Deutschland / Italien / Spanien (1966) Regie: Carlo Romitelli Darsteller: Lang Jeffries, Joachim Hansen, Laura Valenzuela, Christiane Maybach, Carlo Hintermann, Mitsouko, Loredana Nusciak, Lorenzo Robledo
"In diesem Agententhriller dreht sich alles um eine Geheimformel, die ein Professor in Südamerika entwickelt hat. Die Großmächte setzen alles daran, den Wissenschaftler und seine sensationelle Erfindung, den "Todesstrahl", in ihre Gewalt zu bringen. Mit List und Tücke nimmt Mark Donen alias Agent R7 die Verfolgung auf." (Text aus dem Booklet)
Joachim Hansen, Lang Jeffries ..... mal Gegner, mal Partner
"Rembrandt 7" ist ein typischer Vertreter des Eurospy-Genres, das sich in den 1960er Jahren einiger Beliebtheit erfreute. Allerdings handelt es sich hier nur um ein Fließband-Produkt, das mit dem angestrebten großen Vorbild "Bond" in keinster Weise konkurrieren kann (was natürlich auch am weitaus geringeren Budget liegt). Während die simple und schlicht gestrickte Story nicht weiter stört, erweist sich die Handlung schon bald als ziemlich wirr und unübersichtlich und springt beliebig zwischen Schauplätzen wie Rio, Venedig, Malaga, Nordafrika und China hin und her. Die Inszenierung ist eher bieder, die Kamera weitgehend uninspiriert. Zu den Pluspunkten gehören ein paar gelungene Action-Szenen, eine aufregende Verfolgungsjagd und einige Unterwasser-Aktionen. Da aber der Zuschauer selten die Zusammenhänge durchschaut, oft nicht weiß, um was es gerade geht und ohnehin vieles logisch kaum nachvollziehbar ist, bleibt das Ganze trotz allen Tempos und abwechslungsreicher Locations spannungsarm und unbefriedigend. Dennoch ist der Film - zumindest für Fans - unterhaltsam. Der von Aldo Piga komponierte Titelsong macht Laune und erinnert an die Original-Bond-Filme. Hauptdarsteller Lang Jeffries spielt den smarten Superagenten perfekt und sympathisch und trägt wie sein Vorbild stets gutgeschnittene Anzüge, die auch nach wilden Schlägereien tadellos aussehen. Die Damen-Riege ist äußerst ansehnlich: Laura Valenzuela und Christiane Maybach unterstützen unseren Helden so gut es geht, wobei die erstgenannte ausreichend Gelegenheit bekommt, zu zeigen, wie gut sie mit einem Maschinengewehr umgehen kann. Mitsouko, die attraktive Eurasierin, die in Paris als Schönheitstänzerin begann, arbeitet hier für den chninesischen Geheimdienst und Loredana Nusciak ist die Vertraute des Obergangsters Kosky. Daneben sieht man Joachim Hansen mit neuer windschnittiger Frisur mal in einer etwas anderen Rolle und Carlo Hintermann bemüht sich, als Bösewicht zu überzeugen. Die Schauspieler machen ihre Sache eigentlich ganz ordentlich und lassen über manche Schwächen und Ungereimtheiten des Drehbuchs hinwegsehen. Trashig aber unerläßlich sind auch hier z.B. die geheimnisvollen Laboratorien mit den vielen bunt blinkenden Lampen. Und wenn der Oberschurke aus einem dicken Buch ein darin verstecktes Funkgerät herausholt, in das er dann einen so lapidaren Satz wie "Stützpunkt 1 ruft Stützpunkt 2" spricht, dann ist das fast schon wieder Unterhaltung pur. Fazit: Für Eurospy-Fans ist der Film okay, für alle anderen dürfte er eher schwer konsumierbar sein.
REMBRANDT 7 ANTWORTET NICHT - (MARK DONEN - AGENTE ZETA 7) Spanien/Italien/BRD (1966) - R: Giancarlo Romitelli - DE: 24.6.1966 - FSK 16 - V: Constantin Dt.Pr.: Planet-Film, Berlin (Sam Waynberg) - Madrid:50% - Rom: 30% - Berlin. 20% Darsteller: Lang Jeffries, Joachim Hansen, Laura Valenzuela, Carlo Hintermann, Mitsouko, Christiane Maybach, Alvaro de Luna, Luis Pena, Claudio Ruffini, Loredana Nusciak, Miguel del Castillo, Monica Randall
Es geht um die Formel einer Erfindung von Professor Liebrich, die in einem Rembrandt-Gemälde versteckt ist. Da der Professor entführt wurde, übernimmt US-Agent Mark Donen den Fall. Zum Schein verbündet er sich mit Seyna, die für den chinesischen Geheimdienst arbeitet. Doch auch Kosky, Professor Liebrichs Assistent, ist hinter der Formel her. Schnell findet Donen heraus, dass Kosky in die Entführung verwickelt ist. Er schafft es,im Hafen von Tanger heimlich an Bord von Koskys Yacht zu gelangen und stellt fest, dass der gesuchte Rembrandt sich mittlerweile in Koskys Besitz befindet, der auch die versteckte Formel auf dem Gemälde sichtbar machen konnte. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.
Nach mehr als 10 Jahren mal wieder angeschaut und siehe da: Versucht man erst gar nicht, die handelsübliche und etwas verworrene Story zu hinterfragen und konzentriert sich stattdessen mehr auf den Unterhaltungswert und die optische Verpackung, stellt man fest, dass der Film im Vergleich zu manch anderen Genre-Vertretern gar nicht mal so übel ist. Schon der Titelsong, interpretiert von dem in Italien lebenden Amerikaner Peter Tevis, kann sich hören lassen. Viele interessante und gut fotografierte Schauplätze sorgen für Abwechslung. Auch was Darsteller und Ausstattung anbelangt, stellt der Film eine Menge anderer Eurospy-Produktionen in den Schatten. Giancarlo Romitelli erweist sich als kompetenter Regisseur, der sich bei der Inszenierung Mühe gegeben hat, da sie insgesamt als einfallsreich und kurzweilig bezeichnet werden kann. Gelungen ist auch die deutsche Synchro (Wenzel Lüdecke, Berlin), die das Ganze stimmig abrundet. Lang Jeffries beeindruckt mit der Stimme von G.G.Hoffmann, während Arnold Marquis sein sonores Sprechorgan Carlo Hintermann (Kosky) zur Verfügung stellte. Christiane Maybach und Joachim Hansen sprechen sich selbst. Trotz all dieser postiven Anmerkungen handelt es sich qualitativ im Endeffekt dennoch nur um Durchschnittsware. Aber es muss ja auch nicht immer Kaviar sein.
"Berichtet wird von einem Wissenschaftler und seiner Erfindung, einem Todesstrahl. Die Formel, in der Kopie eines Gemäldes von Rembrandt verborgen, wird zum Ziel internationaler Gangster. Mark Conen, amerikanischer Sonderagent, klärt die Angelegenheit. Jeffries agiert in schöner Bond-Nachfolge als Casanova und Killer. Drehbuch und Produzenten mühen sich durch häufigen Wechsel der Schauplätze um Geografiekenntnisse und Spannung." (Film-Echo)
Es ist Ewigkeiten her, dass ich den Film gesehen habe, aber er gehört sicherlich zu den vielen, vielen Filmen, die noch einmal kräftig gewinnen würden, wenn man eine Fassung im Original 2,35:1-Format fände. Die alte E-M-S/Filmpalast-DVD bot den Film ja gerade einmal in 1,66:1, womit locker 1/3 des Bildes fehlen.