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Dieses Thema hat 64 Antworten
und wurde 5.889 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker international
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Stroheim Offline




Beiträge: 152

04.12.2016 13:15
#61  Gruselfilme & Schauerschinken Zitat · antworten

Nicht ganz in der gleichen Liga wie die beiden von James Whale inszenierten Klassiker 'Frankenstein' (1931) und 'Bride of Frankenstein' (1935) - jedoch durchaus sehenswert und unterhaltsam:

- Son of Frankenstein von Regisseur Lowland V. Lee aus dem Jahr 1939.

Mit erstklassiger Besetzung - Boris Karloff, Bela Lugosi, Basil Rathbone, Lionel Atwill -, einem brauchbaren Drehbuch und schaurig-schönen Dekors.
Der Originaltrailer: https://www.youtube.com/watch?v=E4Lw7qTb3FM

Gibt's als Double-Feature vom Universal Studio zusammen mit 'The Ghost of Frankenstein' (1942) auf einer DVD (NTSC Region 1) |addpics|7mg-e-4503.jpg|/addpics|

Stroheim Offline




Beiträge: 152

31.12.2016 10:35
#62  Gruselfilme & Schauerschinken Zitat · antworten

´
Zum Jahreswechsel eine Empfehlung aus Venezuela:


https://vimeo.com/94573600

https://www.yorck.de/filme/the-house-at-the-end-of-time

http://horrorfreaknews.com/house-end-time-2014-review


......... |addpics|7mg-f-78e8.jpg|/addpics|

Prisma Offline




Beiträge: 7.461

12.02.2017 14:28
#63 Das Spiel mit der Angst Zitat · antworten



IN DER GEWALT DER RIESENAMEISEN

● EMPIRE OF THE ANTS / IN DER GEWALT DER RIESENAMEISEN (US|1977)
mit Joan Collins, Robert Lansing, John David Carson, Albert Salmi, Jacqueline Scott, Pamela Susan Shoop, Robert Pine, Irene Tedrow, Ilse Earl, Janie Gavin, u.a.
eine Produktion der Cinema 77 | AIP | im Verleih der Constantin Film
ein Film von Bert I. Gordon






Die Immobilienmaklerin Marilyn Fryser (Joan Collins) möchte in einem Sumpfgebiet in Florida ein Bauprojekt realisieren, für das sie auf der Suche nach ahnungslosen Geldgebern ist. Zuvor wurden von einem Schiff aus mehrere Fässer mit radioaktivem Müll ins Meer gekippt, die in diesem Gebiet stranden. Die auslaufende Flüssigkeit wird von Ameisen aufgenommen, die dadurch ein Vielfaches an Größe gewinnen. Marilyn und ihre Kundschaft werden von diesen aggressiven Mutationen aufgelauert, die die Anzahl der Gruppe in kürzester Zeit dezimieren. Mit einem Boot versucht man vor den Kreaturen zu fliehen und als trotz tödlicher Gefahren schließlich doch eine in der Nähe liegende Stadt erreicht wird, scheint die Gruppe in Sicherheit zu sein. Doch sie ahnen noch nicht, dass der Albtraum dort neue Formen annehmen wird...

Der amerikanische Regisseur Bert I. Gordon konnte in seiner langen Karriere mit etlichen B-Movies, unter Anderem aus dem Horror-Bereich aufwarten, und "In der Gewalt der Riesenameisen" reiht sich nahtlos in diese illustre Gesellschaft ein, was wenige Minuten nach Filmbeginn schon offensichtlich erkennbar wird. Eine Off-Stimme will eine potentiell gefährliche Ader der kleinen Insekten mit der kollektiven Intelligenz weismachen und wenn sie schließlich in den seltenen Genuss kommen, etwas Atom-Müll zu schlürfen, sollten sich amerikanische Immobilien-Touristen warm anziehen. Wenn einem nach kürzester Zeit diverse inszenatorische, sowie dramaturgische Ungereimtheiten ins Auge springen, ist man schnell geneigt, derartige Produktionen als trashy abzustempeln und sie bestenfalls auf ihren Unterhaltungswert zu reduzieren. Unter diesem Gesichtspunkt rechtfertigt sich jedoch auch dieser Mutationen-Horror von selbst und in Verbindung mit sehr einfachen Mitteln, die hin und wieder die geplante Wirkung erzielen können, den Zuschauer zu beunruhigen, ist es anfangs ein Leichtes, sich auf die absolut determinierte Handlung einzulassen. Natürlich sind hier keine Wunder zu erwarten, denn die großen Insekten krabbeln einem nicht strapaziös genug über die Nerven. Bis es tendenziell zum anvisierten Horror kommen kann, wird der Zuschauer mit stumpfsinnigen Dialogen und hauptsächlich uninteressanten Charakteren konfrontiert, bei denen die Trauer nicht gerade groß sein wird, wenn sie von den gierigen Hauptdarstellern attackiert werden. Die Storyline des Films ist überaus simpel und phasenweise ebenso langweilig und zäh ausgefallen, bis endlich die sagenhafte Tricktechnik zuschlagen darf. Hierbei handelt es sich um ganz einfache, zunächst sogar wirksame Szenen, die in häufig in subjektiven Einstellungen vonstatten gehen, sich interessanterweise also aus der Sicht der Ameisen selbst abspielen.

Im darstellerischen Bereich gibt es empfundenermaßen mehr Horror zu sehen, als von der Thematik ausgehend, denn es offenbaren sich erstaunlich schwache Leistungen von so gut wie allen Akteuren. Es mangelt an Ausdruck, Charisma und der Fähigkeit, den Zuschauer in Situationen der tödlichen Gefahr mitzureißen. Schließlich ist es beinahe egal, wen von ihnen die blutrünstigen Biester als nächsten in ihre Ameisen-Festung schleppen, um ihn der Königin zu verehren, wobei es eigentlich von vorne herein klar ist, wer diese Flucht nicht überleben wird. Vielleicht ist die Britin Joan Collins zu erwähnen, die ihren Part als Zugpferd obligatorisch andeutet, jedoch zu keinem Zeitpunkt ausspielt. Trotz Angst, Verfolgung, strömendem Regen und Flucht durch den Sumpf, sieht die aparte Dame hauptsächlich aus, wie aus dem Ei gepellt, aber Spitzfindigkeiten aller Art sollte man sich hier fairerweise sparen, denn der Film versucht erst gar nicht sich künstlich als etwas aufzuplustern, was er überhaupt nicht darstellen kann. Seine Momente zieht "In der Gewalt der Riesenameisen" eindeutig aus der teils beunruhigenden Akustik, die immer wieder gegen Phasen des Leerlaufs ankämpft, aber nach einer längeren Spielzeit schleicht sich leider die Eintönigkeit in das Szenario ein, da die Spezialeffekte immer nur aus wenig spektakulären bis billigen Rückprojektionen und Attrappen bestehen. Im Endeffekt ist leider nicht viel zu machen. Die Flucht vor diesen Riesenameisen gestaltet sich als eintönig, progredient langweilig und weitgehend vorhersehbar. Folglich bleibt die Hoffnung auf ein versöhnliches Finale, doch eher rattert man gedanklich doch noch einmal die inszenatorischen Patzer herunter, die hier ans Tageslicht gefördert wurden und für Erheiterung sorgen. Setzt man Bert I. Gordons Horror-Flick trotz allem keinen allzu kritischen oder gar harten Blicken aus, ist ein möglicher Spaß-Faktor nicht ausgeschlossen, der Trash-Faktor ist sogar garantiert.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.364

14.02.2017 14:13
#64 RE: Das Spiel mit der Angst - Horror- und Gruselfilme ("Blut an den Lippen") Zitat · antworten

BEWERTET: "Blut an den Lippen" (Le rouge aux lèvres / Les lèvres rouges) (Belgien/ Frankreich/ Deutschland 1970/71)
mit: Delphine Seyrig, John Karlen, Danielle Ouimet, Andrea Rau, Paul Esser, Georges Jamin, Fons Rademakers u.a. | Drehbuch: Pierre Drouot, Jean Ferry, Harry Kümel | Regie: Harry Kümel

Auf dem Weg nach England machen Stefan und Valérie, die nach kurzer Bekanntschaft in der Schweiz geheiratet haben, Station im flämischen Ostende. In ihrem eleganten Hotel lernen sie die exzentrische und geheimnisvolle Ungarin Elisabeth Bathory kennen, deren Faszination sie sich nicht entziehen können. Entgegen ihrem ursprünglichen Plan verlängern sie ihren Aufenthalt und begeben sich dabei in tödliche Gefahr....



"Die Dinge, die man sich von der Welt verhofft - ich glaube, man muss sie mit Gewalt an sich reißen."

Der visuelle Genuss, der dem Auge des Betrachters schmeichelt, präsentiert sich in satten Farben, vornehmlich in kräftigen Rot- und kalten Blautönen. Die Weite der belgischen Küstenlandschaft, das pittoreske Brügge und die feudalen Räumlichkeiten eines Grand Hotels laden zum Verweilen ein, wobei die Zeit für kurze Augenblicke stillzustehen scheint. In dieses Vakuum dringt Delphine Seyrig als Gräfin Bathory fast unmerklich ein; sie beansprucht einen Platz, der ihr wie selbstverständlich zuzustehen scheint und lässt diejenigen, denen sie begegnet, nicht mehr los. Die "New York Times" schrieb in ihrer Besprechung vom 29. Mai 1971 über die Macht, die Seyrig in ihrer Rolle transportiert: ".... the honey-voiced evil conveyed by Delphine Seyrig dominates the footage." Anders als in "Letztes Jahr in Marienbad", wo sie zurückhaltend und kühl wirkt, präsentiert sie sich hier als Verführung par excellence, in exquisite Roben gehüllt und ihre Umgebung mit einnehmendem Lächeln goutierend. Ihre unvergängliche Schönheit zehrt von der Erfahrung der Jahre; die beklemmende Ahnung, dass sich dies seit vierzig Jahren nicht geändert hat, lässt nicht nur den Portier erschaudern. Die subtilen Hinweise auf ein Wiedergängertum der legendären Elisabeth Bathory, die grausame Verbrechen beging, um die ewige Jugend zu erlangen und die Unruhe von Ilona Harczy, der ergebenen Begleiterin der Gräfin, stellen eine Verbindung zu den rätselhaften Frauenmorden her, die aktuell in Brügge stattfinden. Es gibt durchaus Parallelen zu der Episode III - "Telepathie - Hypnose" aus "Parapsycho", sei es nun in der Melancholie, die tragische Todesfälle mit dem jungen Glück der Frischvermählten kontrastiert oder in der sich bald abzeichnenden Entfremdung des Ehepaars durch den unheilvollen Einfluss einer dritten Person. Die Hörigkeit drückt sich in sexueller Vereinnahmung, unverbrüchlicher Loyalität und Selbstaufgabe aus - hier wie dort.



John Karlen und Danielle Ouimet verkörpern ein Paar, wie es auf der Leinwand viele gibt: überstürzte Heirat nach schnellem Liebesfeuer, ohne den Partner richtig zu kennen. Der Suspense ergibt sich in der Enthüllung der Charaktere, die in ihren Grundbegriffen stark voneinander abweichen und Eigenschaften ans Tageslicht befördern, die den Alltag ins Wanken bringen. Die Fragilität dieser Beziehung ist der Schwachpunkt, um den die listige Spinne (Seyrig) ihr Netz webt. Zunächst subtil und dann immer energischer - so lange, bis ihre Opfer unrettbar darin zappeln. Die "Töchter der Dunkelheit" (so der amerikanische Verleihtitel) dominieren das Geschehen und lassen die Männer hilflos erscheinen. So können weder der argwöhnische Portier, noch der pensionierte Kriminalbeamte oder Stefan selbst den Bann der Gräfin brechen und ihr Einhalt gebieten. Eine Aufklärung der Mordfälle rückt somit in immer weitere Ferne und lässt zugleich auch die Hoffnung für Valérie und Stefan schwinden. Folglich resümiert auch die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Kritik vom 26. Mai 1986: "Das Kino ist eine Frau." Andrea Rau, die optisch an Helga Anders erinnert, schlüpft in die Rolle der lasziven Begleiterin von Delphine Seyrig, beseelt vom Wunsch, ihrer "Herrin" alles Recht zu machen und gleichzeitig ob der Übermacht der Gräfin zwischen Resignation und Fluchtgedanken schwankend. Das Leben, das für das ungleiche Paar nur in der Nacht und fernab des Sonnenlichts stattfindet, ergießt sich in kunstvollen Ritualen, das jede Cocktailstunde zu einer verbalen Grenzauslotung macht und Uneingeweihte irritiert und anzieht zugleich. Forciert der Film in der ersten Hälfte Andeutungen und Vorahnungen kommender Konflikte, so eskalieren die Begegnungen der Protagonisten im letzten Drittel und zeigen ihre zerstörerische Kraft. Atemlos folgt der Zuschauer ihnen bis in die Hölle und gefühlt bis ans Ende der Welt, unfähig, den Blick von dem spannenden Szenario abzuwenden, das in jeder Minute geheimnisvoll, radikal und poetisch zugleich daherkommt.

Erlesene Bilder verbinden sich mit einer fesselnden Geschichte um den Kampf zwischen dem Machbaren und dem (Un-)Möglichen, umrahmt von der reizvollen Landschaft Belgiens und einem Ensemble, das den Zuschauer auf eine verstörende Reise in die Abgründe der menschlichen Seele mitnimmt. 5 von 5 Punkten

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.364

05.03.2017 13:40
#65 RE: Das Spiel mit der Angst - Horror- und Gruselfilme ("Saint Ange - Haus der Stimmen") Zitat · antworten

BEWERTET: "Saint Ange - Haus der Stimmen" (Frankreich 2004)
mit: Virginie Ledoyen, Lou Doillon, Dorina Lazar, Catriona MacColl, Jérome Soufflet, Virginie Darmon, Marie Herry, Martin Chouquet u.a. | Drehbuch: Pascal Laugier | Regie: Pascal Laugier

Französische Alpen 1958. Anna kommt nach "Saint Ange", um das Waisenhaus vor seinem Verkauf noch einmal zu reinigen. Nachdem alle Kinder abgereist sind, bleiben nur mehr die Köchin Helenka, die junge Judith und Anna selbst in dem weitläufigen Gebäude. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hatten hier für kurze Zeit 300 Kinder Unterschlupf gefunden und es scheint so, als suchten einige von ihnen das Waisenhaus noch immer heim. Anna findet Fotos und Karteikarten der Kinder und möchte erfahren, was damals passiert ist. Erwartungsgemäß stößt sie dabei auf Widerstand und begibt sich bei ihren Alleingängen in große Gefahr....



Wer sich einen Gruselschocker mit dementsprechenden Bild-und Toneffekten erwartet, wird feststellen, dass sich das Unheimliche und Verstörende im Kopf des Betrachters abspielt. Das Element des unübersichtlichen und deshalb unberechenbaren Areals stellt eine subtile Bedrohung dar, weil es den Kontrollverlust der Personen betont. Die Disziplin und Strenge des ehemals straff geführten Waisenhaus mündet in ein Vakuum, das Ratlosigkeit hervorruft. Der Umgang der Anwesenden mit der neuen Situation ist unterschiedlich. So reagiert die pragmatische, rundliche Köchin auf die Schließung des Instituts wie sie immer auf unabänderliche Ereignisse reagiert hat: gleichmütig. Die Wunden der Vergangenheit empfindet sie als Lauf des Lebens, als Folge des Krieges, der wenige seelisch und körperlich verschont hat. Judith als letzte Zeugin dieser schweren Übergangsjahre wirkt in dem leeren Anwesen verloren und einsam, hat sich aber in ihrer eigenen Welt eingerichtet. Die Ankunft von Anna, über deren Herkunft nichts und deren Vergangenheit wenig bekannt wird, bricht die Routine auf und fügt der schwermütigen Geschichte des Hauses neue Facetten hinzu. Ihre Sensibilität lässt sie für das Schicksal der verlorenen Kinder empfänglich werden und die Suche nach ihrem Verbleib wird für sie zum alles bestimmenden Gedanken. Wider besseres Wissen glaubt der Zuschauer zunehmend auch an die Möglichkeit einer parallelen Existenz der Kinder in einem geheimen Versteck. Rationale Erklärungsversuche werden als halbherzig und oberflächlich empfunden, während Anna auch ganz persönlich mit Sorgen um ihre Zukunft zu kämpfen hat. Das klassische Muster der Einsamkeit wird in "Saint Ange" in vielen Panoramaaufnahmen betont, die sich mit Nahaufnahmen einer Hauptdarstellerin abwechseln, die das Publikum ähnlich wie Laetitia Casta in "Das Haus der Geheimnisse" für sich einnimmt.

Virginie Ledoyen nimmt nicht nur die Suche nach der Wahrheit in ihre Hand, sondern führt auch den Zuseher an Orte, die er aufgrund seiner Vorahnung eigentlich nicht sehen möchte, jedoch weiß, dass es ihm keine Ruhe lassen wird, bis er hinter die Kulissen geblickt hat. Ihr unaufdringliches, zartes Erscheinungsbild, das Sympathie und Anteilnahme hervorruft, gibt zuerst wenig Auskunft über die Energie und die Entscheidungskraft, die der jungen Frau innewohnt. Die Zurückhaltung in Bezug auf eigenen Belange, das Fehlen von Selbstmitleid und die Hinwendung zu Personen, von denen sie annimmt, dass sie ihre Hilfe benötigen, lässt sie zum Mittelpunkt des Films werden. Ihr angenehmes Wesen, das eine natürliche Wärme ausstrahlt, wird zum Anker in einer Handlung, die stellenweise nach Orientierung sucht und der man trotz ausführlichem Schürfens nicht auf den Grund gehen kann. So bleibt offen, was 1946 wirklich geschah; man erhält ein paar lapidare Auskünfte und die Versicherung, dass man die Vergangenheit ruhen lassen sollte. Die Beharrlichkeit von Anna als Ausdruck einer berechtigten Neugier und Sorge oder gar als Zeichen zunehmender wahnhafter Fixierung - der Film gibt keine Auskunft darüber, welche Erklärung die richtige ist. Virginie Ledoyen vermag es überzeugend, hier keinerlei Angriffsflächen zu bieten, indem sie ihr Spiel konsequent empathisch vorantreibt. Lou Doillon, die Tochter von Jane Birkin, konzentriert die Zweifel über ihre mentale Gesundheit auf sich und wirkt mit ihrer ausgezehrten Figur selbst wie ein Gespenst. Sie zeigt jene Eigenschaften, die in dem alten Haus schon lange verdrängt wurden: kindliche Freude, Leichtigkeit und Anhänglichkeit. Ihre eindrucksvolle Physiognomie mit den sich unter der ausgemergelten Haut abzeichnenden Knochen kontrastiert mit den weichen Konturen ihrer neuen Freundin und täuscht das Publikum erfolgreich bezüglich ihres Durchhaltewillens. Angesichts der Tatsache, dass sie schon zwölf Jahre in diesem Haus weilt, verwundert es jedoch nicht, wer den längeren Atem haben wird.

Leiser Beitrag des Spukhaus-Genres, der Vieles andeutet und Raum für Interpretationen lässt, wobei er vor allem von der Imaginationskraft seines Publikums und dem berührenden Spiel der beiden Hauptdarstellerinnen profitiert. 4 von 5 Punkten

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