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Dieses Thema hat 133 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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patrick Offline




Beiträge: 2.925

03.01.2016 20:54
#121 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

Die Azteken-Filme zählen aus meiner Sicht eindeutig zu den schwächsten der Reihe. Den ersten Teil finde ich fad und langatmig. Außerdem fehlen die schönen Landschaften, mit denen man in den Winnetou-Filmen verwöhnt wurde. Die Musik dagegen ist Ok.
Der zweite Teil zeigt stellenweise mehr Atmosphäre und bessere Aufnahmen, laboriert allerdings ganz eindeutig an den furchtbaren Verhältnissen, unter denen er entstanden ist. Es lagen katastrophale Wetterbedingungen vor, weshalb einige "Außenaufnahmen" deutlich erkennbar im Studio entstanden, was man bei Karl-May-Filmen wirklich nicht gewohnt ist. Auch merkt man, dass der Film teilweise notdürftig zusammengeflickt ist, nachdem man mehrere Szenen nicht mehr drehen konnte, da Lex Barker anderen Verpflichtungen nachkommen musste. Er wirkt dort als Hauptdarsteller so blass, wie in keinem anderen Film der Reihe. Freilich lag das nicht unerheblich daran, dass der Film gar nicht richtig zu Ende gedreht wurde. Er scheint aus den genannten Gründen gar keinen richtigen Hauptdarsteller zu haben.

patrick Offline




Beiträge: 2.925

30.05.2016 23:09
#122 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

Ergänzung zu den verstorbenen Karl-May-Darstellern des Jahres 2015

Nachdem der Tod meines Bundes-Landsmannes Sieghardt Rupp so lange erfolgreich geheim gehalten wurde und es mir nicht zustand, etwas durchsickern zu lassen, wage ich mich erst jetzt an einen kleinen Nachruf. Neben Pierre Brice und Rik Battaglia ist er leider der dritte Karl-May-Darsteller, der 2015 von uns ging.



Sieghardt Rupp




Sieghardt Rupp wurde am 14.06.1931 in Bregenz, im österreichischen Bundesland Vorarlberg, geboren und absolvierte eine Schauspielausbildung am Max-Reinhard-Seminar. Sein Debüt gab er 1954 in Klagenfurt. 1959 kam er zum Film, wo er in vielen, damals populären, Heimatfilmen mitwirkte. 1963 hatte er eine Rolle in dem spannenden Alfred-Vohrer-Thriller "Ein Alibi zerbricht". Im selben Jahr absolvierte er sein Euro-Western-Debüt in "Der letzte Ritt nach Santa Cruz", dem 1964 seine Rolle als Bösewicht in dem legendären Sergio-Leone-Klassiker "Für eine Handvoll Dollar" folgte, der Clint Eastwood zum Star machte.

Rupp wirkte in zwei Karl-May-Streifen, ebenfalls als Bösewicht, mit. In "Unter Geiern" verkörperte er 1964 neben Pierre Brice und Steward Granger den Preston, in "Im Reiche des silbernen Löwen" 1965 neben Lex Barker den Abu Seif. 1966 war er als Leutnant Stürmer in der unterhaltsamen Louis-de-Funes-Komödie "Drei Bruchpiloten in Paris" zu sehen. Seine finstere Miene und sein südländisch wirkendes Äußeres ließen kaum darauf schließen, dass es sich bei ihm um einen Vorarlberger handelte.

Besondere Popularität erreichte er zwischen 1971 und 1973 als Zollfahnder Kressin im "Tatort". Nach dieser Phase widmete er sich vorwiegend dem Theater, spielte aber auch in einigen bekannten Produktionen, wie "Steiner - Das Eiserne Kreuz II" (1979) und "Der Bockerer" (1981), mit.

Leider litt er zeitweise an Depressionen, was ihn 1985 zu einem, glücklicherweise gescheiterten, Selbstmordversuch veranlasste. 1995 beendete er seine Film-und Theaterlaufbahn und lebte sehr zurückgezogen, weshalb über sein Privatleben wenig bekannt ist. Er wurde von seiner Frau geschieden und seine Tochter starb bereits vor längerer Zeit. Ferner war er sehr sozial orientiert. Sieghard Rupp starb am 20.06.2015 in Wien 84-jährig einen stillen Tod, der auf eigenen Wunsch fast ein Jahr lang geheim gehalten wurde.




Sieghardt Rupps Karl-May-Filme:

Unter Geiern (1964)• Im Reiche des silbernen Löwen (1965)

TV-1967 Offline



Beiträge: 437

31.05.2016 13:24
#123 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

Jetzt leben nur noch zwei "Winnetou-Bösewichte"...! Mario Adorf (Santer) und Mihail Baloh (Judge).

TV-1967 Offline



Beiträge: 437

31.05.2016 13:36
#124 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

Leider starb auch am 14.04.2016 mit 90 Jahren einer der beliebtesten "Unterschurken" der Karl May-Filme. Ilija Ivecic. Alleine in 8+1 Karl May-Filmen war er mit dabei (die +1 sind für mich "Die blutigen Geier von Alaska" vom Reinl!!!). Einen seiner Öffentlich letzten Auftritte hatte er erst vor kurzem auf dem "KM-Fest" in Starigrad/Kroatien.

Tarzan Offline



Beiträge: 889

31.05.2016 17:57
#125 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

Gustavo Rojo spielte in Old Shatterhand ja auch einen Boesewicht. Gustavo ist noch unter uns!

patrick Offline




Beiträge: 2.925

31.05.2016 20:38
#126 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

Zitat von TV-1967 im Beitrag #124
Leider starb auch am 14.04.2016 mit 90 Jahren einer der beliebtesten "Unterschurken" der Karl May-Filme. Ilija Ivecic. Alleine in 8+1 Karl May-Filmen war er mit dabei (die +1 sind für mich "Die blutigen Geier von Alaska" vom Reinl!!!). Einen seiner Öffentlich letzten Auftritte hatte er erst vor kurzem auf dem "KM-Fest" in Starigrad/Kroatien.


Ein wahrlich bekanntes Gesicht, das auch einen Nachruf verdienen würde. Leider weis ich etwas wenig über ihn und die Übersetzungsmaschine spukt die kroatischen Berichte als grausamen Wort-Salat aus.

Übrigens ist auch George Heston alias Dorde Nenadovic noch unter uns. Er war zwar kein Winnetou-Bösewicht, doch will ich den Kurdistan-Zweiteiler auch nicht ausklammern.

TV-1967 Offline



Beiträge: 437

01.06.2016 10:59
#127 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

ja schon. Aber er war nicht bei den "Winnetou-Filmen" als Bösewicht mit dabei.

TV-1967 Offline



Beiträge: 437

02.06.2016 20:41
#128 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

Heute war ein großer Bericht mit Titelfoto in der BILD ( "Todes-Geheimnis um Filmstar"!) von Sven Kuschel (der auch einen Bandido in "W2016" spielte).
Adieu Kressin.

patrick Offline




Beiträge: 2.925

10.07.2016 12:40
#129 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

Nachruf auf Götz George



Götz George erblickte am 23.07.1938 in Berlin das Licht der Welt. Als Sohn des Schauspielerehepaares Heinrich George und Berta Drews war ihm eine Karriere als ernsthafter Schauspieler wohl schon in die Wiege gelegt. Der Vorname Götz wurde durch Heinrich Georges Lieblingsrolle "Götz von Berlichingen" inspiriert. Der berühmte Vater starb bereits 1946, als Götz erst acht Jahre alt war, in einem sowjetischen Anhaltelager. George Junior wuchs zusammen mit seinem sieben Jahre älteren Bruder bei der Mutter in Berlin auf.

Schon 1950 gab Götz George sein Bühnendebüt, 1953 neben der gleichaltrigen Romy Schneider als Teenager sein Filmdebüt in "Wenn der weiße Flieder wieder blüht". Die erste Hauptrolle ergatterte er 1956, 18-jährig, in dem DEFA-Film "Alter Kahn und junge Liebe". Als 21-jähriger bekam er 1959 den Deutschen Filmpreis als bester Nachwuchsschauspieler.

Ein wichtiges Jahr war dann 1962, als er im Alter von 24 Jahren als Fred Engel in "Der Schatz im Silbersee" ein Karl-May-Star der ersten Stunde sein durfte. Nach eigener Aussage erhoffte er sich dort sogar, die tragende Hauptrolle zu spielen, da bei der anfänglichen Planung des Projekts noch mit dem Gedanken gespielt wurde, Winnetou und Old Shatterhand mehr im Hintergrund zu belassen. Die Filmgeschichte wollte es dann aber anders und Götz George musste beim bloßen Anblick von Pierre Brice und Lex Barker rasch erkennen, dass der Hauptfokus nur auf diese gerichtet sein konnte. Trotzdem brauchte er sich nicht zu verstecken und fand sich dennoch in der Riege der Hauptdarsteller wieder. Er wirkte dabei so vital und engagiert, dass er in zwei weiteren Filmen der Erfolgsreihe, 1964 in "Unter Geiern" und 1966 in "Winnetou und das Halbblut Apanatschi", ähnliche Rollen verkörperte. Nicht unerwähnt bleiben sollte dabei auch noch, dass der durchtrainierte Götz seine Stunts selber durchführte. 1965 bediente er in "Sie nannten ihn Gringo" als junger Scheriff ein weiteres Mal das Euro-Western-Genre. Auch der Wallace-Epigone "Wartezimmer zum Jenseits" von 1964 wurde mit ihm besetzt.

Zunächst schien es, dass er seine, sich in den 60er-Jahren vielversprechend entwickelnde, Karriere nicht in die 70er-Jahre retten konnte. Er spielte dann in erster Linie Theater- und Fernsehparts. Doch fand er gerade über das Fernsehen 1981 zur Rolle seines Lebens als Tatort-Kommissar Horst Schimanski, den er vorerst bis 1991 29 Mal, inklusive zweier Kinofilmen, verkörperte. 1997 wurde das Schimanski-Thema in einer eigenen Reihe, ausserhalb des Tatorts, wieder aufgenommen und bis 2013 weiterbedient, als Götz George bereits 75 Jahre alt war.

Seine neu auflebende Popularität bescherte Götz George noch viele weitere interessante Rollen, darunter: Abwärts (1984), Die Katze (1988), Schtonk (1992), Der Sandmann (1995), Das Schwein - eine deutsche Karriere (1995), Der Totmacher (1995), Die Bubi-Scholz-Story (in der Titelrolle, 1998), Nichts als die Wahrheit (als Josef Mengele, 1999).

Götz George war zweimal verheiratet, von 1966-1976 mit Loni von Friedl, mit der er 1962 zusammen den Bambi als bester männlicher bzw. beste weibliche Nachwuchsdarsteller(in) erhielt und seit 2014 mit Monika Ullrich, mit der er seit 1998 liiert war. Seine Tochter wurde 1967 geboren. Er engagierte sich ab 2010 in der Deutschen Krebshilfe. Als Person war er nicht immer einfach, dafür geradlinig. Ich erinnere mich noch sehr gut an seinen Streit mit Thomas Gottschalk vor laufender Kamera in dessen Fernsehshow "Wetten Dass". Später entschuldigte er sich dafür.

Trotz seines respektablen Alters von fast 78 Jahren hat wohl niemand mit dem Ableben des immer fit und vital wirkenden Götz George gerechnet, der, wie es scheint, schon länger krank war und auch eine schwere Herzoperation hinter sich hatte. In einem Interview von 2012 erwähnte er, nicht mehr viel Zeit zu haben. Bereits 1996 verletzte er sich bei einem Badeunfall schwer, als er von einem Motorboot angefahren wurde. All diese Widrigkeiten schien er aber immer gut überstanden zu haben. Am 19.06.2016 starb er im engsten Familienkreis einen stillen Tod.



Götz Georges Karl-May-Filme:

Der Schatz im Silbersee (1962) • Unter Geiern (1964) • Winnetou und das Halbblut Apanatschi (1966)

patrick Offline




Beiträge: 2.925

26.12.2016 03:19
#130 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

Winnetou - Eine neue Welt (2016)

Hier noch der Link zu meiner Besprechung des ersten Teils der Neuverfilmung:

Winnetou - Eine neue Welt

patrick Offline




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30.12.2016 20:09
#131 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

Winnetou - Das Geheimnis vom Silbersee (2016)

Hier noch der Link zu meiner Besprechung des zweiten Teils der Neuverfilmung:

Winnetou - Das Geheimnis vom Silbersee (2016)

patrick Offline




Beiträge: 2.925

04.01.2017 20:54
#132 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

Winnetou - Der letzte Kampf (2016)

Hier noch der Link zu meiner Besprechung des dritten und letzten Teils der Neuverfilmung:

Winnetou - Der letzte Kampf

patrick Offline




Beiträge: 2.925

05.01.2017 18:41
#133 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

Hier mein Schlusswort zu "Winnetou 2016":

Winnetou (RTL-Dreiteiler 2016) (28)

patrick Offline




Beiträge: 2.925

14.04.2018 20:12
#134 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

Literaturempfehlung: Wilder Westen made in Germany



Ich muss gestehen, dass mein erster Gedanke war: "Schon wieder ein Karl-May-Film-Buch, da kann doch nicht mehr viel Neues kommen." Nachdem dann schließlich die Neugierde siegte und ich das Buch in Händen halte kann ich nur sagen, dass ich den Kauf nicht bereue. Zwar bin ich in den letzten Tagen nur zum Schmökern gekommen, doch reichte dies völlig aus, mit gutem Gewissen zu einem wohlwollenden Urteil zu gelangen. Der Band enthält sehr viele Informationen zu den Filmen und deren Entstehung und vergisst bei den zahlreichen Personenportraits auch die weniger bekannten Schauspieler dieses Genres nicht. Außerdem beinhaltet es diverse interessante Korrespondenzen. Das Buch ist angenehm aufbereitet und mit seinen gut 500 Seiten recht umfangreich. Der Schwerpunkt liegt natürlich bei den Karl-May-Filmen, allerdings werden auch jene Krautwestern erwähnt, die nicht mit dem sächsischen Kult-Autor in Zusammenhang stehen und eher ein Schattendasein fristen. Reiner Boller ist es einmal mehr gelungen, uns an seinem fundierten Wissen, welches auf eine intensive Beschäftigung mit den Filmen, Schauspielern und sonstigen Filmschaffenden des Genres schließen lässt, teilhaben zu lassen. Eine klare Kaufempfehlung meinerseits an Fans und jene, die es noch werden wollen und ein Dankeschön an Reiner Boller für den Luxus eines weiteren Lesevergnügens.

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