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Dieses Thema hat 21 Antworten
und wurde 3.870 mal aufgerufen
 Schauspieler/-innen
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Peter Offline




Beiträge: 2.817

28.04.2013 19:52
Robert Graf Zitat · antworten

Robert Graf trat in der Edgar-Wallace-Serie nur ein einziges Mal auf: Als Basil Hale in "Der Fälscher von London". Die Rolle als unglücklich verliebter und verachteter Nebenbuhler, als großspuriger Handlanger des Gerissenen - mit kleiner Erpressungsmacht aber großen Geldsorgen - war zu klein, um der Serie nachhaltig einen Stempel aufzudrücken. Dafür eignete sich auch das leise aber vielfach wandelbare Minenspiel des Hochtalentierten nicht; aber seine ungeheure Präsenz und Präzision konnte Graf immerhin andeuten. Doch letztlich endete sein Leben, seine Auftritte, diese wunderbaren Geschenke an uns Zuschauer in der traurigen Parallele zu Hanns Lothar: Krankheit und früher Tod verhinderten möglicherweise sogar internationale Karrieren.



Filmportal über Robert Graf:
Robert Graf, geboren am 18. November 1923 in Witten an der Ruhr, wird nach dem Abitur 1942 zur Wehrmacht eingezogen und an der Ostfront eingesetzt. Nach einer Verwundung muss er zunächst in der Rüstungsproduktion arbeiten, kann aber ab 1944 in München Philosophie, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft studieren. 1946 beginnt er seine Theaterlaufbahn und hat Engagements unter anderem in Straubing, Wiesbaden, Salzburg und an den Münchner Kammerspielen, wo er in zahlreichen Inszenierungen erfolgreich ist, etwa in Borcherts "Draußen vor der Tür" und Molières "Tartuffe". 1952 heiratet Graf die Schweizer Schauspielerin Selma Urfer.
Ottomar Domnick gibt Graf 1957 die Hauptrolle des an Schuldgefühlen und Isolation leidenden Druckerei-Angestellten in seinem experimentellen Spielfilm "Jonas". Danach ist Graf in Rolf Thieles "El Hakim" (1957) zu sehen, für Kurt Hoffmanns Satire "Wir Wunderkinder" (1958), in dem er den skrupellosen Opportunisten Bruno Tiches spielt, erhält er den Bundesfilmpreis in Silber als Bester Nachwuchsschauspieler. In seinen folgenden Filmen spielt Graf meist ähnlich abgründige Charaktere, aber auch sein komödiantisches Talent kann er zeigen, etwa als Bankrotteur Grünlich in "Buddenbrooks" (1959). In der starbesetzten US-Produktion "The Great Escape" (Gesprengte Ketten, 1962) von John Sturges erhält Graf eine Nebenrolle.
Auch im Fernsehen ist Graf seit Mitte der 50er Jahre erfolgreich, häufig in TV-Inszenierungen von Theaterstücken wie Sartres "Die schmutzigen Hände". In mehreren Filmen, die im Dritten Reich spielen, zum Beispiel "Der Hund des Generals" (1964, Regie: Franz Peter Wirth), spielt er höchst differenziert gezeichnete zerrissene Charaktere. Seine letzte Fernsehrolle hat Graf in "Porträt eines Helden" (1966).
Nachdem ihm bereits 1965 ein Fuß amputiert werden musste, stirbt Robert Graf am 4. Februar 1966 in München an Krebs. Mit dem Film "Das Wispern im Berg der Dinge" dreht sein Sohn Dominik Graf 1997 eine dokumentarische Annäherung an seinen Vater und den Film seiner Zeit.



Journalisten über Robert Graf:
Der brillante Robert Graf (1923-1966) spielte in Wir Wunderkinder seine wohl bekannteste Filmrolle. Als Opportunist Bruno Tiches, der sich skrupellos durch die politischen Verhältnisse im Deutschland der Jahre 1913-1955 hindurchlaviert, gibt Graf den diabolischen Widerpart zu seinem arglos-rechtschaffenen Schulfreund. "Grafs Gesicht schein ohne jeden Ausdruck zu sein wie das eines apathischen Jünglings, und zuweilen schaut er mit glasigen Augen durch einen hindurch, daß man glaubt, etwas unheimlich Abgründiges in ihm zu entdecken. Aber wenn die Klappe fällt, zieht er plötzlich alle seine Register. Dann steht mit einem Schlage alles und jedes in seinem Gesicht geschrieben: der servile, ängstlich witternde Untertan, der katzenfreundliche, gefährlich lauernde NS-Goldfasan, der brutale, verfressene Heilschreier oder der haltlose, aufgeschwemmte, äußerlich akkurate und innerlich schmierige Schwarzmarktgauner." (Knut Hickethier / Vitus Dröscher in "Idole des deutschen Films: Die jungen Männer des Wirtschaftswunders")



Kollegen über Robert Graf:
Joachim Fuchsberger beschrieb in seinen Memoiren ("Und zweitens kommt es anders....") Robert Graf als einen der gebildetsten Schauspielerkollegen, mit dem man über Kunst und Literatur gleichermaßen tief und angeregt wie über Geschichte, Politik, Tagesgeschehen oder Fußball diskutieren könne.
Hans Clarin schrieb in seiner Autobiografie "Durchgeblättert":
"Ich packte schnell wieder meine Koffer, begab mich zum Fernsehen und drehte dort das 'Porträt eines Helden' mit Robert Graf in der Hauptrolle. Ich spielte einen Sohn aus gute Familie, der aufgrund von Indizien des Mordes an ein von ihm schwangeren Mädchen verdächtigt wird. Robert Graf spielte den karrieresüchtigen Staatsanwalt, der diesen Sohn aus angesehender Familie verurteilt sehen will - auch noch, als er im Verlauf der Gerichtsverhandlung erkennt, daß der Junge unschuldig ist. Er kann nicht mehr zurück, nachdem er Wochen und Monate all die Anklagen hervorgebracht hat, und führt den Prozeß einfach so weiter, als wäre er nach wie vor von der Schuld des Jungen überzeugt. Eine hochinteressante Geschichte, die viele Diskussionen auslöste.
Robert Graf war damals schon seh krank. Wegen eines Krebsleidens hatte man ihm das Bein amputiert. Zudem war eine Hand gelähmt - eine Kriegsverletzung, die allerdings kein Zuschauer bemerkte, weil er die Behinderung mit besonderem Geschick kaschierte. Bei den Dreharbeiten zum 'Porträt eines Helden' passierte diesem überaus präzisen Schauspieler etwas, worunter er sehr litt: Als Staatsanwalt hatte er zum Schluß die Anklagerede zu halten. Aber er mußte immer wieder abbrechen, weil er schwere Hustenanfälle bekam. Er entschuldigte sich immer wieder. "Ein Schauspieler hat keinen Husten zu haben. Alles kann man kaschieren, aber heute geht´s merkwürdigerweise nicht!" Der Film wurde zu Ende gedreht, es sollte sein letzter Auftritt sein. Kurze Zeit darauf starb dieser einmalige Schauspieler, mit dem der liebe Gott eigentlich Größeres hätte vorhaben müssen, als ihn so früh sterben zu lassen. Ich habe ihn wirklich immer sehr bewundert. Robert Graf war für mich einer der herrlichsten Schauspieler, die wir über viele Jahre in München hatten. Wir waren alle zutiefst erschüttert, als er am 4. Februar 1966 in einer Münchner Klinik starb."

Besondere Empfehlungen:
Filme: "Die schmutzigen Hände", "Der Hund des Generals", "Sansibar", "Jonas", "Wir Wunderkinder", "Buddenbrooks", "Geliebt in Rom", "Der Fälscher von London".
Filmporträt: "Das Wispern im Berg der Dinge". Dokumentarfilm von Dominik Graf und Michael Althen von 1997.

athurmilton Offline



Beiträge: 1.081

28.04.2013 20:21
#2 RE: Robert Graf Zitat · antworten

Danke für diese Würdigung und die Informationen! Spontan hätte ich Stein und Bein geschwört, dass er in einer ganzen Reihe von s/w-Krimis zu sehen gewesen war, so einprägsam war seine Darstellung in "Der Fälscher von London", einen Film, den ich eigenlicht recht selten sehe!

Peter Offline




Beiträge: 2.817

28.04.2013 20:41
#3 RE: Robert Graf Zitat · antworten

Hallo arthurmilton,
Du kannst Robert Graf dort durchaus gesehen haben. Er hatte eine Reihe von Auftritten in (meist weniger bekannten) sw-Krimis in Kino und Fernsehen, allerdings nicht bei Edgar Wallace...

Gubanov Offline




Beiträge: 15.538

28.04.2013 20:48
#4 RE: Robert Graf Zitat · antworten
Peter Offline




Beiträge: 2.817

28.04.2013 22:03
#5 RE: Robert Graf Zitat · antworten

...wobei "Die Geschworenen" natürlich auch auf meine schnell gestrickte Empfehlungsliste gehören. Als Film das "Mörderspiel" natürlich auch, allerdings ist dieser nur wenig von Robert Graf getragen....

Peter Offline




Beiträge: 2.817

29.04.2013 08:23
#6 RE: Robert Graf Zitat · antworten

Kleiner Nachtrag: Trotz Kriegsverletzung hätte mir Robert Graf das Freud´sche Fettnäpfchen wohl verziehen: Ich meinte ja durchaus schon das Mienenspiel, nicht das Minenspiel. Ob ich dabei wirklich zu sehr die Mimik oder vielleicht doch eher das olle Minesweeper-Game im Sinn hatte, sei dahingestellt......

Tarzan Offline



Beiträge: 900

01.05.2013 11:43
#7 RE: Robert Graf Zitat · antworten

Robert Graf war einer der vielen guten deutschen Schauspieler aus dieser großen Generation. Er spielte wunderbar seine Rollen in Filmen wie WIR WUNDERKINDER, DIE FRAU AM DUNKLEN FENSTER, GESPRENGTE KETTEN oder VORSICHT MR. DODD!. Und natürlich in MÖRDERSPIEL, ZU VIELE KÖCHE und dem wunderbaren DER FÄLSCHER VON LONDON.
Um diesen faszinierenden Schauspieler noch mehr beurteilen zu können, würde ich gerne weitere seiner einprägsamen TV-Auftritte sehen. Produktionen wie PORTRÄT EINES HELDEN, GELIEBT IN ROM oder SANSIBAR.
Auf jeden Fall ist es immer eine schöne Sache Robert Graf zu sehen. Das Schicksal ließ ihm nur eine relativ kurze Karriere.

Peter Offline




Beiträge: 2.817

01.05.2013 12:45
#8 RE: Robert Graf Zitat · antworten

Hallo Tarzan,
volle Zustimmung für den Wunsch nach Grafs letztem Film "Porträt eines Helden", den sehen oder zu bekommen mir auch noch nicht gelungen ist. "Sansibar" aus der ARD-Schmiede kann man inzwischen für 12 € bei Amazon bekommen. Das lohnt sich allemal !! "Geliebt in Rom" kenne ich auch nur als alte Fernsehaufzeichnung. Das Ende, soviel sei gesagt, erschüttert und begleitet den Zuschauer noch sehr lange.
Die "Köche" haben mich nicht ganz überzeugt, auch fühlte sich Graf für mein Empfinden in seiner Rolle nicht immer ganz wohl; dies kam eben mal vor, ähnlich wie in seiner Hauptrolle in "Unsere kleine Stadt". Wie auch immer: Robert Graf hat wirklich eine Vielzahl von Filmen unvergeßlich gemacht. "Gesprengte Ketten" habe ich immer gern gesehen, trotz des typisch hollywoodianischen "Die-Deutschen-sind-die-größten-Deppen"-Vehikel, das diese Geschichte - zugegeben spannend - am Laufen hält. Natürlich muss man bei der Vielzahl von Stars schon sehr genau hinschauen, um Robert Graf auch hier eine wunderbare kleine Vorstellung attestieren zu können.

Peter Offline




Beiträge: 2.817

01.05.2013 15:00
#9 RE: Robert Graf Zitat · antworten

Um es einfach nochmal zu betonen: All diese wunderbaren Fernsehfilme der 50er und 60er Jahre, wie die im Zusammenhang mit Robert Graf erwähnten "Die zwölf Geschworenen", "Der Hund des Generals", "Sansibar" oder "Die schmutzigen Hände", die ich mir zum Teil schon vor langer Zeit mühselig im Mitschnittservice der Sender oder durch Tauschgeschäfte besorgt habe, sind inzwischen leichter, viel besser aufbereitet und vor allem wesentlich günstiger zu bekommen. Das sollte auch honoriert bzw. genutzt werden, weil es sich wirklich lohnt...

Tarzan Offline



Beiträge: 900

01.05.2013 15:25
#10 RE: Robert Graf Zitat · antworten

Danke für die Info zu "Sansibar". Darum werde ich mich kümmern. Und es stimmt auch, dass sich diese wunderbaren Fernsehfilme der 50er und 60er Jahre lohnen. In der Regel bekommt man packende Verfilmungen serviert. Ich bin darüber sehr froh!

Peter Offline




Beiträge: 2.817

21.06.2013 23:27
#11 RE: Robert Graf Zitat · antworten

Kleiner Nachtrag zu gelungenen frühen Fernsehfilmen mit Robert Graf, da ein solches Musterbeispiel gerade aus den Tiefen des Filmarchivs auftauchte: Einer der ganz bewährten Schauspielerstoffe in der Version von Franz Peter Wirth 1958: Der Tod des Handlungsreisenden. Kaum bemerkenswert dabei, dass Kurt Ehrhardt, mit mehr Raum als in "Affaire Blum" ausgestattet, die Willy-Loman-Rolle und damit erwartungsgemäß den Stoff trägt, in seiner spröden Präzision durchaus nicht weniger glaubwürdig als Rühmann zehn Jahre später in der Klingenberg-Fassung. Das besondere Element bei Wirth besteht darin, dass zwei Großtalente des deutschen Films ihre Sohnrollen als besonders jugendliches Brüderpaar anlegen - und damit für ziemliche Unikate in ihrem jeweiligen Oevre sorgten. Die Rede ist natürlich von Robert Graf und Hanns Lothar. Hinzu kommt als Schmankerl für Liebhaber dieser Schauspielzeit eine sehr prägnante kleine Rolle als herzlos-schnöseliger Jung-Boss: nämlich für Harry Wüstenhagen...

Peter Offline




Beiträge: 2.817

08.08.2013 20:16
#12 RE: Robert Graf Zitat · antworten

Der BR bietet ab sofort erstmals das lang ersehnte "Porträt eines Helden" mit Robert Graf und Hans Clarin im Mitschnittservice an; und zwar für - in diesem Kontext vergleichsweise vertretbare - 30 Euronen. Da darf und sollte man zugreifen....

Clifton Morris Offline



Beiträge: 114

08.08.2013 20:37
#13 RE: Robert Graf Zitat · antworten

In der aktuellen epd-Film-Ausgabe (8/13, S. 59) wird die Robert Graf-Porträt-DVD "Das Wispern im Berg der Dinge" besprochen. Ein Dokumentarfilm seines Sohnes Dominik Graf aus dem Jahr 1997. Als Anbieter wird absolut MEDIEN genannt, die Länge soll bei 58 Min. liegen.

Peter Offline




Beiträge: 2.817

08.08.2013 21:08
#14 RE: Robert Graf Zitat · antworten

...natürlich sehr empfehlenswert...
Der Film lief bereits im Fernsehen und wird gelegentlich wiederholt, Termine per PM...

Peter Offline




Beiträge: 2.817

20.08.2013 15:34
#15 RE: Robert Graf Zitat · antworten

Zur Dokumentation: Nach "Erscheinen" des Films "Porträt eines Helden" auch an dieser Stelle die zugehörige Besprechung:



Darf ein konsequenter Gerechtigkeitssinn so weit gehen, einen Unschuldigen ans Messer zu liefern, nur weil dessen Charakter so bodenlos mies und schäbig ist, dass man zum Wohle aller diese Gelegenheit nicht versäumen darf? "Nein", sagt der faire Verstand des juristischen Laien. "Ja", sagt ausgerechnet der karriereprogrammierte Musterstaatsanwalt Poole, gespielt von Robert Graf in seiner letzten Filmrolle. Zumindest denkt er sich´s, denn aussprechen kann der hoffnungsvoll als aufräumender Arm des Gesetzes begrüßte Star-Jurist sein reichlich finsteres Geheimnis nicht. Oder nur dort, wo man im Zweifelsfall seinem Widerruf mehr Glauben schenkt als den wahren Aussagen kleinerer Bürger. Poole selbst war nämlich Zeuge eines Unfalls, der die Unschuld des Angeklagten beweist. Von Neugier getrieben, hatte er dem reichen, bitterbösen Jüngling Rutland (Hans Clarin) nachgestellt, stets in der Hoffnung, dem gesellschaftsschädigenden Bürschlein einen Strick drehen zu können. Die totale Glaubwürdigkeit eines juristischen Hoffnungsträgers in der noch von Rassismus geprägten amerikanischen Provinz der 60er Jahre spielt Poole dabei in die Karten.
Das ist die spannende Ausgangslage in dem endlich (und zwar direkt beim BR) greifbaren Fernsehfilm "Porträt eines Helden", ausführlich inszeniert vom Michael Kehlmann im November 1965, mit intensiven 125 Minuten Laufzeit. Den Roman lieferte Pierre Boulle, aus dessen Feder auch "Die Brücke am Kwai" stammt.
Gewohnt glänzend in der Hauptrolle Robert Graf, der diesen Part kurz vor seinem Tod buchstäblich mit letzter Kraft bewältigte, und zwar ohne sich etwas anmerken zu lassen. Präzise bis ins Mark läßt er den Zuschauer, der mit dem Informationsstand der Figur Poole ganz auf Augenhöhe der Grafschen Gedankenwelt folgen kann, an jeder Gefühlsregung teilhaben. Pooles degenerierter Rechtssinn gipfelt in Glaubensegozentrik und eine in kühlem Kalkül umgesetzte Wahnvorstellung.
Obwohl ich Clarin seit jeher sehr schätze, habe ich ihn nie besser gesehen als hier in seinen stärksten Szenen. Weniger als Grafs Gegenpart (gegen den Clarins Figur zunehmend Selbstvertrauen einbüßt), denn als selbstherrlicher König der Partygesellschaft, der mit geerbtem Geld genussvoll den Despoten gibt. Besser ist er noch als in der vergleichbaren Rolle im "indischen Tuch", weil wir viel ausführlicher und tiefer in ungeheure Abgründe schauen dürfen; nicht so völlig wahnsinnig und mörderisch, aber umso alltagstauglicher in seinem dekadenten, verrotteten Charakter, den er oft genug versoffen ehrlich preisgibt; später dann, ernüchtert und in ebenso ehrlicher Depression, nicht mehr der schäbigen Tiefe seiner eigene Seele, sondern gedanklich dem realen Henker entgegentaumelnd.
Zur Unterstützung gesellen sich mit Rolf Boysen (zum willfährigen Handlanger verkommen) und Hans Schweikart (korrumpierender Strippenzieher) ausgezeichnete Partner, nicht minder stark werden die wichtigsten Frauenrollen von einer in ihrer völligen Verzweiflung glaubwürdigen Gerlinde Locker und der relativ unbekannten Catana Cayetano gespielt. in kleinen Rollen überzeugen selbst sonstige Randfiguren wie Bum Krüger und Walter Buschhoff.

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