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Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 699 mal aufgerufen
 Filmbewertungen
Georg Online




Beiträge: 3.049

16.12.2012 17:11
Bewertet: "Marriage of Convenience" (1960, Merton Park) Zitat · Antworten

Marriage of Convenience
Großbritannien 1960
Regie: Clive Donner, Drehbuch: Robert Stewart
Darsteller: John Cairney, Harry H. Corbett, Jennifer Daniel, Russel Waters u. v. a.

Vor einem Standesamt wartet eine junge Frau auf ihren Bräutigam. Es ist der hinter Gittern sitzende Larry Wilson, der für den schönsten Tag in seinem Leben das Zuchthaus verlassen darf. Was niemand ahnt ist, dass die Zeremonie nur der Flucht Larrys dienen soll. Tatsächlich gelingt dies. Sein nunmehriges Ziel ist es, die Sekretärin der Bank zu finden, die damals seine Komplizin beim Raubüberfall war und die vom Geldversteck weiß. Doch die Frau ist verschwunden und Larry muss sie suchen, während er selbst gejagt wird.

Im Wallace-Lexikon steht, dass der Film auf dem Roman The Three Oak Mystery (Bei den drei Eichen) basiert. Das kann schwer sein, denn inhaltlich passt weder von der Figurenkonstellation noch von der Dramaturgie oder Geschichte irgendwas mit Wallace' Story, die mir bis heute als bestes aller Werke im Kopf geblieben ist, zusammen. Kann es sein, dass hier im Wallace-Lexikon einfach ein Fehler gemacht wurde? Wenig wahrscheinlich, dass man sich schon beim 2. Film der Reihe nicht auf einen Wallace-Stoff bezog, sondern eine "freie" G drehte.
Doch nun zum Film: die Handlung ist an und für sich ein 08/15-Stoff, der doch mit Tempo umgesetzt wird und in anderen Filmen schon wesentlich schlechter gezeigt wurde. Kein Whodunit, aber die Darsteller und die schönen Außenaufnahmen samt Bildgestaltung sorgen für eine angenehme britische Krimiatmosphäre. Kein Highlight dank der streckenweise etwas durchhängenden Inszenierung, aber an einigen Stellen dafür wieder nicht schlecht. Die Titelrolle mit John Cairney als Larry Wilson ist gut besetzt. Ein bisschen besser als Durchschnitt.

Gubanov Offline




Beiträge: 16.129

16.12.2012 17:15
#2 RE: Bewertet: "Marriage of Convenience" (1960, Merton Park) Zitat · Antworten

Naja, die Merton-Park-Reihe ist nicht gerade für ihre Originaltreue bekannt. Der Plot scheint aber tatsächlich eher an "Der Engel des Schreckens" als an "Bei den drei Eichen" zu erinnern, was aber noch kein Beweis dafür ist, dass der Film nicht eigentlich eine sehr kreative Auslegung des letztgenannten Romans sein könnte.

Gubanov Offline




Beiträge: 16.129

13.07.2013 16:12
#3 RE: Bewertet: "Marriage of Convenience" (1960, Merton Park) Zitat · Antworten



The Edgar Wallace Mysteries: Marriage of Convenience
Kriminalfilm, GB 1960. Regie: Clive Donner. Drehbuch: Robert Banks Stewart (Buchvorlage „The Three Oak Mystery“, 1924: Edgar Wallace). Mit: Harry H. Corbett (Inspector Bruce), John Cairney (Larry), John van Eyssen (John Mandle), Jennifer Daniel (Barbara Blair), Moira Redmond (Tina), Russell Waters (Sam Spencer), Trevor Reid (Superintendent Carver), Howard Goorney (Zwiebelhändler), Alexander Archdale (Polizeipräsident), Geoffrey Denton (uniformierter Polizist) u.a.

Zitat von The Edgar Wallace Mysteries: Marriage of Convenience
Bevor er seiner angeblichen Braut das Jawort geben kann, türmt der Bankräuber Larry vor der Polizei. Er hat den Plan ausgearbeitet, um schneller an die Beute zu kommen, die von Tina, einer Banksekretärin, gehütet wird. Als Larry sich in Tinas Wohnung aufmacht, stellt er fest, dass sie mit dem Geld verschwunden ist. Sie hat den ehemaligen Yard-Ermittler John Mandle geheiratet. In einer atemberaubenden Flucht vor der Polizei macht sich der gehörnte Dieb auf die Suche nach seinen Komplizen ...


Auch wenn die Besetzungsliste von Harry H. Corbett angeführt wird, so spielt eigentlich John Cairney die Hauptrolle in diesem man on the run-Thriller, in dem Cairney über weite Strecken den Polizisten als strahlender Held aussticht. Wagemut und Cleverness sprechen für den Gauner – doch im Laufe seiner Flucht geht er immer brutaler und verbissener zu Werke, sodass er letztlich seine Sympathien in einer Art Rachefeldzug verspielt und folgerichtig durch den Arm des Gesetztes aufgegriffen wird.
Wann immer das Schema „Gangster jagt Gangster“ ausgepackt wird, entstehen fesselnde Szenen, die hier, wie Georg bereits erwähnte, besonders ansehnlich geraten sind. Die Geschichte wird vor dem Hintergrund malerischer südenglischer Dörfer platziert, der die Vorfälle auffängt und ein gewisses Gefühl von Geborgenheit vermittelt, auch wenn Larry – in der Öffentlichkeit stets wie auf dem Präsentierteller – vor der Polizei alles andere als geborgen ist. Mit Jennifer Daniel und Moira Redmond (die hier wie auch in „Partners in Crime“ gemeinsam mit dem schmierigen John van Eyssen auftritt) werden zwei sehr unterschiedliche Frauentypen gezeigt, denen jedoch gemein ist, dass sie – auch wenn sie sich auf die eine oder andere Weise mit Larry einlassen – eigentlich keine schlechten Menschen sind.
Die Quellen, die „The Three Oak Mystery“ als Vorlage für „Marriage of Convenience“ identifizieren, erwecken vielleicht beim unbedarften Zuschauer eine falsche Erwartungshaltung, behalten im Endeffekt aber Recht. „Marriage of Convenience“ gehört zu jenen Verfilmungen, die sich ihres zugrundeliegenden Roman nur in sehr groben Zügen bedienen, weshalb die Handlung tatsächlich kaum an „Bei den drei Eichen“ erinnert. Ich wiederhole die Parallelen, die die Eingangssequenz zu „The Angel of Terror“ aufweist, muss aber gleichzeitig auch anerkennen, dass das Element des Bankraubs als Auslöser für weitere Verbrechen ebenso wie die einigermaßen übernommene Figur des John Mandle eher für die Richtigkeit der altbekannten Angaben spricht. Auch erinnert die Festung im Küstenörtchen St. Gerrard entfernt an die versteckte Unterkunft im Pfuhl im Moor, der im Original-Wallace eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Wie später so oft bei Merton Park begannen die Gemeinsamkeiten offenbar schon in einer sehr frühen Phase der Filmreihe eher interpretatorischer als werkgetreuer Natur zu sein.


Ansprechend fotografiertes Versteckspiel, in dem ein gesuchter Verbrecher „sein“ Geld wieder einzutreiben versucht. Durch die sympathische Verkörperung der Hauptrolle ist das Mitfiebern gewiss – auch das Aufsehen erregende Finale ist von überdurchschnittlicher Qualität. 4 von 5 Edgars.

Bildergalerie mit acht Aushangfotos zum Film

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