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Gubanov Offline




Beiträge: 16.119

16.07.2013 20:23
Bewertet: "Backfire!" (1961, Merton Park) Zitat · Antworten



The Edgar Wallace Mysteries: Backfire!
Kriminalfilm, GB 1961. Regie: Paul Almond. Drehbuch: Robert Banks Stewart (frei nach Edgar Wallace). Mit: Alfred Burke (Mitchell Logan), Zena Marshall (Pauline Logan), Oliver Johnston (Bernard Curzon), Noel Trevarthen (Jack Bryce), Suzanne Neve (Shirley Curzon), Derek Francis (Arthur Tilsley), John Cazabon (Willy Kyser), Madeleine Christie (Hannah Chenko), Claire Isbister (Valentina Chenko), Frank Hawkins (Inspector Fletcher) u.a.

Zitat von The Edgar Wallace Mysteries: Backfire!
Bernard Curzon stellt in der nach seiner Frau Venetia benannten Firma Cremes und Schönheitsprodukte jeder Art her – dumm nur, dass es keine Abnehmer für die Töpfchen und Tiegelchen gibt und ein Gläubiger Venetia im Rücken sitzt. Da schlägt Curzons windiger Geschäftspartner Logan einen Ausweg vor: Ein Brandstifter soll alle Probleme in Rauch aufgehen lassen! Curzon ist empört, aber sein Kompagnon setzt sein Vorhaben dennoch um. Nachdem eine Putzfrau bei dem Brand ums Leben kommt, gibt es für Logan kein Pardon mehr ...


Lässt man „Urge to Kill“ als Zweifelsfall außen vor, so handelt es sich bei „Backfire!“ um den ersten Film der Merton-Park-Reihe, der komplett ohne Edgar-Wallace-Vorlage auskommt. Weder inhaltliche Versatzstücke noch Namen wurden einem Roman des bekannten Schriftstellers entnommen – nur sein Name prangt noch im Vorspann. Diese Praxis kommt uns doch irgendwoher bekannt vor ...
Die Story, die Robert Banks Stewart um Brandstiftung, Versicherungsbetrug und Mord schrieb, entwickelt eine gehörige Spannung, die vor allem durch Alfred Burkes fabelhafte Verkörperung der Hauptrolle getragen wird. Im Gegensatz zu den meisten anderen Stoffen der Serie gibt es hier nicht nur offene Karten bezüglich der verantwortlichen Schurkereien, auch steht sonst selten einmal ein Verbrecher so im Mittelpunkt wie hier. Indem das Drehbuch allerlei moralische Fallstricke in die Geschichte einbaut – den Tod einer harmlosen Frau, deren Tochter am Folgetag heiratet, die Gier der Betrüger nach dem Luxusobjekt Pelzmantel, die nach und nach erforderlichen Folgeverbrechen –, soll der Zuschauer auf die Seite von Recht und Ordnung gedrängt werden. Allerdings liegen alle diese Umstände durch die Fokussierung Logans nicht so schwer im Magen wie man erwarten würde, sodass man sich trotz dieser oder jener fiesen Kante letztlich doch als heimlicher Unterstützer der Gesetzlosen wiederfindet. Eine gelungene Abwechslung.
Noel Trevarthen bleibt als Versicherungsdetektiv recht blass, was daran liegt, dass durch die langen Vorbereitungen des Verbrechens und die ausführliche Umsetzung der Brandszenen (die auch dann noch beeindruckend wirken, wenn man erkennt, dass es sich offenbar um Archivmaterial eines anderen Gebäudes handelt) die Ermittlungen erst in den letzten zwanzig Minuten wirklich beginnen. Dafür tun sich neben Burke auch die durchtrieben, aber nicht ganz kaltblütig agierende Zena Marshall sowie John Cazabon als verrückter Pyromane hervor, der – Achtung klassische Anspielung im Anmarsch – einen sehr deutsch klingenden Namen trägt.
Definierte sich die Musikuntermalung zur Serie bisher hauptsächlich über die Titelmelodie, so gelang es Bernard Ebbinghouse in „Backfire!“, eine einprägsame und treibende Szenenmusik zu komponieren, die Kysers Wahnsinn und die steigende Anspannung vor der Entladung der Feuersbrünste passend betont. Für den Regisseur Paul Almond, der mit diesem Titel eine sehr saubere Arbeit ablegte, die noch einmal deutlich über Seriendurchschnitt liegt, war dies leider der einzige Beitrag zu den „Edgar Wallace Mysteries“.


Die Gewichtsverlagerung vom Polizei- zum Verbrecherkrimi tut den Merton-Park-Filmen als Abwechslung gut. Sicher ist „Backfire!“ damit eine Art Wegbereiter für spätere Episoden, die die Besonderheiten der ersten Phase der Reihe zu missachten tendierten, aber Plot, Schauspiel und Nervenkitzel liegen auf wirklich erstklassigem Niveau. 5 von 5 Edgars.

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