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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 262 mal aufgerufen
 James-Bond-007-Forum
patrick Online




Beiträge: 2.749

11.04.2015 10:21
Bewertet: Skyfall (23/ 2012) Zitat · antworten

Skyfall




Filmdaten:

Deutscher Titel: James Bond 007: Skyfall
Originaltitel: Skyfall

Produktionsland: Vereinigtes Königreich,
Vereinigte Staaten
Originalsprache: Englisch
Erscheinungsjahr: 2012
Länge: 143 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12
JMK: 12[2]

Stab:

Regie: Sam Mendes
Drehbuch: John Logan,
Neal Purvis,
Robert Wade
Produktion: Michael G. Wilson,
Barbara Broccoli
Musik: Thomas Newman,
Titellied: Adele,
Paul Epworth
Kamera: Roger Deakins
Schnitt: Stuart Baird,
Kate Baird

Besetzung:

Daniel Craig: James Bond („007“), Judi Dench: „M“, Javier Bardem: Raoul Silva, Ralph Fiennes: Gareth Mallory („M“), Naomie Harris: Eve Moneypenny, Bérénice Marlohe: Sévérine, Albert Finney: Kincade, Ben Whishaw: „Q“, Rory Kinnear: Bill Tanner, Ola Rapace: „Patrice“, Helen McCrory: Ministerin



Handlung:

Bond verfolgt in der Türkei den Killer Patrice, da dieser eine geheime Festplatte entwendet hat, welche Namen und Aufträge sämtlicher, in aller Welt getarnt tätiger, britischer Agenten enthält. Als Bond und Patrice sich auf dem Dach eines fahrenden Zuges einen Zweikampf liefern, gibt M Bonds Kollegin Eve, welche das Geschehen aus der Entfernung beobachtet, über Funk die Anweisung, auf Patrice zu schießen, wobei Bond getroffen wird und von einer Brücke in’s Wasser stürzt. Er wird zwar für tot gehalten, überlebt tatsächlich jedoch und taucht für mehrere Monate unter.
In der Zwischenzeit wird in London auf das Hauptquartier des MI6 ein Bombenanschlag verübt, was Bond dazu veranlasst „wiederaufzuerstehen“. Wegen seines liederlichen und etwas heruntergekommenen Lebenswandels der letzten Monate, muss er sämtliche physische und psychische Tests durchlaufen, wobei er versagt, was jedoch vertuscht wird. M setzt ihn erneut auf Patrice an, welcher bei der Konfrontation sein Leben verliert, bevor er seinen Auftraggeber nennen kann. Im weiteren Verlauf lernt Bond die attraktive Severine kennen, welche mit dem Auftraggeber liiert ist, diesen jedoch loswerden will. Bond muss einen harten Kampf auf Leben und Tod mit deren Leibwächtern überstehen, bis sie ihn mit einer Yacht zu Raoul Silva führen kann. Dieser war selbst einmal britischer Agent, wurde allerdings von M im Stich gelassen, als er vor Jahren in die Hände der Chinesen fiel. Er muss seitdem eine Art Knochenprothese im Mund tragen, da er einen Selbstmordversuch mit Gift während der Gefangenschaft überlebt hat, wodurch er furchtbar entstellt wurde. Nun hat er M für ihren Verrat Rache geschworen.
Silva nimmt Bond gefangen und tötet Severine, bevor er vom MI6 mit Hubschraubern gestellt wird. Nachdem er M mit ihrer unangenehmen Vergangenheit konfrontiert, gelingt ihm durch Manipulation des Sicherheitssystems die Flucht, und er verübt einen Anschlag auf sie. Dieser findet während einer Anhörung vor einem Ausschuss statt, dem M sich stellen muss, da der MI6 mit noch nie da gewesenen Problemen konfrontiert ist. Es wurden bereits 5 Agenten enttarnt, und dieses makabre Spiel sollte Woche für Woche mit jeweils 5 weiteren fortgesetzt werden. Bond kann Ms Leben retten und bringt sie an einen sehr ungewöhnlichen Ort in Sicherheit. Die Reise führt zu einer einsamen und entlegenen ländlichen Gegend im schottischen Hochland, den Ort, an dem Bond aufgewachsen ist. In dem heruntergekommenen Landsitz Skyfall wohnt nur noch der alte Kincade, der Bond nach dem Tod seiner Eltern großgezogen hat. Gemeinsam nehmen sie den Kampf mit Silva und seinen Männern auf, die nicht lange auf sich warten lassen…

Anmerkungen:

Nachdem auf den recht gelungenen „Casino Royale“ der enttäuschende „Ein Quantum Trost“ folgte, wusste ich anfangs nicht so recht, was ich mir von diesem Streifen erwarten sollte. Zu meiner großen Freude bekam ich dann wieder einen „richtigen“ Bond präsentiert, der einen anständigen Plot, gelungene Schauplätze und geeignete Schauspieler beinhaltet. Besonders gut gefällt mir übrigens die Szene, in der einer der Schurken von einer Echse geschnappt und in ihre Höhle gezerrt wird. Sehr reizvoll finde ich auch, wie die altbekannten Figuren rund um James Bond im „Daniel-Craig-Universum“ neu definiert werden. Die nach ihrem Lapsus mit dem Fehlschuss in den Innendienst abkommandierte Agentin Eve wird am Ende als Miss Moneypenny zu erkennen gegeben. Wir lernen ein sehr jugendliches Computergenie als Q kennen, der sich, auf etwas andere Art als in den alten Klassikern, ebenfalls seine Sticheleien mit Bond liefert. Ms Nachfolger nach deren Tod ist wieder einmal männlich und wird von Ralph Fiennes gespielt. Er passt übrigens sehr gut in die Rolle, und ich freue mich, ihn wieder zu sehen. Allerdings wäre es reizvoll gewesen, den von Albert Finney gespielten urigen alten Kincade im Originalton mit einem breiten schottischen Akzent sprechen zu lassen.
Auffallend ist auch das innig dargestellte Verhältnis Bonds zu der von Judy Dench gespielten M, nach deren Tod ihm sogar die Tränen kommen.

Plot:

Phantasievoll, spannend und rasant, ohne in eine völlig geistlose Materialschlacht zu verfallen. Der von „Quantum“ eingeschlagene Weg wurde gottlob nicht weiterverfolgt.



Bösewicht:

Javier Bardem fügt sich nahtlos in die Riege der markanten Bond- Schurken ein. Seine Intelligenz, sein Zynismus und die durch eine Prothese verdeckte Entstellung prägen wieder einmal eine Figur mit besonderen Charakteristika, die im Gedächtnis hängen bleibt.



Bondgirl:

Berenice Marlohe wirkt elegant und attraktiv, hat allerdings keine allzu lange Lebensspanne in diesem Film. In den Daniel Craig-Streifen ist Bonds Frauenverschleiß übrigens etwas gemäßigter als in vielen der älteren Filme.





Gadgets:

Und wieder einmal durfte der aus „Goldfinger“ und „Feuerball“ bekannte Aston Martin, Bj.1964, aus dem Museum zum Einsatz kommen. Diesmal wurden sogar die vorne eingebauten Maschinengewehre wieder verwendet, ganz wie bei Goldfinger. Ferner kommt eine Pistole vor, die ausschließlich auf Bonds Hand abgestimmt ist und nur von ihm abgefeuert werden kann, was seinen Gegner in Verlegenheit bringt, als er diese in die Finger bekommt. Den Rest macht die Echse.



Schauplätze:

Gedreht wurde in Großbritannien und der Türkei. Istanbul sollte ja die Lieblingsstadt von Ian Flemming gewesen sein und ist auch schon in "Liebesgrüsse aus Moskau"sehr schön verwertet worden. Die China-Szenen wurden allerdings nicht in China selbst gedreht.
Besonders gut gefällt mir, dass Bonds Wurzeln im schottischen Hochland aufgegriffen wurden, was bisher noch in keinem Film der Reihe der Fall war. Die düstere, aber wildromantische, Gegend ist wirklich sehr gut eingefangen, obwohl die Schottland-Szenen hauptsächlich im südenglischen Surrey gedreht wurden. Die Nachtaufnahmen könnten fast einen Gruselfilm entstammen.



Titelsong:

Auch hier handelt es sich wieder um eine typische eingängige Bond-Ballade. Das von Adele gesungene Lied „This ist the End“ passt gut zum Film und die Titelsequenz zeigt neben Elementen aus der Handlung (Ikonographie) auch Bilder, die durch Nahtoderfahrungen inspiriert wurden, was sehr attraktiv gestaltet ist.



Fazit:

Durchaus gelungener Jubiläums- Bond zum 50er, der frisches Blut in die Reihe pumpt, ohne auf die liebgewonnenen Klischees zu verzichten. All das lässt mit freudiger Erwartung auf „Spectre“ blicken und hoffen, dass "Quantum" nur ein Ausrutscher war. 4,5 von 5.

Ray Online



Beiträge: 696

27.08.2017 15:14
#2 RE: Bewertet: Skyfall (23/ 2012) Zitat · antworten

James Bond 007: Skyfall (Skyfall) (GB/USA 2012)

Regie: Sam Mendes

Darsteller: Daniel Craig, Javier Bardem, Judi Dench, Ralph Fiennes, Naomie Harris, Bérénice Marlohe, Ben Whishaw, Albert Finney u.a.



50 Jahre Bond - wenn das kein Grund zum Feiern ist! Das dachten sich auch die Bond-Macher und verlegten den von Verzögerungen geplagten 23. Bond-Film von Eon-Productions in das Jubiläumsjahr. Und nicht wenige Kritiker scheinen von der ganzen Euphorie und den damit einhergehenden nostalgischen Gefühlen übermannt worden zu sein. Folge: "Skyfall" wurde vom Start weg in den Himmel gelobt und häufig als bester Bond-Film bezeichnet. Dies völlig zu Unrecht. Denn so groß die Vorfreude nach den beiden starken ersten Craig-Bonds, dem Abschluss der Vorgeschichte und der damit einhergehenden Erwartung, Bond würde nun "voll durchstarten" auch war, umso ernüchternder fällt das Endprodukt aus, welches zu den schwächsten Bond-Beiträgen zu zählen ist.

Zu Anfang weiß der Film noch durchaus zu überzeugen. Die Prätitelsequenz fällt zwar nach der kurz und knackigen des Vorgängers "Quantum" überlang aus, hat aber einen soliden Spannungsbogen und macht Spaß. Dass Eve im dramatischen Finale Bond trifft und nicht wie sonst "alles gut geht", ist mal eine nette Abwechslung. Der Vorspann geht in Ordnung, der Titelsong von Adele ist zwar nur Durchschnitt, dafür mal wieder einer im klassischen Stil. Danach braucht der Film zwar etwas lang, bis Bond vom "gebrochenen Mann" zu alter Form findet, aber das muss man dem betont "menschlichen" Bond á la Craig wohl zugestehen. Belohnt wird der Zuseher für seine Geduld mit einer starken und mit stimmungsvollen Bildern unterlegten Schattenkampfszene zwischen Bond und Patrice, den er schon im Vorspann verfolgt hatte. Auch die Macao-Episode gefällt, insbesondere die subtile Erotik zwischen Bond und Eve (Rasier-Szene) ist überaus gut gelungen, generell stimmt die Chemie zwischen Craig und Harris.

Eine Wende zum schlechten nimmt der Film mit dem Auftauchen von Javier Bardems Silva. Denn von da an wird man das Gefühl nicht mehr los, einen Film der (zugegeben grandiosen) "The Dark Knight"-Reihe zu sehen. Mag die Orientierung an "Bourne" und "24" zwar nicht von besonderer Kreativität gezeugt haben, sich als Actionfilm an anderen populären Actionfilmen bzw. -serien zu orientieren, macht jedoch durchaus Sinn. Aber "The Dark Knight" bleibt eben eine - wenn auch geerdete - auf Comics basierende Reihe. Wie schon in der Brosnan-Ära machte man den Fehler, einen Bösewicht zu wählen, der aus einem weniger guten Comic entsprungen zu sein scheint. Höhepunkt ist die unpassende Szene, in der Silva sein Kunst-Gebiss herausnimmt. Soll das irgendwen schocken/beeindrucken? Auch das anarchische, von Rachegelüsten dominierte Motiv und die Komposition der parallel verlaufenden Szenen im Gerichtssaal und in der U-Bahn sind 100% Nolan. Generell bekommt der Film ab der Mitte auf diesem Wege eine allzu epische, theatralische, psychologische und bildhafte Dimension, die bei Bond völlig Fehl am Platze ist.

Höhepunkt ist dann das Sich-Verschanzen in einer heruntergekommenen Hütte im schottischen Niemandsland (eine Art abgewracktes Wayne Manor), "unbondiger" geht nimmer. Neben "GoldenEye" und "In tödlicher Mission" der dritte Film, bei dem das Werk ab einem gewissen Zeitpunkt im wahrsten Sinne nur noch wie ein Film vor meinen Augen abgelaufen ist, weil ich aufgrund stetig abbauenden Interesses irgendwann mit den Gedanken völlig woanders war. Die Produzenten scheinen offenbar dem Irrglauben verfallen zu sein, ein "Bond-Epos" müsse automatisch auch immer ein sehr guter Bond-Film sein.

Zum Schluss gab der Film dem tapfer durchhaltenden Betrachter denn doch noch eine Perspektive, warum man sich auf den neuen Bond-Film freuen durfte: Eve entpuppt sich als Moneypenny (Natürlich völlig abstrus, dass Bond und sie zwei gemeinsame Einsätze hinter sich haben, allem Anschein nach zwischendrin auch intim miteinander wurden und Bond trotzdem nicht weiß, wie sie nun eigentlich heißt. Geschenkt.), empfängt Bond im Vorzimmer, das nicht umsonst stark an jenes erinnert, in dem Lois Maxwell einst Connery, Lazenby und Moore empfing. Anschließend darf Bond noch kurz im Büro des neuen M, dargestellt von Ralph Fiennes, Platz nehmen, welches ebenfalls stark dem klassischen Büro aus den früheren Filmen ähnelt.

Nicht ganz erschließt sich, warum man genau wie bei "Quantum" die Gunbarrel-Sequenz wieder am Ende einbaute. Beim Vorgänger konnte man es ja noch damit begründen, dass die Vorgeschichte abgeschlossen ist und es nun "wie gehabt" weiter geht. Dann hätte man sie diesmal aber zu Anfang bringen müssen. Oder wollte man suggerieren, dass es nach diesem - scheinbar nötigen - "Zwischenfilm", in dem man Judi Dench als M verabschiedete und die neuen Darsteller von M, Moneypenny und Q etablierte, mit Verzögerung jetzt aber endgültig losging? Immerhin sollte der Bond-Fan in "Spectre" die klassische Gunbarrel-Einstellung endlich wieder dort zu sehen bekommen, wo sie hingehört - am Anfang.


Hoffnungslos überschätzter Jubiläumsbond, der über ein paar gute Ansätze nicht hinauszukommen vermag. 2,5 von 5 Punkten.

Count Villain Offline



Beiträge: 3.832

27.08.2017 15:31
#3 RE: Bewertet: Skyfall (23/ 2012) Zitat · antworten

Ray, du wirst mir immer sympathischer.

Mein Gefühl nach dem Kinobesuch von Skyfall war ebenfalls, dass der Film als Jubiläumsfilm eher zum Thema 50 Jahre Kino (im Landhaus hatte ich ganz starke "Kevin allein zuhaus"-Vibes) passt als zu 50 Jahre Bond und ansonsten höchstens als Abschiedsfilm für Judi Denchs M taugt (das wahre Bondgirl in diesem Film). Damit will ich den Unterhaltungsfaktor und die handwerkliche Qualität gar nicht in Abrede stellen, immerhin gab der Erfolg an de Kinokassen den Machern Recht. Es war wohl wirklich die Zeit für solche Filme. Aber als Bondfilm sehe ich ihn auch nur im Mittelfeld.

Ray Online



Beiträge: 696

27.08.2017 15:40
#4 RE: Bewertet: Skyfall (23/ 2012) Zitat · antworten

Dann scheinen wir ja mindestens in der Craig-Ära auf einer Wellenlänge zu liegen.

Zitat von Count Villain im Beitrag #3
höchstens als Abschiedsfilm für Judi Denchs M taugt (das wahre Bondgirl in diesem Film)


Da sprichst du noch einen interessanten Punkt an, auf den ich nicht eingegegangen bin. Der Part von Bérénice Marlohe fällt ob der Gesamtlänge und der ganzen Promotion, in der sie als Haupt-Bond-Girl präsentiert wurde (inklusive der üblichen Shootings in Männermagazinen), doch erstaunlich klein aus. Augefangen wird dies in der Tat durch die große Präsenz der immer mehr zur Ersatz-Mutti aufsteigenden M und Eve, die über weite Strecken ja auch eher als Bond-Girl erscheint (ähnlicher Part wie der Gemma Artetons im Vorgänger) und optisch derlei Erwartungen auch durchaus erfüllt.

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