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Dieses Thema hat 17 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker international
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Gubanov Offline




Beiträge: 15.502

05.08.2018 16:20
#16 RE: „Mächtig gewaltig“: Neues von der Olsenbande (1968-81) Zitat · antworten



Die Olsenbande fliegt über die Planke (Olsen-Bandens flugt over plankeværket)

Kriminalkomödie, Teil 12 der Spielfilmreihe, DK 1981. Regie: Erik Balling. Drehbuch: Erik Balling, Henning Bahs. Mit: Ove Sprogøe (Egon Olsen), Morten Grunwald (Benny Frandsen), Poul Bundgaard (Kjeld Jensen), Kirsten Walther (Yvonne Jensen), Bjørn Watt-Boolsen (Bang-Johansen), Holger Juul Hansen (Hallandsen), Ove Verner Hansen (das dumme Schwein), Axel Strøbye (Kriminalkommissar Jensen), Ole Ernst (Kriminalbeamter Holm), Tommy Kenter (Steinbrucharbeiter) u.a. Synchronsprecher: Karl Heinz Oppel (Egon Olsen), Peter Dommisch (Benny), Erhard Köster (Kjeld), Helga Sasse (Yvonne) u.a. Eine Produktion der A/S Nordisk Films Kompagni. Uraufführung (DK): 16. Oktober 1981. Uraufführung (DDR): 25. Mai 1984.

Zitat von Die Olsenbande fliegt über die Planke (12)
Egons Pläne sind gezählt: Noch ein finales Unterfangen soll den Bandenmitgliedern ein dauerhaftes Auskommen bescheren – ganz ohne Risiko und in einem bescheidenen Rahmen von fünf Millionen Kronen. Diese hat die Chefetage des Versicherungskonzerns Hoher Norden heimlich abgezweigt; sie lagern jetzt in einem roten Koffer in der Firmenzentrale. Schnell bringt sich die Olsenbande in den Besitz des wertvollen Gepäckstücks, doch da haben die Versicherungsbosse Bang-Johansen und Hallandsen schon das dumme Schwein auf Egon angesetzt. Der arme Ganove wird mitsamt seiner frischen Beute entführt und soll zunächst einem Steinmahlwerk, später einem Säurebehälter zum Opfer fallen. Denn was die Olsenbande zunächst nicht weiß: Der Koffer ist in Wahrheit sehr viel mehr wert ...


Nachdem es im Herbst 1980 im Gegensatz zum gewohnten Rhythmus für die Dänen keinen neuen Olsenbandenfilm im Kino zu bestaunen gab, legte die Nordisk-Film zu ihrem 75-jährigen Betriebsjubiläum ein Jahr später gleich ein Doppelabenteuer vor. Mit einer Laufzeit von zusammen über drei Stunden schildern „Die Olsenbande fliegt über die Planke“ und „Die Olsenbande fliegt über alle Berge“ einen durchgehenden Plot, der das seit nunmehr 13 (nicht zwölf, wie Egon im Film behauptet) Jahren erprobte Schema auf doppelte Länge ausdehnt und damit einen ehrwürdigen Abschluss der ursprünglichen Filmreihe bildet. Erstaunlich harmonisch beginnt der erste Teil mit Egons Entlassung und den gespannten Gesichtern von Benny und Kjeld, die nicht schlecht staunen, als Egon verkündet, er wolle sich nach einem letzten Coup endlich zurückziehen – wie immer mit der wahnwitzigen Ankündigung, die Beute sei diesmal bombensicher und nichts könne schiefgehen. Auch glückt der Plan, eine Versicherungsfirma um veruntreute Gelder zu berauben, reibungslos; doch dann setzen die üblichen Schwierigkeiten ein ... Erik Balling gelang ein witziger Gag, indem er das Signet der Nordisk, den Eisbär auf der Weltkugel, als Logo für den filmischen Versicherungskonzern Hoher Norden fast unverändert übernahm. Vor Selbstironie schreckten die Macher der Serie eben nie zurück.

Besonderen Unterhaltungswert zieht der Film diesmal aus den Versuchen des dummen Schweins, Egon zu beseitigen. Der Gewohnheitsgegner geht diesmal ungewohnt rabiat zu Werke, was zu herrlichen Verquickungen führt, in denen das Olsenbanden-Team seine Erfahrung bzgl. der perfekten Verbrechenschoreografie unter Beweis stellt. Während der erste Anschlag im Steinbruch einen durchweg erheiternden Charakter aufweist, präsentiert sich der zweite Plan wesentlich düsterer. Die Säurefabrik, in der Egons Leben jäh enden soll, ist ein heruntergekommenes, fauchendes, ätzende Dämpfe und Flüssigkeiten ausspeiendes Ungetüm, das neben der üblichen Belustigung mindestens ebensoviel echte Anspannung aufkommen lässt. Sie wurde in ein entsprechend unheimliches, nebelverhangenes Umfeld platziert, in dem die Straßen so klangvolle Bezeichnungen wie Arsenikweg, Salpeterkurve und Schwefelgrund tragen. Wie Egon gefesselt und geknebelt auf der Planke über dem Bottich mit der tödlichen Brühe sitzt, wird als einer der Serienhöhepunkte in Erinnerung bleiben.

Bei der Polizei hat mittlerweile der langjährige Assistent Holm das Kommando übernommen und ist sogar mit dem Minister schon per Du, während sein ehemaliger Chef Jensen noch immer große Reden hält und dann vor dem Amtsträger kuscht. Auch wenn die Szenen mit Axel Strøbye und Ole Ernst schon immer eine ganze Spur zu albern waren, gehören sie und die mit unheilvollem Tusch untermalten Aufnahmen des bunkerartigen Kopenhagener Polizeipräsidiums ebenso zum wohlvertrauten Olsenbanden-Universum wie die vielen anderen wiederkehrenden Figuren und Eigenheiten. Auch spielt der örtliche Flughafen immer wieder eine wichtige Rolle – so auch hier, wo Kjeld in einem gewagten Manöver („Ich trau’ mich nicht!“) Hallandsen auf den letzten Metern Mantel und Koffer abnimmt. Bravo, Vati!



Witze ohne Reue, Selbstkritik und eifriges Mitfiebern – die gewohnten Erfolgszutaten der Olsenbanden-Filme – funktionieren auch in diesem vorletzten „echten“ Serienbeitrag auf bestem Niveau. Glücklicherweise fliegt der versierte Egon weder von der noch über die Planke, sondern hält wacker der Bedrohung durch seinen Erzrivalen (Ove Verner Hansen) in einem atemberaubenden Finale stand. 5 von 5 Punkten.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.502

06.08.2018 15:20
#17 RE: „Mächtig gewaltig“: Neues von der Olsenbande (1968-81) Zitat · antworten



Die Olsenbande fliegt über alle Berge (Olsen-Banden over alle bjerge)

Kriminalkomödie, Teil 13 der Spielfilmreihe, DK 1981. Regie: Erik Balling. Drehbuch: Erik Balling, Henning Bahs. Mit: Ove Sprogøe (Egon Olsen), Morten Grunwald (Benny Frandsen), Poul Bundgaard (Kjeld Jensen), Kirsten Walther (Yvonne Jensen), Bjørn Watt-Boolsen (Bang-Johansen), Axel Strøbye (Kriminalkommissar Jensen), Ole Ernst (Kriminalbeamter Holm), Claus Ryskjær (Chef der Bodyguardfirma), Arlette Didier (Suzanne), Paul Hagen (Koch im Maxim’s) u.a. Synchronsprecher: Karl Heinz Oppel (Egon Olsen), Peter Dommisch (Benny), Erhard Köster (Kjeld), Helga Sasse (Yvonne) u.a. Eine Produktion der A/S Nordisk Films Kompagni. Uraufführung (DK): 26. Dezember 1981. Uraufführung (DDR): 17. August 1984.

Zitat von Die Olsenbande fliegt über alle Berge (13)
Der Koffer mit den brisanten Unterlagen über internationalen Waffenschmuggel ist der Olsenbande mehrfach durch die Lappen gegangen. Aus Sturheit und Rache am selbstzufriedenen Bang-Johansen will Egon sich der Dokumente jedoch unbedingt bemächtigen. Mehrere Vorhaben scheitern, bevor er beschließt, dem Saubermann zusammen mit Benny und Kjeld nach Paris nachzureisen. Tatsächlich gelingt es ihnen, sich mithilfe einer französischen Prostituierten und dänischer Bratensauce wieder in den Besitz der Papiere zu bringen. Stolz kehren die Diebe nach Kopenhagen zurück – doch die Dinge nehmen noch eine letzte unvorhergesehene Wendung ...


Der zweite Film eines Mehrteilers steigt für gewöhnlich mit der Rückschau auf die Ereignisse des Vorgängerstreifens ein, und so handhabt es auch „Die Olsenbande fliegt über alle Berge“. In einem ungewöhnlichen Zusammenschnitt von beeindruckender Länge, bei dem man sich fragt, nach welchen Kriterien Erik Balling die betreffenden Szenen auswählte, geht es dort weiter, wo die „Planke“ aufgehört hatte und worum es ohnehin in jedem Olsenbandenfilm geht: die Wiederbeschaffung des roten Geldkoffers. „Alle Berge“ unterscheidet sich nur insofern von allen anderen Streichen, als Egon, Benny und Kjeld hier ja schon einmal vor Filmbeginn erfolgreich im Besitz der Diebesbeute waren, sodass man diesmal gleich mit diversen schieflaufenden Plänen einsteigen kann. Das raubt dem Film aber ein wenig die Vergnüglichkeit, weil ein nicht unwesentlicher Teil des Genusses darin besteht, sich über die Zwischenerfolge des Trios zu freuen. Egon heckt nun einen guten Plan nach dem anderen aus, ohne dass auch nur einer davon aufgehen würde – entsprechend fallen sie auch meist eine Nummer kleiner aus, als man gewohnt ist (ein Hubwagen der Stadtwerke ist noch das ausgefallenste Utensil, das zum Einsatz kommt).

Recht großen Zeitaufwand betreibt der Film mit den Szenen im SAS-Hotel, in denen der Einfall mit der Frauenverkleidung aus „Die Olsenbande in der Klemme“ recycelt wird. Statt Kjeld schlüpft diesmal Egon („Egone“) persönlich in den Dress einer Reinemachfrau, begleitet von der schnippischen Yvonne, die ihm prompt mit ihrem Reinlichkeitsfimmel einen Strich durch die Rechnung macht. Kirsten Walther ist zwar ein integraler Bestandteil der Serie, der immer wieder zu wunderbaren Lachmomenten beiträgt, aber an den Plänen sollte Egon, wenn er auf die Erfolgskarte setzen will, statt ihrer Yvonne doch lieber seine Kumpanen beteiligen ... Schließlich geht es dann doch nach Paris, wo neben einigen schönen Sightseeing-Aufnahmen und Olsenbanden-Musikvariationen mit Akkordeon auch einige kurzweilige Diebesaktionen anstehen. Gern hätte man auf diese mehr Zeit und Aufmerksamkeit verwenden und sie noch elaborierter ausbauen können, anstatt den Schauplatzwechsel so lang hinauszuzögern.

Gespalten war die Reaktion der Olsenbandenanhänger seit jeher über das Ende, das die Ganoven in diesem Film finden. Wie immer erweist sich das Schicksal besonders für Egon als unerbittlich: Von Kriminaler Holm gestellt, landet er – wie zu Beginn des 12. Teils angekündigt – diesmal nicht im Gefängnis, sondern in der Abteilung für Geisteskranke, wo er bis zum „wirklich allerletzten Streich“ im Jahr 1998 sein Dasein fristet. Benny, Kjeld und Yvonne haben es besser und kommen (eher durch einen glücklichen Zufall als durch wirkliches Können) zu ihren Milliönchen. Auch alle anderen Fäden werden sauber aufgewickelt; lediglich der Umstand, dass es kurz vor Schluss zum allerersten Mal in der Serie regnet, deutet darauf hin, dass sich die Abenteuer der kultigen Figuren einem langfristigen Ende entgegenneigen. Wenn es nach den Kinozuschauern gegangen wäre, hätte man den Abschluss wohl noch eine ganze Weile hinauszögern dürfen ...



In seinem letzten Aufbäumen gegen die Sicherungsverwahrung für Schwachsinnige hätte man Egon Olsen ein glücklicheres Händchen (und einen umfangreicheren Ausflug nach Paris) gewünscht. Die wunderbare Kirsten Walther erhält endlich einmal die Möglichkeit, selbst kriminell aufzutrumpfen. „Die Olsenbande fliegt über alle Berge“ spielt nicht ganz auf dem Niveau einer sauce impériale, aber ein solider (vorläufiger) Serienabschluss. 4 von 5 Punkten.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.502

07.08.2018 12:20
#18 RE: „Mächtig gewaltig“: Neues von der Olsenbande (1968-81) Zitat · antworten



Gute Nachrichten für Fans der Olsenbande. Nachdem die alte Ausgabe des Labels ZYX zwischenzeitlich nicht mehr zu vertretbaren Preisen erhältlich war, hat sich Icestorm nun auch die Rechte am 14. und letzten Olsenbanden-Film mit Sprogøe, Grunwald und Bundgaard gesichert. „Der wirklich allerletzte Streich der Olsenbande“ wird voraussichtlich am 28. September 2018 mit neuem Transfer auf DVD erscheinen. In den aktuellen Onlineshop-Listungen wird nur deutscher Ton angegeben, aber der Olsenbandenfanclub berichtet, dass er wie bereits bei den anderen 13 VÖs mit Icestorm in Kontakt steht. Mal sehen, was noch herausgeholt werden kann. Ich freue mich jedenfalls, diesen Film auch bald sehen zu können, auch wenn ihm sicher das Retro-Flair der alten Abenteuer fehlen wird.

Zitat von Icestorm / Edel Germany: Der wirklich allerletzte Streich der Olsenbande
Nach 17 Jahren Pause tritt die legendäre Olsenbande noch einmal zum (wirklich) allerletzten Streich in Aktion: Egon Olsen entkommt einer Nervenheilanstalt, Kjeld einem Altersheim und Benny seinem illegalen Job in einer Taxizentrale. Natürlich hat Egon für diesen ultimativ letzten Coup einen Plan: Es geht um den Raub der englischen Kronjuwelen. Doch zuvor bittet ihn ein alter Bekannter um Hilfe, Staatssekretär Hallandsen. Für 10 Millionen soll ihm Egon einen Koffer mit brisanten Dokumenten zu einem Korruptionsskandal beschaffen. Wie immer geht für die Olsenbande alles schief - aber nur fast ...

Während der Dreharbeiten zu diesem letzten Film mit der „Olsenbande“ verstarben sowohl der Hauptdarsteller Poul Bundgaard (Kjeld) als auch der Regisseur Tom Hedegaard. Trotzdem konnte der Film fertiggestellt werden.


Erwähnung finden sollte vielleicht auch, dass im Filmmuseum Potsdam vom 4. Juli 2018 bis zum 17. Februar 2019 eine Ausstellung mit dem Titel „Mächtig gewaltig! Die Olsenbande kommt nach Potsdam“ zu sehen ist. Im angeschlossenen Kino laufen während dieser Zeit immer ‘mal wieder Olsenbanden-Filme; Termine kann man dieser Broschüre entnehmen.

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