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Dieses Thema hat 133 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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TV-1967 Offline



Beiträge: 437

26.07.2015 12:12
#31 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

Sehr schöne Berichte und wunderbare Fotos von Plitvice. Das einzige Manko waren wahrscheinlich die Menschenmassen nicht wahr? Ich habe das
Gefühl es werden immer mehr...

patrick Offline




Beiträge: 2.925

26.07.2015 12:42
#32 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

Zitat von TV-1967 im Beitrag #31
Sehr schöne Berichte und wunderbare Fotos von Plitvice. Das einzige Manko waren wahrscheinlich die Menschenmassen nicht wahr? Ich habe das
Gefühl es werden immer mehr...


Das mit den Menschenmassen geht noch, wenn man Vormittags früh genug dran ist. Auf die 16 Seen verteilt sich das einigermaßen. Etwas lästig war's bei der Höhle. Dort musste ich den richtigen Zeitpunkt abpassen, um niemanden vor der Linse zu haben. Auch für die Überquerung des Kozjak-Sees mit dem Boot Richtung obere Seen tummelten sich stoßweise Menschenmassen. Doch kann man den richtigen Zeitpunkt bei der Verpflegungsstation gut absitzen.

patrick Offline




Beiträge: 2.925

26.07.2015 21:19
#33 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

Der Schatz der Azteken (1965)



Filmdaten:
Deutscher Titel: Der Schatz der Azteken
Originaltitel: Der Schatz der Azteken / Les mercenaires du Rio Grande / I violenti de Rio Bravo
Produktionsland: Deutschland, Frankreich, Italien
Originalsprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 1965
Länge: 101 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12
Stab:
Regie: Robert Siodmak
Drehbuch: Georg Marischka
Ladislas Fodor
Robert A. Stemmle
Produktion: CCC-Film, Berlin
Artur Brauner
Musik: Erwin Halletz
Kamera: Siegfried Hold
Schnitt: Walter Wischniewsky

Besetzung:

Lex Barker: Dr. Karl Sternau, Gérard Barray: Graf Alfonso, Michèle Girardon: Josefa, Teresa Lorca: Karja, Alessandra Panaro: Rosita Arbellez, Rik Battaglia: Hauptmann Verdoja, Ralf Wolter: Andreas Hasenpfeffer, Gustavo Rojo: Leutnant Potoca, Hans Nielsen: Don Pedro Arbellez, Friedrich von Ledebur: Graf Don Fernando de Rodriganda y Sevilla, Fausto Tozzi: Benito Juarez, Reginald Pasch: Don Fernandos Notar, Mavid Popović: Schwarzer Hirsch, George Heston: Graf Embarez

Plot:



Mexiko 1864: Das Land ist von den Franzosen besetzt, steht aber gegen den Willen des Volkes unter der Marionetten-Regierung des Erzherzog Maximilian von Österreich. Die Besatzer werden von dem gewählten Präsidenten Mexikos, Benito Juarez, bekämpft. Im Land herrscht damit, ebenso wie in den USA, Bürgerkrieg.
Der deutsche Arzt und Kurier Bismarcks Dr.Karl Sternau kommt mit einer Geheimbotschaft Präsident Lincholns nach Mexiko, um Benito Juarez zu unterstützen. Es gelingt ihm, den wohlhabenden Großgrundbesitzer Graf Don Fernando Rodriganda für die Sache zu gewinnen. Dieser sichert den Rebellen finanzielle Hilfe zu. Allerdings erliegt er wenig später einer Verletzung, die ihm bei einem Pistolenduell beigebracht wurde, in das er für seinen spielsüchtigen, ehrlosen und verschuldeten Sohn Graf Alfonso Rodriganda einsprang, da dieser durch einen Trick von seiner Geliebten davon abgehalten wurde. Vor seinem Tod enterbt er seinen Sohn und bestellt Sternau zum Testamentsvollstrecker, sehr zum Missfallen von Graf Alfonso und dessen durchtriebenen Geliebten Josefa.
Nach mehreren Konflikten Sternaus mit dem ungehobelten und hinterhältigen Hauptmann Verdoja wird dieser aus Juarez‘ Armee entlassen, da er einmal mehr ein Mädchen belästigt hat, woraufhin der deutsche Arzt ihr zur Hilfe eilte. Dr. Sternau wird von Graf Alfonso und Josefa an die Franzosen verraten. Josefa macht sich dabei sehr berechnend an den einflussreichen Marschall Bazaine heran und Alfonso an die junge Karja, der Enkelin von Flathouani, dem Wächter des legendären und geheimen Azteken-Schatzes, um an die Reichtümer zu gelangen. Sternau wird von den Franzosen gefangengenommen und zu 20 Jahren Teufelsinsel verurteilt, kann aber von seinen Freunden Hasenpfeffer und Donnerpfeil befreit werden. Allerdings gerät er kurz darauf in einen Kampf mit dem, inzwischen zum Banditen gewordenen, Verdoja, stürzt dabei in den Krater eines Vulkans und landet bewusstlos an jener Stelle, wo sich der Eingang zum Azteken-Schatz befindet. Er wird von Flathouani und Karja in die geheime Höhle gebracht. Flathouani will ihn töten, nachdem er kurz das Bewusstsein erlangt und den Schatz erblickt. Doch wird dies von Karja verhindert, da Sternau diese einige Zeit vorher aus den Händen der hinterhältigen Chichimek-Indianer befreit hat. Damit endet der erste Teil. Die, mit "Der Schatz der Azteken" in einem Produktionsgang gedrehte Fortsetzung „Die Pyramiede des Sonnengottes“ folgt.

Artur Brauner begibt sich auf neues Terrain:



Nachdem in allen bisherigen Karl-May-Filmen altbewährte Helden wie Winnetou, Old Shatterhand/Kara Ben Nemsi und Old Surehand auftraten, wird hier erstmals im Rahmen der Reihe eine weniger bekannte Geschichte mit dem weniger bekannten Helden Dr.Karl Sternau präsentiert, der diesmal kein Alter Ego von Old Shatterhand/Kara Ben Nemsi ist. Allerdings wird auch dieser von Lex Barker dargestellt. Die Handlung spielt in Mexiko.

Umsetzung:



Der Film bezieht sich auf Karl Mays monumentalen, 2.612 Seiten umfassenden, Kolportage- Roman „Waldröschen“, mit dem er aber kaum etwas gemeinsam hat. Kolportageromane waren eine Art Vorläufer der Heftromane und damit wesentlich billiger als die zur Entstehungszeit recht teuren Buch-Romane. Sie wurden damals auf Bestellung an die Kunden geliefert, daher der Name. Leider fällt der Streifen gegenüber allen bisherigen Karl-May-Filmen deutlich ab. Der Plot ist mäßig spannend und bietet, obwohl ebenfalls in Jugoslawien gedreht, nicht annähernd die gewohnte Bilderbuchlandschaft seiner Vorgänger. Auch bleibt Lex Barkers Charisma unter dem schwächelnden Drehbuch weit unter seiner Präsenz als Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi. Erwin Halletz Titelmelodie dagegen ist recht gelungen. Ansonsten fällt auch die musikalische Unterstützung weit hinter Böttchers Klänge zurück. Regisseur Robert Siodmak schaffte es, wohl aufgrund des schwachen Drehbuchs, leider nicht, aus „Der Schatz der Azteken“ auch nur annähernd eine Perle wie den hervorragenden „Schut“ zu machen.

Charaktere:




Neben Lex Barker als Dr.Karl Sternau agiert Sam Hawkens/Hadschi Halef Omar-Darsteller Ralf Wolter als dessen Freund Andreas Hasenpfeffer, dessen schwäbischer Akzent in Mexiko völlig fehl am Platz und alles andere als authentisch ist. Im Vergleich zu seinen sehr gelungenen Hawkens- und Halef-Interpretationen wirkt er hier leider recht platt.
Völlig neu und ungewohnt bei May ist die Mitwirkung des Franzosen Gerard Barray (geb.1931), der 1961 als D’Artagnan in „Die drei Musketiere“ bekannt wurde. Hier ist er als schurkischer und hinterhältiger Graf Alfonso zu sehen. Seine dirnenhafte Geliebte Josefa wird von der sehr hübschen Michele Girardon (1938-1975) dargestellt, die 1962 in dem Abenteuer-Klassiker „Hatari“ mitwirkte, jedoch nie wirklich den Durchbruch schaffte. Sie schied tragischerweise mit nur 36 Jahren, nach einer unglücklichen Beziehung, freiwillig aus dem Leben.
Gewohnt souverän und agil agiert Rik Battaglia als schurkischer Hauptmann Verdoja und bietet damit den schauspielerisch interessantesten Auftritt in diesem Film, der hinter keine seiner sonstigen Bösewicht-Rollen zurückfällt. Wie so oft bei Karl-May-Dreharbeiten, hatte er auch diesmal mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, da ihn ein hartnäckiger Hautausschlag plagte, der in München behandelt werden musste.
Als Aztekenprinzessin Karja ist Teresa Lorca zu sehen, die später ihren Filmpartner Gerard Barray heiratete. Sollte ihr Geburtsjahrgang 1947 korrekt sein, war sie bei den Dreharbeiten erst 17 Jahre alt.
Der amerikanische Kunstschütze Kelo Henderson (geb.1923) ist als Donnerpfeil alias Frank Wilson zu sehen und liefert einen recht farblosen Helden ab.

Weitere, aus früheren Karl-May-Filmen bekannte, Darsteller sind Gustavo Rojo als guter Leutnant Potoca, der hier nicht an seine Schurken-Rolle in „Old Shatterhand“ herankommt und Weltenbummler Friedrich von Ledebur, dessen Rolle als Graf Don Fernando gut zu seinem Typ passt, aber ebenfalls nicht an seinen Mübarek im „Schut“ heranreicht.
George Heston, eigentlich Dorde Nenadovic, ist als Graf Don Fernandos Duell-Gegner Graf Embarez zu sehen. Er spielte bereits in „Winnetou 2“ eine Nebenrolle und sollte später in „Durchs wilde Kurdistan“ den Hauptschurken Machredsch von Mossul verkörpern.

Schauplätze:



Als Don Fernandos Villa, wie auch als Weißes Haus diente Schloss Charlottenburg in Berlin.

Die Aztekenpyramide ist eigentlich ein Berg, der sehr geschickt so dargestellt wurde, als wäre er von Menschenhand erbaut. Dieser stand in Cemovsko polje bei Tuzi, nahe Titograd (1946-1992, seit 1992 Podgorica), der Hauptstadt Montenegros. Der Vulkankrater befindet sich in Stubica bei Niksic.

Die Hacienda el Erina steht im Zupci-Tal bei Trebinje.

Das Lager von Juarez war die Festung Kravica bei Trebinje. Die Szene mit Karja und Rosita am Marterpfahl der Chichimeks wurde in Popov polje bei Trebinje gedreht.

Einige Außenaufnahmen mit Lex Barker wurden auch in Spanien, bei Barcelona und Lerida, gefilmt.

Verdojas Überfall auf die Postkutsche, in der sich Sternau befindet, wurde in Orjen bei Vrbanje, ebenfalls in Montenegro, inszeniert.

Teilweise wurden auch einige Aufnahmen aus dem echten Mexiko eingespielt.



Fazit:


Wenig gelungene und mäßig spannende Karl-May-Verfilmung, die in jeder Hinsicht hinter die Vorgänger zurückfällt. 2 von 5.

Tarzan Online



Beiträge: 889

26.07.2015 22:18
#34 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

Die beiden Azteken-Filme bieten allerdings eine internationale Besetzung (und damit entsprechendes Flair), wie es bis dato kein anderer Karl-May-Film vermochte auszustrahlen.

Auch gilt, was jetzt für die Winnetou-Neuverfilmung gilt: Mexiko als Drehort ist einfach unschlagbar!

patrick Offline




Beiträge: 2.925

27.07.2015 07:40
#35 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

Zitat von Tarzan im Beitrag #34
Die beiden Azteken-Filme bieten allerdings eine internationale Besetzung (und damit entsprechendes Flair), wie es bis dato kein anderer Karl-May-Film vermochte auszustrahlen.

Auch gilt, was jetzt für die Winnetou-Neuverfilmung gilt: Mexiko als Drehort ist einfach unschlagbar!


Die Besetzung ist größtenteils ja auch in Ordnung. Der Film krankt vielmehr am recht schwachen Drehbuch, das viel zu wenig aus der Geschichte herausholte. Auch die Landschaftsaufnahmen sind viel zu zurückhaltend, werden aber im 2.Teil dann besser. Leider laboriert dieser dann, wie ich in der Fortsetzung besprechen werde, daran, dass er unter widrigsten Wetter-Bedingungen gar nicht richtig fertiggedreht werden konnte, was man ihm leider deutlich anmerkt.

Tarzan Online



Beiträge: 889

27.07.2015 23:17
#36 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

Natürlich hinkte die Produktion wegen des Drehbuch-Flickenteppich und den Produktionsbedingungen.

Barkers Part gibt halt weniger her als die "Schmetterhand". Eine schöne Namensfindung gelang für Ralf Wolter mit dem Namen "Andreas Hasenpfeffer", ist halt typisch deutscher Humor für die Sixties. Der Dialekt passt für Wolter ebenfalls weniger. Gerard Barray gibt einen ordentlich fiesen Adligen. Sehr gut ist Michele Girardon. Gegenüber ihr fallen die beiden anderen Frauenrollen doch ab, obwohl auch die Panaro und Lorca hübsche Mädels für das wilde Mexiko sind. Rik Battaglia gibt einen glänzenden Verdoja. Kelo Hendersons Part ist einfach zu bedeutungslos angelegt, ansonsten ist er ein echter Westerner! Gustavo Rojo spielt den Potoca glänzend. Fausto Tozzi hat indes nichts mit Benito Juarez gemein. Die Indianer sind ganz tölpelhaft in Szene gesetzt.

Negativer Höhepunkt in dieser Produktion ist aber die stellenweise falsch herum gehißte Flagge Mexikos. Kein Wunder, dass der Film in Mexiko nicht zu Ende gezeigt werden konnte.-)

Das ist ein Karl-May-Fantasie-Mexiko. Halletz Musik ist streckenweise beachtlich und verleiht ein bisschen Atmosphäre.

patrick Offline




Beiträge: 2.925

28.07.2015 07:23
#37 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

Zitat von Tarzan im Beitrag #36
Natürlich hinkte die Produktion wegen des Drehbuch-Flickenteppich und den Produktionsbedingungen.

Barkers Part gibt halt weniger her als die "Schmetterhand". Eine schöne Namensfindung gelang für Ralf Wolter mit dem Namen "Andreas Hasenpfeffer", ist halt typisch deutscher Humor für die Sixties. Der Dialekt passt für Wolter ebenfalls weniger. Gerard Barray gibt einen ordentlich fiesen Adligen. Sehr gut ist Michele Girardon. Gegenüber ihr fallen die beiden anderen Frauenrollen doch ab, obwohl auch die Panaro und Lorca hübsche Mädels für das wilde Mexiko sind. Rik Battaglia gibt einen glänzenden Verdoja. Kelo Hendersons Part ist einfach zu bedeutungslos angelegt, ansonsten ist er ein echter Westerner! Gustavo Rojo spielt den Potoca glänzend. Fausto Tozzi hat indes nichts mit Benito Juarez gemein. Die Indianer sind ganz tölpelhaft in Szene gesetzt.

Negativer Höhepunkt in dieser Produktion ist aber die stellenweise falsch herum gehißte Flagge Mexikos. Kein Wunder, dass der Film in Mexiko nicht zu Ende gezeigt werden konnte.-)

Das ist ein Karl-May-Fantasie-Mexiko. Halletz Musik ist streckenweise beachtlich und verleiht ein bisschen Atmosphäre.




Das Hauptproblem bei Barkers Part ist, dass er im zweiten Teil kaum mehr vorkommt. Sowas hätte niemals passieren dürfen. Er gibt dort leider gar nichts mehr her. Die Hasenpfeffer-Rolle stört mich. Dass er mit den Mexikanern in schwäbischem Dialekt spricht ist wirklich nicht mehr authentisch. Bei Gerard Barray und Michele Girardon gebe ich dir zu 100% Recht. Neben Rik Battaglia sind dies die herauragenden Darsteller dieser Produktion. Die Girardon hat um ein vielfaches mehr Sex-Appeal als ihre beiden Kolleginen. Kelo Henderson ist zwar ein waschechter Westmann und Kunstschütze, als Darsteller aber für mich ohne jede Ausstrahlung. Gustavo Rojo hat mir als Schurke in "Old Shatterhand" wesentlich besser gefallen. Auch in "Durchs wilde Kurdistan" finde ich ihn interessanter. Hier ist er mir zu glatt. Bei den Indianern ist noch erwähnenswert, dass Intschu-Tschuna-Darsteller Mavid Popovic den Häuptling spielt.

Das mit der verkehrten Flagge ist mir gar nicht aufgefallen.

patrick Offline




Beiträge: 2.925

28.07.2015 19:42
#38 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

Die Pyramide des Sonnengottes (1965)



Filmdaten:
Deutscher Titel: Die Pyramide des Sonnengottes
Originaltitel: Die Pyramide des Sonnengottes / Les mercenaires do Rio Grande / I violenti di Rio Bravo
Produktionsland: Deutschland, Frankreich, Italien
Originalsprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 1965
Länge: 98 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12
Stab:
Regie: Robert Siodmak
Drehbuch: Georg Marischka
Ladislas Fodor
Robert A. Stemmle
Produktion: CCC-Film, Berlin
Artur Brauner
Musik: Erwin Halletz
Kamera: Siegfried Hold
Schnitt: Walter Wischniewsky

Besetzung:

Lex Barker: Dr. Karl Sternau, Gérard Barray: Graf Alfonso di Rodriganda y Sevilla, Rik Battaglia: Hauptmann Lazoro Verdoja, Michèle Girardon: Josefa, Teresa Lorca: Karja, Alessandra Panaro: Rosita Arbellez, Ralf Wolter: Andreas Hasenpfeffer, Gustavo Rojo: Leutnant Potoca, Hans Nielsen: Don Pedro Arbellez, Friedrich von Ledebur: Don Fernando, Jean-Roger Caussimon: Marschall Bazaine, Fausto Tozzi: Benito Juárez, Jeff Corey: Abraham Lincoln, Kelo Henderson: Frank Wilson

Plot:



Der bewusstlose Dr.Karl Sternau wird von Flathouani und Karja aus der Schatzhöhle geschafft und im Freien liegen gelassen, wo er von den, ihm feindlich gesinnten, Chichimek-Indianern gefangengenommen und von seinen Freunden Hasenpfeffer und Donnerpfeil wieder befreit wird. Verdoja verbündet sich mit den Chichimeks und dem französischen Marschall Bazaine und beginnt ebenfalls ein Verhältnis mit der genauso hübschen wie durchtriebenen und manipulierenden Josefa. Ihr Geliebter Graf Alfonso verspricht inzwischen Karja die Ehe, woraufhin diese ihm den Weg zum Schatz verrät. Nachdem er ihr das Geheimnis entlockt hat, stößt er sie von einem Felsen, doch überlebt sie den Sturz, da er von einem Baum abgefangen wird. Als Strafe für das Preisgeben des Verstecks wird sie von Flathouani dazu verurteilt, das Aztekengold immerwährend zu bewachen. Alfonso gibt Josefa und ihrem neuen Geliebten Verdoja gegenüber vor, Karja wäre verunglückt, bevor sie ihm den Weg zum Schatz verraten konnte und verlässt die Gruppe, wird allerdings von Josefas wenig vertrauenswürdigen Vater beschattet, dem wiederum die Chichimeks auf den Fersen sind. Nachdem Josefas Vater ihn erpressen will, tötet er diesen kurzerhand. Sternau wird von Verdoja gefangen genommen, kann allerdings entkommen und erfährt, dass dieser seinen Freund Don Pedro Arbellez ermordet hat. Zusammen mit dessen Getreuen reitet er los um ihn zu rächen und liefert sich einen Kampf mit Verdojas Männern und den verbündeten Chichimeks. Graf Alfonso findet den Schatz und erschießt Karja, wird aber dann durch giftiges Gas getötet, dass Flathouani freisetzt. Nachdem auch Verdoja und die Chichimeks in die Schatzhöhle eindringen, möchte ersterer nicht teilen und erschießt einige Indianer. Flathouani bedient allerdings einen Mechanismus, der einen Vulkanausbruch auslöst, welcher Schurken und Gold unter sich begräbt.

Wieder einmal wird eine Artur-Brauner-Produktion von allen Übeln dieser Welt geplagt:

Dieser zweite Teil der Aztekengeschichte ist grundsätzlich atmosphärischer und deutlich attraktiver gestaltet als der erste, auch besticht er durch wesentlich interessantere Schauplätze. Allerdings gab es riesige Probleme bei der Fertigstellung, da die Crew mit ständigem Schlechtwetter zu kämpfen hatte und der Drehplan dadurch nicht einmal annähernd eingehalten werden konnte. Immer wiederkehrende sintflutartige Regenfälle machten die geplanten Drehorte unbrauchbar. Dies führte dazu, dass Lex Barker aufgrund anderweitiger Verpflichtungen abreisen musste, bevor alle für ihn vorgesehenen Szenen abgedreht werden konnten, was den Streifen schließlich vermurkste. Der Film wirkt notdürftig zusammengezimmert und man sieht ihm die Probleme an, unter denen er entstanden ist.

Lex Barker rückt unfreiwillig in den Hintergrund:



Der Streifen scheint keinen richtigen Hauptdarsteller zu haben, da Lex Barkers Auftritte aufgrund fehlenden Filmmaterials spärlich und ohne Elan sind. Es ist dies sein mit Abstand schwächster Auftritt in einem Karl-May-Film. Auch die, ebenfalls dem Schlechtwetter zu verdankenden, zahlreichen künstlichen Außenaufnahmen sind an mehreren Stellen immer wieder erkennbar. Die zeitgenössische Kritik attackierte vor allem die Regie Siodmaks, was jedoch relativiert werden muss, da wohl kein Regisseur der Welt unter den gegebenen Umständen einen wirklich guten Film abliefern hätte können. „Die Pyramide des Sonnengottes“ hätte so nie fertiggestellt werden dürfen. Auch „Old Shatterhand“ hatte durchaus mit Zeitnot und Schlechtwetter zu kämpfen, wurde aber dennoch ein recht guter Film. Hier wirkten sich die Widrigkeiten wesentlich schwerwiegender aus.

Schauplätze:



Es werden grundsätzlich dieselben Schauplätze präsentiert, wie im ersten Teil, allerdings besser eingebracht. Auch bekommt man viele Aufnahmen in düsteren Höhlen und alten Gängen zu sehen, was einen gewissen Reiz ausübt. Doch laboriert das Ganze einfach am fehlenden Filmmaterial, was den Streifen etwas chaotisch wirken lässt. Die zahlreichen Studioaufnahmen werten das Ganze deutlich ab.

Das Ende der Bösewichter:



Gerard Barray machte sich in seiner ersten Bösewicht-Rolle ganz hervorragend. Nachdem er zu Beginn des ersten Teils noch mit Skrupeln behaftet schien, als er das Duell versäumte, was seinen Vater das Leben kostete, zeigt er im späteren Verlauf ein sehr flexibles Gewissen, das ihn in seiner Gier äußerst kaltblütig morden lässt. Schließlich wird er in der Schatzhöhle von Flathouani in's Jenseits befördert.

Josefa stirbt durch die Hand ihres "Zweck-Geliebten" Verdoja, der einen mit Nägel gespickten Mechanismus auf sie herabgleiten lässt.

Verdoja stirbt zusammen mit dem schwarzen Hirsch, der übrigens von Intschu-Tschuna-Darsteller Mavid Popovic verkörpert wird, und seinen Chichimeks durch den von Flathouani ausgelösten Vulkanausbruch. Das Ende hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem „Schatz im Silbersee“ wo die Schurken sich ebenfalls zum Teil selbst umbringen, weil sie in ihrer grenzenlosen Gier nicht teilen wollen. Schlussendlich ist es ein alter Indianer, der auch den letzten Bösewicht verschwinden lässt.

Fazit:

Unter widrigsten Umständen gedreht wirkt der Film unrund und erweckt den Anschein Hauptdarsteller Lex Barker weitgehend vergessen zu haben. Trotzdem sind punktuell recht gute Atmosphäre und Aufnahmen gelungen. Schade, denn wäre mehr Sorgfalt möglich gewesen, hätte ein deutlich überdurchschnittlicher Film daraus werden können. 3 von 5.

Tarzan Online



Beiträge: 889

08.08.2015 23:31
#39 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

Trotz allem: Heute ist Kelo Hendersons 92. Geburtstag! Donnerpfeil ist noch unter uns. Wahrscheinlich der älteste noch lebende Schauspieler aus einem Karl-May-Film (etwas vor Gustavo Rojo).

Kelo ist ein guter Freund und ich wünsche ihm heute alles Gute zu seinem Ehrentag!!! Happy Birthday, Kelo!!!

Peter Offline




Beiträge: 2.817

09.08.2015 10:27
#40 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

Rollentausch mit @patrick . Während er sich nach eigener Ankündigung über die Stege des Krka-Nationalparks gekämpft hat, tat ich dies an den Plitvicer Seen - natürlich in erster Linie, um den Schatz im Silbersee zu heben...




Aber es war auch genügend Zeit, die unvergleichlich schöne Landschaft zu genießen. Trotz Menschenmassen...




Daneben noch ein Abstecher ins wundervolle Trogir, zu Besuch beim ollen Carl Lange...:




Pardon, das war respektlos. Gemeint ist natürlich der wackere Gouverneur von Santa Fé.

patrick Offline




Beiträge: 2.925

10.08.2015 07:29
#41 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

Hallo @Peter. Hättest Du was gesagt. Hätten uns treffen können.
Wir waren auch nochmal Plitvicer Seen, dann an den Krka Fällen, auf der Insel Krk und in der Adelsberger Grotte. Wirklich toll.Die Bilder werden noch folgen.Bin noch nicht ganz Zuhause.

patrick Offline




Beiträge: 2.925

10.08.2015 07:48
#42 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

Sorry, bin mit dem Smartphone etwas ungeschickt. Die Namensmarkierung funktioniert nicht ganz so,wie sie sollte

patrick Offline




Beiträge: 2.925

10.08.2015 07:57
#43 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

@Peter Uups.Jetzt hats geklappt

Peter Offline




Beiträge: 2.817

10.08.2015 10:39
#44 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

Zitat von patrick im Beitrag #41
Hallo @Peter. Hättest Du was gesagt. Hätten uns treffen können. Wir waren auch nochmal Plitvicer Seen, dann an den Krka Fällen, auf der Insel Krk und in der Adelsberger Grotte. Wirklich toll.Die Bilder werden noch folgen.Bin noch nicht ganz Zuhause.

Du warst gleich nochmal in Plitvice? Das habe ich nicht geahnt. Wir wohnten allerdings deutlich weiter im Süden (weil wir auch in die Herzegowina nach Mostar wollten) und hatten auch kein Auto dabei. Plitvice war eine relativ kurzfristige Entscheidung - und ein herrlicher Mördertrip mit Bussen. Wir starteten fast zu nachtschlafener Zeit und kamen auch erst nächtens wieder zuhause an....

Zitat von patrick im Beitrag #42
...... Die Namensmarkierung funktioniert nicht ganz so,wie sie sollte....

Es lag nur an dem Punkt. Hinter dem Namen muss immer ein Leerzeichen stehen, dann geht´s.....

patrick Offline




Beiträge: 2.925

10.08.2015 15:26
#45 RE: In Memoriam Pierre Brice: Die Karl May Filme Zitat · antworten

Zitat von Peter im Beitrag #44

Du warst gleich nochmal in Plitvice? Das habe ich nicht geahnt. Wir wohnten allerdings deutlich weiter im Süden (weil wir auch in die Herzegowina nach Mostar wollten) und hatten auch kein Auto dabei. Plitvice war eine relativ kurzfristige Entscheidung - und ein herrlicher Mördertrip mit Bussen. Wir starteten fast zu nachtschlafener Zeit und kamen auch erst nächtens wieder zuhause an....



@Peter Ja, Anfang Juli hatten wir nur 4 Tage Zeit, was für Plitvice zwar reichte, aber zuwenig Raum für anderes bot. jetzt waren wir 9 Tage "on tour"und konnten alles mit mehr Ruhe genießen. Plitvice haben wir dabei einfach nochmal mitgenommen. Wie ist dein Gesamteindruck? für mich ist`s weltweit eine der schönsten Gegenden, die ich jemals sah. Die Krka-Fälle waren auch toll. Dort wars deutlich heißer und südländischer. Sehr beeindruckend auch die Höhlen von Postojna (Adelsberger Grotten). Die Bilder werden in den nächsten Tagen folgen, auch wenn sie den Eindruck nicht angemessen wiedergeben können, den man hat, wenn man selbst drin ist. Die Insel Krk war zum Baden und Tauchen toll. Hab dort auch ein bisschen unter Wasser gefilmt. Das Städtchen hat einen wirklich ganz angenehmen mediterranen Flair.

Apropos Mördertrip. Davon können wir auch ein Lied singen. Mir ist selbstverständlich bewusst, dass um diese Jahreszeit Samstag der wohl schlimmste Tag für eine Reise in den Süden ist, den man wählen kann. Wir haben nur nicht damit gerechnet, dass das in der Nacht schon der Fall ist. Wir sind in der Nacht von Freitag auf Samstag gestartet. Im Juli brauchten wir für den Weg nach Plitvice 9 Stunden. Diesmal 16!!!! Habe zwar ein ausgezeichnetes Navigationsgerät, doch auch die Umfahrung von der Umfahrung der Umfahrung endete schließlich immmer wieder im Stau. Mein Fazit daraus: Niemehr am Wochenende losfahren, sondern wie bisher immer zwischen Montag und Donnerstag. Die sonstigen Fahrten und die Rückreise verliefen dann aber reibungslos.

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