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Dieses Thema hat 53 Antworten
und wurde 7.359 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker national
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Josh Offline




Beiträge: 7.923

15.04.2014 20:20
#46 RE: Bewertet: diverse TV-Krimis von Pidax Zitat · Antworten

Sehe ich genauso, die Qualität der Scheibe sollte auch beurteilt werden, ich möchte gerne wissen, ob die DVD in meine Sammlung wandern soll, oder eventuell eine TV-Aufnahme reicht.

Matze K. Offline



Beiträge: 1.058

27.07.2014 19:43
#47 RE: Bewertet: diverse TV-Krimis von Pidax Zitat · Antworten


Eine Tote soll ermordet werden:
Kam günstig zu mir nach Hause und darf auch bewundert werden. Die Kamera wieder schon im Fernsehspiel-Stil. Die Story interessant und als leicht über den Durchschnitt zu bewerten. Siegfried Lowitz in jeder Szene zu sehen, na fast - sagen wir 95 %. Wegen der Farbe und einigen Längen gibts 4 von 5 Punkten.


Tagebuch eines Frauenmörders:
Ein leicht absurder Film von der Story her. Aber passt sehr gut zur Pidax-Reihe - wie Spuk im Morgengrauen oder Kopf in der Schlinge. Er ist sehr satirisch über die Medien und die Suche nach immer neuen verrückten Stories. Gibt 4,5 von 5 Punkten von mir, denke etwas Luft nach oben muss auch mal sein.


Zehn Prozent:
Ist an sich kein Krimi, das ist aber auch das einzige Manko an diesem Film. Es macht viel Spaß eine solche gesellschaftliche Satire zu sehen. Es gibt keine Längen. Der Zuschauer wird mitgerissen. Ist plötzlich selbst Politiker und kommt aus dem Kopfschütteln nicht heraus. Ist ein Schatz der Film, kann man nur empfehlen = 5 von 5 Punkten.

Mein Pidax Zwischenstand wäre:

5,00 Punkte Spuk im Morgengrauen
5,00 Geisterzug
5,00 Zehn Prozent
4,50 Kopf in der Schlinge
4,50 Tagebuch eines Frauenmörders
4,00 Eine Tote soll ermordert werden
3,75 Konto ausgeglichen
3,50 Schritte in der Nacht

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Immer wenn du lügst, muss Jesus Blut weinen.
(Todd Flanders)

Cora Ann Milton Offline




Beiträge: 5.110

13.08.2014 18:48
#48 Bewertet: diverse TV-Krimis von Pidax Zitat · Antworten

"Der Spinnenmörder"

Deutschland 1978

Kriminalkomödie von Mary Roberts Rinehart und Avery Hopwood

Deutsche Übersetzung: Jürgen Scheschkewitz

Regie: Gerhard Klingenberg

Darsteller: Dietmar Schönherr (Chefinspektor Anderson), Alma Seidler (Cornelia Gorder), Uta Sax (Dale Ogden), Monika John (Lizzie Allan), Billy (Kurt Conradi), Frank Hoffmann (Brooks), Peter Arens (Doktor Wells),Volker Brandt (Richard Fleming), Klaus Abramowski (Joshua Beresford), Karl Walter Diess (ein Mann)


“Du kannst ja gar nicht denken. Also setz dich hin und denk an gar nichts.”
(Cornelia Gorder)

“Spinne am Morgen bringt Kummer und Sorgen. Spinne zur Nacht hat den Tod gebracht.”
(Lizzie Allan)

“Heute bringt mich keiner ins Bett ...”
(Lizzie Allan)
“Ich glaube auch kaum, dass einer die Absicht hat ...”
(Cornelia Gorder)

“Ich schwöre, hier passiert was schreckliches.”
(Lizzie Allan)
“Todsicher, wenn du nicht endlich den Mund hälst!”
(Cornelia Gorder)

“Wir werden ja sehen, junger Mann.”
(Cornelia Gorder)
“Oh, vielen Dank!”
(Chefinspektor Anderson)

“Darf ich Sie jetzt bitten, mir zu sagen, wo ich meine Zahnbürste parken kann.”
(Chefinspektor Anderson)

“Also, ich würde nicht gerade sagen, dass jemand seine Zukunft ruiniert, wenn er eine Million Pfund Sterling kassiert.”
(Chefinspektor Anderson)

“Sie schießen sich ein?”
(Chefinspektor Anderson)
“Ja, täglich.”
(Cornelia Gorder)
“Macht es Ihnen etwas aus, zunächst einmal die Leiche zuzudecken?”
(Cornelia Gorder)

“Er kam also durch die Tür, sagte etwas übers Wetter und wurde von der Galerie her erschossen ...”
(Chefinspektor Anderson)

“Hier haben Sie Ihre Kanone, falls Sie sich morgen wieder einschießen wollen.”
(Chefinspektor Anderson)

“Miss Gorder, Sie lesen zuviele Kriminalromane!”
(Chefinspektor Anderson)
“Ich bin nur eine kleine Schülerin in Ihren großen Fußstapfen, Mr. Anderson.”
(Cornelia Gorder)
“Ich bin ergriffen!”
(Chefinspektor Anderson)

“Miss Gorder, haben Sie schon einmal versucht, Pfeife zu rauchen, wenn Sie nachdenken wollten? Es regt an.”
(Chefinspektor Anderson)

“Wo ist das hysterische Weibsbild?”
(Chefinspektor Anderson)
“Miss Lizzie? Klo. Beten.”
(Billy)

“Schweig, und kleb’ nicht an mir wie ein Heftpflaster!”
(Cornelia Gorder)

“Der Chefinspektor! Sie kommen, wenn alles vorüber ist. Dafür zahlen wir unsere Steuern!”
(Lizzie Allan)

“Lizzie, hol' Whisky!”
(Cornelia Gorder)
“Das ist das erste vernünftige Wort heute abend.”
(Lizzie Allan)

“Wenn Sie in Zukunft jemandem Handschellen anlegen, sollten Sie nicht vergessen, ihm vorher den Schlüssel dazu aus der Westentasche zu nehmen.”
(Chefinspektor Anderson)

“Was hast du gesehen?”
(Dale Ogden)
“Überhaupt nichts. Ich wollte die Männer nur los sein. Ist doch einer so beschränkt wie der andere.”
(Cornelia Gorder)

“Miss Gorder, ich glaube nunmehr werden Sie eine ruhige Nacht haben.”
(Chefinspektor Anderson)
“Ihr Wort in Gottes Ohr, Mr. Anderson.”
(Cornelia Gorder)


Miss Cornelia Gorder hat für vier Monate ein einsames Haus auf dem Lande gemietet, das sie gemeinsam mit ihrer Nichte Dale, ihrer Zofe Lizzie, dem asiatischen Butler Billy sowie einem neu eingestellten Gärtner namens Brooks bewohnt.
Obwohl Miss Gorder in anonymen Briefen dazu aufgefordert wird, das Haus wieder zu verlassen, weil sonst ihr Leben in Gefahr sei, weigert sich die energsiche, alte Dame sehr zum Leidwesen ihres hysterischen Dienstmädchens dieser Drohung nachzugeben.

Kurze Zeit vorher wurden aus der Union-Bank mehr als eine Million Pfund entwendet.
Verdächtigt wird der Kassenchef Jack Bailey, der seitdem ebenso spurlos verwunden ist ebenso wie Sir Courtley Fleming, der Präsident der Bank.
Von dessen Neffen Richard hat Miss Gorder das Landhaus gemietet.

Die alte Dame ist der festen Überzeugung, dass der berüchtigte “Spinnenmörder” für diesen Raub verantwortlich ist. Der clevere Verbrecher erhielt seinen Spitznamen von der Presse, weil er am Tatort stets seine Visitenkarte in Form einer gezeichneten Spinne hinterlässt.

Miss Gorder hat Chefinspektor Anderson um Beistand gebeten. Während der Herr von Scotland Yard seine Ermittlungen aufnimmt, ereignen sich mysteriöse Dinge, die in der Ermordung von Richard Fleming gipfeln.

“Der Spinnenmörder” ist eine turbulente und höchst unterhaltsame Kriminalkomödie, in der nahezu sämtliche Darsteller ihre Rollen wunderbar überzogen gestalten.
Selbstverständlich sollte der Zuschauer bereit sein, sich auf eine Farce einzulassen. Wem amüsante Albernheiten wie bewusst eingesetztes, übertriebenes Flüstern oder eine schier unerträglich knarrende Tür nicht zusagen, wird mit diesem Fernsehfilm nichts anfangen können, bei dem mitunter in einem Tempo Personen auftreten und Räumlichkeiten gewechselt werden, als befände man sich beim Boulevardtheater.

Bei einer Komödie, in der eigentlich keine der auftretenden Personen richrig ernst zu nehmen ist, sollte man kein Understatement von den Darstellern erwarten.
Und so ergänzt sich Dietmar Schönherrs entnervter Gesichtsausdruck, wenn der von ihm verkörperte Chefinspektor wieder einmal nicht versteht, wovon die Rede ist, großartig mit Alma Seidlers häufigem nervösen Kichern und Monika Johns ständigen hysterischen Ausbrüchen.

Dennoch sorgen ein permanent präsentes Gewitter, flackerndes Kerzenlicht in der Dunkelheit sowie geheimnisvolle Vorgänge und Personen für genügend Atmosphäre und Spannung, auch wenn der geschulte Zuschauer früh ahnen dürfte, in welche Richtung sich die Handlung entwickeln wird.

















Und hier der Trailer zum Film:

http://www.youtube.com/embed/E9zEzwtaHqE

"Das ganze ist eine Sache der Vorstellungskraft. Phantasie."
(Heinz Drache in "Der Hexer")

Editiert von Gubanov am 13.08.2014, 19:25 Uhr - Beitrag in bestehendes Thema integriert

Matze K. Offline



Beiträge: 1.058

25.01.2015 10:28
#49 RE: Bewertet: diverse TV-Krimis von Pidax Zitat · Antworten

Vier Filme sind wieder dazugekommen.


Die letzte Folge:
Schöne s/w Studiostimmung. Erinnert an 10 kleine Negerlein von der Grundstimmung her. Jeder mistraut jeden und eine schöne Aufklärung gibts auch. Hat 4,5 Punkte verdient !!


Tod nach Mitternacht:
Nach zwei Tagen konnte sich meine Frau nicht mehr an den Film erinnern. Also hat nicht wirklich Wiedererkennungswert. Story ist nicht schlecht. Gut es ist aus einer Zeit, wo mir die Schauspieler nicht so bekannt sind. Alles in Allem gibts 3,75 Punkte.


Die Stunde des Leon Bisquet:
Ein eher sozialkritischer Film, mit nicht erwartetem Ende. Klaus Schwarzkopf ist bekannt und spielt die Rolle des Bahnbeamten Bisquet hervorragend. Daher gibts auch 3,75 Punkte.


Smaragden-Geschichte:
Fuchsberger und Liselotte Pulver - eine Interessante Mischung. Eine herrliche Krimikomödie. Es kommt keine Langeweile auf und hat sich seine 4,50 Punkte gut verdient!

Mein Pidax Zwischenstand wäre:

5,00 Spuk im Morgengrauen
5,00 Geisterzug
5,00 Zehn Prozent
4,50 Kopf in der Schlinge
4,50 Die letzte Folge
4,50 Smaragden-Geschichte
4,50 Tagebuch eines Frauenmörders
4,00 Eine Tote soll ermordert werden
3,75 Tod nach Mitternacht
3,75 Die Stunde des Leon Bisquet
3,75 Konto ausgeglichen
3,50 Schritte in der Nacht

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Immer wenn du lügst, muss Jesus Blut weinen.
(Todd Flanders)
Wie kann Dummheit entscheiden was klug ist
(meine Frau)

Gubanov Offline




Beiträge: 16.060

08.03.2015 21:03
#50 RE: Bewertet: diverse TV-Krimis von Pidax Zitat · Antworten



Ein Todesfall wird vorbereitet

TV-Kriminalfilm, BRD 1963. Regie und Drehbuch: Karl Fruchtmann (Vorlage: Jack Popplewell). Mit: Eva Pflug (Lee Murray), Jürgen Goslar (James Murray), Alfred Balthoff (Versicherungsdetektiv Morrison), Hans Epskamp (Inspektor Bill Price), Heinz Fangmann (Versicherungsagent Bielby), Herta Fahrenkrog (Anne Daley), Dieter Naumann (Stuart Adams), Christiane Schmidtmer (Sandra Williams), Peter Schütte (Denis Gilmore) u.a. Erstsendung: 31. März 1963, ARD II. Eine Produktion des Westdeutschen Rundfunks.

Zitat von Ein Todesfall wird vorbereitet
Kriminalschriftsteller James Murray ist bis über beide Ohren verschuldet. Seine finanziellen Probleme gedenkt er durch den Abschluss einer Lebensversicherung zu lösen. Einer Versicherung auf sein eigenes Leben. Jedoch soll ein anderer an seiner Stelle sterben, seine Frau den falschen Toten als Murray identifizieren und schließlich, nachdem Gras über die Sache gewachsen ist, wieder mit ihm zusammenfinden. Tatsächlich kommt es daraufhin zu einem Todesfall. Nur scheint sich keiner der Anwesenden bewusst zu sein, wer nun eigentlich die Leiche und wer der Mörder ist ...


Von Anfang an ist klar, dass James Murray ein krummes Ding plant. Jürgen Goslar bereitet es eine sichtliche Freude, in die charakterlichen Untiefen des als untätigen Tunichtgut präsentierten Schriftstellers einzutauchen, der sein dekadentes Leben durch einen tödlichen Schwindel aufrecht erhalten will. Was zunächst wie eine Standard-Situation aussieht, erfährt insofern eine ungewöhnliche Wendung, als im Kommenden nicht nur die Identität des Mörders, sondern auch die der Leiche aufgrund des von Murray ausgetüftelten Plans fraglich ist. Hat er seine Tat wie geplant ausgeführt oder wurde er übers Ohr gehauen und selbst getötet? Diese zwei Möglichkeiten bieten Raum für interessante Spekulationen und füllen die umfangreiche Sendezeit ohne wesentliche Längen.

Freilich benötigt „Ein Todesfall wird vorbereitet“ genau diese Brisanz seiner Handlung ganz dringend, weil es sich in allen anderen Aspekten um einen eher betulichen, unauffälligen und simpel produzierten TV-Krimi handelt, der ohne jede Außenaufnahme auskommt und mittlerweile ein bisschen sehr verstaubt wirkt. Schuld daran trägt auch die Inszenierung der Nebenrollen, die allen voran den Versicherungsagenten Bielby und die übliche Randale-Blondine zu Witzfiguren erster Klasse stempelt, ohne dabei wirklich lustig zu sein. Kein Witz verbirgt sich indes hinter den Namen der Produktionsverantwortlichen, obwohl sich sowohl Karl Fruchtmann als auch Jack Popplewell arg nach Pseudonymen anhören. Popplewell war tatsächlich ein britischer Autor (gebürtig aus Leeds), was die teilweise falsche Schreibung der Figurennamen verwunderlich erscheinen lässt.

Zu den verpassten Möglichkeiten des Krimis zählt vor allem die Rolle von Eva Pflug. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten interpretiert sie diese zwar passabel, jedoch erscheint sie ein wenig zu hausbacken und bedenkenträgerisch, um die große Spannungsfrage und die Auflösung plausibel zu machen. Eine Prise mehr femme fatale wäre durchaus willkommen gewesen und hätte „Ein Todesfall wird vorbereitet“, der nicht ganz umsonst das harmlose FSK-0-Siegel trägt, etwas pikanter gewürzt.

Der clevere Kriminalfilm um das Spiel mit Identitäten nimmt sich selbst nicht allzu ernst, verpasst aber auch die wirklich gelungenen humoristischen Töne. Mit etwas mehr Spannung und Produktionsaufwand hätte eine Qualitätssteigerung erzielt werden können; im vorliegenden Zustand wirkt die Produktion zu veraltet und fad. Goslar überzeugt, fehlt aber zwangsläufig über weite Strecken. 3,5 von 5 Punkten.

Cora Ann Milton Offline




Beiträge: 5.110

21.11.2015 19:36
#51 RE: Bewertet: diverse TV-Krimis von Pidax Zitat · Antworten







“Kopf in der Schlinge”

Bundesrepublik Deutschland 1960

Literarische Vorlage: “The Neck in the Rope” von John Bradley

Fernsehbearbeitung: Walter Bardili

Regie: Walter Knaus

Darsteller: Alexander Kerst (Frank Dearden), Elisabeth Höbart (Harriet Dearden), Karl Supper (Bill Mason), Edith Heerdegen (Lady Agatha Haggerton), Hans Epskamp (Lord Henry Haggerton), Konrad Georg (Sir Percy Grainger), Gabriele Reismüller (eine junge Dame), Arnulf Schüden (James)


Der folgende Beitrag enthält Spoiler.

“Aber - ist das nicht Blut ...?”
(James)

“Ein herrlicher Mann, Harriet, um den ich Sie beneide. Er hat einfach keine Nerven. Ich bin sicher, dass er genauso unheimlich ruhig und entschlossen wäre, wenn er morgen früh selbst hingerichtet würde. Er wäre als Verbrecher ebenso kaltblütig wie als Staatsanwalt. Ein Mann zum Fürchten ... einfach wunderbar.”
(Lady Agatha Haggerton)

“Musst du unbedingt von Männern schwärmen, die andere hängen lassen? Du hast doch mich.”
(Lord Henry Haggerton)
“Ach, mein Guter, du brichst höchstens einer Flasche das Genick.”
(Lady Agatha Haggerton)

“Ich bin wirklich froh, dass diese widerliche Affäre endlich vorüber ist.”
(Frank Dearden)
“Für dich ist das nur eine widerliche Affäre?”
(Harriet Dearden)
“Morgen früh fahren wir nach Brighton. Ich hab’ mir diesen Urlaub wirklich verdient.”
(Frank Dearden)
“Nach der Hinrichtung ans Meer ...”
(Harriet Dearden)

“Ich frage mich manchmal, warum ich ihn geheiratet habe. Ein Mensch, der andere in den Tod schickt.”
(Harriet Dearden)
“Aber Sie lieben ihn doch?”
(Bill Mason)
“Ja, ich liebe ihn, aber manches Mal fürchte ich mich vor ihm.”
(Harriet Dearden)

“James, Sie haben ja Bildung.”
(Lord Henry Haggerton)
“Ich bin leider nur Autodidakt, Mylord.”
(James)
“Und da sind Sie Kammerdiener? In England sind die Autodidakten doch alle Schriftsteller oder Minister.”
(Lady Agatha Haggerton)

“Siehst du? Es ist niemand ermordet worden, und du verteidigst dich schon.”
(Bill Mason)

“Du hast für die fragliche Zeit kein Alibi. Du kannst die Verletzung an deiner rechten Hand nicht erklären, und du wolltest mich irreführen ... Ich gehe noch weiter. Aufgrund deiner unsicheren und widerspruchsvollen Aussage müsste ich annehmen, dass du den Mord tatsächlich begangen hast.”
(Bill Mason)

“Ich lebe seit sechzig Jahren in England. Dreißig davon bin ich mir dir verheiratet. Wundere dich also nicht, wenn ich die gesellschaftlichen Formen in die Luft sprengen will.”
(Lord Henry Haggerton)

“Ja, bewegt sich denn ein Mörder in der Gesellschaft genauso frei wie andere anständige Gentlemen?”
(Lord Henry Haggerton)
“Das ist leicht möglich. Am freiesten bewegen sich die Gentlemen-Mörder, weil sie durch ihren Rang und durch ihre gesellschaftliche Stellung schwer zu verdächtigen sind.”
(Frank Dearden)

“Sie haben lizitiert als ob Ihr Gewissen mit einem dreifachen Raubmord beladen wäre.”
(Lady Agatha Haggerton)
“Sie überschätzen meine Fähigkeiten, Mylady.”
(Frank Dearden)

“Seien Sie mir nicht böse, meine Liebe, aber Ihre Reden sind zu gruselig.”
(Harriet Dearden)
“Ja, es ist doch auch gruselig, sich vorzustellen, mit einem Mörder im gleichen Raum zu sein.”
(Lady Agatha Haggerton)

“Henry, vor dem Schlafengehen musst du persönlich alle Türschlösser inspizieren.”
(Lady Agatha Haggerton)
“Das Haus hat vierunddreißig Türen. Frank, ich wünsche Ihnen eine friedvollere Nacht als meine sein wird.”
(Lord Henry Haggerton)

“Gewiss das Belastungsmaterial ist erdrückend, aber ich bin nicht der Mann, der sich so schnell zur Strecke bringen lässt. Ich kenne alle Schikanen der Kriminalistik. Da kann kommen, was will.”
(Frank Dearden)

“Würdest du mir einen Mord zutrauen? ... Und trotzdem lebst du mit mir.”
(Frank Dearden)
“Frank, ich liebe dich doch. Manches Mal da bist du mir unheimlich. Da weiß ich nicht, wer du wirklich bist. Was verbirgst du vor mir?”
(Harriet Dearden)


In der Villa von Frank Dearden, Londons renommiertestem Staatsanwalt, hat sich eine illustre Gesellschaft zum Bridgespiel eingefunden: Lord und Lady Haggerton, Chefinspektor Bill Mason sowie der Gerichtsarzt Sir Percy Grainger. Die Stimmung der Dame des Hauses ist reichlich gedrückt, da am nächsten Morgen aufgrund eines Indizienprozesses ein gewisser Peter Johns gehängt werden soll, da er angeblich seine Ehefrau ermordet hat. Harriet Dearden hält Johns für unschuldig, da sie ihn seit vielen Jahren kennt und ihm eine solche Tat nicht zutraut. Harriet empfindet es als äußerst bedrückend, dass ausgerechnet ihr Mann Frank mit seiner brillanten Prozessführung das Todesurteil gegen Peter Johns erwirkt hat.

Frank Dearden kehrt verspätet, etwas derangiert und mit einer Wunde am Finger aus dem Amt nach Hause zurück. Seine Distanziertheit und seine Überzeugung, mit seinem Plädoyer gegen Peter Johns lediglich seine Pflicht getan zu haben, verletzen seine Frau Harriet. Der ebenso selbstsichere wie verschlossene Frank Dearden ist kein Mann der Emotionen. “Harriet, mit Gefühlen kommen wir hier nicht weiter!” erklärt er symptomatisch seiner Frau. Was ihn im Innersten bewegt, vertraut er ihr nicht an, sondern verlässt sich ausschließlich auf sich selbst. Harriet wiederum macht sich ernsthaft darüber Gedanken, ob sie den Mann, mit dem sie verheiratet ist, wirklich kennt.

Bill Mason provoziert seinen alten Freund Frank zu einem Spiel. Der Chefinspektor befragt ihn hartnäckig über den genauen Ablauf des heutigen Abends bis zu Deardens Eintreffen in seinem Haus. Bei seinen Aussagen verwickelt sich der Staatsanwalt in mysteriöse Widersprüche. Aus dem Spiel wird bitterer Ernst, als Bill Mason telefonisch von dem Mord an Dinah Hill erfährt. Die Schauspielerin wurde erwürgt in ihrer Wohnung aufgefunden. Das Verbrechen hat sich zwischen sieben und acht Uhr abends ereignet - exakt die Zeitspanne, für die Frank Dearden kein Alibi nachweisen kann.

Nachdem der Chefinspektor das Haus verlassen hat, versucht der Staatsanwalt, dessen stetig wachsende Nervosität und mangelnde Konzentration ihn zum Leidwesen von Lady Agatha als Bridgepartner untauglich machen, weitere Auskünfte über den Tathergang zu erhalten. Seltsamerweise ist jedoch plötzlich das Telefon defekt.

Gegen Franks Widerstreben wird Sir Percy Grainger von Harriet gebeten, die Wunde am Finger ihres Mannes genauer zu untersuchen. Der Staatsanwalt hatte bisher behauptet, sich die Verletzung dadurch zugezogen zu haben, dass er seine Hand in einer Autotür eingeklemmt habe. Grainger diagnostiziert jedoch, dass die Wunde von einem Messer oder einer Schere herrührt und zwar als Resultat einer körperlichen Auseinandersetzung.

Chefinspektor Mason wartet mit neuen Indizien im Mordfall Dinah Hill auf, die sich für Frank Dearden als verhängnisvoll erweisen. Obwohl der Staatsanwalt seine Unschuld beteuert, ist der Jäger zum Gejagten geworden und droht, vom Räderwerk der Justiz zermahlen zu werden - wie ein gewisser Peter Johns, der auf seine Hinrichtung wartet ...

Anmerkungen:

Alexander Kerst gibt als Frank Dearden eine grandiose, wunderbar doppelbödige Darstellung. Eben diese Hintergründigkeit lassen den Staatsanwalt mit seinem an Arroganz grenzenden Selbstbewusstsein, mit seiner gelegentlichen Neigung zum Zynismus und seiner schier unerschütterlichen Kaltblütigkeit verdächtig erscheinen. Dearden ist alles andere als ein larmoyantes Justizopfer, sondern scheint aufgrund seiner hohen Intelligenz und seines dominanten Auftretens - die imposante Statur von Alexander Kerst trägt in hohem Maße dazu bei - sehr wohl zu dem fähig zu sein, was ihm als Verbrechen zur Last gelegt wird. Nur dezente Andeutungen genügen Alexander Kerst, um den Sturm, der im Inneren von Dearden tobt, deutlich zu machen. Gerade dieses Understatement lässt den Protagonisten umso eindrucksvoller wirken.

Die übrigen Darsteller haben es schwer gegen dieses schauspielerische “Schwergewicht” anzukommen, doch sorgen Edith Heerdegen und Hans Epskamp als Lady und Lord Haggerton für unterhaltsame Zwischentöne im dramatischen Geschehen. Seine nostalgische Sehnsucht nach der Ära von Queen Victoria kontrastiert auf amüsante Weise mit ihrer Faszination an Verbrechen, obwohl ihr dieses Interesse Angstzustände beschert und sie nicht schlafen lässt.

“Kopf in der Schlinge” ist ein beeindruckendes, intensives Kammerspiel darüber, wie leicht man aufgrund von Indizien in Verdacht geraten kann. Die Spannung entlädt sich in einer fulminanten, völlig überraschenden Schlusspointe.

Matze K. Offline



Beiträge: 1.058

23.11.2015 20:58
#52 RE: Bewertet: diverse TV-Krimis von Pidax Zitat · Antworten

Freut mich, dass er dir genauso gut gefallen hat wir mir

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Immer wenn du lügst, muss Jesus Blut weinen.
(Todd Flanders)
Wie kann Dummheit entscheiden was klug ist
(meine Frau)

Lord Low Offline




Beiträge: 649

02.11.2017 16:09
#53 Bewertet: diverse TV-Krimis von Pidax Zitat · Antworten

Kennt jemand von euch diesen Film ("Kopf in der Schlinge")? Er wurde 1960 von der ARD produziert und es spielen die Wallace-Stars Konrad Georg und Hans Epskamp. Edith Heerdegen hätte auch gut in die Wallace-Filme gepasst.

Editiert von Gubanov am 02.11.2017, 16:20 Uhr - Beitrag in passendes Thema integriert

Lord Low Offline




Beiträge: 649

03.11.2017 14:51
#54 RE: Bewertet: diverse TV-Krimis von Pidax Zitat · Antworten

Ich muss echt zugeben, dass mich lange kein Filmende so sehr (positiv) überrascht hat, wie das von "Kopf in der Schlinge".

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