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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 763 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker national
Giacco Offline



Beiträge: 1.423

10.01.2014 14:32
Schwarzer Kies" (1961) Zitat · antworten

Schwarzer Kies - Regie: Helmut Käutner, Produktion: Walter Ulbrich/Ufa - Verleih: Ufa Filmhansa - Erstaufführung: 13.4.1961 FSK:18 Darsteller: Helmut Wildt, Ingmar Zeisberg, Wolfgang Büttner, Anita Höfer, Hans Cossy, Peter Nestler, Edeltraut Elsner

Der Bau eines neuen Militärflugplatzes durch US-Truppen bringt Profitgier und Vergnügungssucht in das kleine Dorf Sohnen im Hunsrück. Käufliche Liebe und Schwarzmarktgeschäfte haben Hochkonjunktur. Lastwagenbesitzer Robert Neidhardt verscherbelt Kiesladungen, die für den Ausbau der Pisten bestimmt sind, unter der Hand an einheimische Baufirmen. Zufällig trifft er seine Jugendliebe Inge wieder, die als Frau des neuen US-Kommandanten in die Heimat zurückgekehrt ist. Er versucht mit allen Tricks, sie wieder für sich zu gewinnen. Doch sie will ihre Ehe, die ihr Ordnung und Sicherheit bietet, nicht gefährden. Als dann aber die Polizei hinter die Kiesschiebereien kommt, warnt sie ihn. Bei dem Versuch, seine Kiesladung nachts in einem abgelegenen Waldstück loszuwerden, verursacht er einen Unfall, bei dem ein junges Liebespaar ums Leben kommt. Um die Sache zu vertuschen, lässt er die Leichen unter dem Kies der Landebahn verschwinden.



Helmut Käutner, der mit "Schwarzer Kies" (gedreht im Herbst 1960) ein ungeschminktes Zeitbild der bundesdeutschen Nachkriegsgesellschaft zeigen wollte, stieß bei der Kritik größtenteils auf Ablehnung. Hinzu kam, dass ein Protest des Zentralrats der Juden wegen antisemitischer Inhalte dem Film negative Schlagzeilen brachte. Die Staatsanwaltschaft sah allerdings keinen Grund, zu ermitteln und es wurden weder Szenen geschnitten noch Dialoge geändert oder getilgt. Nur die dunkle und bedrückende Schlußsequenz wurde von Käutner nach der Uraufführung gekürzt und abgemildert.
Leider fand "Schwarzer Kies", der nicht einmal ein Prädikat der Filmbewertungsstelle erhielt, damals nicht die Aufmerksamkeit, die er verdient hätte. So geriet er schnell in Vergessenheit, gilt heute jedoch als "eine der schonungslosesten Alltagsbeschreibungen des Adenauer-Kinos". Auch die teils hervorragenden Leistungen der Darsteller fanden seinerzeit kaum Anerkennung. Hervorheben sollte man vor allem Helmut Wildt, der hier als kaltschnäuzig-egoistischer Lastwagenfahrer sein Leinwand-Debüt gibt. (Hier im Forum dürften ihn die meisten aus dem Durbridge-Film "Piccadilly null Uhr zwölf" kennen.) Er war damals ein völlig neuer Typ Mann im Deutschen Film und seine kraftvoll-männliche Ausstrahlung und Präsenz kommen hier wirkungsvoll zur Geltung.
Die Musik des Films kommt fast ausschließlich aus der Musicbox eines Nachtlokals, bei dem es sich um eine Scheune handelt, die zu einem Amüsierbetrieb umfunktioniert wurde. Hier spielt sich ein Großteil der Handlung ab. Im Obergeschoss des Etablissements hat Neidhardt ein Zimmer, während sich nebenan leichte Mädchen mit amerikanischen Soldaten vergnügen. Aus dem Musikautomat dudeln fast unablässig Schlager jener Zeit. Einer davon heißt "Fräulein Schmidt" und wurde eigens für den Streifen komponiert. Käutner selbst schrieb den Text dazu. Das Lied wurde 1961 als Single veröffentlicht und das Plattencover zeigt eine Szene aus dem Film.



Die ungeschnittene Premierenfassung von "Schwarzer Kies" wurde vor ein paar Jahren wiederentdeckt und wird gelegentlich in Filmclubs oder speziellen Programmkinos gezeigt.

Mabuse Offline




Beiträge: 379

27.02.2017 23:29
#2 RE: Schwarzer Kies" (1961) Zitat · antworten

Am 29.03.2017 im Wiesbadener Murnau Filmtheater in neuer digitalisierter Fassung auf großer Leinwand zu sehen:

http://murnau-filmtheater.de/filmtheater.../schwarzer-kies

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