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Dieses Thema hat 8 Antworten
und wurde 2.146 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker national
Georg Offline




Beiträge: 3.213

09.07.2012 10:33
Van der Valk (TV-Filme 1972 & 1973/ TV-Serie) Zitat · Antworten

Die Figur des Amsterdamer Kommissars Van der Valk entstammt einer Romanserie von Nicolas Freeling. Bereits 1971 setzte die BBC die Figur des Commisaris Piet van der Valk in einer äußerst erfolgreichen Krimiserie in Szene. Barry Foster gab den kühlen Ermittler, der mit Arlette verheiratet ist und in jeder Folge das Publikum auch an seinem Privatleben teilhaben ließ. Die ersten beiden Staffeln weisen ein typisches Studioflair auf, das ab der 3. Staffel abhanden kommt. Aufgrund des großen Erfolgs löste Van der Valk fast 20 Jahre nach seinem ersten Auftreten nochmals 7 100-Minuten-Fälle (die Folgen der ersten drei Staffeln dauern rund 50 Minuten). Die Gastrollen dieser Serie, die in ihrer Dramaturgie fast an die deutsche Kultreihe "Derrick" erinnert, sind prominent besetzt, so spielt etwa auch Bob Hoskins eine Gastrolle. Die Titelmusik wurde zum Ohrwurm und auf Platte veröffentlicht.
Ob der Erfolg der durchaus spannenden Serie (die übrigens auch bei uns lief, zuletzt auf tm3) in Großbritannien für die Produzenten ausschlaggebend war, auch in der BRD TV-Filme mit dem Ermittler zu produzieren, weiß ich nicht. Jedenfalls entstanden zwischen 1972 und 1974 drei Fernsehkrimis, bei denen Frank Finley und Françoise Prévost die Titelrollen spielten. Während "Van der Valk und das Mädchen" (1972, Regie: Peter Zadek) und "Van der Valk und die Reichen" (1973, Regie: Wolfgang Petersen) deutsch-französisch-österreichische Koproduktionen waren, war der 3. Film "Van der Valk und die Toten" (1974, Regie: Marcel Cravenne) eine rein französische Produktion.
Da zwei der Filme erst vor wenigen Tagen auf Das Vierte wiederholt wurden, hier einige Worte dazu:

VAN DER VALK UND DIE REICHEN
TV-Krimi, Erstsendung ARD: 26.12.1973
Regie: Wolfgang Petersen
Darsteller: Frank Finlay, Judy Winter, Helmut Käutner, Hans Helmut Dickow, Françoise Prévost, Rudolf Strobl, Marthe Harell, Erich Padalweski, Otto Ambros, Emmerich Schrenk, Fritz Widhalm-Windegg, Kees Brusse, Horst Butschke, Peter Frick, Fritz Hackl, Sepp Löwinger, Adolf Lukan, Tilman Röhrig, Rudolf Rösner, Heinz Schacht, Heinrich Strobele, Friedrich Vasen u. v. a.

Inhalt: Kommissar Piet van der Valk wird für private Ermittlungen abgestellt, um für den reichen Konzernchef Canisius (Helmut Käutner) den spurlos verschwundenen Juniorchef zu finden. Bei den Nachforschungen lernt van der Valk dessen kühle aber äußerst hübsche Ehefrau Anne-Marie (Judy Winter) kennen, die beteuert, dass die Ehe glücklich war. Weitere Spuren führen nach Köln (wo außerdem ein junges Mädchen verschwunden ist) und Innsbruck. In Kitzbühel ist van der Valk ganz nah an der Wahrheit. Doch dann macht er in einer Berghütte eine grausige Entdeckung ...

Besprechung: Regisseur Wolfgang Petersen hat einen beachtlichen Fernsehfilm in Szene gesetzt, der inszenatorisch und von der Optik her wie ein Kinofilm daherkommt. Frank Finlay ist wie geschaffen für die Rolle des Ermittlers van der Valk, Judy Winter gibt eine kühle Ehefrau und spielt damit eine Paraderolle. Helmut Käutner erfreut als reicher, abgebrühter und geschniegelter reicher Konzernchef und Hans-Helmut Dickow nimmt man den Kölner Kommissar glaubhaft ab. Die Geschichte entwickelt die Spannung ganz langsam aber stetig, die Jagd nach dem Verschwundenen gestaltet sich dank der vielen Schauplätze (Amsterdam, Köln, Innsbruck, Kitzbühel, Burgenland) recht abwechslungsreich. Das große Talent Wolfgang Petersens wird schon bei diesem TV-Film sichtbar, ein großes Plus auch für die Kamera von Jörg Baldenius. Einziges Manko: mitten im eiskalten Februar gibt es plötzlich Regen und Gewitter im Hochgebirge? Das ist zwar für die entsprechende Szene sehr atmosphärisch, kommt aber in der Realität nicht vor. Insgesamt aber ein spannendes Krimivergnügen und eine der wenigen europäischen Koproduktionen bei Fernsehspielen in jenen Jahren.

Havi17 Offline




Beiträge: 3.600

12.07.2012 08:57
#2 RE: Van der Valk (TV-Filme 1972 & 1973/ TV-Serie) Zitat · Antworten

In der Tat, dieser Film gibt dem Zuschauer den Eindruck eines imposanten Kinofilms. Beachtlich und das zeichnet Petersen aus, ist, daß trotz der
einfachen Handlung auch Dank der sehr guten Darsteller, jederzeit eine spannende Handlung gegeben ist. Ganz ohne Action und dramatischen Handlungsspitzen
wird man in die Handlung und die Person Van der Valks hineingezogen und ist letztlich in seinen Gedanken selbst am ermitteln und analysieren.
Eine Freude auch ist Hans-Helmut Dickow einmal wiederzusehen, der mir aus zwei Tatort-Folgen unwiederbringlich in Erinnerung blieb. Auch für
Judy Winter ist die Rolle einer undurchsichtigen Ehefrau wie auf den Leib geschrieben. Helmut Käutner brilliert ähnlich wie im Gespann mit Erika Pluhar
im Tatort "Der Richter in Weiß" auf eine unachahmliche Art den Reichen, oder wie in den Plüsch-Krimis den Adeligen.

Insgesamt für mich sehr sehenswert !

P.S. Auch liegt mir Eye-Level vom Simon Park Orchestra, die Tietelmelodie der erwähnte BBC-Reihe noch heute in den Ohren.
Wurde "Van der Valk und die Toten" auch im TV ausgestrahlt, diese Episode hatte ich vermutlich verpasst.

Gruss
Havi17

Georg Offline




Beiträge: 3.213

16.07.2012 15:45
#3 RE: Van der Valk (TV-Filme 1972 & 1973/ TV-Serie) Zitat · Antworten

Deine Kritik trifft den Film sehr gut, Havi! Petersen zeichnete sich ja auch bei seinen Tatort-Folgen dadurch aus, dass er nie auf bloße Effekthascherei und Action setzte, sondern die Spannung immer aus den Konstelationen der Figuren erzeugte. Judy Winter spielt hier hervorragend und es würde mich nicht wundern, wenn Petersen später bei Reifezeugnis an ihre Rolle in Van der Valk und die Reichen gedacht hat. Übrigens finde ich auch Deine Assoziation von Käutners Rolle hier und seiner hervorragenden Darbietung in Richter in Weiß sehr gut.

"Van der Valk und der Toten" wurde nicht ausgestrahlt, es handelt sich dabei wohl nur um eine reine französische Produktion.

Welche Rollen H. H. Dickows (den ich übrigens auch sehr mag) sind Dir unwiderruflich in Erinnerung geblieben? Für mich war seine Rolle in Eine todsichere Sache (sicherlich der beste Fall für Klaus Höhne) immer herausragend.

Havi17 Offline




Beiträge: 3.600

16.07.2012 17:04
#4 RE: Van der Valk (TV-Filme 1972 & 1973/ TV-Serie) Zitat · Antworten

Ganz spontan als Lassky in "Zwei Flugkarten nach Rio". "Mir tut er heute noch Leid, gerade vor der Tragik seiner
Vorschädigung und seiner erpressten Mitwirkung in einem Fall von dem er als Looser überhaupt nichts zu gewinnen
hatte.

Gruss
Havi17

Georg Offline




Beiträge: 3.213

17.07.2012 11:30
#5 RE: Van der Valk (TV-Filme 1972 & 1973/ TV-Serie) Zitat · Antworten

VAN DER VALK UND DAS MÄDCHEN
TV-Krimi, Erstsendung ARD: 05.10.1972
Regie: Peter Zadek
Darsteller: Frank Finlay, Françoise Prévost, Pierre Vaneck, Cyd Haymann, Oskar Homolka, Werner Finck, Hans Jaray und Günter Lamprecht

Inhalt: Amsterdam 1951. Das seltsame Mädchen, das Kommissar Piet van der Valk in Zusammenhang mit einem schweren Autounfall kennen lernt, beschäftigt ihn einige Zeit. Dann hört er ein Jahr nichts von ihr. Als eines Morgens in einer Wohnung an einer Amsterdamer Gracht ein Toter aufgefunden wird, führt die Spur wieder zu ihr. Der Ermordete war ein Schmuggler. Die Ermittlungen führen zu einem alten Bekannten van der Valks, der im Besitz eines wertvollen Gemäldes ist, das Eigentum des Mordopfers war. Je mehr der Kommissar die Hintergründe der Tat aufdeckt, desto mehr unliebsame Wahrheiten scheffelt er zu Tage ...

Kritik: Rein objektiv ist der Inszenierung Peter Zadeks nichts vorzuwerfen: teilweise recht schnelle Schnitte, immer wieder Rückblenden, der Kommissar erzählt aus dem Off, eine vorzügliche Wahl der Musik (u. a. Edith Piaf) und erstklassiger Originalschauplätze. Und dennoch stimmt etwas nicht: es liegt wohl an der zu langatmigen - ja teilweise langweiligen - Erzählweise, dass Spannung nur in sehr geringem Maße auftritt. Da hilft es auch nichts, wenn Piet van der Valk widerwillig im eigenen Bekanntenkreis Ermittlungen durchführen muss und so eine menschliche Enttäuschung erleben muss. Ungefähr in der Mitte des Films hat er mich nicht mehr interessiert und ich habe nebenbei begonnen, am Computer zu arbeiten (was sehr selten vorkommt). Der von Wolfgang Petersen inszenierte zweite Film ist um Längen besser und spannender. Glücklicherweise habe ich diesen zuerst gesehen. Umgekehrt hätte ich mir vielleicht keinen zweiten Van-der-Valk-Film mit Frank Finley angetan.

Havi17 Offline




Beiträge: 3.600

17.07.2012 15:31
#6 RE: Van der Valk (TV-Filme 1972 & 1973/ TV-Serie) Zitat · Antworten

Kann ich fast untersteichen, dennoch hat diese Folge etwas, das mich bewegt mir
diese nach einer längeren Pause mal wieder anzuschauen.

Gruss
Havi17

Lord Peter Offline




Beiträge: 605

18.10.2012 07:48
#7 RE: Van der Valk (TV-Filme 1972 & 1973/ TV-Serie) Zitat · Antworten

Ich habe übrigens gerade im Synchronforum einen Serienführer zu VAN DER VALK laufen:

http://215072.homepagemodules.de/t518939...er-Valk-GB.html

Zu den offenen Rollen sind Samples hinterlegt, leider fehlen mir aber 3 der ZDF-Folgen, und zu den 12 Folgen, die im DFF liefen habe ich leider gar keine Infos.

Lord Peter Offline




Beiträge: 605

02.01.2013 22:06
#8 RE: Van der Valk (TV-Filme 1972 & 1973/ TV-Serie) Zitat · Antworten

Leider sendete DAS VIERTE diesmal nur "VdV und die Reichen", obwohl im Sommer auch "VdV und das Mädchen" ausgestrahlt wurde. Hab ich natürlich verpaßt...

Georg Offline




Beiträge: 3.213

07.01.2021 17:48
#9 RE: Van der Valk (TV-Filme 1972 & 1973/ TV-Serie) Zitat · Antworten

Lange bevor die BBC Van der Valk auf die Bildschirme brachte, gab es übrigens 1968 bereits eine englische Verfilmung des Romans "Love in Amsterdam" von Nicholas Feeling.
In dem psychologischen Whodunit Amsterdam Affair spielt Wolfgang Kieling den Amsterdamer Ermittler, der in einem Frauenmord ermittelt. Weitere Hauptrollen spielen William Marlowe und Catherine von Schell. Kieling spricht im Original auch sich selbst.
Der Kinofilm wurde kurioserweise im ZDF in der Reihe Thriller unter dem Titel Die Vielgeliebte am 24.10.1981ausgestrahlt. (Das ZDF mischte damals unter die "echten" Thriller von Brian Clemens allerhand unechte englische und amerikanische Krimis, die mit der Reihe von Clemens nichts zu tun hatten.)
Wolfgang Kieling macht seine Sache als hartnäckiger Ermittler sehr gut. Erstaunlich, dass man damals einem Deutschen die Hauptrolle in einem englischen Film gab!
Jedenfalls ist es immer eine Freude, Kieling zu sehen (wie sagte Rolf von Sydow so schön: "Wenn ich nach dem besten deutschen Schauspieler gefragt werde, würde ich immer sagen: Wolfgang Kieling!").

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