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Dieses Thema hat 80 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker international
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Gubanov Offline




Beiträge: 15.995

04.02.2013 14:45
Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · Antworten



Miss Fisher’s Murder Mysteries

Die Welt der klassischen Detektivgeschichten ist eine Männerdomäne. Wohin man schaut, entdeckt man das vermeintlich starke Geschlecht – ob Sherlock Holmes und Dr. Watson, Hercule Poirot und Captain Hastings, Lord Peter Wimsey und Bunter oder Pater Brown. Selbst die Autorinnen der golden age mysteries erschufen hauptsächlich männliche Protagonisten: Man denke nur an Inspektor Roderick Alleyn von Ngaio Marsh oder Albert Campion aus der Feder Margery Allinghams.

Nachdem die Gleichstellung der Geschlechter nun immer größeren Raum im Bewusstsein – und zwar auch dem der Krimileser – einnimmt, stärkt die Australierin Kerry Greenwood den Kanon der female detectives seit 1989 mit ihren in den Zwanzigerjahren angesiedelten Büchern um die selbstbewusste Phryne (gesprochen fry-nee) Fisher. Phryne Fisher gehört der Melbourner Oberschicht an, trägt sogar einen Adelstitel – und löst Verbrechen. Wie ihr männliches Gegenstück Lord Peter Wimsey im guten alten England tut sie das ausschließlich aus Spaß an der Freude oder weil sie in Fälle hineinschlittert, die sie persönlich betreffen. Ihre Methoden sind jedoch völlig andere: Natürlich hat auch Miss Fisher einen messerscharfen Verstand, setzt aber außerdem ebenso gern ihren Sexappeal, ihre weibliche Intuition und einen possierlichen goldenen Revolver ein.

Der australische Fernsehsender ABC strahlte Anfang 2012 die erste Staffel mit 13 Episoden der „Miss Fisher’s Murder Mysteries“ aus, von denen 11 auf den bis jetzt insgesamt 19 Romanvorlagen von Kerry Greenwood basieren. Außerdem veröffentlichte Greenwood im Jahr 2008 eine Kurzgeschichtensammlung mit Miss-Fisher-Krimis, sodass man sich keine Sorgen um Stoffe für eine ebenfalls 13-teilige zweite Staffel machen muss, die bereits im Frühling diesen Jahres über die Bildschirme laufen soll.

Staffel 1 enthält:

1. Cocaine Blues | 2. Murder on the Ballarat Train | 3. The Green Mill Murder | 4. Death at Victoria Dock | 5. Raisins and Almonds | 6. Ruddy Gore | 7. Murder in Montparnasse | 8. Away with the Fairies | 9. Queen of the Flowers | 10. Death by Miss Adventure | 11. Blood and Circuses | 12. Murder in the Dark | 13. King Memses’ Curse

Gubanov Offline




Beiträge: 15.995

04.02.2013 15:45
#2 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · Antworten

Miss Fishers Mordkartei
Who says crime doesn’t play?

  • Die offizielle Seite zur Serie | Die Australian Broadcasting Corporation stellt die Episoden mit Bebilderung und Inhaltsangaben vor, gibt einen Überblick über alle wichtigen Personen und erzählt in beschwingtem Ton, worum es eigentlich geht. Leser in Australien können außerdem auf Web-Extras, Videos mit zusätzlichen Hintergrundinformationen, zugreifen.
  • PhryneFisher.com | Quelle für alle Informationen zu den Phryne-Fisher-Romanen von Kerry Greenwood. Die Geelong Times schreibt: „Independent, wealthy, spirited and possessed of an uninhibited style that makes everyone move out of her way and stand gawking for a full five minutes after she walks by – Phryne Fisher is a woman who gets what she wants and has the good sense to enjoy every minute of it!“
  • Phryne Fisher und Poisoned Pen Press | Nicht nur manche Kommentare von Phryne Fisher sind ganz schön giftig, auch in diesem toxischen Blog tritt sie in Erscheinung. Die Romane findet man hier in alphabetischer Sortierung mit Inhaltsangabe und Rezensionen. Auch das Hinterlassen eigener Kommentare ist möglich.
  • Phryne Fisher auf Wikipedia.org | Um einen Celebrity wie Phryne Fisher kommt die freie Enzyklopädie natürlich nicht herum. Ihre englischsprachige Ausgabe kann für eine Kurzbiografie und die schnelle Übersicht über Bücher und Fernsehauftritte herangezogen werden.
  • Why I Did It: Kerry Greenwood gesteht | Einige Worte der Autorin zu den „Miss Fisher’s Murder Mysteries“ und deren Verfilmung – in der sie sogar in typischer Hitchcock-Manier eine Cameorolle übernahm. Die Essenz: Greenwood ist attraktiver als Hitchcock. Und Phryne Fisher sowieso.
  • Die IMDb-Seite zur Serie | Mit dem üblichen Episodenguide und den Zuschauerkritiken ausgestattete Übersicht zu den „Miss Fisher’s Murder Mysteries“. Eine begeisterte Meinung: „For once, we have a story that represents women in a strong light, and having some fun, instead of being a backdrop to a male tale. ABC, you rock!“

Count Villain Online




Beiträge: 4.215

04.02.2013 16:29
#3 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · Antworten

Tja. Autorin der Gegenwart mit 20er Jahre Setting geht also, während Wallace in Originalzeit nicht angegangen wird. Irgendwie schade.

Der Teaser macht jedoch Lust auf mehr.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.995

04.02.2013 16:30
#4 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · Antworten



Miss Fisher’s Murder Mysteries: Cocaine Blues

Episode 1 der TV-Kriminalserie, AUS 2012. Regie: Tony Tilse. Drehbuch: Deborah Cox (Romanvorlage: Kerry Greenwood). Mit: Essie Davis (Phryne Fisher), Nathan Page (Det. John Robinson), Hugo Johnstone-Burt (Hugh Collins), Ashleigh Cummings (Dorothy Williams), Miriam Margolyes (Aunt Prudence), Miranda Otto (Lydia Andrews), Tammy Macintosh (Dr. Mac), Nicholas Bell (Murdoch Foyle), Travis McMahon (Bert), Anthony Sharpe (Cec), Laura Wheelwright (Alice), Kristof Piechocki (Sasha De Lisse), María Mercedes (Madame Breda), Mark Lawrence (Cokey Billings), Nathaniel Kelly (the Bull) u.a. Erstsendung: 24. Februar 2012.

Zitat von Cocaine Blues
Eigentlich war Phryne Fisher, frisch in Melbourne angekommen, bei ihrer Tante Prudence zum Lunch eingeladen. Doch statt Sandwiches und Smalltalk erwartet sie eine Leiche: Der Herr des Hauses, Mr. Andrews, ist tot – mit Arsen vergiftet, wie sich später herausstellt. Doch nicht nur das: Das Hausmädchen gerät unter Verdacht und verliert, ebenso wie ihre Vorgängerin, plötzlich ihre Anstellung.


Männer sterben und Frauen ermitteln. Das kennt man sonst eher umgekehrt. Und obwohl den Herren oft die größere Effektivität nachgesagt wird, ist auch die Hobbydetektivin Phryne Fisher eine von der schnellen Truppe. In weniger als einer Stunde gelingt es ihr, sich dem Publikum (und einem russischen Tänzer) mehr oder minder intim vorzustellen und dabei fast im Handumdrehen Fälle von Drogenschmuggel, Abtreibung und Mord aufzuklären. Als Phryne Fisher brilliert die aus „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ bekannte Essie Davis, die Intelligenz, Charme und moderne Unverblümtheit treffsicher in einer Figur vereint. Miss Fisher agiert hier noch als Neugierige, gründet am Ende der Untersuchung aber eine Privatdetektei, um der offensichtlich hoffnungslos überforderten Polizei auch in Zukunft unter die Arme greifen zu können. Sie zieht sich dabei den Ärger des Inspektors Robinson und die Bewunderung von Constable Collins zu, denen einfach das Gespür und die Tatkraft für die erfolgreiche Mörderjagd fehlen.

Phryne Fisher sieht das anders: Sie versetzt sich in ihre Gegenüber und hakt permanent nach. Dabei geht sie auch gern einmal auf Tuchfühlung mit den Verdächtigen – heiße Romanzen mit Juwelendieben und dampfende Mordanschläge im türkischen Bad ebenso eingeschlossen wie zärtlich mitfühlende Momente, in denen sie sich um kranke und verunsicherte Zeugen kümmert.

Kerry Greenwood und die Macher der Fernsehserie gingen clever vor, indem sie die Besonderheiten der Produktion auch inhaltlich untermauerten. Besondere, vor allem Frauen betreffende Themen wie die Problematik der Abtreibung werden ernsthaft untersucht und trotzdem für den Spannungsaufbau effektiv ausgenutzt – und auch auf historisierende Eigenarten und Marotten der Zwanziger muss man nicht verzichten. So dürfte die Ansicht, dass Elektrizität, die durch Kabel gejagt wird, dazu führen kann, dass die Erde explodiert, für die meisten Zuschauer genauso neu sein wie für die in allen Belangen aufgeklärte Miss Fisher.

Den ersten ihrer fünf skurrilen Auftritte legt Miriam Margolyes als Phrynes Tante Prudence aufs Parkett. Die ausgesprochen korrekte, leicht hysterische alte Dame scheint vor allem die Funktion zu erfüllen, ihre Nichte auf die unziemliche Länge ihrer Röcke und die Gefahr ihrer Abenteuer hinzuweisen. Natürlich zuckt sie erschrocken zusammen, als Phryne ihr ihren Revolver, den sie im Strumpfband trägt, präsentiert. Man mag gar nicht vermuten, was geschähe, wenn sie von den anderen Einsatzgebieten dieser Strümpfe erführe!

Gubanov Offline




Beiträge: 15.995

04.02.2013 18:30
#5 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · Antworten

Zitat von Count Villain im Beitrag #3
Tja. Autorin der Gegenwart mit 20er Jahre Setting geht also, während Wallace in Originalzeit nicht angegangen wird.

Jetzt, wo du es sagst: Das Format der Reihe wäre sicher auch für Wallace ideal. Knapp einstündige period dramas mit spannenden Fällen und humorigem Einschlag – das passt auch auf den Lieblings-Forenautor. Was mich verwundert, ist, dass ABC die Produktionen in recht kurzer Zeit in großem Umfang herstellt (vergleiche z.B. mit „Sherlock“ der BBC), und das, soweit ich feststellen konnte, ohne Verluste in der Programmqualität. Insofern muss man wohl bedauern, dass es – abgesehen vom Hexer – keine nennenswerten Bande zwischen Edgar Wallace und Australien gab.



Miss Fisher’s Murder Mysteries: Murder on the Ballarat Train

Episode 2 der TV-Kriminalserie, AUS 2012. Regie: Kate Dennis. Drehbuch: Elizabeth Coleman, Deborah Cox (Romanvorlage: Kerry Greenwood). Mit: Essie Davis (Phryne Fisher), Nathan Page (Det. John Robinson), Hugo Johnstone-Burt (Hugh Collins), Ashleigh Cummings (Dorothy Williams), Maeve Dermody (Eunice Henderson), Travis McMahon (Bert), Anthony Sharpe (Cec), Richard Bligh (Mr. Butler), Ruby Rees Wemyss (Jane), Jacek Koman (Mr. Merton), Abbe Holmes (Mrs. Henderson), Victoria Eagger (Miss Gay), Dale March (Lindsay), David Berry (Alastair), Mike McLeish (Alexander Cotton) u.a. Erstsendung: 2. März 2012.

Zitat von Murder on the Ballarat Train
Die Zugfahrt nach Ballarat sollte zum Vergnügen werden, verwandelt sich des Nachts aber in eine – immerhin vergnügliche – Morduntersuchung. Eine leidige alte Frau ist aus dem Zug verschwunden und wird, um ihre Juwelen erleichtert, erhängt an einem nahegelegenen Wassertank gefunden. Dieser Fall führt Phryne Fisher auf das Zugdach, zwischen die Ruder und in die Fänge eines erbarmungslosen Hypnotiseurs.


Stichwort „Murder on the Orient Express“. Wo, wenn nicht an Bord eines Zuges, finden unterschiedlichste Charaktere zu einer mörderischen Begegnung zusammen? Zugegeben, im Vergleich zum großen Vorbild aus dem Christie-Epos ist der Ballarat-Express eine Nummer kleiner und bodenständiger, die Fahrgäste kommen auch nicht aus allen Winkeln der Welt und Schneewehen sind in Australien vergleichsweise selten zu erwarten – aber die Notbremse hilft gegebenenfalls auch Wunder. Immerhin die gesamte erste Hälfte der Episode spielt an Bord oder in unmittelbarer Umgebung des Zuges, wobei (mit der Ausnahme einer artistischen Einlage, zu der sich Hercule Poirot seinerzeit nicht hätte hinreißen lassen) Phryne Fisher und ihre Begleiterin stilecht entweder im eigenen Abteil oder im Speisewagen unterwegs sind. Als Frau, die aus Stereotypen ausbricht, schwört Miss Fisher zudem auf die Kraft von Motoren, egal ob sie sich in majestätischen Zügen oder flotten Automobilen verbergen. 85 Meilen pro Stunde? Sie schafft sicher mehr!

Das Mordopfer wird als Unsympathin und Frau mit zweifelhafter Vorgeschichte gezeichnet. Sie bedient damit nicht nur die offensichtliche Parallele zu Samuel Ratchett, sondern stellt auch unter Beweis, dass der Serie bei allen Tendenzen doch nicht an der grenzenlosen Glorifizierung der Frau gelegen ist. Das merkt man auch an den jugendlichen Diebinnen, die wichtiger Bestandteil der Geschichte sind und Phrynes Umfeld mehr zusetzen als der Detektivin selbst, obwohl diese eingangs feststellt, dass sie von Kindern eigentlich nicht sonderlich viel hält. Ihre Zuneigung zu einem Mädchen mit Namen Jane wächst jedoch im Laufe der Episode und resultiert gen Ende sogar in einer der immer wieder auftauchenden Anspielungen auf einen dunklen Punkt im Leben Phrynes.

Neue Höhen erreicht dagegen die Zusammenarbeit mit Detective John Robinson, der ihr am Ende das Du anbietet und damit das Kriegsbeil begräbt, das anfänglich an Bord des Ballarat-Zugs die Ermittlungen erschwert. Nathan Page spielt Robinson mit selbstgefälliger Note, die im Grunde einzig auf seinem Dienstrang fußt. In diesem Stadium erinnert ihre Kollaboration an die von Margaret Rutherfords Miss Marple mit Inspektor Craddock – ein Katz-und-Maus-Spiel um Kompetenzen und Beobachtungen, das die Frau aufgrund ihrer feineren Sinne eindeutig für sich entscheidet. Sobald es der frisch gebackenen Privatdetektivin jedoch gelungen ist, die Uniform (noch ausschließlich auf methaphorische Weise) zu durchdringen, entpuppt sich „Jack“ als freundlicher Mann, der auch kooperativ sein und Rat dort, wo er berechtigt ist, annehmen kann. Fortsetzung der Zweisamkeit folgt unzweifelhaft.

Gubanov Offline




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04.02.2013 23:00
#6 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · Antworten



Miss Fisher’s Murder Mysteries: The Green Mill Murder

Episode 3 der TV-Kriminalserie, AUS 2012. Regie: Kate Dennis. Drehbuch: Michael Miller (Romanvorlage: Kerry Greenwood). Mit: Essie Davis (Phryne Fisher), Nathan Page (Det. John Robinson), Hugo Johnstone-Burt (Hugh Collins), Ashleigh Cummings (Dorothy Williams), Wendy Hughes (Adele Freeman), Rohan Nichol (Vic Freeman), Toby Schmitz (Charles Freeman), Deni Hines (Nerine Rogers), Arthur Angel (Ben Rogers), Travis McMahon (Bert), Anthony Sharpe (Cec), Richard Bligh (Mr. Butler), Simon Lyndon (Tintagel Stone), Adrian Auld (Bobby Sullivan), Lauren Clair (Pansy Shore) u.a. Erstsendung: 9. März 2012.

Zitat von The Green Mill Murder
The Green Mill ist eine Tanzbar im dunklen Herzen Melbournes. Als ein zwielichtiger Geschäftsmann dort erstochen wird, findet die Polizei am Tatort außer der Leiche auch Miss Fisher, die als Zeugin und als Bekannte des Hauptverdächtigen gute Gründe hat, in der Sache mitzumischen. Es stellt sich heraus, dass der Tote ein Erpresser war, über dessen Ableben viele Menschen nicht gerade in Tränen verfallen.


Als schriller Nachtvogel macht sich die ständig flirtende Miss Fisher ganz hervorragend – schon in „Cocaine Blues“ stellte sie unter Beweis, welch einen formidablen Tango sie aufs Parkett legen kann. Im Green Mill sieht man sie allerdings weniger als sorgenlose Schwärmerin denn vielmehr als aufmerksame Beobachterin, die an den Vorgängen hinter den Kulissen mehr Interesse aufbringt als am geheuchelten Liebessang der Bandfrontfrau. Natürlich lässt nach kurzem Aufblitzen von Missgunst und Aufregung ein weiterer, fataler Schritt nicht lang auf sich warten, der Phryne Fisher dazu bewegt, erneut die Lupe zu schärfen und sich in Aktion zu begeben. Diesmal muss sie, um die Wahrheit herauszufinden, sogar Einbrecherin spielen, was ihr die Ehre einbringt, auf Polizeifotos verewigt zu werden und zumindest kurzzeitig in Untersuchungshaft genommen zu werden. Aus dieser misslichen Lage befreit sie sich selbstredend mit professioneller Eloquenz und statt der Hilfe eines (männlichen) Anwalts mit den ausgefeilten Kochkünsten ihres Hausmädchens Dot.

„The Green Mill Murder“ spricht die für Mord und Geheimniskrämerei relevanten Themen von Erpressung und der damals noch strafrechtlich bedeutsamen Homosexualität an, behandelt gerade letzteres aber mit einer Selbstverständlichkeit und Behutsamkeit, von der sich andere Serien dieser Art, in die man „aktuelle Lebensweisen“ zwanghaft einzubauen versucht, gut und gern eine dicke Scheibe abschneiden können. Wahrscheinlich funktioniert der Ausflug deshalb so gut, weil die zugrunde liegenden Bücher noch nicht so alt sind und dementsprechend eine passende Vorlage liefern. – Der einzige, den die Thematik wirklich entsetzt, ist der gute Constable Collins, doch bei ihm haben wir es sowieso mit einem reichlich naiven Charakter zu tun. Herrlich ist es, mitzuverfolgen, wie er ein Auge auf Dot geworfen hat, aber sich partout nicht traut, sie nach einem gemeinsamen Abend auf dem Polizeiball zu fragen.

Während große Teile der Handlung in authentischen und detailreich aufgebauten Kulissen spielen, entführt ein Flug in einem historischen Sportflieger das abenteuerlustige Publikum nach Talbot. Das ist zwar nicht, wie im Film behauptet, einen Tag von Melbourne entfernt, doch würde Phryne wieder den Ballarat Express nehmen, wären die Aufnahmen lange nicht so abwechslungsreich geraten. Tatsächlich denkt die Detektivin darüber nach, das Flugzeug von Charles Freeman, dessen Filmmutter verblüffenderweise Senta Berger wie aus dem Gesicht geschnitten zu sein scheint, zu kaufen. Vermutlich würde es jedoch keinen Platz in ihrem Vorgarten finden.

Gubanov Offline




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05.02.2013 20:15
#7 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · Antworten



Miss Fisher’s Murder Mysteries: Death at Victoria Dock

Episode 4 der TV-Kriminalserie, AUS 2012. Regie: Tony Tilse. Drehbuch: Shelley Birse (Romanvorlage: Kerry Greenwood). Mit: Essie Davis (Phryne Fisher), Nathan Page (Det. John Robinson), Hugo Johnstone-Burt (Hugh Collins), Ashleigh Cummings (Dorothy Williams), Miriam Margolyes (Aunt Prudence), Travis McMahon (Bert), Anthony Sharpe (Cec), Richard Bligh (Mr. Butler), Ruby Rees Wemyss (Jane), Robert Grubb (Gerald Waddington), Jack Finsterer (Peter the Painter), Penne Hackforth-Jones (Reverend Mother), Renai Caruso (Mrs. Waddington), Sam Clark (Paul Waddington), Isabella Clark (Lila Waddington) u.a. Erstsendung: 16. März 2012.

Zitat von Death at Victoria Dock
Als Phryne Fisher mit einem Klienten, dem Werftbesitzer Waddington, einen neuen Auftrag bespricht, knallen vor der Tür Pistolenschüsse. Ein Lette fällt ihnen zum Opfer – die Mörder schießen auch auf Miss Fisher, bevor sie fliehen. Um ihnen wieder auf die Schliche zu kommen, muss diese sich als eingefleischte Bolschevikin ausgeben und ihr Russisch aufpolieren. Und zu allem Überfluss ist da ja auch immer noch der Waddington-Fall mit dem verschwundenen Mädchen ...


Einige unangenehme Zufälle bringen in Phryne Fisher Erinnerungen an den Krieg, den Ersten Weltkrieg, wieder ins Gedächtnis, wobei sich zwischen ihr und der ebenso ikonischen Agatha Christie gleich zwei wichtige Parallelen auftun: Beide arbeiteten als Krankenschwestern, während Bomben fielen und Schüsse hallten, versorgten Verwundete und standen ihnen bei. Christie arbeitete fürs VAD, das voluntary aid department, in ihrem Heimatort Torquay, während die imaginäre Phryne von ihrer Autorin zu den französischen Ambulanzgruppen geschickt wurde. Für beide Frauen zahlte sich der Krieg trotz aller böser Erinnerungen aus: Christie verdankt ihm mehr oder weniger ihre Karriere als Kriminalschriftstellerin und Phrynes Familie kam durch diverse Todesfälle in der Erbfolge zu unverhofftem Geldsegen, was auch ihr eine kreative Betätigung mit Verbrechern und Straftaten ermöglichte. Ein Schelm, wer die Überschneidungen für nicht ganz zufällig hält!

Die Nachtaufnahmen im Victoria Dock zählen zu den schönsten der Serie: Durch Nacht, Nebel und streikende Arbeiter bahnt sich die Detektivin in einem weißen, wallenden Kleid mitsamt ausladender Stola ihren Weg. Ein paar Augenblicke später fühlt man förmlich mit ihrer Ausstaffierung mit, als sie, in die Schusslinie ruchloser Attentäter geraten, einen Hechtsprung zur Seite macht oder sich über den übel blutenden Verwundeten beugt.

Abermals kann man den Plot nur für das Tempo und die Leichtigkeit bewundern, mit der die verschiedensten Themen miteinander in Verbindung gebracht werden. Dass sie dieses Mal etwas düsterer Natur sind, weil sie Miss Fisher in ein Kloster, ein Irrenhaus, einen Kommunistentreff und in eine Bank führen (am Ende zählen Ideale wohl doch weniger als hartes Geld), wirkt sich auf die Ernsthaftigkeit der Geschichte so drastisch aus, dass sogar Constable Collins diesmal die Gelegenheit erhält, einen Auftritt als unbenommener Held zu machen.

Die in den Fokus gerückten religiösen Betrachtungen zeigen sich überraschend unkritisch – ja, lassen eine gänzlich unverbitterte reverend mother sogar eine Retterrolle übernehmen, die sich aus ihrem offenen, eher als von hierarchischen Strukturen von humanistischen Gesichtspunkten bestimmten Handeln ergibt. Kein Wunder, dass es den Klosterfrauen so gut geht: Sie haben sich nicht verkrochen – sie sind mit Gott verheiratet, lernt man von Dot.

Gubanov Offline




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05.02.2013 21:00
#8 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · Antworten

Miss Fishers Lieblinge (I)
Who says crime doesn’t play?


1. Cocaine Blues | Der Serienpilot wartet mit einem vielschichtigen Plot auf, dessen verschiedene Handlungsebenen sich nach und nach zu einem großen Geheimnis vereinen. Gewürzt mit Sex & Crime in den abwechslungsreichsten Formen ein flamboyanter Einstieg in die Welt von Phryne Fisher. 5 von 5 Punkten.

2. Murder on the Ballarat Train | Das erlesene Setting wartet mit einigen weniger erlesenen Charakteren auf und nutzt die Chance, trotz Zugfahrt einen unbeschränkten Verdächtigenkreis aufzubauen. Starke Emotionen sind in dieser zweiten Episode ebenso zu spüren wie ein Hauch Theatralik. 4,5 von 5 Punkten.

3. The Green Mill Murder | Der Mord in der Bar darf sich der ausgefeiltesten Tötungsmethode rühmen, die es seit langer Zeit vor Filmkameras geschafft hat. Der Humor kommt diesmal vor allem von Seiten der Polizei, während Phryne einem Freund am Boden und zu Luft die Haut rettet. 5 von 5 Punkten.

4. Death at Victoria Dock | Die Fälle vom „Victoria Dock“ haben viel zu bieten und lassen Phryne unterschiedliche Methoden ausprobieren. Mit Rückschlägen sieht sie sich dabei ebenso konfrontiert wie mit gelegentlicher Angst um ihr Leben und ihre Lieben. 4 von 5 Punkten.

Ermittlungen im Fall Greenwood (I)

Die ersten vier Romane des Miss-Fisher-Zyklus schrieb Kerry Greenwood in den Jahren 1989 bis 1992. Diese sind nicht nur für anglophile Leser zugänglich, denn sie erschienen 1999 im Wunderlich-Verlag, der zur Rowohlt-Gruppe gehört, in deutscher Übersetzung von Volker Oldenburg bzw. Sabine Sauerbier unter dem Banner „Mörderische Fälle für eine Lady“. Miss Fisher erhielt im Gegensatz zu den Originalen jeweils eine prominente Nennung im Buchtitel, was vor allem im vierten Band zu einer netten Wortspielerei führt. Veröffentlicht wurden Miss Fisher und der Schneekönig (Cocaine Blues, 254 Seiten), Miss Fisher in Turbulenzen (Flying Too High, 245 Seiten), Miss Fisher unter Zugzwang (Murder on the Ballarat Train, 236 Seiten) und Miss Fisher fischt im Trüben (Death at Victoria Dock, 254 Seiten). Die im Original von McPhee Gribble, Melbourne, verlegten Romane sind in ihren deutschen Fassungen nur mehr antiquarisch erhältlich.

Gubanov Offline




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06.02.2013 01:00
#9 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · Antworten



Miss Fisher’s Murder Mysteries: Raisins and Almonds

Episode 5 der TV-Kriminalserie, AUS 2012. Regie: David Caesar. Drehbuch: Michael Miller (Romanvorlage: Kerry Greenwood). Mit: Essie Davis (Phryne Fisher), Nathan Page (Det. John Robinson), Hugo Johnstone-Burt (Hugh Collins), Ashleigh Cummings (Dorothy Williams), Kat Stewart (Miss Leigh), Travis McMahon (Bert), Anthony Sharpe (Cec), Richard Bligh (Mr. Butler), Tim Draxl (Simon Abrahams), Tammy Macintosh (Dr. Mac), Brian Lipson (Ben Abrahams), Adrian Mulraney (Chaim Abrahams), Adam Schmerl (Yosi Stein), Don Bridges (Archie Davies), Laura Wheelwright (Alice) u.a. Erstsendung: 23. März 2012.

Zitat von Raisins and Almonds
In einer Buchhandlung wird ein jüdischer Immigrant mit Strychnin vergiftet. Liegen dem Mord antisemitische Gedanken zugrunde oder wurde der Mann für eine Formel getötet, mit der man Blei in Gold verwandeln kann? Bald steht immerhin fest, dass es nicht bei einer Leiche bleibt. Für Phryne Fisher ist es aber mindestens genauso wichtig, zu erfahren, ob der junge Simon Abrahams einen Umweg vom Pfad der Tugend in ihr Schlafzimmer macht ...


„In the Temple, in a corner of a room, sits the widowed daughter of Zion, alone. She rocks her only son, Yidele, to sleep with a sweet lullaby. Ai-lu-lu. Under Yidele’s cradle stands a small white goat. The goat travelled to sell his wares. This will be Yidele’s calling, too. Trading in raisins and almonds. Sleep, Yidele, sleep.“ [1] Diese Zeilen eines jiddischen Wiegenlieds, der Oper „Shulamith“ (1880) von Abraham Goldfaden entnommen, haben sich im Laufe der Jahre derartig an Bekanntheit gewonnen, dass sie beinah als Volkslied durchgehen und somit als Titel des chronologisch neunten Phryne-Fisher-Krimis (1997) des Pudels Kern treffend bezeichen. Nachdem die ehrenwerte Schnüffelnase in der letzten TV-Episode mit den Christen auf Tuchfühlung ging, probiert sie ihr Glück dieses Mal bei den von Zionismusdebatten aus der Zeit vor der israelischen Staatsgründung 1948 entzweiten Juden. Sowohl das Lied als auch der darum gewobene Krimi wirft einen Blick auf deren vielgerühmte Geschäftstüchtigkeit. Dabei gelingt es nicht einmal ihnen, Gold künstlich herzustellen, wenngleich sich ein anderer Stoff, um den sich die todbringende Formel rankt, als nicht weniger einträglich herausstellen wird.

Wichtige Teile von „Raisins and Almonds“ sind dann auch in einem Ladengeschäft, einer herrlich altmodischen Buchhandlung mit Wendeltreppen und Geheimnissen, angesiedelt. In gefährlicher Verfolgung auf dem Dachfirst des Hauses balancierend, macht Miss Fisher einen derart galanten Eindruck, dass die schwarze Einbrecherkluft, in die sie sich für ihre „spezielle Unternehmung“ geworfen hat, zur Abwechslung einmal gar nicht weiter auffällt. Was dagegen auffällt, ist ihr sich aus dem Craddock-Stadium zu einer sich ergänzenden Partnerschaft ausweitende Teamwork mit Detective „Call me Jack“ Robinson. Auch Phryne weiß ausnahmsweise nicht alles, sodass ihr der eigentlich doch ganz helle Inspektor eine genauso große Hilfe ist wie ihre Freundin und Beinahe-Toxikologin Dr. Mac. Sie weist darauf hin, wie einfach die Beschaffung so manchen tödlichen Gifts ist, ohne dass die meisten davon Kenntnis erlangen.

Eine Krise in ihrem Vertrauensverhältnis machen derweil Miss Fishers rauhbeinige Gehilfe Bert und Cec durch, weil Cec Pläne schmiedet, aufs Land zu ziehen und seinen Anteil am gemeinsamen Taxibetrieb aufzugeben. Wenn Mord schon nicht viele gute Seiten hat, so aber doch zumindest die, dass er alle kleinen Risse, die sich im Gefolge von Melbournes erster Detektivin auftun, sofort wieder kittet. Indem sie zu zweit einen Trunkenbold mit wichtigem Wissen über die Wunderformel aufspüren, legt sich ihr kurzzeitiger Groll bei. Ach ja, und vom Farmerleben spricht Cec nicht mehr. Bei Miss Fisher ist das Leben spannender, auch wenn sich in ihrer Umgebung ausgesprochen viele Leute die Kartoffeln von unten ansehen.

[1] Raisins and Almonds. Jiddisches Wiegenlied in englischer Übersetzung. Quelle.

Gubanov Offline




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06.02.2013 19:30
#10 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · Antworten



Miss Fisher’s Murder Mysteries: Ruddy Gore

Episode 6 der TV-Kriminalserie, AUS 2012. Regie: David Caesar. Drehbuch: Liz Doran (Romanvorlage: Kerry Greenwood). Mit: Essie Davis (Phryne Fisher), Nathan Page (Det. John Robinson), Hugo Johnstone-Burt (Hugh Collins), Ashleigh Cummings (Dorothy Williams), Bille Brown (Bart Tarrant), Peter Cousens (Walter Copland), Christie Whelan (Leila Esperance), Alex Rathgeber (Gwilym Evans), Philippe Sung (d.i. Philippe Day) (Lin Chung), Ross Thompson (Bradford), Richard Bligh (Mr. Butler), James Pratt (Hansen), Debra Lawrance (Mrs. Mobbs), Amanda Ma (Granny Lin) u.a. Erstsendung: 30. März 2012.

Zitat von Ruddy Gore
Spuk im Theater: Der Geist einer Schauspielerin, die vor Jahren die Hauptrolle in „Ruddy Gore“ gespielt und vor der Aufführung Selbstmord begangen hatte, sucht das Königliche Theater von Melbourne heim, als das Stück wieder auf den Spielplan gesetzt wird. Der Darsteller, dem sie begegnet, stirbt auf der Bühne unter mysteriösen Umständen. Nicht einmal der Nachfolger kann seinen Karriereschub lange genießen.


Geistererscheinungen haben in klassischen Krimis eine lange Tradition, weil sie die Urängste der Menschen ansprechen und anders als Mord und Tatschlag die Frage aufwerfen, ob man seinen eigenen Augen noch trauen kann. Und welch ein Geist sich hier blicken lässt! Die tote Dorothea Curtis mischt nicht als nebulöser Schatten oder grelle Lichterscheinung die Szenerie auf, sondern ist klar und deutlich, mit ihren bekannten Gesichtszügen, natürlichen Bewegungen und drohenden Botschaften wahrzunehmen. Wie diese Mitteilungen aus dem Jenseits inszeniert werden, würde jeden Theatermann stolz machen und das Publikum zu stehenden Ovationen verleiten – Kerry Greenwood stellt zum wiederholten Mal ihren außerordentlichen Erfindergeist unter Beweis.

„Ruddigore“, die Operette von Gilbert und Sullivan, uraufgeführt am 22. Januar 1887 im Savoy Theatre London, trägt passenderweise den Untertitel „The Witch’s Curse“, sodass übernatürliche Erlebnisse beinah als ehrenhafte Verpflichtung verstanden werden können. Das Werk ist angelegt als Parodie auf das Melodrama und erzählt von einem Fluch, der die Baronets von Ruddigore dazu anhält, jeden Tag ein Verbrechen zu begehen, wenn sie nicht selbst qualvoll sterben wollen. Verflucht wird auch Phryne Fisher, weil sie sich einem undurchsichtigen Asiaten hingibt, den man verdächtig oft in der Nähe des Theaters herumschleichen sieht. Dessen Großmutter hat es nicht gern, dass Phryne ihn umgarnt, und droht ihr mit lebenslangem Unheil, sofern sie Lin Chung nicht in Ruhe lasse. Außer mit ihren weiblichen Reizen zieht die moderne Frau auch mit ihren Ermittlungen Zorn auf sich und droht, zum nächsten Opfer der aus dem Grab auferstandenen Dorothea zu werden. Tatsächlich merkt sie es nicht, als sich das Gegengewicht des Bühnenvorhangs direkt über ihrem Kopf löst ...

Dot kämpft ihrerseits mit gemischten Gefühlen, ist sie doch zwischen dem tollpatschigen Constable Collins und dem aufsteigenden Schauspielstar Gwilym Evans ganz hin und her gerissen. Collins kann da von Glück reden, mit Miss Fisher auf gutem Fuß zu stehen, denn diese borgt ihm ganz selbstlos ein Buch über fernöstliche Liebeskunst. Sie wird es entbehren können, denn ihre Bibliothek anrüchiger Literatur ist beachtlich: Auf der Reise nach Ballarat etwa vertiefte sie sich mit sehnsuchtsvollem Blick in D. H. Lawrence’ „Lady Chatterley’s Lover“. Dabei gibt es noch heute in Australien Unternehmen, die sich weigern, das ewige Skandalbuch zu verkaufen.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.995

07.02.2013 07:15
#11 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · Antworten



Miss Fisher’s Murder Mysteries: Murder in Montparnasse

Episode 7 der TV-Kriminalserie, AUS 2012. Regie: Clayton Jacobson, Tony Tilse. Drehbuch: Ysabelle Dean (Romanvorlage: Kerry Greenwood). Mit: Essie Davis (Phryne Fisher), Nathan Page (Det. John Robinson), Hugo Johnstone-Burt (Hugh Collins), Ashleigh Cummings (Dorothy Williams), Vince Colosimo (Hector Chambers), Peter O’Brien (René Dubois), Linda Cropper (Véronique Sarcelle), Travis McMahon (Bert), Anthony Sharpe (Cec), Richard Bligh (Mr. Butler), Nick Carrafa (Pierre Sarcelle), Ben Prendergast (Ronnie Cliff), Renaud Jadin (Anatole), Chris Davis (Thommo Birmingham), David Rock (Alf Johnson) u.a. Erstsendung: 6. April 2012.

Zitat von Murder in Montparnasse
Ihre Klienten kennt Miss Fisher diesmal besonders gut: Bert und Cec bitten ihre Arbeitgeberin darum, sich dem Tod ihres Kameraden zu widmen, der von einem Rolls Royce überfahren wurde. Wie sich herausstellt, schweben auch die beiden anderen Männer in Lebensgefahr. Haben die Ereignisse etwas mit Phrynes eigener Vergangenheit zu tun? Die Spur nach Frankreich ist heiß und blutig ...


Vier Leichen im Damals und im Jetzt, diverse Anschläge und keine Garantie dafür, dass da nicht noch irgendwo ein Toter schlummert. „Murder in Montparnasse“ zählt zu den ruchlostesten Geschichten der Reihe, in denen vor nichts Halt gemacht wird – am wenigsten von Autos oder Zügen vor Menschen unter ihren Rädern. Die Bestialität der Verbrechen sowie die zwanzigerjahretypische Anmerkung vom „ausländisch aussehenden Fremden“ lassen das Einwirken weit hinter sich gelassener Zeiten und Orte vermuten, wobei es sicher kein Zufall ist, dass eine Freundin Phrynes zur gleichen Zeit spurlos verschwindet.

Alle Fährten bündeln sich im Pariser Stadtteil Montparnasse, vor, während und direkt nach dem Krieg Zentrum der Kunstszene der Seine-Metropole. Dass dieser Ort für alle Beteiligten eine gleichermaßen düstere Bedeutung hat, erscheint ein wenig zu wagemutig konstruiert, um glaubhaft zu erscheinen; der Mangel gerät jedoch über die Natur von Phrynes Reminiszenzen eindeutig ins Hintertreffen: Als Muse für zwei Maler geriet sie ihrerzeit zwischen zwei riskante Fronten aus Künstlerstolz, Ölfarbe und Eifersucht. Der Abschluss mit dieser Geschichte aus früheren Tagen kostet sie beinah ihr Leben und, viel schlimmer, nahezu auch ein Aktgemälde, das sie in der Blüte ihrer Jugend zeigt. Das Finale in einem französischen Café, welches die schlechte Angewohnheit, Schnecken zu verzehren, nach Melbourne ausquartiert hat, knistert dennoch eher vor Spannung als vor Erotik. Obwohl Jack Robbins die lang ersehnte Gelegenheit erhält, seiner tüchtigen Konkurrentin einen leidenschaftlichen Kuss zu verpassen, so geschieht dies selbstredend aus rein beruflichen Gründen ihrer eigenen Sicherheit ...

So rasch der Polizist zum Schutz Miss Fishers auch reagiert, so langsam und ermüdend gestalten sich einige andere Prozesse, in die offizielle Stellen involviert sind. Sowohl die Ermittlungen im Falle Thommo Birmingham als auch die Benachrichtigungen des französischen Militärs schleppen sich ohne die Kombinationsgabe einer gewissen Lady über schiere Ewigkeiten dahin. Dass diese für ihren Einsatz selbst im eigenen Haus den Besuch von böse gesonnenen Zeitgenossen überstehen muss, ist allen Freunden der Serie bereits wohl bekannt. Sie bezahlt damit den Preis für ihre Emanzipation, für ihre Neugier und ihren Vorwitz, doch wer würde schon auch auf nur einen dieser Charakterzüge verzichten wollen?

Gubanov Offline




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07.02.2013 22:30
#12 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · Antworten

Miss Fishers Lieblinge (II)
Who says crime doesn’t play?


5. Raisins and Almonds | Selbst für die Verhältnisse der „Miss Fisher’s Murder Mysteries“ haben wir hier ein besonders edles und gediegenes Exemplar vor uns. Die Titelheldin ist Giften und chemischen Formeln auf der Spur, vernachlässigt dabei aber auch keine Gelegenheit, sich als weiblicher Sherlock Holmes unter Beweis zu stellen. 5 von 5 Punkten.

6. Ruddy Gore | Nicht nur die Engländer stehen zu ihrer Vorliebe für Gespenster. In Australien haucht man ihnen zusätzlich Theaterblut ein und bringt somit eine Mischung aus der alten Verfilmung von „Vier Frauen und ein Mord“ und den besseren „Inspector Barnaby“-Krimis zuwege. 5 von 5 Punkten.

7. Murder in Montparnasse | Etwas wirre, aber am Ende nervenzerreißend kulminierende Mordgeschichte mit vielen Rückblenden und mehr als nur einem Hauch französischer Hitzköpfigkeit. Leider ohne markante historische Paris-Aufnahmen. 4 von 5 Punkten.

Ermittlungen im Fall Greenwood (II)

Wer hat schon die Zeit, neunzehn vielversprechende Krimischmöker im Arbeitsalltag zwischenzutakten? Kerry-Greenwood-Fans ohne zwingenden Hang zur Bücherwürmerei steht ein einfacher Weg offen, Phryne Fisher auf Mörderjagd zu begleiten, indem sie den Hörbüchern lauschen, die die Firmen Bolinda und Brilliance Audio herausgegeben haben. Alle Stoffe wurden ungekürzt eingelesen und auf CD und MP3-CD herausgebracht. Zum Leben erwecken soll die australischen Zwanziger Sprecherin Stephanie Daniel. Das AudioFile-Magazin schrieb zu der Vertonung des Romans „Away with the Fairies“: „Phryne Fisher sparkles with wit and champagne elegance. Stephanie Daniel performs with genteel ease. Her upper-class Australian accents and her wild assortment of reputable and disreputable characters are truly amazing.“ [2] Die Aufnahme zu „Ruddy Gore“ enthält als Extra ein Interview mit der Autorin. Während die Ausgaben in Australien recht heftig zu Buche schlagen, bietet ein großer deutscher Versandhändler die Hörbücher erstaunlich günstig an.



[2] Kerry Greenwood: Ruddy Gore. Produktbeschreibung im ABC-Onlineshop. Quelle.

Gubanov Offline




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08.02.2013 15:45
#13 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · Antworten



Miss Fisher’s Murder Mysteries: Away with the Fairies

Episode 8 der TV-Kriminalserie, AUS 2012. Regie: Emma Freeman. Drehbuch: Ysabelle Dean, Kelly Lefever (Romanvorlage: Kerry Greenwood). Mit: Essie Davis (Phryne Fisher), Nathan Page (Det. John Robinson), Hugo Johnstone-Burt (Hugh Collins), Ashleigh Cummings (Dorothy Williams), Deborah Kennedy (Regina Charlesworth), Anna McGahan (Miss Prout), Roz Hammond (Mrs. Opie), Philippe Sung (d.i. Philippe Day) (Lin Chung), Travis McMahon (Bert), Anthony Sharpe (Cec), Richard Bligh (Mr. Butler), Amanda Ma (Granny Lin), Jim Russell (Mr. Opie), Peter Stefanou (Mr. Bell), Haiha Le (Camellia Lu) u.a. Erstsendung: 13. April 2012.

Zitat von Away with the Fairies
Nun tippt sie nichts mehr: Kolumnistin Lavender vom Magazin Women’s Choice haucht ihr Leben in trauter Zweisamkeit mit ihrem herzallerliebsten Kanarienvogel aus. Für Herausgeberin Regina Charlesworth eine Katastrophe: Wie soll die nächste Ausgabe rechtzeitig fertig werden? Das Problem verstärkt sich noch, als sich eine weitere Kollegin als Erpresserin versucht und gleich mit beseitigt wird.


Für Feen sind die Frauen in der Redaktion des Damenmagazins entweder zu alt oder zu hintertrieben. Miss Lavender liegt nur ebenso blau am Boden wie die Märchenwesen, die sie in ihren Geschichten für beschrieb. Der Grund: Blausäure. Die Art der Einnahme: Unklar. Women’s Choice: Auf der Kippe. Die Zeitschrift ist eine Seltenheit in ihrer Zeit – ein Produkt von Frauen für Frauen und trotz Fokus auf harmlose Erzählungen, Rezepte und Gartenpflegetipps von Zeit zu Zeit verhaltener Vorreiter emanzipatorischer Erwägungen. Freilich, zu gewagt dürfen die Artikel nicht werden: Was über Empfängnisverhütung geschrieben wurde, erregte bereits bei einigen Leserinnen gehörigen Zorn. Phryne Fisher wäre als Autorin also ungeeignet. Nachdem sie sich aber trotzdem berufen fühlt, einen Ersatz für die auf kriminelle Weise ausgefallene Kummerkastentante bereitzustellen, fällt ihre Wahl auf Dot.

Solche amüsanten Ideen sind es, die die „Miss Fisher’s Murder Mysteries“ zu so formidabler Unterhaltung machen: das Abtauchen in den jeweiligen Mikrokosmos, in dem sich das Verbrechen zutrug – jedes Mal eine ganz eigene, lebhafte, pulsierende Welt. Keine Folge ist wie die andere, (fast) jede Profession bekommt früher oder später ihr Fett weg. Dass es auch die (leichten) Journalisten treffen würde, war eigentlich selbstverständlich, ist die Branche am Ende nicht viel weniger prätentiös als andere „ehrenwerte“ Kreise, in die Miss Fisher bereits tiefe Einsichten erhielt. Der Plot weist zudem einige Übereinstimmungen mit Dorothy L. Sayers’ spannendem und ebenfalls unter kreativen Schreiberlingen angesiedelten Lord-Peter-Wimsey-Abenteuer „Mord braucht Reklame“, in dem in einer Werbeagentur ebenfalls ein Treppensturz tödliche Folgen nach sich zieht.

Weniger gut motiviert erscheint das erneute Auftauchen des chinesischen Schwarms Lin Chung, verkörpert von Philippe Day unter dem fernöstlichen Pseudonym Philippe Sung. Der zweite Parallelstrang der Handlung, der ihn und seine Verlobte betrifft, möchte mit den wichtigen sonstigen Ereignissen nicht wirklich zusammenpassen, verströmt aber immerhin wieder einen kalten Hauch gelber Gefahr und lässt Phryne Fisher zu unorthodoxen Kampftechniken greifen. Der Flirt der beiden ungleichen Partner scheint sich nach dieser Episode sowieso erledigt zu haben: Während Lin und Camellia einer trauten Zukunft entgegensegeln, verkündet Miss Fisher, sie könne sich nie an einen Mann binden. Wird sie auch in diesem Punkt Recht behalten?

Gubanov Offline




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08.02.2013 20:30
#14 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · Antworten



Miss Fisher’s Murder Mysteries: Queen of the Flowers

Episode 9 der TV-Kriminalserie, AUS 2012. Regie: Clayton Jacobson, Tony Tilse. Drehbuch: Deborah Cox, Jo Martino (Romanvorlage: Kerry Greenwood). Mit: Essie Davis (Phryne Fisher), Nathan Page (Det. John Robinson), Hugo Johnstone-Burt (Hugh Collins), Ashleigh Cummings (Dorothy Williams), Danielle Cormack (Anna Ross), Terry Norris (Franklin D. Weston), Andrew S. Gilbert (Lionel Phillips), Richard Bligh (Mr. Butler), Ruby Rees Wemyss (Jane), Taylor Ferguson (Rose Weston), Eva Lazzaro (Maris Wild), Zoë Amanda Wilson (Kitty Pace), Ben Schumann (Derek Phillips), Kevin Hopkins (James Murray) u.a. Erstsendung: 20. April 2012.

Zitat von Queen of the Flowers
Am Strand wird die Leiche eines jener Mädchen angeschwemmt, die unter Miss Fishers Obhut zu den „Flower Maidens“ für die alljährliche Festtagsparade ausgebildet werden sollten. Auch Phrynes Pflegekind Jane sowie Rose Weston, die Tochter eines heruntergekommenen Kaufhausbesitzers, gehören der Gruppe an. Unter mysteriösen Umständen verschwinden Jane und Rose eines Nachts!


Wann immer Miss Fishers Haushalt im Mittelpunkt einer Geschichte steht, freut man sich besonders auf die gemütlichen Innen- und die idyllischen Außenaufnahmen jener Villa, die sie sich kurz nach ihrer Rückkehr nach Australien gekauft hat. In den Romanen von Kerry Greenwood residiert die Ehrenwerte Phryne an der Melbourner Esplanade Nummer 221, wobei sie natürlich in allererster Linie die Hausnummer erworben und ihr in literarischer Hommage noch ein B angehangen hat. Die „221B“ prangt auch in der TV-Serie neben dem Eingang zu ihrem Reich, für das ABC im Norden der Stadt, 114 Park Drive in Parkville, filmte. Die Strandkabinen, der zweite markante Drehort für „Queen of the Flowers“, befinden sich dagegen in entgegengesetzter Himmelsrichtung am wunderschönen Sandstrand von Brighton – nicht zu verwechseln mit der Stadt an der englischen Südküste.

Wahrscheinlich ist es mit der Damenhaftigkeit Phrynes zu begründen, dass man der naheliegenden Versuchung, einen luftigen Tag am Wasser zu verbringen, nicht nachgab. Auch wenn die Sonne unvermindert auf Australien hinabbrennt, behandeln die Protagonisten den Strand ausschließlich als Tatort ohne An- oder, in diesem Falle, Ausziehungskraft in privatem Sinne.

Die Verbrechen ziehen weite Kreise und sickern bis in hohe Ämter durch, was es für die betroffenen Frauen umso schwerer macht, sich zu wehren. Ähnlich wie Serienpilot „Cocaine Blues“ nimmt „Queen of the Flowers“ in dieser Hinsicht eindeutig Stellung und zeigt, wie wehrlose Personen unter dem übergroßen Ego und Trieb eines gewissen Herrn zu leiden haben. Um stets in jeder Hinsicht die Hosen anzubehalten, übt Phryne Fisher mit den ihr anvertrauten Mädchen lieber Selbstverteidigung als Gesellschaftstanz. – Und als wäre das alles nicht genug, gibt die kleine Jane Anlass zur Sorge. Völlig unerwartet taucht ihre totgeglaubte Mutter auf, sodass das Mädchen sich zwischen zwei Welten wiederfindet. Selbstverständlich wird auch dieser Konflikt dazu verwendet, Angst und Spannung in das Geschehen zu injizieren.

Trotz alledem gerät „Queen of the Flowers“ wie auch der Rest der Sendereihe nicht zu drögem Gleichstellungsunterricht. Gegendert wird hier mit Spaß und Ironie statt mit erhobenem Zeigefinger – eine Eigenart, die Kerry Greenwood von den Adela-Bradley-Krimis von Gladys Mitchell übernommen hat. Auch diese Dame, ihrerseits tatsächlich bereits seit den 1920ern als Autorin tätig, schickte jeder Richtigstellung ein Lächeln voraus und ein weiteres hinterher.

Gubanov Offline




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08.02.2013 23:15
#15 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · Antworten



Miss Fisher’s Murder Mysteries: Death by Miss Adventure

Episode 10 der TV-Kriminalserie, AUS 2012. Regie: Daina Reid. Drehbuch: Chris Corbett, Liz Doran (frei nach Kerry Greenwood). Mit: Essie Davis (Phryne Fisher), Nathan Page (Det. John Robinson), Hugo Johnstone-Burt (Hugh Collins), Ashleigh Cummings (Dorothy Williams), Miriam Margolyes (Aunt Prudence), Tammy Macintosh (Dr. Mac), Nicholas Bell (Murdoch Foyle), Alison Whyte (Joyce Gaskin), Caroline Brazier (Hetty), Travis McMahon (Bert), Anthony Sharpe (Cec), Richard Bligh (Mr. Butler), Andrew Blackman (Roderick Gaskin), Neil Pigot (Ted Coglan), Joanne Trentini (Lorna Fulton) u.a. Erstsendung: 27. April 2012.

Zitat von Death by Miss Adventure
Etwas wesentlich Größeres als Sand im Getriebe haben die Maschinen in der Fabrik von Roderick Gaskin: Eine Arbeiterin verfängt sich mit ihren Haaren in einer Vorrichtung und wird zwischen überlebensgroßen Bolzen und Zahnrädern zermalmt. Gaskin und sein Werkführer benehmen sich sehr verdächtig, obwohl der Gerichtsmediziner Unfall attestiert. Phryne und Dr. Mac werden des Geländes verwiesen.


Im Gegensatz zu den vorhergehenden neun Episoden basiert „Death by Miss Adventure“ (homophon mit „Death by Misadventure“, also „Tod durch Unfall“) nicht auf einem Roman von Kerry Greenwood. Ob die Story trotzdem aus deren Feder stammt, lässt sich insofern anzweifeln, als keine der im Kurzgeschichtenband „A Question of Death“ enthaltenen 13 Erzählungen denselben Titel trägt. Falls Chris Corbett und Liz Doran die Geschichte also lediglich unter der Verwendung von Greenwoods Charakteren komplett selbst geschrieben haben, so gebührt ihnen ein großes Lob, trifft sie doch voll und ganz Sujet und Verve der Originale.

Jede der wiederkehrenden Personen erhält früher oder später die Gelegenheit, den Anstoß für eine Ermittlung zu geben. Hatte Tante Prudence diese Ehre gleich zu Anbeginn in „Cocaine Blues“ und machten Bert und Cec ihre Arbeitgeberin auf die erste Tat in „Murder in Montparnasse“ aufmerksam, so ist es diesmal Dr. Mac, die Mord und Totschlag nicht nur kommentiert, sondern selbst in die Ereignisse verwickelt ist. Es fällt von Anfang an nicht schwer, ihre Beweggründe vorauszuahnen, doch der Tod Daisy Millers erweitert sich über diese hinweg zu einer nicht zuletzt der verhältnismäßig blutigen Methode wegen interessanten Angelegenheit. Dank eines zweiten Todesfalls gerät Dr. Mac außerdem unter bösen Verdacht, der sie beinah ihre Karriere und ihre Freiheit kostet.

Wie in Christies „16 Uhr 50 ab Paddington“ ist es der eigentlichen Detektivin nicht möglich, vor Ort zu ermitteln, weshalb sie nach einem harmlosen Ersatz sucht und diesen unter falschen Angaben in den geschlossenen Verdächtigenkreis einschleust. Die Rolle der Lucy Eylesbarrow übernimmt Dot, die sich damit nicht zum ersten Mal ihrer Lady wegen in ernsthafte Gefahren begibt. Nicht nur betätigt sie sich als unertappter Langfinger, auch folgt sie, nachdem sie zu viel herausgefunden hat, bald der armen Daisy ins schluckende und hackende Innere der Maschine ... – Phryne Fisher kombiniert eher als Außenstehende, wird sie doch sowieso noch von ganz anderen Problemen abgelenkt. Murdoch Foyle, der Mann, der für das Verschwinden ihrer Schwester verantwortlich war, versucht aus dem Gefängnis heraus, sich mit ihr auf ein ebenso gefährliches wie abstoßendes Spiel einzulassen. Phryne muss abwägen, ob ihr die eigene Gewissheit oder die Gerechtigkeit, Foyle weiter hinter Gittern zu sehen, näher liegt. Sie sucht sich Hilfe bei einer Person, zu der sie in letzter Zeit besonderes Vertrauen gefasst hat ...

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