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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 482 mal aufgerufen
 Schauspieler/-innen
Giacco Offline



Beiträge: 1.560

13.03.2013 15:31
Uta Levka Zitat · antworten


Uta Levka, geboren am 26.5.1942, wirkte in 3 Wallace-Filmen mit:

Der unheimliche Mönch (Lola)
Der Bucklige von Soho (Gladys)
Der Hund von Blackwood Castle (Dorothy)

Nachdem sie zunächst eine Hotelfachschule besucht hatte, landete sie als Komparsin beim Film
und erhielt bald größere Rollen. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre Mitwirkung in Erotik-Filmen.
Hier ein Auszug aus ihrer Filmografie:

Mädchen hinter Gittern
Mädchen zwischen Sex und Sünde
Carmen Baby
Schwarzer Markt der Liebe
Die Abenteuer des Kardinal Braun
Im Todesgriff der roten Maske


In der vieldiskutierten ARD-Vorabendshow "Gottschalk Live" war 2012 auch Senta Berger zu Gast.
Gottschalk zeigte einige Filmausschnitte aus ihrer langen Karriere. Bei einer Szene aus der
deutsch-amerikanischen Produktion "De Sade" (1969) rief Senta Berger plötzlich: "Das bin ja gar nicht ich.
Das ist Uta Levka." Gottschalks Team hatte - mal wieder - nicht gründlich recherchiert.

Prisma Offline




Beiträge: 7.525

13.01.2018 15:21
#2 RE: Uta Levka Zitat · antworten





● UTA LEVKA als GLADYS GARDNER in
DER BUCKLIGE VON SOHO (D|1966)



Nach ihrem in Erinnerung gebliebenen Auftritt in Harald Reinls "Der unheimliche Mönch" kam es zu einer weiteren, unmittelbar darauf folgenden Verpflichtung innerhalb der Wallace-Reihe, dieses Mal allerdings unter Regisseur Alfred Vohrer. Da sich "Der Bucklige von Soho" unter Anderem ebenfalls mit dem populären Thema Mädchenhandel beschäftigt, konnte Uta Levka vom Prinzip her in eine identische Rolle schlüpfen, und bei diesem Auftritt war bereits eine etwas längere Auftrittsdauer vorgesehen. Die Schauspielerin scheint demnach wie geschaffen dafür, als eine Art Bindeglied in einer Reihe zu fungieren, die gerade auf Hochtouren dabei war, ihre klassischen Elemente mit mehr Zeitgeist zu vermischen. Levka stellt in diesem Zusammenhang quasi ein Äquivalent dar, schließlich war sie zuvor bereits mit aufgaben vertraut, die weit über herkömmliche Sehgewohnheiten hinausgehen sollten. Eine gute Grundvoraussetzung für diesen Film, da er doch augenscheinlich, wenn auch dezent, mit den Schicksalen gefallener Mädchen jongliert. Als Gladys erstmalig im Szenario auftaucht, ist sie bereits in einer Pose zu sehen, die unmissverständlich klarmachen will, dass man es mit einer jungen Dame zu tun hat, die sich ihrer Ausstrahlung und Wirkung durchaus bewusst ist. Aller Wahrscheinlichkeit nach durch und durch mit krimineller Energie durchzogen, stellt sie eine der vielen Schachfiguren im tödlichen Spiel um Entführung, Erpressung und Mord dar. Es ist anzunehmen, dass sie durch eine harte Schule gehen musste, schließlich war sie einst selbst Insassin im Mädchenheim, unter der eisernen Hand der perfiden Oberin Hilde Sessak, doch sie hat einen Weg hinaus finden können, und zwar über jenen Mann, mit dem ihr Schicksal stehen und fallen wird. Derartige Andeutungen über den Lebenswandel der attraktiven Doppelgängerin der Millionenerbin Wanda Merville unterstreichen eine Rücksichtslosigkeit und klares Kalkül, aber auch eine gewisse Abhängigkeit.

Uta Levka wirkt im Szenario stets perfekt positioniert, ihre Rolle erstaunlich gut strukturiert und choreografiert, außerdem kommt man als Zuschauer in den Genuss einer Idealbesetzung im Bereich Nähe und Distanz. In mehreren Zusammenhängen gelingt es Uta Levka in diesem Kriminalfilm, oder vielmehr Unterhaltungsfilm, für einen Hauch von Tragik zu sorgen, schließlich verbrennt sie sich an jenem Feuer, mit dem sie selbst einst mit Wonne spielte. Mit "Der Bucklige von Soho" schickte die Rialto-Film ihren ersten Farbfilm der Edgar-Wallace-Reihe ins Rennen, und angesichts der wirklich bunten Herangehensweise der Regie lässt sich auch eine Uta Levka ausmachen, die schon alleine wegen ihrer farbenfrohen und modernen bis mondänen Ensembles ins Auge fällt, von ihrer Spiellaune ganz zu schweigen. Mit beinahe singendem Stolz, auffälligem Hochmut und der Überheblichkeit einer Person, die es sich einfach leisten kann, stellt sie sich als Teil einer verbrecherischen Maschinerie vor, wenngleich man sie nicht als Aggressor identifiziert; liegt sie doch in unterwürfiger Manier einem Mann zu Füßen, der sie zur Hure machte, sie aber gleichermaßen davor bewahrt hat. Uta Levkas unsentimentales Spiel weiß zu jeder Sekunde zu überzeugen. Sie zeigt etliche Kostproben ihrer Schlagfertigkeit, um Ausreden ist sie ohnehin nie verlegen, und die Männer ihres Umfeldes sind in Windeseile um den Finger gewickelt. Neben Hauptdarstellerin Monika Peitsch und ihrer Kollegin Suzanne Roquette bekommt Uta Levka sozusagen den Luxus einer dramaturgischen Sonderstellung eingeräumt, die sie nicht nur flexibel und überzeugend anzunehmen weiß, sondern auch mit einigen denkwürdigen Finessen ausstattet. Für den Film - selbstverständlich auch die komplette Reihe - stellt die aparte Erscheinung in jeder Hinsicht eine Bereicherung dar, sodass erneut festgestellt werden darf, dass die in Cottbus geborene Interpretin aus dieser ansehnlichen Nebenrolle eine wichtige machen konnte.

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