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Dieses Thema hat 80 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker international
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Gubanov Offline




Beiträge: 15.975

01.04.2016 13:50
#31 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · antworten



Miss Fisher’s Murder Mysteries – Die zweite Staffel

Die Anfütterung via Eins Festival zeigte Wirkung: Umgehend griff ich zur zweiten Staffelbox, um Miss Fishers neue Fälle zu entdecken und damit hoffentlich auch die Vorfreude der Vorbesteller der deutschen Box #2 anzuheizen. Ich drücke die Daumen, dass sich „Miss Fisher’s Murder Mysteries“ in die richtige Richtung weiterentwickelt und nicht verrennt wie seinerzeit „Sherlock“ nach einer brillanten ersten Staffel. Immerhin hat man im fulminanten Finale in Folge 13 Tabula rasa mit der season-umspannenden Rahmenhandlung gemacht – man darf gespannt sein, welche Konflikte nun den Platz von Murdoch Foyle einnehmen werden ...

Hoch anzurechnen ist allen Mitwirkenden, dass es keine Diskontinuitäten bei der Besetzung gibt; alle Teammitglieder rund um Phryne Fisher bleiben erhalten, wobei vor allem von Interesse sein dürfte, wie sich die Beziehungen zwischen Phryne und Jack bzw. Hugh und Dot weiterentwickeln werden. Was die Fälle angeht, die nun nur noch teilweise auf Vorlagen von Kerry Greenwood basieren, verfährt Staffel 2 nach der Strategie, die einzelnen Episoden vor dem Hintergrund verschiedenartiger Milieus oder Berufsgruppen anzusiedeln. Versprochen wird eine Bandbreite von knisternder Erotik bis zu handfestem Boxen, vom Laufsteg bis zum Footballturnier, von Autorennen bis zu Radiotechnik. Den Staffelabschluss wird – und darauf darf man wohl besonders hinfiebern – ein Weihnachtsspecial mit dem vielversprechenden Titel „Murder Under the Mistletoe“ bilden.

Staffel 2 enthält:

14. Murder Most Scandalous | 15. Death Comes Knocking | 16. Dead Man’s Chest | 17. Deadweight | 18. Murder à la Mode | 19. Marked for Murder | 20. Blood at the Wheel | 21. The Blood of Juana the Mad | 22. Framed for Murder | 23. Death on the Vine | 24. Dead Air | 25. Unnatural Habits | 26. Murder Under the Mistletoe

Gubanov Offline




Beiträge: 15.975

01.04.2016 15:50
#32 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · antworten



Miss Fisher’s Murder Mysteries: Murder Most Scandalous

Episode 14 der TV-Kriminalserie, AUS 2013. Regie: Tony Tilse. Drehbuch: Kristen Dunphy (frei nach Kerry Greenwood). Mit: Essie Davis (Phryne Fisher), Nathan Page (Det. John Robinson), Hugo Johnstone-Burt (Hugh Collins), Ashleigh Cummings (Dorothy Williams), Travis McMahon (Bert), Anthony Sharpe (Cec), Richard Bligh (Mr. Butler), Tammy Macintosh (Dr. Mac), Neil Melville (George Sanderson), Daniel Frederiksen (Sidney Fletcher), Dee Smart (Rosie Sanderson), Belinda McClory (Madam Lyon), Anna Bamford (Lola), Jan Friedl (Mrs. Blunt), Jon Bryden (Maurie Bourke) u.a. Erstsendung: 6. September 2013.

Zitat von Murder Most Scandalous
Skandalös findet die Öffentlichkeit, dass ausgerechnet im Arbeitszimmer des größten Moralapostels der Stadt, des stellvertretenden Polizeipräsidenten George Sanderson, die Leiche einer Prostituierten gefunden wird. Sanderson befand sich, unter Einfluss eines Betäubungsmittels, ebenfalls in dem von innen verriegelten Raum. So obliegt es ausgerechnet Jack Robinson, den Vater seiner Ex-Frau zu verhaften. Miss Fisher wird derweil von einer Kollegin der Toten beauftragt, undercover in jenem Etablissement zu ermitteln, in dem alle Spuren zusammenzulaufen scheinen: in Madam Lyons zweifelhaften „Imperial Club“.


Der galante Spagat zwischen der Konservierung des Staffel-1-Flairs und einer Brise frischen Winds macht sich schon an den Personalien dieser Episode bemerkbar: Während mit Tony Tilse ein Wegbereiter der frühen „Miss Fisher“-Folgen hinter der Kamera stand, schrieb Kristen Dunphy für „Murder Most Scandalous“ ihr erstes Drehbuch zur Reihe. Es darf vermeldet werden: Sie trifft den Ton ganz hervorragend und führt, ohne auf das zurückliegende Staffelfinale Bezug zu nehmen, einen Kriminalfall ein, der eines John Dickson Carr würdig gewesen wäre: locked room sind zwei Worte, die jeden Tüftler und Freund klassischer Who- und Howdunit-Spannung erfreuen – und diesbezüglich macht auch „Murder Most Scandalous“ keine Ausnahme. Der Fall ist nicht nur clever konstruiert, sondern entwickelt sich auch in einem rasanten Tempo. Wenn nach 54 Minuten der Abspann aufblendet, hat man das Gefühl, eine ganze Spielfilmhandlung gesehen zu haben; es bleibt allerdings so manche Frage am Ende offen, bei der man davon ausgehen darf, dass hier schon unverzögert Material für einen neuen folgenübergreifenden Spannungsbogen vorliegt. Dies ist umso wahrscheinlicher, als sich Teile des Falls in Jacks persönlichem Umfeld abspielen – man wird also voraussichtlich nach Phrynes Subplot in Staffel 1 nun ein Auge auf Jacks Vergangenheit und die Umtriebe seiner Ex-Frau werfen dürfen. Eine interessante und nur natürliche Wahl, die sicher noch einige Überraschungen und Eifersüchteleien bereithalten wird.

Von Anfang an definiert sich Phryne Fisher auch über einen Hauch selbstbestimmter Freizügigkeit. Dementsprechend ist der Schauplatz der Ermittlungen, ein als „Gentlemenclub“ getarntes Edelbordell, für sie kein Grund, in Entsetzen zu verfallen. Im Gegenteil: Sie schleust sich als spanische Attraktion ins „Imperial“ ein, um an Informationen über das Mordopfer und ihre Arbeitgeberin zu gelangen – legt aber Wert darauf, dass ihr Geschäft beim appetitanregenden Federtanz endet und sie einzelnen Kunden keine Nachspeise mehr serviert. Die Regie nutzt die anrüchigen Momente geschickt für humorvolle Seitenhiebe und um zu verdeutlichen, wie sich einzelne Figuren weiterentwickelt haben. Vor allem Dottie zeigt sich erstaunlich abgeklärt und erhält einige dramatische Szenen, da auch sie nicht ganz unbeteiligt ist ...

Zu den Höhepunkten der Folge zählt im wahrsten Sinne des Wortes die nächtliche Klettertour auf das Dach des „Imperial Club“. Wer noch Miss Fishers eher tollpatschigen Einbruchsversuch in der Folge „The Green Mill Murder“ in Erinnerung hat, bekommt hier zu sehen, dass Phryne mit ihren Aufgaben wächst und einen gefährlicheren Aufstieg mitsamt unangenehmer Überraschung auf dem Dach effektvoll meistert. An dieser Stelle möchte ich nochmal ein für alle Episoden geltendes Lob an Essie Davis aussprechen, die für die Wandelbarkeit ihrer Figur zwischen Lulu Loreeta und Fassadenkletterin, zwischen vertrauenswürdiger Freundin und begieriger Tangotänzerin wahrlich eine Auszeichnung verdient hätte.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.975

01.04.2016 17:10
#33 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · antworten



Miss Fisher’s Murder Mysteries: Death Comes Knocking

Episode 15 der TV-Kriminalserie, AUS 2013. Regie: Ken Cameron. Drehbuch: Ysabelle Dean (frei nach Kerry Greenwood). Mit: Essie Davis (Phryne Fisher), Nathan Page (Det. John Robinson), Hugo Johnstone-Burt (Hugh Collins), Ashleigh Cummings (Dorothy Williams), Miriam Margolyes (Aunt Prudence), Travis McMahon (Bert), Anthony Sharpe (Cec), Richard Bligh (Mr. Butler), Kate Atkinson (Maude Ashmead), John McTernan (Larry Dunn), Teague Rook (Freddy Ashmead), Jonny Pasvolsky (Warwick Hamilton), Julie Forsyth (Mrs. Bolkonsky), Nicholas Brien (Perce Bishop), Paul DeFreitas (Henry Beale) u.a. Erstsendung: 13. September 2013.

Zitat von Death Comes Knocking
In der gleichen Nacht, in der in Miss Fishers Haus während einer Séance der im Krieg verstorbene Lieutenant Roland Claremont angerufen wird, ermordet ein Einbrecher auf dem Friedhof den Totengräber Henry Beale, der ihn beim Versuch, Claremonts Grab zu öffnen, überrascht. Besteht ein Zusammenhang zwischen dem Einbruch und Claremonts Tod, der sich im Nachhinein als Putsch in den eigenen Reihen herausstellt? Phryne Fisher will herausfinden, wer damals die tödliche Kugel abfeuerte, und stolpert dabei über mehrere Leichen und geschickte Täuschungsmanöver aus dem Dies- und Jenseits ...


Friedhöfe und spiritistische Einsprengsel haben schon so manchem Krimi eine mysteriöse Note verliehen. Nicht nur sorgt die düstere Grundstimmung am kerzenbeleuchteten Stuhlkreis der Séance und zwischen den in der Vollmondnacht lange Schatten werfenden Grabsteinen für wohlige Rätselstimmung und Spekulationen über Scharlatanerei und wahre Begabung; auch werden durch die übernatürlichen Sitzungen alte Wunden wieder aufgerissen, anhand derer der Zuschauer einige Charaktere mit irreparablen (mentalen) Schäden aus dem Ersten Weltkrieg kennenlernt. „Death Comes Knocking“ betritt damit kein neues Terrain, dient das Okkulte doch oft der Verarbeitung persönlicher Traumata – man erinnere sich zum Beispiel an die „Murder Rooms“-Folge „The Photographer’s Chair“. Gar so abgründig geht es hier nicht zu, wohl aber erregen die Rückblick-Szenen von den Kämpfen an der Somme ein mulmiges Gefühl, gerade wenn man bedenkt, dass „Australien [...] im Ersten Weltkrieg von allen Alliierten relativ zur Bevölkerung die höchste Zahl an Gefallenen zu beklagen [hatte]“ [6].

Wie schon in „Murder Most Scandalous“ zeigt sich Miss Fisher von Leichen auf dem Untersuchungstisch nicht sonderlich beeindruckt. Wurde in Staffel 1 noch Einspruch gegen ihre bloße Anwesenheit in der medizinischen Abteilung eingelegt, so geht sie neuerdings sogar fachmännisch mit Greifzange und Schädelknochen um. Das Aktive ist ihre Domäne, während sie den Vorspiegelungen des Übersinnlichen mit Skepsis begegnet: „Tell me, Miss Fisher: do you discredit everything you cannot see?“ – „No, not everything. I believe in radio waves and electricity and magnetism.“ Und so fängt sie die ausgeprägt emotionale Komponente der Folge gekonnt auf, lässt den Fall nicht zu einem Melodrama über falsche Vorstellungen und Familienschande verkommen.

Wenn man „Death Comes Knocking“ etwas vorwerfen will, dann höchstens, dass die Auflösung nicht alle Erwartungen einlöst, die man im Laufe des fleißigen Spannungsaufbaus angesammelt hat. Ein wenig zu konstruiert erscheint die Herleitung der Tathergänge, was jedoch durch die saubere Präsentation der Überführungsszenen im Parallelschnitt sowie durch eine besonders anheimelnde Schlussszene ausgebügelt wird. Und überhaupt wird man die Folge im Wesentlichen aufgrund ihrer Meriten in Erinnerung behalten, die mit dichter Atmosphäre, familiären Szenen im Hause Fisher und einem erneut pompös-liebenswerten Auftritt von Tante Prudence nicht gerade dünn gesät sind.

[6] Geschichte Australiens / Weitere Entwicklungen im 20. Jahrhundert. Wikipedia.org. Quelle.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.975

01.04.2016 20:20
#34 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · antworten



Miss Fisher’s Murder Mysteries: Dead Man’s Chest

Episode 16 der TV-Kriminalserie, AUS 2013. Regie: Ken Cameron. Drehbuch: John Banas (Romanvorlage: Kerry Greenwood). Mit: Essie Davis (Phryne Fisher), Nathan Page (Det. John Robinson), Hugo Johnstone-Burt (Hugh Collins), Ashleigh Cummings (Dorothy Williams), Miriam Margolyes (Aunt Prudence), Travis McMahon (Bert), Anthony Sharpe (Cec), Richard Bligh (Mr. Butler), Ruby Rees Wemyss (Jane), Julia Blake (Hilly McNaster), Dan Wyllie (Gerald McNaster), Reef Ireland (Kip), Tony Rickards (Sergeant Baxter), John Brumpton (Finlay Ellis), Jasper Bagg (Wally Stirling) u.a. Erstsendung: 20. September 2013.

Zitat von Dead Man’s Chest
Kaum im beschaulichen Küstenort Queenscliff eingetroffen, stolpern Phryne und Tante Prudence über die Probleme ihrer Gastgeber, der McNasters: Der Haushalt wirkt heruntergekommen, viele Wertgegenstände fehlen und vom Dienstpersonal lässt sich auch keine Spur mehr finden. Haben die verschwundenen Johnsons etwas mit dem Diebstahl der seltenen Dublone von 1790 zu tun? Alles wird nur noch undurchsichtiger, als die Leichen der Johnsons angespült werden: Das Ehepaar gehörte der Temperenzler-Bewegung an ... und Queenscliff stellt sich als Umschlagplatz für schwarzgebrannten Rum heraus!


Ein unbeschwerter Sommerausflug wird zu einem ungewöhnlichen Fall für Miss Fisher, der nicht wie üblich mit dem Fund einer Leiche, sondern mit Diebstahl und vermissten Personen beginnt. Dieser etwas lockerere Einstieg in gesitteter Geschwindigkeit (nicht zu vergleichen mit Miss Fishers need for speed am Steuer ihres Automobils!) bietet reichlich Gelegenheit für das Lokalkolorit des Urlaubsortes, der sich südwestlich der großen Bucht Port Phillip befindet, welche sich zwischen Melbourne und der Bass-Straße erstreckt. Tatsächlich wurde auch in Queenscliff gedreht – zum Beispiel am Pier und am Bahnhof, der seit 1979 von einer Gruppe Freiwilliger mit Dampfloks für Touristen angefahren wird und damit perfekt ins Historienkonzept der Serie passt.

Das bedeutet nicht, dass „Dead Man’s Chest“ Längen aufweist. Der Plot ist gut ausbalanciert und wartet mit mehreren Überraschungen und Todesfällen auf. Als nur eine von zwei Episoden der zweiten Staffel basiert „Dead Man’s Chest“ auf einem Roman von Kerry Greenwood (die andere ist „Unnatural Habits“), allerdings weicht die Film- von der Buchhandlung deutlich ab. Amüsant ist, mitanzusehen, wie Miss Fishers Tross stückweise nach Queenscliff beordert wird, um bei den Ermittlungen zu helfen. Phryne und Jack haben einige hervorragende Momente – sowohl im enthaltsamen Haushalt der McNasters als auch an (oder vorzugsweise unter) der Seebrücke, die schon vor dem Vorspann als Dreh- und Angelpunkt der Verbrechen enthüllt wird.

Die Temperenzler-Thematik wird mit Augenzwinkern angepackt; Schwarzbrennerei erhält im Rahmen der „Miss Fisher’s Murder Mysteries“ eine sehr viel leichtere Aufarbeitung als in alten amerikanischen Gangsterfilmen, in denen die Prohibitionsbanden mit harten Bandagen gegeneinander kämpften. Der Rumschmuggel wird von der amüsanten Seite gezeigt, wenn selbst die Tugendbolde nicht besonders aufrecht im Kampf gegen den Dämon Alkohol sind, jeder beim Geruch des billigen Fusels die Nase rümpft und Bert, der der Versuchung nicht widerstehen konnte, zur Ausnüchterung in eine Polizeizelle gesperrt wird. Die Folge erfüllt damit alle Voraussetzungen für ein Wohlfühl-Highlight, auch wenn Julia Blake und Dan Wyllie als McNasters dramatische Ausrufezeichen setzen.

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.259

01.04.2016 23:29
#35 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · antworten

Freu mich auf die zweite Staffel.

Nachdem ich andernorts gelesen habe, die Storys wären schwächer und Phryne angepasster, macht das, was du bisher schreibst, mir wieder Hoffnung.

Happiness IS the road! (Marillion)

Gubanov Offline




Beiträge: 15.975

02.04.2016 00:05
#36 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · antworten

Und ein weiterer Fan – ich sehe, die Miss-Fisher-Community wächst. Bisher kann ich keinen Rückschritt erkennen, worüber ich sehr erleichtert bin. Tatsächlich hatte ich Befürchtungen, ob man das hohe Niveau der ersten Staffel halten können würde. Das war auch der Grund, weshalb ich mir so lange Zeit gelassen habe, die Fortsetzung zu entdecken, doch die ersten Folgen haben mich nicht enttäuscht.



Miss Fisher’s Murder Mysteries: Deadweight

Episode 17 der TV-Kriminalserie, AUS 2013. Regie: Declan Eames. Drehbuch: John Banas (frei nach Kerry Greenwood). Mit: Essie Davis (Phryne Fisher), Nathan Page (Det. John Robinson), Hugo Johnstone-Burt (Hugh Collins), Ashleigh Cummings (Dorothy Williams), Travis McMahon (Bert), Anthony Sharpe (Cec), Richard Bligh (Mr. Butler), Tammy Macintosh (Dr. Mac), Glenda Linscott (Mrs. Biggs), Brett Swain (Arthur Biggs), Rachael Maza (Cora Derrimut), Mark Coles Smith (Tom Derrimut), Isaiah Lane (Dan Derrimut), Scott Smart (Freckles Delahunty), Adam Stafford (Kevin Bradley) u.a. Erstsendung: 27. September 2013.

Zitat von Deadweight
Konkurrenzkämpfe zwischen zwei rivalisierenden Banden fordern mehrere Leben: Ein Polizist und der Anführer der „Woolpacker“ starben bereits durch scharfe Klinge; nun wird auch ein „Portsider“ erstochen aufgefunden. Ist dieser Mord ein Racheakt? Constable Collins scheint der Lösung am nächsten zu sein, denn in seiner Freizeit erteilt er einigen Bandenmitgliedern Boxunterricht, um sie von den Straßen fernzuhalten. Es stellt sich heraus, dass ein deutlich unseriöserer Kollege namens „Big“ Arthur Biggs, der halblegale Ringkämpfe zwischen Profis und Amateuren inszeniert, tief in der Sache mit drinsteckt ...


Hugo Johnstone-Burt, der den Constable Collins spielt, erinnert sich mit großer Zuneigung an „Deadweight“, die Folge, in der der Zuschauer mehr von seinem Hugh sehen darf als entsetzte Grimmassen oder gehorsamen Diensteifer: „It was the episode where we get to meet Hugh a little more and we get to know who Hugh is and what’s happened in his past to make him become the man that he is today. We did a few sessions with Russell Frost, who’s our stunt coordinator. It’s a completely different style [of boxing], so back then it was more fisticuffs while today it’s more keeping your hands up. [... A fair] bit of research went into that.“ [7] Hugh, der bisher hauptsächlich als comic and romantic relief agierte, zur Abwechslung mehr in den Mittelpunkt zu rücken, ist eine gute Idee, die seinem Charakter Substanz verleiht, ohne ihn zu verbiegen oder der Handlung aufgezwungen zu erscheinen.

Wer in einer Box- und Gang-Folge plumpe Gewalt und Simplizität erwartet, kann weitgehend beruhigt werden. Das Zusammentreffen der einzelnen Todesfälle erscheint zwar etwas angestrengt, doch wird die Kombinationsgabe von Fisher und Robinson wie üblich bis zum Schluss beansprucht, der nicht zum ersten Mal in der Serie anrührend ausfällt. In „Miss Fisher’s Murder Mysteries“ sind die Mörder meist keine verabscheuungswürdigen Bestien oder maschinelle Karikaturen des Bösen, sondern haben driftige Gründe für ihr Handeln und sind manchmal sogar bemitleidenswerter als ihre Opfer. Die Folge scheut sich außerdem nicht davor, dezent die Emanzipation, aber auch die Ausnutzung der Aborigines im Boxsport der damaligen Zeit anzusprechen.

Das Jahrmarktflair mit den Boxzelten und der gegenüberliegenden Achterbahn erinnert ein wenig an das Setting der Folge „Blood and Circuses“, nicht zuletzt weil „Big“ Arthur Biggs und seine Frau durchaus auch als Manegenattraktionen durchgehen können: Der mit gigantischem Namen werbende Boxveranstalter reicht nur ungefähr bis zur den Schultern seiner hünenhaften Frau, die ihm, wenn ihr sein Geschäftsgebaren nicht passt, lautstark in die Parade fährt oder ihn auch ’mal mit einem Hammer bedroht. Während Glenda Linscott und Brett Swain also hauptsächlich das amüsante, aber mit fiesen Anleihen versetzte Fach bedienen, liefert Jungdarsteller Mark Coles Smith eine ernstzunehmende Performance als vom Leben gebeutelte Kämpfernatur.

[7] Behind the scenes with cast and crew. Boxing. DVD-Dokumentation zu Staffel 2.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.975

02.04.2016 11:05
#37 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · antworten

Miss Fishers Lieblinge (V)
Every mystery needs a leading lady!


14. Murder Most Scandalous | Ohne Berührungsängste vor einem anrüchigen Gewerbe kommt Phryne Fisher einem ausgefuchsten locked room mystery auf die Spur. Die vollgepackte Handlung bietet einen rasanten Einstieg in Staffel 2 mit mehr als genug Spannungshöhepunkten. 5 von 5 Punkten.

15. Death Comes Knocking | Atmosphärisch anspruchsvolles Friedhofsabenteuer mit tragischen Anleihen an den Ersten Weltkrieg. Bilder, die sich Phryne und Prudence von Angehörigen gemacht haben, müssen gründlich überdacht werden, was diesem Fall eine nachdenkliche Note verleiht. 4,5 von 5 Punkten.

16. Dead Man’s Chest | Sommer, Sonne, Strand ... und Mordfälle. Zwar ermittelt Miss Fisher nicht zum ersten Mal an der Küste, diesmal erscheint der Fall um eine verlorene Münze und Alkoholschmuggel jedoch noch ausgefeilter als bei „Queen of the Flowers“, zumal sich weniger mit Nebensächlichkeiten beschäftigt wird. 5 von 5 Punkten.

17. Deadweight | Ausgerechnet im Boxermilieu kann sich Hugh Collins als abgerundete Persönlichkeit profilieren. Der Fall lässt ein wenig zu wünschen übrig, was aber durch emotionale Momente und gute schauspielerische Leistungen gekittet wird. 4 von 5 Punkten.

Ausflug zu den Serien-Drehorten (I)

Die Serienmacher brüsten sich damit, Außendrehs für die zweite Staffel an 49 Locations in 22 Ortsteilen von Melbourne bzw. Orten im Bundesstaat Victoria angefertigt zu haben. Grund genug, sich zwischendurch vier besonders wichtigen Drehorten zu widmen, die Miss Fishers Mordfällen ihren prägnanten Stempel aufdrücken. Und welcher Schauplatz könnte würdiger sein, die Reihe zu eröffnen, als das Haus, in dem sich die Detektivin niedergelassen hat? In den Romanen und der Serie trägt es die Hausnummer 221B – das kennen wir auch von einer anderen Spürnase; in Wahrheit bringt das Anwesen es „nur“ auf Nummer 114 und steht am Park Drive in der feinen Gegend Parkville unweit der Universität von Melbourne. Die Villa trägt den Namen „Wardlow“ und erweckt mit ihrem Turm, den Balkonen und den roten schmiedeeisernen Geländern einen eigenwilligen, viktorianischen, aber deutlich australisch geprägten Eindruck. „Wardlow“ wurde 1888 für John Boyes, den Besitzer einer Eisengießerei erbaut, wobei die Zierelemente tatsächlich von Boyes’ Firma hergestellt wurden. Bis 1975 im Familienbesitz verblieben (er muss also mit Miss Fisher verwandt gewesen sein ...), befindet sich das Haus bis heute in einem historisch korrekten Zustand. Geschickt wird in den Episoden zwischen Außenszenen vor Ort und Innenaufnahmen im Studio hin- und hergeschnitten.

• Mehr Informationen über Wardlow: The Fabulous Miss Fisher Blog / On My Doorstep
• Nächste Haltestelle: Melbourne, Gatehouse Street / Royal Parade (Straßenbahnlinie 19)

Gubanov Offline




Beiträge: 15.975

02.04.2016 12:50
#38 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · antworten



Miss Fisher’s Murder Mysteries: Murder à la Mode

Episode 18 der TV-Kriminalserie, AUS 2013. Regie: Sian Davies. Drehbuch: Kristen Dunphy (frei nach Kerry Greenwood). Mit: Essie Davis (Phryne Fisher), Nathan Page (Det. John Robinson), Hugo Johnstone-Burt (Hugh Collins), Ashleigh Cummings (Dorothy Williams), Travis McMahon (Bert), Anthony Sharpe (Cec), Richard Bligh (Mr. Butler), Heather Mitchell (Madame Fleuri), Sibylla Budd (Renee Fleuri), Freya Stafford (Genevieve Lamaire), Mark Leonard Winter (Aubrey Wilde), Tessa Lind (Violet Hopkins), Heather Lythe (Frances Wilde), Fiona Macleod (Mrs. Carlyon), Judith Roberts (Mrs. Tippet) u.a. Erstsendung: 4. Oktober 2013.

Zitat von Murder à la Mode
Mord ist in der Umgebung von Phryne Fisher immer en vogue. So kommt es, dass ihre Schneiderin Frances Wilde ausgerechnet in dem Moment mit ihrer Hutnadel getötet wird, als Miss Fisher nebenan ein neues Kleid anprobiert. Unter Verdacht stehen die beiden Leiterinnen der exklusiven Boutique „House of Fleuri“, die in jüngster Zeit einige namhafte Kunden verlor und in der auch sonst reichlich Zwielichtiges geschieht. Die Fleuri-Schwestern sind sich völlig uneins über künftige Designs; außerdem werden von einem mysteriösen G.M. Blumen an den Salon geschickt. Ist G.M. der Mörder?


Nicht nur findet mittlerweile zum wiederholten Mal eine Ausstellung der Serienkleider mit Führungen, Workshops und Tanzabenden statt, auch gewann Miss Fishers Ausstatterin Marion Boyce 2014 einen AACTA-Award für „Beste Kostüme in einer Fernsehsendung“. Für eine Reihe, die so bekannt für ihre Kostüme ist, war es also höchste Zeit, auch einmal eine Episode im Umfeld feiner Stoffe, wetteifernder Designer und tratschender Kunden anzusiedeln. Natürlich fühlt sich Miss Fisher in diesen Kreisen sehr wohl und bewegt sich mit großer Selbstsicherheit, während Dot einige Zweifel an ihrem Kleidungsstil und vor allem an der Aufmerksamkeit von Hugh Collins kommen.

Das sehr exklusive und sehr diskrete House of Fleuri mit seinen stutenbissigen Leiterinnen und geheimen Katalogen bietet einen Schauplatz, der nicht nur attraktiv, sondern auch gefährlich ausfällt. Es wird mit scharfen Pfeilen geschossen (bildlich gesprochen), gestohlen und betrogen, wo man nur hinsieht. Heather Mitchell als Simone und Sibylla Budd als Renee Fleuri bringen die schwesterlichen Zwistigkeiten glaubwürdig zur Geltung, ohne sich dabei gegenüber den anderen Angestellten in den Vordergrund zu drängen. Eine kleine Rolle spielt der um Jahrzehnte jüngere Ehemann des Mordopfers, der seine Frau allerdings tatsächlich liebte und von Miss Fisher demnach nicht als vorteilhafter Gesprächspartner betrachtet wird.

Im Gegensatz zu britischen period-Krimiserien gelingt es „Miss Fisher’s Murder Mysteries“ häufig, Handlungen glaubhaft im städtischen Raum anzusiedeln. Während man sich in England fast exklusiv auf Dörfer und Landsitze flüchtet, weil die historische Handlungszeit dort leichter zu rekreieren ist, scheut sich ABC nicht vor der großen Illusion, Melbourne in eine Zwischenkriegsstadt voller Kutschen, Zeitungsjungen und historischer Ausstattung zu verwandeln. Dabei kommt es manchmal zu kleinen Patzern wie in der Vorgängerepisode, in der man unbedingt die über 100-jährige Achterbahn zeigen wollte, die mittlerweile aber natürlich mit modernen Wagen und Haltegriffen ausgestattet wurde; im Allgemeinen ist es jedoch erstaunlich, welch gute Arbeit das Team bei der Auswahl und Präpariererung der Kulissen leistete. Gerade „Murder à la Mode“ vermittelt tatsächlich das Gefühl, sich mitten in Melbournes Zentrum zu befinden, wohingegen viele andere Episoden eher im Speckgürtel der Vorstädte angesiedelt sind.

Gubanov Offline




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02.04.2016 16:15
#39 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · antworten



Miss Fisher’s Murder Mysteries: Marked for Murder

Episode 19 der TV-Kriminalserie, AUS 2013. Regie: Declan Eames. Drehbuch: John Banas (Vorlage, Kurzgeschichte „The Vanishing of Jock McHale’s Hat“: Kerry Greenwood). Mit: Essie Davis (Phryne Fisher), Nathan Page (Det. John Robinson), Hugo Johnstone-Burt (Hugh Collins), Ashleigh Cummings (Dorothy Williams), Travis McMahon (Bert), Anthony Sharpe (Cec), Richard Bligh (Mr. Butler), Neil Melville (George Sanderson), Daniel Frederiksen (Sidney Fletcher), Dee Smart (Rosie Sanderson), Robert Morgan (Joe McLean), Damien Garvey (Neville Gibbs), Kaiya Jones (Poppy Brown), Brad McMurray (Stan Baines), Benjamin Rigby (Harry „The Hangman“ Harper) u.a. Erstsendung: 11. Oktober 2013.

Zitat von Marked for Murder
Ein gemütlicher Abend im Clubhaus des Football-Vereins Abbotsford findet ein jähes Ende, als man entdeckt, dass der Mannschaftskapitän tot in der Dusche baumelt – gehängt mit einem Schal des gegnerischen Teams, West Melbourne. Sein rücksichtsloses Spiel brachte Harry „The Hangman“ viele Feinde ein und dass er sich zunächst von West Melbourne ausbilden ließ, bevor er zu Abbotsford wechselte, macht die Sache nur noch delikater. Nachdem jeder der Ermittler sich zu seinem Lieblingsverein bekundet hat, können die Untersuchungen beginnen, bei denen nur Phryne über alles sportliche Wetteifern einen kühlen Kopf behält ...


„It is amazing what football does to men“, äußert Miss Fisher lakonisch über die teilweise ins Fanatische auswachsenden Feindschaften zwischen den beiden Stadtvereinen, die der Mord an einem „Überläufer“ nur noch weiter anheizt. Der Episode gelingt es vorzüglich, kleinkarierte Vorurteile und Sturheiten der Fans zu enthüllen, ihnen aber nicht zu viel Platz einzuräumen, da sich gerade bei der internationalen Zuschauerschaft der Serie („Miss Fisher“ wird in 120 Ländern ausgestrahlt) das Parteiergreifen mit den australischen Football-Clubs in überschaubaren Grenzen halten dürfte. Kuriose Randnotiz: Zwar existierte seit 1878 ein „West Melbourne Football Club“, nie jedoch ein Abbotsford-Team.

Die Sandersons tauchen wieder auf dem Plan auf und das Drehbuch nutzt geschickt die Möglichkeit, den aus dem Staffelpiloten noch unschuldig verdächtigten Polizeipräsidenten zum Unsympathen auszubauen, der das „falsche“ Team unterstützt und Miss Fisher rät, sich schnell aus der Wache zu verflüchtigen. Demgegenüber erhält Tammy Macintosh (Dr. Mac) einen Credit für die Folge, ist aber weit und breit nirgends zu sehen. Vielleicht wurde ihre Szene in der Nachproduktion entfernt?

„Marked for Murder“ basiert lose auf einer Kurzgeschichte aus dem Band „A Question of Death“ und startet mit dem Hutdiebstahl aus der Vorlage auf eine kuriose Weise. Der Duschmord ist da schon deutlich abgebrühter und die Methode, die zu Harrys Tod führte, erweist sich im Nachhinein als raffiniert ausgetüftelt. Leider belässt die Episode es nicht dabei, sondern schustert noch einen zweiten, plumperen Mord hinein, um die Spielzeit zu füllen, von der weder die Folge als ganze noch die Auflösung besonders profitieren. Zum Motiv des Mörders hätte eine Einzeltat besser gepasst – „Marked for Murder“ versucht auf den letzten Metern nämlich, mit einer traurigen Hintergrundgeschichte jene betroffen machende Stimmung zu schaffen, die sich so häufig hinter Verzweiflungstaten verbirgt, auf dem Footballplatz aber nur schwerlich aufkommen kann.

Gubanov Offline




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03.04.2016 10:45
#40 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · antworten



Miss Fisher’s Murder Mysteries: Blood at the Wheel

Episode 20 der TV-Kriminalserie, AUS 2013. Regie: Sian Davies. Drehbuch: Michelle Offen (frei nach Kerry Greenwood). Mit: Essie Davis (Phryne Fisher), Nathan Page (Det. John Robinson), Hugo Johnstone-Burt (Hugh Collins), Ashleigh Cummings (Dorothy Williams), Travis McMahon (Bert), Anthony Sharpe (Cec), Richard Bligh (Mr. Butler), Tammy Macintosh (Dr. Mac), Rachael Blake (Ailsa Wilton), David Roberts (Lachlan Pepper), Nikita Leigh Pritchard (Millie Wilton), Rohan Browne (Claude Haynes), Annie Stanford (Gertrude „Gertie“ Haynes), Shaun Gross (Antony Rose), Scott Harrison (Wal) u.a. Erstsendung: 18. Oktober 2013.

Zitat von Blood at the Wheel
Vor dem großen Rennen des Automobilclubs von Victoria steuert die einzige weibliche Starterin, Gertie Haynes, geradewegs ins Verderben: Jemand hat ihren Wagen manipuliert, sodass sie ins Schleudern gerät und gegen einen Baum prallt. Kurioserweise stellt sich bei der Obduktion heraus, dass der Zusammenstoß nicht die Todesursache war, sondern dass Gertie anschließend erwürgt wurde. Ist die Motorpionierin einem Komplott zum Opfer gefallen? Oder standen persönliche Motive im Vordergrund? Miss Fisher findet jedenfalls heraus, dass Gertie mit dem Lenkrad besser als mit einigen ihrer Bekannten umgehen konnte ...


Wenn Frauen auch in der heutigen Zeit noch mit polemischen Pauschalisierungen zu kämpfen haben, dann beziehen diese sich nur allzu gern auf die Frage, ob den Damen hinterm Steuer eines Autos nicht eher zu misstrauen sei. Kein Wunder, dass die Skepsis im Jahr 1929 noch ein Stück weiter reichte und der Automobilclub-Präsident ernsthaft vorschlägt, Frauen nur noch in Begleitung eines fachkundigen Mannes einen Wagen lenken zu lassen. Phryne to the rescue! Die als wagemute Fahrerin eines 1924er Hispano-Suiza bekannte Detektivin steckt mit den rallyefahrenden Frauen schon vor Gerties Tod unter einer Decke, beteiligt sich als Sponsorin des Rennstalls und bietet nach der Tragödie – man ahnt es – ihre Dienste als Ersatzfahrerin an.

Die Folge versteht es glänzend, über PS-Messerei hinaus ganz große Dramen zu schildern. Sowohl die überzeugende Erklärung für den Mord als auch Jacks schaurige Befürchtungen, hinter dem Steuer des Unglücksautos die geschätzte Freundin und Detektivkollegin zu finden, sorgen für einen nachklingenden Tiefgang, wie ihn nur die besseren Folgen der Serie aufweisen. Da überrascht, dass ausgerechnet an dieser Episode offenbar lange herumgedoktort wurde: Findet man bei den anderen Episoden immer nur den Namen eines Drehbuchautors, so fügten bei „Blood at the Wheel“ drei erfahrene Serienhasen dem Script von Gastschreiberin Michelle Offen „additional material“ hinzu – davon merkt man im Endergebnis, in dem sich tragische mit urkomischen Szenen abwechseln nichts! So darf Miss Fisher ihr Sprachtalent demonstrieren und einige Sätze auf Russisch vortragen. Dass diese nicht im Geringsten zur Situation passen, in der sie fallen, bemerkt außer dem Untertitel mitlesenden Zuschauer niemand – das nennt man dann wohl sicheres Auftreten bei totaler Ahnungslosigkeit.

Für den Dreh der Autoparcours-Szenen versammelte man in Werribbee bei Melbourne eine erstaunliche Anzahl von Schätzchen lokaler Oldtimer-Sammler, die das Finale der Folge zu einem Leckerbissen für Freunde alter Automobil-Baukunst machen. Hier dient das Sujet der Folge aber nicht nur dem optischen Vergnügen oder bloßem Abwechslungsreichtum, sondern nach längerer Pause wieder einmal einer richtigen Emanzipationshaltung. Essie Davis fasst zusammen: „After the First World War so many men died or were injured, so it gave women great opportunities to work as mechanics or in other fields where there had been before only men. And Dot, as conservative and insulated a life as she’s let, she does reveal in yet another one of her brilliant undercover agent modes that a sewing machine is as tricky to drive as a vehicle.“ [8]

[8] Behind the scenes with cast and crew. The cars. DVD-Dokumentation zu Staffel 2.

Gubanov Offline




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03.04.2016 11:35
#41 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · antworten

Miss Fishers Lieblinge (VI)
Every mystery needs a leading lady!


18. Murder à la Mode | Haute couture trifft niedere Instinkte: Aus dem im ersten Blick eher harmlos erscheinenden Modemilieu holt die fünfte Folge der zweiten Staffel jeden nur erdenklichen Konflikt heraus, sodass zwischen Satin und Kratzbürste, zwischen Modenschau, Mord, Schmuggel und Plagiaten nur Wimpernschläge liegen. 5 von 5 Punkten.

19. Marked for Murder | Die Football-Folge beginnt atmosphärisch, verläuft sich dann aber in Mannschaftszwistigkeiten und Füllszenen. Dem steht die fantasievollste Mordmethode seit „The Green Mill Murder“ gegenüber. Man muss das Flair von Sportplatz und Clubhaus mögen, um diese Folge zu seinen Lieblingen zählen zu können. 4 von 5 Punkten.

20. Blood at the Wheel | Starke dramatische Momente und ausgesprochen gut gelungener Humor kommen mit einem interessant konstruierten Mord und einer engagierten, nicht aufgesetzten Gleichheitsbotschaft zu einer besonders starken Folge zusammen, in der Phryne und Jack sich über ihre Gefühle aussprechen müssen. 5 von 5 Punkten.

Ausflug zu den Serien-Drehorten (II)

Als Miss Fisher ganz zu Beginn der Serie nach Australien zurückkehrt, kommt sie vor ihrem Hauskauf zunächst in einer Hotelsuite unter. Diese befindet sich im renommierten „Hotel Windsor“, das sich rühmen darf – man führt das Eröffnungsjahr 1883 ganz stolz über dem Namen und in größerem Satz –, das einzige Hotel dieser Altersklasse in Australien zu sein. Das Windsor mit der Adresse 111 Spring Street (direkt gegenüber des Parlamentsgebäudes von Victoria) gab es schon, als das Ritz in London und das Waldorf Astoria in New York noch kühne Zukunftspläne waren. Zukunftspläne gefährdeten fast hundert Jahre später dann auch den Fortbestand des Etablissements, als man in den 1970er Jahren einen modernen Büroturm nach Abriss der alten Bausubstanz auf dem Grundstück plante, was von der Bundesregierung Victoria allerdings durch Ankauf der Liegenschaft verhindert wurde. So kann man auch heute noch wie Phryne logieren (das Fünf-Sterne-Haus verspricht „timeless Victorian charm“ und „unparalleled service“), wenn man bereit ist, je nach Zimmerkategorie zwischen 208 und 648 australische Dollar pro Übernachtung zu berappen.

• Mehr Informationen über das Windsor-Hotel: The Fabulous Miss Fisher Blog / Geschichtliches auf der Hotel-Website
• Nächste Haltestelle: Spring Street / Bourke Street (Straßenbahnlinien 35, 86, 95, 96)

Gubanov Offline




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03.04.2016 21:45
#42 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · antworten



Miss Fisher’s Murder Mysteries: The Blood of Juana the Mad

Episode 21 der TV-Kriminalserie, AUS 2013. Regie: Peter Andrikidis. Drehbuch: John Banas (Vorlage, Kurzgeschichte „The Hours of Juana the Mad“: Kerry Greenwood). Mit: Essie Davis (Phryne Fisher), Nathan Page (Det. John Robinson), Hugo Johnstone-Burt (Hugh Collins), Ashleigh Cummings (Dorothy Williams), Richard Bligh (Mr. Butler), Tammy Macintosh (Dr. Mac), Andrea Demetriades (Beatrice Mason), Nicholas Hope (Geoffrey Spall), Lewis Fitz-Gerald (Professor Bradbury), Jared Daperis (Charlie Street), William Ewing (Amos Oliver), Greg Attrill (Professor Martin Katz), Richard Anastasios (Student), Craig Bradshaw (Student) u.a. Erstsendung: 25. Oktober 2013.

Zitat von The Blood of Juana the Mad
Manchmal müssen Dr. Macs Medizinstudenten ihr Fachwissen an einem Leichnam demonstrieren. Zu dumm, dass die zu Übungszwecken aufgetischte Leiche die des Professors Katz ist und diesem offenkundig vor nicht allzu langer Zeit die Kehle durchschnitten wurde! Dr. Mac ruft sowohl Phryne Fisher als auch Jack Robinson an die Universität, damit sie gemeinsam den Verantwortlichen für diesen Mord aufspüren können. Doch Jack ist nach allem anderen als nach Kollaboration zumute. Die Wahrheitsfindung wird zudem durch die Tricks, Macken und Lügen der Studenten und Professoren behindert ...


„Miss Fisher’s Murder Mysteries“ mag eine abwechslungsreiche und sprühend kreative Serie sein; die oft eher traditionellen und wenig einfallsreichen Folgentitel spiegeln das leider nicht unbedingt wider. „The Blood of Juana the Mad“ ist da der klare Ausreißer in Staffel 2, bei dem man sich augenblicklich über die Geschichte Gedanken macht, die wohl hinter diesem kuriosen Namen stecken mag. Leider löst Folge 21 nicht alle blumigen Erwartungen ein, denn während die Ausgangslage sehr reizvoll erscheint, verlaufen sich die Geschehnisse an der Uni recht schnell eher in unauffälligem Mittelmaß: Einigermaßen enttäuschend fallen Jacks anhaltende Bockigkeit und vor allem die Figur der von Juanas „book of hours“ besessenen Studentin Beatrice Mason aus, mit deren krankhaft zwanghaftem Auftreten man wohl inklusive Gedanken verfolgte, die aber sehr ungehobelt und unnötig affektiert erscheint und einem bald das Interesse an dem legendenumwobenen Buch vergällt, dessen Bedeutung zu allem Überfluss nie so recht erklärt wird.

Wenn man sich erst einmal mit der auch von Hugh Collins gestellten Frage arrangiert hat, was die Studenten da eigentlich alles treiben und warum Beatrice Mason lieber Lettern aus einer alten Heiligenschrift abmalt, anstatt etwas über Krankheiten und Behandlungsmethoden zu lernen, wird man mit einigen herrlich fantastischen Wendungen belohnt, die von Spionage bis zu zweifelhaften kraniometrischen Ideologien reichen und in ein temporeiches, versöhnliches Finale münden. In dieser Beziehung wird immerhin geliefert, was vom Titel abzuleiten war: eine nicht allzu ernstzunehmende, abwechslungsreiche und spektakuläre Räuberpistole. Auch weiß der historische Campusschauplatz mit seinen Laubengängen, dem Innenhof, dem Wechsel zwischen mondänen Hallen und Fluren und kleinen Büros und Studierzimmern zu erfreuen.

Hatte man am Ende von „Blood at the Wheel“ vermutet, das Problem zwischen Jack und Phryne sei geklärt, so zieht es noch immer weitere Kreise als gedacht. Das Gesetz der Unterhaltungsbranche erfordert wohl, dass von Serienfans besonders geschätzte Romanzen generell nie zu sicher scheinen dürfen und immer ein bisschen Liebeskummer eingestreut werden muss. So wird die sonst so eloquente und hochbeliebte Phryne diesmal teilweise mächtig ins Aus geschossen, was das Drehbuch gekonnt mit Parallelen zur Benachteiligung bzw. Bevorzugung gewisser Personenkreise oder Einstellungen an der Universität auffängt und damit handlungsrelevant macht. Ähnlich wie in der Vorgängerfolge wird hier mehr als ein Krimi erzählt, der zusätzliche Gehalt aber geschickt versteckt.

Gubanov Offline




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04.04.2016 13:10
#43 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · antworten



Miss Fisher’s Murder Mysteries: Framed for Murder

Episode 22 der TV-Kriminalserie, AUS 2013. Regie: Peter Andrikidis. Drehbuch: Chris Corbett (frei nach Kerry Greenwood). Mit: Essie Davis (Phryne Fisher), Nathan Page (Det. John Robinson), Hugo Johnstone-Burt (Hugh Collins), Ashleigh Cummings (Dorothy Williams), Travis McMahon (Bert), Anthony Sharpe (Cec), Richard Bligh (Mr. Butler), Craig Hall (Jefferson Clarke), Hamish Michael (Raymond Hirsch), Jane Harber (Clara Whiting), Richard Sutherland (Gordon Thackaway), Stephanie King (Lily Luscombe), James Beck (Vernon Palmer jr.), Alan Kieman (Donald Everton), Ben Sofowora (Slave Leader) u.a. Erstsendung: 1. November 2013.

Zitat von Framed for Murder
Die Kamera läuft, das Blut ebenfalls: Bei den Filmdreharbeiten zu einem Historienepos in den Tuckerbag Studios geschieht ein schreckliches Unglück – der Hauptdarsteller wird unabsichtlich mit zwei Speren aufgespießt. Doch ein bloßer Zufall kann schnell ausgeschlossen werden: Das Opfer wurde betäubt und in Position für sein Ableben gesetzt. Jack und Phryne erfahren, dass das Filmbusiness eine unangenehme Branche sein kann, in der nicht jeder das Ableben des leading man bedauert. Der Produzent, der unter Hauptverdacht gerät, muss sich währenddessen mit der wackelnden Finanzierung seines Traumprojekts herumschlagen ...


Große Neuerungen warfen ihre Schatten voraus, als Miss Fisher sich entschloss, ihrem Kindheitsfreund Raymond Hirsch bei der Realisierung von „The Bride of Babylon“ finanziell unter die Arme zu greifen: Ausgerechnet in den Jahren des Wechsels vom Stumm- zum Tonfilm sind „Miss Fisher’s Murder Mysteries“ angesiedelt, sodass die Folge zusätzlich zu den üblichen Intrigen an einem Filmset auch den Streit zwischen Traditionalisten („Not every film has to be The Jazz Singer. Surely, there’s still room for a historical epic free from idle chatter.“) und den Befürwortern der fortschrittlichen Technik thematisiert, wobei die australische Filmbranche als noch in den Kinderschuhen steckend gezeigt wird und die großen Impulse von den Vertragspartnern aus Amerika ausgehen. Phryne schreckt das nicht ab: „I prefer the local product to the import“, bekräftigt sie.

Während aus der Homosexualität eines Charakters in der Staffel-1-Folge „The Green Mill Murder“ noch eine große Schau gemacht wurde, beschränkt sich „Framed for Murder“ auf dezente Hinweise über die Zuneigung zwischen dem Produzenten Hirsch und seinem Kollaborateur aus Hollywood, dem man zum ersten Mal an Hirschs Privatpool begegnet (dem, der eigentlich zu Tante Prudence’ Anwesen gehört – das ist eine gewisse Inkonsistenz). Ebenso wie bei Macs Orientierung kann es als Zeichen von Fortschritt gewertet werden, dass Andersartigkeit keinen stamp of approval benötigt und auch einmal nur „einfach so“ und sogar bei undurchsichtigen Figuren existieren kann, ohne ein großes Drama daraus zu schustern. Weniger erfreut zeigten sich einige Tugendwächter über die Rolle des dunkelhäutigen Filmstatisten, der als Sklavendarsteller ausgepeitscht wird und später in Phrynes Bett landet. Die Provokation ist geglückt und belehrt auch diejenigen eines Besseren, die behaupten, „Miss Fisher“ hätte in Staffel 2 ihren speziellen Biss verloren.

Auch der Rest der Folge überzeugt – die ungewöhnliche Mordmethode ist nur der Anfang; gerade im Finale begegnen wir einem noch ausgefeilteren Anschlag. Der große Verdächtigenkreis und das für optisch stimmige Aufnahmen regelrecht geschaffene Filmstudio sorgen für anhaltende Spannung und die von der Serie gewohnte opulente Handschrift. Eine Ausnahme macht „Framed for Murder“ allerdings im Abspann, der diesmal nicht einfach mit Schwarzbild, sondern in Form einer alten, flackernden Stummfilmtafel gestaltet ist. Eine nette Idee, die einen starken Fall in einem für Miss Fisher (und die ebenfalls, wenn auch in sehr unterschiedlichen Genres, begeisterten Filmfans Hugh und Dot) ausgesprochen passenden Umfeld ironisch abrundet.

Gubanov Offline




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04.04.2016 20:30
#44 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · antworten



Miss Fisher’s Murder Mysteries: Death on the Vine

Episode 23 der TV-Kriminalserie, AUS 2013. Regie: Catherine Millar. Drehbuch: Chris Corbett (frei nach Kerry Greenwood). Mit: Essie Davis (Phryne Fisher), Nathan Page (Det. John Robinson), Hugo Johnstone-Burt (Hugh Collins), Ashleigh Cummings (Dorothy Williams), David Field (Sergeant Ford), Geneviève Picot (Valma Brightwell), Geoff Morrell (Bob Ryan), Kerry Walker (Ida Voigt), James Saunders (Erik Voigt), Ramona von Pusch (Flora Ford), Luke Clayson (Frank Ford), Joss Gower (Oskar Voigt), Gavin van der Meer (Mikael Voigt) u.a. Erstsendung: 8. November 2013.

Zitat von Death on the Vine
Trotz des Weinfestivals spürt Phryne Fisher eine feindsinnige Atmosphäre im Dörfchen Maiden Creek, wo man ganz und gar nicht erfreut ist, als sie im Auftrag ihres soeben verstorbenen Klienten Fragen über einen Jahre zurückliegenden Mord stellt. Nicht einmal der örtlichen Polizei kann man vertrauen, sodass Jack und Hugh ebenfalls einen Abstecher aufs Land machen müssen. Gemeinsam gehen die Spürnasen dem Geheimnis, das die Dorfgemeinschaft gegen Fremde so gut wie möglich zu verteidigen versucht, auf den Grund. Es geht um den Krieg und um die deutsche Familie Voigt, die das Weingut leitet ...


Ausnahmsweise wird Miss Fisher diesmal tatsächlich in ihrer rein beruflichen Kapazität als Detektivin zur Untersuchung eines Verbrechens abberufen, von dem sie persönlich nur insofern betroffen ist, als – das altbekannte Sherlock-Holmes-Phänomen – ihr Auftraggeber noch leben könnte, wenn sie ihm schneller zur Seite gestanden hätte. Trotz professioneller Distanz zu den Vorgängen in Maiden Creek bewegt sich die Spannung auf einem hohen Niveau, gerade weil die Dorfbewohner nicht nur verstockt sind, sondern offenkundiges Missfallen über die Anwesenheit der Städterin und ihre Neugier äußern. Der Polizist Ford droht Phryne sogar unverhohlen mit Worten und Waffe; außerdem gibt es eine unvorhergesehene, unangenehme Überraschung in der Hotelzimmer-Schublade ...

Die Sprache fällt erneut auf den Krieg, der auch hier wieder als Auslöser von lang anhaltenden körperlichen und seelischen Schäden gezeigt wird, was der Folge eine eher ernstere Natur verleiht. Die (mittlerweile stark dezimierte) deutsche Winzerfamilie steht dabei im Mittelpunkt des Interesses, wobei gegen die Versuche, die „Krauts“ pauschal zu diskreditieren, hier ein Widerspruch eingelegt wird, wie man ihn aus undifferenzierteren History-Krimiserien nicht kennt. Recht deutlich – leider nicht ganz ohne Melodramatik – wird vermittelt, dass es verheerende Folgen haben kann, Vorurteile auf Grundlage nationaler Befindlichkeiten zu hegen. Jack entpuppt sich derweil als Sprach- und Literaturkenner (Rilke), Miss Fisher begibt sich mit dem Winzer sogar auf Tuchfühlung – wenn das keine doppelte Rehabilitation ist!

Zwar kommen Motiv und Identität des Hauptverbrechers als Überraschung, die Folge hätte allerdings von einem größeren Rätselfaktor auch um die Methode der Ermordnung Oskar Voigts profitieren können. Zudem bekommt man das Gefühl, dass die Erläuterungen nach der Überführung des Schuldigen und der Mitwisser etwas zu lang ausfallen – vielleicht ist man diesbezüglich aber auch nur von den sonst sehr treffsicheren Schlussminuten der „Miss Fisher“-Folgen verwöhnt. Und es ist ja nicht so, als hätte „Death on the Vine“ am Ende nicht noch einen ganz besonderen Trumpf im Ärmel: eine Szene, auf die es sich stimmigerweise tatsächlich anzustoßen lohnt ...

Gubanov Offline




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04.04.2016 21:45
#45 RE: Miss Fisher's Murder Mysteries (2012-...) Zitat · antworten

Miss Fishers Lieblinge (VII)
Every mystery needs a leading lady!


21. The Blood of Juana the Mad | Die verkehrte Leiche auf dem Sektionstisch, ein auf mysteriöse Weise verschwundenes Buch und ein Spion an der Universität. Was sich vielversprechend anhört, fällt diesmal dem Serienprinzip zum Opfer: Wo „Miss Fisher“ sonst unverkrampft das Richtige tut, ist diesmal zu viel Hyperkorrektheit, stellenweise sogar etwas Langeweile im Spiel. 4 von 5 Punkten.

22. Framed for Murder | Miss Fisher findet eine neue berufliche Erfüllung auf dem Regiestuhl – nicht nur das Herumkommandieren, sondern auch das schillernde Filmgewerbe liegt ihr. Mit Esprit inszenierte Hommage an das frühe australische Tonfilmgeschäft, bevölkert von verschiedenartigen Verdächtigen und ironische Insiderwitzen. 5 von 5 Punkten.

23. Death on the Vine | Inhaltlich eher simple, aber sehr atmosphärische, teils bedrohliche Episode, die über den eigentlichen Fall hinaus sehr wichtig für die Fortentwicklung der Serien-Regulars ist. Das Dorf inmitten des Weinanbaugebiets erstrahlt in warmen grün-roten Herbstfarben. 4,5 von 5 Punkten.

Ausflug zu den Serien-Drehorten (III)

Die Frage, wo eigentlich das Polizeirevier „City South“ liegt, ist nicht mit einem einzelnen Drehort zu beantworten. Bei aller Konsequenz, die die Macher der Serie an den Tag legten, kehrten sie für die Aufnahmen des Exterieurs der Wache ab Staffel 2 nicht mehr an den ursprünglichen Schauplatz zurück, sondern suchten aus unbekannten Gründen einen neuen. Das Studioset für die Innenaufnahmen hingegen blieb weitgehend unangetastet. Das funktioniert, weil von außen immer nur Teile der jeweiligen Fassaden gezeigt werden, die beide eine vergleichbare architektonische Handschrift tragen. Grund für die Ähnlichkeit: Es handelt sich um Verwaltungsgebäude aus der Viktorianischen Ära (die im Übrigen noch wesentlich ausladender und prunkvoller sind, als man beim Anblick der kurzen Außenszenen vermuten würde); beide beherbergen bis heute zwar keine Polizeistationen, wohl aber Stadtteilrathäuser im Osten bzw. Süden von Melbourne. In der ersten Staffel sieht man die an die Stanton Street grenzende Seitenfront des Rathauses von Collingwood. Zwischen „King Memses’ Curse“ und „Murder Most Scandalous“ zogen Robinson und Collins dann nach South Melbourne um, wo sie auf der Rückseite des Rathauses in der Daly Street untergebracht sind. Die große Halle im ersten Stock, die hoch über die Seitenflügel hinausragt, wird von der nationalen Musikakademie genutzt. Wenn die Polizisten da ’mal in Ruhe kombinieren können ...

• Mehr Informationen über die Polizeireviere: Miss Fisher Ramblings (Staffel 1) / Miss Fisher at Home (Staffel 2)
• Nächster Bahnhof (Staffel 1): Collingwood (Metro Trains)
• Nächste Haltestelle (Staffel 2): Dorcas Street / Clarendon Street (Straßenbahnlinie 112)

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