09.2015 09:44
#126 RE: Die Edgar-Wallace-Oskars 2015: Ergebnisse
Die Edgar-Wallace-Oskars 2015 Beste Nebendarstellerin (gut) (Plätze 3 bis 1)
Hier nun die Top-3 der Kategorie „Beste Nebendarstellerin (gut)“:
Platz 3 (93 Punkte): Margot Trooger (Cora Ann Milton) / Der Hexer (8 Nominierungen, in der Stimmabgabe 3x 10 Pkt.)
Platz 2 (109 Punkte): Agnes Windeck (Lady Agathy Beverton) / Der Hund von Blackwood Castle (6 Nominierungen, in der Stimmabgabe 5x 10 Pkt.)
Platz 1 (172 Punkte): Agnes Windeck (Mrs. Mulford) / Der Zinker (20 Nominierungen, in der Stimmabgabe 10x 10 Pkt.)
Eine schrullige alte Dame, die den Zinker überführt – Agnes Windecks Mrs. Mulford hat ein glasklares Image. Es rührt von ihrer Exzentrik, ihrem Sympathiefaktor und ihrer Qualität als Charakterdarstellerin her und sorgt für die stärksten Szenen im „Zinker“. Doch Nancy Mulford ist noch facettenreicher: Sie bietet humorvolle Momente ebenso wie Ballast aus der Vergangenheit, gehorcht nur ihren eigenen Gesetzen und überspielt Unangenehmes geflissentlich. Keine kann Beethoven besser dirigieren – ihr Paul kann mit Recht stolz auf sie sein.
Ihr überrascht mich immer wieder !! Agnes Windeck natürlich klasse ( wie sie den Zinker "erledigt" wohl ein Höhepunkt der Serie )alles andere könnte ich auch so unterschreiben bis auf edith hancke ? auf Platz 4 ? war für mich leider immer der Inbegriff für nervtötend .Allein die Stimme !!!!( egal welche Rolle ) Hätte jetzt nicht gedacht das sie hier soviel anklang findet.
Zitat von schwarzseher im Beitrag #128Ihr überrascht mich immer wieder !! Agnes Windeck natürlich klasse ( wie sie den Zinker "erledigt" wohl ein Höhepunkt der Serie )alles andere könnte ich auch so unterschreiben bis auf edith hancke ? auf Platz 4 ? war für mich leider immer der Inbegriff für nervtötend .Allein die Stimme !!!!( egal welche Rolle ) Hätte jetzt nicht gedacht das sie hier soviel anklang findet.
Edith Hancke sah ich positiver, hätte aber vor allem Gisela Uhlen und Brigitte Horney gern ein Stück weiter oben gesehen. Agnes Windeck ist sicher keine Außenseiter-Siegern und verdiente sich die Auszeichnung durch den überaus mutigen Einsatz im Zinker. Aber ganz davon abgesehen fiel mir auf, dass die Auswahl in dieser Kategorie - rein quantitativ - gar nicht so riesig erschien.
Zitat von Peter im Beitrag #130Edith Hancke sah ich positiver, hätte aber vor allem Gisela Uhlen und Brigitte Horney gern ein Stück weiter oben gesehen. Agnes Windeck ist sicher keine Außenseiter-Siegern und verdiente sich die Auszeichnung durch den überaus mutigen Einsatz im Zinker. Aber ganz davon abgesehen fiel mir auf, dass die Auswahl in dieser Kategorie - rein quantitativ - gar nicht so riesig erschien.
Edith Hancke stellt die zupackende, am Ende aber doch leicht überforderte Lizzy Smith meiner Meinung nach sehr glaubhaft dar. Dieses etwas Berliner-Gören-artige steht der Rolle sehr gut zu Gesicht. In anderen Rollen hätte ich sie auch nicht bei Wallace sehen mögen, aber hier passt sie wie die Faust aufs Auge. So, und damit hat jetzt auch eine Nominierte jenseits der Top 3 eine kleine Laudatio bekommen.
Und die Uhlen spielt gewiss nicht schlecht, aber in ihren bösen Rollen fand ich sie immer noch überzeugender. Da könnte sie auch ein Stückchen weiter vorne mitspielen.
Gubanov
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gelöscht
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Beiträge:
30.09.2015 19:10
#132 RE: Die Edgar-Wallace-Oskars 2015: Ergebnisse
Die Edgar-Wallace-Oskars 2015 Bester Nebendarsteller (böse) (Die Laudationen)
Als Top-3-Kandidaten verbleiben im Rennen:
■ Ady Berber (Jacob Farell) / Die toten Augen von London ■ Klaus Kinski (Stuart Bresset) / Die seltsame Gräfin ■ Werner Peters (Bertram Cody) / Die Tür mit den 7 Schlössern
Das sagen die Werter zu den drei Bestplatzierten der Kategorie „Bester Nebendarsteller (böse)“:
Ady Berber (Jacob Farell) / Die toten Augen von London
Manchen Personen möchte man einfach nicht nachts im Dunkeln begegnen: Ady Berber personifiziert als blinder Jack das durch den Nebel schleichende Grauen, ein willenloses Mordwerkzeug mit brutaler und unbarmherziger Ausstrahlung. Dies erweist sich als Idealrolle für den Mimen, der als Mann fürs Grobe trefflich besetzt ist. Die famose Arbeit der Maskenbildner sorgt dafür, dass Jacob Farell zum Fürchten aussieht.
Klaus Kinski (Stuart Bresset) / Die seltsame Gräfin
Von seinem verwirrten Geist und den Anweisungen des schurkischen Dr. Tappatt getrieben, erweist sich Stuart Bresset als besonders intensive Verbrecherfigur. Kinskis beängstigend gute Darstellung zählt zu seinen besten in der Wallace-Reihe. Stellenweise starrt und haucht er so überzeugend, dass man meinen könnte, er wäre tatsächlich jeden Abend nach den Dreharbeiten in diese Anstalt eingeliefert worden. Ein Hauptgrund für die Entstehung des „Mythos Kinski“.
Werner Peters (Bertram Cody) / Die Tür mit den 7 Schlössern
Im Gegensatz zu anderen Verbrechern in den Wallace-Krimis ist Bertram Cody eine gebrochene und vielschichtige Figur. Glaubhaft transportiert Werner Peters in seiner Interpretation nicht nur das Abgebrühte eines negativen Charakters, sondern hebt auch Unsicherheit und Unterdrückung als Mann, der unter dem Pantoffel einer kriminellen Gattin steht, hervor. Codys einzige Eigenmächtigkeit führt dann sogleich in Tod und Verderben.
Hier war ein wenig über die Nominierten überrascht. Sowohl Eddi Arent als auch Lowitz halte ich für sträflich überbewertet. Pinkas Braun hat sich einen Platz sicherlich verdient, aber an vierter Stelle halte ich doch für übertrieben. Besonders gewundert habe ich mich, dass Kinskis Auftritt in den Narzissen keine Nominierung wert war...Für mich sein bester Wallace-Auftritt, der sogar die Gräfin hinter sich lässt. Naja
Ferner will ich noch anmerken, dass die Laudatio zu Cody sehr schön geschrieben ist! Das gibt ein tolles Bild, sowohl des Charakters, als auch den Nuancen die Peters ihm abgewinnen konnte!
Zitat von Blinde Jack im Beitrag #134Ferner will ich noch anmerken, dass die Laudatio zu Cody sehr schön geschrieben ist! Das gibt ein tolles Bild, sowohl des Charakters, als auch den Nuancen die Peters ihm abgewinnen konnte!
Kann ich unterschreiben. Nach dem Lesen der Laudatio wünsche ich mir, dass er gewinnt. Der "olle" Kinski hat seinen Oskar schließlich schon.