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Dieses Thema hat 67 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker international
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Prisma Offline




Beiträge: 7.466

14.03.2013 00:10
#16 Das Spiel mit der Angst - Horror- und Gruselfilme ("Beiß mich, Liebling!") Zitat · antworten



BEIß MICH, LIEBLING! (1970)

mit Eva Renzi, Amadeus August, Patrick Jordan, Brigitte Skay, Wera Frydtberg, Herbert Fux, Barbara Valentin, Rainer Basedow und Ralf Wolter





»Es ist jetzt das zweite Mal, dass wir von ihm Abschied nehmen müssen!«


Briefträger Engelmann (Herbert Fux) hat einen Unfall, der ihn leider arbeitsunfähig macht, und er wird durch den jüngeren Kollegen Peter Busch (Amadeus August) ersetzt. Der junge Mann hat allerdings noch ganz andere Qualitäten als das Zustellen von Briefen, und schon nach kürzester Zeit wird er der Renner in den Betten sogenannter grüner Witwen. Dem Sexualtherapeuten und Eheberater Hartlieb von der Wies (Patrick Jordan) läuft durch diese neue Situation die komplette weibliche Kundschaft davon, denn die nun rundum glücklichen Damen haben nichts mehr auf der Couch zu berichten. Kurzerhand beschließt von der Wies also, den potenten Briefträger ins Jenseits zu befördern, zumal dieser auch noch seine Nichte Sabrina (Eva Renzi) heiraten will. Doch alle Anschläge gelingen ihm nicht, bis er schließlich selber ins Gras beißen muss. Damit hat die Farce allerdings noch kein Ende, denn der Verblichene steigt aus seinem Grab und macht die Gegend als blutdürstiger Vampir unsicher...

In einem Film von Helmut Förnbacher bekommt man schon allerhand geboten, nur eben nicht das, was uns der Titel zu versprechen versucht. Er fungierte hier fatalerweise nicht nur als Regisseur, sondern auch als Drehbuch-Autor und Produzent, so dass die Handschrift mehr als eindeutig ausgefallen ist. Entstanden ist ein schlüpfriger Erotik-Film mit beigemischtem Vampir-Thema, welches man jedoch eine geschlagene Stunde vergeblich sucht, bevor man daran erinnert wird, dass es sich doch angeblich um eine Horror-Komödie handeln soll. Kurz und schlecht, in dieser Produktion ist beinahe alles misslungen, was nur irgendwie möglich ist, und der Zuschauer bekommt ein Feuerwerk in Sachen Langeweile und Inkompetenz geboten. Der Filmdienst lästerte: »Wie schnell doch Jungregisseure für Opas Kino heranaltern.«, und es ist tatsächlich schon erstaunlich, wie gezielt hier versucht wurde, sich aller verfügbaren, gerade aktuell kursierenden, oder möglicherweise sogar beliebten Themen zu bedienen, um daraus einen Film zusammenzubasteln. Thematisch gesehen hätte sich diese Produktion schlussendlich in einer einschlägigen Report-Reihe sicherlich wohler gefühlt. Naja, das Szenario wird versöhnlicherweise noch von einer attraktiv aussehenden Besetzung unsicher gemacht, was spätestens nach Ende des Films aber auch nichts Erbauliches darstellt.

Wie war das doch gleich mit Eva Renzi und ihrer Karriere? Nach diesem Film wird unmissverständlich klar, was sie gemeint haben muss, als sie behauptete, dass "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" ihre Karriere ruiniert habe. In so einer Strapaze gelandet zu sein sieht plötzlich wie der offenkundige Beweis dafür aus. Gut, sie spielt die Hauptrolle und wird in den Credits an erster Stelle genannt, aber der Film dürfte wohl das schwärzeste Kapitel in ihrer Filmografie darstellen, auch ohne Handschuhe. Mal abgesehen von den ohnehin dämlichen und peinlichen Dialogen in diesem Fiasko, hört man sie beispielsweise folgende Sätze gelangweilt und teilnahmslos abspulen: »Jetzt wo wir verheiratet sind, bleibt dir ja nichts anderes übrig, als es auch mit mir treiben zu müssen!«, oder »Liebling, schläfst du eigentlich gerne mit mir?« Autsch, Frau Renzi! Fassungslos und mit offener Kinnlade sieht man also der Schauspielerin, die dem Empfinden nach doch etwas so Magisches und Stolzes an sich hat, bei albernem Sex-Klamauk zu, und nur selten kommt es daher zu den gewünschten Renzi-Momenten, geschweige denn zu Lachern. Dennoch kann man der Rolle von Eva Renzi etwas Gutes abgewinnen, denn es handelt sich um eine hemmungslose Aneinanderreihung von Großaufnahmen, und sie hat auch ein paar charmante Momente zu bieten, auch wenn es sich unterm Strich wirklich nur um eine Leistung zum Vergessen handelt. Wenn ich sie doch nicht immer so gerne sehen würde, hätte ich auch diesen Film vermutlich nie zu Gesicht bekommen.

Die komplett unscheinbaren (oder uninteressanten) Leistungen liefern die Herren der Schöpfung. Amadeus August als Deckhengst im Dienste der Bundespost erscheint kaum originell, genau wie Patrick Jordan als sexualtherapeutischer Vampir, den es vor Knoblauch und Kreuzen graut, aber fröhlich bei Tageslicht die Stadt unsicher machen kann. Geschenkt! Herbert Fux liefert die gleiche Dutzendware, die er zu dieser Zeit gerne abspulte, und Ralf Wolter, der gerne Briefträger vernaschen würde, ist zum Davonlaufen. Interessanter wirkt da schon wieder Brigitte Skay als Zahnärztin ohne Feingefühl, folglich auch ohne Kundschaft, die tatsächlich manchmal ein paar Schmunzler heraus locken kann. Dazu benötigt sie in ihrer Praxis allerdings Lachgas, was beim Zuschauer vielleicht auch Wunder gewirkt hätte. Außerdem ist sie mal wieder Verantwortliche für die barbusigen Einlagen dieser Geschichte. Barbara Valentin zeigt auch bereitwillig ihre Auslage und wirkt wie eine amüsante Kreuzung aus Klischee und Freudenmädchen. Wer hier nach außergewöhnlichen Kompetenzen im Bereich der Darstellungen sucht, wird weitgehend enttäuscht, daher ist das Auftreten von Wera Frydtberg umso interessanter wegen der Frage gewesen, ob sie das Niveau deutlich anheben wird. Die Antwort lautet fast nein, denn sie spielt eine grüne Witwe, die alle Dienste der Post (also Briefe, Pakete, Telegramme inklusive Lustknabe) ausgiebig in Anspruch nimmt. Ein buntes Ensemble, das Förnbacher hier auf den Zuschauer losgelassen hatte, das zwar auf den ersten Blick recht verlockend aussieht, aber nur spärlich überzeugen kann.

Die Rahmenhandlung wird in überaus sinnlosen Erklärungen aufgetischt, und sie sind wirklich so trivial, dass sie keine weitere Erwähnung verdient haben. Auch ich muss mir gerade noch einmal ins Gedächtnis rufen, dass ich gerade keinen Sexfilm bespreche, sondern eine Horror-Komödie. Diese Tatsache bezieht sich allerdings lediglich auf die letzten zwanzig Minuten des gesamten Films, nach einer halben Stunde tauchen erstmals Vampir-Zähne auf, und nach einer geschlagenen Stunde geht es dann los mit dem, nach dieser Distanz, beinahe vergessenen Thema. Die Umsetzung ist dermaßen stümperhaft und grauenvoll, dass jedem Vampir vor Verzweiflung die Zähne ausgehen würden. Die Story ist löchrig und dünn, so dass lange und zahlreiche Sequenzen einfach mit Musik gestreckt wurden, die aber wirklich zu den wenigen gelungenen Komponenten dieses Streifens gehört. Ganz gut weiß auch das 70er Jahre Flair zu gefallen, aber das war es dann auch. Peinlich berührt wünscht man sich, dass sich hoffentlich Jemand gefunden hat, der dem Drehbuchautor erklären konnte, wie man einen guten Witz erzählt, denn nach Pointen und Situationskomik sucht man fast vergeblich, falls sich dann Passagen finden lassen, die einigermaßen gelungen sind, sind es die Dialoge, die alles wieder autoaggressiv zerschmettern. Der Horror hat eindeutig viele Gesichter, was Helmut Förnbacher mit seinem Abschreibungsfilm in Sachen Material und Umsetzung mehr als deutlich unter Beweis stellen konnte. Auch kam ich zu der schnellen Erkenntnis, dass er mir als Schauspieler wesentlich lieber ist, als Regisseur. Daher möchte ich zum Abschluss nur folgendes Prädikat verteilen: Besonders schwachsinnig; um nur eines von Dutzenden zu nennen.

Prisma Offline




Beiträge: 7.466

19.03.2013 21:30
#17 Das Spiel mit der Angst - Horror- und Gruselfilme ("Das Geisterschiff der schwimmenden Leichen") Zitat · antworten



DAS GEISTERSCHIFF DER SCHWIMMENDEN LEICHEN / EL BUQUE MALDITO (1974)

mit Maria Perschy. Jack Taylor, Manuel de Blas, Bárbara Rey, Carlos Lemos, Blanca Estrada, u.a.





»So was soll ja vorkommen auf See!«


Howard Tucker (Jack Taylor) plant eine spektakuläre PR-Aktion. Der Unternehmer möchte sein neu entwickeltes, hochseetüchtiges Motorboot vor Grönland aussetzen, in dem sich zwei leicht bekleidete Models befinden sollen. In der Hoffnung, dass das Boot samt Besatzung auf der viel befahrenen Route von einem Linienschiff aufgelesen wird, und in den Medien für Furore sorgt, schreitet er zur Tat, doch es kommt zu ungeahnten Komplikationen. Eine Nebelbank, aus der ein Totenschiff auftaucht, überrascht die attraktiven Damen sehr unangenehm. Sie erkunden das anscheinend leere Schiff und gelten seit diesem Zeitpunkt als verschwunden, nur das unverwüstliche Motorboot bleibt zurück. Tucker organisiert darauf hin eine Suchaktion, bei der unter anderem auch die Fotografin Lillian (Maria Perschy) und das Fotomodell Noemi (Bárbara Rey) beteiligt sind. Lange dauert es nicht, bis der selbe, unheimliche Nebel auftaucht, aus dem das mysteriöse Schiff ragt. Die Expedition untersucht das Geisterschiff in der Hoffnung, die Verschollenen zu finden, doch muss zu ihrem Entsetzen eine Besatzung kennen lernen, die alles andere als an PR-Rummel interessiert zu sein scheint...

Mit "Das Geisterschiff der schwimmenden Leichen" schickte Regisseur Amando de Ossorio buchstäblich den blanken Horror ins Rennen, allerdings nur, was die krude Umsetzung angeht. Da die Leichen sich in Teil 1 und 2 offensichtlich schon tot geritten hatten, wurden sie hier mit einem neuen Element vertraut gemacht, was vollkommen aus der Kohärenz heraus gerissen wirkt. Aber gut, sie können nun eben auch schwimmen, und eigenartigerweise wurden dem Zuschauer später nicht noch beispielsweise fliegende oder fahrende Leichen aufgetischt. Der Plot beginnt recht vielversprechend und stellt dem Anschein nach eine originelle Idee dar, doch mündet leider in einen sehr durchschnittlichen Film, und gipfelt schließlich in inszenatorischer Dutzendware. Das soll nicht heißen, dass dieser Film nicht auch seine Momente besitzt, aber es scheint immer einen Haken zu geben, und daher fällt das Gruseln schwer und das Fürchten wird permanent von unangenehmer, unfreiwilliger Komik gestört. Die vorhergegangenen Teile hatten eindeutig mehr Flair und Raffinesse, so dass diese Produktion wirklich nur wie ein schwacher Aufguss erscheint. Darstellerisch gesehen sind ebenfalls keine Glanzleistungen zu Stande gekommen, und alles wirkt dem Empfinden nach lediglich holprig abgespult.

Maria Perschy, damals unlängst Stammbesetzung in spanischen Horrorfilm-Schmieden, gelingt es leider nicht im Geringsten, sich von dem Verdacht freizuspielen, sie sei maßlos gelangweilt gewesen. Komischerweise tut dies dem Vergnügen sie zu sehen, eigentlich kaum einen Abbruch. Im Gegenteil, man hat das Gefühl, dass der spanische Horrorfilm genau wusste, warum man auf sie setzen konnte. Perschy gab sich selten, oder man könnte fast sagen, ungerne einmal Selbstinszenierungen hin, was den teils schwachsinnigen Filmen dieser Dekade seltsam schmeichelt. Jack Taylor, durchaus vertraut mit eintönigen Rollen in lumpigen Produktionen, kann sich hier ebenfalls kaum profilieren, aber die wahren Stars des Films waren eben die schwimmenden Leichen. Auch er kurbelt das Geforderte lediglich lieblos herunter und unterbietet die nicht vorhandene Schauspiellaune von Kollegin Maria Perschy um Längen. Zu erwähnen ist vielleicht noch Bárbara Rey, als eines der, auf Untote sehr verführerisch wirkenden Models spielt. Sie liefert einen überaus herben Kontrast, denn ihre Attraktivität steht ganz offensichtlich antiproportional zu ihrem schauspielerischen Talent. Selten habe ich eine so stumpfsinnige und hölzerne Darbietung sehen müssen. Insgesamt gesehen sind alle Charaktere aber wirklich äußerst eindimensional gefärbt worden und daher belanglos ausgefallen, was aber den Film wiederum gut charakterisiert.

"Das Geisterschiff der schwimmenden Leichen" offenbart sein wahres Gesicht spätestens beim Auftauchen des Geisterschiffes. Wo die Untoten noch relativ bedrohlich wirken, und den Zuschauer mit ihren langsamen, aber zielstrebigen Bewegungen in leichtes Gruseln versetzen können, ist es ihr Fortbewegungsmittel, das für blankes Entsetzen sorgt. Ohne jeden Zweifel wäre nämlich jeder Zehnjährige mit ein bisschen Geschick dazu im Stande gewesen, ein anschaulicheres Modell zu basteln. Das Unglaubliche bei der Inszenierung ist nämlich, dass man sich nicht einmal die Mühe machte, das Ganze einigermaßen echt wirken zu lassen. Also kann man sagen, dass den Machern das Wort Tricktechnik ohne jeden Zweifel ein Fremdwort gewesen sein muss. Aber derartige Patzer wirken in dieser Produktion wie eine Katze, die sich in den Schwanz beißt. Wie erwähnt, fängt die Geschichte sogar vielversprechend an, endet dann jedoch in einem räumlichen Vakuum, was Klartext billige und einfallslose Kulissen bedeutet. Bei dieser Gelegenheit entlarvt sich der Plot natürlich selbst auch als völlig unzureichend, viele Sequenzen wirken endlos gestreckt und leider einfach nur langatmig. Der Film offeriert also insgesamt nicht nur einen recht einfachen, sondern was viel schwerwiegender ist, einen ziemlich diffusen Charakter, so dass er unterm Strich viele verworrene Elemente zu Tage bringt, die bei einem Low-Budget-Film allerdings nicht auch noch en détail aufgerollt werden müssen. Naja, mich hat dieser Trash-Knaller natürlich mal wieder ganz gut unterhalten, was selbstverständlich überhaupt nichts über die Qualität dieses, mit billigen Effekten vollgestopften Streifens aussagt. Insgesamt daher wohl eher mit Vorsicht zu genießen, auch für Freunde der gerne gesehenen Maria Perschy.

Prisma Offline




Beiträge: 7.466

24.03.2013 16:39
#18 Das Spiel mit der Angst - Horror- und Gruselfilme ("Witchcraft") Zitat · antworten



WITCHCRAFT - DAS BÖSE LEBT / HEXENBRUT / WITCHERY (1988)

mit Linda Blair, David Hasselhoff, Leslie Cumming, Catherine Hickland, Annie Ross, Robert Champagne und als Gast Hildegard Knef





»Eure schwachen Seelen sind die Quelle meiner Existenz«


Ein altes Hotel auf einer kleinen, abgelegenen Insel vor Neu-England findet neue Besitzer. Diese haben das Objekt ungesehen gekauft, und staunen daher nicht schlecht, in welch miserablem Zustand sich das Gemäuer befindet. Als die Besichtigung zu Ende ist, müssen die neuen Eigentümer feststellen, dass ihr Boot verschwunden ist, und sie vom Festland abgeschnitten sind. So ist man also gezwungen, die Nacht in dem mysteriösen Haus zu verbringen, von dem die Einheimischen behaupten, dass es dort spuke. Auf der Insel befinden sich ebenfalls zwei ungebetene Gäste namens Gary (David Hasselhoff) und Leslie (Leslie Cumming), die dort Studien über parapsychologische Vorgänge machen. Gemeinsam erkundet man das ehemalige Hotel und es kommt zu grausamen Entdeckungen, denn je später der Abend, desto schöner die Gäste. Man ist in das Revier der schwarzen Hexe (Hildegard Knef) geraten, die einen Besucher nach dem anderen mit sadistischen Praktiken zu Tode foltern lässt. Die hochschwangere Jane (Linda Blair), Tochter der neuen Besitzer, ist die erste, die die entsetzliche Bekanntschaft mit der Dame in Schwarz macht...

Um es gleich zu Beginn zu erwähnen: Die Quellen der Existenz dieses Filmes sind offenbar tatsächlich zahlreiche schwache Seelen gewesen. Diese amerikanisch-italienische Co-Produktion entstand unter der Aufsicht von Regisseur Fabrizio Laurenti, und entlarvt sich im Handumdrehen als misslungen und verschwenderisch. Der Versuch, sich von Dutzendware abgrenzen zu wollen, indem man sich ihr doch tatsächlich bedient, erscheint schon ziemlich eigenartig. Dabei herausgekommen ist leider nur ein Alptraum für Fans des Horror-Genre und darüber hinaus eine Folter für Anhänger der großen Hildegard Knef. Dieser aus vagen Gedankenschnipseln bestehende Beitrag auf TV-Niveau, dem auch noch hemmungslos und dilettantisch unzählige Fragmente aus bekannten Klassikern beigemischt wurden, schleppt sich stumpfsinnig, primitiv und konturenlos von Anfang bis zum bitteren Ende, und gibt schließlich doch eine neue Erkenntnis preis: Hinsichtlich der Umsetzung hat das Grauen nun einen neuen Namen, und zwar "Witchcraft - Das Böse lebt". Man bekommt zwar einen sagenhaften Rundumschlag aus der Hexenküche serviert, allerdings ergeben diese Aneinanderreihungen von zielstrebig geklauten, aber diffus zusammengefügten Szenen keinerlei Sinn, so dass insgesamt sogar der Unterhaltungswert in Zweifel gezogen werden könnte. Dennoch muss ich sagen wie es ist. Die Tatsache, Horror-Expertin Linda Blair, David Hasselhoff und Hildegard Knef in einem gemeinsamen Film zu sehen, sorgt für Neugierde und Aufsehen, letzteres jedoch in einer negativen Umkehrreaktion.

Linda Blair in einem Film zu sehen sorgt bei mir zunächst stets für Freude. Das diese hier schlagartig ausgebremst wird, liegt jedoch an ihrer vollkommen uninteressanten Rolle und ihrem äußerst sparsamen, unscheinbaren Schauspiel. Sie ist es, die hier die Vorhersehbarkeit bedient wie keine Zweite und letztlich wohl nur gebucht wurde, um als Zugpferd zu fungieren, was ja aber auch funktioniert. Man folgt ihrer langweiligen und einseitigen Darbietung bis zum Ende, und wird schließlich im Finale noch einigermaßen zufriedengestellt, bevor man aufwacht und bemerkt, dass die Szenen eigentlich 1:1 aus einem sehr bekannten Klassiker ausgeliehen wurden. David Hasselhoff merkt man an, dass er schon bemüht war, aber im falschen Film gelandet war und folglich auf der Strecke bleibt. Seine Domäne waren beliebte Serien, in denen er vor Überzeugungskraft nur so strotzte, aber nicht derartige Rollen und schon gar nicht in Horror-Bereich. Belanglos, genau wie fast alle anderen Darbietungen. Wie Hildegard Knef in dieser Produktion gelandet sein mag, weiß nur der Wind, und auch durch ihre seltsame Partizipation bekommt "Witchcraft - Das Böse lebt" keine großartigen Pluspunkte. Naja, Trash der übelsten Sorte mit Weltstar-Besetzung, das findet man dann doch nicht alle Tage im Sumpf der lausigsten Beiträge. Ehrlich gesagt hat mich der Auftritt von Hildegard Knef einerseits beinahe entrüstet, andererseits wirkte sie hier aber auch nicht gerade uninteressant. Ungewöhnlich erschien mir allerdings die Tatsache, dass der Eindruck einer Selbstinszenierung entstand, was man von der Schauspielerin eigentlich nicht gewöhnt war. Egal, wir schieben kurzerhand einfach alles dem miserablen Drehbuch in die Schuhe;) Die Knef hat als Dame in Schwarz, deren starrer Blick keinen Punkt findet, einige gute Momente, denn sie taucht ständig aus dem Nichts auf, und verschwindet auch wieder dorthin, wobei ihre Motivation allerdings vollkommen schleierhaft bleibt. Was solls also, die Besetzung hat es auch bei mir geschafft, mir dieses Ding schließlich anzuschauen, und was die Körpersprache und die Spiellaune bei Hildegard Knef angeht, so fiel mir im Vergleich kein signifikanter Unterscheid zu ihrer Leistung in beispielsweise Umberto Lenzis "Katharina von Russland" (1962) auf.

"Witchcraft - Das Böse lebt" biedert sich mit einer Reihe von Effekten an, die zwar überaus billig, aber meistens auch deftig und grausam wirken. Die Monstern ähnlich sehenden Gehilfen der schwarzen Hexe nähen einem ihrer Opfer zum Beispiel den Mund zu, um sie dann später lebendig im Kaminschacht aufzuhängen, bis ein warmes Feuerchen von den frierenden Gästen entfacht wird. Auch das Blut sprudelt fröhlich in Fontänen als bei einem der Herren die Arteria carotis platzt und für ziemliche Unannehmlichkeiten sorgt. Kurz und gut, man findet einige Ekel erregende Geschmacklosigkeiten im Schutze der Nacht, die weniger für Spannung sorgen, als dass sie die reißerische Komponente wollüstig unterstützen. Zum Davonlaufen sind die beispiellos dilettantische Trick-Technik und die schreckliche Musik auf Telenovela-Niveau, die Dialoge sind schwachsinnig und vollkommen belanglos, und bei den billigen Kulissen und den Schauplätzen kann man noch mal sämtliche Augen zudrücken. Falls man der Geschichte einigermaßen interessiert gefolgt ist, wird es nahezu zum Ärgernis, dass die Verworrenheit einfach nicht abreißt, und noch besser, zum Ende hin vollkommen hemmungslose Formen annimmt. Auch die Charaktere sind dermaßen unsympathisch, dass man die Hexe quasi anfeuern möchte, sich weitere Methoden zum Ruhig stellen dieser teils strapaziös wirkenden Herrschaften auszudenken. Also ist der Charakter des Films schnell zusammen gefasst. Zwar mit übersinnlicher Thematik und anderswo ausgeliehenen Inhalten angereichert, aber überhaupt nicht an Erklärungen interessiert, möchte er ausschließlich reißerisch unterhalten, was bei einer annehmbaren Umsetzung ja gar kein Problem gewesen wäre. Eine gute Portion Sarkasmus oder eine Prise Ironie hätte in diesem Plot kleine Wunder vollbringen können, aber Derartiges ist leider nicht zu finden. Umso merkwürdiger ist daher, dass man sich ziemlich oft dabei ertappt, kopfschüttelnd zu lächeln und fassungslos zu staunen. Als Fazit möchte ich nur noch einen weisen Mann zu Rate ziehen. Konfuzius sagt: »Geheimnisse der Nacht sollten nicht gelüftet werden!«;)

Mark Paxton Offline




Beiträge: 337

26.03.2013 16:38
#19 RE: Das Spiel mit der Angst - Horror- und Gruselfilme ("Witchcraft") Zitat · antworten

Danke für deine Besprechungen, Prisma, die ich immer sehr gerne lese. Könntest du vielleicht in Zukunft in der Titelzeile auch gleich den Regisseur listen? Das macht's übersichtlicher und interessanter (für mich zumindest, da ich mir Filme oft auch nach Regisseuren aussuche). Danke!

Prisma Offline




Beiträge: 7.466

29.03.2013 10:35
#20 Das Spiel mit der Angst - Horror- und Gruselfilme Zitat · antworten

Hab vielen Dank für die Rückmeldung, das mit der Regie kann ich gerne so machen in Zukunft. Finde ich übrigens interessant zu hören, da ich mich persönlich nicht erinnern könnte, mal einen Film nach einem bestimmten Regisseur ausgewählt zu haben, da stehen fast immer Schauspieler, und manchmal Genres im Vordergrund. Obwohl, Jess Franco stellt tatsächlich eine rühmliche Ausnahme bei mir dar. Allerdings ist die Regie bei einigen hier besprochenen Filmen auch nicht wirklich ein aussagekräftiges Auswahl-Kriterium, wie ich hoffentlich in manchen Besprechungen heraus arbeiten konnte.

Prisma Offline




Beiträge: 7.466

29.03.2013 22:09
#21 Das Spiel mit der Angst - Horror - und Gruselfilme ("Die Schlangengrube und das Pendel") Zitat · antworten



DIE SCHLANGENGRUBE UND DAS PENDEL (1967)

mit Lex Barker, Karin Dor, Carl Lange, Christiane Rücker, Vladimir Medar, Dieter Eppler und Christopher Lee
ein Film von Harald Reinl






»Man kann einen Körper zerreißen, aber nicht den Geist«


Um das Jahr 1800 wird der gefürchtete Graf Frederic Regula (Christopher Lee), der im berüchtigten Sandertal sein Unwesen treibt, zum Tode verurteilt. Die Vollstreckung findet in Form von Vierteilen statt, die dem Gericht als angemessene Strafe erscheint, da er auf seinem Schloss zwölf Jungfrauen qualvoll zu Tode gefoltert hat, um aus ihrem Blut ein Lebenselixir zu gewinnen. 35 Jahre später erhält der Advokat Roger Mont Elise (Lex Barker) eine Einladung des Grafen, um Entscheidendes über seine Herkunft zu erfahren. Einen ähnlichen Brief erhielt die schöne Baronesse Lilian von Brabant (Karin Dor), die angeblich das Erbe ihrer verstorbenen Mutter antreten soll. Durch Zufall unternehmen die beiden die Reise gemeinsam, und bekommen es schon schnellstens mit schrecklichen Zwischenfällen zu tun. Im Schloss angekommen, bekommt das Grauen viele unterschiedliche Gesichter, und man erfährt schließlich, was der blutdürstige Graf Regula in Wirklichkeit mit seinen Gästen beabsichtigt...

"Die Schlangengrube und das Pendel" stellt zunächst eine empfundene Mischung aus Grusel-Horror und Fragmenten aus der Edgar Wallace-Reihe dar, was sicherlich auch an der eindeutigen Handschrift von Regisseur Harald Reinl liegen mag. Betrachtet man den Film separat, dann muss man ihm schnell zugestehen, dass es sich um eine wirklich gelungene und unterhaltsame Adaption handelt, auch wenn hier ein gewisses internationales Flair fehlt, was auf der anderen Seite aber auch schon wieder charmant wirkt. Schaut man sich diesen Beitrag im Genre-Kontext an, beziehungsweise hinsichtlich des Versuches, einen neuen Grundstein für nationale Beiträge zu legen, muss man sagen, dass dieses Ziel nicht erreicht wurde. Wie üblich, stattet Reinl seinen Film mit einem sehr klaren Aufbau und einigen inszenatorischen Finessen aus, und dieser Beitrag muss sich zwar insgesamt nicht vor der zahlreich vorhandenen Konkurrenz verstecken, kann sich aber auch nicht deutlich genug abheben. Der Spannungsbogen wurde hier und da aufgrund zu langatmig geratener Sequenzen etwas schleifen gelassen, was auch durch die nicht vorhandene Vielfalt an Grusel-Elementen negativ begünstigt wird. Im visuellen Bereich, bei den Schauplätzen und der Ausstattung, bekommt man sehr Ansprechendes geboten, und entstanden ist eine hauptsächlich klassische Atmosphäre. Darüber hinaus funktioniert die überschaubare Besetzung hervorragend.

Die Konstellation Lex Barker und Karin Dor hat mir persönlich immer schon sehr gut gefallen, und wirkt auch hier sehr vertraut, beziehungsweise eingespielt. Als Mann ohne Vergangenheit macht Barker eine sehr gute Figur, wobei ihm sogar seine eintönige Körpersprache passend zu Gesicht steht. Ohnehin hatte er stets etwas von einem Helden aus dem Bilderbuch, so dass sich der Zuschauer auf eine verlässliche Reise mit ihm begeben kann. Partnerin Karin Dor, zuvor noch gegen James Bond am konspirieren, konzentriert sich nun wieder auf eine Darbietung in bekannter Manier, und gewinnt alle Sympathien im Handumdrehen für sich. Dabei lässt sich gut beobachten, dass es spielend in ihrem Repertoire gelegen hat, sich an jede noch so unterschiedliche Rolle anzupassen und dieser eine unverkennbare Note zu geben. Selten einmal musste die Schauspielerin in einem Film so viele Emotionen in Form von Angstschreien oder Ähnlichem zeigen. Die Anmut und Schönheit von Karin Dor fallen in diesem Szenario in ganz besonderem Maße auf, sie schafft es sogar, dunkle Gänge, schäbige Räume oder gar eine Schlangengrube mit ihrem Licht zu erhellen. Das einzige, was vielleicht ein wenig zu dick aufgetragen wirkt, ist, dass sie so hemmungslos an alle verfügbaren Beschützer-Instinkte appelliert. Carl Lange als willenloser, und bereits toter Diener des Grafen, wirkt für meinen Geschmack noch beunruhigender als sein Herr selbst, und dabei schlüpfte er in zahlreiche Verkleidungen, die manchmal doch etwas ungünstig und beinahe dilettantisch ins Auge springen. A propos Auge, diesen Aspekt bedient die attraktive Christiane Rücker diesmal übrigens trotz ungewöhnlich vieler Textilien sehr gut.

Als Graf Regula sieht man den absoluten Experten für unheimliche Charaktere, Christopher Lee, der eine Zugpferd-Funktion für die Produktion bedeuten sollte. Wie viele derartige Rollen mag er vor diesem Film schon absolviert haben? Es erscheint wie etwas Unendliches zu sein, und daher wirkt der Darsteller auch wie der passende Prototyp des Ganzen. Man sieht ihn Anfangs, bis zu seiner Hinrichtung nur kurz, und dann hat Lee eine sehr lange Pause. Was trotz seiner Abwesenheit recht gut gelöst wurde ist, dass er dennoch permanent präsent zu sein scheint, und unheilvoll in Erinnerung bleibt. Als Regula schließlich wieder auferstanden ist, nimmt man wirklich Carl Lange zum direkten Vergleich hinzu, und wie erwähnt, ich finde ihn wesentlich Furcht einflößender, da er exponierter in Erscheinung getreten ist. Beide wurden ganz gut zurecht gemacht und wirken im Sinne des Themas auch überzeugend, mit leichenblassen Gesichtern, schaurigem Gelächter, eigensinnigen Kommentaren und düsteren Blicken dominieren sie vor allem das letzte Drittel des Films sehr angemessen. Dennoch schafft es keine der Gruselgestalten den Eindruck zu erwecken, dass man Nerven aus Drahtseilen benötige, was aber nicht weiter schlimm ist, denn die unfreiwillige Komik gewisser Personen und einiger Veranschaulichungen tragen zu einem spürbaren Charme des Ganzen bei.

Insgesamt muss man schon betonen, dass alleine der Versuch, einen derartigen Film relativ wirksam herzustellen, das Endergebnis vollkommen rechtfertigt. "Die Schlangengrube und das Pendel" wirkt teils ein wenig antiquiert und verhalten, aber auch manchmal sogar recht originell und vor allem ambitioniert. Wie gesagt, hier sind es einige Komponenten, die den Film eindeutig charakterisieren und daher unmissverständlich darauf aufmerksam machen, wo er herkommt. Besonders die Musik von Peter Thomas ist hier zu nennen, die für einen Film mit Horror-Elementen etwas eigenartig erscheint, wobei sie an sich sehr gelungen und vor allem einprägsam ist. Die idyllischen Schauplätze wurden kurzerhand umfunktioniert, so dass der Teutoburger Wald als Ort des Grauens herhalten musste, in dem schwarze Gestalten aus dem Nebel kommen und unschuldige Damen attackieren und wo Leichen von den Bäumen hängen. Meinem persönlichen Eindruck nach muss ich es sagen wie es ist, denn man hat es einfach mit einem zu hohen Wiedererkennungswert zu tun, ich musste beispielsweise an eine Marke der Dauerserie "Sehenswürdigkeiten" denken, als die Externsteine Horn-Bad Meinberg ausgiebig zu sehen waren. Auf der anderen Seite wirken gerade die Kulissen in Regulas Schloss Andomei mächtig und opulent, und vor allem die Set-Malereien haben mich sehr beeindruckt. Egal was man letztlich von dem Film als Ganzes halten mag, für deutsche Verhältnisse darf man ihn sicherlich in vielerlei Hinsicht beispiellos nennen und er ist daher als empfehlenswert zu bezeichnen. Harald Reinl inszenierte vielleicht nicht gerade den Nerven zerreißendsten Horrorfilm, dafür gelang ihm aber eine Adaption die weitgehend auf herkömmliche, spekulative Elemente verzichtet hat und sich auf einem hohen inszenatorischen Niveau präsentiert. Uninteressant sieht anders aus, und ist daher eher bei der Genre-Konkurrenz zu finden.

Prisma Offline




Beiträge: 7.466

07.04.2013 14:41
#22 Das Spiel mit der Angst - Horror - und Gruselfilme ("Die Rückkehr der reitenden Leichen") Zitat · antworten



DIE RÜCKKEHR DER REITENDEN LEICHEN / EL ATAQUE DE LOS MUERTOS SIN OJOS (1973)

mit Tony Kendall, Esperanza Roy, Frank Braña, Lone Flemming, José Canalejas und Fernando Sancho
ein Film von Amando de Ossori






»Scotch für uns alle!«


Vor genau 500 Jahren wurden die blutdürstigen Templer ihrer gerechten Strafe zugeführt, da sie junge Frauen in ihrem abgelegenen Verlies zu Tode peinigten. Bevor man sie auf dem Scheiterhaufen hinrichtete, brannten die aufgebrachten Menschen ihnen zusätzlich die Augen aus, doch sie schworen schreckliche Rache an den Nachkommen und den Bewohnern des Ortes. Pünktlich zum Gedenken an dieses Ereignis, feiert man traditionell ein Fest in dem kleinen Ort, doch die Feierlaune wird plötzlich gestört. Die Templer steigen aus ihren Gräbern und machen die Region als reitende Leichen unsicher, und töten jeden, der ihnen vor die Flinte kommt. Nur eine kleine Gruppe kann sich in ein Haus retten, doch es kommt zusätzlich zu Spannungen zwischen dem Pyrotechniker Jack Marlowe (Tony Kendall) und dem Bürgermeister des Ortes, Major Duncan (Fernando Sancho), da dessen Frau Vivian (Esperanza Roy) ihre alte Liebe zu Marlowe wieder entdeckt hat. Wer wird diese entsetzliche Nacht überleben..?

Auch dieser Teil der berittenen Untoten bringt nichts Neues zu Tage, ganz im Gegenteil. Man bekommt schnell den Eindruck, dass Stamm-Regisseur Amando de Ossori diese Angelegenheit noch billiger herunterkurbelte als je zuvor, außerdem wagte er das Experiment, einen Film zu kreieren, der dieses Mal vollkommen ohne Handlung auskommen sollte. Der Beginn ist für Diejenigen, die noch nie einen Teil der Reihe zu sehen bekamen, abermals um Erklärungen bemüht, denn man sieht die Templer vor 500 Jahren bei ihren eigenartigen Praktiken. Die aufgebrachte Menge stellt die Herrschaften dann schleunigst auf ihre Scheiterhaufen (mit deren Brenneigenschaften man sich offen gestanden nicht einmal eine Zigarette anzünden könnte), und die zum Tode verurteilten schwören erneut Rache, da sie das Geheimnis des ewigen Lebens angeblich aus dem Orient mitgebracht hätten! Dann scheint alles wieder vergessen zu sein und der Zuschauer befindet sich unmittelbar in den Vorbereitungen für die Feierlichkeiten. Die Charaktere werden notdürftig in die Geschichte mit eingebastelt und bleiben allesamt vollkommen uninteressant, auch das alte Liebe offenbar doch nicht rostet, hätte man sich hier schenken können. Bereits nach weniger als einer viertel Stunde werden die reitenden Leichen wieder lebendig, und steigen, offenbar entrüstet darüber, dass man sie zur Festivität nicht eingeladen hatte, aus ihren Gräbern. Wo ihre toten Pferde herkommen, weiß kein Mensch, außerdem wurde vorher erwähnt, dass man ihre Asche in alle Winde verstreuen wollte, so dass es ein ewiges Rätsel bleiben dürfte, wie die Herren in diesen Gräbern ihre letzte Ruhe finden konnten.

Die Besetzung ist hier erstaunlich nichtssagend und richtiggehend uninteressant. Tony Kendall machte definitiv eine bessere Figur als "Kommissar X", und hier wirkt er weder sympathisch, noch relevant, geschweige denn ganz bei der Sache. Lust- und ziellos stolpert er durch das Geschehen und wird selbst beim heimlichen Tête-à-tête mit Señorita Roy nicht wirklich lebendig. Es scheint sogar, als haben die vertrockneten Leichen noch etwas mehr Saft zur Verfügung gehabt als er. Seine gelangweilte Körpersprache und die, den Umständen in keinster Weise angepassten Emotionen, sorgen beinahe für Verzweiflung. Esperanza Roy, die wilde Schönheit aus Jess Francos "X 312 - Flug zur Hölle", bedient dieses Konzept ebenfalls erstaunlich sicher. Abgesehen davon, dass man nur noch eine müde wirkende, aufgedunsene Frau zu Gesicht bekommt, fällt auch ihr ohnehin weniger differenziertes Schauspiel negativ ins Auge. Um Akteure und Zuschauer schließlich vor dem Einschlafen zu bewahren, fackelt sie hin und wieder mit ihren nicht zu verachtenden Reizen, bleibt aber im Endeffekt sichtlich blass und obendrein wenig sympathisch zurück. Fernando Sancho als geldgieriger und skrupelloser Bürgermeister zeigt sich hier unspektakulär in einer obligatorischen Bösewicht-Rolle, der im Zweifelsfall selbst damit kein Problem hat, den mordlüsternen Leichen ein kleines Mädchen zum Fraß vorzuwerfen. Insgesamt gesehen bekommt man in diesem Szenario in darstellerischer Hinsicht lediglich chargenartiges geboten.

In "Die Rückkehr der reitenden Leichen" wimmelt es schließlich nicht nur von Langeweile, sondern auch von Verworrenheit. Es ist mehr als bezeichnend, dass die Untoten bereits nach kürzester Zeit aus ihren Gräbern steigen (was übrigens eine ordentliche Bestattung vorausgesetzt hätte), und das Geschehen eine Stunde lang, in ein und derselben Manier unsicher machen. Eine Handlung sucht man hier vergebens, daher musste eine gute Portion Effekthascherei herhalten. Die Schauplätze sind weitgehend uninteressant und blass, die Ausstattung wirkt so, als habe man sie vor dem Dreh eilig von einem Trödelmarkt zusammengesucht, und alles wirkt bei diesem Ritt nicht nur überaus billig und stümperhaft, sondern beinahe schon erbärmlich. Atmosphärische Momente kommen zwar selten, aber tatsächlich in einigen Szenen mit den reitenden Leichen auf, was besonders durch die hallende Akustik begünstigt wird. Ihre zeitlupenartigen, aber zielstrebigen Bewegungen wirken stimmungsvoll, ihr Reagieren auf Herztöne wurde hier leider nur sporadisch behandelt. Musikalisch bekommt man das Gleiche serviert, wie in allen Vorgängern, aber insgesamt geht die Niveau-Kurve in diesem Beitrag schon deutlich nach unten. Ein Unterhaltungswert ist unter Umständen vorhanden, vorausgesetzt man ist der hart gesottenen Art, aber Offenbarungen muss man hier schon mit dem Mikroskop suchen, und um es noch zu erwähnen, man wird leider nicht fündig. "Die Rückkehr der reitenden Leichen" bleibt also unterm Strich nichts anderes als eine Attacke an das Durchhaltevermögen des Zuschauers, und ein Happening der Langeweile.

Prisma Offline




Beiträge: 7.466

15.04.2013 18:08
#23 Das Spiel mit der Angst - Horror - und Gruselfilme ("Bis das Blut gefriert") Zitat · antworten



BIS DAS BLUT GEFRIERT / THE HAUNTING (1963)

mit Julie Harris, Claire Bloom, Richard Johnson, Russ Tamblyn, Fay Compton, Diane Clare und Lois Maxwell
ein Film von Robert Wise






»Es starrt mich an!«


In der alten Villa 'Hill House' geschehen seit nun mehr 90 Jahren merkwürdige Dinge, und das "Unglückshaus", wie es die Leute nennen, soll verflucht, und durch und durch böse sein. Immer wieder kam es dort im laufe der Jahre zu mysteriösen Todesfällen, die nicht restlos aufzuklären waren. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Untersuchung hat es sich Doktor John Markway (Richard Johnson) nun zur Aufgabe gemacht, die übernatürlichen Phänomene dieses angeblich unbewohnten Spukhauses zu untersuchen, und möglicherweise aufzuklären, da ihm die Erbin des alten Gemäuers das Anwesen für eine bestimmte Zeit zur Verfügung stellt. Dazu wählt er sich drei weitere Personen aus, die ihm bei der ungewöhnlichen Aufgabe behilflich sein sollen, und die gewisse Kriterien erfüllen. Eleanor (Julie Harris) ist eine von ihnen, und fühlt sich bereits beim Anblick des Hauses bedroht. Die anfängliche Euphorie der Beteiligten schlägt schnell in Angst und Hysterie um, denn Nachts geschehen dort unglaubliche Dinge, die nicht logisch zu erklären sind. Hat 'Hill House' tatsächlich ein Eigenleben..?

"Bis das Blut gefriert" gilt als stiller Klassiker seiner Gattung, und zieht in vielerlei Hinsicht ungewöhnliche Register. Zunächst muss man diesem Film von Regisseur Robert Wise einmal bescheinigen, dass er tadellos funktioniert, da er ganz klassische Elemente mit einer innovativen Herangehensweise verbindet, die vor allem im handwerklichen Bereich zu finden sind. Allerdings überrascht diese Produktion auch mit einer nicht gerade alltäglichen Sparsamkeit angesichts typischer Horror- und Gruselelemente, die allerdings andernorts nicht zu finden ist, und hauptsächlich im Spektrum der Psyche breite, aber vor allem anspruchsvolle Register zieht. Das Einzige, was leicht übertrieben, folglich reißerisch wirkt, ist zumindest der deutsche Titel, da er sich trotz eines gewissen Wohlklangs nicht im Entferntesten bewahrheitet, falls man sich denn als Zuschauer angesprochen fühlt. Eine weitere große und angenehme Überraschung stellt die Hierarchie der beteiligten Personen dar, denn hier wurden die Rollenverteilungen begrüßenswerterweise einfach umgekehrt, so dass die Herren (üblicherweise im Fokus stehend), der Dominanz der Damen unausweichlich bis ausschließlich untergeordnet wurden, was hinsichtlich des Themas zusätzlich Verwirrung stiftet, da analytische Sachlichkeit gegen Emotionen und Temperament arbeitet, und somit vor allem die großartige Interpretation von Julie Harris nochmals begünstigt. Der Film lebt von seiner schweren, unbehaglichen Atmosphäre, seinen stilsicheren Typisierungen und kitzelt die Nerven mit eleganten Effekten. Außerdem hält er es im Endeffekt für überhaupt nicht notwendig, für lückenlose Aufklärung zu sorgen und spricht somit die Fantasie, aber auch die Offenheit der Zuschauer-Gemeinde an.

Beinahe alles in diesem Film ist der exzellenten Darbietung der US-Amerikanerin Julie Harris ("Jenseits von Eden") untergeordnet. Eleanor, die ihre besten Jahre der kranken Mutter opferte, hatte bislang nichts vom Leben. Bis zur Selbstaufgabe pflegte und betreute sie sie bis zu deren Tode, und lebte bei ihrer Schwester, bei der sie auf der Couch schlafen durfte, aber nie Anerkennung oder Wertschätzung erfuhr. Trotz großer Schuldgefühle nimmt sie das ungewöhnliche Angebot zu diesem Experiment an, da sie sich in ihrer Vorstellung daraus einen euphorischen Neuanfang geformt hat. Glänzend wirken die Sequenzen, wenn Eleanor innere Monologe führt, das Für und Wider gegeneinander abwägt, sich in schwierigen Situationen zum Durchhalten animiert und in hysterischen Momenten selbst beruhigt, sich Gegebenheiten schön redet oder sich falsche Tatsachen glaubhaft versichert. Neben dem Spukhaus ist sie die Schlüsselfigur der Geschichte, bei der sich der Zuschauer zusehends fragen muss, ob es sich tatsächlich um übernatürliche Vorkommnisse im Haus, oder um eine schwerwiegende schizoaffektive Störung der Protagonistin handelt, und sich alles nur in ihrer verzerrten Fantasie abspielt. Eine hochinteressante Variation, die in diesem Genre damals noch eher in den Kinderschuhen steckte, dann später ausgiebig, leider meistens primitiv und selten überzeugend ausgeschlachtet wurde. Subtile Spannungsmomente sind hier jedenfalls vorprogrammiert, und "Bis das Blut gefriert" hat keine hysterischen Rundumschläge und Effekthascherei nötig gehabt. Als Gegenstück zu Eleanor fungiert Claire Bloom als Thea, die angeblich mit telepathischen Fähigkeiten ausgestattet sein soll. Sie repräsentiert die selbstbewusste, bodenständige und moderne Frau ihrer Zeit und ist somit alles, was Eleanor nicht ist. Claire Bloom spielt ihre kühle Distanz zu den Dingen klassisch aus, sie überzeugt mit zynischen Attacken und leuchtet schwarz in einer mysteriösen Aura. Ob sie schließlich nur der Spiegel, oder das Sprachrohr gewisser Einbildungen ist, entscheidet der Zuschauer. Überhaupt ist jede einzelne Einführung und die Entwicklung der unterschiedlichen Charaktere bemerkenswert dicht, das kompetente Zusammenspiel wirkt hochklassig. Richard Johnson als Initiator des Ganzen trumpft in einigen Momenten groß auf, doch immer wirkt es so, als würde er von den Damen in die zweite Reihe verwiesen, was bei Russ Tamblyn noch auffälliger in Erscheinung tritt.

Für mich war "Bis das Blut gefriert" in erster Linie eher der geglückte Versuch, in die Untiefen der menschlichem Psyche einzublicken. Das Grusel-Element kommt selbstverständlich aussagekräftig zum Tragen, da "Es", wie es von allen nur genannt wird, allgegenwärtig zu sein scheint. Das Haus als Verkörperung des Bösen, und vor allem dessen Inszenierung wurde exzellent im Bilde festgehalten. Nach den diversen filmischen Horror- und Grusel-Ungeheuerlichkeiten der letzen Wochen, hatte ich mich zuerst einmal richtiggehend neu zu orientieren, und habe um ehrlich zu sein, viele herkömmliche Effekte oder eine alternative Auflösung vermisst. Die Mischung, die man in dieser Produktion geboten bekommt wirkt letztlich jedoch nicht nur interessant, sondern hinsichtlich des Versuches, mehrere Fragmente im Film zu vereinen auch fesselnd und intelligent. Der hohe Anspruch der Geschichte wirkt manchmal etwas (Genre-)fremd, aber warum sollte man sich immer nur passiv berieseln lassen? Das langsame Tempo schürt Spannungszustände, die durch halluzinatorisch wirkende, und oftmals Schwindel erregende Kamerafahrten plötzlich forciert werden, die akustischen Finessen wie Poltern, Klopfen, Rufen oder Atmen sorgen für klassische Gänsehaut-Momente. Vollkommen faszinierend wirkt die elegante Bildkomposition, die mit Hilfe von raffiniertem Licht- und Schattenspiel für ein Gefühl der Vollkommenheit sorgt, wozu der glasklare Aufbau, angefangen mit der Erklärung, wie alles begann, bis hin zu einem denkwürdigen Finale, sein Übriges tut. Insgesamt kommt es in diesem Beitrag nur zu wenigen Längen, und ich muss schon sagen, dass man diesen Film schon einmal gesehen haben sollte, wenn man sich für das "Spektrum der Angst" oder blendende schauspielerische Leistungen interessiert. Schön, einen Film gesehen zu haben, der sich in aller Konsequenz von einheitlichen Produktionen abheben wollte und schließlich auch konnte. Ursprünglich wollte ich diesem Beitrag vorwerfen, dass er es eigentlich kaum schafft, einen das Fürchten zu lehren. Wenn sich die komplexe Handlung aber gesetzt, und die Gier nach primitiven Effekten gelegt hat, sollte man verstehen, dass dieser Film den Zuschauer auf einer ganz anderen Ebene ansprechen will, und nach alternativen Berührungspunkten sucht.

Count Villain Offline



Beiträge: 3.794

15.04.2013 22:14
#24 RE: Das Spiel mit der Angst - Horror - und Gruselfilme ("Bis das Blut gefriert") Zitat · antworten

Der Film sucht nicht nur, er findet auch. Wovon ich mich gerade eben auf arte überzeugen konnte. Ich kannte bis jetzt nur das Remake. Ob man den Film einen Meilenstein nennen kann, weiß ich nicht, aber ein Klassiker ist es auf jeden Fall.

Stroheim Offline




Beiträge: 154

02.08.2013 14:26
#25 Horror - und Gruselfilme Zitat · antworten

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Zeitlose Genreklassiker sind für mich u.a. vier Filme von Regisseur Jacques Tourneur aus den 40er & 50er Jahren:


- Cat People
- Leopard Man
- I Walked With a Zombie
- Night of the Demon / Curse of the Demon



Hier zwei Original-Trailer:


http://www.youtube.com/watch?v=kCp-c_buFlw

http://www.youtube.com/watch?v=6q4BAKYYGoM









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Stroheim Offline




Beiträge: 154

15.08.2013 15:43
#26 RE: Horror - und Gruselfilme Zitat · antworten

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Hier der Link zu einer Seite mit Kurzvorstellungen zahlreicher klassischer Gruselfilme aus der Produktion des damals auf gehaltvolle Schauerschinken spezialisierten amerikanischen Universal-Studios - alle aus der sogenannten Goldenen Ära: 1930 bis 1946....

http://cinemassacre.com/2012/11/26/unive...te-filmography/



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Stroheim Offline




Beiträge: 154

15.08.2013 16:34
#27 Klassische Horror - und Gruselfilme Zitat · antworten

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Ebenfalls zum int. Kanon des klassischen Horrorfilms zählen neun Werke, die unter der Führung des angesehenen amerikanischen Produzenten Val Lewton in den 40er Jahren für das RKO Studio entstanden.

Drei der vier in Beitrag # 25 erwähnten Streifen von Regisseur Jacques Tourneur finden sich darunter, die weiteren 6 Titel wurden vom ebenfalls hochgeschätzten Robert Wise, von Mark Robson und anderen inszeniert.



Hier die komplette Liste nach dem Jahr der Erscheinung:



- Cat People (1942)
- I Walked With a Zombie (1943)
- The Leopard Man (1943)
- The Seventh Victim (1943)
- The Ghost Ship (1943)
- The Curse of the Cat People (1944)
- The Body Snatcher (1945)
- Isle of the Dead (1945)
- Bedlam (1946)



In 'Bedlam', 'Isle of the Dead' & 'The Body Snatcher' gibt's ein Wiedersehen mit Kultikone Boris Karloff; 'The Body Snatcher' wird zusätzlich noch durch den nicht minder populären Bela Lugosi in einer Nebenrolle aufgewertet.


Wer auf seinem Player alle DVD-Formate und Regionalcodes abspielen kann, der sollte sich unbedingt die vor einigen Jahren erschienene amerikanische Region 1 NTSC Val Lewton Collection - alle 9 Filme auf 5 DVDs - zulegen. Wird über Ebay und anderswo von verschiedenen US-Händlern mit weltweiter Lieferung hin und wieder für umgerechnet knapp 30 Euronen (inclusive Versandkosten) angeboten.


Unten ein ausführlicherer Überblick über alle neun Werke mit Inhaltsbeschreibung und Angaben zur jeweiligen Bild- und Tonqualität nach der damals durchgeführten Restauration - erstellt vom amerikanischen Sammler & Kenner Glenn Erickson:

http://www.dvdtalk.com/dvdsavant/s1765val.html






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Stroheim Offline




Beiträge: 154

16.08.2013 00:48
#28 Klassische Gruselfilme Zitat · antworten

Zitat von Count Villain im Beitrag #24


Ob man den Film einen Meilenstein nennen kann, weiß ich nicht, aber ein Klassiker ist es auf jeden Fall.





Der deutsche Titel 'Bis das Blut gefriert' ist zwar einmal mehr hanebüchen, doch in der Sparte stilvolle Spukhaus-Filme gilt 'The Haunting' (1963) von Robert Wise bis heute weithin als herausragendes Referenzwerk.


Manche Kritiker gehen noch weiter:

So listet der bekannte US-Regisseur Martin Scorsese 'The Haunting' gar an Position 1 in seiner Top 11-Auswahl der gruseligsten Horrorfilme aller Zeiten:

http://www.thedailybeast.com/articles/20...f-all-time.html



Dafür gibt es sicher gute Argumente. Ich persönlich schätze zwei andere Klassiker auf der Scorsese-Liste jedoch noch etwas höher ein: den oben bereits erwähnten 'Night of the Demon' (1957) von Jacques Tourneur - und den vom britischen Ealing Studio produzierten Episodenfilm 'Dead of Night' (dt. Titel 'Traum ohne Ende') aus dem Jahr 1945; eine Gemeinschaftsproduktion der Regisseure Alberto Cavalcanti, Charles Crichton, Basil Dearden & Robert Hamer.

Alle fünf Episoden und auch das anschließende Finale von 'Dead of Night' sind höchst sehenswert. Mindestens zwei Teile des Films - die Bauchredner-Episode (Regie Cavalcanti) mit Michael Redgrave plus die von Robert Hamer inszenierte Sequenz mit dem verhexten Spiegel - gehören jedoch zum mit Abstand Allerbesten, was ich jemals im Leben unter dem Etikett Grusel- oder Horrorfilm gesehen habe.


Unten das Intro von Dead of Night. Auch die beklemmende Filmmusik des London Philharmonic Orchestra - komponiert von Georges Auric - ist in die Annalen der Gruselfilmgeschichte eingegangen....


https://www.youtube.com/watch?v=jnVgr8GFIz4





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Stroheim Offline




Beiträge: 154

19.08.2013 19:01
#29 Klassische Gruselfilme Zitat · antworten

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Wer Jacques Tourneurs Kultklassiker 'Night of the Demon' (1957) besonders stilvoll genießen will,
der fliegt am Monatsende nach London und sitzt bei der Aufführung der restaurierten 35mm-Kopie
im ehrwürdigen British Film Institute am 29. August im Publikum:



https://whatson.bfi.org.uk/Online/defaul...07-45C55336F2E2



.....mehr Gruselflair gibt's nimmermehr.....




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Stroheim Offline




Beiträge: 154

14.09.2013 20:27
#30  Klassische Gruselfilme Zitat · antworten

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The Changeling , von Peter Medak (dt. Titel 'Das Grauen' , 1980)



Ein weiteres Werk aus der erwähnten Top 11-Horrorliste des Genrekenners & Regisseurs Martin Scorsese.


Im gleichen Jahr wie Stanley Kubricks ‘The Shining’ entstanden und mit mehreren Parallelen:


Lange zurückliegende, tragische Ereignisse lassen den Lebenden auch in ‘The Changeling’ keine Ruhe. Oscar-Verweigerer George C. Scott spielt einen berühmten Komponisten & Musik-Professor, der sich nach dem Unfalltod von Frau und Tochter zum ungestörten Arbeiten in ein altes viktorianischen Herrenhaus in der Nähe von Seattle zurückzieht, in dem es offensichtlich spukt.

Komponist John Russell macht schließlich einen vor über 70 Jahren in dem Haus verübten Mord an einem Kind als Auslöser der Heimsuchungen aus. Ein Mord, der materiell motiviert war und einem einflussreichen US-Senator in den Folgejahren den Weg zu Reichtum und Macht geebnet hat....



Wie auch ‘The Shining’ ist ‘The Changeling’ atmosphärisch recht dicht. Getragen von subtilem, psychologischem Grusel und stimmiger Musik; mit eindrucksvollen Kulissen und ziemlich unblutig, ohne größere Gewaltszenen und vordergründige Effekthascherei.


Hier eine Seite mit dem Originaltrailer: http://www.avclub.com/articles/theres-mo...cott-in,100076/



Zwar wurde ‘The Changeling’ in der europäischen Fassung nicht derart drastisch gekürzt wie einst ‘The Shining’, dennoch fehlen in allen deutschen Ausgaben ein paar Augenblicke gegenüber dem US-Original.

Deshalb sollte man unbedingt die 115-minütige amerikanische NTSC DVD (R-rated) wählen – erschienen auf HBO Homevideo und im Angebot bei diversen ausländischen Händlern in den einschlägigen Internet-Verkaufsportalen...

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