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Dieses Thema hat 18 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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Georg Offline




Beiträge: 3.222

16.06.2012 11:01
Graf Yoster gibt sich die Ehre (62 Folgen mit Lukas Ammann und Wolfgang Völz) Zitat · Antworten

Mich wundert, dass ich hier im Forum noch überhaupt keine Besprechungen zu dieser doch unterhaltsamen aber auch etwas skurrilen Vorabendserie aus den 1960ern gefunden habe. Dabei ist Graf Yoster gibt sich die Ehre doch eine jener innovativen Serien aus der Bavaria-Filmwerkstatt, die nicht nur originell sondern auch besonders abwechslungsreich ist. Abgesehen von der genialen Besetzung mit Lukas Ammann als distinguiertem, noblen und vornehmen Krimigraf, den nichts aus der Ruhe bringt und mit Wolfgang Völz als Diener mit krimineller Vergangenheit mit Vorliebe zu flotten Sprüchen und hübschen Damen bietet die Reihe auch ein Wiedersehen mit zahllosen Stars jener Jahre (ich kopiere mal die Liste von meiner Homepage): Ernst Fritz Fürbringer, Klausjürgen Wussow, Klaus Schwarzkopf, Günther Stoll, Günther Schramm, Reinhard Glemnitz, Günter Ungeheuer, Herbert Fleischmann, Harald Leipnitz, Karl Georg Saebisch, Gustl Bayrhammer, Helmut Fischer, Willy Harlander, Konrad Georg, Louise Martini, Eva Pflug, Ivan Desny, Adrian Hoven, Gisela Trowe, Friedrich Joloff, Hans Quest, Wilfried Klaus, Rainer Basedow, Henry van Lyck, Alexander Hegarth, Thomas Piper, Gerd Baltus, Rolf Schimpf, Erika von Thellmann, Georg Marischka, Herbert Fux, Horst Naumann, Anton Diffring, Siegurd Fitzek, Ulrich Beiger, Jochen Blume, Bum Krüger, Lisa Helwig, Ingeborg Schöner, Wolfried Lier, Tilo von Berlepsch, Udo Vioff, Margit Saad, Fritz Tillmann, Hans Epskamp, Herbert Tiede, Max Mairich, Franziska Oheme, Hildegard Krekel, Willy Schäfer, Wolf Ackva, Gerd Wiedenhofen, Dietrich Thoms, Pit Krüger, Kurt Jaggberg, Alexander May, Georg Hartmann, Helmut Alimonta, Peter Dornseif, Hans Baur, Manfred Spies, Joachim Wichmann, Manfred Heidmann, Thomas Braut, Imo Heite, Walter Buschhoff, Hans Zesch-Ballot, Hans Dieter Asner, Kurz Zips, Victor Beaumont, Johannes Buzalski, Hannes Kaetner, Hans Stadtmüller, Anton Reimer, Ernst Ronnecker, Til Kiwe, Heini Göbel, Horst Beck u. v. a.

Die Geschichten wurden von unterschiedlichen Autoren, u. a. Karl Heinz Willschrei, Hartmut Grund und Oliver Storz, geschrieben, Regie führten u. a. Michael Braun und Imo Moszkowicz.

Bewusst wollte man Akzente zu realitätsnahen Krimireihen bilden. Yosters Geschichten sind immer fernab der Realität, erzählen von Superverbrechen, Geheimbünden und skurrilen Gangsterorganisationen. Es gibt Geheimwaffen, Pläne, die Welt zu beherrschen, Länder mit radioaktivem Müll zu verseuchen, die Herrschaft im Land mittels Militärherrschaft in den eigenen Besitz zu bekommen, Computer als Bosse von Gangstern usw. Offensichtlich war für die Geschichten "Mit Schirm, Charme und Melone" Vorbild, weshalb die Reihe gerade bei den Fans dieser Serie ankommen müsste. Schließlich ist auch das genial witzige Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller mit ihren flotten Sprüchen ein weiterer Punkt, sich diese Serie immer wieder anzusehen. Außerdem wurde immer an Originalschauplätzen in England, Frankreich, Italien usw. gedreht, was für ein besonders schönes Flair sorgt.

Schwachpunkt sind allerdings jene Folgen, die Mitte der 70er produziert wurden, die nicht mehr an die Originalität der ersten drei Staffeln anknüpfen konnten.
Bei mir liegt "Graf Yoster" immer wieder mal im DVD-Player (vor allem die ersten 36 Folgen). Gibt es hier im Forum noch andere Fans oder solche, die es werden wollen?

Weitere Infos: http://krimiserien.heimat.eu/g/graf_yost...ch_die_ehre.htm

Angefügte Bilder:
PDVD_068.JPG   PDVD_075.JPG   PDVD_076.JPG   PDVD_089.JPG  
Mark Paxton Offline




Beiträge: 347

17.06.2012 08:35
#2 RE: Graf Yoster gibt sich die Ehre (62 Folgen mit Lukas Ammann und Wolfgang Völz) Zitat · Antworten

Ich mag die Serie, auch wenn einige Geschichten etwas haarsträubend sind. Der Schlagabtausch Johanns und des Grafen ist aber absolut genial und die vielen Schauspieler in Gastauftritten sind ebenso wunderbar. Was ich nicht so mochte war, wenn nur französische Schauspieler mit dabei waren, aber das war nur in wenigen Folgen.
Die vielen Außendrehs im Ausland verleihen der Serie eine gewisse Authentizität. Wenn ich da an Percy Stuart & Co. denke, wo man entweder nur in der Bundesrepublik oder in Spanien gedreht hat, das dann für alle Länder herhalten musste, dann hat Graf Yoster sein ganz eigenes und besonderes Flair.
Den Vergleich mit Mit Schirm, Charme und Melone finde ich nicht unpassend, die Macher haben das sicher auch im Hinterkopf gehabt.
Bei Youtube gibt es ja übrigens auch einige Folgen zu sehen.

Georg Offline




Beiträge: 3.222

17.06.2012 10:31
#3 RE: Graf Yoster gibt sich die Ehre (62 Folgen mit Lukas Ammann und Wolfgang Völz) Zitat · Antworten

Interessant finde ich übrigens auch, dass Albert Lieven erste Wahl für den Grafen Yoster war. Dieser von mir sehr gern gesehene Schauspieler wäre natürlich - bei allem Respekt für den großartigen Lukas Ammann - ein vorzüglicher, nobler und Gentleman artiger Graf gewesen. Auch Richard Münch - den ich für diese Rolle weniger geeignet halte - war ja im Gespräch für die Hauptrolle.

brutus Offline




Beiträge: 13.023

17.06.2012 12:46
#4 RE: Graf Yoster gibt sich die Ehre (62 Folgen mit Lukas Ammann und Wolfgang Völz) Zitat · Antworten

Zitat von Georg
Interessant finde ich übrigens auch, dass Albert Lieven erste Wahl für den Grafen Yoster war. Dieser von mir sehr gern gesehene Schauspieler wäre natürlich - bei allem Respekt für den großartigen Lukas Ammann - ein vorzüglicher, nobler und Gentleman artiger Graf gewesen. Auch Richard Münch - den ich für diese Rolle weniger geeignet halte - war ja im Gespräch für die Hauptrolle.


Stimmt, Albert Lieven wäre auch eine gute Wahl für die Figur des Grafen gewesen.
Im Nachhinein entpuppt sich aber die Entscheidung gegen Lieven dann doch als Glück, denn sonst hätte die Rolle nach dessen Tod im Dezember 1971 neu besetzt werden müssen, oder, was wahrscheinlicher ist, die Serie wäre mit dem Hauptdarsteller gestorben.

Viele Grüße
Brutus

Georg Offline




Beiträge: 3.222

17.06.2012 22:54
#5 RE: Graf Yoster gibt sich die Ehre (62 Folgen mit Lukas Ammann und Wolfgang Völz) Zitat · Antworten

Zitat von brutus
Im Nachhinein entpuppt sich aber die Entscheidung gegen Lieven dann doch als Glück, denn sonst hätte die Rolle nach dessen Tod im Dezember 1971 neu besetzt werden müssen, oder, was wahrscheinlicher ist, die Serie wäre mit dem Hauptdarsteller gestorben.

Natürlich, das Gleiche habe ich mir auch schon gedacht.
Im Bonus-Interview auf der DVD erzählt Lukas Ammann außerdem, dass die allererste Besetzung Adolf Wohlbrück gewesen wäre, der aber nicht wollte oder zu teuer war. Lieven wollte wohl auch nicht.
Ammann erwähnt außerdem auch, dass "Graf Yoster" ganz deutlich wie von mir weiter oben schon erwähnt von "Mit Schirm, Charme und Melone" beeinflusst war.

Havi17 Offline




Beiträge: 3.648

17.06.2012 23:37
#6 RE: Graf Yoster gibt sich die Ehre (62 Folgen mit Lukas Ammann und Wolfgang Völz) Zitat · Antworten

Vergessen wir bei der Gelegenheit nicht, daß Lukas Ammann im September seinen
100ten Geburtstag feiert.

Gruss
Havi17

Mark Paxton Offline




Beiträge: 347

14.02.2015 15:18
#7 RE: Graf Yoster gibt sich die Ehre (62 Folgen mit Lukas Ammann und Wolfgang Völz) Zitat · Antworten

Die Serie läuft ja in der Wiederholung im SWR und da bleibe ich manchmal wieder hängen. Die flotten Sprüche und die abgedrehten Geschichten waren schon 'was Besonderes damals - und auch heute. Wirkt so wenig angestaubt. Eine große Freude machen natürlich die vielen Gastdarsteller.
Was mir jedoch auffällt: die Qualität der Serie nimmt merklich ab, nachdem mit dem 2. großen Block begonnen wurde (Mitte der 70er). Ist euch das auch aufgefallen? Seltsam, und das obwohl die gleichen Autoren mit dabei waren. Das 1. Schloss mochte ich auch lieber, es passte besser zum Grafen.

Ray Offline



Beiträge: 1.860

11.10.2015 11:42
#8 RE: Graf Yoster gibt sich die Ehre (62 Folgen mit Lukas Ammann und Wolfgang Völz) Zitat · Antworten

Den 103. Geburtstag Lukas Ammanns vor einigen Tagen nehme ich zum Anlass, um ein paar Anmerkungen zu der Serie "Graf Yoster gibt sich die Ehre" zu machen, die ich vor einiger Zeit komplett durchgesehen habe.

Viele wesentliche Aspekte wurden schon genannt. Die Serie lebt vor allem von seinem Hauptdarsteller, den vielen internationalen Schauplätzen (für eine Vorabendserie äußerst bemerkenswert) und der wohligen Atmosphäre.

Dies gilt aber - wie schon richtig hervorgehoben wurde - nur für die ersten 36 der insgesamt 62 Episoden. Ich möchte nun genauer hervorheben, woran dieser m.E. deutliche Qualitätsunterschied feszumachen ist. Nach den ersten drei Staffeln, die von 1967-1970 produziert wurden, legte man eine vierjährige Pause ein und kehrte als deutsch-französische Co-Produktion zurück. Mit (durchaus tiefgreifenden) Änderungen: Betrug die Lauflänge der Episoden bis dato 25 Minuten, so wurde sie von da an auf 50 Minuten verdoppelt. Darüber hinaus bekam Graf Yoster (zumindest für Staffel 4) eine Nichte "angedichtet", um eine französische Schauspielerin (Beatrice Romand) in der Serie zu etablieren. Eigentlich ganz nett, sorgte sie aber gemeinsam mit Wolfgang Völz - dessen Sprüche immer flacher wurden - dafür, dass die Serie deutlich klamaukiger daherkam. Auch die verdoppelte Lauflänge kam der Serie nicht zu Gute, dafür gaben die Geschichten einfach zu wenig her. In Staffel 5 wurde Romand dann wieder gestrichen und die Folgen wieder auf 25 Minuten reduziert, wobei immer 2 Folgen mit den gleichen Darstellern gedreht wurden, so dass man insgesamt doch auf 50 Minuten kam.

Aber genug zum Qualitätsschwund im Laufe der Serie: die ersten 36 Folgen bieten sehr viel von dem, woran sich Wallace-Fans und Freunde von Serien aus der Zeit erfreuen. Die Beziehung des Grafen und seinem Johann ist einfach liebevoll ausgestaltet. Am Anfang der meisten Folgen schreitet der Graf aus dem Schloss, wo Johann bereits mit dem Wagen auf ihn Wagen. Auf die Frage, wo es hingehen solle, antwortet der Graf "Nach ..., Johann." Dann begibt man sich auf die Reise, auf der der Graf seinem neugierigen Chauffeur erklärt, worum es sich handelt. Yoster löst natürlich jeden Fall, hat am Ende wieder reichlich Inspiration für einen weitern Kriminalroman gesammelt und antwortet auf die erneute Frage seines Chauffeurs, wohin es nun hinghen solle: "Nach Hause."

Da die Serie hier im Forum noch nicht allzu viele Anhänger zu haben scheint, kann ich (für die ersten 36 Folgen) eine uneingeschränkte Empfehlung abgeben. Gerade in der sich ankündigenden kalten Jahreszeit machen sich die kleinen Abenteuer des "Krimigrafen" besonders gut und die Lauflänge von 25 Minuten lässt sich perfekt in jeden Vorabend/Abend integrieren: dafür ist (fast) immer Zeit. Für die ersten 36 Folgen (Staffel 1-3) gebe ich 5/5, für die letzten 26 (Staffel 4/5) 2,5/5 Punkten.

Ray Offline



Beiträge: 1.860

30.01.2016 00:35
#9 RE: Graf Yoster gibt sich die Ehre (62 Folgen mit Lukas Ammann und Wolfgang Völz) Zitat · Antworten

Folge 01: Die Kunst und wie man sie macht (BRD 1967)

Regie: Michael Braun

Darsteller: Lukas Ammann, Wolfgang Völz, Heinz-Leo Fischer u.a.



In Wien tauchen Werke van Goghs auf. Graf Yoster glaubt an Plagiate und macht sich mit Johann auf ins nahe gelegene Nachbarsland...

Gleich in der ersten Folge fällt dem Zuschauer auf, wie vergleichsweise aufwendig "Graf Yoster gibt sich die Ehre" für eine Vorabendserie produziert wurde. So bietet die von Michael Braun inszenierte Pilotfolge wunderbare Aufnahmen Wiens, aber auch die Innensets wechseln mehrfach. Als Gefährt dient dem distinguierten Grafen freilich von Anfang an der edle Rolls Royce, gesteuert von Johann, seinem Diener, den er nahezu ununterbrochen zurechtweist ("Johann, wann wirst du endlich Manieren lernen?"). Der getreue Johann hat zu Anfang der Folge natürlich noch nie etwas von van Gogh gehört, überhaupt kümmert er sich viel lieber um seine auch in Wien in großer Zahl vorhandenen Verflossenen. Doch wenn es ernst wird, steht er seinem Grafen vor allem mit Tat, aber - im Rahmen seiner Möglichkeiten - auch durchaus mit Rat zur Seite.


Die wohl beste deutsche Vorabendserie startet mit einer Folge, die keine Wünsche offenlässt. Die Chemie zwischen Ammann und Völz stimmt, die Drehorte sind exquisit und die Geschichte ist leicht verdaulich. Schöner kann Zerstreuung in Krimiform kaum sein. 5 von 5 Punkten.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

30.01.2016 14:37
#10 RE: Graf Yoster gibt sich die Ehre (62 Folgen mit Lukas Ammann und Wolfgang Völz) Zitat · Antworten

Ein rein persönlicher Einwurf: Dieser erste Fall ist die einzige Folge der Serie, die mir auch bekannt ist. Ich hatte sie vor einiger Zeit bei einer Fernsehausstrahlung aufgezeichnet. Wenn sie allerdings ein Vorgeschmack auf das sein soll, was "Graf Yoster" zu bieten hat, so ist die Serie definitiv nichts für mich. Ich fand den "Fall" geradezu ärgerlich lapidar, als Ausgleich für die inhaltliche Seichtigkeit werden ein paar Touristenaufnahmen von Wien hineingeschnitten, obwohl die Folge letztlich überall hätte spielen können. Ammann und Völz spielen in reinen Klischees, Braun inszeniert gewohnt bieder. Wie gesagt, wenn das repräsentativ ist (und sich die Figuren nicht noch radikal bessern), kann ich das Attribut "beste Vorabendserie" nicht im Geringsten nachvollziehen. Mit gutem Willen 2 von 5 Punkten, eher weniger.

Ray Offline



Beiträge: 1.860

30.01.2016 15:20
#11 RE: Graf Yoster gibt sich die Ehre (62 Folgen mit Lukas Ammann und Wolfgang Völz) Zitat · Antworten

Dann kann ich dir natürlich nicht versprechen, dass sich die Serie derart ändert, dass sie dir gefallen wird. Immerhin scheinst du die eine Folge ja auch nach einigen Jahren noch gut vor Augen zu haben.

Was die Inhalte angeht, muss man sich immer vor Augen führen, dass es sich eben um eine Vorabendserie handelt. Entsprechend seicht sind auch die Folgen. Wenn du diesen Fall als "ärgerlich lapidar" bezeichnest, hoffe ich für dich, dass du noch nie eine Folge von "Percy Stuart" gesehen hast. Bei dieser Serie wäre diese Einschätzung sicherlich regelmäßig angebracht, auf "Graf Yoster" trifft das für meine Begriffe - zumindest bei der ersten "Ära" - nicht zu. Da sehe ich jetzt auch offen gestanden nicht den großen inhaltlichen Unterschied zu "Slim Callaghan". Davon abgesehen, dass es dort ein paar Mordfälle gab, waren die Folgen doch genauso "lapidar". Hier bekommt man dafür noch höhere Schauwerte und liebenswertere Figuren. Natürlich sind die klischeehaft, aber das findet man in unserem allerseits geliebten Genre doch in fast jeder Produktion vor. Insbesondere Ammann spielt darüber hinaus hochcharismatisch.

Vielleicht gibst du dem "Krimigrafen" irgendwann nochmal eine Chance. Wenn nicht, gibt es ja zum Glück noch genug andere Produktionen, an denen du dich erfreuen kannst.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

30.01.2016 15:34
#12 RE: Graf Yoster gibt sich die Ehre (62 Folgen mit Lukas Ammann und Wolfgang Völz) Zitat · Antworten

Ich denke, ich werde einfach die Finger davon lassen (ebenso wie von "Percy Stuart", "Butler Parker" und Co.), denn ich möchte hier die Serie(n) auch niemandem madig reden. Es war nur das für meine Begriffe sehr provokante Urteil "Beste Vorabendserie", das mich überhaupt zu diesem Dolchstoß-Kommentar veranlasst hat.

Was die generelle Seichtigkeit von Vorabendserien angeht, so hast du im Großen und Ganzen schon recht und sicherlich ist die auch der schwächste Punkt an "Slim Callaghan" und mithin ein Grund, weshalb die Serie trotz angenehmer Inszenierung und guter Darsteller erstmal nicht mehr in meinen Player wandern wird. Man könnte zu dem verallgemeinernden Schluss kommen, dass Vorabendserien die "naive Kunst" unter den alten TV-Programmen sind (und das muss man halt mögen oder eben nicht). In dieser Hinsicht war ich allerdings sehr positiv überrascht von "Kommissariat 9", weil diese Serie eben so gar nichts Naives an sich hat und von Grund auf ernst und auch relativ substanziell und sachlich ist (vor allem Staffeln 1 und 2). Sie zeigt, dass Vorabendserien auch anders konnten, als hier gern zur Verteidigung der seichten Machart der meisten Exemplare behauptet wird. Meine Nominierung für die "Beste Vorabendserie" geht folglich ans K9.

Jan Offline




Beiträge: 1.720

30.01.2016 15:50
#13 RE: Graf Yoster gibt sich die Ehre (62 Folgen mit Lukas Ammann und Wolfgang Völz) Zitat · Antworten

Auch von mir noch etwas Off-Topic: Ich bin ebenso kein Fan der 25-Minüter. Der Rahmen ist naturgemäß begrenzt, die mir bekannten Episoden aus "Okay S.I.R." oder eben auch "Graf Yoster" tragen dem Rechnung. Ich halte nach wie vor 60 Minuten für eine ideale Laufdauer, um eine von der Komplexität her "allgemeinverträgliche" Geschichte ordentlich zu präsentieren und ausreichend Spielraum zur Verfügung zu haben, dem Zuschauer die handelnden Personen näher bringen zu können. Bei einigen 90-Minütern hingegen wäre besser schon nach 60 Minuten Schluss gewesen (einige Episoden der "Männer vom K3" fallen mir ein, sicher auch zahlreiche "Tatorte").

Gruß
Jan

Ray Offline



Beiträge: 1.860

30.01.2016 16:01
#14 RE: Graf Yoster gibt sich die Ehre (62 Folgen mit Lukas Ammann und Wolfgang Völz) Zitat · Antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #12
Ich denke, ich werde einfach die Finger davon lassen (ebenso wie von "Percy Stuart", "Butler Parker" und Co.), denn ich möchte hier die Serie(n) auch niemandem madig reden.


Das ehrt dich natürlich. Trotzdem finde ich gut, dass du insoweit mit deiner Meinung nicht hinterm Berg hälst. Es geht schließlich auch nicht (nur) um ein jedweder Kritik ermangelndes, unreflektiertes "Abfeiern" seiner Lieblingsserien.


Was die Lauflänge angeht, so kann ich in Bezug auf "Graf Yoster" nur sagen, dass dort die 25-minütigen Folgen im Schnitt wesentlich besser sind, als diejenigen, welche die doppelte Länge aufweisen. Allgemein finde ich es gut, dass es Serien mit unterschiedlichen Lauflängen gibt, schließlich hat man mal mehr oder weniger Zeit und Lust. Ob man das eine oder andere Format dann mehr oder weniger bzw. gar nicht mag, ist dann wieder eine andere, individuelle Frage.

Mr Keeney Offline




Beiträge: 1.359

30.01.2016 16:19
#15 RE: Graf Yoster gibt sich die Ehre (62 Folgen mit Lukas Ammann und Wolfgang Völz) Zitat · Antworten

Ich habe ehrlich gesagt trotz etlicher Versuche auch noch nie so richtig was mit "Graf Yoster" anfangen können. Bei mir liegt es aber weniger an einer gefühlten Seichtigkeit sondern eher an dem Humor, den ich irgendwie nicht verstehe und den damit einhergehenden für meine Begriffe ziemlich platten und eindimensionalen Charakteren. "Butler Parker" ist mir ähnlich unzugänglich. Daher ist mir das Etikett "beste Vorabendserie" auch etwas suspekt...

Ich möchte jetzt nicht ein Format gegen das andere ausspielen, sowohl bei den 25-Minütern als auch bei den längeren Sendeformaten gibt es echte Perlen. Ich mag aber das 25-Minuten Format speziell schon sehr gerne, da man sehr gut variabel mal eine Folge oder auch mehrere hintereinander "einschieben" kann. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, ob das alles Vorabendserien waren, aber mein absoluter Favorit in diesem Sendeformat ist "Polizeiinspektion 1", die zwar zumeist auch banale Fälle, aber immer sehr glaubwürdige Charaktere hatten. Außerdem ist noch ganz weit vorne natürlich der unsterbliche Inspektor Wanninger zu nennen.
Danach kommen dann in loser Folge einige: "Kommissar Freytag" löste zumindest einige starke Fälle und Frank Kross hat zwar jetzt nicht gerade überaus einfallsreiche Geschichten, ist aber sehr unterhaltsam irgendwie. Auch "Gewagtes Spiel" verfügt über großen Wohlfühlfaktor und "Alarm in den Bergen" ist ebenfalls ein faszinierendes Relikt aus einer anderen Sendezeit. Auch dieser ganze Hamburger "Polizeifunk etc." Kosmos ist eine Wundertüte, die die verschiedensten Spielarten und Qualitätsstufen in sich vereinigt, aber überwiegend doch überaus gut unterhält.

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